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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

Oswald Weigel 

Leipzig, KBniosstr. 1/ 




L I E> R.AR.Y 
OF THE 
U N I VER.5 ITY 
Of ILLINOIS 

580.6 
V 
v.23 
cop.2 



Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen Gesellschaft 

in Wien. 



Herausgegeben von der Gesellschaft. 

Jahrgang 

XXIII. Band. — IV. Heil 

(Sitzung am 1. October, 5. November, 3. December.) 
Mit 6 Tafeln (T. 5 — 10) und einer Photographie. 



Wien. 1873. 

Im In lande besorgt durch W. Braumüllor, k. k. Hofbuchhändler. 
Für das Ausland in Commissiou bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 



Druck von Adolf Holzhauseu 111 Wi 



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rilSTORY SURVT 



Digitized by the Internet Archive 
in 2013 



http://archive.org/details/verhandlungender2318zool 



Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen Gesellschaft 

in Wien. 



Herausgegeben von der Gesellschaft. 

Jahrgang 1§S3. 

XXIII. Band. 



Mit zehn Tafeln und einer Photographie. 



Wien, 1873. 

Im Inlande besorgt durch W. Braumüller, k. k. Hofbuchhändler. 
Für das Ausland in Comniission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 

Druck von Adolf Holzhausen in Wien. 



Sr. kaiserlichen Hoheit 



dem durchlauchtigster) Herrn Erzherzoge 



LUDWIG SALVATOR 

widmet 



diesen Band ihrer Schriften 



in tiefster Ehrfurcht 



die Gesellschaft. 



v. 1.3 



- Vorwort. 



Die P. T. Mitglieder erhalten hiermit den 23. Band der 
Verhandlungen unserer Gesellschaft; er enthält im Ganzen 730 
Seiten, 10 Tafeln Abbildungen und ein Porträt. Im Laufe dieses 
Jahres wurde auch der Druck des von der Gesellschaft heraus- 
gegebenen Nomenciator zoologicus, welcher 482 Seiten 
stark ist, vollendet. 

Es reihen sich also die neuesten Publicationen der k. k. 
zoologisch -botanischen Gesellschaft dem Umfange und Inhalte 
nach würdig jenen der Vorjahre an. 

Das Verdienst, trotz der enormen Steigerung der Druck- 
kosten in den letzten Jahren, die Veröffentlichung dieses Bandes 
in seiner vorliegenden Form vorbereitet und sie grösstenteils 
geleitet zu haben, gebührt unserem unersetzlichen ehemaligen 
ersten Secretär, dem k. k. Rathe und Custos Herrn Georg Ritter 
von Frauenfeld. Dieser Band ist daher ein beredter Beweis dafür, 
wie rastlos der Verblichene bemüht war, die Interessen unserer 
Gesellschaft zu fördern. 

An die hochgeschätzten P. T. Mitglieder sei schliesslich die 
Bitte gerichtet, sie wollen sich bewogen fühlen, in ihren Kreisen 
für unsere Societät möglichst zahlreiche Theilnehmer zu werben, 
um so unsere Kräfte zu erhöhen. 

Die Gesellschaftsleitung, welche sich mit Beginn des kom- 
menden Jahres neu constituirt, wird Alles aufbieten, um den 
wohlverdienten Ruf der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft 
nicht nur zu erhalten, sondern auch möglichst zu erhöhen. 

Wien, im December 1873. 



Dr. H. W. Reichardt. 



INHALT 

Sitzungsberichte. 

Seite 

Sitzung am s. Jänner* 

Neu eingetretene Mitglieder 3 

Hingegangene Gegenstände 3 

Hofrath Brunn er von Watten wyl Präsident- Stellvertreter ... 4 

Zuschrift des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht wegen 
der Betheiligung der Gesellschaft an der Weltausstellung ... 4 

Ankündigung des Inhaltsverzeichnisses zu Bd. 11—20 der Gesell- 
schaftsschriften 4 

Ankündigung der Kryptogamenflora Ob.-Oest. von Poetsch und 
Schiedermeyer 4 

E. Berroyer: Bericht über zwei im Winter 1872-3 unternommene 
Excursionen • . . . . 5 

H. W. Reichardt: Bericht über am 4. Jänner 1873 im botanischen 
Garten und am 6. Jänner in der Brühl blühende Pflanzen ... 5 

Schulz er von Müggenburg: Ueber im December gereifte Him- 
beeren 6 

Derselbe: Ein schwarz gefärbter Hecht 7 

Sitzung am 5, Februar. 

Neu eingetretene Mitglieder 7 

Zuschriften des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht in Be- 
treff der Weltausstellung 8 

Bericht der Krakauer Landwirthschafts-Gesellschaft über schädliche 
Insecten 9 

Schreiben an das k. k. Ackerbau-Ministerium über diesen Bericht . 9 

Juratzka: Botrychium virginianum in der Ramsau gefunden 10 
Schreiben Berggrens über die schwed. Nordpol-Expedition d. J. 

1872 . 10 

Rieder: Ueber Pflanzen, die am 26. December 1872 blühten ... 11 

Freyn: Ueber eine Excursion auf den Ofner Blocksberg am 7. Jän. 12 

Sitzung am 5. März. 

Neu eingetretene Mitglieder 13 

Eingesendete Gegenstände 13 



vm 



Inhalt. 



Seit» 



Ueberreichung der Gesellschaftsschriften an Se. k. Hoheit den Kron- 
prinzen und Bewilligung einer Subvention von höchstdemselben . 13 
Höhenkarte N.-Oe. als Geschenk des k. k. Finanz-Ministeriums . . 14 
J. v. Bergenstamm legt die Stelle als Bibliothekar der Gesell- 
schaft zurück 14 

E. Berroyer übernimmt dieselbe 14 

Verzeichniss der von Gesellschafts-Mitgliedern auf der Weltausstellung 

exponirten Objecte 14 

Anzeige von Duft sc hmied's Flora Ober-Oesterreich's 14 

Bronn's Classen und Ordnungen des Thierreiches verkäuflich . . 15 

Sadebeck: Ueber Asplenum adulterinum 15 

Fürst Colloredo Mannsfeld: Eine Jagd in Tiflis 17 

Jahres- Sitzung am 2. April. 

Neu eingetretene Mitglieder 17 

Eingesendete Gegenstände 17 

Fürst Colloredo Mannsfeld: Ansprache an Eitter von Frauenfeld 18 

Bericht des Präs. -Stellvertreters Hofrath Brunner von Wattenwyl 18 

„ „ Secretäres Georg R. v. Frauenfeld 20 

„ Dr. H. W. Reichardt 21 

„ „ Rechnungsführers J. Juratzka 24 

Bewilligung der Subvention des k. k. Ministeriums für Cultus und 

Unterricht für weitere 3 Jahre 28 

Ausschussbeschlüsse in Betreff der Weltausstellung 28 

Besprechung neuer wissenschaftlicher Werke in den Versammlungen 28 

Eine Lepidopteren- Sammlung, verkäuflich 28 

Engelthaler: Crocus vernus in N.-Oe 29 

Bericht über die Frauenfeldfeier . 30 

Sitzung am 7. Mai. 

Neue Mitglieder 31 

Zuschrift des k. k. Ackerbau-Ministeriums 31 

Dank des Bezirksschulrathes von Wien 32 

Bewilligung einer Subvention von Seite der ersten öst. Sparcassa 32 

Dank des Mädchenunterstützungs-Vereines 32 

Schenkung des Grafen Wilczek 33 

Rechnungs-Absolutorium , 33 

Berroyer: Draba nemorosa in N.-Oe 33 

Bogenhofer: Insectensammlung aus Japan 34 

Sitzung am 4. Juni* 

Neu eingetretene Mitglieder 34 

Geschenk seiner Majestät des Kaisers von Brasilien . 35 



Inhal! 



Ittti 

Hanoi: Neues Cousn virungsmittel für Weingeistgegenstlndt • . • •'!<» 

Proudho nunc : Ueber Clulifer :;»; 

Dr. J. Polak: Notiz über Asa foetida 87 

Versammlung am Juli. 

Neue Mitglieder 38 

Lemonniei und Strohnieyer gestorben 3!) 

Stenz über Verheerungen durch Khymhites und durdi Mäuse . . 3!) 

Käfersammlung verkäuflich 39 

l < rsammtung am 1. October 

Neu eingetretene Mitglieder 41 

Prof. Reich ar dt legt die Stelle als zweiter Secretär nieder ... 4'2 
Prämiirungen der von der Gesellschaft und mehreren ihrer Mitglieder 

auf der Weltausstellung cxponirten Objecto 42 

Dir. Rad de ladet zu seinen Vorträgen über den Kaukasus ein . . 43 

Einladung zum Congrcsse deutscher Pomologcn 43 

Georg Ritter v. Frauen fei d's Tod und Leichenbestattung .... 43 

Hofrath Brunner v. Watten wyl's Leichenrede 44 

Prof. Reichardt erklärt sich bereit, die Secretariats-Geschäfte bis 

zur Wahl der neuen Functionäre fortzuführen 45 

Sitzung am 5. November 

Neu eingetretene Mitglieder . 46 

Condolenzschreiben zu Ritter v. Fi auenfeld's Tode 4? 

Subvention Sr. k. Hoheit des Erzherzoges Ludwig Salvator . . 48 

Ausschreibung der Wahlen für die Decembersitzung 48 

Uebersiedlung des optischen Institutes von Seifert nach Wetzlar 48 

A. Rogenhofer: Vorlage des Nomenciator zoologicus 48 

Resultat der Wahlen 49 

Sitzung am 3. December, 

Neu eingetretene Mitglieder 49 

Eingesendete Naturalien . . . . • 49 

Prof. v. Reuss und Dr. Palliardi gestorben 49 

Se. k. Hoheit Erzherzog Ludwig Salvator nimmt die Widmung 

des heurigen Bandes der Gesellschaftsschriften an 50 

Ernennung von zwei Ausschussräthen 50 

Preisbestimmung des Nomenciator zoologicus 50 

Anzeige von Just's bot. Jahresberichte 50 

Wahlresultat 51 

Der Gesellschaft gewidmete Werke und Abhandlungen 52 



Z. B. G. B. XX11I. 



X 



Inhalt. 



Abhandlungen. 

Seite 



Frauenfeld G. v.: Zoologische Miscellen XVII 1 

Kr aus s Hermann: Beitrag zur Orthopteren-Fauna Tirols (Tafel 1 A) . 17 
Grzegorzek Adalbert, Dr.: Uebersicht der bis jetzt in der Sandezer 

Gegend West-Galiziens gesammelten Dipteren. 25 

Horväth Geyza v., Dr.-. Beitrag zur Naturgeschichte von Eumölpm vitisF. 

(Tafel IB.) 37 

Reuss fil. A. Ritter v., Dr.: Beiträge zur Flora von Nieder- Oesterreich . 41 

Kriechbaumer J., Dr.: Hymenopterologische Beiträge 49 

Kriechbaumer J., Dr.: Haemophila, nov. gen. Tabanidarum 69 

Hodek Eduard: Ueber Verbreitung und Verhalten der Gattung Pelecanus 

im europäischen Osten 73 

Arnold F.: Lieh enologi sehe Ausflüge in Tirol X 89 

Mann Josef: Verzeichniss der im Jahre 1872 in der Umgebung von Livorno 

und Pratovecchio gesammelten Schmetterlinge nebst Beschreibung 

von zwei neuen Schaben aus Sicilien 117 

Brunner von Watten wyl K.: Ueber die Hypertelie in der Natur . . . 133 

Low Franz, Dr.: Zoologische Notizen (Tafel 2 C.) 139 

Scudder Samuel H. : Seltsame Geschichte eines Tagfalters 145 

Pelz ein August von: Ueber die von der österreichischen Mission nach 

Ostasien und Amerika (1869—1870) eingesendeten Säugethiere und 

Vögel ! 153 

Hampe Clemens, Dr.: Zwei neue Anthicinen (Tafel 2 A.) 165 

Geiger Vinz.: Beitrag zur Schmetterlingskunde Dalmatiens 167 

Freyn J.: Beiträge zur Kenntniss der Vegetations-Verhältnisse des Brdy- 

Gebirges in Böhmen 169 

Frauenfeld G. v.: Zoologische Miscellen XVIII. (Tafel 2 B.) . . . . . 183 
Brauer Friedrich, Dr.: Die europäischen Arten der Gattung Lepidurus 

Leach., nebst einigen biologischen Bemerkungen über Phyllopoden 193 
Zell er P. C, Professor: Beiträge zur Kenntniss der nordamerikanischen 

Nachfalter, besonders der Microlepidopteren (Tafel 3 und 4) . . . 201 

Saut er A., Dr.: Die Flechten des Herzogthums Salzburg 335 

Finsch 0. und Conrad P.: Ueber eine Vogelsammlung aus Ostasien . 341 
Hazslinsky Fr., Prof.: Einige neue oder wenig bekannte Arten der 

Pilzflora des südöstlichen Ungarns 361 

Kriesch Johann, Prof.: Ein neuer Gobius (Tafel 6 1) 369 

Hagen H., Dr.: Beiträge zur Kenntniss der Phryganiden 377 



iiiiuiu. XI 

Kowarz Ferdinand: Beitrag zur Dipteren-Fauna l'ngarns 153 

Frauenfeltl G. Kitter von: Dr. J. K. Schiner 166 

Hanf P. Blasius: Notizen über die Fortpflaniang von Sylvia NcUtererü 409 

Dybowski Bened. : Ueber Come}>liorus buiatlcnsis (Tafel :">.) 475 

Arnold F.: Liehenologische Ausflüge in Tirol XI., XII 185 

Brunner von Watte nwyl K.: Georg Ritter von Frauenfeld (Mit Pho- 
tographie.) 535 

Wofoszczak Eust. Nachtrag zur Flora des südöstlichen Schiefergebietet) 

von N. Ö 539 

Wies bau er J.: Zur Flora von N. Ö 543 

Beling Th.: Acht neue Arten deutscher zweillügliger Insecten 547 

Reichardt Dr. H. W.: Miscellen 49, 50 561 

Hackel E.: Beitrag zur Flora N. 565 

Rogenhof er AI. u. Mann Jos.: Neue Lepidopteren gesammelt v. J. Haber- 
hauer 569 

Beling Th.: Beitrag zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der 

Familie der Tipuliden 575 

Marenzeller Dr. Em. v.: Ueber Diaptomus amblyodon. (Tafel 6 B.) . . 593 

Bergh Dr. R.: Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. I. (Tafel 7 — 10) . 597 



Verzeichniss der Tafeln. 



Tafel 1 A. Kraus Hermann: Beitrag zur Orthopteren- Fauna Tirols. Ver- 
gleiche Abh. p. 17. 

„ 1 B. Horväth Geyza: Beitrag zur Naturgeschichte von Ewnolpus 

vitis. Siehe Abh. p. 37. 
„ 2 A. Hampe Clemens: Zwei neue Anthicinen. Vergleiche Abh. p. 165. 
„ 2 B. Frauenfeld v. Georg: Zoologische Miscellen XVIII. Siehe 

Abh. p. 183. 

„ 2 C. Low Franz: Zoologische Notizen. Vergl. Abh. p. 139. 

„ 3, 4. Zeller P.: Beiträge zur Kenntniss der nordamerikanischen Nacht- 
falter. Die Erklärung findet sich Abh. p. 201. 

„ 5. Dybowski Bened: Ueber Comephorus haicalensis. Siehe Abh. 
p. 475. 

„ 6 A. Kriesch Johann: Ein neuer Gobius. Vergl. Abh. p. 369. 
„ 6 B. Marenzell er, E. v. Diaptomus amblyodon. Siehe Abh. p. 596. 
„ 7 — 10. Bergh R. Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. Die Erklärung 
findet sich Abh. p. 625—628. 



Einige Berichtigungen. 

Sitzungsberichte. 

Seite 14, Zeile 14 von oben lies: Maria Saal statt Maria Seel. 

Abhandlungen. 

Seite 172, Zeile 9 von oben lies: Benützbarkeit statt Benützung. 
„172, „ 6 „ unten „ sterileren statt steileren. 
„ 174, „ 7 „ oben ,. Coeloglossom statt Calloglossum. 
„ 176, „ 10 „ unten „ Pirola statt Prola. 
„ 177, „ 16 „ oben „ Pogonatum statt Pagonatuni. 



Stand der Gesellschaft 



am Ende des 



Jahres 1873. 



Protector: 

Seine k. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 



Leitung der Gesellschaft. 

Im Jahre 1874. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1876.) 
Seine Durchlaucht Fürst Josef Colloredo-Mannsfeld. 

Vicepräsidenten: (Gewählt bis Ende 1874.) 

P. T.Herr Brauer Dr. Friedrich. 

„ Fenzl Dr. Eduard. 

„ „ Hauer Dr. Franz R. v. 

n „ Pokorny Dr. Alois. 

„ „ Schröckinger Neudenberg Jul. Frh. (Präsid.-Stellvertreter.) 

n n Suess Dr. Eduard. 



Secretäre : 

P. T. Herr Rogenhofer Alois Friedr. (Gewählt bis Ende 1878). 
„ „ Marenzeller Dr. Emil von. „ „ 

Rechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1875.) 
P. T. Herr Juratzka Jakob. 



Aussehussräthe : 

P. T. Herr Bartsch Franz. (Gewählt bis Ende 1874,)' 

„ „ Brandmayer Eduard. „ „ 

„ „ Kolazy Josef. ^ „ „ 

„ „ Künstler Gustav. „ w 

„ „ Pelikan von Plauenwald Anton. „ „ 

„ „ Schröckinger Neudenberg Jul. Freih. „ 



XVI 



Mitgliedei -Verzeichnies. 



P. P. Herr Brauer Dr. Friedrich. 

n „ Brunner von Wattenwyl Karl. 

n * Felder Dr. Cajetan v. 

*„ Fenzl Dr. Eduard. 

„ „ Fuchs Theodor. 

„ „ Gassenbauer Michael von. 

„ „ Hauer Dr. Franz Kitter v. 

„ „ Kolbe Dr. Joseph. 

„ „ Kornhub er Dr. Andreas. ( 

„ „ Letocha Anton von. 

„ „ Lorenz Dr. Josef. 

„ „ Mik Josef. 

„ „ Pokorny Dr. Alois. 

„ „ Ransonnet Freih. v. Eugen. 

„ „ Schoenn Moriz. 

„ „ Simony Dr. Friedrich. 

„ Steinhauser Anton. 

„ „ S trau ss Josef. 

„ „ Stur Dionys. 

„ „ Suess Dr. Eduard. 

„ „ Türck Josef. 

„ „ Bergen stamm Julius von. 

„ Berroyer Emil. 

„ „ Haimhoffen Gustav Ritter v. 

„ „ Krist Dr. Josef. 

„ „ Mayr Dr. Gustav. 

„ ,, Pelz ein Aug. von. 

„ Peyritsch Dr. Johann. 

„ „ Reichardt, Dr. Heinrich. 

„ „ Reu ss Dr. A. Ritt. v. 



(Gewählt bis Ende 1875.) 



(Gewählt bis Ende 1876.) 



Mitglieder, welche die Sammlungen der Gesellschaft ordnen: 

Die zoologischen Sammlungen ordnen die Herren: Kempelen Ludwig, Kolazy 
Josef, Marenzeller Emil v., Mik Josef, Rogenhofer Alois. 

Die Pflanzensammlung ordnen die Herren: Berroyer Emil, Burger stein 
Alfred, Brandmayer Eduard, Juratzka Jakob, Reichardt Heinr., 
Reuss A. Ritt, v., Strauss Joseph. 

Die Betheilung von Lehranstalten mit Naturalien besorgt Herr Josef Kolazy. 

Die Bibliothek ordnet Herr Emil Berroyer. 

Das Archiv hält Herr Anton von Letocha im Stande. 

Amtsdiener: 

Herr Machaczek J., Währing, Schulgasse 51. 



Mit>,'li*'.l.'i-V>'rzfic|iiii .. \ \' 1 1 



Die Druckschriften der Gesellschaft werden überreicht: 

I 111 I ll I ;l 11 (1 c. 

Seines k. und k. Apostolischen ICajestäl dem Kaisei Franz .lose f. 

Seiner k. und k. Hoheit drin durohl. Kronprinzen u. Erzherzog Rudolf. 
Seiner Majestät Kaiser Ferdinand. 

Seiner k. llolieit dem durchl. Herrn Erzherzoge Franz Karl. 
Seiner k. Hoheit dem durohl. Herrn Erzherzoge Karl Ludwig. 
Seiner k. Hoheit dem durohl. Herrn Erzherzoge Ludwig Victor. 
Seiner k. Hoheit dem durch 1. Herrn Erzherzoge Albrocht. 
Seiner k. Hoheit dem durohl. Herrn Erzherzoge Josef 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Wilhelm. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Kainer. 
Seiner k. Hoheit dein durchl. Herrn Erzherzoge Heinrich. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig. 

Im Auslände. 

Seiner Majestät dem Kaiser von Deutschland. 10 Exemplare. 
Ihrer Majestät der Königin von England. 6 Exemplare. 
Seiner Majestät dem Könige von Sachsen. 6 Exemplare. 
Seiner Majestät dem Könige von Bayern. 4 Exemplare. 
Seiner königl. Hoheit dem Prinzen August zu Sachsen -Coburg. 
Dem souverainen Johanniter-Orden. 



Subventionen für 1873. 

Von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterrieht. 

Von dem hohen nieder-österreichischen Landtage. 

Von dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 

Von der Direction der ersten österr. Sparkasse in Wien. 



Z. B. Ges. B. XXIII. 



C 



XV11I 



Mitglieder -Yerzeiclmiss. 



Mitglieder im Auslande. 



Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedruckt ist, haben 
den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 



P. T.Herr Adams Arthur, R. M. S., F. L. S London. 

„ „ Adams Henri, Hann. Villas Notting, Hill W. London. 

„ „ Albini Dr. Josef, Universitäts-Professor . . Neapel. 

„ „ Alefeld Dr. d. Med., bei Darmstadt .... Oberanistadt. 

„ „ A lim an n Dr. George James, Prof. 21 Manor PI. Edinburgh. 

„ ., Anderson N. J., Professor Stockholm. 

„ „ An gas Georg Fr., Notting Hill London. 

,, „ Angelrodt Ernst v., k. k. Vice-Consul . . Missouri. 

„ „ Appelius Friedr. Ludw., Kaufmann .... Livorno. 

10 „ „ Aristarchi S. v., gricch. Gross-Logothet . . Constantinopel. 

„ „ Arnold F., Kreisgerichtsrath, Baiern . . . Eichstätt. 

„ „ Asbjörnscn P. Christian, k. Forstmeister . Christiania. 

„ „ Aschers on Dr. Paul, a. Prof. d. Bot. an der 

Univers., Custos am k. Herbar Berlin. 

„ „ Baden Dr. Ferdinand, Zahnarzt Altona. 

,, „ Bail Dr. Th., Director der Realschule in. . . Danzing. 

„ „ Baillon Ernst, Prof. a. d. k. Forst-Akademie St. Petersburg. 

,, „ Baillon H., Prof. d. Naturg. a. d. med. Fac. Paris. 

„ „ Bain Dr. Mac, Marine-Arzt Edinburgh. 

„ „ Balfour Dr. Hutton, Prof. 27, Moorleith Row. Edinburgh. 

20 K „ Balsamo Crivelli Gius. nob., Prof. d. Naturg. Pavia. 

„ „ Bamb erger Georg, Apotheker, Schweiz . . Zug. 

„ „ Barbosa du Bocage, Direct. des zool. Mus. Lissabon. 

„ „ Barker Dr. John, Mus. Coli, of Surg. . . . Dublin. 

,, „ B arm an n Dr. F Rhodus. 

„ Bartling Dr. Fr. Th., Prof. und Hofrath . . Göttingen. 

„ ,, Bary Dr. A. de, Prof. d. Bot. a. d. Univers. . Strassburg. 

„ „ Bat es II. W., Esq., Bartholomew-Road, N. W. London. 

„ „ Bei gel Dr. Hermann Jarocin. 

„ , v Beiing Theodor, Forstmeister am Harz . . Seesen. 

30 n » Bellardi Luigi, Prof. der Naturgeschichte . Turin. 

„ „ Bendella Aristides v., Dr. d. M., Primararzt Jassy. 



HitgUtdtl V'M M|( lllii'- Ii 



\l\ 



P, T. Ben itnieti Dr. G., Bsq Sidney. 

BerohoD l>r. Einest, Direct. (Gironde) . . . Panillac. 

, „ Berel au Felix, Prof. am Polyteoh. G. Labiin Paiawy. 

„ Berggren Sven Land. 

R n Bergh Dr. Bad., allg. Krankenfa Kopenhagen. 

„ „ Betta Edoardo. Nobile de Verona. 

„ „ Beuthin Dr. Heinrich, Aloxanderstrasse 5. . Rambarg. 

„ „ Bianconi Dr. Josef Bologna. 

40 „ „ Bigot Jacq., nie de Louxembg. 27 .... Paris. 

R N Binney W. G Philadelphia. 

B „ Blanchard Dr. Emil, Professor, Mus.-Dir. . . Paris. 

*„ „ Blanche t Cb Lausanne. 

B „ Blau Dr. Otto, Consul des nordd. Bundes. . . Serajewo. 

„ „ Bleeker Dr. Peter, hol]. Oberst- Stabsarzt . . Leyden. 

„ „ Boeck Christ., Prof. an der Univers. . . . Christiania. 

„ d Bolle Dr. Karl Königsberg. 

„ „ B omni er Dr. J. E., Conservat. am bot. Gart. Brüssel. 

„ „ Bonizzi Dr. Paul, Prof. an der Univers. . . Modena. 

50 n n B onor den Dr. H. F., Rgts.- Arzt, R. B. Minden Herford. 

„ „ Bonvouloir Contc Henri, Rue de l'universite 15 Paris. 

„ „ Botteri ^Matthäus . .* Orizaba. 

„ n Boutclou Don Esteban, Ingeniero de Montes, Sevilla. 

„ „ Bowring John j., Esq London. 

„ „ Brandt Johann Friedr., k. Mus. -Direct. ... St. Petersburg. 

„ „ Braun Dr. Alexander, Prof. der Botanik . . Berlin. 

n „ Brehm Dr. Alfred Berlin. 

„ „ Bremer Otto, Conservator der entom. Ges. . St. Petersburg. 

„ „ Brendegani Vine. , Rect. d. Kirche St. Rochus Verona. 

60 n r, Bosch niak Nik., Vikar d. serb. Klosters in . Grabovacz. 

„ „ Bretschneider Dr. Ed., Arzt d. k. russ. Ges. Peking. 

„ „ Brot Dr. A., Prof., Malagnou 6 Genf. 

„ „ Bruce Dr. Samuel, Esq. 43 Kensington Garden 

Square London. 

„ B ruh in P. Th. (Belm. Schulthess Zürich) Wisc. Neu-Cöln. 

„ „ Bruyn Arie Johannes de, Regimentsthierarzt . Zütphen. 

„ n Buchenau Dr. Fr., ord. Lehr. a. d. Bürgersch. Bremen. 

,, „ Buchinger Dr. F., Direct. des Waisenhauses Strassburg. 

„ „ Burmeister Heinrich, Thüringen Arnstadt. 

„ „ Burmeister Dr. Herrn., Dir. d. naturh. Mus. . Buenos Ayres, 

70 „ „ Buschmann Eduard, Professor in Chile . . Osorno. 

„ „ Buse L. H. bei Arnheim Renkom. 

„ „ Busk Dr. George, Linn. Soc Secret. , F. R. S. 

Harvey Str. 15 or Burlington-house .... London. 

„ „ Cabanis Dr. Joh. Lud., Custos am k. Museum Berlin. 

c* 



XX 



Mitglieder- Verzeiclmiss. 



P. T. Herr 



80 



PO 



100 



110 



Canestrini Dr. Johann., Prof. an d. Univ. . Padua. 
Ca rp enter Dr. Will. Benj., F. R. S. 8. Queens- 

Road Primrose hill. . . London. 

Carte Dr. Alex. Dir. of the Mus. R, Soc. . . Dublin. 

Caruel Theodor, Professor - . . . Pisa. 

Carus Dr. Victor v., Professor Leipzig. 

Castracane clegli Antimineli Francesco 

Conte Fano. 

Celi Dr. Hector, Prof. u. Dir. d. k. bot. Gart. Modena. 

Cesati Baron Vincenz, Dir., Prof. d. Botanik. Neapel. 

Che vreul Mich., Prof., Adm. d. Mus. d'hist. nat. Paris. 

Chiari Gerhard, k. k. Vice-Consul Alexandrien.* 

Clcghorn H., Forstdirector ....... Madras. 

Cohn Dr. Ferdinand, Prof. d. Bot. a. d. Univ. Breslau. 

Colbeau Jules, chaussee de Wavre 178 . . . Brüssel. 

Coldham James G., Dir. of Christch. school. Cawnpore. 

Collett Robert, Cand. phil. b. Christiania . . Horaansby. 

Conrad P., Schiffscapitain Bremen. 

Comalia Dr. Emil, Dir. d. städt. Mus. . . Mailand. 

Con mounduros Alexander, Minister- Präsident Athen. 

Cox C. James, Dir. d. naturhist. Mus. . . . Sidney. 

Crosse H., Rue Tronchet 25 Paris. 

Dana James (Connecticut) New-Haven. 

Darwin Charles Farnborough Hants. 

Davidson Dr. George, W., 13. Union-Place . Edinburgh. 

Davidson Thomas London. 

Davis Dr. Arthur Elson , Cambers Bridge St. Manchester. 
De Candolle Alphons, Professor der Botanik 
Degenkolb Herrn., Rittergutsbesitzer bei Pirna 
Deshayes Dr. G. Paul, Prof., Place royal 18 
Desmoulins M. Ch., Präs. d. S. Linneenne . 
Desnoyers Johann, Bibliothecaire du Mus. . 

Desplanche Emil, Marine-Arzt 



Genf. 

Rottwerndorf. 
Paris. 
Bordeaux. 
Paris. 

Neu-Kaledonien. 



Deventer S. v., Resident Java. 

Dietrich Kaspar, Cust. am eidgen. Polyt. . Zürich. 

Dingler Herrn., Dr. Med., Rhein-Baiern . . Zweibrücken. 

1) oderlein Dr. Pietro, Prof. an der Univers. Palermo. 

Dohm Dr. Anton, Vorstand d. zool. Station . Neapel. 

Dünitz Dr. Willi., Assist, am naturbist. Mus. Berlin. 

Dohm Dr. Heinrieh, Stadtrath Stettin. 

Dohm Dr. Karl A., Präs. des entom. Ver. . Stettin. 

Dotzauer J. B., Glashüttenstrassc 107 . . . Hamburg. 

Douglas J. W., Esq London. 

Douille August, Marine- Wundarzt, Martinique St. Pierre. 



Mit^liiMli-i \ . r 'i«ic]iiii 



\XI 



ChfOSte-Httlshoff Ferdinand, Froih. von . . Munster. 

Dumorl ier Put I cau, l>r. Karl lim el. 

Du Kien W, N., ('<>ii.<tv. an »I. I iil»! iothek . Leyden. 

Eedon F. W. van Harbin 

Bffeodi Ibrahim. Dr. d. Med.. Oberst . . . Syrien. 

Ehrenberg Christ. (JottIV., Dr., Professor . . Berlin. 

Bichl«! Dr. A. W., Prot. «1. Bot. a. d. Univers. Kiel. 

Ellein ieder Dr. C. v , ( MV. d. Gez«>ndheit, Java Buitenzorg. 

Eliot Karl W.. Prof. Boston. 

Elliot Walter, Präsident«. -hafts-Mitglied . . Madras. 

Emery Med. Dr. Carl, Strada earozzicri PI Neapel. 

En gel in an u Dr. Georg, Nordamerika . . . St. Louis. 

Engler Dr. Adolf, Custos am k. Jlerbar . . München. 

Erscholl' NicoL, Wassili Ostroff 12, Lin. 15 Haus St. Petersburg. 

Es mark Lauritz, Vorstand des naturli. ]\Ius. . Christiania. 

Eulenstein Theodor, Ob.-Lüssnitz bei . . . Dresden. 

Fahrer Dr. Johann, k. Stabsarzt München. 

Fairmairc Leon, Directenr d« Phopital St. Louis Paris. 

Falk Dr. Alfred, an der Universität . . . . Lund. 

Farn int z in Dr. A., Professor St. Petersburg. 

Farie James, Secr. geol. Soc. Andersonian Univ. Glasgow. 
Ferreira Manoel Lagos, Vice-Präsidcnt des 

hist.-geog. Institutes Rio du Janeiro. 

Finsch Otto, Curator am zool. Museum . . Bremen. 

Fischer von Waldheim Dr. Alexander, Prof. Warschau. . 

Fischer Dr. Karl, Arzt Aukland. 

Flor Dr. Gustav, Prof an d. Univ Dorpat. 

Flügel Dr. Felix, General-Consul Leipzig. 

Focke Dr.. W. 0., alter Wall 4 Bremen. 

Förster Dr. Arnold, Prof. a. d. höh. Bürgersch. Aachen. 

Förster Heinrich, hochw. Fürstbischof . . . Breslau. 

Fointaine Cesar, Naturalist. Prov. Hainanl Papignies. 

Fontaine Julius de la, Cons. du Muse'e belg. Gand. 

Forel Dr. August, ('an ton Wand Morges. 

Forst Gr., Kaufmann Halberstadt. 

Fournicr Dr. Eug., Gen. See. d. Soc. bot. de 

France, Eue de Seine 72 Paris. 

Fraas Dr. Oskar Fr., Urbanstr. 13 .... Stuttgart. 

Frey Dr. Heim., Prof. a. d. Universität . . . Zürich. 

Friedländcr Dr. Julius Berlin. 

Fries Dr. Elias, Prof. an der Univers. . . . Upsala. 

Fries Th. M., Adjunct a. d. Univers. . . . Upsala. 

Frie stadt IL F., Adjunct an der Univcrs. . . Upsala. 

Frietze B., Apotheker, Reg. -Bez. Oppeln . . Rybnik. 



XXII 



Mitglieder- Verzeichniss. 



P. T.Herr Garcke Dr. Aug., Prof. u. Cust. am k. Herbar Berlin. 

» „ Geleznow Dr. N. v., Dir. d. Landw.-Akad. . Moskau. 

16ö „ „ Gemminger Dr. Max, Adjunct am zool. Mus. München. 

„ n Gernet Karl, R. v., k. r. Staatsrath .... St. Petersburg. 

n » Gerstäcker Adolf, Dr. d. M., Custos a. k. Mus. Berlin. 

„ „ Giraud Josef, Dr. der Med., Rue Turrene 104 Paris. 

„ „ Göppert Dr. Heinr. Rob., geh. Med.-Rath . . Breslau. 

„ n Gomez Dr. Ber. Ant., kön. port. Leibarzt . . Lissabon. 

„ n Gonzenbach J. Guido, Prof. Smyrna. 

„ „ Gr äffe Dr. Eduard, am Mus. GodefFroy . . Hamburg. 

„ „ Graells, D. Mariano de la Paz, Dir. d. z. Mus. Madrid. 

„ „ Grat h wo hl Wilhelm Fidelis, Grosshändler . München. 

170 „ n Gray Asa, Prof. a. d. Howard College . . . Cambridge. 

„ „ Gray Johu Edw., Director am britisch. Mus. London. 

„ „ Grube Dr. Ed., k. russ. Staatsrath, Prof. . . Breslau. 

n » Guarmani Carlo Paris. 

„ „ Günther Dr. Albert, am brit. Museum . . . London. 

„ „ Guirao, Don Angel. Dir. del Istituto a . . Murcia. 

n „ Haast Dr. Julius, d. Z Dresden. 

„ „ Haeckel Dr. Ernst, Prof. d. Zool. a. d. Univ. Jena. 

„ „ Haelsen G., Kaufmann (pr. Adr. W. Koltze 3 kl. 

Burstah, Hamburg) London. 

„' „ Hagen Dr. Hermann, Prof. a. Mus. zu Boston Cambridge. 

180 „ „ Hammers c hm i dt, Prof. (Abdullah Bey) Obrist 

u. Dir. d. Mus. d. link. Mil.-Med.- Schule Galatha Constantinopel. 

„ „ Hampe Dr. Ernst Blankenbg. a. Harz. 

„ „ Hance Dr. M. H. F., H. B. M. Esqu. Vice.-Cons. Whampoa. 

„ „ Hanley Syl., Hanley-Road 1. Hoarseway Rise London. 

„ ,, H an stein Dr. Joh., Prof. d. Bot. a. d. Univ. Bonn. 

„ „ Harold Edgar Freih. v., Major a. D.,Barerstr. 52 München. 

n „ Harttn an n Karl, Schweden Oerebro. 

„ „ Hartwig Dr. Leonhard Valparaiso. 

„ „ Harz Dr. Carl, Doc. a. Polytechn München. 

„ „ Haskins Dr. Alfred L., 08 Boylston Street . Boston. 

190 „ „ Hasskarl Dr. J. K., Rheinpreussen .... Cleve. 

„ „ Hauser F., Stud., Winklerstrasse 35 ... . Nürnberg. 

„ „ Haussknecht Dr. Karl, Prof. der Botanik . Weimar. 

„ „ Heaphy Ch. D., Ingenieur Aukland. 

„ „ Hedemann Willi, v., k. russ. Stabs - Capitain 

im 13. Regiment Tiflis. 

„ „ Hedenus Th., Apotheker bei Leipzig . . . Neuraudnitz. 

„ „ Heer Dr. Oswald, Prof. an der Univers. . . . Zürich. 

„ „ Heger Rud., Pharmaceut, Canton Bern . . . Bienne. 

Heldreich Dr. Theodor v., Dir. d. bot. Garten Athen. . 



Mit-limloi Yor/.riihniH 



WIM 



Heller v. Hellwald Friedr., Red. d. Ausland Stuttgart. 

Benriol Josef, Marine- Wnndaril Besancon. 

Henry Josef, Prof. und Seeretair des Smiths. 

Institutes Washington, 

He ns che Dr. A., Mitteltragheini 9 .... Königsberg. 

Heu sei Dr. Reinhold Berlin. 

Herder Dr. F. v., Bibliothekar a. k. bot. Garten Petersburg. 

Herrich-Sobaffer Dr. G. A.. k. Gerichtsarzt Regensburg. 

Heurck Henri v.. Prof. Antwerpen. 

Hewitson Will. C. Esq., Oatlanda .... Waybridge. 
Heyden Lue. v., Hanptm. a. D., Schlosstr. 54 

Bockenheim bei Frankfurt a. M. 

Heynemann F Frankfurt a. M 

Hiendlmayr A., Kaufmann, Weinstrasse 11 . München. 
Hieronymus Georg F., Assist, an der Univ., 

Arg. Rep Cordova. 

Hildebrand Dr. F., Prof. d. Bot. Breisgau . Preiburg. 

Hille Dr. Louis, Hessen Marburg. 

Hoeme Alfons, Wettinerstrasse 19 .... Dresden. 

Hoffmann Dr. Hermann, Prof. d. Bot. . . . Giessen. 

Holding J. C, Gutsbcs., Räcknitzstr. 9. III. St. Dresden. 

Hopffer Dr. C, Custos am k. Museum . . Berlin. 

Hub er Christ. Wilhelm, k. k. Ministerialrat!) . Cairo. 

Hugo Wenzel. Conrector, }>r. Sehl es Hirschberg. 

Kunibert Alois v., 11 Rue de l'Hötel de Ville Genf. 

Huxley Thom. Henry, Dr. Mus. econom. geol. London. 

Ilse Dr., Com.- Oberförster, bei Stettin . . . Hohenheide. 

Irigoya Don Simon, Dircctor des Museums . Lima. 

Jablonowsky Dr. Ladislaus Constantinopel. 

Jablonski Max, Gutsbesitzer Berlin. 

Jäckel Johann, Pfarrer, Baiern Windsheim. 

Jäger Dr. A., Apothek., Baden Freiburg. 

Jakob Josef London. 

Jan i sch Karl, Hüttendirect. bei Seesen, Harz Wilhelmshüttc. 

Javct Charles, Eue Jean-Bologne 13 a Passy . Paris. 
Jeffreys J. Gwyn, 25 Devonsh. Porti. PI. 

Wimpole Str London. 

Jessen Dr. Karl F. W., Prof. der landwirth. 

Lehranst. (Pommern) Eldena. 

Jikeli Karl, Oranienstr. • > Berlin. 

Jonsson Job., a. d. Univers Upsala. 

Joseph Dr. Gustav, neue Antonienstr. 6. . . Breslau. 

Kahil Anton, k. u. k. österr. Vice-Consul . . Damiette. 

Kaltenbach J. H., Prof Aachen. 



XXIV 



Mitglieder- Verzeickniss. 



P. T. Herr Kawall J. H., Pastor in Kurland Pussen. 

n „ Kays er J. Georg, Architekt, Niedenau 13 . . Frankfurt a. M. 

240 „ „ Kayserling Graf Eugen, Jakobskirchen b. . Görlitz. 

,. „ K ef er stein A., Gerichtsrath Erfurt. 

„ Kinberg Prof. Joh. Gust Stockholm. 

„ „ Kirch enpau er Dr., Senator, Bürgermeister . Hamburg. 

n n Kirschbaum, Prof. C. L Wiesbaden. 

» Klenk Alexander Stefan, Strasse Selarilora . Bukarest. 

» » Knorring, Freih. v., k. russ. Gesandter . . Haag. 

„ „ Koch Dr. Karl, Professor Berlin. 

„ .. Koch Dr. Ludwig, pract. Arzt Nürnberg. 

„ „ Kock J. v., k. Maj., Gelderl. b. Nym wogen . Hess. 

250 „ „ Ko erber Dr. G. W., Prof. Breslau. 

Kölliker Dr. Albert, Prof. an der Univers . Würzburg. 

Könitz Leon, Dr. der Med Warschau. 

„ „ Kör nicke D. Franz, Prof. in Poppelsdorf bei Bonn. 

Kraatz Dr. G. , Vorst, d. ent. V., Linkst?. 28. Berlin. 

„ Kraus Dr. Ferd., Prof., Archivstr. 1 . . . . Stuttgart. 

„ „ Kraus Herrn., Cand. med.. Neckar- Vorst. 10 . Tübingen. 

„ „ Krcfft Gerard, Secretär d. naturhist. Mus . . Sidney. 

„ ,, Krempelhube r Dr. A.v., k.Frstm., Amalienstr.3 MüJichen. 

„ Kriechbaumer Dr. Josef. Adj. a. k. zool. Mus. München. 

2ti0 „ „ Krüper Dr. Theobald, am Museum .... Athen. 

- Kuczuran Dr. Georg v., pract. Arzt .... Jassy. 

„ „ Kühn Dr. Julius, Direct. des landw. Inst. . . Halle. 

„ ,, Küster Dr. H. C Bamberg. 

„ „ Kuhn Dr. Max, Michaelerkirchplatz 2 . . . Berlin. 

„ „ Kurz Sulpiz, Gustos am bot. Mus Caleutta. 

„ „ Laboulbene Alexander, Prof., Eue de Lille 11 Paris. 

„ „ Lancia Fried., Marquis, Duca di Castel Brolo, 

Secret. der Akademie d. Wissensch. . . . Palermo. 

„ „ Lander er Fr. X., Apotheker Athen. 

„ „ Landolfi Nik., Ritt, v., Prof. an der Univers. Neapel. 

270 „ Lange von, Hofr., Chef der Telegrai.-Stat. . Odessa. 

„ Lange J. Carl, k. k. ö. Gcsandtschafts-Secretair Athen. 

„ „ Lavizzari Dr., Cant. Ticino Mendrisio. 

„ „ Layard E., Secret., Südam Para. 

„ „ Lea Isaac, Präsid. d. Akad. of hat. scienc. . . Philadelphia. 

„ „ Le Comte Theopk., bei Brüssel Lesines. 

„ .. Le Conte Dr. John, cor. Secr. d. Ac. of. nat. sc. Philadelphia. 

„ „ Leibold Dr. Friedrich, Apotheker Santiagio. 

„ „ Leidy Dr. Josef, Prof. Philadelphia. 

„ „ Le Jolis Auguste, Präs. d. nat.-hist. Vereines Cherbourg. 

280 ^ n „ Lcsko Dr. C. Robert, Prof. d. engl. Sprache Constantinopel. 



MitgU«d«i - \ «T/.i'it liniHs. 



XXV 



F. Herr Leuckart Dr. Rudolf, Prof. a. d. Univers. . Leipzig. 

n Lbljeborg Prof. Dr, Wilh üpsala, 

„ Lindoman Dr. Eduard, R. v., HolVath . . . Elisabethgrod. 

„ Lindig Alezander, Pragerstrasse 11 ... . Dresden. 

„ Linhart Dr. Wenzel, Prof Würzburg. 

Lischke Hr. C K.. geh. Regier.-Kath . . . Elberfeld. 

„ Lobs eb eid Dr. W. S., b. Bunzlau fr. Schlesien Gnadenberg. 

. Loch mann Johann, Magister der Rharmaeie Jassy. 

Loebiscfa Dr. Wilhelm, Neckar- Vorstadt 11 A Tübingen. 

n Loga n M. Thomas, Es<|. Californ Sacramento. 

Lorentz Dr. Paul Günther, Univ.-Prof., arg. Rp. Cordoba. 

„ Loscos y Bemal, Senor Don Castel Serao. 

. „ Loven Dr. S., Prof. Stockholm. 

„ Low Dr. Herrmann, Kealschul-Dir. a. D. . . Guben. 

„ Löw Dr. Ernst, Dessauerstrasse 5 Berlin. 

„ Lud er s Dr., Arzt Valparaiso. 

h Lütke n Dr. Ch. Friedr., am k. Mus Kopenhagen. 

„ ])^ac Lachlan F. Robert, Esq. 39 Limes Grove 

Lewisham S. E London. 

„ Macnaugthon Henri Edinburgh. 

„ Magnus Paul, Bellevuestr. 8 Berlin. 

„ Malinovsky von, kais. türk. General . . . Constantinopel. 

„ Malm A. W., Intendant am naturh. Mus. . . Götheborg. 

„ Malz ine F. de, rue de Moulin 11 .... Brüssel. 

„ Mander stier na Alex., k. General b. Warschau Radom. 

„ Manzoni Dr. Angelo, b. Bologna Lugo. 

Markusen Dr. Prof. Hofrath, Lüttichaustr. 10 Dresden. 
„ Martens Dr. Ed. v., Custos am Mus., Blumen- 

strasse 24 Berlin. 

„ Martins Charles, Prof. u. Dir. d. bot. Gart. . Montpellier. 

„ Mayer Heinrich, Grosshändler Trondhjem. 

„ Maximowicz Carl, Colleg. R St. Petersburg. 

„ Medem Niki., Freih., k. r. Gen. d. Artillerie . St. Petersburg. 

„ Meissner Karl Fried., Prof. a. d. Univ. . . Basel. 

„ Mene ghini, Dr. Jos. Cav., Prof. Pisa. 

„ Mengelbier Wilh., Kaufmann Aachen. 

„ Merian Thurneisen Dr. Pet., Rathsh. Prof. Basel. 

* Merk Karl, Stud München. 

„ Meves W., am köngl. Mus Stockholm. 

„ Meyer H. Adolf, Grosshändler Hamburg. 

„ Meyer Dr. Karl, Assistent am eidgen. Polyt. Zürich. 

„ Mieg, Don Fernando, Prof. de Hist. nat. . . Bilbao. 

„ Milde C. J., Maler Lübeck. 

„ Mi Ine Edwards Alph., Aide nat. naturh. Mus. Paris. 
. B. Ges. ß. XXIH d 



XXVI 



Mitglieder- Verzeichniss. 



P. T.Herr Mniszeeh Georg Graf v., Rue Balzac 22 . . Paris. 

„ „ Möbius Dr. Karl, Prof. der Univers Kiel. 

„ „ Mo e st a Dr. Friedr., an d. Sternwarte, Chile . Santiago. 

„ „ MoestaDr. Otto, Ingenieur, Chile .... Santiago. 

„ „ Mohnike Dr. 0. G., Gesundheitsoffiz. Java . Surabaja. 

„ „ Möller J. D., bei Hamburg Wedel. 

„ „ Moore Dr., Dir. R. bot Gard Dublin. 

330 „ „ Moore Thora. J., F. L. Ph. S. Cur. a. Derby Mus. Liverpool. 

„ „ Mo quin Dr. Tandon, Gaston Paris. 

„ „ Morawitz Aug., Cust. d. ent. Abth. d. zool. Mus. St. Petersburg. 

„ „ Morawitz Dr. Ferd., Wosnessensky-Prosp. 33 St. Petersburg. 

„ „ Mörch 0. A., am k. Museum Kopenhagen. 

„ „ Morren Ed., Prof. und Director Lüttich. 

„ „ Mosling Svend, Adj. an der Realschule . . Trondhjem. 

„ „ Mousson Alb,, Prof., Zeltweg Zürich. 

„ „ Müller Albrecht, Prof., Secr. d. naturf. Ges. . Basel. 

„ „ Müller Ernst, pr. Schlesien bei Namslau . . Mittel- Wilkau. 

340 » n Müller Dr. Ferdinand, Direct. d. bot. Gart. . Melbourne. 

„ „ Müller Dr. Hermann, Oberlehrer Lippstadt. 

„ „ Müller Dr. Karl, Barfüsserstr. 8 Halle. 

„ „ Müller Karl, Rector a. d. lat. Schule . . . Trondhjem. 

„ Müller Dr. N. J., Prof. d. Forst.-Akad. . . Minden. 

„ „ Muirhead W., Missionär Shanghai. 

„ „ Mulsant E., Stadtbibliothekar Lyon. 

„ „ Naegeli Dr. Heinrich, pract. Arzt .... Rio de Janeiro. 

„ „ Nägeli Karl, Prof. d. Bot. a. d. Univers. . . München. 

„ „ Naumann Alexander, Sachsen Zittau. 

350 „ „ Neubauer Joh., S. J. Nordwood, Austral. . Adelaide. 

„ „ Neustadt August, Kaufmann ...... Breslau. 

„ „ Newmann Edward, 7 York Grove PeckhamS.E. London. 

„ „ Nietner John, Gutsbesitzer auf Ceylon . . Rambodde. 

„ „ Nietschke Dr. Theod., Dr. d. Bot, Westphal. Münster. 

„ „ Nolken Baron J. H. W., Ins. Oesel b. Riga . Pichtendal. 

„ „ Notaris G. de, Prof. d. Botanik Rom. 

„ „ Nylander Dr. Wilh Paris. 

„ „ Oehl E., Dr. d. Med., am Collegium Ghisliere Pavia. 

„ „ Ohlert Dr. E., Conrector an d. Burgschule . Königsberg. 

360 „ „ Ornstein Dr. Bernard, Chefarzt d. gr. Armee . Athen. 

„ „ Osten-Sacke n Karl Robert, Freih. v. . . . Washington. 

„ „ Oulianiui B., Soc. des Amis d. 1. nat. . . . Moskau. 

„ „ Owen Richard, Esq. Prof., britt. Mus. . . . London. 

• „ „ Packard Dr. A. S., Esq Salem. 

„ „ Pancic Dr. Josef, Prof d. Naturg. am Lyceum Belgrad. 



HltflitdtT' Vor/oiclini.- 



\\\ II 



P. T. Herr Pardozy Saströn Senor Don Castcllote. 

„ „ Pariatore Filippo, Prof., Dir. d. bot Mus. . Floren/. 

„ „ Pas quäle Josef, Prof., Strada anticilia 13 . . Neapel. 

„ „ Passerin i Dr. Giovan., Prof. d. Bot. a. d. Univ. Parma. 

370 n „ Patze C. A., Stadtrath und Apotheker . . . Königsberg. 

„ „ Paul Valentin, geolog. Surv Calcutta. 

„ „ Paul sen Don Ferd., Chile Santiago. 

„ Pavesi Dr. Peter, Prof. am Lyceum .... Lugano. 

r „ Perez Areas, Don Laur., Prof. der Zoologie . Madrid. 

„ „ Perty Dr. Max, Professor, Marzillethor . . . Pein. 

„ „ Peters Dr. Karl W. , Prof. u. Dir. a. k. Mus. Berlin. 

„ „ Peters Wilhelm, b. A. Hirschwald, Buchh. . Berlin. 

„ „ Pfeiffer Dr. Ludwig Cassel. 

„ „ P fitzer Dr. Ernst, Prof. d. Botanik .... Heidelberg. 

3S0 „ „ Philippi Dr. R. A., Direct. und Profess. . . Santiago. 

„ „ Pirazzoli Eduard, Ingenieur Imola. 

„ „ Ploem Dr. Jakob, k. Gouv., Arzt auf Java. . Tjandjur. 

„ „ Preudhomme de Borre Alfred, Mus.-Secret. Brüssel. 

„ „ Pringsheim Dr. N., Prof. Bendlesrtr. 13 . . Berlin. 

„ „ Prodi aska H. F Constantinopel. 

„ „ Purchas Arth., G. Rever Aukland. 

„ n Puton Dr. A., Vosges depart Remiremont. 

„ „ PuxtyW. C, Lehrer, Erdington Orphanage . Birmingham. 

„ „ Quetelet Dr. A., Secr. d. k. Akademie . . . Brüssel. 

390 „ „ Raben Ii or st Dr. Ludwig Dresden. 

„ „ Radcliffe Grote Aug., Esq., Cur. of ent. Soc. Buffalo. 

„ „ Radde Dr. Gustav, Direct. des Mus Tiflis. 

„ „ Radlkofer D. Ludw., Prof. f. Bot. a. d. Univ. München. 

„ „ Ransonnet Vill. Eug., Freih. v., k.k. Leg.-Secr. München. 

„ „ Rasch Halvor H., Prof. Christiania. 

„ „ Raskovich Michael, Prof. am Lyceum . . . Belgrad. 

„ „ Reess Dr. Max, Prof. d. Botanik a. d, Univ. . Erlangen. 

„ „ Regel Dr. Eduard, a. k. botan. Garten . . . Petersburg. 

„ „ Rehm Dr. H., Arzt, Mittelfranken Windsheim. 

400 „ „ ReichenbachDr.H.G.L., geh. Hofrath u.Prof. Dresden. 

„ „ Reinhard Dr. Her., Med. -Rath, Johannisgasse Dresden. 

„ „ Reinhardt Joh. T., k. Professor Kopenhagen. 

„ „ Reinhardt Dr. Otto, Oranienstrasse 45 . . . Berlin. 

„ „ Renard Dr. Karl von, Secr. d. nat. Gesellsch. Moskau. 

„ „ Ribbe Heinrich, Naturalist, Barutherstr. 11 . Berlin. 

„ „ Ri chi ardi Dr. Sebast., Prof. d. Naturg. d. Univ. Bologna. 

„ „ Ried Dr. Arzt, Valparaiso. 

„ „ Riehl Friedrich, Oberzahlmeister Kassel. 

„ „ Roberts Alfred Esq., Dr Sidney. 

d* 



XXVIIT 



Mitglieder- Verzeichnis. 



410 P. T. Herr Robertson David, 4 Regent Park terrace . . Glasgow. 

„ „«, Röder Victor von, Oeconom, Herzogth. Anhalt Hoym. 

„ „ Römer Karl 

„ „ Römer Karl, Rhpr., Neustrasse 861. A . . . Eupen. 

„ „ Römer Dr. Prof. Ferd Breslau. 

„ „ Rösler Dr. Carl Friedr. Herrn., Prof. . . . Rostock. 

„ R olli Dr. Ettore, Prof. d. Bot. a. d. Univ. . . Rom. 

„ „ Rondani Dr. Camill, Cav., Prof. a. d. Univ. . Parma. 

„ „ Rosenhauer Dr. W. G., Prof. Erlangen. 

„ ,. Rostafinski Josef, Phil., St. Thomasplatz 5 Strassburg. 

420 „ „ Rüppel Dr. M. Ed Frankfurt a. M. 

„ „ Rütimeyer- Frankhausen Karl L., Prof. . Basel. 

„ „ SaccardoPier Andrea, Prof. d. Botanik . . Padua. 

„ „ Sachsl Leopold, k. u. k. Vice-Consul . . . Prevesa. 

„ „ Sadebeck Dr. R., Gynm.-Lehrer, Besselstr. 17 Berlin. 

„ „ San d berger Dr. Fridolin, Prof. d. Mineralogie Würzburg. 

. „ „ Sander Dr. Julius, Arzt a. d. Charite . . . Berlin. 

„ „ Sars Dr. Mich., Prof Christiania. 

„ „ Saunders Sidney Smith Esq.,brit.Gen.-Cons. Corfu. 

„ „ Saussure Henri de, City 24 Genf. 

430 „ „ Schäffer Ignaz Ritter v., Kanzlei-Direct. d. k. 

österr. Gesandtschaft und Gen.-Consul-Stellv. London. 

„ „ Schaufuss L. W., Naturalist, Wettinerhof . Dresden. 

„ „ Schenk A., k. Professor, Nassau Weilburg. 

„ „ Schenk A., Hofrath, Dr. und Prof. der Bot. . Leipzig. 

„ „ Schieferdecker, Dr. der Med Königsberg. 

„ „ Schierbrand Curt Wolf v., General, 2. I. 

Johannisplatz Dresden. 

„ „ Schiff Dr. Moriz, Prof. a. d. Hochschule . . Florenz. 

„ „ Schilling Hugo, Custos am zool. Museum. . Hamburg. 

„ „ Schimper Dr. W. Ph., Prof. Strassburg. 

„ „ Schiödte J. C, Prof. u. Custos am k. Museum Kopenhagen. 

440 „ „ Schlegel Hermann, Direct. des zool. Museums Leyden. 

„ „ Schlerka Joh., k. k. p. Med. Regie-Dir. . . Verona. 

„ „ Schliephake Karl, Direct. d. ehem. Fabrik, 

Mannsfelder Seekreis Ober Röblingen. 

„ „ Schmeltz Dr. E., Custos am Mus. Godeffroy Hamburg. 

„ „ Schmid Anton, Handlungsbuchhalter . . . Frankfurt a. M. 

„. „ Schmidt Dr. J. F. Julius, Dir. d. Sternwarte Athen. 

„ „ Schmitz Dr. Friedrich, Assist, d. Botanik . Strassburg. 

„ Schneider W. G., Dr. Phil Breslau. 

„ „ Schnitzer Dr., Sanitätsarzt. Albanien . . . Antivari. 

„ „ Schräder W. H. L., b. Siemssen et Comp. . Shanghai. 

450 „ „ Schübler Dr. Christ. Fried., Dir d. bot. Gart. Christiania. 



MltglliiT Viiitlnhili 



XXI\ 



4(50 



470 



480 



490 



T. Herr Äehnchardt Dr. C, l »i i . d. landw. bot. Gart 

1). Kfinigabg Waldau. 

h Scliüch lh\ G. de Capanema, Prof. .... Bio <l<- Janeiro 

„ Schüz Dr. Emil, pract. Arzt, Wiirtemberg Calw. 

„ Schultz Dr. Friodr. G., Klsass Weissenburg. 

H Schwager Conrad, k. Genlog, Marsstrasse :'>7 München. 

a Schweinfnrt Ur. Georg Berlin 

„ Sclater l'h. Luttley, See. zool. Soc. Hannov. Sq. London. 

„ Scott Alexander Walker, Esq., Australien . . Ash Island. 

„ Scott John, 37 Manor Grove Lee S. E. . . London. 

a Scott Robert Henry v., Scr. R. geol. S. of Irl. Dublin. 

„ Seebold Th., Ingenieur (bei Krupp) .... Essen. 

„ Segeth Karl Dr., Arzt, Chile Santiago. 

a Seidel C. F., Seminarstrassc 6 Dresden. 

„ Seidlitz Dr. Georg, Docent a. d. Univ. . . Dorpat. 

„ Selys Longchamps Bar. de, Sen., Mitgl. d. Acad. Liege. 

» Semper Georg, van d., Schmissen- Allee 5 . . Altona. 

n Semper Dr. Karl, Prof. an der k. Univ. . . Würzburg. 

„ Seoanne, Don Victor Lopez, Prof. d. Zool. . Ferrol. 

„ Sharpey Will., 33 WoburnPl. Rüssel Sq. 80 . London. 

„ Siebold Dr. Theod. v., k. Hofr., Prof., Karlstr. 1 München. 

„ Siegel C. H., Professor Athen. 

„ SignoretDr. Victor, Rue de Seine 51 . . . Paris. 

„ Simonsen Karl Ludw., Adj. an der Realsch. Trondhjem. 

„ Skinner Maj., Grosvenor Place Bath. 

„ Smith Fried., Esq., Custos brit. Museum . . London. 

„ Snellen v. Vollenhofen Dr. J. S., Conserv. Leyden. 

„ Solm s- Laubach Dr. Her. Graf, Prof. d. Bot. Strassburg. 

> Sousa Jose Augusto de, am Museum zu . . Lissabon. 

Frau Soutzo Marie Fürstin Durchl Moldau . . . Henzeschti. 

Herr Speyer Adolf, Dr. Fürstenthum Waldeck . . Rhoden. 

„ Speyer August, Fürstenthum Waldeck , . . Arolsen. 

B Staes Cölestin D, 9 Rue de 2 Eglises, 28 . . Brüssel. 

„ Stainton Henry, Mountsfield Lewisham S.E. bei London. 

„ Stal Dr. Karl, Prof. u. Intend. am k. Mus. . Stockholm. 

„ Stangenwald Dr. Hugo, Sandwichs-Ins. . . Honolulu. 

B Staudinger Dr. Otto, Villa Diana bei Dresden Blase witz. 

, Stearns Robert. E. C y . St. Francisco. 

„ Steenstrup J. Japetus Sm., Mus.-Director . Kopenhagen. 

„ Steiner Leon v., Dr. d. Med Bukarest. 

„ Sti erlin Gustav, Dr. d. Med Schaffhausen. 

w StimpsonW Philadelphia. 

„ St oll Dr. Franz, Arzt im deutschen Spitale . Constantinopel. 

„ StoliczkaDr. Ferdinand, Geol. Surv. . . . Calcutta. 



XXX 



Mitglieder-Verzeichniss. 



P. T. Herr Strasburger Dr., Prof. a. d. Univers. . . . Jena. 

„ „ Strobel Pelegrino v., Univers.-Prof. .... Parma. 

„ S tu der Dr. Bernhard, Prof., Inselg. 132 . . Bern. 

„ „ Sullivant William S., Nordamerika, Ohio . Columbus. 

„ „ Suringar Dr. W. F. R., Rector Leyden. 

„ „ Swinhoe Robert, Esq., Consul London. 

500 „ „ Syracusa Padre Giuseppe, Sup., Ins. Tinos . Lutro. 

„ „ Tachetti Karl Edler v., Beamt. beim Demanio Padua. 

„ „ Taczanowsky L., Conservator am Museum . Warschau. 

„ „ Tärczay Dr. Coloman Constantinopel. 

„ „ Targioni-Tozzetti Cav. Adolf, Univ.-Prof. Florenz. 

„ „ Tauber Eduard, stud. Chem. a. der Univ. . . Heidelberg. 

n » Terracciano Dr. Nicolo, Dir. d. k. Gart, zu Caserta. 

„ „ Theodori Dr. Karl, geh. Secr. u. Kanzleirath 

Sr. k. Höh. d. Herz. Max in Baiern .... München. 

„ „ Thomas Dr. Friedr., Real- Oberlehrer b. Gotha Ohrdruf!. 

„ „ Tomsen Allen, Prof. 3 College Court. High Str. Glasgow. 

510 „ „ Thorell Dr. Tamerlan, Doc. a. d. Univers. . Upsala. 

„ „ Thür et Gustav, Dep. des Alpes maritimes . Antibes. 

„ „ Tischbein, Oberförster, Preussen .... Herrstein. 

„ „ Todaro Agostino, Prof. Dir. d. bot. Gartens . Palermo. 

„ „ Troschel Dr. F. W., Prof. a. d. Unisers. . . Bonn. 

„ „ Tryon George W Philadelphia. 

„ Turner W., M. B. Prof. F. R. S. E. ... Edinburgh. 

„ „ Tyermann John S Engl. Falmouth. 

„ » Ungern- Sternberg Dr. Franz Freih. v. . . Dorpat. 

„ „ Uricoechea Don Ezech., Präsident der natur- 
wissenschaftlichen Gesellschaft St. Fe de Bogota. 

520 „ „ Uechtritz R. v., Klosterg. 1. e Breslau. 

„ „ Verrall G. H., the Mulberries Denmarkhill S. E. London. 

„ „ Veth Moritz, Fabriksbesitzer, Fürstenth. Reuss Gera. 

„ „ Visiani Robert de, Prof. u. Dir. d. bot. Gart. Padua. 

„ „ Vitorchiano P. Angelico da, Miss, apost. . Tinos. 

» » Vogt Karl, Professor Genf. 

„ Volger Dr. Otto Frankfurt a. M. 

„ „ Volxem Camill Van, Boulevard du Regent 32 Brüssel. 

„ „ Vullers Dr. D., Univ.-Prof. d. Orient. Sprache Giessen. 

„ n Walker Francis, am brit. Mus London. 

530 „ „ Wallace Alfred, Esq London. 

„ „ Waltl Dr., Professor Passau. 

„ „ Warming Dr. Eugen Kopenhagen. 

„ „ Weddel Hektor A Poitiers. 

„ „ Weinland Dr. David Fr., bei Urach . . . Hohenwittlingen. 

„ „ Weiser Dr. M. E., k. k. ottom. Bahnarzt . . Sophia. 



MHK'lit'Jor-Vt'rzoicliniss 



XXXJ 



P. T. Herr Weissbach Dr. Aug., Arzt a. öst.-ung. Nat.- 

Si>ital (Galatha Bend) Couitantinopel. 

„ „ Weis flog Bogen, bei Magdeburg SehOnbeck, 

„ a West Tuffen London. 

„ „ We sterlu nd Hr. Karl Agardh, Schweden . . Ronneby. 

540 n n Westwood John, Prof. a. d. Univers. . . . Oxford. 

„ „ Weyers Jesef Leopold, rue Persil. 3 . . . Brüssel. 

„ Wilde Sir Will., Vice-Präs. of the Irish Ac. . Dublin. 

„ „ Winkler Moriz, bei Neisse Giesmannsdurf. 

„ „ Winnertl Johann, Kaufmann Crefeld. 

h „ Wood-Mason J. Esq., Asst. Curator Ind. Mus. Calcutta. 

, „ Wright Dr. Percival, Prof. naturh. Trinity Coli. Dublin. 

„ Wright J. Strethül, Dr., Northumberl. Str. 55 Edinburgh. 

„ „ Zaddach G., Prof. d. Zool. und Mus. -Dir. . Königsberg. 

„ Zeller P. C, Prof., Griinhof nächst .... Stettin. 

550 „ „ Zickendrath Ernst, Chemiker Wiesbaden. 

„ „ Zimmermann Dr. Herrn., Lehrer der Naturg. 

a. d. höheren Bürgerschule, a/d Lahn . . . Limburg. 

„ „ Zirigovich Jakob, k. k. Vice-Consul . . . Adrianopel. 

„ „ Zuber H. P. Eduard, Bischof v. Augustovic . China. 

„ „ Zwiedinek Südenhorst Jul., Ritter von, 

k. und k. Gen.-Cons Beirut. 



XXXII Mitglieder-Verzeichniss. 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Ab solo n Dr. Wilibald, Herrschaftsarzt . . . Boskowitz. 

n » Adomovic Vicenz, Realschul-Prof. .... Zara. 

» „ Aic he Iburg Graf Raphael, Stud. am Gymnas. Seitenstetten. 

„ „ Altenberg Felic, Apoth., V.,Margarethenstr.75 Wien. 

„ „ Ambrosi Franz, Bibliothekar Trient. 

„ „ Andorf er Josef, Pharmaceut Langenlois. 

„ Anker Rudolf, Christ.- St., Fabriksgasse 155 . Ofen. 

„ v Antoine Franz, k. k.,-Hofgartendirector . . . Wien. 

„ „ Ar enstein Dr. Josef, Gutsbesitzer .... Gloggnitz. 

10 „ Fräul. Armatage Josefine, NÖ Neunkirchen. 

„ Herr Arneth Alfr. v., Dir. d. geh. Staatsarchiv.. . Wien. 

„ „ Aschner Theodor, Hochw., k. k. Gymn.-Prof. Tirnau. 

„ „ Äusserer Anton, Gymn.-Prof., Vorarlberg. . Feldkirch. 

„ „ Äusserer Carl, Prof. a. d. naut. Akad. . . . Triest. 

„ „ Aust Carl, Stud. jur., III. Posthorng. 7. . Wien. 

„ „ Bäbek Leop., Real.-Prof., Lerchenfeldstr. 50 . Wien. 

„ „ Bach Dr. Alexander, Excellenz, Africanerg. 6 Wien. 

„ „ Bachofen Adolf von Echt, Fabriksbes., Nr. 33 Nussdorf. 

„ » Bahr Liborius, Prof. a. d. Realschule Rossau Wien. 

20 „ „ Barbieux Aug., Rothenthurmstr. 18 ... . Wien. 

„ „ Bartsch Franz, k. k. Min. Concip. Salmg. 14 Wien. 

„ „ Bartscht Ambros, k. k. Official, Ottakring, 

Hauptstr. 9. II Hernais. 

„ „ Becker Dr. Franz, k. k. Ober-Stabsarzt. . . Krems. 

„ Benda Franz, Hochw., P. 0. Pr., VIII . . . Wien. 

„ „ Benkovic Ignaz, Pfarr., Croatien Karlstadt . Sipak. 

„ „ Berger Emil, Stud., Gonzagag. 5. II. ... Wien. 

„ „ Bergner Eduard, k. k. Landesgerichtsrath. . Zara. 

„ „ Bergen stamm J., Edl. von, II. Tempelg. 8 . Wien. 

„ „ B er mann Josef, Kunsthändl., Gartenbauges. . Wien. 

30 „ „ Bernfuss Gregor M., Serv.-Ord.-Pr. Post Melk Langegg. 

„ „ B er roy er Emil, Juwelier, Gumpendorferstr. 63d Wien. 

„ „ Berroy er Gustav, Juwelier, Gumpendorferstr. 63d Wien. 

„ „ Bertolini Dr. Stefan, Cust. am städt. Mus. . Trient. 

„ „ Betzwar Anton, St., IV. Favoritenstr. 17 . . Wien. 

„ „ Biesok Georg, Dr. d. Phil Wien. 



WWW 



V. T. Hm Bilimok Dominik, Direetor des k. Museum . Miramare. 

„ Birnb acher Josef, k. k.Concipist im Finanzmin. Wien. 

Bise hing Antun, Kealseliul-Prof., Wieden . . Wien. 

Bittnei Alex., Lelnamts-Cand., vi. Engelg. 8 Wien. 

10 H „ 1U a sich Josef, Hörer d. Philos., III. Bariehg. 14 Wien. 

i Bobies Franz, Bürgersehul-Dir., Pressg. 24 Wien. 

„ „ Boekh Georg, Dr. d. Med., Professor . . . Pressbarg. 

„ Boehm Josef, Dr. Phil. u. M., a. Univ. Prof. . Wien. 
„ „ Bohadsch Albert, VII. Lindeng. 4, 11 . . . Wien, 
n „ Bohadsch Otto, IV. Fleischmanusg. 8, 2 . . Wien. 
„ a Boller Adolf, Pharm., Seminarg. 270 . . . Krems, 
n Borbäs Vincenz, Prof. d. k. Oberrealsch., Fab- 
rikeng. 25 Pest. 

„ a Bosch an Dr. Friedrich, Doniinik.-Bast. 5 . . Wien. 

„ „ BosniackiDr. Sigmund v., Badearzt, Galizien Iwonicz. 

50 „ n Boue Dr. Ami, IV. Lamprechtsgasse 6 . . . Wien, 

n a Brandeis Albert, Grosshändler, Schottenbastei 4 Wien. 

Brandmayer Eduard, V. Schlossgasse 15 . Wien. 
„ „ Brassai Samuel, Dir. d. siebenb. Museum . Klausenburg. 
Brauer Dr. Friedrich, Custos am k. k. zool. 
Mus., Docent a. d. Univ., Wollzeile 23. . . Wien. 
„ „ Braun Ernst, Dr. d. Med., Kohlmarkt 11 . . Wien, 
a n BreidlerJ., Architekt, ob. Weissgärberst. 15 Wien. 
„ „ B rein dl Alfred, Stationschef der Südbahn, Heu- 
gasse 60 Wien. 

B Breite nloh ner J., Dr. d. Ch., Böhm. . . . Lobositz. 

n Brestel Dr. Kudolf, Exc Wien. 

00 a n Breunig Dr. Ferd., Prof. am Schott.-Gymn. . Wien, 

a n Bruck Otto, Freih. v., Mandelstr. 7 . . . . Graz, 
a a Brunner v. Wattenwyl Karl, k. k. Minist.- 

Eath, Theresianumg. 25 Wien. 

n „ Brusina Spiridion, Custos am Natur.-Museum Agram. 

„ „ Bryck Dr. Anton, Prof. der Chir Krakau. 

n » Buchmüller Ferdinand, Privat., Burgg. 108 . Wien. 

„ „ Bunz Franz, Hchw., k. k. Feldcapl. p. Nabresina Komen. 
a n Burgerstein Alfred, Assistent a. d. Lehrkanzel 

f. Pflanz. Anat., IX. Hörigasse 15 ... . Wien. 
„ Bursik Ferd., Hchw., Gymn..-Prof., Post Za- 

hradka, Böhm Wojslawitz. 

a „ Buschmann Ferd.. Freih. v., Hauptstr. 134 Währing. 

70 „ „ Canal Gilbert, Edler v Wien. 

„ „ Caspar Dr. Karl, Praterstrasse 10 .... Wien. 

B n Cassian Joh. Ritt. v.,Dir. d.D.-DampfschirTf.-G. Wien, 

a B Castel C. E., Ingen, d. k. k. priv. Staats.-Eis. Wien. 

Z. B. Ges. B. XXIII. e 



XXXIV 



Mitglieder- Verzeicbniss. 



P. T. Herr Chimani Dr. Ernst v., k. k. Reg.- Arzt der 

deutschen Garden, Rennweg 7 Wien. 

„ „ Chimani Karl, k. Rath, Exped.-Dir. im k. k. 

Obersthofm.-Amte, Schleifmühlg. 21 ... Wien. 

„ „ Chor nitzer Josef, I. Renngasse 4 . . . . Wien. 

„ „ Christen Severin, Hchw., Gymn.-Prof.,Kärnth. St. Paul. 

„ „ Chrobak Josef. Dr. med., Himmelpfortg. 6 . Wien. 

„ „ Chyzer Dr. Cornel, Zempliner Comitats-Phys. S. a. Ujhely. 

80 » Claus Dr. Karl, Prof. d. Zool. a. d. Univ. . . Wien. 

„ „ Coda Dr. Alexander, k. Kreisarzt Temesvar. 

„ „ Colloredo-Mannsfeldj Fürst Josef zu, Durchl. Wien. 

„ „ Conrad Sigmund, Hochw., Dir. d. fürstl. Ca- 
pelle z. h. Rosalia, Wieden, Hauptstr. 82 . . Wien. 

„ „ Copaniz za Anton, Hochw., Domherr . . . Ragusa. 

D „ Csap Nicolaus v., Mediciner Wien. 

„ „ Csato Joh. v., Gutsbes. Reissmarkt, Siebenb. Kontza. 

„ „ Cubich Johann, Dr. d. M., k. k. Bezirksarzt Veglia. 

„ „ Cusmich Joh, E., Hochw., M.d. Pharm. Fr. O.P. Ragusa. 

„ n Czarnecki Johann, Gutsbesitzer (Post Podwo- 



loczyska Galiz.) , Kaczonorka. 

90 „ „ Czech Theod. v., Dr. d. M., Mariahilferstr. 22 Wien. 

„ „ Czedik Alois Edl. v., Curator d. Handelsakad. Wien. 

„ „ Czeglay Johann, k. k. Bezirksvorsteher . . Troppau 

„ „ Czermak Johann, Hochw., Rector am Löwen- 
burg. Conv Wien. 

„ „ Czerwiakowski Ign., Dr. d. M., Prof. d. Bot. Krakau. 

„ „ Czoernig Carl Freih. v., k. k. Finanz- Secret. Triest. 

„ „ Dalla Torre Carl v., Suppl. Meinhardstr. 616 Innsbruck. 

„ „ Damianitsch Martin, k. k. p. General- Auditor, 

I. Elisabethstrasse 9 Wien. 

n „ De aky Sigmund, Hochw. Bisch, v. Caesaropolis Raab. 

„ „ D eschmann Carl v., Custos am Landes-Mus. 

und Reichsrath Laibach. 

100 „ „ Dittrich Herrn., Forst-Ingenieur, Böhmen . Weisswasser. 

„ „ Doblhoff Josef Freiherr v., I. Singerstrasse 13 Wien. 

„ Döll Eduard, Realschul-Dir., Westbahnstr. 16 Wien. 

„ „ Dorfinger Joh., bei Wien Nr. 28 .... Salmansdorf. 

„ „ Dörfler Franz, Realschulprof Jägerndorf. 

„ „ D orfm eis ter Georg, Ing. d. k. k. Land-Baudir. Graz. 

„ „ Dorfmeister V ine, IX. Nussdorferstr. 25 . Wien. 

„ „ Douglas, Joh. Sholto v., Voralberg .... Thüringen. 

„ „ Drechsler Edmund, Techn., Hundsthurmstr. 60 Wien. 

„ „ Dürr Julius, Handelsgärtner Laibach. 

110 „ „ Dzieduszycki Graf Wladimir, Franciskpl 45 Lemberg. 



XXXV 



P. T. Herr Eborstaller Josef, Kaufmann Kivnisiiiiinst.r. 

a „ Eber wein Josef, II. Miessbachg. 8., 14. . . Wien. 
„ „ Ebner Dr. Victor v., a. 0. Univ. -Prof. . . . Graz. 

, „ Eckhel Georg v Trieat. 

Effon berger Dr. Josef, praot, Art .... Hitzing. 

Eg^er Grat' Franz, Karaten Treibach. 

„ „ Egger Graf UustiiY, Kärnten Treibach. 

d p Ehrenberg Hermann, Buchhalt., Weihburgg. 5 Wien, 
n Eichler Wilh. Ritter v. Eichkron, k. k. Hof- 
rath, Gen.-Insp. d. Kais. Ferdinands-Nordbahn Wien. 
„ „ Eitelberge r Wilh. Edl. v. Edelberg, k. k. Gen.- 

Kriegs-Coinm., Langegasse 49 Unt.-Döbling. 

„ „ Elschnigg Dr. Anton, Prof. a. d. Oberrealsch. Marburg. 
B „ Em ich Gustav v. Emöke, Franziskanerplatz 7 Pest. 
„ „ Engel Heinrich. Hochw. Pfarrer, Ob.-Ö., Innkr. Thaiskirchen. 
„ „ Engelthaler Hans, Lehrer an der protestan- 
tischen Bürgerschule, Gumpendorferstr. 43 . Wien. 
„ d Engerth Wilh, Freiherr v., k. k. Hofrath, Direct. 

d. priv. Staats-Eisenbahn, Lothringerstr. 1 . . Wien. 
„ „ Entz Dr. Geza, Prof. d. landw. Lehranst. . . Klausenburg. 
„ „ Erb er Josef, Naturalienhändl., Siegmundsg. 9 Wien. 
„ „ Er dinger Karl, Hchw., Rect. d.bischöfl. Semin. Seitenstetten. 

„ Etti Karl, III. Beatrixg. 16 Wien. 

„ „ Etti nger Josef, 

n n Ettingshausen Dr. Const, Freih. v., k. k. 

Professor Graz. 

„ „ Fabry Joh., Prof. d. Naturgeschichte . . . Rimaszombat. 
„ „ Farmady P. Martinian, Gymn.-Prof., Ungarn Neuhäusel. 

„ „ Favarger Heinrich, Postgasse 6 Wien. 

„ d Feichtinger Alex., Dr. d. Med., k. Cora.-Phys. Gran. 
„ „ Feiller Franz v., Montanist., Leonhardstr. 48 Graz. 
„ „ Fekete Emil, Oberapotheker d. Barmherzigen Ofen. 
„ » Fekete Fidelis v., Kapuziner-Ord.-Priester . Wien. 
„ „ Felder Dr. Cajetan, k. k. Hof- und Gerichts - 

advokat, Bürgermeister, Operngasse 8 . . . Wien. 
„ „ Feld mann Johann, Währingerstrasse 27 . . Wien. 
„ „ Fellmann Carl Fried., p. Gen.-Secretär . . Wien. 
„ „ Fenzl Dr. Eduard, k. k. Regierungsrath, Prof. 

u. Dir. am k. k. bot. Museum, Rennweg 14. . Wien. 

„ „ Ferlinc Eduard, Buchhändler Marburg. 

„ „ Ferrari Angelo, Graf, Custos am k. k. zool. 

Museum, II Bernhardg. 9, Wien. 

n n Ferrarri-Cupilli Simeon, Gem.-Bibliothekar Zara. 
„ „ Feuer Dr. David, Waiznerstrasse Pest. 



XXXVI 



Mitglieder-Verzeichniss. 



P. T.Herr Feyerfeil Karl, Hchw., Dir. a Josefst.-Gymn. Wien. 

„ „ Fieber Dr. Friedr., Babenbergerstrasse 1 . . Wien. 

„ „ Filiczky Theodor, Dr. der Med Oedenburg. 

150 „ „ Finger Julius, Sparkassebeamter, Nr. 63 . . Unter- Meidling. 

„ „ Fink Ed., Erzherzogl. Albrecht'scher Beamte Wien. 

„ „ Firganek Laurenz, k. k. Oberförster. . . . Krynica. • 

„ „ Fischbacher Alois, Cooporator Ob.-Hollabrunn. 

„ „ Fis eher Anton Ritt. v. Ankern, Elisabethstr. 12 Wien. 

„ „ Fischer Ludwig, IV. Wienstrasse 9 . . . . Wien. 

„ „ Fitzner, fürstl. Reuss'scher Obergärtner, N. Oe. Ernstbrunn. 

n « Fleck August, Magazineur in d. Glasfabrik . Böh. -Kamnitz. 

„ „ Fleck Franz, Director d. Glasfabrik, Croat. . Zvecevo. 

„ Foetterle Franz, k. k. Bergrath an der geo- 

log. Reichsanstalt Wien. 

160 „ „ Forster Dr. Leop., Prof. a. k. k. Thierarz. -Inst. Wien. 

„ „ Frank Dr. Johann, Docent d. Rechte "Operuring 8 Wien. 

„ „ Frank Leop., Stud. phil., III. Kegelgasse 15 . Wien. 

„ „ Fran kl Dr. Ludwig August, I. Seitenstetteng. 4 Wien. 

„ „ Franz Karl, Dr. d. Med., Mähren Rossitz. 

„ „ Freyn Josef, Ing. der Ung. Ostbahn, Sterng. 

Kerkapoly-Haus Pest. 

„ „ Friedlowsky Dr. Anton, Prosector an der 

Lehrkanzel f. Anatomie, Währingerstr. . . Wien. 

„ „ Friedrich Dr. Adolf, Apoth., Schönbrunnerstr. Fünfhaus. . 

„ „ Friesach Karl von, Strassoldostrasse 900 . . Graz. 

„ „ Fritsch Anton, Dr. med., Cust. a. naturh. Mus. Prag. 

170 „ „ Fritsch Josef, Privatier, Eichwaldthorstr. 16 Teplitz. 

„ „ Fritsch Karl, k. k. Vice-Dir. i. P., Theaterg. 14 Salzburg. 

„ „ Frivaldszky Johann v., Cust. am k. Nat.-Mus. Pest. 

„ „ Fröhlich Josef, k. k.Hofbuchh., Blumenstockg. 1 Wien. 

„ „ Fruwirth Eduard, Stations - Ing. , Westbahnh. Linz. 

„ „ Fuchs Franz, Lehrer N. Ö., Post Raggendorf Auersthal. 

„ „ Fuchs Josef, Apoth., Landstr. Hptstr. 67 . . Wien. 

„ „ Fuchs Dr. Theodor, Cust. a. k. k. Hofmin.-Cab. Wien. 

„ „ Fugger Ebern., Prof. d. Ob.-Realschule . . . Salzburg. 

„ Fuka Dr. Alois, k. k. Notar, NÖ Weidhofen a./Ibs. 

180 „ „ Funke Wilh., gräfl. Thun'scher Forst-Inspect. Bodenbach. 

„ „ Furlic Franz. sup. Gymn.-Prof. d. Naturg. . Fiume. 

„ „ Fürstenberg Friedr., Landgraf zu, Erzbisch. Olmütz. 

„ „ Fuss Karl, Prof. Hermannstadt. 

„ „ Fuss Michael, Pfarrer nächst Hermannstadt . Girlsau. 

„ „ G all Eduard, erzherzogl. Secr., Favoritenstr. 18 Wien. 

„ „ GassenbauerMich.Edl.v.,Rechngsr.,Herrng.l3 Wien. 



IMgli«d«r«YwMtah!)lM 



XXXVII 



Gassnor Theodor, Hochw., k. k. (Jymn.-Dir. . Innsbruck. 

Geig»>r Vinc, p. li» , clin.-()t'lic, Borgo ^raiule 3t>:> Spalatu. 

Gcrlai'b Benjamin, Hochw., Dir. d. Gymn. . Stulilweissenbiirg. 

Giuriceo Nicolaus, R. v., k. k. Ob.-Ldsger.-K Zan 

Glowacki Julius, Suppl. am Lehrerseminar . Graz. 

Gobanz Alois, k k. Bez Fürster, Fleimthal Tirol Cavalese. 

Gobanz Dr. Josef, k. k. Landess-chul-Inspect. Klagenfurt. 

Godeffroy Dr. Richard, Getreidemarkt 3 . . Wien. 

Godra Dr. Barth., k. k. Ob.-Arzt 9. Grz.-Reg. Mitrowitz. 

Goldmaun Alois, Lehrer, II. Wintergasse 82 Wien. 

Goldschmidt Moriz, Ritt, v., Opernring 6 . Wien. 

Gottwald Johann, Hochw Lilienfeld. 

Grab ach er Dr. Anton, k. k. Bezirksarzt . . Krems. 

Graczynski Dr. Adolf, Galizien Wadowice. 

Grave Heinrich, Gen. -Dir. der neuen Wiener 

Tramway-Gesellsch , I. Amaliengasse 4 . . Wien. 

Gredler Vincenz, Hochw., k. k. Gymn.-Prof. . Bozen. 

Gremblich Julius, Hochw Innsbruck. 

Grimm Dr. Jul., p. Eisenb. Gen.-Secr. . . . Wien. 

Grimus Carl, R v. Grimburg, Privat. . . St. Pölten. 

Gründl Ignaz, Pfarrer bei Gran Dorogh. 

Grunow Albert, jChemik. d. Metallwfab. N.-Öst. Berndorf. 
Grzegorzek Dr. Adalb., Hochw., Dechant, Alt- 

Sandec Podegrodzie. 

Gu ekler Josef, Prof. an der Lehrerbild.-Anst. Prag. 

Gugler Josef, Gymn.-Prof., Ledererg. 8 . . . Wien. 

Guppenberger Lambert, Gymn.-Prof. . . Kremsmünster. 

Gyergyai Dr. Arpäd v., a. d. med. Lehranstalt Klausenburg. 

Haberhauer Josef, Naturalist, Arpadg. 26 . Fünfkirchen. 
Haberlandt Friedr., Professor der Hochschule 

für Bodencultur, Löwenburggasse 2 . . . . Wien. 
Haberler Dr. Franz, Ritter v., Hof- und Ge- 
richtsadvokat, Bauernmarkt 1 Wien. 

Ha ekel Eduard, Gymn.-Professor St. Pölten. 

Hackspiel Dr. Joh. Conr., k. k. Gymn.-Director Prag. 

Haerdtl August, Freih. v., Dr. d. M. ... Salzburg. 

Hagenauer Franz, Statth.-Concip., Bäckerstr.4 Wien. 
Haider Dr. Johann, k. k. Regiments- Art a. d. 

militär. techn. Schule, Mähren Weisskirchen. 

Ha im hoffen Gustav Ritter v., k. k. Controlor 

d. Staatshauptkassen, VIII. Feldg. 3 . . . Wien. 

Halbhub er v. Festwill Ant., Freih. Excell. Wien. 

Hall er Friedrich, Währingergasse 27 . . . Wien. 

Hall er Dr Karl, Prim.-Arzt, allg Krankenhaus Wien. 



XXXVIII 



Mitglieder -Verzeiclmiss. 



P. T.Herr Hampe Clemens, Dr. d. M., Herrengasse 6 . Wien. 

„ „ Handtke Dir. und Prof. der n. ö. Ackerbau- 
schule, nächst Raabs, 0. M. B Grossau. 

„ „ Hanel Alois, Dechant, Böhmen Saaz. 

„ „ Hanf Blasius, Hochw., Pfarrer, b. Judenburg . Mariahof. 

„ „ Hantken Maximil. R. v. P r u d n i k, Hochstr. 5 Pest. 

230 „ „ H ardegg Carl, p. k. k. Militär- Arzt, Neug. 169 Graz. 

„ „ Harne r Dr. Ignaz, k. k. Regim.-Arzt 1. Cl. . Zara. 

„ „ Hartl Franz, Dir. d. k. k. Ober-Gymnas. . . Temesvar. 

„ „ Haschek Jakob Karl, Dr. d. M., Ungerg. 1 . Wien. 

„ „ Hauer Dr. Franz R. v., k. k. Minist. -Rath, Dir. 

d. geolog. Reichsanstalt, Canovagasse 7 . . Wien. 

„ „ Haug Lucas, Erzieher b. H. Grafen Berchtold, 

Kärnthner-Ring 10 Wien. 

„ „ Hauk F., k. k. Telegraf.-Beamt., Via Rosetti 256 Triest. 

„ „ Hausmann Franz, Freiherr v Bozen. 

„ „ Hayek Gustav v., Gymn.-Prof., III. Heug. 66 Wien. 

„ „ Haynald Ludwig, Dr. d. Theol., Erzb. Exc. Kalocsa. 

240 „ „ Hazslinszky Friedr., Prof. d. Naturgeschichte Eperies. 

„ „ Heidmann Alberik, Hochw., Abt des Stiftes . Lilienfeld. 

„ „ Hein Isidor, Dr. d. Med., IX. Nussdorferstr. 51 Wien. 

„ „ Heinzel Ludwig, Dr. d. Med., Kircheng. 3 . Wien. 

„ „ Heiser Josef, Eisenwaaren-Fabriksbesitzer . Gaming. 

„ „ Helfert Dr. Josef Alex. Freih. v., geh. Rath, Exc. Wien. 

„ „ Heller Dr. Camill, k. k. Prof. d. Zool., Univ. Innsbruck. 

„ Heller Karl, k. k. Gymn.-Prof., Unt. Alleeg.30 Wien. 

„ „ Hepp erger Dr. Karl v Bozen. 

„ P Herbich Josef Franz, Bergw.-Verw. Siebenb. Kronstadt. 
250 n » Hermann Johann Ritter v., em. k. k. Schul - 

Rath, I. Schulerstr. 20 Wien. 

„ „ Hermann Otto v., Baczka Doroszlö. 

„ „ Hink Hermann, Gymn.-Professor Leitomischl. 

„ „ Hinterhube r Julius, Apotheker Salzburg. 

„ „ Hinterwaldner J. M., Professor d. Lehrerbil- 
dungs-Anstalt Innsbruck. 

„ „ Hirn er Josef, Kaufmann, VIII. Lenaug. 11, 3 Wien. 

„ „ Hirschler Salomon, Wollzeile 12 Wien. 

„ „ Hitschmann Hugo, Redact. d. landw. Zeitung, 

Fleischmarkt 6 . Wien. 

„ „ Hlawacs Julius, Prof. am Gymnasium . . . Rimaszombat. 

,. „ Höberth Jos. Edl. v. Schwarzthal, k k. Ober- 

kriegscommissär, Normalschulg. 16/5, 2 . . Graz. 

260 „ „ Höbert Dr. Clemens, IV. Heumühlgasse 5 . Wien. 

„ „ Hodek Eduard, Mariahilf. Hauptstr. 115 . . Wien. 



XXXIX 



P. T. Herr Hoof er Franz, Oberlehrer, Nussdörl" bei • Wien. 

* „ Hoernos Hndolf. (üreusg. 3(! Wim. 

Hot'fmann August Bitter V. V estenhuf, k< k. 

Lieutenant im 21. fnfanterie«Regim. . . . Wien, 
p, Hoffmann Franz, Wirtliselialtsratli. OL Obere 

Weissgarberstr. H Wien. 

„ „ Hoffm an n Nicolaus, chir., Instrumentenmacher Laibacb. 
n Hof mann Florian, k. k. Hauptm., Rechgsf. im 

57. Inft.-Rgte Wien. 

n „ Hohenbühel Ludw. Frcih. v., k. k. Sections- 

chef, Tirol Hall. 

„ „ Hobmayer Anton Wien. 

170 „ „ Holzin ger Dr. jur. Josef B., Realschulg 6. . Graz. 

„ „ Ho luby Jos. Ludw., ev. Pfarr., Post Vag Ujhely Nemes-Podln 'agj \ 
„ „ Homme, Desire de Y, Marquis de la Farre, 

untere Donaustrassc 27 Wien. 

„ Hornung Karl, Pharm. Mag., Apotheker . . Kronstadt. 

„ „ Horväth Dr. Geyza, Assist. Nat. Museum . . Pest. 

„ „ Horväth Sigmund, tlchw., Pref. der Mathem. Erlau. 

„ „ Hunka Ludw., Prof. an der Realschule . . . Warasdin. 

„ „ Hut er Huppert, Hchw., Weltpriester, Tirol . Sexten. 

„ Hy r tl Dr. Josef, k. k. Prof., Hofr.,Währingerstr. 1 Wien. 

„ „ Jablonski Vincenz, Gymn.-Prof. Krakau. 

80 .. „ Jachno Dr. Johann, Oberlehrer am Seminar Stanislau. 
„ „ Jacobi Dr. Alfr., Dir. d. ver. evangel. Schul. IV. Wien. 
d „ Je itteles Ludw., k. k. Prof. d. Lehrerbildungs- 
Anstalt, Pfarrgasse 229, 3 Salzburg. 

Jelinek Anton, Gärtner bei Wien, 16 . . . Ob.-Döbling. 

„ „ Jelinek Franz, Lehrer b. Deutschbrod . . . Höcht. 

„ „ Jermy Gust., Prof. der Naturg. am Gymnas. Szepes-Iglo. 

„ „ Jeso vits Dr. Heinrich, Apotheker, Wollzeile 13 Wien. 

„ „ Junovicz Rudolf, Prof. an der Oberrealschule Czernowitz. 

„ „ Juränyi Dr. Ludwig, Professor Pest. 

„ „ Juratzka Jakob, Ingen, der k. k. Direct. in 

Dicast.-Geb.-Angeleg., I. Salvatorg. 12 . . Wien, 
-90 „ „ Just Benedict, Lehramts- Candidat, VIII. Lau- 
dongasse 32 Wien. 

n „ Kaiser Josef, Dir. d. Bürgerschule Wieden . Wien. 

„ „ Kaibrunn er Hermann, Apotheker .... Langenlois. 

„ „ Kapeller Ludwig, Mechanik., Wied., Freihaus Wien. 

„ ,, Karl Dr. Joh., Adjunct a. Nat.-Museum . . Pest, 

n Karr er Felix, k. k. Beamter i. P., Ungarg. 5 Wien. 

n „ Kaspar Rudolf, Vicar a. d. Colleg. -Kirche in Kremsier. 

„ „ Kautetzky Emanuel, Wienerstrasse 10 . . Währing. 



XL 



Mitglieder- Verzeichniss. 



P. T. Herr Keissler Karl, Ritter v., k. k. Regierungs-Rath. Wien. 

„ „ Kempelen Ludwig v., ob. Donaustr. 29 . . Wien. 

oOO „ . Kern er Dr. Anton, Prof. d. Bot. a. d. Univ. Innsbruck. 

„ „ Kerner Josef, k. k. Landesgerichtsrath . . . Krems. 

„ „ Khevenhüller-Metsch, Fürst Rieh, zu, Durchl. Ladendorf. 

„ „ Kinsky Ferdinand, Fürst, Durchlaucht . . . Wien. 

„ „. Kirchberger Josef Wien. 

„ „ Kirchsberg Julius Manger v., k. k. Feldin. 

Lieutn. u. Divisions-Commandant .... Krakau. 

„ „ Kleciach Blas., k.k. Bez. -Comm. 1.C1., Dalmat. Sign. 

„ „ Klein Julius, Prof. d. Botanik am Polytechn. . Pest. 

„ „ Klemm Josef, Buchhändler, hoher Markt 1 . Wien. 

„ „ Klessl Prosper, Hochw., Hofmeister d. Stiftes Vorau. 

310 „ ,, Knapp Josef, Assistent d. botan. Lehrkanz. . Klausenburg. 

„ „ Kn au er Dr. Blasius, Gym. -Prof., Bergsteigg. 50 Wien. 

„ „ Knöpfler Dr. Wilhelm, k. k. Kreisarzt . . Maros- Väsärhely. 

„ „ Koch Adolf, Lehramtskand., Josefstädterstr. 3 Wien. 

„ v Kode rm a nn Cölestin, Hochw., Cust. im Stifte St. Lambrecht. 

„ „ Kochel Dr. Ludwig, Ritter von, k. k. Rath, 

Hofgartenstrasss 3 Wien. . 

„ Koelbl Karl, Doctd. d. Philos., Wasag. 18 . Wien; 

„ „ Kolazy Josef, k. k. Offic, Nussdorferstr. 31 . Wien. 

„ „ Kolbay Johann, Stud. phil . Eperies. 

„ „ Kolbe Josef, k. k. Prof., Margarethenstr 31 . Wien. 

320 „ „ Köln dorf er Josef, k.k. Finanz- Ober- Commissär, 

III. Gärtnerg. 43 Wien. 

„ „ Körners Karl, Verwaltungsadjunct, Hohenau . Sassin. 

,, „ Königswarter Moriz, Freiherr von .... Wien. 

„ „ Kopecky Josef, Gymnas. -Professor .... Pisek. 

„ „ Kornhuber Dr. Andr., Prof., Kettenbrückg. 3 Wien. 

„ „ Kotschy Dr. Eduard, Advocat, Gemeindeg. 6 Fünf haus. 

„ „ Kotzaurek Anton, städt. Execut.-Leiter, II. 

Gr. Ankerg. 5, I Wien. 

„ „ Kowäcs Adalbert, Prof. d. Naturw. a. Gymn. Marmoros-Sziget. 

„ „ K o war z Ferd., k. k. Telegrafenbeamter, Böhm. . Asch. 

„ Kr äff t Dr. Guido, Prof. d. Tech. III. Ungerg. 26 Wien. 

330 „ „ Krasan Franz, Gymn. -Professor Krainburg. 

„ „ Kraus - Eli s la g o Rud. Ritt, v., Kolowratring 8 Wien. 

„ „ Krenb erger Josef, Schlosscaplan bei Baron 

Kaiserstein, Bräunerstrasse 9 Wien. 

„ „ Kr ein Georg, k. k. küstenl. Landes-Thierarzt Triest. 

„ „ Kriesch Johann, Prof. am Polytechnicum . Ofen. 



Mitirliodor-Vi'r/.cit lim - 

l\ T. Herr Kr ist Dr. Josef, k. k. Landes-Selmlon-Inspector 

Lüwenburgg. 2, I Wien. 

„ i Kristof Lorenz, Lyceal-Prof. Heinrichstr. 8. . Graz. 

„ Krone Wilhelm, k. k. Offic. MÜ.-C.-Bnchh. . Wien. 

„ „ Krueg Julius, Doctd. d. Med Wien. 

* „ Krulla Franz, Lerchenfelderst. 65, I, 14 . . Wien. 

140 „ „ Krzisch Dr. Josef, k. k. Kreisarzt, ein. Direct. Wr. Neustadt. 
„ „ Kuneze Leo Fem., Ben. 0. Pr., Bibliothekar 

im Erzstifte Martinsberg bei Raab. 

„ „ Kundrat Josef, k. k. Leibkammerdiener Sr. 

Majestät des Kaisers Wien. 

„ „ Kundt Emanuel, Dr. d. Med. * Oedenburg. 

„ „ Kü nstler Gust. A., Realitätenbes. Sobieskig. 25 Wien. 

„ „ Kunz Cornel, Stud. phil., III. Löweng. 4 . . Wien. 

„ „ Kurz Karl, Wirthschaftsbesitzer Purkersdorf. 

„ „ Kusebauch Wenzel, Hochw., Prof., k. k. Mil.- 

Ob.-Erziehungsh . . . . . Strass. 

„ „ Kutsch era Franz, k. k. Beamter, Reiterg. 12 Wien. 

r „ Lahres Adalbert, Werksapotheker Eisenerz. 

350 „ w Lang Franz Purkersdorf. 

„ n Lang Karl, Mag. -Conc., Franzensbrückenstr. 28 Wien. 

„ „ Langer Dr. Karl, k. k. Hofrath, Prof. a, d. Univ. Wien. 

„ „ Lazar Mathäus, k. k. Gymn.-Prof. .... Görz. 

» „ Lechner Dr. Franz, k. k. Notar, Bauernmarkt Wien. 

„ Leinkauf Dr. Johann, k. k. Prof., IV. Hptstr. 65 Wien. 

v v Leinweber Conrad, k. k. p. Hofgärt., Feldg. 31 Baden. 

„ „ Leitenbe rger Heinr., Assist, b. k. k. Münzamt Wien. 

„ „ Leitgeb Ludwig, Capitular des Stiftes . . . Göttweih. 

n v Lenhossek Dr. Josef v., Professor .... Pest. 

360 „ „ Lenz Dr. Oscar, Salmg. 10 Wien. 

n n Leonhardi Dr. Hermann Freih. v., k. k. Prof. 

der Phil., Wenzelspl. 804 Prag. 

„ „ Letocha Ant. Edl. v., p. k. k. Kriegskommiss., 

VIII. Zeltgasse 10 Wien. 

„ „ Leuthner Franz, Bürgerspital, 6. H., 16. I. 170 Wien. 

„ „ Liechtenstein Joh., reg. Fürst von undzu,Dchl. Wien. 
„ M Liechtenstein Freiherr v., k. k. Hauptmann 

im 22. Infant. -Regim > . Triest. 

„ „ Lihotzky Moriz, Magistratsbeamter .... Wien. 

„ „ Lindpointner Anton, Hchw., regul. Chorherr St. Florian. 

„ „ Lomnicki Maryan, Gymn.-Prof. Galizien . . Stanislau. 

n v Low Franz, Dr. d. Med., 43 bei Wien . . . Heiligenstadt. 

370 „ „ Low Franz, Dr. d. Med., Wieden, Hauptstr. 47 Wien. 

„ „ Loosz Anton, Dr. d. Med., Bezirksarzt ... Fünfkirchen.' 

Z. B. Ges. B. XXIII. . f 



XLII 



Mitglieder-Verzeicliniss. 



P. T. Herr Lop u schan Johann, Gymn. -Prof., b. Pressburg* St. Georgen. 

„ „ Lorenz Dr. Jos., Min.-R. im k. k. Ackerb.-M. Wien. 

„ „ Ludwig Dr. Ernst, a. Prof. a. d. Univ. . . . Wien. 

„ LukätsyP. Thom., Gymn.-Prof. Neuhäusl. 

„ „ Lunkanyi Karl v., Gutsbesitzer Oedenburg. 

n „ Madaras E., Prof. d. Oberrealschule .... Stuhlweissenburg. 

„ „ Mahler Eduard, Hüttena.-Verw., Hohenstadt . M. Schönberg. 

„ „ Maj er Mauritius, Hochw., Pfarrer, Veszprimer 

Com., Post Värosled Polany. 

380 „ „ Makowsky Alex., k. k. Prof. d. Techn., Thalg.25 Brünn. 

„ „ Maly Franz, k. k. Hof-Gärtner, Belvedere . . Wien. 

„ „ Mandl Dr. Ferdinand, Asperng. 1 Wien. 

„ „ Mann Jos., a. k. k. zool. Mus., III. Rudolfsg. 28 Wien. 

n „ Marchesetti Dr. Karl v., IX. Spitalg. 1 . . Wien. 

„ „ Marenzeller Dr. Emil v. , Assist, am k. k. 

zoolog. Museum, Johannesg. 1 Wien. 

„ „ Mar e s ch Dr. Jos., Hof- u. Ger.-Adv., Landhaus Wien. 

„ „ Marg-o Dr. Theodor, Prof. d. Zoologie . . . Pest, 

„ Marno Ernst v., Bäckerstr. 20 III Wien. 

„ „ Marschall Graf August, Wollzeile 33 . . . Wien. 

390 „ n Maschek Adalbert, Gartendirector Sr. Durchl. 

des Herrn Fürsten C. de Rohan Sichrow. 

„ „ Massapust Hugo, Prof. a. d. Hand. u. naut. Akad. Triest. 

„ „ Matas Const, Hochw., Gymn.-Prof., Dalmat. . Sinj. 

„ „ Matz Maximilian, Hochw., Pfarrer Höbesbrunn. 

„ „ Maupas Peter Dominikus, Hochw., Erzbischof Zara. 

„ „ Mayr Dr. Gustav, Prof., Landstr., Hauptsr. 75 Wien. 

„ Meissl Johann, Oberlehrer, IV. Keplerplatz 7 Wien. 

„ „ Mende Guido Edl. v., IV. Resseig. 5 ... Wien. 

„ „ Meixner Ubald, Hchw., Prof. a. d. k. k. techn. 

Artill.-Akademie, Mähren Weisskirchen. 

„ „ Mendel Gregor, Hchw., Präl. d. Augustiner . Altbrünn. 

400 „ „ Mertha Johann, Beamt. a. ob. Gerichtshofe . Wien. 

„ » Metzger Ant., Spark.-Beamt., H. roth.Kreuzg. 8 Wien. 

„ „ Mich Josef, Prof. am Gymnasium Troppau. 

„ Michel Alf., Dir.-Stellvertr. d. K. Elisabethb. Wien. 

„ „ Michelko Vict., Nordb. -Beamter, Rennweg 13 Wien. 

„ „ Michl Anton, techn. Lehrer d. Erzieh.-Anst. Oedenburg. 

„ „ Miebes Ernest, Hochw., Prof. am k. k. Gymn. Schlackenwert. 

„ „ Mihailovic Vict., Hochw., Prof. am k.k. Gymn. Zengg. 

„ „ Mi k Jos., Prof. a. akad. Gymn., Nussdorferstr. 86 Wien. 

„ „ Mitis Heinr. v., k. k. Rechn.-Offic, Haupstr. 29 Währing. 

410 „ „ Möller Josef, VIII. Ledererg. 30 Wien. 

„ „ Moser Dr. ph. Karl, Lehramtskand., Lackirerg. 3 Wien. 



Mitglieder Vu • l( hol 



\ 1,1 II 



V T. Ilm- IM u t h Dr. Nathans, \ ni. Joseflgasse 6 Wir,. 

„ „ Mühl ich Alois. Beamter »1. Nordbahn . . Wien. 

Müller Florian, Hochw., IMarror, Marchl'rhl l . Shbenbruilll. 

„ „ Müller Hugo, Grünangergassc 1 Wien. 

„ Mtlller Jos.,Yerw. d. Znokerfbfti Oedenb. Com. Csepregh. 

Müller Dr. Theodor Bregen* 

Mürle Karl, Prof. am k. k. Militär-Colleg. . St. 1 Villen. 
Murmann Otto, Cleriker im Stifte .... Melk. 
420 ., .. Nader Dr. Jos., Primararzt im Versorgungshaus Mam-rharh. 
Nagel Dr. Eduard, Badearzt bei Trentsehin 
(über den Winter Wien Fleischmarkt 14) . Töplitz. 
„ „ Nehiba Joh., Hochw., Weihbisch., Domprobst Kalocsa. 
., „ Nein eth) 7 Ludwig von, Coop. der St. Annen- 
pfarre, Wasserstadt Ofen. 

., Neu feil n er Karl, Coraptorist, Rüdigerg. 6 . Wien. 

,, Neumann Dr. Filipp Lugos. 

„ u X euin ay r Melch., Dr. a. Univ., Prof. f. Paläontol. Wien. 

„ „ Neuper Franz, k. k. Postmeister, Obersteier Unt. Zeiring. 

„ Nickerl Ottokar, Dr. d. Med., Wenzelsplatz . Prag. 

„ Niessl v. May endorf Gust., Prof. a. d. Techn. Brünn. 
430 ., „ Noestlberger Franz, Hochw., Pfarrer, Bezirk 

Kirchberg, Post Städteidorf Ober-Absdorf. 

Nowicki Dr. Max., Prof. d. Zool. a. d. Univ. Krakau. 
Oberleitner Franz, Hochw., Pfarrer, 0. Ö., 

1. P. Dirnbach St. Pankraz. 

Ort mann Johann, Rcchn.-Rath b. 0. R. Hof. Wien. 

„Ott Johann, Dr. d. Med. u. Chir Prag. 

„ P ach er David, Hochw., Dechant, Kärnten . . Obervellach. 

„ „ Pautoczek Josef, Medic. Cand., Märzenstr. 22 Pressburg. 

Paradi Coloman, Prof. a. Obergymnasium . Klausenburg. 

., .. Parreiss Ludwig, Rochusgasse 12 .... Wien. 

r „ Paulini Paulin, Hochw., Seelsorger, Siebenb. Maros-Väsärhely. 
440 ., ~ Pawlowski Dr. Alexander von, k. k. Hofrath 

und Director des Theresianums Wien. 

,, „ Pazsitzky Eduard, Dr. d. Med., Stadtarzt Fünfkirchen. 

„ Pazzani Alexander, III. Hauptstrasse 75 . . Wien. 

P eitler Anton Josef v., Hochw., Bischof, Exe Waitzen. 
„ Pelikan v. Plauen wald Ant., Vice-Präsident 

d. k.k. n. ö. Finanz-Landes-Dir., Fleischmarkt 7 Wien. 
Pelz ein August v., 1. Custos am k. k. zool. 

Museum Wien. 

„ „ Perczel Johann, Lehr. a. d. evang. Bürgersch. Oedenburg. 

„ „ Per gen Anton, Graf und Herr zu Wien. 

„ Perugia Albert, Handelsmann Triest. 

f* 



XLIV 



Mitglieder- Verzeichniss. 



P. T. Herr Pesta Aug., k. k. Finanz-Minst.-Concipist . . Wien. 

450 „ „ Petter Dr. Alexander, Prov. d. Hofapotheke . Salzburg. 

„ „ Petter Karl, Cassier d. Spark., Friedrichstr. 6 Wien. 

„ „ Petrino Otto Freih. v., Gutsbesitzer . . . Czernowitz. 

„ „ Petris Gerardo di, Podesta Istrien .... Cherso. 
„ „ Peyritsch Dr. Johann, Custos am k. k. botan. 

Hofcabin., Docent a. d. Univ., III. Barichg. 30 Wien. 

„ ,, Pichler Johann, Prof. a. d. Oberrealschule . Linz. 

,, Pick Dr. Adolf Jos., Hirscheng. 33 ... . Ober-Döbling. 

., Pilar Dr. Georg, am National-Museum . . . Agram. 
„ „ P i tt o n i Josef Claudius, Ritt. v. D a n n e n f e 1 d t, 

k. k. Truchsess, Elisabethstr. 3 Graz. 

„ „ Plann er Joh., Oberlehrer zu St.Egida.Neuwld. 

160 „ „ Plenker Georg Freih. von, k. k. Min.-Rath, 

Seilerstätte 1 . . Wien. 

„ „ Plohn J., Dir., d. Knabensch., unt. Donaustr. Wien. 

,. „ Poduschka Franz, Archit. III. Hptstr. 81 . Wien. 

„ „ Poetsch Dr. Ignaz Sig., Stiftsarzt .... Kremsmünster. 

., Polak Dr. J. E., Salzgries 22 Wien. 

„ „ Pokorny Dr. Alois, k. k. Regierungsrath, Dir. 

d. Leopoldst. Realgymnas., Taborstr. 24 . . Wien. 
,, „ Pokorny Eman., Präfect, V. Kettenbrtickeng. 

15, I., 8 Wien. 

„ Pokorny Rudolf, k. k. Direct.-Adjct. im k. k. 

Oberhofm.-Amte VIII. Josefsgasse 5 ... Wien. 

„ „ Pongratz Gerard v., Prov. d. Minorit. Ord. . Miskolcz. 

„ „ Poppinger Otto, Stift Göttweih Waldmeister Gurhof, N. Oe. 

470 „ » Porcius Florian, Distr.-Vice-Capitän, Siebenb. Naszod. 

„ Porm Dr. Adolf, Hauptschuldirector .... Zwittau. 

,, „ Pospischill Joh. N., k. k. Milit. -Bez. -Pfarrer Brünn. 

„ Poszvek Gustav, Gyranasial-Professor . . . Oedenburg. 

,, „ Prausek Vincenz, Landesschulinsp., Bergg. 20 Wien. 

Preiss Dr. Ludwig Görz. 

„ „ Preis mann Ernest, Ing. der k. ung. Staatsb., 

Landstrasse 29 Pest. 

„ Prihoda Moriz, p. k. k. Offic, VI, Gumpen- 

dorferstr. 52 Wien. 

„ „ Privorsky Alois, k. k. Münzwardein . . . Kremnitz. 

„ „ Prochaska Leop.jgrfl.Palfy'scherSchlossgärtn. Deutsch- Altenbg. 

480 „ „ Progner Anton, prakt. Arzt, N. Oest. . . . Wieselburg. 

„ Pullich Georg, Hoch., Dr. d. Theol., Präf. . Trient. 

,, „ Purkyne Emanuel, Prof., der böhm. Forstsch. Weisswasser. 
„ „ Puschel Leopold, Hochw., Gymnas.-Director 

und Schulrath Seitenstetten. 



Mlt.'lir.i. I V.T.'. I )• III fsfs X I . V 

I' T. Herr Putz Josef, Hochw.. I>ir. am Piarist -Cymn. . Kivnis. 

Li u bei Johann, Civil-Ingenieur Hiala. 

Kukovao l-adislav, I\. Srliwar/spaniorstr. 5 . Wien. 

Li at Ii Paul, llochw., Villa Metternich. . . . Wien. 

Rathay Knierich, Realschul-I'rof. bei Wien . Rudolph. im. 

Rauch Augiistin, Hochw., Coop. b. Wels, Ob.-Ö. Buchkirclicn. 
- Rauscher Dr. Jos. Ritter Otlnnar, Cardinal, 

Fürst-Erzbischof, Eminenz Wien. 

„ Rauscher Dr. Robert, p. k. k. Finanzrath, 

Auerspergstrasse Linz. 

Redtenbacher Dr. Ludwig-, k. k. Regierungs- 
rath, Dir. d. k. k. zool. Museums, Favoritstr. 6 Wien. 

„ Reh mann Anton, Dr. d. Phil Krakau. 

„ Reichardt Dr. Heinrich Wilh., Cust. am k. k. 
bot. Hof-Cab., k. k. a. o. Univers.-Prof. für 

Bot., Trautsohngasse 2 Wien. 

d Reis ch Dr. Friedr., k. k. Hofarzt, I. Wallfischg. 8 Wien, 

n Reisinger Alexand., p. Director d. techn. Akad. Lemberg. 

Reiss Franz, prakt. Arzt . Kirling. 

„ Reissenberger Lud., Gymnasial-Professor . Hermannstadt. 

Reithammer Ant. Emil, Apotheker, Steiermark Pettau. 

bOU .. Rescetar Paul, Ritt, v., k.k. Hofr. u. Kreishptm. Ragusa. 

p Ressmann Dr. F., Advocat, Kärnten . . . Malborgett. 

Reu ss Dr. Aug. Leop., Ritt, v., Mariahilferstr. 5 Wien. 

Reuth P. Emerich Ludwig, Hochw., Katechet Steinamanger. 
„ Richter Ludwig, Erzieher (per Adr. Ludw. 

Thüring Marie Valeriag. 1) Pest. 

Richter Dr. Vincenz, Advocat, Taborstrasse 17 Wien. 

Ried er Franz, Lehrer, Hundsthurmerstr. 50 . Wien. 

D Ri de 1 i M. B., Bureau-Chef d. Südbahn-Dir. . Wien. 
Riefel Franz, Freih. v., k. k. Minister.-Secret. 

im Finanzminist., Goldschmidtgasse 8 . . . Wien. 

„ Rippel Michael, Waisenvater in Margareth. . Wien. 

i Rittler Julius, Gewerksbesitzer Rossitz. 

Robic Sim., Hchw., Cur.-Ben., Krain. P. Tupalic Visevk. 

Roesler Anton, Grosshändler, hohe Brücke 31 Wien. 
Rogenhofer Alois Friedrich, Custos am k. k. 

zool. Hofmuseum, Josefstädterstrasse 19 . . Wien. 

„ Rollett Emil, Dr. d. Med., I. Tuchlauben 5 . Wien. 

Roncourt Ervin, 57 Hetzendorf. 

Ronniger Ferd., Buchh., I. Rothenthurmstr. 15 Wien. 

„ Roretz Albrecht v., Dr. a. d. Irrenanstalt . . Wien. 

„ „ Rosenthal Ludwig, Ritter v., Bäckerstr. 14 . Wien. 

„ „ Ro th schild Anselm, Freiherr v Wien. 



XLVI 



Mitglieder-Ver-seichriiss . 



520 P. T. Herr Rothau sl Antou, Dr. d. M., Kettenbriickg. 8 Wien. 
» „ Rottensteiner Franz, Wirthschaftsverwalter 

b. Pulkau Fronsburg. 

„ „ Rudrof Dr. Ludwig, prakt. Arzt, Nied.-Oest. . Raabs. 

„ „ Rupertsberger Mathias, Hchw., Coop., 0. Oe. Wallern. 

„ „ Saga Karl, Dr. d. Med. . Prag. 

„ Sagburg Eurich v., I. Salzgries 16 ... . Wien. 

„ „ Sauli Ludw., stud. phil., III. Schützeng. 2, 3. St. Wien. 

„ „ Saut er Dr. Anton, k. k. Bezirksarzt .... Salzburg. 

„ „ Saxinger Eduard, Kaufmann Linz. 

„ Scarpa Georg, Canonicus, Schulinspector . . Lesina. 

580 „ „ Schaffenhauer Franz, k. k. Gymn.-Director Görz. 

„ „ Schaitter Ignaz, Kaufmann Rzeszow. 

„ „ Schally Karl, Lehrer,. V. Schlossgasse 3 . Wien. 

„ ., Schauer Ernst, Kr. Zloczow, Post Podhorce . Pieniaki. 

„ „ Scheffler Karl, Sparkasse-Beamter .... Wien. 

„ „ Scherfei Aurel, Apoth., Post Poprad . . . Felka. 
„ „ Scheuch Ed., Oberkassier der Nat.-Bank- 

Escomptecassa , . . . Wien. 

„ „ Schiedermeyer Dr. Karl, Bez.- Arzt, Ob. Oe. Kirchdorf. 

., „ Schiffner Rudolf, Apotheker, Leopoldstadt . Wien. 

„ ,, Schindler Carl. VI. Schmalzhofgasse 10 . . Wien. 

540 „ „ Schirl Heinrich, k. k. Förster, Bukowina . . Kupka. 

„ „ Schirnhofer Wilhelm, k. k. Bezirks-Hauptm. Steyr. 
„ „ Schleicher Wilhelm, Director d. n. ö. Landes- 

Ackerbauschule am Edthof n. Viehdorf bei . Amstetten. 

„ Schlesinger Ed., Med. Dr., Praterstrasse 51 Wien. 
„ „ Schlosser Dr. Josef, Ritter von Klekowski, 

k. Staathaltereirath, Land.-Protomed. f. Kroat. Agram. 
., „ Schmerling Anton, Ritter von, Präs. d. k. k. 

ob. Gerichtshofes, Excellenz, Herreng. 13 . . Wien. 

„ ,, Schmidek Karl, Hochw. k. k. Gymn.-Prof. . Brünn. 

„ Fräul. Schmid v. Schmidtfelden Karolitie . . . Vöslau. 

„ Herr Schmidt Ferdinand sen., Kärntnerstr. 70 . . Laibach. 

„ „ Schmölz Leopold, k. k. Förster Nasswald. 

550 „ „ Schmuck J. v., Mag. d. Pharm., am Gries 329 Salzburg. 

„ „ Schneider Dr. Josef, Stadtarzt, Böhmen . . Prestic. 
„ „ Schoenn Moriz, k. k. Rechn.-Offic. im Militär- 

Rech.-Depart., Siebensterng. 31 Wien. 

„ Schreiber Dr. Egid., Prof. a. Staatsgymn. . Salzburg. 

Schreyber Franz S.Edl.v., Hchw., Prof. d. Stift. Klosterneuburg. 
„ „ Schröckinger-Neudenberg Julius. Bar. v., 

Sectionschef d. k. k. Ackerbauministeriums . Wien. 



Mit^lioilor V»»i /i'irlniiM . 



XL VI] 



I'. T.Herr Schroff l>r Damian Karl, Ritt v., k. k. Ref- 
rath, Prof a. (1. Univ., Schottenhof, 9 St Wim. 

„ „ Schubert W.. k. k. Schulrath Teschen. 

Schüler Dr. Friedr. Ritter, Verkehrdir. d. k.k. 

priv. Südbahn W ien. 

Schüler Dr. Mai Jos., k. Rath, Badearzt b. 

Kohitsch SanerbrnniL 

H r „ Schütz Dr. Jak., Privat-Doc. an der Univers. Prag. 

Schüller v. Müggenburg Stef., k.k. p.Hptin. Vinkovce. 

h fl Schur Dr. Ferdinand Brünn. 

„ „ Schwab Adolf, Apotheker Mistek. 

„ n S eh w ab Michael, Hochw., Schuloberaufseher . Triest. 

r N Schwarz Gust. E. v. Mohren stern, Praterstr. 23 Wien, 

n Schwarz Wilhelm, Freih. von Senborn, Exc. Wien. 

Schwarze] Felix, Oecon. Böhm. Deutschbrod . Bastin. 

„ „ Schwarzenberg Fürst Adolf, Durchlaucht . Wien. 

„ Sedlitzky Dr. Wenzel, Apoth., Westbahnstr. 19 Wien. 

j70 v Seeling Franz, Schwertgasse 3 Wien. 

„ „ Sekera Wenzl J., Mag. d. Pharm., Apotheker Münchengrätz. 

r „ Semeleder August Wien. 

„ v Senoner Adolf, III. Marxerg. 14 Wien. 

„ „ Seri Joh., Mag. d. Phar.. Apotheker, Hptstr. 63 Penzing. 

„ „ Setari Franz, Dr. d. Med., b. Büchsenhausen Innsbruck. 

„ „ Seunig Eduard, Doctd., Gradischa V. 31/32 . Laibach. 

„ „ Siegel Udiskalk, Hochw. P. des Benedict.-O. Seitenstetten. 

n Sigmund Wilhelm v., Böhmen Reichenberg. 

Silber er S., Dr. d. Med. u. Chir., Ungarn . Neusatz. 

)80 » v Simonie Anton, k. k. Oberlandesg.-Official . . Zara. 

„ „ Simony Dr. Friedr., k. k. Prf., Salesianerg. 13 Wien. 

„ „ Simony Oscar, Salesianerg. 13 Wien. 

„ „ Sina Simon, Freiherr v., Excellenz .... Wien. 

„ „ Sincich Joh., Hochw., Domh. a. d. Kathedr. . Triest. 
„ „ Sindelaf Karl, k. k. Gymn.-Direct., Böhm, bei 

Humpoletz Seelau. 

„ „ Skofitz Dr. Alexander, Neumanng. 7 . . . Wien. 

„ Frau Smith Anna Maria Fiume. 

„ Herr Sommer Otto, Erzherz. Albrecht'scher Oeko- 

nomie-Verw-, Wieselb. Com. P. St. Johann . Lendorf. 

„ „ Sonklar v. Instädten Carl, Ritt, v., k.k. Gen. Innsbruck. 

590 „ „ Spitzy Josef N., Handelsm., Untersteiermark St. Leonhard. 

„ „ Spreitzenhofer G. C, Spark.-Beamt.,Postg.20 Wien. 

„ „ Stadler Anton, Dr. d. Med Wr.-Neustadt. 

„ „ Standth artn er Dr. Jos., k.k. Primararzt, a. K. Wien. 

„ „ S tank a Norbert, Hochw., Pfarrer, Alservorstadt Wien. 



XLVI1I 



Mitglieder- Verzeichniss. 



P. T. Herr Staub Moriz, Prof. a. d. Ober-Realschule . . Ofen. 

„ Staudach Franz, Freih. v., k.k. Hpt. 40. Inf.-Rg. Wien. 

„ „ Stauffer Vinc, Hochw., Gymn. -Prof. im Stifte Melk. 

„ „ St ein dach n er Dr. Fr., Custos a. k.k. zool. Mus. Wien. 

„ „ Steiner Dr. Julius, Prof. am Staats- Gymnas. Klagenfurt. 

600 „ „ St ein haus er Anton, p. k. Rath, Wallnerstr. 11 Wien. 

„ „ Steininger Augustin, Hochw., Abt des Stiftes Zwettl. 

„ „ Stelizyk Gustav, k. k. Oberst d. techn. Akad. Wien. 

„ „ Stellwag Dr. Karl, Edl. v. Carion, k.k. Prof. Wien. 

„ „ Stelz ig Karl, Fabriksbeamter, Leitmer. Kreis Steinschönau. 

„ „ Stenz 1 Anton, Dr. d. Med., IX. Lichtensteinstr. Wien. 

„ „ S teph an o vits Thomas, Dr. d. Med., Stadtarzt Temesvar. 

„ „ Sternbach Otto, Freiherr v. ...... . Bludenz. 

„ „ Stöger Wilh. k. k. Ob.-Förster, Piesting, N.-Ö. Hörnstein. 

„ „ Stohl Dr. Lukas, fürst. Schwarzenbg. Leibarzt Wien. 

610 n » Stoizner Karl, Lehrer, II. Brigittagasse 109 Wien. 

„ „ Storch Dr. Franz, k. k. Bezirksarzt, Salzburg St. Johann. 

„ „ Stossich Adolf, Realschul-Professor . . . Triest. 

„ „ StranskyP. Franz, b. Iglau Schlappenz. 

„ „ Strauss Josef, städt. Marktcommiss., Wagg. 1 Wien. 

„ „ Strebitzky Irenaeus, Kapuz.-Ord.-Provinzial Wien. 

„ „ Streintz Josef Anton, Dr d. Med Graz. 

„ „ Strobl Gabriel, Hochw., Univers.-Str. 310 . . Innsbruck. 

„ „ Studnicka Dr. Franz, Prof. d. Mathematik . Prag. 

„ „ Stummer Jos. R. v., Präs. d. pr. K. Ferd. Nordb. Wien. 

020 „ „ Stur Dionys, k. k. Bergrath, Rasumofskyg. 10 Wien. 

„ „ Stussiner Josef, Elisabethstrasse Nr. 7. IL Prag. 

„ „ Suess Eduard, k. k. Univ.-Prof., II. Jägerzeile Wien. 

„ „ Suttner Gundaker Karl Freih. von . . . Wien.' 

„ n Syrski Dr. Simon v., Custos d. st. Museums Triest. 

„ „ Szabo Dr. Alois v., Thierarz.-Inst.-Director . Pest. 

„ „ Szaniszlö Dr. Alb., Assist, d. Zool. a. d. Univ. Pest. 

„ „ Szentmiklosy Eugen, Prf. d. Naturg. a. k.Gym. Karlsburg. 

„ „ Szontagh Dr. Nicolaus v., Rosenpl. 2 . . . Pest. 

„ n Tauscher Dr. Julius, Herrschafts arzt, Ung. . Erczin. 

630 n v Tempsky Friedrich, Buchhändler .... Prag. 

„ „ Th anhoff er Dr. Ludw., Jpsefst, Stationsg. 29 Pest. 

„ „ Then Franz, Präfect a. d. k.k. Theres. Akad. Wien. 

„ „ Thümen Felix Freih. v., Mühlstr., hohes Haus Teplitz. 

„ B Thun Graf Leo, Excellenz Wien. 

„ Tief Wilhelm, Gymn.-Prof., k. k. Schlesien . Freudenthal. 

„ „ Tobiasch Georg, Stud., Neumanngasse 12. . Wien. 

„ „ Tomaschek Dr. Ignaz, k. k. Univ.-Bibliothekar Graz. 

„ „ Tomek Josef, Dr. d. Med., fürstl. Leibarzt . . Ladendorf. 



Mit^lii<dür-V»'rzoiiliinnK. 



ILO 



T. Herr T Q nun a l i n i Miltitz Josef, Kitt, v., k. k. Mufrath Triebt. 

„ ff Török Dr. Aurel, Univers. -Assist, f. Physiol. . I»ost. 

„ „ Tot Ii Franz, Hochw., Gymnasial- Professor . . Füiifkirchen. 

„ „ Tschusi Viet. R. v. Sc h m id h o f e n, I). Maliern Taniienliof. 

R „ Türck .loset', k. k. Moljuwelier, llauerninarkt 'A Wo n. 

n „ Türk Rudolf, k. k. Min. -Soor., Lagerg. 1 . . Wien. 

h Turczynski Knierich, Gymn.-Prof., Galizien . Drohobycz. 

„ „ Ulrich Dr. Franz, Spitaljj.is.se 25. 1 Wien. 

ff „ Unterhub er Dr. Alois, Prof. am Realgyninas. Leoben. 

„ Urban Eni., Prof. a. Real-Gymn., Ober-Oest. Freistadt. 

r v Valenta Dr. Alois, k. k. Prof. d. Geburtshilfe Laibach. 

a „ Venturi Dr. Gustav, Advocat Trient. 

n ff V es que v. Püttlingen Job., k.k. Hofrath im 

Minist, des Aeussern, Jakoberg. 6 . . . . Wien. 

„ „ Viehaus Claud., Hchw., Stiftscap. suppl. Prof. Kremsmünster. 

„ n Vielguth Ferdinand, Apotheker, 0. Oest. . . Wels. 

ff ff Villers Alexander, Freih. v., Legationsrath d. 

k. sächs. Gesandtschaft, Währingerstr. 40 . Wien. 

„ Vivenot Franz, Edl. v., VII. Breiteg. 9. . . Wien. 

r „ V odopich Matth., Hochw. Pfarrer in ... Gravosa. 

r ^ Vogel A. F., k. k. Schlossgärtner Miramar. 

„ „ #Vogl Aug., Dr. d. Med., k. k. Prof Prag. 

„ „ Voss Wilh.. Realschul-Professor Wien. 

„ „ Vukotinovic Ludwig Farkas, Ritter v., Ober- 
gespann des Kreuzer Com Agram. 

„ „ Wachtl Friedr., erzherz. Forstverwalter, Gal. . Saybusch. 

a „ Waginger Dr. Karl, Piaristengasse 7 . . . Wien. 

„ „ Wagner Paul, Untere Donauzeile 12 ... . Pest. 

„ „ Wajgiel Leopold, Prof. am k. k. Gymnas. . Kolomea. 

ff „ WallentinIgn.,Lehramts-Cand ,III.Barichg. 12 Wien. 

„ „ Wallner Dr. Iguaz, Prof. Oedenburg. 

„ „ Walter Julian, Hochw. P. 0. P., Gymn.-Prof. Prag. 

„ r, Wankel Dr. Heinr., frstl. Salm'scher Hütten-Arzt Blansko. 

„ ff Watzel Dr. Cajetan, Prof. am Gymn. . . . Böhm. Leipa. 

„ „ Wawra Dr. Heinrich Ritter v. Fernsee, k. k. 

Linienschiffsarzt Pola. 

r v Wei glsb er g er Franz, Hochw., Pfarrer, N.-Oest. Michelhausen. 

„ „ Weinke Franz Karl, Dr. d. Med., Graben 28 Wien. 

n n Weiser Franz, k. k. Bez.-Ger.-Adjct Stockerau. 

„ „ Weiss Dr. Adolf, Regier.-Rath, Prof. an der Univ. Prag. 

„ WellDr. Wilh. Edl. v., k. k. Hofrath, Ungarg.41 Wien. 

„ „ WesselovskyDr. Karl, Arvaer Com. . . . Arva Värallja. 

r f, Wessely Josef, Domainen-Director p. . . . Wien. 

„ „ Wierer Lud. v. Wierersberg, I. am Gestade 8, 3 Wien. 

Z. B. Ges. B. XXIII. g 



Ju Mitglieder-Verzeichniss. 

P. T. Herr Wi erz ej ski Dr. Ant., Prof. d. k. k. Ob.-Realsch. Krakau. 

680 „ „ Wiesbaur Joh., Hochw. S. J., Prof. .... Kalksburg. 

„ „ Wiesner Dr. Julius, k. k. Prof. a. d. Universität 

Ungerg. 63 Wien. 

„ „ Wilczek Hanns, Graf Wien. 

„ „ Wilhelm Dr. Gustav, Prof. a. d. techn. Hochsch. Graz. 

„ Wilvonseder Eduard, Lehrer Wien. 

„ „ Wi singer Carl, Adjct. d. min. Abth. d.Nat.-Mus. Pest. 

„ „ Witowsky Dr. Alois, k. k. Kreisarzt . . . l£ger. 

„ „ Wittmann Alois, Apotheker, Neuweltg. 123 Klagenfnrt. 

„ „ Wladarz Dr. Michael, k. k. Notar .... Murau. 

„ Wolff Gabriel, Mag. d. Ph., Apothek., Siebenb. Thorda. 

690 „ „ Wolf n er Dr. Wilhelm, im Banate .... Perjamos. 

„ „ Woloszczak Eustach, Assist, an derLehrkanzel 

für Botanik, Sofieng. 6 Wien. 

„ „ Wostry Karl, k. k. Kreisarzt Saaz. 

„ „ Wretschko Dr. Mathias, k.k. Landschul-Insp. Graz. 

„ „ Wüllerstorf-Urbair Bernh., Freih. v., Exc. Wien. 

„ „ Zahn Dr. Franz, k. k. Professor Wien. 

„ „ Zebrawsky Theophil, Ingenieur Krakau. 

„ „ Zell er Fritz, Kaufmann Salzburg. 

„ „ Zeni Fortunato, städt. Bibliothekar .... T0ient. 

„ „ Zhischmann A. E., k. k. Prof a. d. nat. Ak. Triest. 

700 n „ Ziffer Dr. Jos., k. k. Bezirksgerichtsarzt, Schles. Friedeck. 

„ „ Zimmermann Dr. Heinrich, Edler v., k. k. p. 

General-Stabsarzt, I. Wallfischgasse 8 . . Wien. 

,, „ Zip s er Karl Eduard, Eector der Stadtschule Bielitz. 

„ „ ZsigmondyDr. Adolph, k. k. Primär im allg. 

Krankenhause Wien. 



Irrthümer im Verzeichniss und Adressänderungen wollen dem Secre- 
tariate zur Berichtigung gütigst bekannt gegeben werden. 



ttitffliodi i V, i/, i, hm ,. 



LI 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



1. Durch (hui Tod. 



P. T. Herr Agassi/ Ludw. .loh. 
„ „ Hain! Dr. William. 
„ „ Beer Josef G. 
Book Axel. 
Frau C a tt a n i, Mario Contessa di. 
Herr Chorinsky Graf 
Frau Co h on Caroline. 
Herr Horner Josef. 
„ Fedtschenko Alexis. 
F r au enfeld Georg Ritt. v. 
„ „ Hanook Albany, F. L. IS. 

„ Heintl Karl R. v. 
„ „ Hinteröcker Job-, S. J. 
„ „ Kubin E niest. 



1\ T. Be 



K ii f> i n y i AngOli v. 
Leunis Prof. Joh. 
Mon nie r Le, Anton 
Palliardi Dr. Anton. 
Pillwaz Dr. Johann. 
Pokorny Dr. Frau/.. 
P rit ze 1 Dr. G. A. 
Kaymond Josef, Edl. \ 
R e u s s Prof. Aug., Ritt. ' 
Rinaldi Dr. Peter. 
Sch in er Dr. J. Rudolf. 
Stros sniayer Jos.Geor* 
Walter Josef. 
Zwinger Math. 



P. T. Herr Fischer Alois. 

„ Kirchsberg Oscar von 
Frau Koppel Anialia. 
Herr KHz Dr. Alois. 
r Masch Dr. Anton. 
Oswald Mich. 



2. Durch Austritt. 

P. T. Herr 



Prugger Franz Sa?. 
Rupp recht Gustav. 
Simonics Gabriel. 
Strauss Franz. 
Weiss Leopold. 
Zäruba Emanuel. 



Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages durch 
Postnachnahme. 



P. T.Herr Bolemann Johann. 
„ „ Ettmayer Jos. Ritter 
„ Hussa Dr. Alois. 
Hlawacs Jul. 



P. T. Herr 



Klimpel Jos. 
Sztraka Gabriel. 
Sukup Maximilian. 
Thomann Anton. 



4. Wegen Nichteinzahlung des Jahresbeitrages durch 3 Jahre. 
P. T.Herr Fin Hamilkar de, P. T. Herr Kroegler Rud. Hipp. 



Fi n Hamilkar de, 
Her klotz Emil Oskar. 
Kreyczy Hugo. 



Kroegler Rud. 
Lojka Hugo. 
Mihalovits Dr. Alex. 



LH 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



Lehranstalten und Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 
Gegen Jahresbeitrag. 

Agram: K. 0. -Realschule. 
„ K. Gymnasium. 

Berlin: K. Bibliothek. 

Bielitz in Schlesien: Lehrerbildungsanstalt. 

Bozen: Lehrerbildungsanstalt. 

Bregenz: Knabenseminar. 
„ Museums verein. 

Brünn: K. Gymnasium. 

Chrudim : Real- Gymnasium. 
10 Czemowitz: K. k. Ober-Gymnasium. 

„ Griech.-orient. Ober-Realschule. 

Debreczin: Hochschule des reform. Collegiums. 

Eger: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 

JEsseg: K. Gymnasium. 

Freiberg in Mähren: K. k. Gymnasium. 

Freistadt in Ober-Oesterr.: K. k. Staats-Gymnasium. 

Görz: Landesmuseum. 
„ Oberrealschule. 

Graz: Oberrealschule. 
20 „ K. k. 1. Staats- Gymnasium. 
„ K. k. 2. Staats-Gymnasium. 

Güns: K. kath. Gymnasium. 

Hernais: Pfarrhauptschule. 

Hollabrunn: Landes-Realgymnasium. 

Hradisch: K. k. Gymnasium. 

Iglau: K. k. Gymnasium. 

Kalksburg: Convict d. P. P. Jesuiten. 

Kesmarlc: Oeffentl. evang. Gymnasium. 

Keszthely: K. kath. Unter-Gymnasium. 
30 Klagenfurt: K. k. Gymnasium. 

Klattau: K. k. Gymnasium. 

Korneuburg: K. k. Unter-Realschule. 

Krainburg: K. k. Unter- Gymnasium. 

Kreutz in Kroatien: Landwirtschaftliche Forstlehranstalt. 
Laibach: Lehrerbildungsanstalt. 
Lemberg: Naturhist. Museum. 



I i'liranst.tltcii nml l'.i><lii<tln>ki>n 



im 



Leoben : Landes- Realgymnasium. 

„ Lehrerbildungsanstalt. 
Leutomischl : K. k. Ober-Gymnasium. 
,0 Linz: OeffentL Bibliothek. 

„ Bischötl. Gymnasium am Freinbergs, 
i K. k. Gymnasium. 
„ K. k. Ober-Realschule. 
Mährisch- Neustadt: K. k. Gymnasium. 
Marburg: K. k. Gymnasium. 

Mariaschein bei Töplitz : bischöfl. Knaben-Seminar. 
Neuhaus in Böhmen: K. k. Gymnasium. 
Oedenburg: Evang. Lyceum. 
Ol mutz: K. k. Universitäts-Bibliothek. 

„ K. k. Realschule. 

Pest: K. Josefs-Polytechnicum, 2 Hafeng. 5. 
Prag: Deutsche Lehrerbildungsanstalt. 
'Reichenberg: K. k. Ober-Realgymnasium. 

Rudolfswerth (Krain): K. k. Real-Obergymnasium (Dr. J. Z in die). 
Rzeszow: K. k. Gymnasium. 
Sahburg: K. k. Gymnasium. 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Schässburg: K. Gymnasium. 

Schönberg Mährisch: Wissenschaftlicher Verein Kosmos. 
i0 Steinamanger: K. Gymnasium. 

St. Marton: Matica Slovenska. II. Comm. Arva-Thurocz Postamt. 
Temesvar: K. Ober-Gymnasium. 
Tesche n: K. k. kath. Gymnasium. 

1 Troppau: Landes-Museum. 

„ K. k. Gymnasium. 
„ K. k. Ober-Realschule. 
tJng. Hradisch: K. k. Gymnasium. 
Villach: K. k. Real-Gymnasium. 
. Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Realgymnasium. 
Ö • Weisswasser: Forstlehranstalt. 

Wien: Allg. österr. Apotheker- Verein. 

Bibliothek des k. k. polytechn. Instituts. 
Lehrerbildungsanstalt St. Anna. 
Schottenfelder k. k. Ober-Realschule. 
Zool. bot. Bibl. d. Polytechnik. 
Wittingau: K. k. Gymnasium. 



LIV 



Wissenschaftliche Anwälten 



Unentgeltlich. 

Graz: Akademischer Leseverein. 
Prag: Akademischer Leseverein. 

„ Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 
Wien: Communal-Gymnasium Leopoldstadt. 

„ „ „ Gumpendorf. 

„ „ Ober-Realschule auf der Wieden. 

„ n . n . n Rossau. 

„ „ Realschule Gumpendorf. 

„ Akademischer Leseverein. 

10 „ Universitäts-Bibliothek. 

„ Landesausschuss-Bibliothek. 



Wissenschaftliche Anstalten, 

mit welchen Schriftentausch stattfindet.*) 

* Agram: K. Kroat.-slavon. Landwirthschafts-Gesellschaft. 

* Albany: New-York State agricultural Society. 
Alteriburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 

* Amiens: Societe Linneenne du Nord de la Erance (Rue d' Algier 6). 

* Amsterdam: Acade'mie royale des sciences. 

„ K. zool. Genotsch. Natura artis magistra. 

Annaberg-Buchholz: Verein für Naturkunde. 
Arkansas: State University. 

* Augsburg: Naturhistorischer Verein. 
10 * Bamberg: Naturforschender Verein. 

*Batavia: Gesellschaft der Künste und Wissenschaften. 
„ Naturwissenschaftlicher Verein. 
Basel: Naturforschende Gesellschaft. 

* Berlin: Königl. Akademie der Wissenschaften. 

Botan. Verein der Prov. Brandenburg und -der angrenzenden Länder. 

* Entomologischer Verein. 

., Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den k. pr. Staaten. 

* „ Redaction der Linnaea, von Garcke. 

*Bem: Allgemeine schweizerische naturforschende Gesellschaft. 
20 v „ Naturforschende Gesellschaft. 



*) Von den mit einein Sterne bezeichneten Instituten wurden im letzten Jahre Publicationen 
eingesendet. 



WiHStMIHl'llllftlil'llt« AllMtlltfll. 



Bogota St. Fe de: Societe de niittiral ist i*s de la nomcllc (in : iiad<\ 

* Bologna: Aocadomia delle Bcienze. 

Ked. Nouv. An. d. sc. nat . 
' Bonn: Naturforschender Verein der proussischen Iiheinlande. 
Kedaotion des Archivs für Naturgeschichte. 

* Hordt an. r: Societe Linneenne. 

* Boston: American Academy. 

Society of natural History. 

* Bremen: Naturwissenchaftlicher Verein. 

30 * Breslau: Sehlesisehe Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Zeitschrift für Entomologie. 
*Brünn: K. k. m.-schles. Ges. für Ackerbau-, Natur- und Landeskunde. 

Naturforschender Verein. 
^Brüssel: Acad. r. des sciences. des lettres et des beaux-arts de Belgique. 
„ Soc. entomologique de Belgique. 
„ Soc. malacologique de Belgique. 

* „ Soc. roy. botanique de Belgique. 

* Buenos Ayres: Museo publico. 
Caen: Soc. Linneenne de Normandie. 

40 *Calcutta: Asiatic Society of Bengal. 

„ Geological Survey of India. 

* Cambridge: American Association for the advancement of Science. 
„ Museum of comparative Zoology. 

Caracas: Soc. de ciencias fis. y natur. (Trübner, London). 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Charleston: Elliot Society of natural history. 
' Chemnitz: Naturforschender Verein in Sachsen. 

* Chcrbourg: Societe nat. des sciences naturelles. 
Chicago: Academy of Science. 

' Christiana: Videnskab. Selskabet. 

„ Kon. norske Fredriks Universitet. 
" Chur: Naturforschende Gesellschaft Graubündtens. 

* Colmar: Societe d'histoire naturelle. 
Colombo: The Ceylon brauch of the royal Asiatic Society. 
(uhimbus: Ohio State board of Agriculture. 
( 'jiistantinopel: Gazette medicale d'Orient. 

Czernowitz: Verein für Landescultur und Laudeskunde der Bukowina. 
DoMZig: Naturforschende Gesellschaft. 

Barmstadt: Naturhistorischer Verein im Grossherzogthum Hessen. 
Ä* n Verein für Erdkunde. 

Dijon: Academie des sciences, arts et belies lettres. 
■ Donaueschingen: Verein für Naturgeschichte. 
Dorpat : Naturforscher- Gesellschaft. 

* Dresden: Naturwissenschaftliche Gesellschaft „Isis." 



) 



LVI 



Wissenschaftliche Anstalten. 



* Dresden: Kaiserl. Leopold. Carolin, deutsche Akad. der Naturforscher. 

* „ Jahresberichte der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 
Dublin: Redaction der Atlantis. 

„ Society of natural history. 

* „ Royal geolog. Soc. of Ireland. 
70* „ Royal Irish Academy. 

„ Royal Dublin Society. 

* Dürkheim: Naturwissenschaftlicher Verein der bair. Pfalz (Pollichia). 

* Edinburgh: Royal Society. 

* „ Royal physical Society. 

* „ Transactions of the Geolog. Soc. 

Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein zu Elberfeld und Barmen. 

* Emden: Naturforschende Gesellschaft. 

* Erlangen: Physicalisch-medicinische Societät. 

* Florenz: Accademia economico-agraria dei Georgofili. 
80* « Societä entomologica italiana. 

* Frankfurt a. M.: Senkenberg'sche naturforschende Gesellschaft. 

* „ Redaction des zoologischen Gartens. 

* „ Freies deutsches Hochstift. 

* Freiburg: Gesellschaft zur Beförderung der Naturwissenschaften im Breisgau 

* „ (Schweiz) Societe helvetique des sciences naturelles. 
Fulda: Verein für Naturkunde. 

* Genf: Socie'te de physique et d'histoire naturelle. 

* Gent: Soc. r. botanique de Belgique. 

* Genua: Soc. de Letture e Conversazioni scientifiche. 
90* » Annali del Museo civico di storia Nat. di Genova. 

* Giessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 
Glasgow: Geolog. Society. 

* Görlitz: Naturforschende Gesellschaft. 

* „ Oberlausitz'sche Gesellschaft der Wissenschaften. 
Görz: Comite für Landeskunde. 

* Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 

* Gothenburg: Kong. Vetenskab Selskabet. 
*Graz: Naturwissenschaftlicher Verein. 

* Greifswald: Naturw. Verein für Neuvorpommern und Rügen. 
100 Haag: L'archive neerlandaise des sciensces exactes et naturelles. 

*Haarlem: Societe hollandaise des sciences naturelles. 

* „ Archiv für Zoologie. 

* Halle: Botanische Zeitung von De Bary und Kraus. 

* „ Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 

* „ Naturforschende Gesellschaft. 

* Hamburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Hanau: Wetterau'sche Gesellschaft für Naturkunde. 



MMMJObaffclich« An .(.ill.'n 



l.\ II 



* Hannover: Naturforschcnilo Gesellschaft. 
*Ht'lsin<ifors : Societe* de sciences de Finlando. 

110 „ Societas pro Fauna et Flora fennica. 

' Ifcrntannstadt : Siobenbürgiseher Verein für XaturwisseiiM'hal't cn 
Verein für Siebcnbürgischo Landeskunde. 
WMbwtghaustn: Bibliographisches Institut. 
Hongkong: The brauch of the royal Asiatie Society. 
*. leim: Kedact. d. Zeitschr. f. Medicin u. Naturwissenschaften. 

n Medic.-naturwissensch. Gesellschaft. 
' Innsbruck: Ferdinandeum. 

„ Natunvissenschaftlich-medicinischer Verein. 
Joint: State University. 
* Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 

* .. Verein nördlich der Elbe zur Verbreitung der Naturwissenschaften. 

* Klagenfurt: K. k. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues und der 

Industrie in Kärnten. 
„ Naturhistorisches Landesnmseum von Kärnten. 
Klausenburg: Landesmuseum für Siebenbürgen. 

* Königsberg: K. physikalisch-öconomische Gesellschaft in Preussen. 

* Konstantinopel: Societe imp. de Medecine. 

„ Societe liter. grecque: Syllogos. 

> Kopenhagen: Naturhistorischer Verein. 

* „ Naturhist. Tidskrift v. Schiödte. 

„ Kön. Gesellschaft der Wissenschaften. 

* Landshut: Botanischer Verein. 

Lansing: Michigan State agricultural Society. 
"Lausanne: Soc. Vaudoise de sciences naturelles. 
Leiden: Nederlandsch Kruidkundig Archief v. W. F. R. Sur in gar. 

* „ Societe entomologique des Pays-bas. 

„ Entomol. Hefte von Snellen von Vollenhoven. 

* Leipzig: Königl. sächs. Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Zeitschrift für Wissenschaft!. Zoologie. 

„ Bibliografisches Institut (Deutsche Warte Otto Wiegan d). 
140* Lemberg: K. k. galiz. Landwirthschafts-Gesellschaft. 
"Liege: Societe d'horticulture. 
„ La Belgique horticole. 

* Lille: Societe des sciences. 
"Linz: Museum Francisco-Carolinum. 
"London: Linnean Society. 

„ Entomological Society. 
„ Microscopical Society. 

Royal Society. 
„ Zoological Society. 
150 „ Geological Society. 

Z. B. Ges. B. XXIII. h 



LVIII Wissenschaftliche Anstalten, 

^London: Kedaction des Zoological-Record. 

* '„ „ der Nature. (Durch Trübner's Buchh.) 

* „ „ des Entomologist Monthly Magazine. (Durch dieselbe.) 
*Lucca: R. accademia lucchese di scienze, lettere ed arti. 

*Lund: Universität. 
Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 

* Lüttich: Societe royale des sciences. 

* Luxemburg: Societe des sciences naturelles. 
Lyon: Socie'te d'agric. et d'hist. nat. 

160 * „ Acad. imp. des sciences et belles lettres. 
„ Societe' Linne'enne. 

Madison: Wisconsin State agricultural society. 
Madrid: K. Akademie der Wissenschaften. 
Magdeburg : Naturw. Verein. 

* Mailand: R. istituto lombardo di scienze, lettere ed arti. 

* „ Societä italiana di scienze naturali. 
Manchester: Literary and philosophical Society. 
Mannheim: Verein für Naturkunde. 

Mexiko: Sociedad de hist. natural. 
170 % Modena: Reale accademia di scienze, lettere ed arti. 

„ Redact. d'Archivio per la zoologia, anatomia, e la tisiolog. 
„ Annuario della Soc. d. Naturalisti. 

* Moskau: Kais. Gesellschaft der Naturforscher. 

„ Russ. Gesellsch. für naturwissenschaftl.Anthropologie u. Ethnographie* 

* München: K. Akademie der Wissenschaften. 

* Nancy: Academie de Stanislas. 

* Neapel: K. Akademie der Wissenschaften. 

„ Associazione dei naturalisti e Medici. 
*Neisse: Philomathie. 
180 * Neu-Brandenburg: Verein der Freunde der Naturwissensch, in Mecklenburg. 
*Neufchdtel: Societe de sciences naturelles. 

* Newcastle: The Tyneside naturalist's field Club. 

* Neiv- Häven: Redact. d. American Journal of sciences and arts. 

* „ Connecticut Academy. 
New- Orleans: Academy of sciences. 

Newport: Orleans County Society naturales sciences. 
New- York: Lyceum of natural history. 

* Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. 

* Offenbach : Verein für Naturkunde. 

190 * Padua: Societä Veneto-Trentina di scienze naturali. 

* Palermo: Societä d'acclimatazione. 

„ Accademia delle scienze. 

* Paris: Societe entomologique de France. 



Wwmmi«. liiilllu hr A it .Ultoti 



'Paris: Kedact. »1. Journal de Conchyliologie par. M. Cros 
' „ Soc. botanique de France. 

* Nouvelles Archives du Mus. cThist nat. 
' Passau: Naturwissenschaftlicher Verein. 
*Pest: K. ung. Akademie der Wissensehaften. 

* „ K. ung. Gesellschaft für Naturwissenschaften. 
H) * n Geologische Gesellschaft für Ungarn. 

* Petersburg: Kais. Akademie der Wissenschaften. 

„ Societe entomologique de Kussie. 
„ Bibliotheque imp. public. 

* Philadelphia: Academy of natural science. 

„ Pbilosophical Society. 

„ Wagner free institute of science. 

„ American entomological Society. 

„ American Journal of Conchyliology by Tryo 

*Pisa: Nuovo Giornale Botanico italiano. 
.0 Portland: Massachusetts Soc. of nat. history. 
*Prag: K. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. 
„ Naturwissenschaftlicher Verein „Lotos". 
Pressburg: Verein für Naturkunde. 
* Begensburg : K. baier. botanische Gesellschaft. 

„ Zoologisch-mineralogischer Verein. 
* Beichenberg (Böhmen): Verein der Naturfreunde. 
*Biga: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Bio de Janeiro: Palestra. 
Born: Accademia pontificia de' nuovi Lincei. 
10 "Bönen: Societe des arais des sciences naturelles. 
; * Salem U. St.: Essex Institut. 

Peabody Academy of science. 

* Sahburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 
San Francisco: Californian Academy of natural science. 
Sanct Gallen: Naturforschende Gesellschaft. 

St. Louis: Academy of science. 
Santiago: Universität. 

„ Wissenschaftlicher Verein. 

* Schaphausen: Schweizerische entomol. Gesellschaft. 
30 Shanghai: The branch of the royal Asiatic Society. 

*Sidney: Austrat, horticultural Society. 
"Stettin: Entomologischer Verein. 

* Stockholm: K. schwedische Akademie der Wissenschaften. 
Strassburg: Societe du museum d'histoire naturelle. 

* Stuttgart: Würtembergischer Verein für Naturkunde. 

., Illustrirte Gartenzeitung von Lebl. 

* Toronto: Canadian Institute. 



XL 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Toulouse: Academie des sciences et belies lettres. 
*Triest: Landwirtschaftliche Gesellschaft. 
240 Trondhjem: Kong. norske Videnskabs Selskabet. 
Uman (Gouv. Kiew) : Ober-Gartenbauschule. 

* Upsala: Societe royale des sciences. 

* Utrecht: Gesellschaft für Kunst und Wissenschaften. 

* Venedig: R. istituto veneto di seien ce, lettere ed arti. 

* Verona: Accademia di commercio, agricoltura ed arti. 

* Washington : Smithsonian Institution. 

* „ United States patent Office, 
„ National Acad. of Science. 

„ Department of agriculture of the Unit. Stat. of N. America. 

250 * » Report of Un. Stat. geological Survey. 

Werningerode: Naturwissenschaftlicher Verein des Harzes. 

* Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. 

* „ K. k. geologische Reichs anstalt. 

* „ K. k. Gesellschaft der Aerzte. 

„ K. k. geographische Gesellschaft. 

* „ K. k. Reichsforstverein. 

* „ Handels- und Gewerbekammer. 

* „ Deutsch-Oesterr. Alpenverein (Section Austria.) 

* „ Verein für volkswirthschaftlichen Fortschritt. 
260 * " Verein für Landeskunde von Nieder- Oesterreich. 

* „ K. k. Gartenbaugesellschaft. 

* Wiesbaden: Nassau'scher Verein für Naturkunde. 

Würzburg: Landwirthschaftl. Verein für Unterfranken und Aschaffenburg. 

* Zürich: Naturforschende Gesellschaft. 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. XXIII. Sitz.-Ber. 



A 



Versammlung am 8. Jänner 1873. 

Vorsitzender: Herr Hofrath Brunner von Wattenwyl. 



Neu eingetretene Mitglieder : 



P. T. Herr 



als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herrn 



Fink Eduard C, Offiz. der Erzh. Albrecht- 
schen Güteradrainistration in Wien . . 

Harold Edgar Freih. v., k. Major a. D. in 
München 

Jessen Dr. Karl, Prof. an der landw. Lehr- 
anstalt zu Eldena in Pommern .... 

Mühlich Alois, Beamter der k. Ferd. Nord- 
bahn E Brandmayer, J. Strauss. 

Neubauer Joh. Ev. S. J. Norwood Süd- 

Austr. Adelaide J. Wiesbauer, Gabr. Strobl. 

Stransky P. Franz in Schlappenz bei 
Iglau 

Szentmiklösy Eugen, Prof. der Naturg. 
am röm. kath. Gymn. in Karlsburg . . 



v. Zimmerman, A. Rogenhofer. 
die Direction. 

Dr. Reichardt, Regrth. Fenzl. 



Fei. Schwarzel, Dr. Reichardt. 



0. Herman, v. Frauenfeld. 



Eingegangene Gegenstände: 

2 Centurien Lepiclopteren , Geschenk des Herrn General - Stabsarztes 
von Zimmermann. 

1 Partie Lepiäopteren, von Herrn. Aug Barbieux geschenkt. 

1 Paquet mit Moosen und Flechten von Herrn Arnold. 

Hepat. Bei. 47 Fungi Cent. 16. Algen Dek. 229—31 von L. Raben- 
horst. 

A* 



4 



Sitzung am 8. Jänner 1873. 



1 Paquet Pflanzen von Herrn Engelthaler. 

Fungi austriaei exsicc. Cent. 3. 6, Herb, mycdl. oecon. Cent. 1. von 
Herrn Bar. Thümen. 



Der Secretär Herr Georg Ritter von Frauenfeld machte 
folgende Mittheilungen: 

Se. Durchlaucht der Herr Präsident hat den Herrn Vicepräsidenten B runner 
von Wattenwyl für das Jahr 1873 zu seinem Stellvertreter ernannt. 

Vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht ist folgende 
Zuschrift eingegangen: • 

Nachdem die löbl. k. k. zool.-bot. Gesellschaft im Schreiben vom 13. d. M. 
die Einbeziehung der in Aussicht genommenen Ausstellungs-Objecte in die 
Collectivausstellung dem Ermessen des Ministeriums anheimstellt, so spricht sich 
dieses hiefür aus und ersucht, diese Ausstellungsgegenstände selbstverständlich 
unter Wahrung jedes Ausstellerrechtes für die löbl. k. k. zool.-bot. Gesellschaft 
der Collectivausstellung einzufügen. 

Wien, den 17. December 1872. 

Für den Minister für Cultus und Unterricht: 
Fidler. 

Das Inhaltsverzeichniss des 10. bis 20. Bandes der Verhandlungen der Gesell- 
schaft ist erschienen und kostet für die Mitglieder 3 fl.; im Buchhandel 2 Thlr. 

Die Cryptogamenflora von Oberösterreich von Pötsch und Schieder- 
meyer ist erschienen und kostet für die Mitglieder 3 fl. 50 kr., im Buch- 
handel 2 Thlr. 20 Gr. 

Für den bis inclusive der Coleopteren gedruckten Nomenciator befindet 
sich das Manuscript bis zum Schlüsse in der Druckerei und ist daher die Voll- 
endung desselben in kürzester Zeit zu erwarten. 

Das vereinte 3. und 4. Heft des 22. Bandes der Gesellschaftsschriften 
ist erschienen. 



Herr Custos A. Rogenhofer besprach folgende zwei ein- 
gesendete Abhandlungen : 

J. Mann: Zur Lepidopteren-Fauna Etruriens. 

V. Geiger: Beitrag zur Schmetterlingskunde Dalmatiens, (Siehe Ab- 
handlungen.) und legte die Beschreibungen neuer Schmetterlinge aus dem eil. 
Tauras ges. v. Herrn Haberhauer vor. 



Kinil Horroyor uml IM II W. hnr.lt. 



5 



Herr Emil IJenoyer l>< riohtete Uber ewei während des 
Winters 1872 — 1873 in die Umgebungen Wiens unternommene 
Aasflüge. 

Gelegentlich einer Kxcursioii, welche Herr U <> g <• n Ii <> IV r, Herr Uonningei 

und ich am 8. lK'ivmbor v. J. von (irinzin^ auf den Kahlenberg unternahmen, 

trafen wir nachstehende W.\ Phanerogainen in Uliithe: 

Hepatica triloba, /{anunculus bulbosus, Fumaria o/ficimdis, Frysimum 
austriacum, Sinapis arvensis, Farselia incuua, Tldaspi urrense, ( 'upscllu buT8Q 
pasloris, Viola odorata, Stellaria media, Frodium cicularium, Trifolium pratense, 
Melilotus ofj'icinalis, Frayariu colli na, Fr. elalior, Aeyo\>odium I'odagruria, 
Buplcurum fulcatum, Peucedauum (dsaticum, Daucus Carola, Aulhri.scus sil- 
vestris, Cornus sanguinea, Sherardia arvensis, Knautia arvensis, ficalrio.su 
ochrok'uca, BeUis perennis, Solidago Virga aurea, Inula Conyza, Achülea 
Mille foli am , örysa/nthemum inodorum, Senccio vulgaris, Cirsium a/rvense, 
Carduus acanthoides, Centaurea Cyanus, C. Scabiosa, C. paniculata, I'icris 
hicrucioides, Tragopogon Orient alis, T. major, Sonchus asper, S. oleraceus, 
Crepis foelida, Campanula glomerata, C. rapuneuloides, C. persieifolia, Asperugo 
procumbens, Lithospermum arvense, Veronica agrestis, Lamium maculatum 
Ballota nigra, Anugallis arvensis, Euphorbia helioscopia, Mercuriulis annua. 

Den zweiten Ausflug unternahm ich am 5. Jänner d. J. auf den Maaberg 
bei Mödling, woselbst ich nachstehende Arten blühend antraf: 

Sesleria coerülca, Primula Auricula, Potentüla verna var. cinerea, Seseli 
coloratum, Pohjgala Chamaebuxus, Biscutella laevigata, Thlaspi montanum und 
Pulsatilla vulgaris. 

Im Anschlüsse an den Vortrag des Herrn E. Berroyer 
machte Herr Custos Dr. H. W. Reichardt folgende Mittheilung: 

Auch mich bewog die ungewühulich milde Witterung dieses Winters, 
einige Beobachtungen über das Vorkommen blühender Pflanzen im Freien zu 
machen und zwar begingen mein geehrter College Dr. J. Peyritsch und ich 
am 4. Jänner den botanischen Garten ; am 6. Jänner machte ich einen Aus- 
flug in die Müdlinger Klause und in die Brühl, wo ich die Abhänge um den 
schwarzen Thurm in Augenschein nahm und zum Husarentempel empor stieg. 

Im botanischen Garten wurden am 4. Jänner blühend beobachtet: Setaria 
viridis P. B. , Poa annua L., Bellis perennis L. , Pulicaria dysenterica Gärtn., 
Lasthenia glaberrima DC, Achillea Millefolium L. , Senecio vulgaris L. , Cen- 
taurea corymbosa Pourr. , C. Orphanidis Boiss., Tragopogon oricntalis L., 
Taraxacum officinale Wigg. , Sonchus oleraceus L. , Lamium amplexicaule L., 
lt. purpureum L., L. maculatum L., Manunculus montanus W., Ii. paaormitanus 
Tod., Helleborus niger L., Eranthis hiemalis ISal, Brassica mesopolamica Boiss., 
Draba verna L. , Iberis sempervirens L., Capsella bursa pastoris Much., Viola 
tricolor L., Stellaria media Vill., Cerastium glomeratum Thuill., Dianthus bar- 
balus L., D. Carthusianorum L., Mercurialis annua L., Potentüla collina Wib.. 



6 



Sitzung am 8. Jänner 1873. 



P. hirta L. und Geum urbanum L. Es blühten also 33 Arten , wobei bemerkt 
werden muss, dass sämmtliche Alpenpflanzen, Zwiebelgewächse u. s. w. mit 
Laub oder Reisig eingedeckt waren; ohne dieses würde die Zahl der blühenden 
Phanerogamen bedeutend grösser gewesen sein. 

Am 6. Jänner fand ich auf den bezeichneten Abhängen der Mödlinger 
Klause und in der Brühl blühend: 

Stipa pennata L. (so häufig dass Sträusse gepflückt werden konnten), 
Sesleria coerulea Ard., Poa annua L., Bromus arvensis L. , Scabiosa ochro- 
leuca L., Bellis perennis L., Achillea Mille folium L., Seneeio vulgaris L., 
Centaurea Scabiosa L., C. panicalaXa L., Taraxacum officinale Wigg., Cam- 
panula rotundifulia L., Thymus Serpyllum L., Calamintha Aeinos Clairv., 
Juamium amplexicaule L., L. purpureum L., L. maculatum L., Stachys 
recta L., Primula acaulis Jacqu., Anagallis arvensis L., Erica carnea L. (im 
Beginne der Blüthe auf dem bekannten Standorte nahe dem Husarentempel), 
Pimpinella Saxifraga L., P. magna L., Seseli Hippomarathrum L., Anemone 
Hepatica L., Sisymbrium officinale L., Farsetia incana R. Br., Draba verna 
L., Capsella bursa pastoris Mnch., Alsine fasciculata M. et K., Stellaria media 
Vill., Polygala amara L. (in einer interessanten Form mit einzelnen sitzenden 
Blüthen, die in der Rosette der grundständigen Blätter ganz versteckt waren), 
P. Cliamaebuxus L. , Mercurialis annua L. , Erodium cicutarium I/Her., 
Potentilla cinerea Chaix, P. opaca L., endlich Rosa damascena Mill. var. bifera 
(die Monatsrose, in einem Hausgarten der Brühl). Ich beobachtete also 37 Arten 
blühend, und wenn man die 5 von mir nicht gefundenen, von Herrn Berroyer 
aber angeführten Arten hinzurechnet, so blühten am 5. und 6. Jänner um 
Mödling 42 Species von Phanerogamen, darunter mehr als 10 entschiedene 
Frühlingsboten. 

Auch aus anderen Gegenden der Monarchie liefen ähnliche Berichte ein. 
So schrieb Herr Josef Kugler, dass er am 27. December um Mostenitz nächst 
Gaya in Mähren folgende 28 Arten blühend antraf : Taraxacum officinale Wigg., 
Bellis perennis L., Achillea Mülefolium L., Tragopogon orientalis L. (häufig), 
Centaurea Jacea L., Sonchus oleraceus L., Calendula officinalis L., Seneeio 
vulgaris L. , S. Jacobaea L. , Carduus aeanthoides L. , Anthemis arvensis L., 
Dipsacus silvestris L., Scabiosa ochroleuca L. (oft), Viola tricolor L., Veronica 
agrestis Fr., Arenaria serpyllifolia L. (sehr häufig), Potentilla recta L. (oft), 
Caltha palustris L., Echium vulgare L., Lithospermum arvense L., Capsella 
bursa pastoris Mnch., E-ysimum cheiranthoides, L., Erodium cicutarium L'Her. 
Reseda odorata L., Stellaria media Vill., Sherardia arvensis L., Pimpinella 
Saxifraga L. und Cornus sanguinea L. 



Von Herrn Hauptmann Stephan Schulz er von Müggenburg 
in Vinkovce liefen folgende zwei Notizen ein : 

1. Bei anhaltend mildem Wetter machte ein am 17. d. in meinem Garten 
gepflückter Zweig mit zwölf reifen Himbeeren die Runde in der Stadt. 



Bfttfhu B e ii ii i /. • i 



7 



2. Unter vielen Ileehtelien horniger Unit wind im Bo.mi1 ;ukIi . in ..u . t 

völlig normal gebildetes Individuum von Ii"., Zoll Utoge, in allen Thellen 

rein-schwarz ohne irgend welelie Zeichnung am Leibe, gefangen. 



Herr Julius von B ei gen stamm legte vor : 
Uebersieht der bis jetzt in der Sandeeer Gegend gesammelten 
Dipteren von Dr. Adalbert Grzegorzek. (Siehe Abhandlungen. ) 



Herr Hofrath Brunner von Wattenwyl besprach folgende 
eingesendete Abhandlung: 

Beitrage zur Orthopteren-Fauna Tirols von Hermann K raus 
in Tübingen. (Siehe Abhandlungen.) 



Versammlung am 5. Februar 1873. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. Gustav Mayr. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herrn 

BohatschOtto, IV. Fleischmanngasse Nr. 8. 

in Wien A. Bohatsch, Ä. Rogenhofer. 

Ferrari- Cupilli Simeon, Gemeinde-Biblio- 
thekar in Zara H. Mertha, J. Erber. 

Richter Ludwig, Erzieher in Pest. . . Dr. Tauscher, J. Freyn. 

Wisinger Karl, Custos-Adjunkt der minera- 
logisch-geologischen Abtheilung des Xa- 

tional-Museums in Pest v. Frauenfeld, Dr. Reichardt. 



Staatsoberrealschule in Görz. 
Staatsoberrealschule in Graz. 



8 



Sitzung am 5. Februar 1873. 



Anschluss zum Schriftentausche: 
Akad. Verein der Naturhistoriker in Wien. 



Der Secretär Herr Custos Georg Ritter von Frauen feld 
machte folgende Mittheilungen: 

Vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht erhielt die 
Gesellschaft folgende zwei Zuschriften: 

Durch die Erklärung der löbl. Gesellschaft, mit ihren Ausstellungsgegen- 
ständen der Collectivausstellung beizutreten, hat dieselbe auch die Begünstigung 
erlangt, dass die Platzmiethe vom k. k. Unterrichtsministerium bestritten wird. 
Gleichzeitig wird die löbl. Gesellschaft in Kenntniss gesetzt, dass der für ihre 
Objecte bestimmte Raum im Ausstellungsgebäude von der Generaldirection mit 
einem Meter Boden und fünf Meter Wand festgestellt wurde. In der Vorausstellung 
kann derselben ein grösserer Raum gewidmet werden und die hiezu bestellte 
Ministerial - Commission wird weiterhin in Erwägung ziehen, ob auch bei der 
Weltausstellung selbst über den von der General-Direction zugemessenen Raum 
ein weiterer ausgemittelt werden kann. 

Wien, den 28. Jänner 1873. 

Fidler. 

Die löbl. Gesellschaft wird in Kenntniss gesetzt, dass die vorn k. k. Mini- 
sterium für Cultus und Unterricht in Aussicht genommene Vorausstellung von 
Unterrichtsgegenständen, welche bei der Weltausstellung selbst der Collectiv- 
Ausstellung einverleibt werden, zu Anfang März d. J. in den Localitäten des 
Obergymnasiums in Wien, IX. Bezirk Wasagasse 10, eröffnet wird. Die löbl. 
Gesellschaft wird daher eingeladen, die Objecte, zu deren Einbeziehung in die 
Collectiv-Ausstellung dieselbe sich bereit erklärt hat, zwischen 1. bis längstens 
15. Februar an dem genannten Orte zu übergeben oder dahin unter Adresse 
der gefertigten Commission einzusenden. 

Wien, den 13. Jänner 1873. 

Fidler. 

In Betreif der von der Gesellschaft im verflossenen Jahr ergangenen 
Einladung an die verehrl. Mitglieder, sich in Wege der Gesellschaft bei der 
diessjährigen Weltausstellung zu betheiligen, erlaube ich mir Folgendes zur Kennt- 
niss mitzutheilen. Zur Betheiligung haben sich bereit erklärt : Herr Reg.-Rath 
Dir. Pokorny mit einem Blätterherbar, Herr Berroyer mit den Giftpflanzen 
Nieder-Oesterreichs, Herr. Dr. Pötsch mit Flechten, Herr Woioszczak mit einer 
Sammlun g von Holzdurchschnitten, Herr Baron Schrökinger mit den Meeres-, Land- 
und Süsswasser-Conchylien Oesterreichs. Von der Gesellschaft selbst werden sänimt- 
liche von ihr bisher herausgegebenen Werke ausgestellt, mit der Widmung, dem 



Kran | ii f 1 1 'I 



9 



neugegründetenAthenaum einverleibt zu werden. Ausserdem wird eine vollständige 
Repräsentation sämmtlichor Insekten < iatt uu :<<n von Nieder-Oesterreich zu- 
sammengestellt, woran sich die Herren v. U e r ge n s t a m m, Brauer, Horvatli, 
Kolaz y und Rodenhof« 1 r betheiligen. 



Das hohe k. k. A.ckerbanministerinm hat einen Bericht der Krakauer 
Lüiidwirthschaftsgesellschaft zur gutäehtliehen Aeusserung übermittelt. 

In demselben wird mitgetheilt, dass Herr Konopka die Lebensweise von 
pordylura fl<inj>c< ermittelte, die er als Verwüsterin von Phleum pratense erkannte. 

Kieferpflanzungen sind durch Hylobius abietis, so wie durch Tortricinen 
stark angegriffen. Aus Kiefernzapfen zog Prof. Nowicki Pissodes notatus. In 
Erlen hat Cryptorrhyndiiis lapathi gewirthschaftet, und die Eichen wurden durch 
Myriaden der Raupen von Chimalohia brumata entblättert. 

In Obstgärten machteu sich Porthesia chrysorrhoea, Anthononrus pomorum 
und ppri, Scolyfus pruni und Liopus nebulosus nebst jRecurvaria lencatella 
empfindlich bemerkbar, und den Obstertrag zu nichte. An den Zwiebelpflanzen 
war Käfer und Larve von Crioceris brunnea sehr schädlich. 

Aus Ostgalizien kam die Plage über einen Dratwurm, der den Kukuruz 
schädigte, so wie in Westgalizien die Gerstensaat stark durch Agriotes lineatus litt. 

Als neuen Schädling der Gerste glaubt man eine kleine rothe Made, die 
in einer Anzahl bis 12 am Halme über dem obersten Keimgelenke sattelförmige 
Auswüchse verursacht, und einer Ceciclomyia angehören düifte, deren Zucht 
aber bisher nicht gelang. 

Zabrns gibbus ist seit 1871 fast ganz verschwunden, dagegen Anisoplia 
häufiger, und Chlorops taeniopus wieder in Mehrzahl erschienen. 

Dieser Bericht wurde mit Dank zurückgestellt und mit folgendem 
Schreiben begleitet. 

Hohes k. k. Ackerbau-Ministerium! 

Indem der gütigst mitgetheilte Bericht der Krakauer Landwirthschafts- 
gesellschaft mit ergebenstem Dank retournirt wird, beehrt man sich zu bemerken, 
dass die k. k. zool.-bot. Gesellschaft schon vor Jahren und wiederholt auf die 
hohe Wichtigkeit der Sammlung solcher Nachrichten über landwirthschaltliche 
Schäden sowohl als auch negativer Ergebnisse aufmerksam gemacht hat, um 
auf Grund solcher Daten im Vergleich mit den elementarischen Verhältnissen 
zu einer bessern Erkenntniss dieser Vorkommnisse zu gelangen und hiedurch 
eine mögliche Voraussicht und rationelle Abwehr zu gewinnen. Ja selbst schon 
eingeleitet wurde durch sie eine solche periodische Berichterstattung aus den 
verschiedenen Provinzen und obwohl von den Stattb altereien und deren Behörden 
dabei mit höchst anerkennenswerthem Entgegenkommen unterstützt, scheiterte 
doch der Versuch an der Theilnahmlosigkeit der Dominien und es werden gegen- 

Z. B. Ges. B. XXIII. Sitz.-Ber. . B 



10 



Sitzung am 5. Februar 1873. 



wärtig in unsere Schriften nur die mit allem Eifer aufgegriffenen und erforschten 
Ereignisse dieser Art nach Thunlichkeit gesammelt und wissenschaftlich ver- 
werthet. 

Jede solche Bemühung verdient Berücksichtigung und der vorliegende 
Bericht liefert den Beweis, dass eine unermüdet fortgesetzte Untersuchung stets 
neue bisher nicht bekannte Thatsachen an's Licht bringt. 

Es wäre nur vielleicht zu bemerken, dass der Bericht zu allgemein ge- 
halten, überhaupt Schädlinge aufzählt, von denen nicht bemerkt ist, ob sie 
aussergewöhnlich verderblich aufgetreten seien, so dass es scheint, dass auch 
die in beschränktem Masse erschienenen bezeichnet sind, die daher nicht als 
aussergewöhnliche Erscheinung hervorzuheben gewesen wären. 

Es kann nur höchst dankend anerkennt werden, wenn das hohe k. k. Mini- 
sterium diesem wichtigen Gegenstand seine Aufmerksamkeit schenkt, da nur 
dadurch es möglich wird, endlich dahin zu gelangen, dass solche das Wohl 
ganzer Länder bedrohende Katastrophen uns nicht plötzlich überfallen wie in 
jüngster Zeit die Rebenlaus, und dass der Landwirth nicht rath- und hilflos vor 
ihr zu stehen nöthig hat. 



In Folge einer irrthümlichen Mittheilung wurde Herr Alexander Pazz an i 
als ausgetreten bezeichnet und in dem am Schlüsse des Jahres 1872 verfassten 
Mitglieder-Verzeichnisse nicht aufgeführt. 

Da Herr Pazzani auch für 1873 seinen Jahresbeitrag eingezahlt hat, 
und erklärte, dass er gar nie aus der Gesellschaft auszutreten beabsichtigte, so 
erfolgt die Berichtigung dieses Irrthums. 



Herr Dr. August Ritter von Reuss fil. lieferte Beiträge 
zur Flora Nieder-Oesterreichs. (Siehe Abhandlungen). 



Herr J. Juratzka zeigte Botrychiwn virginianum aus der 
Sammlung des Hrn. Hofrathes R. v. Parmentier vor, welches Hr. 
Oberförster Raus chenberger auf dem Steinberg in der Ramsau 
bei Berchtesgaden gefunden hatte ; ferner theilte er folgenden 
Auszug aus einem Briefe des Herrn S. Berggren in Lund mit: 

Wie wir von der Grönlandexpedition 1870 zurückkehrten, wurde beschlossen, 
dass auch im folgenden Jahre eine Expedition dahin abgehen solle, um die 
kolossalen Meteoriten, die wir dort gefunden, hieherzubringen. Auch dieses 
Jahr 1872 ist eine schwedische Expedition unter Prof. Nordenskiold nach Spitz- 
bergen abgegangen, mit der Absicht, dort zu überwintern, um nächstes Frühjahr 
gegen den Pol vorzudringen, so weit es möglich. Ich hätte mitgehen können 



.1. J u r Ii t z X ii. 



I 1 



mit <l-'in Recht, schon in diesem Herbst mit «Ich Kaht-zeugi'ii /.urückzukrhron, 
weicht» das Wintrrhau*, lu-nnthicre ftir die Schlittenfahrten, l'roviant etc. dahin 
brachten. Allein die grosse noch unbestimmte Sammlung der v.m Spitzbergen 
und Grönland gebrachten Pflanzen hielt mich ab, Theil zu nehnien, und jetzt 
darf ich mich wohl glücklich schätzen, denn die Nachrichten von unsem liei- 
senden sind nicht sehr tröstlieh. Erstens konnte man nicht so weit als beab- 
sichtigt vordringen, da das Eis alles verschluss , und sie wurden genöthigt, in 
Hinlopen Strait das Fahrzeug vor Anker zu legen und da den Winter zuzu- 
bringen. Doch sind die beiden Transportschitie, die Ordre hatten, am 1. November 
zurück zu sein, noch nicht gekommen. Man muss also fürchten, dass beide 
Schifte vom Eise besetzt eingefroren sind. Leider sind sie für einen Winter- 
infenthalt weder mit Proviant, noch Kleidern, noch Brennholz versorgt. Sind sie 
in der Nähe des Expeditionsschiffes, so kann der Proviant vielleicht für beide 
Parteien ausreichen. Es sind aber noch 6 norwegische Schifte vom Robben- und 
Weissfischfang im Sommer bei Spitzbergen nicht zurückgekehrt. Zusammen an 
Mannschaft 62 Mann gleichfalls nicht für den Winter vorbereitet. Bringen nicht 
glückliche Umstände Hilfe, so dürfte die Noth wohl ihre Opfer fordern. Es 
wurde zwar in Eisfjord zufällig in diesem Sommer ein Proviantdepot nieder- 
gelegt, das für alle ausreichen dürfte, allein sind sie weit davon entfernt, so 
können sie es wohl kaum erreichen. Von Norwegen wurde ein Dampfschiff zur 
Hilfeleistung abgesandt, allein es ist wenig Hoffnung, in der schon eingetretenen 
Finsterniss in diesem ungeheuren Gebiete die Unglücklichen aufzufinden. 



Au merk. d. Redaction. Wie bekannt ist dieses Schiff wirklich erfolglos zurückgekehrt, und auch 
der noch darnach ausgesendete lsbörn vermochte nicht durchzudringen. 



Herr Custos A. Rogenhof er berichtete über zwei eingesen- 
dete Abhandlungerf von Herrn Dr. Kriech baumer in München ; 
nämlich : Hymenopterologische Beiträge III. und Haematophüa 
eine neue Tabaniden-Gattung. (Siehe Abhandlungen.) 

Ferner besprach der Vortragende das 15. Heft von 
A. Butler's Lepidoptera exotica. 



Herr Custos Dr. H. W. Reichardt theilte mit, dass es 
Herrn Frankhauser gelungen sei, das Prothallium von Lyco- 
podium annotinum L. aufzufinden. Ferner legte derselbe folgende 
eingesendete Notiz vor: 

Herr Franz Ried er, Lehrer in Wien, fand bei einer Excursion am 
26. December 1872 auf dem Haschberge bei Kierling nächst Klosterneuburg 
nachstehende 15 Phanerogamen blühend: 

B* 



12 



Sitzung am 5. Februar 1873. 



Conium maculatum, Anemone silvestris, Aster Amellus, Polygala amara, 
Trifolium pratense, Fragaria vesea, Cornus sanguinea, Eanunculus bulbosus, 
Scabiosa ochroleuca, Peucedanum alsaticum, Anthemis tinctoria, Campanula 
rapunculoides, Potentilla recta, Arenaria serpyllifolia, Pisum sativum. 



Herr Custos Georg Ritter von Frauenfeld theilte folgendes 
von Herrn J. Freyn eingesendete Schreiben mit: 

Pest, am 12. Jänner 1873. 

Die andauernd milde Witterung verlockte mich am 7. 1. M. zu einer 
Excursion auf den nahen Blocksberg, um zu sehen, welchen Einfluss dieselbe 
auf das Pflanzenleben ausübe. Die gemachten Beobachtungen sind folgende: 

Viola odorata L., Seneeio vulgaris L. und Parietaria erecta M. K. standen 
in Blüthe und vollster Entwicklung, ohne dass sich ein Unterschied gegenüber 
den zur normalen Zeit blühenden Pflanzen zeigte. Dagegen war Echinospermum 
Lappula Lehm, durch einen ausserge wohnlich dieht gedrängten Wuchs aller 
Theile auffallend, während Silene longiflora Ehrh. zu einer einblüthigen Form 
verkümmerte, bei welcher die Blüthe gipfelständig war. Sehr auffallend war 
ferner Anthemis tinctoria L., welche gar nicht selten und sehr vollkommen 
blühte. Bei dieser Pflanze hatte sich der Herbsttrieb niedergelegt und trieb an 
mehreren Stellen neue Wurzeln, während sich die Seitenknospen zu üppigen, 
fast rosettenartigen Blätterbüscheln ausbildeten. — Auch Sideritis montana L. 
entwickelte neue rosettenartige Blätterbüschel, u. z. aus Seitenknospen am 
Grunde des Stengels, während die Hauptachse und Zweige normal weiter blühten. 
Ein Strauch von Cornus sanguinea L. hatte neue Triebe mit Blättern und 
Blüthenknospen entwickelt, während Amygdalus communis L. bloss frische 
Blätter getrieben hatte. — Einen eigentümlichen Eindruck machte ferner Ficus 
Carica L. , welcher zwar vollkommen entlaubt ist, von dem jedoch einige Sträuche 
über und über mit unreifen Früchten bedeckt sind. Letztere sind wohl noch 
im Herbste gebildet, können es jedoch (obzwar vollkommen entwicklungsfähig) 
bei der niederen Temperatur selbstverständlich nicht mehr zur Eeife bringen. — 
Am Rückwege fand ich auch noch ein sonst fast abgestorbenes Exemplar von 
Xeranthemum annuum L. mit einem vollkommen entwickelten frischen Blüthen- 
köpfchen. 

Ohne Zweifel würden sich diesen Beobachtungen noch manche andere 
angeschlossen haben, wenn ich meine Excursion hätte weiter ausdehnen können, 
als es geschehen ist. 



Dr K#>i« tuir.lt 



18 



Versammlung am 5. März 1S7-5. 

Vorsitzender: Seine Durchlauchl Fiirsi Colloredo 
Mannsfeld. 



Neu eingetretene Mitglieder : 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herrn 

Beling Theodor, Forstmeister in Seesen 

a. Harz Die Direction. 

Guppen berger Lambert, Gymn.-Prof. und 

Präfect in Kremsmünster Dr. Poetsch, Prof. Viehaus. 

Haber Ii auer Josef, Naturalist in Fünf- Edl. v. Zimmermann, A. Rogen- 
kirchen, Arpadgasse Nr. 26 hofer. 

Hinterwaldn er J. M., Prof. d. k. k. Lehrer- 
bildungs-Anstalt in Innsbruck Prof. C. Heller, v. Dalla Torre. 

Möller J. D. in Wedel bei Hamburg ... A. Grunow, v. Frauenfeld. 



Eingegangene Gegenstände : 

18 Centurien Insekten aus Kärnthen und dem Littorale, Geschenk des 

Herrn Anton v. Letocha. 
Eine Partie Characeen für das Vereinsherbar, von Herrn Dr. A. Ritter 

v. Reuss jun. 
Von Herrn Wiesbauer Scrophnlaria Neesii. 



Der Secretär Herr Dr. H. W. Reichardt machte folgende 
Mittheilungen : 

Se. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Kronprinz Rudolf 
geruhte, die Verhandlungen der k. k. zoolog.-bot. Gesellschaft gnädigst entgegen 
zu nehmen, ihr eine Subvention von 80 fl. zu widmen und zugleich zu gestatten, 
dass Höchstdemselben der jährlich erscheinende Band überreicht werden dürfe. 



14 



Sitzung am 5. März 1873. 



Das k. k. Finanzministerium hat die letzt erschienenen Blätter der nun 
beendigten Höhenkarte von Niederösterreich und ein Exemplar der verzeichneten 
Höhen sammt topographischer Beschreibung der Gesellschaft für ihre Bibliothek 
übersendet. 

Dem Herrn von Bergenstamm, der um Enthebung der Beschäftigung 
als Bibliothekar ansuchte, wurde von Seite des Ausschusses der herzlichste Dank 
für seine durch 8 Jahre der Gesellschaft gewidmete unermüdete Thätigkeit aus- 
gesprochen. Herr von Bergenstamm war so freundlich, zu erklären, dass er 
Herrn E. Berroyer, der die Besorgung der Bibliothek übernahm, auch in der 
Folge bereitwilligst an die Hand gehen werde. 

Herr Bitter vonPittoni hatte die Güte, dem Album der Gesellschaft 
eine sehr werthvolle Photographie zuzuwenden, nämlich das nach einem englischen 
Originale angefertigte Porträt des Dr. Welwitsch nebst dem aus der Pfarr- 
matrikel zu Maria Seel in Kärnthen erhobenen Geburtsdatum dieses Gelehrten. 



Die von der k. k. zoolog. -bot Gesellschaft für die Weltausstellung 
bestimmten Objecte wurden Montag den 3. März der Vorausstellung des hohen 
Unterrichtsministeriums einverleibt. Sie sind: 

1. Ein Blätterherbar der öst. Holzpflanzen von Regierungsrath A. Pokorny. 

2. Cladoniae austriacae von Dr. S. Pötsch. 

3. Die Holzpflanzen N.-Oest. in Holzschnitten und Knospen von E. Wo 1 o s z c z ak. 

4. Die Giftpflanzen der n. ö. Flora von E. Berroyer. 

5. Die Conchylien der öst. Monarchie zusammengestellt von Frh. vonSchrö- 
kinger. 

6. Die Gattungen der Insekten N.-Oest. und zwar die Schriken, zusammen- 
gestellt von E. Türk, die Netzflügler von Dr. Brauer, die Käfer und 
Hymenopteren von Kolazy, die Schmetterlinge von Mann, die Fliegen 
von Julius von Bergenstamm, und die Wanzen und Cicaden. 

7. Die von der Gesellschaft herausgegebenen Werke und Verhandlungen, 
zusammen in 62 Bänden; diese letzteren sind dem Athenäum gewidmet. 



Herr Finanzrath Dr. R. Rauscher sendete nachstehende 
Notiz : 

Zu den Publicationen des Museums Francisco Carolinum zählt auch die 
Herausgabe der von dem rühmlichst bekannten Botaniker Dr. Johann Duftschmid 
verfassten „Flora von Oberösterreich", deren Manuscripte käuflich erworben 
wurden, von welcher das erste und zweite Heft des I. Bandes erschienen ist. 
Um dieses Werk in weiteren Kreisen zu verbreiten und dessen Anschaffung 
leichter zu ermöglichen, hat der Verwaltungsrath die Herabsetzung des Preises 
von 80 Kreuzer auf 60 Kreuzer beschlossen. Die erschienenen Hefte sind in 



Üja entweder im Museum oder in ( , i»mmis>-ion l»«'i M. C > 1 1 i r • • i 1 1 iKnin/ I n;t/ 
Ebenhöch'sehe Buchhandlung) zu 1 » < / i h •* n . 

Zu verkaufen sind: 

Die 8 ersten Hände mett gebunden) und einige Hefte des 4. Bandet 
von: „Bronn, Classen und Ordnungen des Thierreiches." Näheres ist zu er« 
fahren bei 

Josef Kuller, 
Candidat der Philosophie in Mostenitz 
nächst Gaya (Mähren). 



Herr Prof. Dr. R. Sadebeck in Berlin machte folgende 
Mittheilung: 

Es gelang mir, das echte Asplenum adulterinum Milde aus Sporen zu 
ziehen, ohne dass es sich zu A. viride Huds geneigt hätte. Auch die in Garten- 
erde (nicht in Serpentinerde) erzogenen Exemplare zeigen die dem echten A. 
(«lullert r.um eigentümlichen Merkmale. Damit ist der letzte Zweifel an der 
speeifischen Natur des besagten Farnkrautes gehoben. 

Bei den der Zahl nach nicht geringen Aussaatversuchen, die ich mit 
Farnsporen der verschiedensten Species angestellt habe, ist es mir niemals ge- 
lungen, auch nur annähernd gleiche Mengen von Prothallien zu erzeugen, wie 
mit den Sporen des Aspl. adulterinum. Ich bemerke dabei noch, dass ich im 
I Vergleich zu früheren Aussaatversuchen diesmal eine verhältnissmässig geringe 
Sorgfalt auf dieselben verwendet habe, indem ich die Sporen einfach auf Garten- 
erde aussäete und das Ganze dann mit einer Glasglocke bedeckte, natürlich 
aber für die gehörige Feuchtigkeit sorgte. Serpentinerde habe ich hiebei ab- 
sichtlich vermieden, da es mir darauf ankam, durch diese Versuche zu zeigen, 
dass Asplenum adulterinum eine selbstständige und eigentümliche Species sei, 
und nicht blos, wie Milde behauptete, eine Serpentinform des Asplenum viride 
Huds ; denn obgleich ich bereits die anatomischen Verschiedenheiten im Bau der 
Spindel nachgewiesen hatte, war es doch noch möglich, gegen meine Behaup- 
tung der speeifischen Natur des Aspl. adulterinum Einwendungen zu machen, der 
Art, dass alle diese Verschiedenheiten als nur durch den Einfluss der Serpentin- 
Unterlage entstanden aufzufassen seien. Wenn jedoch Sporen, auf gewöhnliche 
Garten-, nicht Serpentin-Erde ausgesäet (also doch sicherlich ohne Ein- 
fluss von Serpentin-Unterlage), doch sich genau ebenso entwickeln, wie die auf 
Serpentin gewachsene Pflanze, so glaube ich, ist auch jeder letzte Zweifel an 
der speeifischen Natur des Asplenum adulterinum gehoben. 

Freilich ist hierbei noch zu bemerken, dass die Pflanzen, auf welche ich 
meine heutige Behauptung betr. der Species-Eigenthümlichkeit basirte, noch nicht 
vollständig ausgewachsen sind; sie sind erst 3 Monate alt; trotzdem aber zeigen 
sich auch hier bereits die charakteristischen Merkmale des Asplenum adulteri- 



L6 



Sitzung am 5. März 1873. 



num. Die braune Färbung geht bereits bis über die Mitte der Spindel hinaus, 
und diese selbst zeigt im Querschnitt auch die von mir bereits beschriebene und 
dem Asplenum adulterinum eigenthümliche und charakteristische Form. Ich 
halte somit die Frage betreffs der specifischen Natur des Asplenum adulterinum 
für entschieden. 

Bemerken möchte ich bei dieser Gelegenheit noch, dass auch die Wedel 
des Asplenum Trichomanes L. im jugendlichen Zustande am oberen Ende bis 
zu y 3 der ganzen Spindel grün gefärbt sind, und in diesem Zustande auch die 
einzelnen Segmente nicht in einer Ebene liegen, sondern nahezu untereinander 
parallel gestellt sind , genau in der Weise, wie ich es als Norm für Asplenum 
adulterinum beschrieben habe, und zwar der Art, dass, als ich bei Bozen im vorigen 
April solche junge Wedel von Asplenum Trichomanes sah, ich nur durch die beiden 
hellen Längsstreifen an der Spindel, welche Asplenum Trichomanes so ausge- 
zeichnet unterscheiden, vor einer Verwechslung mit Asplenum adulterinum ge- 
schützt wurde. Es möge diese Bemerkung zugleich als Berichtigung meiner An- 
gabe dienen, dass Asplenum adulterinum stets durch die einander parallel gestellten 
Segmente kenntlich sei ; in der Jugend zeigen die Wedel des Asplenum Tricho- 
manes und viride dieselbe Parallel-Stellung, im Alter freilich verlieren sie die- 
selbe, und die Segmente liegen dann mit ihren Spreiten nahezu in einer Ebene; 
während bei Asplenum adulterinum die besagte parallele Stellung der Segmente 
auch im Alter meist kenntlich ist. Dieser letztere Umstand ist die Veranlassung 
gewesen zu meiner nur theilweise richtigen Angabe von der charakteristischen 
Unterscheidung des Asplenum adulterinum von seinen verwandten beiden Arten 
hinsichtlich der Parallelstellung; ich hatte bei meiner damaligen Untersuchung 
nur ältere Wedel vor mir. 



Herr Eduard Hodek sprach: über die Verbreitung und 
die Lebensweise der Gattung Pelecanus im Osten Europas. 
(Siehe Abhandlungen.) 



Herr J. Juratzka berichtete über folgenden eingesendeten 
Aufsatz: Lichenologische Ausflüge in Tirol (X.) von F.Arnold. 
(Siehe Abhandlungen,) 

Herr Custos A. Rogenhofer besprach die Revision der 
Echiniden von AI. Agassiz. Sie ist im Illustrated Catalogue of 
the Museum of comparative Zoology at Harvard College (Boston) 
enthalten und zeichnet sich durch gediegenen Inhalt, so wie 
durch schöne Ausstattung aus. 



Oolfortd«-lfftAntf«ld Di K a • r h M r ! t 



17 



Se. Durchlaucht Kürst ( • <> 1 1 o red o - M a n n s IC I d s < • h i I < 1 - • rt 
nach den Mittheilungen seines gegenwärtig in IVrsien hei der 
österreichischen ( 5 esandtschal't weilenden Sohnes in sein' anziehen 
der Weise eine Jagdpartie, welche der Grossfiirst von Kankasien 
in den Hingebungen von TiHis veranstaltet hatte. 

Herr Custos Dr. II. W. Reichardt zeigte vor: 
Eine Sammlung von Alpenpflanzen aus der Sierra Nevada 
Kaliforniens, ferner Argyro.riphium macrocephnhim und Wükesia 
gymnoxiphium, zw r ei merkwürdige Compositen von den Hawai'schen 
Inseln. 



Jahres -Versammlung am 2. April 1873. 

Vorsitzender: Se. Durchlaucht Fürst Colloredo- 
Mannsfeld. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herrn 

Huter Ruppert, Weltpriester zu Sexten 

in Tirol Brandmayer, F. Maly. 

Jelinek Franz, Lehrer in Hochtann bei 

Deutschbrod F. Schwarzel, Prof. Reichardt. 

Murmann, Kleriker im Stifte Melk .... Reg.-R. Fenzl, Prof. Reichardt. 



Anschluss zum Schriftentausche : 
Erlangen, phys.-medic. Gesellschaft. 



Eingegangene Gegenstände : 
Ein Packet Pflanzen für das Gesellschafts-Herbar von Herrn Josef Frey n 
in Pest. 



Z. B. Ges. B. XXIII. Sitz -Ber. 



18 



Jahres-Versamralung am 2. April 1S73. 



Se. Durchlaucht der Herr Präsident eröffnete die Sitzung 
mit einer Ansprache, in welcher er dem k. Rathe Herrn Georg 
Ritter von Frauenfeld für die vielen Verdienste dankte, welche 
er sich während seiner 23jähr. Functionsdauer als erster Secretär 
der Gesellschaft um diese erworben hatte. 

Hierauf wurden die folgenden Berichte gelesen: 



Bericht des Präsidenten-Stellvertreters Herrn Hofrathes Karl Brunner 

von Wattenwyl. 

Hochgeehrte Versammlung! 

Ich habe die Ehre, Ihnen den 22. Jahresbericht über unsere Gesellschaft 
vorzulegen. 

Die Theilnahrae an dem Gedeihen der k. k. zoologisch-botanischen Gesell- 
schaft erhöht sich von Jahr zu Jahr. 

Als Protectoren aus dem Allerhöchsten Kaiserhause zählen wir 11 Mit- 
glieder. Dazu kommen 13 auswärtige Potentaten und 3 Behörden. 

Inländische Mitglieder zählt die Gesellschaft 715 und ausländische 545 
(worunter 60 zahlende). Von öffentlichen Lehranstalten betheiligten sich 80 als 
Mitglieder und die Gesellschaft steht im Schriftentausch mit 249 wissenschaft- 
lichen Anstalten. 

Auch im Berichtsjahre wurde die Gesellschaft mit einzelnen ausser- 
ordentlichen Beiträgen erfreut: Von Freiherrn von Königswarter mit fl. 400, 
von Graf Hans Wilczek mit fl. 100. Ferner leistete Prof. Margo eine lebens- 
längliche Einzahl mit fl. 60. — 

Se. kaiserl. Hoheit Erzherzog Salvator beschenkte die Bibliothek mit seinem 
Prachtwerke über die Häfen von Buccari und Porto Re und Herr Bergrath Stur 
die Sammlung mit seinem aus 71 Fascikem bestehenden Herbar. 

Im Namen der Gesellschaft spreche ich diesen edlen Gönnern den 
wärmsten Dank aus. 

Uebergehend zu unseren Druckschriften, so wurde der 22. Band, welcher 
Sr. kaiserl. Hoheit Herrn Erzherzog Heinrich gewidmet ist, in einer Auflage von 
1300 Exemplaren gedruckt. 

Die p]inheitspreise für den Druck haben sich in der letzten Zeit um 
60 Percent gesteigert und selbst zu diesem erhöhten Preise war es unmöglich 
mit der bisherigen Druckerei annehmbare Combinationen einzugehen. Nach grosser 
Anstrengung gelang es, einen neuen Unternehmer in der Druckerei von A. Holz- 
hausen zu finden. 

Ausser der regelmässigen Publication wurden auf Kosten der Gesellschaft 
herausgegeben: 



K Mi minor fOB W ittl BWJ I 



19 



Putsch und Sehiederinei er, /''/o/v* r njphKjmniai von < >b< r < fettem L< b, 
zum Proiso von II. 3.50 für die Mitglieder. 

Ferner das Uegister des XI. bis XX. Itandes unserer Schriften, /u II 
für die Mitglieder. 

Der bereits seit zwei .Taliren vom Grafen Marschall in Arbeit genommene 
Nomcnvlator :ooloijius wird bestimmt im laufenden .Jahre vollendet. 

So bedenklieh für die Kasse der Gesellschaft die Steigerung der Druck- 
preise ist, so glaubt dennoch der Ausschuss eine Beschränkung unserer Pnbü- 
cationen nicht eintreten lassen zu sollen, indem gerade in der Herausgabe der 
Arbeiten die Hauptaufgabe der Vereinigung unserer Kräfte liegt, denn sie sind 
das Mittel, durch welches wir der Mitwelt die mühsam errungenen Kenntnisse 
darlegen, und das Archiv, in welchem für die Nachwelt die Entwicklungsgeschichte 
unserer Wissenschaft deponirt ist. Indem wir Alle die Opfer gemeinschaftlich 
tragen, nehmen wir auch Alle Theil an dem Ruhme unserer Generation. 

Von diesem Eifer für Beförderung der Wissenschaft beseelt, haben sich 
einige Mitglieder unserer Gesellschaft der Arbeit unterzogen, eine Zusammen- 
stellung der österreichischen Insekten- und Conchylien - Fauna zu veranstal- 
ten, um bei der Weltausstellung unser specielles Streben zum Ausdruck zu 
bringen. 

So wie wir unsere Collegen durch Publication ihrer Arbeiten und Aus- 
stellung ihrer Sammlungen ehren, widmen wir den Verstorbenen unser An- 
denken. Wir setzten dem im letzten Jahre verstorbenen Botaniker Reissek ein 
Denkmal und widmen folgenden im Berichtsjahre verstorbenen Mitgliedern einen 
warmen Nachruf: 

Inländer: 

Aug. Bach, einer der Senioren unserer Gesellschaft. 
Franz X. Fieber, der bekannte Entomolog im Gebiete der Orthoptera 
und Hemiptera. 

Reiner Graf, Botaniker. 

Baron Hin genau, der berühmte Geologe Bergmann. 
Corbinian Hirn er, Botaniker. 
Carl Tschek, Hymenopterologe. 

Josef Georg Beer, Botaniker, bekannt durch seine Werke über Orchideen 
und Bromeliaceen. 

Ausländer: 

Companio in Perpignan. 
Gray in London. 
Lenormand in Vire. 
Harper Peace in Honolulu. 
B. Seemann in London. 

Fr. Wel witsch in London (aus Oesterreich gebürtig). 



C* 



20 



Jahres- Versammlung am 2. April 1873. 



Bericht des Secretärs Herrn Georg Ritter von Frauenfeld. 

Ich gehe mit Freuden abermals an die dankbare Aufgabe, an dem Ehren- 
tage der Gesellschaft wieder den vorzüglichsten Theil ihrer Wirksamkeit, die 
von ihr herausgegebenen Druckwerke zu besprechen. Der 22. Band, der den 
Mitgliedern jüngst zugekommen, gibt Zeugniss von den im Kreise der Gesell- 
schaft ebenso unermüdet wie erfolgreich gepflegten Forschungen in allen Zweigen 
der Naturgeschichte. Ausser den Beiträgen von Mitgliedern unseres Landes, 
enthält derselbe abermals werthvolle Mittheilungen von Ausländern, die ihre 
Arbeiten in diesem Bande niederlegten. So von Herrn Forstmeister Beling 
in Seesen am Harz, der die heeiwurmartigen Mücken beobachtete. Der Araneolog 
Carl Koch in Nürnberg beschrieb neue Fliegen. Aus dem fernen Amurgebiete 
finden wir 23 Fische von Dybowsky beschrieben, fast alle neu. Von Dr. Finsch 
wird eine Vogelsammlurg der chinesisch- japanischen Küste sowohl, wie aus 
Australien besprochen. Herr Dr. Arnold in München gibt eine Fortsetzung 
seiner lichenologischen Ausflüge in Tirol. Herr Dr. F.Morawitz in Petersburg theilt 
aus seinen Reisen einen Beitrag zur Bienenfauna Deutschlands mit, welcher auch 
neue Arten aus Oesterreich enthält. Auch von Herrn Dr. Rudolf Bergh aus 
Kopenhagen, von dem wir schon wiederholt sehr wichtige anatomische Arbeiten 
über Weichthiere erhielten, liegt wieder eine solche vor. Herrn Prof. Zeller, 
einem der bedeutendsten Kenner der Mikrolepidopteren, verdanken wir einen 
Aufsatz über nordanleiikanische Nachtfalter. Auch Herr Staudinger legte 
die Beschreibung von drei neuen österreichischen Schmetterlingen darin nieder. 

Obwohl die Kosten der Herausgabe sich fast verdoppelt haben, so ist 
der Band doch 55 Druckbogen stark, und sind in den Abhandlungen 37 selbst- 
ständige Aufsätze enthalten. 

Leider sind von diesen Autoren zwei in's bessere Jenseits abberufen 
worden; hoffen wir jedoch, dass die von ihnen vertretenen Disciplinen Immen 
und Schnabelkerfe nicht verwaist bei uns bleiben. 

Zwei von den im Vorjahre angekündigten Werken, deren Druck von der 
Gesellschaft unternommen wurde, sind erschienen und werden den Mitgliedern 
um den Erzeugungspreis überlassen. 

Das erste ist eine systematische Aufzählung der im Erzherzogthum Oester- 
reich ob der Enns bisher beobachteten Kryptogamen von den Herren Dr. Pötsch 
und S chiedermayer. Sie enthält bämmtliche blüthenlose Pflanzen in 687 
Gattungen und 2846 Arten. Der Reichthum dieser Aufzählung dürfte daraus 
ersichtlich sein, dass ganz Deutschland nach Rabenhorst 6000 Arten besitzt. 
Das zweite Werk ist das von Graf Marschall mit wahrem Bienenfleiss zu- 
sammengestellte Inhaltsverzeichniss des 11. bis incl. 20. Bandes unserer Schriften, 
ein ganzes Buch von 484 Seiten. Schon Oken hat die Unentbehrlichkeit solcher 
in bestimmten Zeitfristen zu gebenden Register für periodische Werke nachge- 
wiesen, die nur dadurch erst wirklich benutzbar werden. Was Record und Jahres- 
berichte für die Fachliteratur im allgemeinen, das sind diese Inhaltsverzeichnisse 
insbesondere für die betreffenden Werke. 



Pr a u en f •) d. 



21 



Pas dritte unternommene Werk ein VerzeiehnUs aller von l.slti IkiIS in 
der Zoologie neu aufgestellt n Gattungsnamen bot so ausserordentliche Sehwici ig- 
keiten, dass es erst jetzt gelang, sie vollends zu besiegen. Der Drink desselben 
wird in kürzester Zeit beendigt werden. 

Die löbliche DampfschillTahrts- und Bahndirectionen haben in uöoh I 
dankenswerther Weise zur Förderung der Zwecke der Geseilschalt BOWOhJ lür 
wissenschaftliche Forschungen wie zur Erlangung von Naturgegensünden zur 
unentgeltlichen Betheilung der Lehranstalten folgende Fahrtbewilligungen cr- 
theilt: 

Die Aussig-Dux-Koiiiotau-, so wie die Dux- Bodenbachbuhn dein Herrn Baron 
Thümeu eine Permanenzkarte auf diesen beiden Strecken für den ganzen 
Sommer. 

Die Kronprinz- Rudolfsbahn den Herren Ed. Brandmauer, Fr. Maly und 
Jos. Strauss von Leoben nach Villach. 

Die k. k. Staatsbahn von Bodenbach nach Brünn, die Kaiser- Ferdil andsbahn 
von Brünn nach Wien, sodann die Südbahn von Wien nach Triest dem 
Herrn Hildebrand zu seiner Reise an's rothe Meer, wo derselbe gegen- 
wärtig eifrigst sammelt. 

Die Nordwestbahn dem Herrn Dr. Brehm von Reichenberg nach Wien. 

Die Südbahn den Herren v. Bergenstamm und Kolazy von Wien nach Triest; 
Herrn Josef Mann von Wien nach Kormons; den Herren Franz Maly 
und Josef Strauss von Wien nach Leoben; und Herrn Em. Berroyer 
von Wien nach Brunek. 

Dem Referenten zur Reise nach der hohen Tatra die Donaudampfschiffgesellschaft 
von Wien nach Pest, die k. ung. Staatsbahn von Pest nach Miskolz, die 
Theissbahn von Miskolz nach Kaschau und die Kaschau- Oderbergbahn 
von Kaschau nach Poprad. 

Durch diese Reisen sind von den betreffenden Herren sowohl den Samm- 
langen und für Betheilung der Lehranstalten werthvolle Gaben, als auch be- 
achtenswerthe wissenschaftliche Resultate gewonnen worden. 

Auf die den geehrten Directionen nebst dem innigsten Dank überreichten 
Berichte und Schriften der Gesellschaft erfolgte von mehreren derselben die 
freundliche Zusicherung, dass sie die wissenschaftlichen Bestrebungen der Ge- 
sellschaft auch ferner zu unterstüzen bereit sind. 

Bericht des Secretärs Herrn Dr. H. W. Reichardt. 

Wie in den Vorjahren, so habe ich auch heuer die Ehre, über den Stand 
der naturhisto-rischen Sammlungen und der Bibliothek der hochgeschätzten Ver- 
sammlung zu berichten. 

Besonders erfreulich und unsere Societät in ihren Bestrebungen er- 
muthigend ist der Umstand, dass sich die Gesellschaft auch im verflossenen 
Jahre des unveränderten Bezuges der so zahlreich bewilligten Subventionen 
erfreute, dass die hohen Behörden unsere Interessen bereitwilligst förderten. 



22 



Jahres-Versammlung am 2. April 1873. 



dass endlich die Herren Mitglieder zahlreiche Beweise ihrer regen Theilnahme 
lieferten. Dadurch wurde es möglich, auch für die Erhaltung und Vermehrung 
der Sammlungen in geeigneter Weise zu sorgen. 

Die Angaben über die zoologischen Sammlungen verdanke ich unserem 
unermüdlich thätigen Vicepräsidenten Herrn Custos A. Rogenhofer, wofür 
ich ihm sehr verbunden bin. In Betreff dieser Abtheilung unseres Museums ist 
Folgendes hervorzuheben : 

Auch im verflossenen Jahre gingen wie bisher durch die freundliche 
Unterstützung einer bedeutenden Zahl von Mitgliedern den zoologischen Samm- 
lungen und Vorräthen der Gesellschaft namhafte Beiträge zu, namentlich von 
den Herren: J. v. Bergenstamm, A. Breindl, Graf Dzieduczicki, 
R. v. Frauenfeld, J. Kolazy, A. v. Letocha, J. Mann, G. Mayr, A. Pe- 
likan v. Plauenwalde, Em. Pokorny, L. Prochaska, A. Rogenhofer, 
J. Schaitter, F. Schauer, E. Schreiber und H. v. Zimmermann. 

Im Ganzen wurden über 3400 Exemplare eingeliefert, worunter die von 
Herrn J. Kolazy in Istrien und J.Mann in Toscana gesammelten den werth- 
vollsten und zahlreichsten Zuwachs bildeten. 

Ferner wurden im Laufe des v. J. von Herrn Custos A. Rogenhofer 
unter Beihilfe der Herren J. Kolazy, J. Mann, und L. Miller über 1800 In- 
secten theils für Lehranstalten, theils für Gesellschaftsmitglieder wissenschaftlich 
bestimmt. 

Die Typensammlung ward durch Originalexemplare der von den Herren 
J. Mann und Dr. G. Mayr im vorjährigen Bande beschriebenen neuen Arten 
vermehrt. 

Bei der Instandhaltung der zool. Sammlungen unterstützten Herr A. Rogen- 
hofer die Herren J. Kolazy, Dr. v. Marenzeller, E. Scheuch, L. v. Kem- 
pelen, J. Blasich und A. Barbieux. 

Auch die Pflanzensammlung unserer Gesellschaft erhielt im Laufe des 
Vorjahres zahlreiche und sehr erwünschte Bereicherungen. 

Als werth vollste derselben ist die Schenkung°des Herrn Bergrathes D. Stur 
zu erwähnen, welcher der Gesellschaft sein an seltenen Pflanzen sehr reiches, 
71 Fascikel starkes Herbar unter der Bedingung überliess, dass aus dem ver- 
fügbaren Theile dieser Sammlung zwei Herbare, eines für das National-Museum 
in Agram, das andere für die Slovenskä matice in St. Martin zusammengestellt 
werden sollten. Ferner lieferten Beiträge zu den Pflanzensammlungen die Herren 
Fr. Bartsch, Ed. Brandmayer, J. Breidler, W. Focke, Jos. Freyn, 
L. Kristof, Fr. Maly, C. v. Marchesetti, H. Mayer, 0. Murmann, Dr. L. 
Rabenhorst, Dr. H. W. Reichar dt, Dr. H. Rehm, Dr. A. Rit. v. Reuss jun., 
J. Baron Schröckinger-Neu denber g, Fei. Schwarzel, J. Strauss und 
Dr. v. Zimmermann. 

Aus diesen eingesendeten Pflanzen wurde unter der Leitung des Bericht- 
erstatters von den Herren Em. Berroyer, Brandmayer, Juratzka, Dr. A. 
v. Reuss jun. und Strauss das für das Herbar Taugliche ausgeschieden, 
gespannt und eingereiht, der Rest aber zur Betheilung von Lehranstalten verwendet. 



Ih a«i( Ii . 



1 >»mi eben genannten Theil der Geaellsehaftsth&tigkeil Leitete nach im tw> 
lossenen Jahre mit wahrhaft aufopfernder Tbfttigkeil Herr Cnstoi A. Rogen- 
hofer; ili in so wie dm Herren Koiazy, Berroyer and Brandmayer, «reiche 

ihn eifrig unterstützten, is( «Iii' Gesellschaft zu grösstem Danke verpllieht.el 

Im Jahre 1S72 erhielten 1<". Lehranstalten und Vereine im (ian/en 7547 

zoologische und botanische. Objeete. darunter 1!."» Wirbelthiere. 
Der specielle Ausweis lautet: 

r ' Sii.. K .thl,r Wi.l,rl Welch-, 

Lehranstalten und Museen und YSgel Hii«n ta [nackten Strahl und Mannet 

miM k 'i- h |n|ii'i \V< in^i-iht Krt'liNthii ri' 

Mus« iiin städt. in Trient — 330 

Academie südslavische zu Agram ... lono 
Matica slovenska St. Marton — 2500 

K. k. Real-Gymnasinm in Hernala zu Wien — 32 . 450 80 100 

Landes-Real- Gymnasium Horn 10 422 4 250 

Verein protestantischer Schulen zu Wien . 32 60 

Israelitisches Taubstummen-Institut Wien 

(Hohe Warte) 9 

Bürgerschule zu Reichenberg 450 

Mädchenschule des Frauen-Erwerb- Vereines 12 143 106 

Schule desMädchen-UnterstützuDgsvereines 

zu Wien 1 13 - 104 87 250 

Volksschule Brigittenau II. Bez 13 1 — 112 

Engelsberg k. k. Schlesien . 12 94 102 

„ Nussdorf in Wien — — — 100 

„ Salmannsdorf Neustift in Wien — 380 — 250 

„ Asch in Böhmen — 30 — 

„ Comun. Waisenhaus in Wien 

V. Bezirk 9 — — — — 

IG Lehranstalten Summa . 78 65 2339 513 4552 

Zu dem Referate über den Stand der Bibliothek übergehend, habe ich mit 
Bedauern hervorzuheben, dass unser geehrter bisheriger Bibliothekar Herr Jul. 
v. Bergenstamm diese Stelle, welche er durch mehr als 8 Jahre mit grösstem 
Eifer versehen hatte, niederlegte. Ich glaube nur eine angenehme Pflicht der 
Erkenntlichkeit von Seite der Gesellschaft zu erfüllen, wenn ich die geehrte 
Versammlung ersuche, dem genannten Herrn ihren wärmsten Dank durch Er- 
heben von den Sitzen ausdrücken zu wollen. 

Herr Em. Berroyer hatte die grosse Freundlichkeit, sich der nicht 
geringen Mühewaltung zu unterziehen, die Bibliothek in der Folge zu ordnen. 
Ihm und Herrn v. Bergenstamm verdanke ich die folgenden Daten. 

Im verflossenen Jahre vermehrten 53 Herren Autoren die Büchersammlung 
mit Separatabzügen ihrer Publicationen*), ferner wuchsen der Bibliothek Werke 



*) Sie sind angeführt auf p. C6— 74 der Sitzungeberichte des Bandes XXII. unserer Ver- 
handlungen. 



24 



Jahves-Ver^ammlung am 2. April 1373. 



zu durch Schenkungen von folgenden Herren: J. v. Bergen stamm, G. Ritter 
v. Frauenfeld, Dr. H. W. Reichardt und A. Rogenhofer. 

Im Laufe des Vorjahres traten dem Schriftentausche folgende 13 wissen- 
schaftliche Institute bei: 

Cambridge: Bulletin of the Museum of comparative Zoology. 

Colmar: Societe d'histoire naturelle. 

Darmstadt: Verein für Erdkunde. 

Dublin: Royal Dublin Society. 

Haar lern: Niederländisches Archiv für Zoologie von Selenka. 

Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 

Neapel: Associazione dei Naturalisti e Medici. 

New-Orleans: Archive of Sciences of the Orlean County. 

Padua: Societä veneto-trentina di scienze naturale. 

Pest: K. ungarische geologische Gesellschaft. 

Petersburg: Jardin imp. botanique. 

Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 

Washington: U. St. Office of geological Survey of the Territories. 

Ich schliesse diesen Bericht, indem ich im Namen unserer Gesellschaft 
allen jenen Herren, die im Laufe des Jahres 1872 zur Vermehrung, Erhaltung 
und Ordnung der Sammlungen beitrugen, verbindlichst danke. 

Bericht des Rechnungsführers Herrn J. Juratzka. 
Einnahmen : 

Jahresbeiträge mit Einschluss der Mehrzahlungen (554 fl. 15 kr.) 
und Eintrittstaxen (52 fl.) 

Für das Jahr 1870 fl. 8 . — 

„ „ 1871 „ 241 . 26 

„ „ „ 1872 „ 3266 . 74 

„ „ „ 1873 ■ » 81 . 15 fl. 3597 . 11. 

Beiträge auf Lebensdauer „ 260 . 

Subventionen : 

Von Sr. k. k. apost. Majestät dem Kaiser Franz Josef fl. 200 . — 
„ Ihren k. k. Hohheiten den durchlauchtigsten Herren 
Erzherzogen Franz Karl (80 fl.), Karl Ludwig (30 fl.), 
Ludwig Victor (20 fl.), Albrecht, Josef, Rainer, 

Wilhelm, Heinrich, Ludwig (je 50 fl ) zusammen „ 430 . — 

Von Sr. Majestät dem Kaiser von Deutschland . . . „ 60 . — 

„ Sr. Majestät dem Könige von Baiern „ 40 . — 

„ Sr. Majestät dem Könige von Sachsen . . . . „ 36 . — 
„ Sr. königlichen Hoheit dem Prinzen August von 

Sachsen-Coburg . „ 50 . — 

Fürtrag „ 2126 . — fl. 3857 . 15 



26 



Uebertiag tl. 2126 . - fl 8857 1» 
Ijf om Ii. Ministerinm für Cultns 1 1 i i * 1 Unterriehl . . . „ 31fr. 

„ b. n. ö. Landtage „ 8Q0 . 

„ löbl. Gcmeinderatho clor Stadt Wien 200 . „ 2181 . — 

Verkauf von Druckschriften, Bücherdoubletten. Druck-Ersätze etc. „ 744 82 

Koston -Ersätze für abgegebene Naturalien 70 . 

Interessen für Werthp&piere und für die bei der hiesigen 

Sparkasse hinterlegten Beträge 138 . 70 

Porto-Ersätze „ 75 . 87 

Brgebniss einer Snbscription für das Grabdenkmal 

von S. Reissek „ 116 . 50 

Vier Stück Papierrenten ä 100 fl. und Ein Stück 

Clary-Loos, ä 40 fl., zusammen fl. 440 . — 

Summe fl. 440T-~u. 7134 . 14 
und mit Hinzurechnung des Cassarestes am Schlüsse 

des Jahres 1871 von fl. 3633 00 

und in Werthpapieren (worunter sich 4 Stück Rudolfs- 
Loose im Nom. - Werthe von 40 fl. als Geschenk 

des k. k. General- Auditors Herrn M. Damianitsch 

zum Andenken an seinen verewigten Sohn Rudolf 

befinden) von fl. 590 . — 

In Baarem — fl. 10.767" 83 

und in Werthpapieren fl. 1030 . — 

Ausgaben. 

Besoldungen, Honorare und Aushilfen fl. 691 , 49 

Neujahrgelder „ 85 . — 

Beleuchtung (fl. 49.32), Beheizung (fl. 85.82) und 
Instandhaltung der Gesellschaftslocalitäten (fl. 66) 201 14 

Beitrag für Beleuchtung und Beheizung des Sitzungs- 
saales im Gebäude der k. Akademie der Wissenschaft. .. 16 30 

Herausgabe der Gesellschaftsschriften, und zwar 

a. für den Druck des III. und IV. Heftes 1871, 
I. und II. Heftes 1872 (fl. 2882.27), dann die in 
Separatausgabe erschienenen Werke: „Chlorops" 
(fl. 217.50), „schädl. Insecten" (fl. 538.50) und des 
Registers (fl. 1106.70) fl, 4744 . 97 

b. für Illustrationen . „ 508 . 20 

c. für Buchbinderarbeit „ 280 . 8 „ 5533 25 

Auslagen für das Museum (Einrichtungsstücke, Natu- 
ralien, Ankauf, Herbarpapier, Gläser, Alkohol u. s w.) „ 585 19 

Buchbinder- Arbeit für die Bibliothek „ 192 . 60 

Bücher- Ankauf „ 27 . 10 

" Fürtrag fl. 7332 . 7 

Z. B. Ges. B. XXIII. Sitz.-Ber. D 



26 



Jahres-Versammlung am 2. April 1873. 



üebertrag fl. 7332 . 7 

Kanzlei-Erfordernisse „ 245 . 19 

Porto -Auslagen (mit Inbegriff der Rück-Ersätze) . . „ 212 . 51 

Stempelgebühren „ 34 . 3 

Errichtung des Grabdenkmales für S. Re isseck (durch 

Subscription) „ 110 . — 

Zusammen fl. 7933 . 80 

Hiernach erübrigte am Schlüsse des Jahres ein Cassa- 
rest von fl. 1030 . — in Werthpap. 

und ein Betrag von fl. 2834 . 3 

welcher aus einem unangreifbaren, aus den auf Lebens- 
dauer eingezahlten Beiträgen gebildeten und bei der hie- 
sigen Sparcassa angelegten Kapitale von fl. 1901 . 19, 
und einem verwendbaren, grösstentheils auch frucht- 
bringend angelegten Betrage von fl. 932.84 bestand. 



Verzeichniss 

jener der Gesellschaft gnädigst gewährten Subventionen, sowie der höheren 
und auf Lebensdauer eingezahlten Beiträge, welche seit 4. April 1872 bis heute 
in Empfang gestellt wurden. 



a. Subventionen. 

Von Sr. k. k. Apost. Majestät dem Kaiser Franz Josef fl. 200 . — 

„ Sr. Majestät dem Kaiser Ferdinand „ 100 . — 

Von Sr. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Erzherzog dem Kron- 
prinzen Rudolf „ 80 . — 

„ Ihren k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen 

Carl Ludwig „ 30 . — 

Ludwig Victor „ 20 . — 

Albrecht - „ 50 . — 

Josef „ 50 . — 

Wilhelm „ 50 . - 

Ludwig „ 50 . — 

„ Ihrer Majestät der Königin von England (für 2 Jahre) ... „ 132 . — 

„ Sr. Majestät dem Könige von Baiern „ 40 . — 

„ Sr. Majestät dem Könige von Sachsen „ 36 . — 

Vom h. k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht „ 315 . — 

„ h. n. ö. Landtage „ 800 . — 

„ löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien „ 200 . — 

b. Höhere Jahresbeiträge von 5 fl. aufwärts 

für das Jahr 1872. 
f Von den P. T. Herren: 



Colloredo - Mannsfeld Fürst zu, Durchlaucht, Weber Freiherr 

von, je fl. 100 — 



J. J u r sit i k » 



L>7 



Siuu Simon, Freiherr von, ESxc fl. 25 . — 

Schwarzenberg Fürst Adolf, Durchl r 10.50 

Fenzl Dr. Eduard, Heidinann Alberik, lloehw., Rauscher Dr.Joi. 

Othm., Cardinal, Em., Schrökinger JuL Prelh. v , je . . . „ in . 

Purkynie Emanuel „ 8 . — 

Gottwald Joh., Hoehw „ 0. — 

Reh in Dr. H „ 5 . 38 



Beuthin Dr. Heinrich, Czech Dr. Theod. v„ Finger Julius. 
Frank Dr. Joh., Friesach Karl v., Gerlach Benjamin, 
Hochw.,Gonzenbach J. Guido, Grunow Albert, Hanl Blasius, 
Hochw., Hink Hermann, Hermann Otto v., Kolbe Josef, 
Kurz Kail, Majer Mauritius, Hochw., Mürle Karl, Hochw., 
Pongratz Gerard v., Schirl Heinr., Schleicher Wilh., 
Schneider Dr. Josef, Stur Dionys, Urban Em., Wagner 



Paul, Weissbach Dr. August, Wood-Mason J., je . . . . „ 5 . — 

Für das Jahr 1873. 

Liechtenstein Joh., reg. Fürst, Durchl „ 25 . — 

Schwarzenberg Fürst Adolf, Durchl „ 10 . 50 

Fenzl Dr. Eduard, Heidmann Alberik, Hochw., Kinsky Ferd. 

Fürst, Durchl., je „ 10. — 



Barbieux Aug., B erroyer Emil, Berroyer Gust., Breindl Alfred, 
BryckDr. Ant, Czech Dr. Theod. v., Damianitsch Martin, 
Doblhoff Josef Freih. v., Grunow Albert, Hazslinszky 
Friedr., Heger Rud., Heiser Josef, Jäger Dr. A., Kirchs- 
berg Jul. von, Kolazy Josef, Kolbe Josef, Krempelhuber 
Dr. A. v., Kurz Karl, Künstler G. A., Leinweber 
Konrad, Letocha Anton von, Lukatsy Thomas, Hochw., 
Nehiba Johann, Hochw., Pazsitzky Dr. Eduard, Pelikan 
von Plauenwalde Anton, Pillwax Dr. Joh., Pokorny Dr. 
Alois, Rauscher Dr. Robert, Reichardt Dr. H. W., Ress- 
mann Dr. F., Ronninger Ferd., Rosenthal Ludwig R. v., 
Rüper tsberger Math., Hochw., Schleicher Wilhelm, 
Schliephacke Dr. Karl, Schrökinger Julius Freih. von, 
Strauss Josef, Tschusi Viktor R. v., Unterhuber Dr. 
Alois, Weissbach Dr. August, Wittmann Alois, Zimmer- 



mann Dr. Heinrich Edl. v., je „ 5 . — 

c. Beiträge auf Lebenszeit: 

Königs warter Moritz Freih. v. 4 Stück Papierrenten ä 100 fl., 

zusammen * 400 . — 

V o 1 x e im Camill van . . fl. 60 - — 



D* 



28 



Jahres-Versammlung am 2. April 1873. 



Zu Rechnungsrevisoren wurden ernannt die Herren Rudolf 
Türck und Josef Fuchs. 

Der Secretär Herr k. Rath Georg Ritter von Frauenfeld 
machte folgende Mittheilungen : 

Vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht erfloss an die 
Gesellschaft folgende Zuschrift: 

In Anerkennung der vielseitigen und erspriesslichen Wirksamkeit der löbl. 
zool. - botanischen Gesellschaft nehme ich keinen Anstand, das von löbl. zool.- 
botan. Gesellschaft unter dem 29. Jänner 1. J. gestellte Ansuchen um Belassung 
der derselben bisher gewährten Subvention zu bewilligen und weise demnach 
das Ministerial-Zahlamt gleichzeitig an, den Jahresbetrag von Dreihundertfünf- 
zehn (315) Gulden auf die Dauer der Jahre 1874, 1875 und 1876 in der bisherigen 
Weise an die Vorstehung der löbl. zool.-botanischen Gesellschaft zu erfolgen. 

Für die Zumittlung des XXII. Jahrganges der Verhandlungen der Gesell- 
schaft und der von der löbl. zool.-botanischen Gesellschaft herausgegebenen 
Kryptogameuflora von Oberösterreich spreche ich meinen verbindlichen Dank aus. 

Wien, den 26. Februar 1873. 

Der Minister für Cultus und Unterricht 
Stremayr. 



In Betreff der Weltausstellung hat der Ausschuss beschlossen. 

1. Eine gedruckte Mittheilung der von der Gesellschaft ausgestellten Gegen- 1 
stände auf einem abgesonderten Blatt bei der Ausstellung selbst aufzulegen. 

2. Während der Dauer der Ausstellung das Gesellschaftslocale als Ver- 
einigungspunkt für Gelehrte und Wissenschaftsfreunde einmal in der Woche 
und zwar Freitags Nachmittag von 4 bis 8 Uhr zu bestimmen, wo ein oder 
mehrere Mitglieder zum Empfange von Gästen anwesend zu sein sich bereit 
erklärten. 



Ferner wurde beschlossen, dass neu erschienene naturwissenschaftliche 
Werke, um deren Kenntniss zu fördern, in den Versammlungen besprochen 
werden sollen. 



Eine Sammlung europäischer Schmetterlinge sammt Kasten ist billig zu 
verkaufen bei Herrn Ludwig Fischer, Landstrasse, Hauptstrasse Nr. 120. 



Herr Hofrath Brunn er von WattenAvyl sprach über 
die Hypertelie in der Natur. (Siehe Abhandlungen.) 



ii. BiftlthftUi 



Herr Custos A. v. Pel Bein berichtete Uber die von der 

österreichischen Mission nach Ostasien mitgebrachten Sauj^cthiere 
und Vögel. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr II. Engelthaler Bprach über: 

Die Verbreitung dos Cracau vernus Wulf, in Nicder-Oesterroich. 

Dieselbe ist bekanntlich eine sehr beschränkte, indem bisher (nach Neil 
reichs zweitem Nachtrage zur Flora von Nieder- Oesterreich, pag. 10) nur zwei 
Bezirke bekannt sind, in welchen er gefunden wurde, nämlich in der Gegend von 
Gresten (bei Gailling) und in jener von Kirchschlag mit Umgebung auf feuchten 
Wiesen im Schiefergebirge. In ersterer wächst die Var. grainäiflora, in letzterer 
die Var. parvifla-ra (mit weissen Blüthen), beide, namentlich letztere, an den 
bezüglichen Standorten häutig. 

Unter solcheu Verhältnissen ist die Auffindung eines neuen Standortes in 
nicht grosser Entfernung von Wien im Sandsteingebirge gewiss von Interesse. 

Es schien meinen verehrten botanischen Freunden fast unglaublich, als 
ich ihnen mittheilte, dass Herr Dr. Alfred Jacobi, Director an den ver- 
einigten evangelischeu Schulen, gelegentlich eines im März auf der Westbahn 
unternommenen Ausfluges den Crocus vernus bei Hochstrass nächst Bekawinkel, 
-und wie er mir noch nachträglich mittheilte, auch bereits im vergangenen Jahre 
auf derselben Stelle aufgefunden habe, und mir bei dieser Gelegenheit gütigst 
einige Exemplare überliess. 

Von dem lebhaften Wunsche beseelt, die Pflanze an ihrem Standorte zu 
beobachten, unternahmen nun Herr Emil Berroyer und ich am vergangenen 
Sonntag einen Ausflug in die erwähnte Gegend, wo wir so glücklich waren, die 
mir von Herrn Dr. Jacobi bezeichnete Wiese ohne Schwierigkeit aufzufinden. 

Dieselbe liegt WSW. und eine halbe Stunde von Hochstrass entfernt, 
in der Richtung gegen den Schöpfel vor dem sogenannten kleinen Geföll (ein 
kleiner Wald), ungefähr in einer Höhe von etwas über 1900', rechts vom Wege. 

Der Abhang dieser Wiese liegt gegen Norden , dieselbe ist feucht und 
äusserst durch moost. 

Wir fanden auf derselben den Cracus, welcher der weissen kleinen Varietät 
(Var. parviflora) angehört, wie sie auf dem Schieferplateau von Kirchschlag 
angegeben ist, in der prachtvollsten Entwickelung, auf einem Flächenraume 
etwa eines halben Joches und zwar gegen den Weg zu in grosser Menge, die 
Wiese oft stellenweise dicht bedeckend, während er nach abwärts abnahm und 
endlich verschwand. 

Wir durchforschten nun auch noch die in der Nähe herumliegenden 
Wiesen, fanden aber nirgends den Cracus vertreten. Ich erlaube mir einige 
lebende, sowie einige getrocknete Exemplare der geehrten Versammlung zur 
geneigten Ansicht vorzulegen. 



30 



Jahres-Versammlung am 2. April 1873. 



Herr Custos A. Rogenhofe r legte vor: Seltsame Geschichte 
eines Tagfalters von Scudder, aus dem Englischen übersetzt 
von Dr. A. Speyer. (Siehe Abhandlungen). 



Herr Professor und Castos Dr. H. W. Reichardt sprach 
über eine Hybride zwischen Dianthus barbatus und superbus, 
ferner über die Unterschiede zwischen Alnus glutinosa Gärtn. 
und A. incana DC. (Siehe Abhandlungen, Miscellen Nr. 49, 50). 



Herr k. Rath Georg Ritter v. Frauen feld gab Nachricht 
über ein£n neuen Kartoffelschädling in Amerika und neue Meta- 
morphosen. (Siehe Abhandl. Zoologische Miscellen.) 

Auf Anregung des Gesellschafts-Mitgliedes Herrn Sections-Chef Freiherrn 
v. Schrökinger-Neudenberg beschloss der Ausschuss in privater Ver- 
sammlung bei Gelegenheit der Jahressitzung am 2. April, dem in selbstloser 
Hingabe unermüdlich thätigen Vereins- Secretär Herrn Custos Georg Ritter 
v. Frauenfeld für sein 20jähriges aufopferndes Wirken in der Üeberreichung 
eines Ehrengeschenkes den Dank und die Verehrung der Gesellschaft zum Aus- 
druck zu bringen. Die Aufforderung, welche ein aus der Mitte des Ausschusses 
gewähltes, aus den Herren B art s ch, v. Bergenstamm, Brunner v. Watten- 
wyl, Juratzka, Dr. v. Marenzeller bestehendes Fest-Comite an die Mitglieder 
ergehen liess, fand allenthalben lebhaften Nachhall. Ausnahmslos wurde der 
Gedanke freudigst begrüsst, dass die Gesellschaft eine Gelegenheit ergreife, um 
den Mann zu ehren, der für ihr Bestehen und Gedeihen so zahllose Stunden der 
Arbeit geopfert, so manche Kämpfe und Kränkungen durchzuringen hatte, den 
Mann, welcher der Halt und Kitt der Gesellschaft war und ist. Diese Stimmung 
beseelte auch die Mitglieder, welche sich am Abende des 2. Aprü in dem Hotel zur 
Kaiserin Elisabeth zu einem Fest-Souper vereinigten. Als der Champagner in den 
Gläsern perlte, überreichte der verehrte Präsident der Gesellschaft Fürst Josef 
Colloredo-Mannsf eld im Namen der Mitglieder das Ehrengeschenk, einen 
prachtvollen silbernen Pokal, der die Innschrift trägt: Die k. k. zool.-botan. Ge- 
sellschaft ihrem hochverdienten Secretär Georg Ritter v. Frauenfeld 2. April 1873. 
Mit warmen Worten hob Fürst C olloredo-Mannsf eld die in den Eisregionen 
des Nordens und der Glühhitze des Aequators gleich rastlose Thätigkeit des 
Jubilars hervor, die in der Schöpfung und fruchtbringenden Entwicklung der 
Gesellschalt eine ihrer schönsten Blüthen trieb. Tiefbewegt dankte Herrv. Frauen- 
feld: der heutige Tag lege ihm die heilige Pflicht auf, auch ferner sein bestes 
Wollen und Können den Zielen der Gesellschaft zu weihen. Nun wechselten Toaste 
mit dem Verlesen der zahlreichen Zuschriften und Telegramme ab. Die natur- 
forschenden Vereine von Berlin, Danzig, Regensburg, Stuttgart, Zürich, Brüssel, 



PresdeH, Salzburg, Graz, Innsbruck etc. iiIm-i samlt fii iht6 GlüokwftBMhC OdW 
Ehrendiplome. Dr. Moquin-Tando n, Mitglied der britischen « 1 1 1 • > 1 1 1 « ► ) - < u r i < 1 1 < • 1 1 
Gesellschaft, verlas im Auftrag dieses Vereines ein überaus herzliches aner 
kennendes Schreiben in französischer Sprache, das Hofrath v. Dm nnor mit dem 
Ausdruck der wärmsten Sympathie für die Kestrebungen der belgischen ('olleren 
erwiederte. Noch brachte HotVath Director Hauer einen ToäsI aus auf den frei- 
limügen Fürsten Colloredo, Professor Reichardt auf die k. k. loologi BD 
botanische Gesellschaft und ihre wissenschaftlichen Bestrebungen. Damit war in 
ebenso massvoller als würdiger Weise die Reihe der Trinksprüche abgeschlossen, 
und in ungezwungener lebhafter Unterhaltung schloss gegen Mitternacht das 
schöne Fest. 



Versammlung am 7. Mai 1873. 

Vorsitzender: Herr Custos Alois Rogenhofer. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr 

Gremiich Julius, Hochw. in Innsbruck 

Jacobi Dr. Alfred, Director an den ver- 
einigten evang. Schulen in Wien . . 

Leitenberger Heinrich, Lehramts-Cand. 
in Wien 

Radde Dr. Gustav, Director des Museums 
in Tiflis 



als Mitglied bezeichnet durch 
P. T\ Herrn 
P. V. Gredler, Prof. C. Heller. 

H. Engelthaler, J. Juratzka. 

Dr. Kornhuber, J. Juratzka. 

Die Direction. 



Anschluss zum Schriftentausche 
Verein für Naturfreunde in Reichenberg. 



Der Secretär Herr Georg Ritter von Frauenfeld machte 
folgende Mittheilungen: 

Das hohe k. k. Ackerbau-Ministerium, der Bezirkstchulrath von Wien, 
die Direction der ersten österreichischen Sparkasse und Frau Paula Frankl 
richteten an die Gesellschaft folgende Zuschriften: 

Das Ackerbauministerium übermittelt dem geehrten Präsidium in der 
Anlage zum eigenen Gebrauche ein Exemplar der Broschüre des Dr. Ruggero 



32 



Sitzung am /. Mai 1873 



Cobelli, betitelt „la Saturnia Arota del Brasile u mit dem Ersuchen, über diesen 
Gegenstand sich allenfalls darbietende Bemerkungen gefälligst hieher mittheilen 
zu wollen. 

Wien, am 9. April 1873. 

Der A ckerbauminister : 
Chlum ecky. 
(Ueber diese Schrift wird später berichtet werden.) 



Der Bezirksschulrath der Stadt Wien sieht sich in der angenehmsten 
V/eise verpflichtet, der löblichen k. k. zoologisch -botanischen Gesellschaft für die 
thatkräftige, durch Ihre hochgeschätzte Spende an den Tag gelegte Theilnahme 
an den Interessen des öffentlichen Unterrichtes den lebhaftesten Dank mit der 
Bitte auszusprechen, die bewiesene hochherzige Gesinnung auch in Hinkunft 
dem Schulwesen erhalten zu wollen, und beehrt sich in der Anlage den Haupt- 
bericht über den Zustand der städtischen Volks- und Bürgerschulen im Schul- 
jahre 1871 — 72 zur Kenntnissnahme zu übermitteln. 

Vom Bezirksschulrathe der Stadt Wien, am 6. April 1873. 

Der Bürgermeister : 
Felder. 

Der Verein der ersten österreichischen Sparkasse hat in seiner General- 
versammlung vom 29. März 1873 beschlossen, der k. k. zoologisch-botanischen 
Gesellschaft den Betrag von fünfhundert Gulden österr. Währ, zu widmen, 
welcher Betrag bei der hierortigen Hauptkasse zahlbar angewiesen wurde und 
gegen Quittung daselbst in Empfang genommen werden kann. 

Wien, am 29. März 1873. 

Dr. C. Giskra. 



Geehrter Herr! 

Für die reiche wohlwollende Schenkung, welche die k. k. zoologisch-bo- 
tanische Gesellschaft der Fortbildungsschule unseres Vereines gemacht hat, 
sage ich Ihnen, geehrter Herr, den wärrasten Dank. 

Sie haben uns durch diese Gabe wahrhaft beglückt, sie ist ein reicher 
Schatz, auf den wir stolz sind. 

Mit dem Ausdrucke dankbarer Ergebenheit 

Wien, am 20. April 1873. 

Paula Frankl, 
Vorsteherin des Mädchen-Unterstützungs- 
Vereines, Obmännin der Schule. 



I r n ii | 11 ! | I (1 



Herr Hans Graf W ilczek übereil» iLm- ( i*^scllsrli;if l .-in • An/.;ilil s.-lir sdiun 
priiparirtcr Vogelbülge, welche er in See zwischen Spitzbergen und Novaja 
Seinlja, theils auf letzterer Insel seihst gesehossen hat. Ks wird eine, Uchcr- 
sieht derselben später liier mitgetheilt werden. 



Per von den in der Jahresversammlung gewählten Herren ("ensoren ge- 
prüften und richtig befundenen Rechnung für 1872 ertheilte die Versammlang 
das Absolutoriuni. 



Der Vorsitzende begrüsste die Herren Brehm, Holding 
und Rad de, welche der Versammlung beiwohnten. 



Herr Dr. Brehm sprach über die Lebensweise der Faul- 
thiere. 



Herr Dr. Gustav Radde schilderte den Kaukasus. 



Herr Dr. Franz Low legte vor: Zoologische Notizen 4. Serie. 
(Siehe Abhandlungen.) 



Herr Dr. Friedrich Brauer sprach über die europäischen 
Lepidurus-Arten. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr E. Berroyer berichtete über das Vorkommen der 
Draba nemorosa L. in Niederösterreich. 

Die Draba nemorosa L. Spec ed. 1. 643. (2>. muralis ß. nemorosa L. Spec. 
ed. Ö. 897.; D. nemoralis Ehrh. Beitr. VII. 154; Sturm H. 60; Keichenb. Icon. 
XII. f. 4236) ist eine Pflanze, deren Verbreitungsbezirk sich bisher nur auf die 
östlichen und südöstlichen Provinzen Oesterreichs erstreckte; sie wurde in 
Croatien, Siebenbürgen, Ungarn, Galizien und Mähren beobachtet, wo sie auf 
grasigen Hügeln und an sandigen Orten der Ebene vorkommt. Ich bin nun in 
der erfreulichen Lage, für diese Art auch einen Standort im Florengebiete 
von Niederösterreich anführen zu können. Ich sammelte sie am 26. April d. J. 
an sandigen Orten an der Bahn zwischen Grammat-Neusiedel und Götzendorf in 
mehreren Exemplaren, und dürfte dieselbe noch an anderen ähnlichen Localitäten 
zu finden sein. 



Z. B. Ges. B. XXIII. Sitz.Ber. 



E 



34 Siiznng am 4. Juni 1873. 

Herr Professor Dr. H. W. Reichardt referirte über fol- 
gende eingesendete Abhandlung: 

Beiträge zur Kenntniss der Vegetätionsverhältnisse des Brdy- 
Gebirges in Böhmen von J. Freyn. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr E. Woioszczak zeigte Leucojum Vernum L. und Taxus 
baccata L. vor, welche er in diesem Frühjahre um Thernberg 
gefunden hatte. 

Herr k. Rath Georg Ritter von Frauenfeld legte vor: 
Zwei neue Anthicinen, beschrieben von Dr. Clemens Hampe. 
(Siehe Abhandlungen.) 



HerrCustos A. Rogenhofer besprach folgende eingesendete 
Abhandlung: Beiträge zur Kenntniss der nordamerikanischen 
Nachtfalter 2. Theil von Professor Zell er. (Siehe Abhandlungen.) 



Ferner zeigte Herr Rogenhofer eine Sammlung von In- 
secten aus Japan vor, welche ein dortiger Eingeborner gesammelt 
und auf höchst originelle Weise in hohlen Glaskugeln präparirt 
hatte. 



Versammlung am 4. Juni 1873. 

Vorsitzender: Herr Professor Fr. Simony. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herrn 

Hanel Alois, Dechant in Saaz A. Rogenhofer, Prof. Mik. 

Hörne Alfons, in Dresden Schaufuss, v. Frauenfeld. 

Müller Dr. Hermann, Oberlehrer in 

Lippstadt Dr. Brauer, A. Rogenhofer. 

Seebold Th. Ingenieur in Essen A. Rogenhofer, v. Frauenfeld. 



Frau «n f.-l.l 



Herr k. Rath Georg Ritter von Frauenfeld machte 
tollende IM ittliei luni^fii : 

Der kaiserlich brasilianische Ge.- audte, Sc. Exeellenz Freiherr von Porto 
Seguro, hat ein Bzomplai des Werkes: < 'lnnats, Geologie, Faune ei Geographie 
botanique du Hresil par Kmanuel Liais, im Auftrage Sr. Majestät des Kaisers von 
Brasilien der Gesellschaft übermittelt. 



Der naturwissenschaftliche Verein für Sachsen und Thüringen ladet zu 
ftiner 38. General-Versammlung ein, die in Eisleben am 21. und 22. Juni d. J. 
stattfindet 



Die British Association for the Advancement of science hält ihre 43. Ver- 
sammlung zu Bradford am 17. September 1873, unter der Präsidentschaft von 
James Prescott Joule und ladet hiezu ein. 



Der kais. österreichisch-ungarische Generalkonsul in Algier, HerrGhezzi, 
theilte mit, dass Herr Dur and o eine grosse Zahl Zwiebeln von Narcissus 
lhdlnicudium var. monophyllus gegen geringe Vergütung zu verschafFen vermag, 
wenn jemand diese hübsche Zierpflanze wünscht. Diese Mittheilung erfolgt 
unter einem an die kaiserliche Gartenbau- Gesellschaft zu beliebigem Gebrauch. 



Herr Alois Hanel, Stadtdechant in Saaz, sendet eine sehr schön prä- 
parirte Weinbergschnecke in einer kristallhellen Flüssigkeit in einem mit einer 
Blase verschlossenen Glase ein mit der xAngabe, dass dieses Präparat in einem 
von ihm bereiteten Conserviruugsmittel sich in dieser Weise nun schon durch 
4 Jahre unverändert erhalten habe. 

Er gibt für diese von ihm nach vierjährigen Versuchen endlich ermittelte 
Couserviruugs-Flüssigkeit folgende Vorzüge an: 

1. Ist sie speeifisch schwerer als Wasser, daher die Aussentheile der Ob- 
jecte, als Flossen, Bartfäden etc., vom Körper frei abstehen. 

2. Lässt dieselbe den Umfang des Körpers unverändert, er schrumpft nicht 
so mumienhaft ein wie im Weingeist. 

3. Scheidet diese färbende Stoffe, Blut, Säfte viel schneller aus, so dass sich 
nicht wie beim Spiritus noch nach Jahren die Flüssigkeit färbt. 

4. Ist sie weder giftig noch feuergefährlich. 

E* 



36 



Sitzung am 4. Jnni 1873. 



5. Liegt der Gefrierpunkt derselben ziemlieh tief, so dass die im Doppel- 
fenster eines ungeheizten Zimmers aufgestellten Gläser im strengen Winter 
vor 2 Jahren vom Froste nicht berührt wurden. 

6. Ist dieselbe viel billiger wie Weingeist, und ist um den 4. Theil des 
Spirituspreises herzustellen. 

7. Verdunstet dieselbe viel schwerer und langsamer als Weingeist, so dass 
die mit WachstafTet und Thierblase geschlossenen Gläser bis jetzt keine 
Abnahme der Flüssigkeit wahrnehmen lassen. 

Diese Vorzüge sind, wenn sie sich bewähren, wirklich ausserordentlich. 
Herr Hanel hält diese seine Flüssigkeit noch als Arcanum. Es wird von 
Seite der Gesellschaft an denselben die Aufrage erfolgen, welche Absichten er 
in Bezug auf eine weitere Mittheilung über dieselbe hegt. 



Herr A. Preudhomme de Borre, Conservateur de la section entomolo- 
gique du Musee Royal d'Histoire naturelle de Belgique, schickte folgende Note 
biologique relative aux moeurs des Arachnides du genre Chelifer ein: 

Dans le Tome XXII. des Verhandlungen der k. k. Zool.-Bot.- 
Gesellsch., p. 75, le savant Dipte'rologiste M. J. R. Schiner rapporte une 
Observation de M. Oscar Simony, relative aux rapports existant entre les Chelifer 
et certaines especes de Muscides, auxquelles ces petites Arachnides s'accroche- 
raient, ce qu'elles paraissent faire, suivant M. Schiner, dans le but de se faire 
transporter d'un Heu a un autre. Je suis heureux de pouvoir aussi app orter 
ä cette etude une confirmation, sinon de la conclusion deduite, du moins du 
fait lui-meme. 

Au mois de juillet 1872, Mademoiselle Emilie Coblentz, de Liege, qui 
s'occupe un peu d'entomologie, nie remit une mouche commune (Musca dome- 
stica L.), qu'elle avait prise ä l'interieur d'une habitation, et ä une patte de 
laquelle eile avait remarque qu'e'tait fixe un petit insecte. Celui-ci, que j'en 
detachai alors, et que j'ai sous les yeux en ce moment, est le Chelifer Panzeri 
Koch (Die Arachniden. Zehnter Band, p. 44, Tab. CCCXXXIX, Fig. 782). 
La mouche ne paraissait aucunement genee dans son vol par le fardeau cram- 
ponne a sa patte. M el,e Coblentz m'a dit il y a quelques jours avoir observe le 
meine fait interessant une seconde fois. 



Herr Director Dr. Gustav Rad de aus Tiflis sprach über 
die Säugethier-Fauna des Kaukasus. 



87 



Herr Custos A. v. I'el/fln berichtete : 

Heber eine Vogel-Sammlung aus ( )st-Asien vuu ( >. Kinsch 
und i\ Conrad. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Professor Dr. II. W. Ueiehardt legte folgende ein 
gesendete Abhandlungen vor: 

Die Flechtenflora des Herzogthumes Salzburg von Dr. A« 
Saute r. 

Einige neue oder wenig bekannte Arten der Pilzflora des 
südöstlichen Ungarns. Von Prof. Fr. Hazslinsky. (Siehe Ab- 
handlungen.) 



Ferner las der Herr Vortragende folgende von Herrn 
Dr. J. E. Polak eingesendete Notiz: 

In einem Werk der medizinisch-pharmakologischen Terminologie in fran- 
zösischer, deutscher, englischer und persischer Sprache, welches Dr. Schlimmer, 
ein Naturalist, der viele Jahre im südöstlichen Persien als Arzt lebte, mir zur 
Publication eingesendet, findet sich über Assa foetida Folgendes: Ferula assa 
foetida kommt häufig wildwachsend bei Abadeh, Murgab (nahe Persepolis, 
Najin (bei Sistan) und Kerman vor. Das Klima dieser Gegenden scheint dem 
Wachsthum günstig, ebenso wie in Herat, wo der Anbau allgemein und für den 
Export nutzbringend ist, weil die brahmanisehen Einwohner Indiens davon 
einen ausgedehnten Gebrauch machen, um die Windsucht, durch stete vegetabi- 
lische Kost erzeugt, zu bekämpfen. Wie gross. die Ausfuhr Herat' s in dieser 
Beziehung sein mag, kann daraus ersehen werden, dass während der indischen 
Meuterei beiläufig 55.000 Kilos Herater Waare via persischen Golf nach Indien 
exportirt wurden, weil damals die Karawanen dasselbe nicht zu Land befördern 
konnten. Ich will noch einige Einzelnheiten über das Einsammeln der Assa 
beifügen, wie mir selbe ein alter Pflanzer aus Herat mitgetheilt: Am 10. April 
beginnen die Bauern die Mutterpflanzen umzugraben, die Wurzelblätter und Wür- 
zelchen zu entfernen und mit der weggeräumten Erde abermals die Wurzel zu 
bedecken, um sie vor den heftigen Sonnenstrahlen zu schützen. Gegen 20. Mai 
beginnt die Lese, man schneidet nahe über dem Boden den Stengel horizontal 
durch, und überlässt die Pflanze 3 Tage sich selber, um dem Milchsaft Zeit zu 
lassen, sich zu verdicken. Arn 24. Mai beginnt die erste Lese damit, dass man 
die Schnittfläche abschabt, und unmittelbar darauf schneidet man abermals eine 
dünne horizontale Scheibe ab, und nimmt das Product nach 3 Tagen wieder 



38 



Sitzung am 2. Juli 1873. 



weg. Gegen 10. Juni macht man die dritte und gegen den 3. oder 4. Juli die 
vierte Lese, immer nach Abtragung einer Querscheibe. In der Zwischenzeit 
bedeckt man den durchschnittenen Stengel wohl mit Blättern, um ihn vor starken 
Sonnenstrahlen zu schützen. Anfangs ist das Product weiss, erlangt jedoch an 
der Luft eine bräunliche Farbe, wie es eben in den Handel kommt. 



Herr Custos A. Rogenhofe r berichtete über einen Beitrag 
zur Dipteren-Fauna Ungarns von F. Kowarcz. (Siehe Ab- 
handlungen.) 



Herr k. Rath und Custos Georg Ritter von Frauenfeld 
theilte die Beschreibung eines neuen Branchipus und einige 
neue Metamorphosen mit. (Siehe Abhandlungen.) 



Versammlung am 2. Juli 1873. 

Vorsitzender: Herr Hofrath Brunner von Wattenwyl. 



Neu eingetretene Mitglieder: 
P. T. Herr 



Czarnecki Johann, Gutsbesitzer zu Kacza- 
nöwka, Post Podwolöczyska in Galizien 

Kolndorfer Josef, k. k. Finanz-Ober-Com- 
missär III. Gärtnergasse 43 

Kotschy Eduard, Advokat in Fünfhaus, 
Gemeindegasse 6 

Brixen, Directum des Knabeuseminar. 



als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herrn 

Dr. Rehinann, v. Frauenfeld. 
Franz Bartsch, v. Frauenfeld. 
Dr. Reichardt, J. Bennan. 



Der Borr Vorsitzende machte folgende Mittheilung: 

Die Gesollschaft hat den Verlust eines langjährigen Ifitgliedes des Herrn 
Kittor von Lemonnier zn beklagen. 

Ferner starb auch verflossene Woche Herr Strohmeyer, von dessen 
Künstlerhand viele Tafeln unserer Verhandlungen Zeugniss geben. 

Die Versammlung gab ihrem Beileide dureh Krheben von den Sitzen 
Ausdruck. 



Der referirende Secretär Herr k. Rath Georg Ritter von 
Frauenfeld gab folgende Einläufe bekannt: 

Die kön. dänische Akademie der Wissenschaften zu Kopenhagen hat die 
für 1873 ausgeschriebenen Preise und dafür bestimmten Aufgaben mitgetheilt. 
Das Program derselben liegt im Gesellschaftslocale auf. 



Herr Stent z in Neusiedl am See theilt mit, dass in der dortigen Gegend 
heuer zwei Landplagen weitverbreitet aufgetreten sind. Rhynchites Bacchus 
verheert von dort bis Rust das Weingebirge nnd verschont auch die Obst- 
bäume nicht. 

Noch verheerender sind für die untern Gegenden Apetlon, Ylmitz, Baum- 
hagen, Toden, Walla die Mäuse, die in Milliarden aus dem ehemals trockenen 
Seebeet herabgezogen, furchtbare Verwüstungen in den Feldern anrichten, wo 
sie die Halme an den Wurzeln abbeissen und verzehren, dass es ein wahrer 
Jammer zu sehen ist. 



Die von Herrn Grafen Ferd. Kuenburg hinterlassene bedeutende Käfer- 
sammlung ist zu verkaufen. 

Näheres so wie Kataloge theilt mit: Herr Graf Clemens Kuenburg 
auf Schloss Brandsdorf, bei Jägerndorf, österr. Schlesien. 



40 



Sitzung am 2. Juli 1873. 



Ferner wurde das 1. und 2. Heft des laufenden Jahrganges 
der Gesellschaftsschriften/ dessen Druck beendet ist, vorgelegt. 



Herr Dr. Alfred Brehm sprach über die Lebensweise des 
Chimpanse in der Gefangenschaft. 



Herrn Dr. Emil v. Marenzell er referirte über folgenden 
eingesendeten Aufsatz: eine neue Gobius-Art von Johann Kri es ch. 
(Siehe Abhandlungen.) 



Herr Professor Dr. H. W. Reichardt besprach und legte 
vor die erste Lieferung von C. Kalch b r enner s Werk: Icones 

selectae Hymenomycetum Hungariae. 



Herr Custos A. Rogenhofer berichtete über den Inhalt 
der kürzlich erschienenen Brochure: Die Isoporien der euro- 
päischen Tagfalter von E. Hoff mann. 



Der k. Rath Herr Custos Georg Ritter von Frauenfeld 
legte vor: 

Beiträge zur Kenntniss der Phryganiden von Dr. Hermann 
Hagen. (Siehe Abhandlungen.) 



II 



Versammlung am 1. October 1878. 

Vorsitzender: Herr Custos A. v. Pelzein. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herrn 

Borbas Vincenz, Prof. der Staats- Ober- 

Realsch. in Pest, Fabrikengasse 25 . . J. Freyn, Dr. Tauscher. 

Conrad P., Schilfs- Capitain in Bremen . . v. Pelzeln, v. Frauenfeld. 

Eckhel Georg v., in Triest H. Massapust, v. Frauenfeld. 

Joseph, Dr. Gustav, in Breslau, neue An- 

tonienstrasse 6 Dr. Brauer, v. Frauenfelcb 

Nördlinger, Dr. H., Forstrath u. Prof. d. 

Hochschule in Hohenheim Die Direction. 

Schütz, Dr. Emil, prakt. Arzt in Calw 

(Würtbg.) A. Rogenhofer, v. Frauenfeld. 

Stearns Robert, E. C. in St. Francisco . v. Frauenfeld, ßr. Osten-Sacken. 
Thomas, Dr. Friedr., Oberlehrer der Real- 

Schule in Ohrdruf bei Gotha .... A. Rogenhofer, Dr. Brauer. 
Turczynski Emerich, Gymn. - Prof. in 

Drohobycz, Galizien Dr. Jachno, Dr. Rehmann. 



Anschluss zum Schriftentausche: 
Buffalo : Society of natural sciences. 



Eingegangene Gegenstände: 

2 Packete reich aufgelegter Pflanzen von Herrn Dr. Ressmann. 
1 Partie Conchylien und Amphibien von Herrn Dr. Ressmann. 
1 Partie Vögel im Jugendkleide von Herrn Spatny in Frauenberg. 
1 Partie Pflanzen für Schulen von Herrn Müller in Csepregh. 



Z. B. Ges. B. XXIII. Sitz.-Ber. 



F 



42 



Sitzung am 1. Octooer 1873. 



Wegen Erkrankung des ersten Secretärs Herrn k. Rathes 
Georg Ritter von Frauenfeld machte Herr Custos A. Rogen- 
hof er folgende Mittheilungen: 

Von Herrn Professor und Custos Dr. H. W. Reichardt ist folgendes 
Schreiben eingelaufen : 

Brühl, den 25. September 1873. 
Hochlöblicher Ausschuss der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft! 
Mit Beginn des neuen Schuljahres wird der hochachtungsvoll Unter- 
zeichnete an der Universität mehr Collegien zu lesen haben, als früher. Diese 
erhöhte akademische Thätigkeit macht es ihm zu seinem grössten Bedauern 
unmöglich, der k. k. zoologisch -botanischen Gesellschaft so viel Zeit zu 
widmen, wie bisher. Um daher die Interessen der genannten Societät nicht 
zu beeinträchtigen, sieht sich der achtungsvoll Gefertigte, so leid es ihm 
auch thut, veranlasst, die Stelle als zweiter Secretär zurückzulegen. Er ver- 
sichert aber, dass es ihm auch in der Folge eine besondere Ehre sein wird, 
die Zwecke der hochlöblichen k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft, so viel 
es seine Zeit erlaubt, mit Rath und That zu fördern. 

Schliesslich dankt der ergebenst Unterzeichnete verbindlichst Sr. Durch- 
laucht dem Herrn Präsidenten, dessen Stellvertretern, den Herren Ausschuss- 
räthen und vor Allen den geehrten Herren Mitgliedern der Gesellschaft für das 
Wohlwollen und die gütige Nachsicht, deren er sich während seiner Functions- 
zeit als zweiter Secretär zu erfreuen hatte und bleibt mit ausgezeichneter Hoch- 
achtung des hochlöblichen Ausschusses 

ergebenster' 

Dr. H. W. Reichardt. 

Die Versammlung gab ihrer Anerkennung für die Verdienste, welche sich 
Herr Professor und Custos Dr. H. W. Reichardt während seiner 14jährigen 
Wirksamkeit als zweiter Secretär um die Gesellschaft erworben hatte, durch 
Erheben von den Sitzen Ausdruck. 



Die von der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft und mehreren ihrer 
Mitglieder bei der Wiener Weltausstellung exponirten Objecte wurden mit 
folgenden Auszeichnungen prämiirt: 

Die Cladoniae austriacae des Herrn Dr. J. S. Poetsch und Möller's 
Diatomaceen-Typenplatte mit Fortschritts-Medaillen. 

Die von der Gesellschaft ausgestellte Insectensammlung, Herrn E. Ber- 
royer's Giftpflanzenherbar und Herrn Woloszczak's Holzpflanzen mit Ver- 
dienst-Medaillen. 

Herrn Regierungsrathes Dr. A. Pokorny's Blätterherbar mit einem An- 
erkennungsdiplom. 



K. Ii u ,1 .1 



LS 



Herr Director K. Raddo sendete eine Kinladung /u seinen 
Vortrügen über den Caueasus. 

Ferner lud die k. k. Gartenbau - Gesellschaft zu dem 
vom l. — 10. October stattfindenden Congresse deutsoher Pomo 
logen ein. 

Herr Custos A. v. Pelze In legte folgenden eingesendeten 
Aufsatz vor: Notizen über die Fortpflanzung von /Sylvia Natteruri 
von P. Blasius Hanf. (Siehe Abhandlungen.) 

Herr J. Kolazy las: Dr. J. R. Schiner, ein Nachruf von 
Georg Ritter von Frauenfeld. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Dr. E. von Marenzeller besprach ein eingesendetes 
Manuscript: Ueber Comephorus baicalensis Pall. von Dr. Bene- 
dict Dybowski. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Custos A. Rogenhofer legte eine eingesendete Mit- 
theilung vor: Beitrag zur Kenntniss der Bienenfauna Tirols von 
Karl dalla Torre. 

Ferner zeigte der Herr Vortragende eine neue prächtige 
Bombycidenart aus der Gattung Brahmea vor, eine Entdeckung 
von Herrn J. Haberhauer im cilicischen Taurus. (Siehe Ab- 
handlungen.) 



Nach kurzer Krankheit starb am 8. October der k. Rath, 
Custos des k. k. zoologischen Hofcabinetes und erster Secretär 
unserer Gesellschaft, Herr 

Georg Ritter von Frauenfeld. 
Die Nachricht von diesem für unsere Societät unersetz- 
lichen , so unerwarteten Verluste erregte die allgemeinste 
schmerzliche Theilnahme und dieselbe gelangte bei der Be- 



44 



Brunner von Wattenwyl. 



stattung des hochgeschätzten Verstorbenen, welche am 10. Oc- 
tober erfolgte, zum lebhaftesten Ausdrucke. Unter den äusserst 
zahlreich gegenwärtigen Leidtragenden war speciell die k. k. 
zoologisch - botanische Gesellschaft durch den Herrn Präsi- 
denten, Se. Durchlaucht Fürst Colloredo-Mannsfeld, durch 
dessen Stellvertreter, die Herren Vicepräsidenten , die meisten 
Herren Ausschussräthe und eine sehr grosse Zahl von Herren 
Mitgliedern vertreten. Viele der obgenannten Herren begleiteten 
Ritter von Frauenfeld's sterbliche Ueberreste zu deren letzter 
Ruhestätte auf dem Matzleinsdorfer Friedhofe. Dort hielt am 
Grabe des theuren Verblichenen Herr Hofrath Karl Brunner 
von Wattenwyl als Präsidentstellvertreter der k. k. zoologisch- 
botanischen Gesellschaft folgende Grabrede , welche in treffend- 
ster Weise den schmerzlichen Gefühlen der Anwesenden Aus- 
druck gab: 

Hochverehrte Anwesende und Trauergenossen! 

Vor wenigen Monaten wurde mir die Ehre zu Theil, im Namen der zoo- 
logisch-botanischen Gesellschaft unserem Freunde Frauenfeld den Dank für 
seine Hingebung auszusprechen und eine Ovation zu bereiten, welche mit der 
Liebe, die aus der Dankbarkeit entspringt, dargebracht und von unserem Freunde 
mit der innigen Freude entgegengenommen wurde, welche aus der treuen An- 
hänglichkeit erwächst. 

Bei dieser Gelegenheit gelobte er, der Gesellschaft treu zu dienen, so 
lange seine Kräfte es gestatten. Dieses Versprechen hat er gehalten, denn von 
seinem Krankenlager aus bereitete er unsere letzte Versammlung vor und er- 
freute uns noch in der letzten Sitzung vor acht Tagen mit einer jener geschmack- 
vollen, ihm eigenthümlichen Arbeiten, welche einen warmen Nachruf an unseren 
im Sommer verstorbenen Collegen Schiner enthielt. 

In diesem Nachrufe erwähnt Frauenfeld, dass sein eigenes Leben innig 
verknüpft war mit demjenigen Schiner's, wie die beiden Freunde gemeinschaft- 
lich im J. 1848 den Gedanken der Gründung einer Gesellschaft zum Studium 
der organischen Welt erfassten, wie sie gemeinschaftlich die hiezu nothwendigen 
Schritte thaten und gemeinschaftlich sich des Gelingens ihrer Anstrengungen 
und des Aufblühens der Gesellschaft erfreuten. 

Man begreife, schliesst Frauenfeld, wie schwer ihm die Trennung von 
seinem Freunde falle! — Diese Trennung dauerte nicht lange: Wie im Leben, 
so sind die Freunde nun auch im Tode vereint! 

Heute, an dem Tage, an welchem wir seit langen Jahren gewohnt sind, 
in trautem Kreise uns zu vereinigen und durch Besprechung und gegenseitige 



Belehrung die Gesctzo zu erforschen, welche die Natur beleben, - an dem 
Tage, welcher dem Frauenfeld sc sympatiseh war, weil er liier sein ganzes 
Wesen seinen Freunden darbieten konnte. -- an diesem Tair -ind wii wieder 
vereinigt, um Abschied zu nehmen von dem Freunde, der nun selbst den ewiges 
Gesetzen der Natur anheimgefallen ist! 

Hier stehen trauernd die Verwandten , mit welchen er in brüderlicher 
Liebe die guten und schlechten Tage treu getheilt hat. 

Hier stehen wir, die wissenschaftlichen Freunde, welche mit ihm gearbeitet, 
gekämpft uud uns gefreut haben auf dem Gebiete der Naturforschung. Wir, die 
Alten, sind wohl berechtigt, eine Thräne des Schmerzes zu vergiessen, denn mit 
Frauenfeld ist ein Stein aus unserem eigenen Gebäude gerissen , der nicht zu 
ersetzen ist und uns daran erinnert, dass das ganze Gebäude zerfallen wird! — 
Aber es bleibt uns der eine Trost, dass Dank den Bemühungen unseres ver- 
ewigten Freundes eine neue Generation heranwächst, welcher wir freudig den 
Neubau überlassen können. 

Sie, meine jungen Freunde, werden an diesem Grabe das Gelübde wieder- 
holen, in die Fusstapfen des Lehrers zu treten und in der Pflege seiner Schule, 
welche in der sorgfältigen Beobachtung und in der Anwendung eines scharfen 
Urtheiles besteht, sein Andenken zu ehren. 

Wir Alle aber wollen dem Freunde ein liebevolles Andenken bewahren. 
Wir scheiden von ihm mit den Gefühlen des Dankes für das Gute und Edle, 
das er uns erwiesen hat, und wir wollen dieses Andenken ehren, indem wir 
sein Vermächtniss heilig halten. Dieses Vermächtniss ist sein liebes Kind, das 
er erzeugt, das er gross gezogen hat: unsere zoologisch-botanische Gesellschaft, 
in welcher wir alle den in dieser Zeit so seltenen Genuss empfinden, in gemein- 
schaftlicher Thätigkeit, fern von aller kleinlichen Leidenschaft, uns zu freuen 
und zum grossen Ganzen beizutragen, welches den Adel des Menschen bildet! 

So ruhe nun in Frieden, lieber Freund, von Deinem thatenreichen und 
mit Erfolg gesegneten Leben — nimm mit Dir unsere Dankbarkeit, unsere Liebe! 



In Folge des schweren, unersetzlichen Verlustes, welcher 
die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft durch Herrn Ritter 
von Frauenfeld's Tod betraf, erklärte sich Herr Professor 
und Custos Dr. H. W. Reichardt bereit, die Secretariatsge- 
schäfte bis zur statutenmässig vorzunehmenden Neuwahl der 
Herren Secretäre fortführen und den diesjährigen Band der Ge- 
sellschaftsschriften bis zu seinem Abschlüsse redigiren zu wollen. 



46 



Sitzung am 5. November 1873. 



Versammlung am 5. November 1873. 

Vorsitzender: Herr Hofrath Karl Brunner v. Wattenwyl. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herrn 

Claus, Dr. Carl, Prof. der Zoolog, an der 

Wiener Univers Die Direction. 

Emery Carl, Dr. med. in Neapel. ... M. Müller, A. Kogenhofer. 
Fuchs Franz, Lehrer in Auersthal, Post 

Eaggendorf, N.-Oesterr Burgerstein, Blasich. 

Moser, L. Carl, Drd. phil., Lehramts-Cand. 
für Naturgesch. in Wien, IX., Lackirer- 

3 Burgerstein, Bläsich. 



Anschluss zum Schriftentausche: 

Societe helvetique des sciences naturelles ä Fribourg. 



Eingegangene Gegenstände : 

400 Hymenopteren von Herrn J. Kolazy. 

Herb, mycolog. cent. VII. VIII. von Herrn Baron T hürnen. 

1 Helix crinita Sandri von Herrn Brusina. 



Herr Hofrath Brunner von Wattenwyl widmete Herrn 
Georg Ritter von Frauenfeld warme Worte der Erinnerung 
(Siehe Abhandlungen.) 

Die Versammlung gab ihrem innigen Beileide durch Er 
heben von den Sitzen Ausdruck. 



I>r. II W Kni. -Ikh .1 1 



47 



Herr Professor und l'ustos Dr. II. W. Iie ieh.'ird t macht«" 
folgende Mitteilungen : 

Zun» Tode Herrn Kittors von Frauenfeld liefen folgende zwei Beileids- 
schreiben ein: 

Sehr geehrtes Präsidium! 

Mit lebhaftem Bedauern habe ich die Trauerkunde von dem Tode des 
k. k. Custos und Secretärs der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft Georg 
Kitter von Frauenfeld vernommen. 

Bei den hervorragenden Verdiensten, welche sich dieser um die Wissen- 
schaft und ganz insbesonders um die Forderung der Interessen der Gesellschaft 
durch sein unermüdetes Wirken ausgezeichnete Mann erworben, wolle mir das 
sehr geehrte Präsidium als langjährigem Mitgliede der Gesellschaft gestatten, 
aus Anlass dieses schmerzlichen Verlustes meine innigste Theilnahme auszu- 
sprechen, und mich jenem Kreise von Freunden des Verstorbenen anzuschliessen, 
welche demselben ein treues Andenken bewahren werden. 

Mit dem Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung 
Eines geehrten Präsidiums 

ergebenster 
Bürgermeister 
Felder. 

Löbliche k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft! 

Heute brachte die Zeitung die für uns erschütternde Nachricht von dem 
unvermutheten Ableben eines Mannes, der nicht nur zu den tüchtigsten Gelehrten 
und bedeutendsten Naturforschern unseres Reiches zählte, sondern auch in Be- 
ziehung seiner Humanität und seltenen Herzensgüte zu den hervorragendsten 
Zierden der Kaiserstadt gehörte. 

Herr Georg Ritter von Frauenfeld, der auch unserem Vereine als 
Ehrenmitglied angehörte, hat aufgehört zum Wohle der Menschheit im Dienste 
der Wissenschaft zu wirken; doch seine grossen Verdienste sichern ihm die Un- 
sterblichkeit bei der Mit- und Nachwelt. 

Wem wollten wir unser Leid, unsern Schmerz über diesen herben Verlust 
klagen, als jenem Vereine, den er schuf und bis an sein Lebensende so auf- 
opfernd mit seltener Ausdauer und Genialität förderte, bis er ihn auf eine so 
hohe ehrenvolle Stufe brachte und der ihn so plitzlich verliert. 

Vernehmen Sie von den fernen Marken unseres Vaterlandes unser auf- 
richtiges Bedauern und Beileid und bewahren Sie für unsern verhältnissmässig 
unbedeutenden Verein die so herzliche aufmunternde Theilnahme, welche der 
edle Verblichene uns stets so warm gewährte. 

Reichenberg, den 10. October 1873. 

Für den Verein der Naturfreunde in Reichenberg: 
Der Präsident 
Ludwig Hlasiwetz. 



48 



Sitzung am 5. November 1873. 



Ferner liefen Beileidschreiben noch ein von den Herren: 
Theophil Le Comte zu Lessines in Belgien, 
Stefan Schulzer von Müggenburg in Vinkovce, und 
Victor Tschusi von Schmidhofen in Tannenhof bei Hallein. 



Se. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Ludwig Salvator 
geruhte allergnädigst, der Gesellschaft eine Subvention von 50 fl. ö. W. zu 
widmen. 



In der Monatsversammlung vom 3. December des Jahres sind statuten- 
mässig zu wählen : Der Gesellschafts-Präsident, die 6 Vice-Präsidenten und der 
erste Secretär. 



Das rühmlich bekannte optische Institut von Seibert und Kraft (früher 
Gundlach) zeigte an, dass es sich vom 1. October d. J. an in Wetzlar befinde. 



Zu Scrutatoren für die in dieser Versammlung stattfinden- 
den Wahlen wurden ernannt die Herren Jos. Kolazy, Emil 
Berroyer, A. Burgerstein. 



Herr E. Woloszczak lieferte Beiträge zur Flora des süd- 
östlichen Schiefergebirges von Nieder-Oesterreich. (Siehe Ab- 
handlungen.) 



Herr Jul. von Bergenstamm legte vor: Acht neue 
Arten zweiflügliger Insecten von Th. Beling. (Siehe Abhand- 
lungen.) 



Herr Dr. Franz Low sprach über Phytoptus. (Die Ab- 
handlung wird im nächsten Bande gedruckt.) 



Herr Custos A. Rogenhofer legte den eben vollendeten, 
von der Gesellschaft herausgegebenen Nomenciator zoologicus 
vor. 



l».. Ii. w Rtlehftrdt 



49 



Herr Professor und C-nstos Dr. II. W. Reich ardi b€ 
richtete über folgende zwei eingesendete Abhandlungen: 

F. Arnold: Lieh eno logische Ausflüge in Tirol XI. XII. 

J. Wiesbauer: Zur Flora Nieder-Oesterreiohs. (Siehe Ab- 
handlungen.) 

Schliesslich wurde das Resultat der in dieser Sitzung vor- 
genommenen Wahlen bekannt gemacht. Ks wurden gewühlt: 

Zum zweiten Secretär Herr Dr. Emil von Marenzeller, 
zu Ausschussr&then die Herren: Jul. v. Bergenstamm, Gust. 
v. Haimhoffen, Dr. Gust. Mayr, A. v. Pelzein, Dr. H. W. 
Reichardt, Dr. A. v. Reu ss junior. 



Versammlung am 3. December 1873. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. Gustav Mayr. 

Neu eingetretenes Mitglied : 
Mr. Valentin Paul, Esq. in Calcutta . . A. v. Pelzein, A. Rogenhofer. 



Eingegangene Gegenstände: 

2 Cent. Kryptogamen für Schulen von Herrn Josef Strauss. 
1 Cent. Pflanzen auf Velinpapier gespannt, zur Betheilung von Lehran- 
stalten von Herrn Ed. Brandmayer. 

V2 Cent. Ascomyceten von Herrn Dr. Rehm. 



Der Herr Vorsitzende gedachte mit warmen Worten des 
am 26. v. M. verschiedenen Vice-Präsidenten der Gesellschaft, 
Professors Dr. August Ritter von Reuss, sowie des verstorbe- 
nen Mitgliedes Dr. Anton Palliardi in Franzensbad. 

Die Versammlung gab ihrem Beileide durch Erheben von 
den Sitzen Ausdruck. 



Z. B. Ges. B. XXIII. Sitz.-Ber 



G 



50 



Sitzung am 3. December 1873. 



Herr Professor und Custos Dr. H. W. Reichardt machte 
folgende Mittheilungen : 

Se. k. Hoheit der durchlauchtigste Erzherzog Ludwig Salvator geruhte 
mit folgender Zuschrift allerguäiigst zu gestatten, dass ihm der diesjährige 
Band der Gesellschaftsschriften gewidmet werde. 

Prag, den 18. November 1873. 

Euer Wohlgehoren! 
Mit Vergnügen werde ich die Widmung des diesjährigen Bandes der 
Verhandlungen der Gesellschaft annehmen und freue mich schon in dem neuen 
Bande so viel des Interessanten wie in dem vorhergehenden zu rinden , denn 
p]iier Wohlgeboren können versichert sein, dass ich stets das lebhafteste Interesse 
für eine Gesellschaft bewahren werde, welche meine Lieblingsstudien zum Ziele 
ihrer Forschungen hat. 

Eh. Ludwig Salvator. 

Durch die Wahl Dr. Emil v. Maren z eil er's zum zweiten Secretär und 
durch den Tod des Herrn Professors Dr. August Kitter von Reuss wurden 
im Laufe des verflossenen Monats die Stellen von zwei Ausschussräthen erledigt. 
Um diese Stellen nicht ein Jahr lang unbesetzt zu lassen, um ferner eine Nach- 
wahl zu vermeiden, beantragt der Ausschuss, die Versammlung wolle beschliessen : 
Es mögen die Herren Emil Berroyer und Custos Dr. Johann Pey ritsch, 
welche bei der letzten Wahl nach den 6 gewählten Ausschussräthen die meisten 
Stimmen erhielten, eingeladen werden, in den Ausschuss einzutreten. 

Die Versammlung nahm den Antrag einstimmig an. 

Der Auschuss hat beschlossen, den Preis des von der Gesellschaft heraus- 
gegebenen Nomenciator zoologicus für jene Herren Mitglieder, welche nicht prä- 
numerirten, auf 4 fl. ö. W., für den Bezug im Wege des Buchhandels aber auf 
8 Mark festzusetzen. 

Herr Dr. Leopold Just, Docent für Botanik am Polytechnicum in 
Karlsruhe zeigte an, dass er unter Mithilfe einer bedeutenden Zahl tüchtiger 
Kräfte einen botanischen Jahresbericht herauszugeben beabsichtige. Der- 
selbe soll in gedrängter Form Referate über alle neuen botanischen Abhand- 
lungen bringen, vom Jahre 1874 an regelmässig im Herbste erscheinen und 
stets die Literatur des vorangegangenen Jahres enthalten. Der Herr Redacteur 
ersucht die Herren Autoren, „ihm bald und regelmässig alle vom 
1. Jänner 1873 an neu erschienenen botanischen Arbeiten, nament- 
lich Separatabdrücke aus den Public ation en naturwissenschaft- 
licher Vereine zusenden zu wollen". 



Otto II»' r ni u n n f) | 

Herr Otto Hermann sprach über Krisnwtimt h'uvor.ephnht. 



Ilorr Dr. Franz Löw trug Uber Ant/mlhila vor. (Der Auf 
satz wird im nächsten Bande erscheinen.) 



Herr Custos Dr. Friedrich Brauer legte vor; Beitrag 
zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der 
Tipuliden von Th. Bcling. (Siehe Abhandlungen.) 

Herr Dr. Emil von Marenzell er referirte über folgende 
eingesendete Abhandlung: Dr. R. Bergh: Beiträge zur Kennt- 
nis* der Aeolidiaden. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Professor und Custos Dr. H. W. Reich ardt besprach 
folgenden eingesendeten Aufsatz: Beiträge zur Flora Nieder- 
Oesterreichs von E. Hackel. (Siehe Abhandlungen.) 



Schliesslich machte der Herr Vorsitzende das Resultat der 
in dieser Versammlung vorgenommenen Wahlen, bei welchen 
die Herren Berroyer, Burger stein und Kolazy als Scruta- 
toren fungirten, bekannt. Es wurden gewählt: 

Zum Präsidenten: Se. Durchlaucht Fürst Josef Collo- 
redo -Mannsfeld. 

Zu Vice - Präsidenten die Herren: Friedrich Brauer, 
Eduard Fenzl, Franz Ritter von Hauer, Alois Pokorny, 
Julius Freiherr von Schröckinger, Eduard Suess. 

Zum ersten Secretär: Herr Alois Rogen hofer. 



G* 



52 



Anhang. 



Anhang. 

Verzeiehniss jener Werke und Abhandlungen, welche die Herren 
Verfasser im Laufe des Jahres 1873 der k. k. zoologisch-bota- 
nischen Gesellschaft widmeten. 

Bruhns u. Weiss: Bestimmung der Längendifferenz zwischen Leipzig und Wien. 
Leipzig 1872. 

Eck hei v.: Der Badeschwamm mit einer Karte und 2 Taf. Triest 1873. 
Emich v.: Beitrag zur Lepidopterenfauna Transkaukasiens und Beschreibung 
zwei neuer Arten. 

Gemminger Dr. u. B. de Harold: Catalogus Coleopterorum IX. 2. Mo- 
nachii 1873. 

Gupenberger P. L.: Anleitung zur Bestimmung der Gattungen der in Krems- 
münster und Umgebung wild wachsenden und allgemein cultivirten Pflanzen. 
Linz 1873. 

Horvath Dr.: Beitrag zur Heminopterenfauna Ungarns. 
Jourdan P.: Flore Murale. Paris 1867. 

Mayer H. A. u. Möbius in Kiel: Fauna der Kieler Bucht. Leipzig 1872. 

Nowicki Dr.: Beschreibung einer neuen Käferart nebst Ausweis der Literatur 
über die Käferfauna Galiziens. Krakau 1872 und 1873. 

Pavesi Dr. P. : I Pesci e la pesca nel Cantone Ticino. Lugano 1871 - 1872. 

Siebold Th. v. : Mittheilung über die Speichelorgane der Biene. Nördlingen 1872 

Stieda Ludw.: Die Bildung des Knochengewebes. Leipzig 1872. 

Targioni- Tazzetti: Relazioni sulla pesca. 

„ „ Note anatomiche intorno agli insettr. 

„ „ Süll' organo che fa lume nelle lucciate volanti d'Italia 

„ „ Di una specie nuova in un nuovo genere di cirriped 

lepadidei. 

Thielens: Voyage botanique et paleontologique en Eifel. 
Tonzago Filippo: Sugli Scorpioni italiani Monogr. 1872. 

Torrel August: Beiträge zur Kenntniss des Thalamus opticus und der ihn 
umgebenden Gebilde bei den Säugethieren. Wien. 1872. 

Geschenk des Herrn Rudolf Türck: Beschreibung der vorzüglichsten fremd 
ländischen Takakssorten von J. U. Dr. Jos. Krickl. Wien, 1870. 



Abhandlungen. 



Zoologische Miscellen. 

Von 

Georg Ritter von Fraueufeld. 

XVII. 

L Die neuesten Beobachtungen über Phylloxera vastatrix. 2. Ilydrachna 
geographica auf Dytiscus Arten schmarotzend. 3. Der Vogelschutz in seiner 
richtigen und notwendigen Begrenzung. 4. Notiz über 2 Vogelvarietäten 

aus Siebenbürgen. 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 6. Nov. 1872.) 
1. 

Die neuesten Beobachtungen über Phylloxera vastatrix. 

Es dürfte den unbefriedigenden Standpunkt der gegenwärtigen Kennt- 
nisse von Phylloxera, die seit 5 Jahren der Schrecken der Winzer Frankreichs 
ist, am besten kennzeichnen, wenn ich eine Mittheilung von Georg Pouchet im 
Siede vom 29. September d. J. vollinhaltlich hier gebe. 

Allerdings fällt innerhalb jener Zeit der für Frankreich so nachtheilige 
Krieg, ein Zustand, in dessen Gefolge immer der geistige Fortschritt stockt, der 
als die unselige Ursache roher Verwilderung auf lange Zeit das Bessere, Edlere 
zu Grunde richtet. War auch hier der Fortschritt gehemmt, die volle Thätig- 
keit durch die traurigen Ereignisse gelähmt, so bleibt es doch immerhin auf- 
fallend, dass eine Menge Fragen, die der wahre aufmerksame Naturbeobachter stets 
unmittelbar ins Auge fassen soll, bisher daselbst noch gar nicht angeregt worden 
zu sein scheinen. Es ist daher die nachstehend mitgetheiite glückliche Auffindung 
eines bedeutenden Vorganges im Leben dieses Insekts von grösster Wichtigkeit. 
Unter der Aufschrift „Phylloxera vafitatrix" heisst es in jener Mittheilung: 

„Unsere Weingärten, besonders im mittägigen Frankreich vor allem 
das Rhonethal, beherrscht ein furchtbarer vor 5 Jahren noch unbekannter 
Feind, der heute die Aufmerksamkeit der ganzen gelehrten Welt fesselt. Regie- 
rung und Akademie haben eine Commission ernannt, die Verwüstungen der 
Phylloxera an Ort und Stelle zu studiren und zu versuchen, ob es wahrhaft 

Z. ß. Ges. B. XXIII. Abh. 1 



2 



G. R. v. Frauenfeld. 



praktische Mittel gibt, diese schreckliche Blattlaus zu bekämpfen. Wir haben 
über dieselbe schon gesprochen und werden gewiss Gelegenheit haben, wieder- 
holt davon zu sprechen. Dieses obwohl von den Gelehrten seit 5 Jahren beob- 
achtete, doch noch so wenig bekannte Thier ist eine Blattlaus von gelber 
Farbe, kleiner als die grünen oder schwarzen Blattläuse, welche man an Rosen 
und Nesseln findet. Es wäre leicht zu studiren, wenn es nicht fast sein ganzes 
Leben unter der Erde verborgen, hinter den Spalten der Rinde der Reben- 
wurzeln verbliebe, wo es seinen Rüssel in die Pflanze bohrt, um zu saugen. 

Die Phylloxera vermehrt sich wahrscheinlich eben so ungeheuer, als die 
gewöhnlichen Blattläuse. Im Herbst z. B. sieht man an der Rose grüne Blatt- 
läuse beider Geschlechter. Die Weibchen legen zu dieser Zeit ihre Eier an die 
Zweige. Aus diesen entwickeln sich im Frühjahre nur Weibchen. Nach 10 — 12 
Tagen erwachsen, gebären sie lebende weibliche Junge, die gleichfalls wieder nach 
jener Zeit täglich 3 bis 7 Junge bringen. Es ist bei dieser Fruchtbarkeit 
keineswegs erstaunlich, wenn ein Blattlausweibchen in einem Sommer eine 
Nachkommenschaft weit über eine Million zählte, würden nicht Naturereignisse 
diese ungeheure Vermehrung beschränken. Merkwürdigerweise findet diese Ver- 
mehrung ohne Einfluss der Männchen statt, die den ganzen Sommer hindurch 
fehlen. Erst nach der 10. — 11. Generation erscheinen Männchen und Weibchen 
und legen letztere die zu überwinternden Eier. 

Es ist sehr wahrscheinlich, dass dasselbe auch bei Phylloxera geschieht, 
und deren Weibchen unter der Erde während eines Theils des Jahres ohne 
Männchen sich in gleicherweise vermehren; die jüngste Entdeckung geflügelter 
Phyttoxeren (ohne Zweifel Männchen) gibt dieser Vermuthung noch grössere 
Wahrscheinlichkeit. Wir wissen nämlich, Dank dem unermüdlichen Beobachter 
Louis Faucon, der sich die Aufgabe gestellt hat, sie gründlich zu bekämpfen, 
dass gegen Anfang September mitten in den kranken Weingärten auf der Erde 
eine Menge geflügelter Individuen erscheinen. 

Den 31. August hatte Hr. Faucon an Hrn. Oaston Bazille, Präsident der 
Centralgartenbaugesellschaft zu Herault 12 geflügelte Phylloxera gesendet. Die 
Entdeckung war zu interessant, um nicht die Neugier des letztern auf das 
lebhafteste zu erregen, der sich sogleich nach Graveron begab, um mit Faucon 
das neue Thier zu beobachten. Hier lagen unsere beiden Agronomen in bren- 
nender Sonnenhitze platt am Bauche hingestreckt mit der Lupe in der Hand, 
ihrem Feinde aufzulauern. Sie sahen die geflügelten Thierchen auf dem Boden 
lebhaft nach allen Richtungen laufend mehr von ihren Beinen als von den 
Flügeln Gebrauch machend. 

Sie verfolgten wohl an 30, die nicht die mindeste Lust zu fliegen zeigten. 
An der Spitze eines Grashälmchens plagten sie sich, hielten still, kehrten, um 
das Hinderniss zu überwinden, um, bewegten manchmal die Flügel, allein ent- 
flohen nicht. Einige Tage später konnte Faucon jedoch bemerken, dass die 
unverhältnissmässigen Flügel des Insekts, nicht wie er anfangs glaubte, dem- 
selben ganz unnütz seien, er sah sie unter lebhaftem Erzittern nicht sehr hoch 
auffliegen, v>m jedoch sogleich wieder zur Erde zu fallen. Dies ist aber nicht 



Zu >|.>Kisrb» Mi • ■ »Ii-Mi 



3 



das einzige, was man wahrnimmt, wenn man wie unsere beiden Beobachter 
unserem last mikroskopischen Thierchen genau zusieht. Sie bemerkten unter 
den geflügelten Individuen eine Menge flügelloser .lungen rhen&o lebhaft hemm- 
laufend, und mit ihren Antennen fühlend, gleichsam um das Terrain zu unter« 
suchen und ihren Weg zu sichern. 

Man glaubte bisher allgemein, dass die Weinlaus ausschliesslich eine 
unterirdische Lebensweise habe, und den Tag, ohne je an die Oberfläche zu 
kommen, liiehe. Nachdem es nunmehr festgestellt ist, dass sie wenigstens zu 
einer gewissen Zeit des Jahres auf die Oberfläche kommen, ist es viel leichter 
sie zu beobachten. Die Entdeckung Faucon** ist ein wichtiger Dienst für den 
Ackerbau, und sie bestätigt, dass die Kenntniss und Beobachtung der Natur 
kurz mit einem Wort die Wissenschaft das beste Mittel für praktische Ver- 
besserungen ist. 

Anfangs September findet also die Auswanderung statt; am hellen Tage 
verlässt das Insekt die Wurzeln, wo es bisher gelebt, um etwas weiter davon 
(einige Centimeter) an weniger kranken Stöcken frische Nahrung zu suchen. 
Man sieht sie gegen 2-3 Uhr Nachmittags, die Tagzeit, wo man sie am 
häufigsten begegnet, ihre Schlupfwinkel verlassen. Angelangt bei weniger 
kranken Pflanzen, dringen sie wieder in die Erde. Sie kriechen wahrscheinlich 
den Rissen der Rinde der Reben entlang, um die Würzelchen zu erreichen, wo 
sie dann ihren Saugrüssel wieder einsenken. Die Schwäche und ausserordent- 
liche Zartheit dieser Thiere gestattet ihnen durchaus nicht, quer durch die 
Erde, oder auch nur durch den lockersten Sand zu dringen. Wenn man also 
voraussetzt, dass sie sich unter der Erde vermehren, muss man auch annehmen, 
dass sie über die lockere Erde wandern. Das würde nach Faucon eine sehr 
interessante Beobachtung erklären. Es ist dies die Behauptung, dass, wo die 
Blattlaus eine neue Region angriff, es lehmigen Boden der Weingärten be- 
zeichnete, wo aus Mangel an Feuchtigkeit Sprüuge im Boden entstanden, die 
dem Insekt leichter zu den Wurzeln zu dringen erlaubten. 

Andererseits erklärt die Gegenwart geflügelter Individuen, welche höchst- 
wahrscheinlich Männchen sind und der ungeflügelten Weibchen an der Ober- 
fläche zu gewissen Zeiten, die aber der Wind ebenso leicht wie den feinsten 
Staub fortwirbelt, die Verbreitung dieser verderblichen Blattlaus in weiterer 
Entfernung plötzlich mitten in gesunden Weingärten, wo sie sich dann wie ein 
Tropfen Oel rings ausbreitet. Man hat auch schon im Thal der Rhone be- 
merkt, dass diese Landplage der Richtung der herrschenden Winde folgte. 
Gewährt diese Entdeckung Mittel zur Bekämpfung der Phylloxera? Noch nicht 
vollständig, allein man sieht, dass wir Schritt für Schritt mehr erkennen, in 
welcher Richtung die Heilmittel zu suchen sind. Das einzige bisher bekannte 
wahrhaft wirksame Mittel ist unglücklicherweise in den meisten Fällen nicht 
anwendbar. Man rettete mehrere tiefliegende Weingärten, indem man sie unter 
Wasser setzte, allein die wenigsten Pflanzungen kann man derart behandeln, da 
in der Ebene nur w r enig Weincultur besteht. In Gegenden mit fruchtbarem 
Boden und, wo das Uebel eine gewisse Höhe erreicht hat, ist es das einfachste, 

I« 



4 



G. R. v. Frauenfeld. 



die erkrankten Gärten auszurotten und andere Culturen einzuführen, allein es 
gibt viele sterile Gegenden, wo es absolut unmöglich ist, etwas anders als 
Wein zu ziehen und die heute furchtbar bedroht sind. 

Einige Winzer haben ein, wie es scheint nicht übles Mittel versucht, 
rings ura jede Pflanze in gewisser Tiefe 2—3 handvol! Russ zu geben und mit 
Erde zu bedecken. Wir wissen nicht, welchen Erfolg dieses ziemlich rationelle 
Mittel hatte. Der Russ enthält analoge Eigenschaften wie Phenylsäure, welche 
tödtlich für Insekten sind. Wenn es wahr ist, dass die Phylloxera in der Nähe 
der Stöcke in den Boden dringt, den Rauheiten und Rissen der Rinde folgend, 
dürfte der Russ sie wohl zurückhalten. Er wird auch auf jene wirken, welche 
unterhalb schon thätig sind, denn das Regenwasser dringt mit den tödtlichen 
Wirkungen des Russes gesättigt, ebenfalls in die Tiefe. 

Wir können den Gegenstand nicht verlassen, ohne eine Ansicht kennen 
zu lernen, die so eben mehrere Vertheidiger erhält, und welcher der Name 
dessen, der sie aussprach, Guerin Meneuüle, hohen Werth verleiht. Dieser ist 
ein ebenso ausgezeichneter Agronom als Naturforscher, der sich namentlich 
viel mit Insekten, wie der Seidenwürmer und Bienen beschäftigt. Er glaube 
überzeugt zu sein, sagte er uns, dass die Entwickelung der Phylloxera in einer 
eigenthümlichen Krankheit des Weinstocks ihre Ursache habe, die das Auftreten 
der Blattlaus begünstigt. Man müsse sich daher vor allem bemühen, diese 
Krankheit kennen und heilen zu lernen, wonach das Insekt von selbst ver- 
schwinden wird. 

Es ist dies in der That eine ernste Frage, welche die Pathologie der 
lebenden Wesen im Allgemeinen berührt, sowohl Thiere wie Pflanzen. Man 
weiss, dass viele Krankheiten von der Erscheinung gewisser Parasiten begleitet 
sind, ebensogut, als man häufig in Verlegenheit ist zu sagen, ob das Uebel die 
Parasiten, oder die Parasiten das Uebel verursachen. Es liessen sich viele Bei- 
spiele geben; hier nur ein sehr sprechendes. Alle Welt kennt den sogenannten 
Mehlhund (muguet) der Kinder, diese weissen Flecken auf der Zunge und im 
ganzen Munde. Sie kommen von der Anwesenheit eines mikroskopischen- 
vegetabilischen Parasiten, einer Art Moos oder Pilz, welcher da wuchert, wie 
der Schimmel im sauren Wein. Erscheint der Schimmel, weil der Wein sauer 
geworden, oder macht der Schimmel den Wein sauer? Ist das Kind krank, weil 
es den Mehlhund hat, oder bekommt es den Mehlhund, weil es krank ist? Die 
Chemiker vereinigen sich nicht über das Erste, die Aerzte aber noch weniger 
über das Zweite. 

Es genüge zu sagen, dass Guerin Meneville sich keine Unfehlbarkeit an- 
masst. Allein seine Meinung verdient geprüft zu werden. Schon ein Agronom, 
dessen Kenntnisse zweifellos sind, Baron Thenard schien sich in einer früheren 
Sitzung der Akademie gleichfalls der Idee zuzuneigen, welche die Gegenwart 
und Vermehrung der Phylloxera von einem eigenthümlich krankhaften Zustand 
des Weinstocks abhängig macht. Gelegentlich der Mittheilungen der Unter- 
suchungen über die Art der Verwüstung sagte er, dass sehr geschickte und 
praktische Weinbauer behaupten, man müsse die Ausbreitung des Uebels der 



Znologiüi'hA Ml;.. «II<mi 



seit lange bestehenden Gewohnheit zuschreiben, den Weinstock in gutem wii 
schlechtem Qrnnd tu pflanzen, ohne all«' Küeksicht auf «Ii*- Varietäten mit 

derbem oder zartein Holz und der Wahl des Bodens, in welch, ni <li.' • in. I. i 

andern besser gedeihen. Dasell»t kränkeln die IMlanzen vorzüglich die zärt- 
licheren und in Folge dieses Zustande« die reherhaiidnahine des Ungeziefer 

an den geschwächten Stöcken. 

(iuerin Meneville verlangt einfach von den ( 'ultivatoivn, zu versnoben, 
ihre Knie zu verbessern, ihre Cultur in nützlichster Weise zu vervollkommnen, 
die Verwendung ausgezeichneten Düngers. Er empfiehlt überhaupt nicht zurück- 
zuschrecken und einige Jahre auszuharren. Es wird wohl viel brauchen, die 
gute Beschaffenheit der stark erkrankten Weingärten wieder herzustellen, allein 
dann wird man auch Meister dieser Geissei sein. 

Wir glaubten diese Meinung Guerin Meneville's mittheilen zu solleu. Wir 
Städter wüssten keine bestimmte Ansicht über die Ursachen eines noch so 
wenig gekannten Uebels zu geben. Unsere Aufgabe beschränkt sich, die Auf- 
merksamkeit auf die Meinungen competenter Männer zu lenken, welche in 
Akademien und gelehrten Gesellschaften auftauchen. Die Weingartenbesitzer 
müssen untersuchen, beobachten, wahrnehmen, an ihnen ist es den Vortheil 
wie die Nachtheile, vor allen den Preis der vorgeschlagenen Mittel zu schätzen, 
und das zu wählen, was ihren Verhältnissen am besten entspricht. Für die 
Rebenkrankheit gibt es so wenig ein Universalmittel, wie für menschliche 
Krankheiten, und der beste Arzt ist nicht immer der unterrichtetste, sondern 
sehr oft der aufmerksamste Beobachter. 

Georg Pouchet." 

Die vorstehende Mittheilung zeigt uns noch dieselbe Ungewissheit, die- 
selbe Unkenntniss der Lebensweise dieses verderblichen Gastes wie am Anfang 
seines Auftretens. Die Entdeckung der Wanderung des Insekts an die Ober- 
fläche ist der erste und wohl folgenreichste Schritt zur Bekämpfung dieser Pest. 
Es ist unbegreiflich, dass man 2 Momente bisher ganz unbemerkt Hess, nämlich 
Zeit und Quelle der Einschleppung zu erforschen, um von diesem Ausgangs- 
punkte den Fortschritt der Krankheit zu prüfen und die Dauer kennen zu lernen, 
die zum Absterben des Stockes erforderlich war. In Klosterneuburg, wo dieser 
Nachweis mit statistischer Genauigkeit festzustellen war, konnte auch, wie ich 
in meiner früheren Mittheilung über die Phylloxera*) zeigte, mit voller Gewiss- 
heit angegeben werden, dass nach dem 3. Jahre erst das Erkranken der Reben 
sich bemerklich machte. 

Hieraus dürfte der sichere Schluss zu ziehen sein, dass das Insekt die 
Pflanze dem Untergange zuführt, obwohl immerhin die Schwächlichkeit derselben 
befordernd wirkt. Alle unsere Culturen sind ja Krankenanstalten, alle Cultur- 
gewässer sind ja schon hypertrophische, ihrer kräftigen Natürlichkeit beraubte, in 
gewisser Beziehung kränkliche Objecte. Wo immer ein Insekt feindlich auftritt, 
findet es in dem durch die Zucht ihrem natürlichen Zustande entfremdeten 



*) Verh. z. B. Ges. Bd. XXII pg. 570. 



6 



R. 6. v. Frauenfeld. 



Gewächs einen zum Angriff geeigneten und für rasch um sich greifende Ver- 
heerung höchst günstig vorbereiteten Boden. 

Eine weitere namhafte Lücke ist, dass man noch bis jetzt nicht weiss, 
in welchem Stande das Insekt den Winter überdauert, was doch durch Unter- 
suchung der Wurzeln der kranken Stöcke gar leicht zu ermitteln sein dürfte. 
Eine Menge von Ausgangspunkten für weitere Folgerungen knüpfen sich an 
solche Erhebungen. Conzentrirt sich durch die Entdeckung der Auswanderung 
der PhyUoxera aus der Tiefe an die Oberfläche die Möglichkeit, der Verbreitung 
des Insekts entgegenzuwirken, auf den Zeitraum von 4 Wochen, so ist ja un- 
berechenbar viel schon gewonnen. Kann noch ein weiterer für den Angriff auf 
dasselbe günstiger Moment zu einer ebenso bestimmten und beschränkten Zeit 
aufgefunden werden, so muss die Hoffnung, vollkommen Herr des Uebels zu 
werden, zur immer grössern Gewissheit erwachsen. 

Einige in meinem oben erwähnten Aufsatze über die PhyUoxera nicht 
ermittelte Erscheinungen finden nun schon ihre natürliche Erklärung. 

Weder in Spinngeweben noch in den des Nachts brennend aufgestellten 
Laternen konnten geflügelte Thiere, die doch in Klosterneuburg ebenfalls schon 
nachgewiesen waren, aufgefunden werden, wenn diese von ihren Flügeln keinen 
Gebrauch machten, während ihre räthselhafte Verbreitung an einer ganz ent- 
fernten Stelle nunmehr wohl begreiflich ist, wenn sie an die Oberfläche dringen, 
wo sie vom Winde leicht entführt werden können. Auch in der in Gardners 
Chronicle angeregten Frage, wie denn die PhyUoxera nach Portugal kam, muss 
nun die Entscheidung durch Einschleppung mit Rebstöcken, wie ich es auch 
als höchst wahrscheinlich schon in dem erwähnten Aufsatze voraussetzte, die 
richtigere sein. Findet aber das plötzliche Auftreten an weit entlegenen 
Distrikten nur allein in dieser Weise statt, so muss der Nachweis über Zeit 
und Herkunfc der neuverpflanzten Stöcke den vollen Beweis für die Richtigkeit 
dieser Voraussetzung liefern. Das Misslichste dabei ist wohl, dass die An- 
wesenheit des Insekts so spät erst sich bemerklich macht, wenn es sich überall 
so wie in Klosterneuburg verhält. 

Vor allem ist die zwar vermuthete aber noch nicht erwiesene Voraus- 
setzung, dass blos die Männchen geflügelt seien, als von der grössten Wichtig- 
keit zur Entscheidung zu bringen. 

Unerlässliche Aufgabe bleibt es aber, die Krankheitserscheinungen genau 
zu verfolgen und zu prüfen, die Lebensweise des Insekts in allen Stadien, so 
wie zu allen Jahreszeiten gründlich zu studiren, um durch die vereinigten Er- 
gebnisse ein günstiges Resultat zu erzielen. 

Gegen Verschleppung des Insekts mittelst der Rebenstöcke in weite 
Entfernung, die ich besonders zu überwachen in meiner frübern Mittheilung 
dringend empfahl, gibt das bewährte Mittel des unter Wassersetzens jenes 
stark angegriffenen Weingartens, der dadurch gerettet ward, einen beachtens- 
werthen Fingerzeig. 



3 



2. 

Hydrachmi ((<<></ ra />hi<<t 0. F. M. :in UyOst ns-\ i len M-Iiman»! /eml. 

Schon im •'>. Bande innerer Schritt' n habe ich au!' jene Mühen aufmerksam 

gemacht, die man in ihrem unvollkommenen Znstande an Insekten und Ära- 
ohniden parasitisch lebend, eben so hftnfig aber auch als ausgebildete Thiere theil 
am Laude als sogenannte Sammtmilben, theils im Wasser als Sumpf- oder, Waeser- 

inilben herumwandernd findet. Ks gibt kaum eint 1 I nsek t «mi t*;i im i 1 i**, deren Arten 

nicht von solchen Schmarotzern geplagt wären. Am häufigsten Bind sie an Heu- 
schrecken und längst den Adern an den Flügeln der Libellen, so wie in Mehr- 
zahl an den Phalangen 211 beobachten. Am zahlreichsten fand ich sie an 
Nepa, deren Unterseite manchmal wie besät erscheint. 

Es sind viele Arten, die als vollkommene Thiere acht Beine besitzen, 
bekannt und beschrieben, und obwohl ihr Zusammenhang mit jenen parasitischen 
bekannt war. so wurde doch bisher von nur wenigen Arten die Lebensweise, 
und die Zusammengehörigkeit der verschiedenen Schmarotzer mit den aus- 
gebildeten Thieren ermittelt. Sie sind an den am Lande wie im Wasser 
lebenden Gliederthieren woselbst sie ihre Verwandlung bestehen, als kleinere oder 
grössere rothe Klümpchen anhängend zu beobachten. 

Ich habe solche an Corisa gezogen, als auch eine an Heuschrecken lebende, 
die ich im IS. Bande pag. 889 unserer Schriften als Rhyncholophua Qedipodarum 
neu beschrieb. 

Bei der Untersuchung einer Partie Schwimmkäfer, die mir der sehr eifrige 
Hr. Raschbacher, Gutsveiw 7 alter in Kirchberg am Walde in Weingeist gesendet 
hatte, fand ich sow r ohl an Dytiscua latissimua und Z>. marymalis unter dem 
häutigen Flügel je einen solchen Parasiten, an der weichen Verbindungshaut 
an der Wurzel des Hinterleibes hängend. Ich schrieb alsogleich an Hrn. Rasch- 
bacher mir gefälligst alle Wasserkäfer, die er habhaft werden könne, lebend zu 
senden, was er mit grosser Bereitwilligkeit sogleich that. Die vorgenommene 
Untersuchung ergab unter beiläufig 80 Stück jedoch nur an einem einzigen 
Käfer D. marginalis an der linken Seite einen geringen Ueberrest der rothen 
Haut dieses Parasiten, dagegen an der rechten Seite einen länglichen, glasig 
glänzenden, weichen, durchscheinenden Sack, durch welchem deutlich nahe an 
der Anlief tan gss teile die innerlich puppenartig beisammen liegenden Beine eines 
Acariden sichtbar waren, wie es Duges in seinem 2. Memoire der Acariden 
Band I. 2. Serie 1834, Tafel 11, Fig. 53 von Hydrachna globosa darstellt. 

Ob der an der linken Seite bemerkte Hautrest und dieses offenbar im 
Puppenstadium befindliche Thier ein und demselben Individuum angehörten, 
vermag ich nicht zu sogen, die früher von mir gezogenen Thiere wechselten die An- 
heftungsstelle nicht-, jener an der Wasserwanze hängende Parasit blieb daselbst, 
bis das vollkommene Thier dem Puppensacke tntschlüpfte. Die an Landthieren 
schmarotzenden können wie es scheint in einem gewissen Zeitpunkt der Reife 
von ihrem Wohnthiei noch vor der Entwicklung ohne Nachtheil abfallen. 



8 



G. K. v. Frauenfeld. 



Ich Hess den Schwimmkäfer leben, allein die unvermeidlich gewaltsame 
Behandlung bei der Untersuchung scheint Ursache, dass ein grosser Theil 
dieser Käfer bald darnach zu Grunde geht. Auch mein mit dem Parasiten be- 
hafteter Käfer war nächsten Tag todt. Ich löste sorgfältig jenes Stück des 
Hinterleibes, an dem der Sack hing, los, legte ihn ins Wasser in der sichern 
Erwartung, dass sich das so weit in der Entwicklung vorgeschrittene Thier 
enthüllen werde, und hatte wirklich die Genugthuung, dass dasselbe schon am 
4. Tag im Wasser frei herumschwamm. 

Die zwar nur mit der Lupe vorgenommene Untersuchung, da ich das 
Thierchen, das jetzt noch nach einem Monat lebhaft umherschwimmt, um es 
zu beobachten am Leben Hess, die jedoch mit grösster Sorgfalt statt fand, ergab, 
dass es wohl Hydrachna geographica Mll. sei, obwohl die unvollkommenen Be- 
schreibungen und widersprechenden Angaben der verschiedenen Autoren keine volle 
Gewissheit gestatten. Koch stellt in seiner Eintheilung der Wassermilben zwei 
Familien auf: Hygrobatides und Hydrachnides. Als einzigen Unterschied gibt 
er für erstere 2, für letztere, unter welchem sich auch Hydrachna findet, 4 Augen 
an. Unter sämmtlichen Gattungen dieser beiden Familien ist Hydrachna die 
einzige Gattung mit langem Rüssel von der Länge der Taster; alle anderen 
haben einen sehr kurzen meist versteckten Rüssel. Ersteres, nämlich dass 
Rüssel und Taster gleich lang sind, stimmt ganz mit meiner Milbe übercin, 
nur kann ich aller Mühe ungeachtet nicht mehr als zwei Augen sehen, so wie 
es Koch bei seinen 3 echten Hydrachnen geographica, impressa und globosa und 
auch Dugts in seinen Abbildungen auf der oben erwähnten Tafel darstellt. 
Koch trennt in seiner Uebersicht jene Hydrachnen, die ein sichtlich zusammen- 
geflossenes oder wirklich getrenntes Doppelauge haben, als Hydryphantes ab. 
Buges nennt das Auge bei H. globosa nierenförmig , und scheint vielleicht eben 
dieser Uebergänge wegen, auf die Augenzahl kein Gewicht zu legen, da er sie 
bei seiner Eintheilung gar nicht benützt. 

0. F. Müller gibt in Hydrachnae daniae bei der Beschreibung der H. 
geographica ausdrücklich nur 2 Augen an. Rösel in Insektenbelustigungen 
führt gelegentlich der Beschreibung der kleinen rothen Wasserspinne (Bd. III, 
p. 153) ebenfalls nur 2 Augen an. Er vereint offenbar irrthümlich die von der 
Wasserwanze gezogene kleinere Art mit der von ihm aufgefundenen grösseren, 
die er auf Taf. 24, Fig. 6 abbildet, und die auch 0. F. Müller nur allein bei 
seiner H. geographica citirt, in der irrigen Voraussetzung, dass diese Milben 
nach ihrer Metamorphose alle noch ferner bis zu dieser Grösse heranwachsen. 
Die von mir gezogenen als Larven parasitisch an Insekten lebenden Arten von 
Sammt- und Wasserniilben verliessen den Puppensack in ihrer vollkommenen 
Grösse und wuchsen nicht mehr. 

Es muss ferneren Beobachtungen vorbehalten bleiben, diese Widersprüche 
zu lösen, so wie zu ermitteln, ob, wie ich bestimmt glaube, an gewissem und 
an welchen Wohnthieren die verschiedenen Arten schmarotzen. 



/.iiolotf im ln< MiMi'cllfii 



3. 

Der Vogelschntj In seiner richtigen and nothwendigen Bepränzung*« 

Wenn ich ;uil' ein von mir wiederholt besprochenes Thema übermal | 
zurückkomme, so möge- es sowohl die Wichtigkeit des ( Jegenstandes entschul- 
digen, als das heftige Widerstrehen gegen irgend welche Abhilfe, das in dem. 
trotz immer tiefer dringender Erkenntniss der Notwendigkeit des Vogelschutzes 
theilnahmslosen oder gar abwehrenden Verhalten an jener Stelle, wo man prüfende 
Berücksichtigung zu erwarten berechtigt ist, leider Nahrung findet. 

Zwei AngrifVspunkte sind es hauptsächlich, die der Verwirklichung des 
Schutzes für nützliche Vögel entgegentreten. Einmal, dass der Mensch nicht 
im Stande sei, in den Gang der Natur wirksam einzugreifen, und dann die 
ästhetisch und moralisch hochzuhaltende Liebe für Stubenvügel. Dafür, dass 
sie dem Magen ohne Ausnahme geopfert werden sollen, wagt doch keiner dieser 
Kämpen ein Wort zu .verlieren, namentlich bei der hochherzigen nicht genug 
zu achtenden Bereitwilligkeit Italiens, wo der Fang für die Küche wirklich eine 
Bedeutung wie in keinem anderen Lande hat, diesen aufzuheben, oder doch 
auf solche zu beschränken, für welche die Gründe der Erhaltung nicht vorhanden 
sind. Ich muss daher gestehen, dass die gerade hier dafür zu Tage tretende In- 
dolenz tief bedauerlich ist. Wir haben, wie es scheint, an allen massgebendenOrten 
keinen, selbst nicht einmal den einfachsten Naturbeobachter, sonst wäre so 
offenbare Verkehrtheit nicht denkbar. Im Reichsrathe war die Frage nicht zur 
Sprache zu bringen, unter der allerdings gesetzlich gegründeten Negation, die- 
selbe gehöre in die einzelnen Provinzlandtäge. Eine Frage, für die ein in- 
ternationaler Austausch und Uebereinkommen als unerlässlich nothwendig an- 
erkannt und wirklich schon angebahnt ist, in die einzelnen Landesbruchtheile 
zu verweisen, scheint mir doch — mindestens nicht begründet. Wir haben es 
ja erlebt, dass sie daselbst den persönlichen Absichten entsprechend, wenn 
sie sich auch einerseits warmer Theilnahme erfreute, andererseits verdammt und 
verworfen wurde. Dass aber ein Gegenstand, dem doch eine vom hohen Norden 
bis zum Aequator übereinstimmende Behandlung zu Theil werden sollte, durch 
widersinnige Anordnung zu Grunde gehen muss, ist doch natürlich. 

Wie immer in der Welt ist es auch in dieser Frage, dass man das 
Kind mit dem Bade verschüttet. Ich habe oft genug betont, dass der Mensch 
das Recht habe, alles was die Welt bietet, zu seinem Nutzen und Vergnügen 
zu verwenden, unter jenen unerlässlichen Beschränkungen jedoch, die das Ge- 
sellschaftsleben bedingt. Wo irgend ein Umstand überwiegende Geltung erlangt 
und NichtVerwendung begründet, da wird es zur Pflicht, sich für diese zu ent- 
scheiden. 

Diesen, den Schutz der insektenfressenden Vögel bedingenden Werth 
immer und immer wieder erläutern zu sollen und befürworten zu müssen, wäre 
doch ein gar zu trauriges Zeichen kenntnisslosen, wenn nicht absichtlichen 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abb.. < 2 



10 



G. R. v. Frauenfeld. 



Verläugnens desselben. Was den ersten Punkt betrifft, der Mensch vermöge 
nicht wirksam einzugreifen, so ist es doch gewiss sonderbar, wenn man dagegen 
anerkennt, dass die Abnahme der Vögel, die nicht in Abrede gestellt wird, der 
fortschreitenden Cultur zur Last gelegt werden muss, die ihnen Ruheorte und 
Brüteplätze entzieht, wodurch ihr Aufenthalt so wie ihre Vermehrung verhindert 
wird. Gibt man diesen Grund der Verminderung zu, so bedarf jener erste 
Punkt keiner weitern Erörterung. 

Was die Liebe für Stubenvögel betrifft, so bin ich selbst ein Bö warmer 
Freund derselben, dass mir dringend nöthig erscheint, die Vogelschutzfrage in 
dieser Beziehung einer ernsten Prüfung zu unterziehen. Ich will jene unklaren, 
irrthümlichen, leidenschaftlichen Recriminationen, die dieser angestrebte Schutz 
bei einem Theile der Liebhaber der Stubenvögel hervorgerufen, nicht besonders 
berühren, und nur der Frage selbst ihren richtigen Standpunkt sichern. Dieser 
gipfelt sich darin, dass in Hinsicht ihres unbestreitbaren Nutzens die Erhaltung 
der Thätigkeit der Insektenfresser in erster Linie zu berücksichtigen ist. Man 
hat in dieser Frage bisher niemals ein vergleichendes berechtigtes Maass zur 
Richtschnur nachgewiesen und während die einen alles nur für den Genuss 
vorhanden erachten, oder rücksichtslos den Käfig so lange zu füllen begehren, 
bis endlich einer der Gefangenen der angethanen Gewalt widersteht und am 
Leben bleibt, eifern die andern für den Schutz aller, mögen sie nun ganz un- 
wichtig, oder hinsichtlich ihrer Thätigkeit wirklich von besonderm Werthe sein. 
Man gebe die unwichtigen frei, gewähre aber den letztern den vollen Schutz des 
Gesetzes, in der Weise jedoch durchgeführt, dass er zur Wahrheit werde. 

Der Grund, einen solchen lieben Stubengenossen zu besitzen, kann nur in 
deren Kostbarkeit, Prachtgefieder, Zahmheit und Betragen oder in deren Ge- 
sangsvirtuosität liegen. Prüfen wir auf diese Eigenschaften die von mir als 
reine Insektenfresser unbedingt zu schützen bezeichnete Vögel unserer Fauna. 
Diese sind (a) alle Schwalben und Segler, der Bienenfresser, der Wiedhopf, 
sämmtliche Spechte nebst der Spechtmeise, Mauer- und Baumläufer, Stein- 
schmätzer, Rothschwänzchen, Sumpf- Rohr — und Laubsänger, der Zaunkönig, 
Goldhähnchen, Fliegenschnäpper, Bachstelzen, Roth- und Blaukehlchen, die 
Meisen, die eigentlichen Sylvien und Grasmücken. 

Die beiden ersten Gründe, Kostbarkeit und Pracht, können bei den hier 
aufgezählten Vögeln kaum in Betracht kommen, da die schönsten derselben, 
Spechte, Mauerläufer, Wiedhopf und Bienenfresser kaum oder gar nicht zu 
Stubenvögel passen. Ebenso wenig eignen sich Schwalben, Baumläufer, Zaun- 
könig, Bachstelzen für den Käfig, da sie nur äusserst schwer zu erhalten sind. 

Was den Gesang betrifft, so können alle von den Schwalben bis ein- 
schlüssig der Bachstelzen erwähnten Arten ohne weiters entfallen. Sie be- 
nöthigen glaube ich selbst bei den eifrigsten Liebhabern der Stubenvögel keines 
weitern Fürwortes für unbedingten Schutz zu ihrer Erhaltung, wenn nicht gar 
absonderliche Passion auf einen oder den andern verfällt. 

Die drolligen Meisen, hauptsächlich Kohl- und Blaumeisen haben nebst 
den Rothkehlchen vorzüglich in Bauernstuben die Aufgabe, die Fliegen zu ver- 



/.....!.. K ih. Ii- Mi .. II. ii 



I I 



tilgen. Du muntere* Wesen empfiehlt Bio hiebei rechl «in, während le In 
Katig eine traurige Bolle Bpielen. Sie halten daselbst r.i i ohne Au inahme um 
Un Winter aus, und gehen im Frühjahr meist zu Grande, «renn sie niobl mit 
sogenanntem weichem Futter genahrl werden. Ihren Vierth in Wald and Feld 
wird niemand längnen, da ihre unermüdliche Thätigkeit den ganzen Winter 
hindurch so leicht in Gärten in nächster Nahe beobachtet werden kann. Ihrem 
nicht gar in hoch anzuschlagenden Besitz in der Gefangenschaft ist wohl jener 
Nutzen im Freien weit, weit vorzuziehen. Es erübrigen Bonach blofl die eigent- 
liclien Sanier und Grasmücken mit beiläufig zwei Dutzend Arten, unter denen 
sieh aber nur sechs besonders geschätzte Sänger linden, nämlich: die polnische 
und Waldnachtigall, der gelbe und graue Spotter, das Schwarzplättchen und 
die Sperbergrasmücke. 

Darin siud alle Kenner einig, dass die aus dem Neste erzogenen Vogel 
meist nur Stümper im Gesänge bleiben, und sieh nicht über die Mittelmässig- 
keit erheben, dass man daher, um ausgezeichnete Schläger zu bekommen, alte 
Vögel einfangen muss. ' Das geschieht bei den Nachtigallen und dem gelben 
Spotter vorzüglich im Frühjahr, bei den übrigen dreien gewöhnlich im Herbste. 

Von den im Frühjahr gefangenen gehen sicher 90 Prozent zu Grunde. 
Die übrigen bleiben im Käfig immer etwas scheu, werden nie recht zutraulich, 
haben daher als Stubenvögel nur hinsichtlich ihres Gesanges Werth, wenn an- 
ders der Käufer einen guten Sänger oder doch wirklich ein Männchen erhält, 
da durch die Habsucht der Vogelfänger auch die für den Nichtkenner sehr 
schwer zu unterscheidenden Weibchen gefangen und mitverkauft werden. 
Besser halten sich die im Herbst gefangenen Schwarzplättchen und die Garten- 
grasmücke (der graue Spotter). Sie gewöhnen sich auch leichter an den Menschen, 
und ersetzen den geringeren Sangeswerth durch die grössere Zutraulichkeit. 
Stellt man nun die unverhältnissmässige Zahl der zu Grunde gegangenen den 
wenigen, die als bessere Sänger erhalten bleiben, gegenüber, so sind diese 
wenigen doch gar zu theuer erkauft. 

Unter allen den bisher erwähnten Vögeln ist es sonach nur eine sehr 
geringe Zahl von Arten, um welche es sich handelt, sie der Gefangenschaft zu 
entziehen, und nach den vorhergegangenen Erörterungen fällt es wohl nicht 
schwer, sich für ihre Erhaltung in Feld und Flur zu entscheiden. Allein es 
ist noch eine weitere Anzahl von Stubenvögel, welche man gleichfalls aus der 
Zimmerhaft zu befreien vielfach bemüht ist, für welche sich ein ebenso über- 
wiegender Werth schwerer nachweisen lässt. 

Es sind dies (b) die Sing-, Blau- und Steindrossel, die Amsel, die Staare, 
von den Körnerfressern der Fink, dann die Lerchen und allenfalls die Pieper, 
obwohl diese letztern ohnehin keine Stubenvögel von der weitern Betrachtung 
ausgeschlossen werden können. Wenn auch nur theilweise Insektenfresser, kann 
man doch nicht in Abrede stellen, dass sie in dieser Beziehung einen nicht 
unbedeutenden Werth haben, wie z. B. der Bewohner unserer Gärten, der Fink, 
dass man daher allerdings für ihre Erhaltung in Schranken treten darf. 



12 



G. E. v. Frauenfeld. 



Den Fink, dessen Schlag manche leidenschaftliche Liebhaber in die 
höchste Extase versetzt, die denselben nach ihrem Schlusslaut in der eigen- 
thümlichsten Weise classificiren diesen vielleicht ausgenommen, ist der Natur- 
gesang der übrigen nicht sehr bedeutend, desto grösser aber ihr Talent, ein- 
gelernte Melodien nachzupfeifen; ausserdem ist es die unendliche Zutraulichkeit 
mancher, die freilich nur den aus dem Neste erzogenen zukömmt. 

Was ich schon bei den Nachtigallen bemerkt, gilt auch vom Finken, die 
Meistersänger müssen alt eingefangen werden und zwar zur Paarungszeit im 
Frühjahre, wo der passiouirte Finkenliebhaber um den „Reitherzu," den „Mus- 
katblüh," oder gar den „Wildsau" in seine Gewalt zu bekommen, auszieht. Ich 
will alle Sentimentalität bei Seite lassen, dass der arme Vogel seinem Weibchen 
entrissen wird, aus der Freiheit ins Gefängniss wandern muss u. s. f., sondern 
nur den Standpunkt des Nutzens festhalten. Die meisten dieser Vögel werden 
am sogenannten Finkenstich mittelst Leimspindel, nur äusserst selten mit An- 
wendung des Nachtigallnetzes gefangen; und ein eifriger Vogelfänger kann in 
kurzem ein ganzes Revier auf diese Weise der Männchen berauben. 

Aber Niemand erwähnt, wie viele dabei zu Grunde gehen, eh nur einer 
einen solchen Finkenverehrer, natürlich erst im nächsten Jahr, bis sie wieder- 
hergestellt und eingewöhnt sind, mit seinem Schlag erfreut. Ist nicht auch 
hier dieser gar sparsame Erfolg mit zu grossem Verlust erworben? Nehmen 
wir nun die übrigen der später genannten Vögel, alle, sollen sie zutraulich 
werden oder Melodien erlernen, müssen unbedingt aus dem Neste genommen 
werden. Alt eingefangen lernen sie nichts mehr und werden nie so zahm, dass 
sie in dieser Rücksicht etwas taugen; ja ich habe wiederholt Wildfänge von 
Amseln und Blaudrosseln gehabt, die ungeachtet der liebevollsten geduldigsten 
Behandlung unbändig blieben. 

Alt eingefangene entsprechen daher dem bei diesen Vögeln beabsichtigten 
Zwecke niemals; der Nestausnahme wird aber doch niemand das Wort reden 
wollen, wenn, wie man nur zu gut weiss, die Perzentzahl der zu Grunde 
gehenden Nestlinge jene bei den Nachtigallen angegebene noch übersteigt. 

Will man Stubengenossen haben, die durch ihr herziges Benehmen, durch 
Fröhlichkeit und Munterkeit gewiss wahrhaft erfreuen, so ist unter den Körner- 
fressern hinlänglich Ersatz geboten. Sie sind weit härter als die Insekten- 
fresser, und selbst alt eingefangene gewöhnen sich viel leichter an die Gefangen- 
schaft und den Menschen. Der Stieglitz, der Zeisig, der Hänfling, der Gimpel, 
selbst der derbe Kreuzschnabel und Grünling sind in jeder Hinsicht ent- 



Zoologisch« MiHi i'lltMi 



13 



sprechende und dauerhafte Vögel für den Käfig, dm auch ihr freundliche 
Sorgfalt durch Anhänglichkeit und Zutraulichkeit und selbst artigen liesang 
vorholten. 

Ks dürfte auflallen, dass ich den von so vielen Seiten sehr profogirten 
Hausgenossen, den Spatz übergangen habe. Er mag immerhin geschont werden, 
obwohl ich glaube, dass der kecke Bursche sich selbst genug Schutz verschallt. 
Man versuche es den durchtriebenen schlauen Gesellen an einer Stelle zum 
2. oder 3. Male in der einmal versuchten Fangweise überlisten zu wollen, um 
zu sehen, dass dies kaum möglich ist. Uebrigens kann er sich, wo er in 
Mehrzahl vorhanden ist, zur Zeit der Reife des Getreides schon empfindlich 
bemerkbar machen, so dass im Kreise der Landwirthe selbst unzweifelhaft 
Gegner desselben auftreten möchten. 

Ist die Zerstörunj der Nester, das Ausnehmen der Eier und Nestvögel 
längst schon überall als schädlich und unmoralisch strenge verboten, so erübrigt 
nur, die Habhaftwerdung der alten Vögel einer eingehenden Erörterung zu unter- 
ziehen, um sowohl die zu schützenden wirklich zu erhalten, als auch den Fang 
jener, welche für die Küche oder für den Käfig zu erbeuten gestattet sind, zu 
ermöglichen. Aller Verbot wird illusorisch und der Schutz dieser oder jener 
bezeichneten Art unausführbar, wenn nicht die Fangarten geprüft und nur 
allein jene gestattet werden, welche die Tödtung der zu schützenden Arten 
verhindert, oder die Wiederfreigebung der zufällig gefangenen zulässt. 

Es ist ein grosser Fehler, dass die bewährtesten Fachleute, denen die 
Frage des Vogelschutzes vorgelegt wurde, selbst noch in der neuesten Zeit 
diese einem Detail unterzogen, das zwecklos und untauglich ist und bleibt, 
wenn die Mittel zur Durchführung der als nothwendig erkannten Erhaltung 
nicht angegeben werden. Werth und Nutzen der verschiedenen Arten an den 
Fingern abzuzählen und abzuwägen, bleibt ohne diesen bestimmten Hinweis 
unfruchtbar und führt zu keinem Resultat. Sie sind im Grossen und Ganzen 
zu beurtheilen, und hierauf gestützt ist zur praktischen Durchführung nach- 
zuweisen, dass die Verwirklichung des Schutzes nur in der genauen Fest- 
stellung der erlaubten Fan garten und in dem absoluten Verbote der übrigen, 
so wie in der genauen Ueberwachung derselben liegen kann. Wer die Sache 
ehrlich will, muss diese daher unmittelbar ins Auge fassen. 

Die Apparate zur Erbeutung der vorbesprochenen Vögel sind der Vogel- 
leim, die Schlingen, der Kloben, die Meisenstuben und die verschiedenen 
grossen und kleinen Netze. 



14 



G. R. v. Frauenfeld. 



Obwohl ich über dieselben schon bei anderen Gelegenheiten gesprochen, 
so will ich sie doch der Hauptsache nach hier nochmals berühren. Der Vogel- 
leim wird auf dünnen Ruthen gestrichen in verschiedener Weise zum Fange 
benützt. Da alles ohne Unterschied sowohl die zu schonenden wie die zu fangen 
gestatteten Vögel daran kleben bleibt, und diese wenn nicht ganz zu Grunde 
gerichtet, doch nicht mehr in Freiheit gesetzt werden können, so ist der Fang 
mit Leim ganz zu verbieten. Auch Schlingen aller Art für Vögel innerhalb 
Drosselgrösse, in welchen sie entweder erwürgt oder mit gebrochenen Beinen 
lebend hängen müssen, bis der Würger sie von ihrer Qual befreit, wobei 
erlaubte und verbotene Vögel geopfert werden, sind ohne Ausnahme zu ver- 
bieten. Ich bin überzeugt, dass in manchen Laudtagsverhandlungen die Con- 
sequenzen dieses Verbotes Ursache waren, dass die Verhandlungen für Vogel- 
schutz ein klägliches Ende nahmen, oder dieselben doch ein verstümmeltes 
Resultat ergaben. 

Kloben und Meisenstuben, so wie die Nachtigallnetze sind ohnehin 
Fangapparate, die gerade allein nur solche besonders berücksichtigungswürdige 
Vögel zu berücken dienen, und meist von Müssiggängern und arbeitsscheuen 
Gesellen benützt werden, so dass deren unbedingtes Verbot auch moralischen 
Werth hat. Es erübrigen also eigentlich nur die Vorrichtungen mit grössern 
Netzen. Der mit Leimspindeln eingerichtete Vogelherd darf natürlich nicht 
geduldet werden. Aber auch die stehenden Wände mit Spiegelnetzen sind 
gefährlich; denn wenn gleich die Vögel hier lebendig in die Gewalt des 
Vogelstellers kommen, so ist es doch demselben zu viel Enthaltsamkeit zu- 
gemuthet, wenn er hunderte derselben, die das Gesetz zu fangen ver- 
bietet, geduldig aus den Maschen des Netzes befreien und Avieder frei 
geben soll. 

Nur allein das Zugnetz auf der Tenne ist zu gestatten, da es bei diesem 
in des Vogelfängers Willkür liegt, die Vögel unbehelligt ziehen zu lassen, 
und er auch selten in die Lage kommen wird, diese Grossmuth zu üben, wenn 
er keine andern als die betreffenden Lockvögel allda aufstellt. 

Ich habe bei allen meinen Erörterungen von der Ansicht ausgehend, dass 
der Vogelschutz vom Jagdgesetz getrennt werden müsse, in Betreff dieser Fang- 
weisen die Methoden für wirkliches Jagdgeflügel unberücksichtigt gelassen 
und nur solche einbezogen, wo die zu schonen Gebotenen in Gefahr gerathen. 

Das Tödten mit dem Gewehre dürfte, wenn gleich den nützlichen kleinen 
Vögeln auch dieser Schutz nicht versagt werden darf, noch den geringsten 



Eoologi lohe M i etilen 



16 



Schaden verursachen. Ausser Rohiesswüthigen Sonntagsj&gern wird kaum eint 
bedeutendere Verfolgung dieser kleinen Vögel durch wirkliche Jagdfreunde 
stattlinden, und solcher die durch Pulver and Blei ein Gerichi ftlx den Tisch 
erbettau wollen, werden schwerlich viele sein Alan verhindere gleich der 
Plünderung der Nester den Ifassenfang nützlicher Vögel durch I i< - i m und 
Schlingen und grosse stehende Netze, und gebe die übrigen für beliebige Be- 
nützung frei, so dürfte dir Berechtigung für beide Theile gewahrt Bein. 

Als Grundbedingungen eines wahrhaften Schutzes für Land- und Forst- 
wirthschaft nützliche Vögel sind sonach folgende zu bezeichnen: 
Der Vogelschutz ist vom Jagdgesetz zu trennen. 

Der Vogelschutz kann nur durch ein allgemeines internationales Ueberein- 
kommen zur vollen Wahrheit werden. 

Zu schützen sind unbedingt die ad a aufgeführten Vögel, und wo möglich auch 
die ad b. Als solche dürfen sie auch nicht in der Gefangenschaft ge- 
halten werden. 

Für die Küche und für den Käfig dürfen sämmtliche übrige Körnerfresser 
gefangen werden. 

In Betreff der Erbeutung sind zu verbieten: das Ausnehmen der Eier und 
jungen Vögel, der Vogelleim, alle Arten Schlingen, Kloben, Meisen- 
stuben, Nachtigallnetze und grosse stehende Spiegel netze. 

Erlaubt ist das Zugnetz auf der Tenne mit den betreffenden, jedoch nicht ge- 
blendeten Lockvögeln. 



4. 

Notiz über zwei Vogelvarietäteu ans Siebenbürgen. 

Herr Eugen Szentmiklosy in Karlsburg theilte mir mit, dass in dem 
Dorfe Nyärädlö an der Maros nicht weit von Maros- Väsärhely ein Bauer 
2 Stockenten geschossen hatte, wovon der Enterich eigentümlich schön gezeichnet 
war. Kopf, Hals, Brust und Bauch fein fleischfarb, mehr gelb als röthlich. 
Schwingen weiss, Rücken etwas wellenartig gezeichnet. Der Spiegel beider 
Flügel violett eraail, mit schwarz gerandeten Fedein. Schnabel und Füsse wie 
gewöhnlich. 

Eben so wurde vor kurzem auch in der Nähe allda ein weisser Staar 
geschossen, den ein Professor der ev. ref. Hauptschule in Maros- Vasarhely er- 



16 



Zoologische Miscellen. 



hielt. Derselbe war hellweiss und erschienen die beim gewöhnlich gefärbten 
Staar sichtbaren weissen Flecken schmutzig weiss, sie waren nur undeutlich 
zu unterscheiden. Der Schütze bemerkte, dass er in dem Fluge noch 4 weisse 
Stücke gesehen habe, und fügt Hr. Szentmiklosy hinzu, dass er sich erinnere, 
vor ein paar Jahren eine eben solche Varietät in einem Fluge von Staaren 
gesehen zu haben. 



Beitrag zur Orthopteren - Fauna Tirols 

mit Beschreibung einer iumich Pterul^pis. 

Von 

Hermann Krauss in Tübingen. 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 8. Jänner 1873.) 
Mit Tafel I, 

Während wiederholter Besuche Tirols gelang es mir, manches Neue in 
Bezug auf die Orthopteren-Fauna dieses Landes zu erkunden. In den folgenden 
Blättern zähle ich das Wichtigste hievon auf als Nachtrag zu der sehr genauen 
Aufzählung der Orthopteren Tirols von Vitus Graber.*) 

Zu den 82 Arten Grabers kommen 8 neue Arten, von denen ich selbst 
folgende 5 auffand; Forficula gigantea Fab., Meconema varium Fab., M.breri- 
pcnne Yersin. Pterolepis Brunneri mihi, St enobothrus pullus Philippi. Aphlebia 
macidata Schreb. verdanke ich der gütigen Mittheilung Professor Gredler's in 
Bozen und GryUus burdigalensis Latr. brachte Professor Dr. von Leydig in 
Tübingen, dem ich ausserdem sehr interessante Beiträge zu danken habe, aus 
Tirol mit. Ehaphidophofa cavicola Kollar ist die einzige Art, deren Vorkommen 
in Tirol ich der Literatur entnehmen konnte, seit Gräber' s Arbeit. 

Die übrigen Arten, deren ich erwähne, führt V. Graber an. Da ich in 
Bezug auf deren Fundort, Lebensweise, Neues beobachtete, so will ich versuchen, 
Graber's Darstellung in dieser Hinsicht zu ergänzen. Dabei erlaube ich mir, einige 
Notizen über die Orthopteren Voralbergs beizufügen. 

In Beziehung auf dre Anordnung folge ich Fischers Werk.**) 

Forficulina. 

Forficula gigantea Fab. Südtirol: am 13. September 1871 fand ich ein 
erwachsenes Männchen unter einem Stein hart am Talferufer bei der Bozner 
Schwimmschule. 

F. albipennis Meg. v. Mühlt. Südtirol: auf Gebüsch bei Völs am Fuss 
des Schiern (August), unter Steinen bei Mals (Ende September.) 



*) V. Graber, die Orthopteren Tirols, Verhandlungen d. zool. bot. Gesellschaft in Wien. XVII. 

**) Orthoptera europaea auct. L. H. Fischer. Lipsiae MDCCCLIII. 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abh. 3 



18 



Hermann Krau 



Blattina, 

Ectobia lapponica L. Südtirol : bei Völs und. Ratzes auf Gebüsch. 

JE. livida Fab. Südtirol: zwischen Atzwang und Völs auf Gebüsch (Clematis). 

Erwähnenswerth dürfte sein, dass ich bei Tübingen ein Männchen der 
vorigen mit einem Weibchen dieser Art in Copula antraf. 

Aphlebia maculata Schreb. Südtirol: von Professor Gredler in der Um- 
gebung von Bozen nicht selten gefunden, 

Gryllodea. 

Gryllus burdigalensis Latr. Südtirol: im Larvenstadium vom Professor 
v. Leydig im Herbst 1869 bei Torbole am Lago di Garda an trockenen grasigen 
Abhängen aufgefunden. Ich fand diese südliche Art in Oberitalien auf den Lidi 
Venedigs und in den Euganeen, wo ich sie Mitte September bei Abano (Montirone) 
noch als Imago, darunter ein Exemplar mit ausgebildeten Flügeln ( G. Cerisyi Serv.), 
in Gesellschaft von G. Heyäenii Fisch. Fr. zahlreich antraf. 

Locustina. 

Rhaplddophora cavicola Kollar. Südtirol: ein Exemplar von A. Äusserer 
in einem Brunnenhause beiMeran in einem Spinnengewebe eingewickelt gefunden.*) 

Odontura serricauda Fab. Vorarlberg : bei Bregenz am Pfändter auf Alnus. 
Südtirol: zahlreich um Ratzes auf verschiedenem Gebüsch, besonders auf Juniperus 
communis. 

0. albo-vittata Kollar. Südtirol: Atzwang, Völs, Seiss, auf verschiedenem 
Gebüsch, auf Urtica, Weinlaub, oft in grösserer Gesellschaft. Professor v. Leydig 
beobachtete zuerst in der Gegend von Völs im Herbst 1868 ein Weibchen dieser 
Art, das seine Legescheide in die Ritze eines verwitterten Pfostens am Weg- 
geländer einsenkte, um hier seine Eier abzusetzen. Bei meinem letzten Aufenthalt 
in jener Gegend (August und September 1871) glückte es mir mehrmals, dasselbe 
zu beobachten. Bei sehr stark gekrümmtem Körper, so dass die Legescheide fast 
unter die Brust und in senkrechter Richtung nach unten kommt, wurde dieselbe 
in die feinsten Ritzen alter Zäune eingesenkt, um darin die Eier abzusetzen. 
Dass dieselben wirklich ins Holz kamen, zeigte sich beim Zerschneiden desselben. 
Die braunen 5 mm. langen Eier waren theils vereinzelt, theils in Reihen leicht 
bloss zu legen. 0. serricauda Fab. und camptoxypha Fieb., die in der Tübinger 
Gegend vorkommen, konnte ich im Terrarium beim Eierlegen in ähnlicher 
Stellung beobachten, wie sie obige Odontura annahm. Sie setzten ihre Eier 
aber in die Erde ab. 

Meconema varium Fab. Nordtirol: auf Gebüsch bei Innsbruck an der 
Brennerstrasse im August von mir gefuuden. 

M. brevipenne Yersin: In „Note sur quelques Orthopteres nouveaux ou 
peux connus", Annales d. 1. soc. entom. de France. III e - serie, VIII. 1860. 



*) Dr. V. Graber, fortgesetzte Untersuchungen über Entwicklung und Cuticula der Gerad- 
flügler, p. 26. 



litMtr*)? /ur Orlhopftwn-Fftaiia Tivoli mit Btichrtibung •in»i Btvra Pttroltpft, 



p. 518 u. .V20. t. LO. Fig. 7 — !». ist (las Weibchen dieser Art nach einem ExempUr 

aus Hveres von Yersin beschrieben und abgebildet. Ende August und Anfang 
September 1871 traf ich mehrere erwachsene Kxemplare beiderlei (ieschlecht- 
am Weg zwischen Atzwang und Völs (Südtirol) auf verschiedenen) (iebüsch 
(Ostrya, Corylus, Loniccra, Clematis). ftin Pärchen traf ich ausserdem in Ober- 
italien in den Euganeen und zwar auf dem M. Venda, dem höchsten Punkt 
derselben (1760 F. h.), wo ich es von Kastaniengebüsch abklopfte. (14. Sept.) 
In ihrem Benehmen stimmt diese Art ganz mit Mcconcnut rarium überein. Sie 
hat auch die Besonderheit, die Fischer erwähnt, f ) dass sie nämlich beide vordere 
Beinpaare, wenn sie ruhig auf einem Blatt sitzt. Dach vorne richtet. Beim Ab- 
klopfen der Gesträuche lallt sie sehr leicht herab und ist nicht schwer zu fangen. 

Da Yersin nur das Weibchen beschreibt, so will ich dessen Beschreibung 
ergänzen. 

3/. brei'ipcnnc Yersin. T. 1 Fig. 1—5. 

Pallide riride, ritta dorsi flava. Verticis fastigio sulcato, elytria <^9 valde 
abhi rriatis, prinnun segmentum abdominis vix superantibus, ad mturam sese 
tatiyentibux, ovcUis, venoso-reticulatis, pallide viridibus, alis cTQ abortivis, line- 
aribus, albidis, law. snpra anali lata, subemarginata, medio depressa, lam. 
subgenittdi elongata, posticc rotundata, stylis brevibus, 9 lata, semilunari 
oripositore curvato. 





maris 


femiuae 


Longitudo corporis 


13 mm - 


14 mm. 


pronoti 


3-3,5 „ 


3-3,5 „ 


„ elytrorum 


2,5 „ 


2,8 „ 


„ dlarum 


2 „ 


2 „ 


„ femorum post. 


10,3 „ 


11 „ 


„ cercorum 


4,3 „ 


1 h 


„ ovipositoris 




7,5 „ 



Hellgrün, getrocknet strohgelb, vom Scheitelhöcker bis zum Ende des 
Abdomen eine mittlere gelbe Linie. Scheitelhöcker oben deutlich gefurcht ; Augen 
braun ; Antennen 2— 3mal so lang als der Körper, gefärbt wie dieser, mit einigen 
(8—10) schwärzlichen Ringen versehen, kurz behaart. Pronotum glatt, am hintern 
Rand treten oft 2 rostgelbe längliche Flecke, nach vorn zu mit einem schwarzen 
Punkt endigend, sehr deutlich hervor. Elytren gelbgrün, sehr kurz, sich in der 
Mittellinie berührend, mit dichtem Venen-Netze versehen, kein Stridulations- 
apparat, Flügel durchscheinend weisslich, sehr schmal, das 1. Abdominalseg- 
ment nicht überragend. Abdomen gekielt. Lam. supra analistfQ breit, eingedrückt, 
hinten ausgerandet. Cerci schwach Sförmig gekrümmt, lang, ziemlich dick, 
behaart, 9 pfriemlich, kurz. Lam. subgenitalis verlängert, hinten gerundet, 
9 gross, halbmondförmig, Seitenränder w T enig geschweift. Ovipositor etwas länger 
als das Abdomen, ziemlich stark gekrümmt, gegen die Spitze zu gebräunt. 



*) A a. O. p. 241. 



3* 



20 



Hermanu Krauss. 



Diese Art unterscheidet sich leicht durch die rudimentären Elytren und 
Flügel von M. varium Fab., dem sie im übrigen ziemlich ähnlich ist. Sie ist 
etwas kleiner und zarter gebaut als varium. Der Scheitelhöcker zeigt an seiner 
oberen Seite eine deutliche Furche, während er bei varium fast glatt ist. 
Lam. subgenit. $ ist hinten abgerundet, namentlich an den Ecken, wo die Styli 
entspringen, während sie bei varium hier hervorspringende Ecken zeigt und am 
hintern Rand geschweift ist, beim 9 ist sie gleichfalls gerundet, halbmondförmig 
und nicht in einen Schnabel vorspringend, wie bei varium. (S. Fig. 4 u. 5, 6 u. 7.) 

Conocephalus mandibularis Charp. Bisher nur aus dem Süden bekannt. 
Ich fand ihn in Vorarlberg bei Bregenz auf Riedwiesen am Bodensee gegen die 
bairische Grenze zu mitunter zahlreich. (August.) Die Exemplare stimmen völlig 
überein mit denen aus Südtirol, Oberitalien. Diese Art hat einen sehr charak- 
teristischen, äusserst scharfen Zirpton, den sie ununterbrochen Abends und Nachts 
hören lässt. Derselbe erinnert an das Zirpen von Tettigonia montana Scop., ist 
aber viel schärfer und continuirlicher, etwa durch sssss .... wieder zu geben. 

Xiphidium fuscum Fab. Vorarlberg: bei Bregenz (in den Riedern am 
Bodensee bei Mehrerau,* Fussach), bei Schwarzenberg auf Weidengebüsch. 

Locusta caudata Charp. Südtirol : häufig unterhalb Atzwang im Gebüsch 
rechts von der Strasse mit L. viridissima L. und Fulgora europaea L., Professor 
v. Leydig fand sie bei Kastelruth auf Wiesen, einzeln traf ich sie auf Gebüsch 
bei Seiss. 

Locusta cantans Fuessly. Vorarlberg: um Bregenz und im Bregenzer 
Wald, Südtirol: häufig um Völs, Seiss, Kastelruth meist auf Gebüsch. 

Wiacocleis dorsata Brunner. Südtirol; zwischen Atzwang und Völs im 
Gebüsch (August, September). Diese Art beobachtete ich ausserdem auf dem 
Liclo di Malamocco bei Venedig im Gebüsch (21. September). 

• Pterolepis pedestris Fab. Südtirol: Bisher bloss aus dem Sarnthal bekannt 
(Graber). Ich fand sie bei Atzwang, Völs, Bozen, im Eppan, im Gebüsch. Auf- 
fallend war mir ihr Vorkommen im Preisselbeergebüsch an den N. Abhängen 
des Schiern über Ratzes, in einer Höhe von etwa 4500 F., wo ich sie in Gesell- 
schaft von Pezotettix alpina Kollar, var. Gollma Brunner im September fand. 

Pt. Brunneri mihi. T. 1 Fig. 8 — 15. 

Fusco-atra. Facie tota castanea seit grisea punctis strigisque nigris, 
vertice angustissimo, pronoto antice et postice truncato, medio carinato, lobis 
deflexis nigris margine inferiore late, postico anguste pallide flavo, elytris 
flavis cf 1 incumbentibus, 9 orbicularibus, lateralibus, pedibus fitscis punctis 
strigisque nigris, femoribus posticis intus et extus vitta nigra longiticdinali, 
äbdomine carinato, fusco-atro seu fusco griseo nigro-punctato, infra flavo-ferru- 
gineo, cercis brevibus conicis, basi interna dilatata et mucronata, lamina 
subgenitali 9 > sub-sexangulata, excisa, ovipositore brevi, curvato. 



*) Hier fand ich auch Libellula pedemontana Allioni ziemlich häufig. 



Ueitrtig mr l>t t h<>|> toi <"ti I'.uhm Tirol mit Beschreibung ««incr neuen Pterolepi». ^| 

muri* feminao 

Longüudo corporis 18—19 1,1,11 ü> 22 m,n 

l>r>>imf/ 1,.") ., 4,5 „ 

clifl mrit m 8 2 

l'cmormu post. 1"> « 16 „ 

ovipositoris 11-12 „ 

Braunschwarz. Kopf gross. Scheitel sehr schmal, Scheitelhöeker mi< einen 
leichten Eindruck; Augen grau; Gesicht braun oder grau und dann mit deut- 
lichen Strichen und Punkten; Palpen braungelb, schwärzlich geringelt: An- 
tennen 2 — 2 r ->mal so lang als der Körper, röthlich braun, behaart, erstes 
Antennenglied sein* gross; Hinterhaupt gewölbt, dunkelbraun, mit .'> — . r > leinen 
gelblichen Linien. Pronot um kurz, fast eben, vorn und hinten breit abgestutzt 
mit 3 deutlichen Kielen, die zwei Seitenkiele bogig verlaufend; Farbe schwarz- 
braun, Seitenlappen schwarz, der untere Piand breit schmutzig gelb, der hintere 
schmal blassgelb. Elytren c? gross, oeckig, braungelb, Basis und unterer Rand 
braun, der linke deckt den rechten über die Hälfte; 9 klein, rundlich, gelbbraun, 
mit helleren Adern, weit von einander entfernt. Brust gelb, Prosternum mit 
2 sehr niederen Höckern. Füsse hellgraubraun mit schwarzen Tupfen und Ptingen, 
Hinterschenkel aussen und innen mit einem breiten schwarzen, longitudiualcn 
Band, unten von der Basis zur Mitte blassgelb, oben hellbraun, zuweilen einige 
schwarze Flecken an der Basis, freie Fussplatte sehr kurz. Abdomen deutlich 
gekielt, braunschwarz, mit einem Stich in's Violette, schwarz punktirt, seitlich 
zuweilen ein helleres Band, nach aussen davon grössere schwarze Tupfen, nach 
hinten grau behaart, untere Seite rostgelb. Leun, supraanedis $ breit in der 
Mitte eingedrückt, hinten rundlich ausgeschnitten Cerci kurz, . annähernd 
konisch, an der Basis innen verbreitert mit einem Lappen versehen, der einen 
kurzen, gekrümmten, nach innen und unten sehenden Stachel trägt rothbraun, 
gekörnelt, lang behaart; 9 konisch, kurz. Lam. subgenitcUis cf 1 gekielt, länglich 
viereckig, hinten ausgerandet, gelbbraun, Styli braun, 9 annähernd 6eckig, 
hinten mit winklichem Ausschnitt, gekielt. Ovipositor kurz gekrümmt, von der 
Seite her zusammengedrückt, hellbraun, an der Spitze dunkler, jederseits an der 
Basis ein dunkelbrauner Fleck. 

Diese Art gehört nach der gütigen Mittheilung des Herrn Hofrath Brunner 
v. Wattenwyl in Wien, dem zu Ehren ich sie benannt habe, in die zweite Gruppe 
des Genus Pterolejm Ramb., welche Fischer*) aufstellte und in der er Pt. pc- 
destris Fab. aufzählte. Diese Gruppe ist charakterisirt durch die kurze freie 
Fussplatte (Fischer) und die kurzen Stacheln der Vorderbrust (Brunner). Nach 
Brunner gehören in diese Gruppe ausserdem Thamnotrizon (Psoroäonotu*) 
difformis Brunner und Pterolepis alpina Yersin, welche Brunner früher zu Pso- 
rodonotus stellte.**) 



*) A. a. 0. p. 260. 

**) C. Brunner, Disquisitiunes Orthopterologicae II. Verhandlungen der zoolog.-bot. Gesellschaft. 
XI. p. 290. 



22 



Hermann Krauss. 



Von Pt. pedestris Fab. unterscheidet sich die neue Art leicht durch die 
geringere Grösse, dunkle Färbung, das gekielte Pronotum, die Bildung der 
männlichen Cerci und die deutliche Krümmung der Legescheide, von Pt. difformis 
Brunner durch das beinahe ebene, nicht höckrige Pronotum und die fast 6eckige 
Lam. subgenit. 9> welche bei difformis 3eckig ist,*) von Pt. alpina Yersin 
durch die Färbung, welche bei dieser Art grün, durch das glatte Pronotum, das 
bei alpina rauh ist, und durch die an der Basis verbreiteten mit einem Zahne 
versehenen Cerci. 

Was das Vorkommen anbelangt, so traf ich diese Art Ende August und 
Anfangs September in Südtirol in der nächsten Umgebung vom Bad Ratzes: 
um das Badgebäude selbst, bei der Ruine Hauenstein, gegen die Seisser Alpe 
zu am sogenannten Prossliner Steig, in einer Höhe von etwa 3000—4500 Fuss. 
Sie findet sich an felsigen Orten auf kurzem Rasen, sodann in niedern Tannen- 
bäumchen, aus denen das Männchen seinen einfachen Zirpton, dem von Tham- 
notrizon cinereus Zett. ähnlich, auch bei Tag hören lässt. Am Prossliner Steig 
traf ich sie in verschiedenem Gebüsch. Von Dr. 0. Hoffmann in Marktstift 
(Baiern) erhielt ich ein Weibchen dieser Art zur Ansicht, das am Piz Languard 
bei Pontresina in Graubündten gesammelt wurde und völlig mit meinen Tiroler 
Exemplaren übereinstimmt. Demnach dürfte die Art in den südlichen Alpen 
verbreitet sein. 

V. Graber führt in seiner Tiroler Orthopterenfauna Pterolepis (Psoro- 
donotus) difformis Brunn, an, mit dem Fundort bebuschte Abhänge von Kastel- 
ruth zur „Seisseralpe", sollte dies nicht vielleicht die neue Art gewesen sein, 
da der Fundort mit dem ihrigen ziemlich stimmt? Pt. difformis habe ich an 
diesen Orten vergeblich gesucht. 

Thamnotrizon apterus Fab. Vorarlberg : bei Dalaas ; Nordtirol : am Arlberg, 
jn der Finstermünz; Südtirol: um Atzwang, Völs, Seiss, Ratzes, Bozen nicht 
selten. Auf der Seisser Alpe traf ich diese Art in Gebüsch von Rhododendron 
ferrugineum beim Mahlknecht in einer Höhe von etwa 5500 Fuss. — Besonders 
Abends und bis spät in die Nacht hinein macht sie sich durch ihr lautes Gezirpe 
sehr leicht bemerklich. 

Th. striolatus Fieb. Südtirol: häufig in der Umgebung von Atzwang, Völs 
im Eppan im Gebüsch (August, September). Ein eingefangenes Weibchen sah 
ich mit grosser Vorliebe Ameisen verzehren. Sie wurden allemal mit den Kiefern 
am Kopf ergriffen, die beiden Vorderbeine dienten wie etwa bei Mantis zum 
Festhalten während der Mahlzeit, die Chitinhaut wurde, nachdem sie tüchtig 
durchgekaut war, weggeworfen. 

Platycleis intermedia Serv. Südtirol: auf den dürren Abhängen um Völs 
einzeln (August, September.) Diese Art traf ich ausserdem in Oberitalien auf dem 



*) Ferner durch die dunkle Farbe der Stirne und die schwarze Farbe der Seitenlappen des 
Pronotum, welche bei difformis nur in dem hintern Winkel hervortritt. Die obige Zusammenstellung 
und Unterscheidung der 4 Species {pedestris Fab., alpina Yersin, difformis Br. und Brunneri Krauss) 
constatire ich nach dem in meiner Sammlung vorhandenen Materiale als vollkommen richtig. 
( Anmerkung von Br. v. W.) 



Boitr*£ t\\r Orth >|>t.<i mi-! 1 'mm .1 Tir«»l •« mit lt • . 'n m i > n n- i ■■ i l'tur oloph 



Lido di Malamoccü bei Venedig auf dem Küstendanun hinter den DUnen und in den 
Kuganeen beim Bad M. Grotto. Von /' <in<cti Fab. durch ihre bedeutender^ 
Grösse unterschieden, nach Vcrsin*) soll sie auch einen andern Zirptön haben. 

Acridiodea* 

8tmobothru8 apricctrius L. Kordtirol: bei St. Anton (4300 F. b.) gegen 
den Arlberg zu zahlreich auf Wiesen an der Strasse, zum Theil auf Steinhaufen 
der Strasse. Ende September. 

St. ]>ullus Philippi. Nordtirol: einzeln auf Wiesen des rechten Innufers 
bei Wattens mit St. pratorum, mekmopterus (August). 

St. hämorrhoidalis Charp. Südtirol: einzeln bei Völs aufwiesen, häufig 
auf dem Plateau des Calvarienbergs von Kastelruth. August, September. 

St. mimestus Charp. Südtirol : auf Wiesen in der Umgebung von Völs 
selten. Ende August. 

St. petracus Brisout. Südtirol : häufig bei Völs auf sonnigen Abhängen im 
niederen Gras, so am „Peterbichel," „Ochsenbichel", ferner am Calvarienberg von 
Kastelruth, am Südabhang des Calvarienbergs von Bozen und an den trockenen 
Hängen gegen Rafenstein, an sonnigen Ruinen unter Schloss Tirol (Meran). 

Stethophyma grossum L. Diese Art war bisher im Süden nicht aufge- 
funden. Ich traf sie nicht selten im Schilf um den See oberhalb Völs (Südtirol) 
Ende August. Dessgleichen fand ich sie Mitte September in Sumpfwiesen am 
Fuss der Euganeen (Oberitalien). Die Exemplare von diesen Lokalitäten sind 
etwas anders gefärbt als gewöhnlich: an den hintern Oberschenkeln ist nämlich 
beim q statt der rothen Färbung der innern und untern Seite eine schön gelbe 
ähnlich der Färbung der Tibien vorhanden, die schwarzen Flecke an den hintern 
Oberschenkeln fehlen gänzlich, desgleichen der schwarze Ring im obern Drit- 
theil der Tibien, die Knie sind wie gewöhnlich schwarz, auch beim 9 fehlt die 
rothe Farbe der untern Seite der Oberschenkel. 

St. variegetfum Sulzer: Nordtirol: in der Finstermünz, bei Landeck, wo 
sie auch Dr. Assmus**) gefunden hat, der ihrer wegen eines 5" langen Gordius 
uquaticu*, der aus einem Exemplar nach dem Tode hervorkam, erwähnt. 

Parapleuru* tt/iius Fisch. Fr. Vorarlberg: zahlreich in den Sumpfwiesen 
am Bodensee bei Bregenz mit Stethophyma grossum Stenobothrm dorsatus 
Zetterst., St. pratorum Fieb. var. montanus Charp. 

Pezotettix frigida Boheman. Südtirol: Bevölkert die Weiden des Schiern- 
plateaus (8000 F. h.) in grosser Zahl. Anfangs September traf ich sie häutig 
in Copida in niederm Grase. Geht wohl unter den Tiroler Heuschrecken am 
höchsten. Selbst Gomphocerus sibiricus L. hält sich etwas tiefer. 

P. cdpina Kollar. Vorarlberg: auf den Alp weiden des Bregenzer Waldes 
von 4000 F. an zahlreich. 



*) Yersin. Lettre adresse ä M. Brisout de Barneville sur les orthopt. d. Hyeres. Ann. d. 1. 
soc. entom. de France. Ille ser. tome IV. p. 743 u. 44. 

**) E. P. Assmus, Verzeickniss einiger Insekten mit Gordiaceen, Wiener entoui. Monatsschrift II. 
p. 178. 



24 H. Krauss. Beitrag zur Orthopteren-Fauna Tirols mit Beschreibung einer neuen Pterolepis. 

P. mendax Fisch. Fr. die ich wie Graber um Trient antraf, fand ich auch 
in den Euganeen und zwar auf dem M. Ricco bei Monselice, wo ich sie zahlreich 
in Copula von verschiedenem Gebüsch (Castanea, Gorylus, Lonicera) abklopfte 
(17. September). 

Caloptenus italicus L. Nach Graber bei Innsbruck sehr selten, ich beobach- 
tete ihn an den Abhängen der Brennerstrasse zwischen Innsbruck und Schupfer*) 
in ziemlicher Zahl. C. italicus var. siculus Burm. Bisher aus dem tiefern Süden 
Tirols bekannt, fand ich auf sonnigen Abhängen um Völs, Bozen, Meran ; äusserst 
häufig traf ich diese Varietät in den Euganeen an den heissesten Abhängen in 
Gesellschaft von Tryxalis nasuta L. und Oedipoda insubrica Scop. 

Acridium tartaricum L. Südtirol: auf Quercus pubescens an den südlichen 
Hängen über Gries bei Bozen von mir im September ein Pärchen gefangen. 
Professor v. Leydig beobachtete diesen grössten Tiroler Akridier bei Meran am 
Küchelberg auch im Larvenstadium. 

Pachytylus cinerascens Fab. Vorarlberg: im September 1869 fand ich 
ein grünes Exemplar dieser Art auf dem Hochälpeln bei Schwarzenberg (Bre- 
genzer Wald) auf einer Sumpfwiese im Schilf in einer Höhe von ungefähr 3000 F. 
Südtirol: an den Abhängen oberhalb Gries bei Bozen auf Quercus pubescens. 

P. nigrofasciatus Latr. Südtirol: auf den dürren Abhängen um Völs, 
an gleichen Stellen bei Bozen gegen die Ruine Rafenstein iund am Calvarien- 
berg, endlich am Küchelberg bei Meran von mir häufig beobachtet. 

P. stridulus L. Vorarlberg überall häufig auf den Bergen (Bregenzer 
Wald, Arlberg). 

Oedipoda tuberculata Fab. wurde nach Fischer*) von Rosenhauer in 
Tirol gefunden, ohne genauere Angabe des Fundorts. Dies erwähnt auch Graber, 
ohne sie selbst gefunden zu haben. Sehr interessant ist deshalb, dass Prof. 
v. Leydig diese Art in der Umgebung von Meran antraf. Mehrere Exemplare von 
dorther befinden sich in hiesiger Universitäts - Sammlung. Diese schöne Art 
wurde jüngst auch von E. Hofmann in Stuttgart bei Hindelang im bayrischen 
Allgäu angetroffen, dürfte aber immerhin ziemlich selten im Gebirge sein. 



Erklärung' der Tafel. I, A. 

Fig. 1. Meconema brempenne, cT (nat. Grösse). 
,, 2. ,, „ Kopf, Pronotum von oben (vergrössert). 

„ 3. ,, „ Hinterleibsende des c? von oben (vergrössert). 

„ 4. „ ,, „ des von unten (vergrössert). 

„ 5. „ „ „ des 9 von unten (vergrössert). 

„ 6. Meconema varium Lam. subgenit. cT (vergrössert). 
„ 7. „ „ „ „ 9 (vergrössert). 

„ 8. Pterolepis Brunneri, (nat. Grösse). 
„ 9. ,, „ 9 ( na ^ Grösse). 

„ 10. „ „ Kopf des cT von vorne (nat. Grösse). 

„ 11. „ „ Kopf, Pronotum des Q von oben (nat. Grösse). 

,, 12. „ „ Hinterleibsende des c? von 0Den (vergrössert). 

,, 13. „ „ ,, des ö 71 von unten (vergrössert). 

„ 14. „ ,, „ des 2 von oben (vergrössert). 

,, 15. „ „ „ des 9 von unten (vergrössert). 



*) Hier erlaube ich mir die Zoologen auf das interessante Factum aufmerksam zu machen, 
das bisher nicht beachtet wurde, dass nämlich an dieser Partie der Brennerstrasse theils an Glimmer- 
schiefer-Felsen, theils am Stein- und Holzgeländer der Strasse die Mauereidechse (Podarcis mu- 
ralis Wagler) vorkommt. Im August traf ich junge und erwachsene Thiere daselbst häufig. Dass 
hier ein Einwandern dieser mehr südlichen Eidechse über den Brenner stattgefunden hat, dürfte 
wohl nicht zu bezweifeln sein. 
**j A. a. 0. p. 410. 



Uebersicht 



der bis jetzt in der Sandezer Gegend West-Galiziens 
gesammelten Dipteren. 

Von 



Dr. Adalbert Grzegorzek, 

Deelumt in Podegrodzie. 



(Vorgelegt in der Sitzung vom 8. Jänner 1873.) 

Als Mitglied der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft habe ich mir 
die Aufgabe gestellt, die terra incognita, wie man Galizien auf dem Gebiete der 
Dipterologie zu nennen gewohnt war, etwas zu erforschen. Den rühmlichen 
Anfang machte Professor Dr. Nowicki in Krakau, dessen Bestreben die Univer- 
sität eine reiche Sammlung verdankt. Die Bahn ist gebrochen; das angefangene 
Werk fortzusetzen und die Forschungen auszubreiten, ist jetzt von der Wissen- 
schaft uns aufgelegte Aufgabe. Eine theilweise Lösung beansprucht gegenwärtige 
Uebersicht, die umsomehr Interesse der gelehrten Gesellschaft erregen sollte, 
da sie mehrere Arten enthält, die in der Fauna austrica von Dr. Schiner nicht 
beschrieben sind, 

Die aufgezählten Arten sind in der Sandezer Gegend im Thale und auf seinen 
umgränzenden Hügeln und Bergen von 995' bis 3682' Meeres-Höhe gesammelt. 
(Die Gecidomyiden, Sciarinen, Psychodiden und Culiciden werden nächstens 
aufgeführt. | 



Acnemia nitidicöllis Mg. 

— longipes Wtz. 
Zygomyia canescens Wtz. 

— flaviventris Wtz. 

— pictipennis Staeg. 

— valida Wtz. 

— vara Staeg. 
Sceptonia nigra Mg. 

— concolor Wtz. 
Cordyla crassicornis Mg. 

— nitens Wtz. 

— semi flava Staeg. 

— murina Wtz. 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abb.. 



Mycetophilidae. 

D i/natosom a fuscicornis 
Mg. 

— nigricoxa Ztt. 
Mycetoph üa punctata M g. 

— lineola Mg. 

— stolida Wik. 

— unicolor Stan 

— bimacidata Fabr. 

— nebidosa Stan. 

— xanthopyga Wtz. 

— signata Mg. 

— lunata Mg. 

— / rat er, w Wtz. 



Mycetuphihi marginatä 
Wtz. 

— radis Wtz. 

— amoena Wtz. 

— biusta Hgg. 

— blanda Wtz. 

— maculipemm Wtz. 

— gratiosa Wtz. 

— modesta Wtz. 

— luctuosa Mg. 

— cingulum Mg. 
Mycothcra semifusca Mg. 
Epicypta punctum Stan. 

4 



26 



Dr. Adalbert Grzegorzek. 



Epicyptascatophora Perr. 

— ■ trinotata Staeg. 
Exechia intersecta Hgg. 

— fungor om Deg. 

— concinna Wtz. 

— contaminata Wtz. 

— clorsalis Staeg. 

— interrupta Ztt. 
— ■ pallida Stan. 

Phronia signata Wtz. 
— ■ strenua Wtz. 

— nitidivenlris v. d.W. 

— forcipula Wtz. 

— basalis Wtz. 

— tenuis Wtz. 

— cinerascens Wtz. 

— rustica Wtz. 

— longipes Wtz. 
— ■ flavipes Wtz. 

Anatella ciliata Wtz. 
TrichontamelanuraSt^eg. 

— submaculataSt&eg. 

— umbratica Wtz. 
— ■ o&esa Wtz. 

Brachijcampta alternans 
Ztt. 

— ■ bicolor Meg. 

— ' caudata Wtz. 
Miodia crassicörnis Stan. 

— • omaticollis Mg. 
Mhymosia truncata Wtz. 

Simulia hirtipes Fries. 

Scatopse notata L. 

— ■ flavicollis Mg. 
Dilophus vulgaris Mg 
j3i£no pomonae F. 

— marci L. 

Dolichopeza sylvicola 
Gin*. 



Bhymosia gracilis Wtz. 

— fenestralis Mg. 

— domestica Mg. 
Docosia sciarina Mg. 

— valida Wtz. 
2>m elegans Wtz. 

— variegala Wtz. 

— termindlis Mg. 
Glaphyroptera fasci- 

pennis Mg. 

— fasciola Mg. 

— cylindrica Wtz. 

— subfasciata Hffg. 

— bilineata Wtz. 

— bimaculata Mg. 
Boletina trivittala Mg. 

— 1 sciarina Staeg. 

— dispar Wtz. 
DiadocidiaferruginosaMg. 
Lasiosoma hirta Hgg. 

— ■ piZosa Mg. 

— mmt Wtz. 
Polylepta undulata Wtz. 
Sciophila inanis Wtz. 

— alacris Wtz. 

— pallida Wtz. 

— maculata Mg. 
— ■ hyalinata Mg. 

— limbata Wtz 

— occultans Wtz. 

— fasciata Fries. 

Simnlidae« 

| Simulia ornata Mg. 
liibionidae. 

2?Ä&iö horiulanus L. 

— veyiosus Mg. 

— nigriventris Hai. 

— Johannis L. 
— ■ clavipes Mg. 

Tipulidae. 

j Pachyrrhina pratensis L. 

— imperialis Mg. 



Sciophila cinerascens Ztt. 

— ornata Mg. 

— tumida Wtz. 

— lucorum Wtz. 

— fraterna Wtz. 

— apicalis Wtz. 

— trilineata Ztt. 
Boletophila fusca Mg. 

— i bimaculata Ztt. 

— cinerea Hfgg. 

— tenella Wtz. 
Macrocera fasciata Mg.. 

— Zwtea Mg. 

— centralis Mg. 

— maculata Hfgg. 

— angulata Mg. 

— stigma Curt. 

— alpicola Wtz. 
— ■ obscura Wtz. 
/— phalerata Hgg. 

Ditomyia fasciata Mg. 
Asyndulum flavum Wtz. 
Platyura flava Meg. 

— modesta Wtz. 

— ochracea Mg. 

— fasciata Mg. 

— infuscata Wtz. 

— basalis Wtz. 
— ■ nemoralis Mg. 

Ceroplatys testaceusX) al m . 

— lineatus Fabr. 

Simulia maculata Mg. 

.Bi'fo'o varipes Mg. 

— laniger Mg. 
Penthetria holosericea Mg. 
Blepharocera fasciata 

Wstm. 

Pachyrrhina crocata L. 



Vach i/rrhum aculcattt Lw. 

— anal/* Böham. 

— iridieotor Scham. 

— sciura Mg. 
maculosa Mg. 

— histrio P. 
Xc/>lirotonia dorsal in F. 

Tipuit nigra L. 

— lutcscois V. 

— gigwtUea Schrck. 

— truuctnum Mg. 

— päbuHna Mg. 

— \\ r uiucrt:i Egg. 

— korUnsie Mg. 

— rar i ]H')t Iiis Mg. 

— longicomis Scham. 

— Meyer-Dürii Egg. 

— scripta Mg. 

— obsolet a Mg. 

— rubripes Scham. 

— caesia Schum. 

— marginata Mg. 

— lateralis Mg. 

— montium Egg. 

— paludosa Mg. 

— oleracea L. 

— melanocerosSchum. 

— nodicornis Mg. 

9u.cT 

— pruinosa Wied. 

— stigmatella Schum. 

— lunata L. 

— ochracea Mg. 

— Selene Mg. 
Ctenophora bimacidata L. 

— atrata L. 

— pectinicornis L. 
TrichostichamacidataMg. 

— trivialis Mg. 

— icterica Egg. 

— imbuta Mg. 



'I'richosticha flam sccns L. 

— lutea Mg. 

— fuscijicnnis Mg. 

— mclani}>odia Lw. 

EJrioptera obscura Mg. 

— ochracea Mg. 

— appeitdicuktia 
Staeg. 

— propinqua Egg. 
Daeyptera hacmorrhoida- 

lis Ztt. 

— lineata Mg. 
GoniomyiiQ tcnella Mg. 

— ciucta Egg. 

— schistacea Scham. 

— diluta Ztt. 
Gnopliomyia püipes F. 
Symplectu stictica Mg. 

— punctipennis Mg. 
Tnmicm püipes F. 
Anisomera Burmeisteri 

Lw. 

— Gaedii Mg. 
Tricyphona Immaculata 

Mg. 

Dicranota bimacidata 

Schum. 
Ula pilosa Schum. 
Amalopis tipidina Egg. 

— Schineri Kolenat. 
Trichocera regelationis L. 

— annulata Mg. 

— Mentalis Deg. 

— fuscata Mg. 
Ephelia marmorata Mg. 

— müiaria Egg. 
Limnophila nemoralis 

Mg. 

— leucophaea Mg. 

— fuscipennis Mg. 

— discicollis Mg. 



l.iniHo/i/tiiii ferrugina M i 

— Hneoia Mg. 
Poeoüostola angtHtipm 

H%ß Mg. 

— pictipennie Mg. 

— - punctata Mg. 
h'/dphrayma picta F. 
[ntocha opalieans i I. Bäk. 

Dicranopt yvha cintras- 
cens Mg. 

— livescens Lw. 

— fuscescens Schum. 
Bhipidiu muculata Mg. 

— uniseriata Schin. 
Limnobia qnailrinotuta 

Mg. 

— nubeculosa Mg. 

— flavipes F. 

— sylvicola Schum. 

— tripunctata Mg. 

— xanthoptera Mg. 

— Chorea Mg. 

— dumetorum Mg. 

— trinotata Mg. 

— modesta Mg. 

— macrostiyma 
Schum. 

— stigmatica Mg. 

— aperia Lw. 

— mo/io F. 
Trochobola imperiale Lw. 
Cylindrotoma distinctis- 

sima Mg. 

— glabrata Mg. 
Ptychoptera contaminata 

L. 

— albimana F. 

— paludosa Mg. 
Dixa aprüina Mg. 

— maculata Mg. 

— nebulosa Mg. 

| Bhyphus pwncta&us ¥. 
4* 



Rhyphidae. 

Bhyphus fenestralis Scop. | Bhyphus einet us F. 



28 



Dr. Adalbert Grzegorzek. 



Metoponia vagans Lw. 

In meinem Garten 
und in der Nach- 
barschaft der ein- 
zige bis jetzt be- 
kannte Standort in 
Europa. 

Beris vallata Forst. 
— ■ clavipes Linn. 
— geniculata Curt. 



Silvius vituli F. 
Chrysops coecutiens L 

— relictus Mg. 

— 1 parallelogramus 
Zellr. 



Leptis scolopacea L. 

— maculata Deg. 

— lineola F. 

— tringar ia L. 

— conspicaa Mg. 
Chrysopila nubecula 



Coenomyina. 

Coenomyia ferruginea Scop. 

Stratiomyidae. 

Microchrysa polita Lw. 

— flavicomis Mg. 
Chrysomyia formosaScop. 
Sargus infuscatus Mg. 

— cuprarius L. 

— nubeculosus Ztt. 
Odontomyia felina Pz. 

— hydropota Mg. 

— viridula F. 

— argentata F. 

Tabanidae. 

Haematopota pluvialis L. 

— longicomis Meg. 
Tabanus auripilus Mg. 

— luridus Fll. 

— spodopterus Mg. 

Leptidae. 

Chrysopila aurea Mg. 

— splendida Mg. 
— • atrata F. 
— ■ anrata F. Mg. 

— helvola Mg. 

— flaveola Mg. 

Asilidae. 

Laphria ephippium F. 

— //ewa L. 

— marginata L. 
Andrenosoma atra L. 
Dysmachus spiniger Zllr. 

— forcipula Zllr. 
Eutolmus rufibarbis Mg. 
Machinnts rusticus Mg. 

Thereuida. 

Thcreua anilis L. 

— circumscripta Lw. | 

Scenopiuidae. 

Scenopirms atcr Fll. Scenöpinus 



Fll. 



Leptogaster fuscus Mg. 
Dioctria Meinhardi Mg. 
— ■ atricapilla Mg. 

— flavipes Mg. 

— lateralis Mg. 
Dasypogon teutonus L. 
Cyrtopogon ruficornis F. 
Lasiopogon cinctus F. 

Thcreua nobilitata F. 
— ■ sw&/ascmta Schum. 



Stratiomyia chamaelon L. 

— ■ longicomis Scop. 
Oxycera trilineata F. 

— ■ terminata Mg. 

— leonina Pz. 
— ■ dire.s Lw. 

Ephippium thoracicum 
Ltr. 

Nemotelus pantherinus L. 
Pachy gast er ater F. 

Tabanus cordiger Mg. 

— autumnalis L. 

— bromius L. 
Hexatoma pellucens. 



Chrysopila obscuribarba 
Lw. 

Atherix Ibis Mg. 

— ■ melaena Mg. 
Ptiolina lapidaria Now. 
Spania nigra Mg. 

Machimus atricapillus FD . 
Itamus cyanurus Lw. 

— socius Lw. 
Epitriptus cingulatus F. 
Asilus crabroniformis L. 
Pampo nerus germanicus 
L. 



Thcreua arcuata Lw. 
Psilocephala ardea F, 

fcnestralis L. 



DftbtrdeM i»l M«jtU1 m ilor Sun.l../.oi «..^..n-l W...I (..ih.i. n . ;i . m, nu ll,.,, I > 1 1 . i 'J\) 



TfotnibyUntn tUtr Scop. 

— disodor Mg. 

— major L 

— ratosus Ifikn, 



Hyboa fronipes Ij. 

— culici/'ormis Omel. 
Hyboa fetnoratus Müll. 

— fumiptiniis Mg. 
Rhumphom yia sp iss i ra- 
st ris Fll. 

— iöwi Now. 

— a/ra Mg. 

— albipouiis Fll. 

— unicolor Ztt. 

— culicina Fll. 

— tenuirostris Fll. 

— anthracina Mg. 

— longipes Mg. 
Empis 'variegata Mg. 

— tessellata F. 

— plumipes Ztt. 

— livida L. 

— rustica Fll. 

— ojj«ca F. 

— albinervis Mg. 

— lltaio Egg. 

— chioptera Fll. 

— prodromus Lw. 

— pennaria Fll. 

— püimana Lw. 

— dasyprocta Lw. 

— pennipes L. 

— verualis Mg. 

— decora Mg. 

— Mg. 

— st er cor ea L. 

— trigramma Mg. 

— gr&fea Mg. 

— caudatula Lw. 



Bombylldae. 

lioinin/Hiis cantsctns 
Mikn. 

rulpiuus Mg. 
Authrnj: Pani8CU8 Etossi 

Empidae. 

r(u/i>/ntcri<i femorata F. 
Hagas minuta Ztt. 
Hilara fkmpes Mg. 

— läorea Fll. 

— fuscipes F. 

— manicata Mg. 

— lurida Fll. 

— pinetorum Ztt. 

— clypeata Mg. 

— chorica Fll. 

— nigrina Fll. 

— quadrivittata Mg. 

— bistriata Ztt. 

— lugubris Ztt. 

— maura F. 

— nitidula Ztt. 

— interstincta Fll. 

— fasciata Mg. 
Microphorus clavipes Mg. 

— anomalus Mg. 

— fuscipes Ztt. 

— velutinus Mcq. 
Cyrtoma nigrum Mg. 

— spurium Fll. 
Ocydromia glabriculaFD. 
Leptopeza flavipes Mg. 

— ruficollis Mg. 
Holoclera pulchra Egg. 
Tachypeza fuscipennis 

Fll. 

Tachista connexa Mg. 

— iiHHidimana Mg. 

— arrogans L. 

— longipennis Lw. 
Tachydromia jlavipes F. 



Aul/nur fluni Mg. 

— humilis Rath« 

I Iiiiii priilln I mar in Ii. 

Argyromoeba smuata Fll 

J'iic/u/dromiii, macuHpes 
Mg. 

— cothwmata Mcq. 

— major Ztt. 

— pidlidi reut ris Mg. 

— cursitans F. 

— calccata Mg. 

— caudicans Fll. 

— minuta Mg. 

— notata Mg. 

— fulvipes Mg. 

— unguicidata Ztt. 

— castanipes Mg. 

— eiliaris Fll. 

— flavipalpis Mg. 

— albocapillata Fll. 

— compta Wik. 

— pcdlida Mg. 

— pectoralis Fll. 
Drapetis flavipes Mcq. 

— &ZftZ£s Mg. 

— nervosa Lw. 

— arcuata Lw. 
Sciodromia im macidata 

Hai. 

Phyllodromia melano- 

cephala F. 
Triclwpeza lougicornis 

Mg. 

Ardoptera irrorata Fll. 

— guttata Hai. 
IIcmerodromiaflacellu'/At. 

— precatoria Fll. 

— oratoria Fll. 
Clinocera bipunetata Hai 



30 



Hydrophorus litoreus Fll. 

— balticus Mg. 
Liancalus virens Scop. 
Teuchophorus calcaratus 

Mcq. 

— spinigerellus Ztt. 

— pectinulatus Kow. 
Campsienemus scamb us 

Fll. 

— curvipes Fll. 

— umbripennis Lw. 

— lumbatus Lw. 
Medeterus infumatus Lw. 

— truncorum Mg. 

— micaceus Lw. 
■ — muralis Mg. 

Sympycnus brevimanus 
Lw. 

— annulipes Mg. 

— bifasciellus Ztt, 
Chrysotus laesus Wied. 

— neglectus Wied. 

— gramine us Fll. 

— suavis Lw. 

— cilipes Mg. 
Thrypticus bellus Lw. 
Argyria Hoffmeisteri Lw. 

— diaphana F. 

— setimana Lw. 

— argentina Mg. 

— leucocephala Mg. 

— atriceps Lw. 
Diaphorus ocidatus Fll. 

Lonchoptera lutea Panz. 

— punctum Mg. 

PhorostomapectinataMg. 
Dexia carinifrons Fll, 

— ferina FJ1. 

— canina F. 



Dr. Adalbert Grzegorzek 

Dolichopidae. 

Z) iaphon is Hoffma ) i ns- 
eggii Mg. 

— Winthemi Mg. 
Xipltandriwn fissum Lw. 

— caliginosum Mg. 

— appendiculatum 
Ztt, 

Porphyrops spiuicoxus 
Lw. 

— fascipes Mg. 

— nemorum Mg. 

— micans Mg, 

— nasutus Fll. 

— penicillatus Lw. 

# yntormon metathesisLvt. 

— moniliae Wik. 
Dolichopus atripes Mg. 

— atratus Mg. 

— Falleni Lw. 

— campestris Mg. 

— latelimbatus Mcq. 

— excisus Lw. 

— plumitarsis Fll. 

— discifer Staun. 

— pliimipes Scop. 

— Wahlbergi ZU. 

— signatus Mg. 

— ornatipes Lw. 
— ■ popularis Wied. 

— acuticornis Wied. 

— longicornis Stann. 

— nitidus Fll. 

— griseipennis Stann. 

Loiichopteridae. 

Lonchoptera flavicauda 
Mg. 

Muscidae calypterae. 

Dexia rustica F. 
Prosena siberita F. 
Mintho praeceps Scop. 
Phyllomyia volvulus F. 



Dolichopus simplex Mg. 
— ■ virgultorum Wik. 

— trivialis Hai. 

— a#*7is Mg. 

— aeneus Deg. 

— argyrotarsis Whlb. 
Tachytrechus ocior Lw. 

( r«/«j uopternus chaero- 
phytti Mg. 

— (jermauus Wied. 

— chrysozygus Wied. 

— ceZe; - Mg. 

— cupreus Fll. 

— aerosus Fll. 

— atrovirens Lw. 

— viücu; Lw. 

— flavicaudis Wik. 
Hypophyllus lo ngiventris 

Lw. 

— obscurellus Fll. 
Sauer opus pallidus Fll. 

— quadrifasciatus F. 
Xanthochlorus tenellus 

Wied. 

Psilopus platypterus F. 
— ■ nervosus Lehm. 

— lobipes Mg. 

— lugens Mg. 
— ■ albifrons Mg. 

— Lw. 

— ■ contristans Wied. 



Lonchoptera lacustris Mg. 



Thelaira leueozona Pauz. 
Morinia nana Mg. 

— anthracina Mg. 
Phyto obscuripennis Mg 



HolxTMclit .lor bis j.t/1 in ilor 3:in<l<MUM 0«gt1ld W—i Q*Usl«HI (•■MHBftltM I »i|.l« rrii. ty| 



P&yto I9MM1 Mg. 

I.citrostintht simpler KU. 
^\<)}>i>li(i morio Fll. 
ffypostena protmt Mir. 
Hyperecteina metopina 

Sellin. 
Degeerin separat a Mg. 

— töfaia Fll. 

parallela Mg. 

— fnnesta Mg. 
Macqunrtin ijriscn KU. 

— ntfftfo Ztt. 
Chitin continua Pz. 
Siphona cristata F. 

— genicnlata Deg. 

— flavifrons Staeg. 

— clausa R. Dew. 
Mifohia inanis Fll. 
Hilnrella siphonina Ztt. 
Metopia leucocephnla 

Rossi. 

— campestris Fll. 

— argyroeephala Mg. 
Frontina laeta Mg. 
Tachina larvarum L. 

— erucarum Rond. 

— rustica Mg. 

— vetusta Mg. 

— hortensis Mg. 

— nigricans Egg. 
Meigenia bisignata Mg. 

— jfatttifa Fll. 
Exorista vulgaris Fll. 

— excisa Fll. 
Nemorea pellucida Mg. 

— vivida Ztt. 

— erythrura Mg. 
Gonia fasciata Mg. 

— lateralis Zllr. 

— flaviceps Ztt. 
Germaria rufieeps Fll. 
Plagia ruralis Fll. 
Zophomyia temula Scop. 
Oliriera lateralis F. 



(iyin nni lim tu r iridis KU. 
MicropnlpiK pirtns Mg. 
f 'yphocent ntfienrnis Mo| 
Kchinomyia tcssclluta K. 

— /'cm 1j. 

— nmipticorms Ztt. 

( h i/ptent iwterrvpta Mg. 

— ])ili})<s TiW. 
— ■ brassicari<( F. 

— scalaris L\v. 

f 'isfogaster globosus F. 
Gymiiostnu« rot 11 iidata L. 
Xysta cana Mg. 
Phasia anali.s F. 

— crassipemvis F. 
Hyalomyiä amrukms Mg. 

— nnacaria, Fll. 

— cinerea F. 

— umbripennis Mg. 

— semicinerea Mg. 
Onesia sepulcralis Mg. 

— floralis R. Dew. 

— cognata Mg. 
Cynomyia mortuorum L. 
Sarcophaga haematodes 

Mg. 

— atropos Mg. 

— striata F. 

— carnaria L. 

— albiceps Mg. 

— haemorrhoidalisMg. j 

— haemorrhoa Mg. 

— dissimilis Mg. 

— offuscata Mg. 

— lineata Fll. 
Sarcopliila latifrons Fll. 
Myospila meditabunda F. 
Cyrtoneura simplex Lw. 

— hortorum Wied. 

— stabulans Fll. 

— caesia Mg. 
assimilis Fll. 

j Pyrellia cadaverina L. 

— Serena Mg. I 



DotypAotti rtieolot Mir. 
i.m dui reffitta M'. r 

— cacsar L. 

— rufieeps Mg. 

— srriratn Ml;. 

— Carini i ml Fll. 

— sylvarum ATg. 

— spinnt diu Mg. 

— azurca Fll. 
M iisrn dotnestica L. 

— connna F. 

— vilripnnn\ Mg. 

— tempestiva Fll. 
Pollcnia rudis F. 

— vespillo Mg. 

— vorfa Mg. 

( 'aüipTiora erutliroce)<h<da 
Mg. 

— violacea Mg. 

( rraphomyiä maculata 
Scop. 

Mesembrina meridiana L. 

— mystacea L. 
Stomoxys calcitrans L. 

— Stimulans Mg. 
Aricia lucorum Fll. 

— marmorata Ztt. 

— albolineata. Fll. 

— incana Wied. 

— signata Mg. 

— errans Mg. 

— popidi Mg. 

— einet a Ztt. 

— vespertina Fll. 

— urbana Mg. 

— angelicae Scop. 

— impuneta Fll. 

— diaphana Wied. 
Spilogaster duplicata Mg. 

— iditjinosa Fll. 
Lasiops se m icinere us 

Wied. 
Hydrotaea eiliata F. 

— dentipes F. 



32 



Dr. Adalbert Grzegorzek. 



Hyärotaea meteorica L. 

— sylvicola Lw. 

— dentimana Mg. 

— irritans Fll. 
Ophyra leucostoma Wied. 
Limnophoratriangula?ü\\. 

— not ata Fll. 
Coenosia tigrina F. 

— pictipennis Lw. 

— mollicula Fll. 

— tricolor Ztt. 

— geniculata F1L 

— sexnotata Mg. 

— dlbicomis Mg. 

— intermedia Fll. 

— nigrimana Mg. 

— meditata Fll. 
— ■ ?;emct F. 

— decipiens Mg. 

— perpusilla Mg. 
Chelisia monilis Mg. 
Schoenomyza UtorellaYW. 
Lispe tentaculata Deg. 

Cleigastra punctipes Mg. 

— flavipes Mg. 
Norellia spinimana Mg. 
Cordylura albilabris F. 

— albipes Fll. 
Scatophaga scybalaria L. 

— spurca Mg. 

— lutaria F. 

— inquinata Mg. 

— stercoraria L. 

— litorea Fll. 

— squalida Mg. 
Scoliocentra cdlcanea Lw. 
Blepharoptera spectabilis 

Lw. 

— caesia Mg. 

— modesta Mg. 
— - serrata L. 

— ruficornis Mg. 



Lispe consanguinea Lw. 

— flavicincta Lw. 

— simplicissima Lw. 
Homalomyia Serena Fll. 

— canicidaris L. 

— Scolaris F. 

— manicata Mg. 

— lepida Wied. 

— ineisurata Ztt. 

— genitalis Lw. 
Azelia triquetra Fll. 

— Zetter stedti Rond. 

— ciliata Hai. 
Eriphia sylvestris Fll. 
Tlylemyia grisea Fll. 

— variata Fll. 

— paraUeliventris7At. 

— coarctata Fll. 

— strigosa F. 

— nigrimana Mg. 

— conica Wied. 
— ■ linogrisea Mg. 

— pyraepotens Wied. 

Muscidae acalypterae. 

Blepharoptera variabilis 
Lw. 

— pusilla Lw. 

— ruficauda Ztt. 
Tephroclilamys rufivent) -is 

Mg. 

Ileteromyza oculata Fll. 
Eccoptomera longisetaMg. 
Allophyla atricomis Mg. 
Helomyza inornata Lw. 

— nemorum Mg. 

— /7<mt Mg. 

— affinis Mg. 

— laevifrons Lw. 

— pilimana Lw. 

— Zetterstedti Lw. 

— otens Mg. 
Dryomyza flaveola F. 

— Zawadzhii Schum. 



Hylemyia longula Mg. 
Anthomyia trichodactyla 
Rond. 

— histricina ? 

— sepia Mg. 

— flavipes Mg. 

— rufipes Fll. 

— silacea Mg. 

— Wintliemi Mg. 

— p>luvialis Mg. 

— pratensis Mg. 

— albicincta Fll. 

— praticola Pz. 

— radicum L. 

— älbula Fll. 
Pegomyia mitis Mg. 

— folgern Mg. 

— hyoscyami R. Dew. 

— bicolor Wied. 

— e,r^/.9 Mg. 
Myopina rcflexa R. Dew. 

— riparia Fll. 



Neuroctena anilis Fll. 
Sepedon Haeffneri Fll. 
Elgiva dorsalis F. 

— cucidaria L. 
Tetanocera elata F. 

— laevifrons Lw. 

— sylvatica Mg. 

— unicolor Lw. 

— ferruginea Fll. 

— punctata F. 

— reticulata F. 

— hieracii F. 

— coryleti Scop. 
Limnia unguicornis Scop. 
Pelidnoptera nigripennis 

F. 

Sciomyza brevipe nnis Ztt. 

— nigrimana Mg. 

— albocostata Fll. 



l'oltorsirht iliM l«is j. t/.l in 



ilor Bandeior (tagend Wet»! UalisiotiM K""i"nm«lt«n 1 >i [il««rt<ti 



Sciomyzu grisrola Fll. 

— annulipes Ztt. 

— wom Fll. 

— rcntnilis Fll. 

— nusutu Ztt. 

— pusillu Ztt. 
Autiv/utcta vittata Hai. 

— viuerella Fll. 

( '/< >ihIh< i>( c((>ntlis Staeg. 
i'.s//« fimeturiu L. 

— /•<//<< Mg. 

— bi volar Mg. 

— jwctorulis Mg. 

— wo/'/o Ztt. 

— gracilis Mg. 

— /-o.srtc F. 
Loxocera fulviventris Mg. 

— ulbiseta Schrie. 
Tunypczu longimunu Fll. 
ü / icro f>ÄM eoi r ig ioia 
Culobata trivialis Lw. 
Platyxtoma bisetu Lw. 
77* r'yoph ila frondescen- 

tiue L. 
Jlyodinu ribrans L. 
Aciura rotundicentrisNg. 
Acidia cognata Wied. 
Spilographa artemisiae F. 

— alternata Fll. 
Trypeta onotrophes Lw. 

— aretu Deg. 

— florescentiae Mg. 
Lw. 

Urophora stylata F. 

— quadrifasciata Mg. 

— aprica Fll. 
Ensina sonchi L. 
Sphenellu murginata Fll. 
Urellia eluta Mg. 

— Stelluta Fuessli. 
Tephritis rurulis Lw. 

— vespertina Lw. 

— leontodontis Deg. 

— simplex Lw. 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abh. 



Oxyna proboscidea Lw. 

— parivtina F. Mg. 

— elougutulu Lw. 

( ) ryphoni iiiilnii iii Schrk. 
( 'arphotrichu guttuluris 
Mg. 

— piipithitu Fll. 

Lonchctea vaginalis Fll. 
Pullopteru u statuta Fll. 

— umbell ata mm F. 

— Mx/ff Mg. Gnj. 

— pnrnllelu Lw. 

— renustn Lw. 
Saprom y zu longipcunis F. 

— fäsciata Fll. 

— - multipunctuta Fll. 

— sexpunctata Mg. 

— unisoductylu Lw. 

— apicalis Lw. 

— decipiens Lw. 

— roridn Fll. 

— praeusta Fll. 

— int erstinet a Fll. 

— biumbrata Lw. 

— diflbrmis Lw. 
Luiixania cylindricornis 

F. 

— araea Fll. 

— frontalis Lw. 
Pachycerina seticornisFD . 
Bulioptera tripunctutuYW . 
Opom yza germ inationisL. 

— forum F. 

— ulbimana Mg. 

— marginella Mg. 
Uheiigaster putris L. 
TJiemira minor Hai. 
Nemopoda cylindrica F. 

— ■ stercorariaE. Desv. 

— varipes Mg. 
Henicopus annulipes Mg. 
Sepsis punctum F. 

— violacea Mg. 

— cynipjsea L. 



Sepsis flurimuttu Mg 
Saltella rhu ro) hylli 

Schrk. 
Scyphella (Iura L. 
Mycrhtuliis bipunetatut 

Fll. 

PiophÜa casci L. 

— ]ietusionis L. Duf. 

Noti philo nigricörnis 
Stenh. 

— guttirentris Stenh. 

— muculatu Stenh. 

— venusta Lw. 

— riparia Mg. 

— uustrulis Lw. 

— cinerea Fll. 

— dorsatu Stenh. 

— annulipes Stenh. 
Trimcrina nigella Mg. 
Psilopa apicalis Penis. 

— nitidula Fll. 

— _poZ#a Mcq. 
Clusiopa obscurella Fll. 

— cinerellu Stenh. 

— calceuta Mg. 

— pidicaria Hai. 
Athyroglossa glabra Mg. 
Mosiüus subsidtans F. 
Hecamede lateralis Lw. 

— ■ glaucella Stenh. 

— costata Lw. 
Hydrellia latieeps Stenh. 

— griseola Fll. 

— modesta Lw. 

— rununcidi Hai. 
Philigria flavipes Fll. 
Hyudina scutellata Hall. 
Parydra piisilla Mg. 

— fossarum Hai. 

— quadripunetata 
Mg. 

— aquilu Fll. 

— coaretata Fll. 

— litoralis Mg. 

5 



Ilythea spüota Curtis. | 
Scatella Stenhammari Ztt. 
Geomyza obscurclla Fll. 
Diastata nigricornis Lw. 

— punctum Mg. 

— unipunctata Ztt. 
Diplocentra PemsnSchin. 
Gitona distigma Mg. 
Drosophila transversa Fll. 

— phalerata Mg. 

— öbscura Fll. 

— melanogaster Mg. 

— fenestrarum Fll. 
■ — ■ funebris F- 

Camilla glabra Fll. 
Scaptomyza flaveola Mg. 

— graminum Fll. 

— griseola Ztt. 
Meromyza pratorum Mg. 

— ■ saltatrix L. 

— variegata Mg. 

— laeta Mg. 
Centor myopinus Lw. 

— cereris Fll. 

— nudipes Lw. 
Diplotoxa messoria Fll. 

— inconstans Lw. 

— ■ approximatonervis 
' Ztt. 

Clüorops taeniopus Mg. 

— didima Ztt. 

— speciosa Mg. 

— minuta Lw. 
Clüoropisca glabra Mg. 

— ornata Mg. 

— nf/a Mcq. 
Crassiseta cornuta Fll. 
Siphonella pumilionis 

Bjerk. 

Chalarus spurius Fll. 

— holosericeus Mg. 
Pipunculus sylvaticus Mg- 



Dr. Adalbert Grzegorzek. 

Siphonella flavella Ztt. 

— Perris. 

— sulcella Ztt. 

— lineella Fll. 

— ncma Ztt. 
Gaurax plumigerus Mg. 
Oscinis albiseta Mg. 

— frit L. 

— laevigata Fll. 

— albipalpis Mg. 

— nigrita Mg. 

— atricilla Ztt. 
Besmometopa M. nigrum 

Ztt. 

— ilf. atrum Mg. 
Madiza glabra Fll. 
Phyllomyza securicornis 

Fll. 

Agromyza imsilla Mg. 

— capitata Ztt. 

— geniculata Fll. 

— reptans Fll. 

— carbonaria Ztt. 

— fflewm Mg. 

— cunctans Mg. 

— morionella Ztt. 

— luctuosa Mg. 

— exigua Mg. 
Ceratomyza denticornis 

Pz. 

— acuticomis Mg. 

— femoralis Mg. 
Phytomyza lateralis Fll. 

— /7am Fll. 

— obscurella Fll. 

— flavicornis Fll. 

— flavoscutellata Fll. 

— Zetterstedti Schin. 

— geniculata Mcq. 

Pipuncnlidae. 

Pipunculus nigritulus Ztt. 

— campestris Ltr. 

— rufipes Mg. 



Phytomyza afßnis Mg. 

— nigricornis 
Mcq. 

— decipiens Lw. 

— terminalis Mg. 

— varipes Mcq. 
Leucopis griseola Fll. 
Ochtiphila elegans Pz. 

— polystigma Mg. 

— juncorum Fll. 

— aridella Fll. 

— fasciata Lw. 
Liomyza laevigata 
Astia amoena Mg. 

— elegantula Ztt. 
Sphaerocera subsultansF. 

— pusilla Fll. 
Borborus genicidatus Mcq. 

— -mV/er Mg. 

— nitidus Mg. 

— equinus Fll. 

— vitripennis Mg. 
Limosina fontinalis Fll. 

— limosa Fll. 

— lutosa Steph. 

— ochripes Mg. 
Cällomyia amoena Mg. 

— Fallenii Mg. 

— leptiformis Fll. 

— Hoffmannseggii 
Mg. 

— elegans Mg. 

— humer alis Lw. 
Platypeza boletina Fll. 

— fasciata F. 

— airafa Fll. 

— modesta Ztt. 

— pie£a Mg. 



Pipunculus ruralis Mg. 

— pratorum Fll. 

— ater Mg. 



tVItoiwht -lor bin ji>tit in der Sandeier (Jorhih! VVoKt-(luluionH K«».iiiim<iltnn hi|t(«r<*n. 



Cotioptdae. 

l)(ihntuii(( fUweseena Mir. Myopa pölystigma Etond. Zo&ion einen um \\ 

Myopu huccutn L, Sicus ferrugineus L, Conopn quudri/mc intus 

— tcstttccn L. Oncomt/ia ättd F. i >.•>_••. 

Conops flacifrous Mg. Phtf906$phtÜa nifi/ms F. 





s> (*pnida6< 






(. firifSotO.VUlll t utci'IHC- 


hnstalts JliüOTWn Egg. 


Melanostoma amoigua VW. 


II ( ff //( A'li;« 


pertinax »Scop. 




meUma U 


U IL t HL t tl llt Li, 


Ht'UlOFH III L. Mg. 




gracilis Mg. 


ff>%>f M'W II) 1 

/tot IC (C//C .1 j . 


aljHHUS Pz. 


Syrphus pyrastri L. 


)•/» )• li/l//» 1 ,w 

c c i ittti t ij \\ . 


liort icola l)cg. 


— 


seleniticus Mg. 


r^/l vti it u /i/ii/i/i'o l<Ml 

-t itintftis iiviMis p Ii. 


Sd'lCOlH 1) nl Iii J) flu IUI L. 




macularis Ztt. 


Mut 1 1 (/TM X 1 11. 


\ oluccllu boiribylcPHS L. 


— 


lunulatus Mg. 


ripi~tuu iiicits r. 


— pelluccns L. 


— 


tricinetus Fll. 


llUHtlMltl JU.CU. 


— 1 ZOHUi'lU Podüi. 


— 


albostriatus Fll. 


1)1 / />)//// / >.|)i)/f/^i/ 7/7 /"// i-^'/ 
-f < JJl~t.l UNUU / ( II Hit II III Hl L L. 


n tu ii is L . 




co nf usus Egg. 


/»o/i'm Af(T 

/ tot t t (t ULK. 


RJuugia rostrata L. 


— 


topiarius Mg. 


— lugubris F. 


— campestris Mg. 




corollae F. 


— austriaca Mg. 


— austriaca Mg. 




luniger Mg. 


aiui yoeuiu ivig. 


Chcilosia oestracca L. 




grossulariae Mg. 


/>>'>/ 0/ 1/17/ o/ /? 1' 111/»////// 111/ oTP 

i r*/ tfotjyiM>ii(7i ntt laiitmisE . 


— barbat u Lw. 




diaphanus Ztt. 


i*i//i////i/o T 

c t(( « tt t <(o i_i. 


— vuriabilis Pz. 




nitidicollis Mg. 


— Macquart i Lw. 


— personata Lw. 




ribesii L. 


— coemeteriorum L. 


— gagatea Lw. 




vitrip)ennis Mg. 


— basal is Lw. 


— rhyiiclwps Egg. 




auricollis Mg. 


\J 1 HlU HZ II 1 LI HOUtllS r 11. 


— sparsa Lw. 




umbellatarum F. 


br€vicov)iis Lw. 


60) Ol ZjLL. 




triangulifer Ztt. 


tOiJllHtl JJIJJILHS J_i. 


— !>ttviciiitii(i r ii. 




balteatus Deg. 


Xylota segnis L. 


— cynocepliala Lw. 




lineola Ztt. 


— lenta Mg. 


— proxima Ztt. 




vittiger Ztt. 


— ignava Pz. 


— canicularis Pz. 




cinctellus Ztt. 


— femorata L. 


— modesta Egg. 


Pelecocera scaevoides Fll. 


— abiens Mg. 


— vernalis Fll. 


Melithreptus strigatus 


— sylvarum L. 


— praecox Ztt. 




Staeg. 


Helophilus floreus L. 


Spatigaster dispar Lw. 




scriptus L. 


— w^ro/Jarsa^^sSchn. 


Pyrophaena rosarum F. 




dispar Lw. 


— trivittatus F. 


Plat ychirus manicatitsMg. 




pictus Mg. 


— pendulus L. 


— albimanus F. 




menthastri L. 


— versicolor F. 


— peltatus Mg. 




nitidicollis Staeg. 


Eristalis aeneus Scop. 


— scutatus Mg. 




taeniatus Mg. 


— tenax L. 


— podograius Ztt. 




hieroglyphicus Mg. 


— intricarius L. 


Melanostoma dubia Ztt. 


Xun 


'hogramma citrofas- 


— arbustorum L. 


— barbifroas Fll. 




ciata De st. 
5* 



36 Dr.A.Grzegorzek. Uebers. der bis jetzt in der Sandezer Gegend West-Galiziens gesamm. Dipteren. 



Xanthogramma ornata 
Mg. 

Ascia lanceolata Mg. 



Conicera atra Mg. 
Trineura aterrima F. 

— stictica Mg. 
Phora flava Fll. 

— lutea Mg. 

— bicolor Mg. 

— aptina Schin. 



Ascia podagrica F. 

— floralis Mg. 
Sphegina clunipes Fll. 

Plioridae. 

Phora rufipes F. 

— heracleellae Boucli. 

— pulicaria Fll. 

— abdominalis Fll. 

— ciliata Ztt. 

— Giraudii Egg. 

— crassicomis Mg. 

Hippoboscidae. 



Baccha elongata F. 
— obscuripennis Mg. 



Phora sordidipenisL. Duf. 

— funebris Mg. 

— incrassata Mg. 
— • femorata Mg. 

— a^'Zi's Mg. 

— wi#ra Mg. 

Gy mnophora arcuata Mg. 



Ornithomyia avicularia L. 



Hippobosca equina L. 



Beitrag 

zur Naturgeschichte von Etvinolpw vitis F. 

Von 

Dr. Geyza v. Horväth, 

(Hiezu Tafel 1.) 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 4. December 1872.) 

Mitte Juli dieses Jahres erhielt die ungarische Landwirthschaftsgesellschaft 
in Pest von Herrn Rudolf Pantocsek, Apotheker in Tyrnau, einige Kebstücke einge- 
sendet, an deren Blättern und Wurzeln auffallende Iiisektenschäden bemerkbar 
waren. Dieser Sendung waren auch mehrere Insektenlarven beigeschlossen, welche 
angeblich an den beschädigten Wurzeln gefunden wurden, und welche der Ein- 
sender schon im Frühjahre, als ihm die Kränklichkeit seiner Rebstöcke zuerst 
aufgefallen, in seinem Weingarten beobachtet haben wollte. 

Da jedoch die eingesendeten Gegenstände in solchem Zustande anlangten, 
dass es unmöglich war, die Art der eingetrockneten Larven mit Sicherheit zu 
ermitteln, — wurden von Seite des Vorstandes der ungarischen Landwirthschafts- 
gesellschaft der Director der Ofner Weinbauschule, Herr Dr. Franz Entz, und 
Schreiber dieser Zeilen zum Zwecke einer sachgemässen Untersuchung an Ort 
und Stelle entsendet. 

Am 19. Juli langten wir in Tyrnau an und fuhren sogleich in nordwest- 
licher Richtung nach dein l / 2 Meile entfernten Weinberge Szuha, dem Schauplatz 
des Insektenschadens. Die Verwüstungen waren glücklicherweise auf ein verhält- 
nissmässig kleines Terrain beschränkt und fast ausschliesslich nur im Weingarten 
des Herrn Pantocsek, besonders in dessen höher gelegenen Theilen, zu constatiren. 

Hier waren die Rebstöcke in 20—30 Quadratklafter grossen Flecken 
angegriffen und zeigten daselbst ein krankhaftes kümmerliches Aussehen. Die 
Mehrzahl der kranken Rebstöcke trug zwar noch verhältnissmässig so ziemlich 
erträgliche Trauben; die Triebe waren aber im Wachsthura sehr zurückgeblieben. 
Die Blätter waren klein, theilweise vertrocknet und zeigten in sehr ausgedehntem 



38 



Dr. Geyza v. Horväth. 



Masse den charakteristischen Frass des Weinstockfallkäfers (Eumolpus vitis F.) , 
nämlich streifenweise Abschabung und Durchlöcherung. Obwohl der Frass meist 
älteren Datums und somit der eigentliche Zeitpunkt des Vorkommens der Käfer 
schon vorbei war, gelang es mir doch, mit dem Streifsack binnen kurzer Zeit 
ziemlich viele Exemplare einzufangen. An einzelnen Rebstöcken konnte man auch 
ganz frisch entwickelte junge Blätter bemerken. 

Die Untersuchung der Wurzeln ergab die Anwesenheit einer mehr oder 
minder beträchtlichen Anzahl weisslicher Käferlarven, welche in die Rinde der 
Wurzeln Rinnen gefressen hatten und sich in diesen Rinnen halbversteckt 
aufhielten. Welchem Insekt mögen wohl die Larven angehören? Ich vermuthete 
sogleich, dass es die Larven von dem die Blätter beschädigenden Eumolpus 
wären; und wurde in diesem noch bestärkt, als ich wahrnahm, dass je mehr 
Insektenfrass ein Rebstock an seinen Blättern zeigte, desto mehr Larven an 
dessen Wurzeln zu finden waren. 

Meine Vermuthung, dass wir es hier mit den Larven von Eumolpus zu 
tlmn haben, wurde im Verfolge auch bestätigt. Wir nahmen nämlich ein Taar 
stärker beschädigte Rebstöcke sammt Erde zur weiteren Beobachtung nach Ofen 
mit. Aus diesen Rebstöcken entwickelte sich nun binnen drei Wochen, also etwa 
gegen Mitte Augast, eine grosse Anzahl der erwähnten Käferart. Es unterliegt 
somit keinem Zweifel, dass in den Tyrnauer Weingärten die Larven von 
Eumolpus vitis als Verwüster des Weinstockes aufgetreten sind. 

Diese Larven, sowie die Entwickelungsgeschichte von Eumolpus vitis 
scheinen bis jetzt merkwürdigerweise unbekannt geblieben zu sein. V. Audouin 
sagt zwar von ihm in seiner Histoire des Insects nuisibles ä la Vigne. 1842. 
p. 313: „Sa larve, que malheureusement je n'ai pas pu observer par moi-meme 
vit aux depens des racines de la Vigne ; eile s'attache au point que Ton nomme 
le collet, et mange les jeunes radicelles." Aber diess ist auch das Einzige, was 
über die Larvenzustände unseres Käfers bisher in Erfahrung gebracht werden 
konnte. Alle übrigen Autoren, welche den Käfer besprechen, erwähnen nichts 
weiter über seine früheren Stände. Diess muss uns um so mehr befremden, da 
doch der vollkommene Käfer besonders in Südfrankreich schon öfters in schädlicher 
Menge aufgetreten ist. Es mag diess seine Erklärung wohl darin finden, dass 
man überall dort, wo man kränkliche Rebstöcke und auf denselben Eumolpus 
fand, sich einfach damit begnügte, die Ursache des Siechthums der Rebstöcke 
auf den Käfer allein zu schieben, und die Untersuchung der Wurzeln natürlich 
unterliess. In vielen, vielleicht in allen solchen Fällen hätte man die eigentlichen 
Verderber an den Wurzeln angetroffen; denn ich kann es nicht glauben, dass 



r.nti.i z im KAlorgMohiohti wa ftHwof p m rtfi i 



das blosse Anfressen der Mütter einen gar so merklichen Kinfluss auf das Gedeihen 
der ganzen Pflanze ausüben und sie zu (irunde riehton könnte. Dass aber dl 
Auftreten von Larven an den Wurzeln hie/.u vollkommen ausreiehen kann, erwei ' 
die Untersuchung eines angegritl'enen Kebstockes zur Genüge. Man Lehl da 
nämlich an Wurzelüsten meist von 2 (>•»»». Durchmesser diu Kinde theila in 
Form von Kinnen, theils gänzlich abgefressen. In Folge dessen sterben dann 
die angegriffenen Wurzelüste ab und gehen schliesslich in Füulniss Elber. 

Die Larven nähern sich in ihrem äusseren Baue, der systematischen 
Stellung der Käfer entsprechend, zumeist den Cryptnceplwhts- und C/i/i/im- 
Larven; nur fehlt bei ihnen der diese zwei Gruppen charakterisirende Sack. Sie 
sind ausgewachsen circa 8" im - lang und 2V 2 ram - breit, weiss, mit einzelnen gelb- 
lichen Härchen besetzt und bestehen mit Einschluss des Kopfes aus 13 Ringen. 
Der Kopf ist gelb, flach gewölbt, schwach verworren, runzelig; die Oberseite 
des ersten Brustringes von derselben Farbe, an den Seiten und am Hinterrande 
mehr oder weniger weiss. Die hellen Beine tragen eine einfache, wenig gebogene, 
dunkel gefärbte Kralle und sind besonders an der Innenseite mit ziemlich starken 
borstenartigen Haaren besetzt. — Augen fehlen und ihre Stelle nimmt an 
den Kopfseiten hinter den Fühlern je ein heller Querfleck ein. Die hellen 
Fühler sind kurz, kegelförmig, zweispitzig. Die zwei Basalglieder dick, 
cylindrisch; auf dem zweiten sitzt ein einfaches, schmales, cylindrisches Endglied 
und ein etwas kürzeres, kegelförmiges, zweigliedriges Endstück auf. Die bräunliche 
Oberlippe ist halbrund und von einzelnen borstigen Haaren überragt; zwischen 
ihr und dem Vorderrande des Kopfes ist ein ziemlich breiter, ebenso gefärbter 
Clypeus eingefügt. Die Oberkiefer sind pechbraun, aussen an der Spitze schwach 
eingekerbt, am Innenrande schwach ausgebuchtet und mit mehreren fast un- 
merklichen und unregelmässigen Kerbzähnchen besetzt. Die Unterkiefer einfach, 
länglich, hornig, innen an der Spitze mit ziemlich starken Borsten bewehrt. 
Die Kiefertaster sind viergliederig; die zwei ersten Glieder dick, breiter als 
lang, gleichlang; das dritte Glied so lang als breit; das stumpf spindelförmige 
Endglied so lang als das dritte. Am Ende des wulstigen Kinnes und der Unter- 
lippe sitzen die aus je einem cylindrischen Gliede bestehenden Lippentaster auf, 
welche so lang als das letzte Glied der Kiefertaster sind und an ihrer Spitze 
ein starkes Borstenhaar tragen. 

Dass diese Larven überwintern, erhellt aus dem Umstände, dass ich noch 
um Mitte November von Herrn Pantocsek eine grössere Sendung frisch ausge- 
grabener Larven erhielt, mit dem Bemerken, dass sich dieselben in seinem 
Weingarten seit Sommer eher vermehrt, als vermindert haben. 



40 



Dr. Geyza v. Horväth. Beitrag zur Naturgeschichte von Eurnolpus vitis F. 



Die näheren Details über die Entwicklungsgeschichte dieses Rebenfeindes 
bleiben weiteren Beobachtungen vorbehalten. So viel ist aber auch schon aus 
dem bisher Bekannten ersichtlich, dass zu seiner erfolgreichen Bekämpfung das 
Einsammeln der vollkommen entwickelten Thiere allein nicht ganz ausreichen 
kann. Es muss auch gegen die Larven losgezogen werden. Das Umgraben der 
Erde im Spätherbst wäre ein ganz rationelles Verfahren, um die an den Reben - 
wurzeln überwinternden Larven möglichst an die Oberfläche zu schaffen und sie 
dort den Witterungseinflüssen preiszugeben. 

Erklärung* der Abbildungen. 

Alle Figuren vergrössert. 

Fig. 1. Larve. 

Fig. 2. Kopf derselben von oben. 

Fig. 3. Unterlippe und Unterkiefer (a), letzterer stärker vergrössert. 
Fig. 4. Oberlippe mit Clypeus. 
Fig. 5. Oberkiefer. 



Beiträge zur Flora von Nieder-Oesterreich. 

Von 

Dr. A. Ritter vou Benss fll. 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 5. Februar 1873.) 

In den Jahren 1871 und 1872 habe ich eine grössere Anzahl botanischer 
Exeursionen unternommen und dabei manches aufgefunden, das mir der Erwähnung 
u erth scheint. Als Ziel meiner Ausflüge wählte ich nicht die gewöhnlich besuchten 
Orte, deren Flora bereits hinlänglich bekannt ist, sondern weniger frequentirte 
Gegenden, die freilich weniger landschaftliche Reize bieten und nicht für Vergnü- 
gungszügler geeignet sind, dem Botaniker dagegen ein um so grösseres Interesse 
gewähren. Ich befand mich meistenteils in Gesellschaft der Herren Dr. H. Dingler * 
aus Zweibrücken, Dr. E. v. Halacsy, Med. Cand. Latschenberger und meines 
Bruders Wilhelm Med. Cand., im letzten Jahre auch in der des Herrn Dr. Eichborn 
aus Landau. 

I. Die Umgebung von Laa an der Thaya. 

Durch die Eröffnung der Staatsbahnstrecke Wien-Brünn ist der Besuch 
dieser Gegend für den Wiener sehr leicht gemacht. Verlässt man Wien am 
Samstag Abends, kann man Sonntag Nachts bequem wieder zurückgekehrt sein. 
Ich machte in dieser Weise zwei Ausflüge : am 9. Juli 1871 mit den Herren Dingler, 
Latschenberger und meinem Bruder, und am 30. Juli desselben Jahres mit 
Herrn Berroyer. 

Von Laa zieht sich eine Strasse in der Richtung der Pulka westwärts 
gegen Seefeld und Haugsdorf hin. Man gelangt zuerst an Hanifthal vorüber 
nach Wülzeshofen und findet schon auf dieser Strecke in den Strassengräben 
und an den Feldrändern eine höchst ausgeprägte saline Flora, die sich noch 
mehr entwickelt, wenn man dem nächstfolgenden Orte Zwingendorf sich zuwendet. 
Ausgedehnte Strecken wüsten, unfruchtbaren Bodens, an vielen Stellen mit einer 
dichten Lage ausgeblühten Salzes bedeckt, finden sich besonders in den Ver- 
tiefungen des im ganzen ebenen, nur leicht welligen Terrains. Von da an nimmt 
die Salzflora wieder ab, die Strasse läuft an grossen Teichen vorüber nach Kadolz 
und Seefeld, dem Endpunkte meiner Exeursionen. 

Nirgends in Nieder-Oesterreich ist die Salzflora so ausgezeichnt entwickelt, 
wie in dieser Gegend — analog dem Ufer des Neusiedler Sees — obwohl 
Halophyten ziemlich verbreitet vorkommen, besonders an vielen Stellen des 

Z. B. Ges. ß. XXIII. Abb.. 6 



42 



Dr. A. Ritter v. Reusa fil. 



Marchfeldes, aber raeist vereinzelt, verschieden von dem Auftreten derselben 
z. B. in Böhmen, wo sie sich vorwaltend an die zahlreichen Mineralquellen 
halten; so bei Saidschitz und Sedlitz, bei Püllna, bei Bilin, Franzensbad, an der 
Eger bei Choteschau und Slatina u. s. w. 

Wie in Böhmen und Mähren ist es auch in [Niederösterreich nicht Chlor- 
natrium, welches diese Flora bedingt. Wir besitzen die Analyse eines Bitter- 
wasserbrunnens, der südlich von Laa an der Strasse nach Staatz gelegen ist,*) 
er enthält in reichlicher Menge schwefelsaure Magnesia, schwefelsaures Natron, 
weniger schwefelsaures Kali. Ich habe diesen Brunnen, von dessen Existenz ich 
erst später Kenntniss erhielt, nicht besucht. Auch eine von meinem Bruder 
ausgeführte Analyse des ausgeblühten Salzes von einer Stelle bei Zwingendorf 
weist in grosser Menge schwefelsaure Magnesia und schwefelsaures Natron nach. 
Ich führe nachstehend alles an, was ich in dieser Gegend gesammelt, und habe 
das, was ich von dort nicht aufgezeichnet finde, mit einem * bezeichnet. 
*Crypsis schoenoides Lara. An sterilen Stellen zwischen Wülzeshofen und Zwin- 
gendorf. 

*Carex hordeistichos Vill. In nassen Gräben zwischen Laa und Wülzeshofen häufig. 

— Pseudocyperus L. An Teichrändern bei Zwingendorf. 

*Juncus Gerardi Loisl. An der Strasse von Wülzeshofen nach Zwingendorf. 

* Ceratophyllum submersum L. In Strassengräben bei Wülzeshofen und den 

Teichen bei Zwingendorf. 
Atriplex nitens Schk. Bei Seefeld. 
* Che-nopodium ficifolium Sra. Bei Zwingendorf. 

Salicornia herbacea L. In den Gräben zwischen Hanifthal und Wülzeshofen. 
*Rumex Hydrolapathum And. Bei Seefeld. 

— maritimus a aureus Neilr. Bei Laa. 
Plantago maritima L. Gemein. 

* Aster Tripolium L. In einem ausgetrockneten Sumpfe zwischen Wülzeshofen 

und Zwingendorf. 

Cirsium brachycephalum Jur. An Strassengräben, namentlich aber in einem 
Röhricht rechts an der Strasse von Laa nach Wülzeshofen in sehr grosser 
Menge. 

*Scorzonera parviflora Jacq. Mit Aster Tripolium. 
*Chaiturus Marrubiastrum Reh. Bei Laa. 
Teucrium Scordium L. Bei Laa. 

*Veronica anagalloides Guss. An mehreren Stellen zwischen Laa und Wülzes- 
hofen. 

Glaux maritima L. Von Wülzeshofen bis über Zwingendorf hinaus, besonders 
auf freien Plätzen in den genannten Dörfern und an den Rändern der Strassen- 
gräben, stellenweise massenhaft. 



*) Holler, geologisch-paläontologische Skizze der Tertiärbildungen in der Umgebung von Laa an 
der Thaya in den Jahrbüchern d. k. k. geol. Reichsanst. XX. 1870, p. 117. 



Hi'itru^o zur Kloi.i von Niclcr i >««stfi n-ir Ii 



48 



*Scunolua Valerandi In einem halbvertrockneteu Graben zwisehen Wülzeshofen 
und Zwingendorf. 

Afiiim (jnirroltns L. Am westlichen Kunde des Ortes Zwingendorf; nicht häufig. 
*h'r}fsimum cheiranthoidcs L. Bei Seefeld. 

Lepidium latifoliuni L. An Zäunen um nordwestlichen Ende von Zwingendorf, 
aber höchst selten. 

* Senebicra Coronopus Poir, Au wüsten Stellen in Wülzeshofen; mit GFlaux. 
Spergtitoria marina * heterosporma Fenzl. Mit der folgenden zwischen Laa und 
Wülzeshofen; in feuchten Strassengräben. 
marina ß maryinata Fenzl. Bis Zwingendorf verbreitet. 
Althaea of'ficinalis L. Von Hanifthal bis Zwingendorf sehr gemein. 
Malra borcalis Wallm. Auf wüsten Plätzen in Laa. 
Mehtoius dentata Pers. Auf der ganzen Strecke gemein. 
Lotus tenttifolms Rchb. Von Hanifthal bis Zwingendorf gemein. 
Gaiega offidnaiis L. In den Auen der Teiche zwischen Zwingendorf und Kadolz. 
AstragaJm austriacus Jacq. Bei Zwingendorf. 

Der wichtigste Fund auf diesen Ausflügen waren jedoch zwei Charen. 

Die eine ist Chara crinita Wallr., die in Oesterreich bisher nur aus Ungarn 
und Siebenbürgen bekannt war, also für Nieder- Oesterreich und ganz Cisleithanien 
neu ist. Sie kömmt, jedoch nur in weiblichen Exemplaren, häufig in den Gräben 
an dem Fahrwege zwischen Wülzeshofen und Hanifthal vor, aber nur an einer 
kurzen Strecke, soweit ich in den Gräben noch Wasser fand; sie dürfte also, sobald 
die Gräben noch nicht ausgetrocknet sind, in noch grösserer Menge zu finden sein. 

Darunter nun befand sich in einzelnen Aestchen Chara connivens Salzm. 
bisher nur am Mittelmeere und bei Königsberg und Danzig beobachtet, also 
neu für die ganze Monarchie. Ich fand sie bei der ersten Excursion, konnte 
aber leider bei der zweiten nicht mehr davon finden, da die Gräben nun fast 
völlig ausgetrocknet waren; auch von der bei uns seltenen Ch. contraria A. Br. 
waren Stückchen eingemengt. Chara foetida A. Br. forma brevibracteata war 
ebenfalls dort vorhanden, so wie in einem Graben weiter gegen Zwingendorf 
eine f. longibracteata macrot eles. 

II. Aus dem Marchfelde. 

Zu den von Botanikern wenig besuchten Gegenden gehört auch das March- 
feld. Anfangs für eine botanische Wüste gehalten, stieg dasselbe namentlich durch 
die Entdeckungen des Pfarrers Matz in Angern in der Achtung der Botaniker, 
doch blieben vorwaltend Angern, beziehungsweise Magyarfalva und Baumgarten 
die Punkte, welche man jetzt besuchte, ohne sich um das übrige Marchufer zu 
bekümmern. Und es sind die genannten Orte, namentlich die ersteren, auch Typen 
für die Marchflora, aber sie sind keine Oasen und der grösste Theil der dort 
vorkommenden Seltenheiten scheint einen sehr weiten Verbreitungsbezirk zu 
besitzen. Das lehrten mich zwei Ausflüge, einer im Jahre 1871 nach Dürnkrut 
und von da über die March nach Gajar (Gayring), einer im Jahre 1872 nach 
Hohenau und dem auf der ungarischen Seite gelegenen Dorfe St. Johann. 

6* 



44 



Dr. A. Ritter v. Reuss fil. 



Die interessanteren Vorkommnisse finden sich theils in den ausgedehnten 
Auen der March und in den äusserst zahlreichen todten Armen derselben, theils 
auf dem Sandboden, welcher sich am linken Ufer ausbreitet, und theils cultivirt, 
theils als mageres Weideland, an manchen Stellen auch ungebunden als Flug- 
sand vorhanden ist. 

Ich gebe in Folgendem eine Uebersicht meiner Ausbeute mit Ausschluss 
der Ubiquisten. 

Setaria glauca P. d. B. Verbreitet. 

Crypsis alopecuroides Schrad. Bei St. Johann. 

Eragroctis pilosa P. d. B. Sandboden bei Gayring. 

Ällium acutangulum Schrad. Auffallend durch das massenhafte ihres Vorkommens, 

an manchen Stellen erscheinen dadurch Wiesen ganz rosenroth gefärbt. 
Stratiotes aloides L. Selten in Strassengräben zwischen Dürnkrut und Gayring. 
Iris spuria L. Ich sah Blätter dieser Pflanze auf Wiesen bei Hohenau. 
Najas minor All. In einem abgesperrten Arme der March zwischen Dürnkrut 

u. Gayring. Es ist leicht möglich, dass auch N. major All. dort zu finden ist. 

wie bei Magyarfalva, doch lässt sich ohne besondere Hilfsmittel nur sehr 

schwierig dort sammeln. 
Chenopodium rubrum L. Bei Hohenau. 

Kochia arenaria Roth. Sowohl bei Dürnkrut als Hohenau auf sandigen Stellen, 

häufig am letzeren Orte, doch immer auf der ungarischen Seite. 
Plantago arenaria WK. Gemein. 
Armeria vulgaris Willd. Bei Hohenau. 
Lactuca saligna L. Bei Hohenau. 
Heiichrysum arenarium DC. Bei Gayring. 
Jasione montana L. Bei Hohenau. 
Mentha Pulegium L. Gemein. 

Lycopus exaltatus L. fil. An der March bei Hohenau und an der Strasse zwischen 

Dürnkrut und Gayring. 
Nepeta nuda L. Im Gebüsch bei Gayring. 
Chaiturus Marrubiastram Rchb. Bei Dürnkrut und Gayring. 
Scutellaria hastifolia L. Marchauen bei Hohenau. 

Cuscuta lupuliformis Krock. Auf Gebüschen von Salixarten und Populus alba 
in den Auen am rechten Marchufer bei Hohenau. Dürfte sich, da sie auch 
bei Lundenburg (Neilreich, Fl. v. N.-Oest.) und Schlosshof vorkommt, wohl 
häufiger an der March finden lassen. 

Linaria genistaefolia Mill. Bei Hohenau. 

Veronica anagalloides Guss. Bei Gayring. 

Eryngium planum L. Häufig bei Dürnkrut; selten bei Hohenau. 

Bupleurum tenuissimum L. Auf trockenen Wiesen am linken Marchufer bei 

Dürnkrut und am rechten Ufer bei Hohenau. 
Cnidium venosum Koch. Marchauen bei Hohenau. 
Selinum carvifolia L. An gleichen Orten bei Dürnkrut und Hohenau. 
Clematis integrifolia L. Gemein. 



Roitr&ff* iui Horn von N it*<i<< 1 OrMn n<ii Ii 



46 



ScHt'hiera Coron<>i>t<s I'oir. An Wegen hei Dürnkrut. 
.\ I'Ikh k "Hm 1,. Marchsiimpfe bei Hohenau. 

Qypaopküa paniculata L. Aul" sandigen Keldrilnderu am linken Tier der Hart Ii 
bei Hohenau. 

Lythrum Ilyssopif'olia L. In vertrockneten Tümpeln im Dorfe (Jayar mit Veronim 
anagalloidvs. 
cirgatum L. Bei Dürnkrut selten. 
Ohara fragüü Desv. In Strassengräben zwischen Dürnkrut und G&yring. 

Zwei andere Excuisionen unternahm ich an die untere March in die 
tagend zwischen Marchegg, Neudorf, Schlosshof, auf die sandigen Hügel zwischen 
diesem Orte und Breitensee und in die Ebene zwischen Breitensee und Las><v. 

Als neue Standorte sind hier zu erwähnen: 
h'mgroatis ]>ih>*a P. d. B. und 

Traijus raeemOSUS Desf., sowie Köchin arenaria Roth, auf sandigen Hügeln bei 

Neudorf am linken Ufer der March; 
Cxtscuta lupuiiformis Krock. und 

Senecio pedudosus L. in den Auen am rechten Mavchufer bei Schlosshof. 

Die übrige Ausbeute diente nur zur Constatirung der bereits bekannten 
Fundorte z. B. Hcrniaria hirsutu, Vigitaria ciliar is, Plantago altissima u. s. w. 

Besonders interessant scheiut mir das wüste Terrain zwischen Lassee und 
Breitensee zu sein, eine Fläche mit entschiedenem Salzgehalt des Bodens und 
ziemlich ausgesprochener Salzflora. Das häufige Vorkommen von Plantago mari- 
tima L., Äster Tripolium, L., Taraxacum leptoeephalum Kch., Erytliraea lina- 
rifolia Pers. und Althaea officinalis L. (die im ausgetrockneten Bette des 
Stempfeibaches bei Lassee mit Teucrium Scordium massenhaft auftritt); sowie 
die Häufigkeit von Crypsis alopecuroides Schrad. und schoenoides Lam. bei 
Breitensee, lassen mit Sicherheit darauf schliessen. Eine chemische Analyse 
des Bodens dürfte immerhin von Interesse sein. 

Ausserdem wurden an Abhängen unweit des Bahnhofs Siebenbrunn-Lassee 
Taraxacum serotiniim Sadl. und Xeranthemum annimm L. gesammelt. 

III. Varia. 

In Folgendem gebe ich ein Verzeichniss von Pflanzen, die auf verschiedenen 
Excursionen in der Umgebung von Wien gesammelt wurden, und die von diesen 
Standorten weder in der Flora von Nieder-Oesterreich, noch in den zwei Nach- 
trägen von Neilreich oder nachher in den Schriften unserer Gesellschaft publicirt 
worden sind. 

Crypsis alopecuroides Schrad. Auf einem wüsten Platze bei Trautmannsdorf. 
Carex disticha Huds. Auf nassen Wiesen bei Ebergassing. 

— paradoxa Willd. Mit der vorigen. 

— omithopoda Willd. In den Donauauen bei Lang-Enzersdorf häufig. 

— hordeistichos Vill. An Wegen bei Vöslau und auf wüsten Plätzen nächst 
Laxenburg. 



46 



Dr. A. Ritter v. Reuss fil. 



Cladium Mariscus R. Br. Au sumpfigen Stellen des ehemaligen Badner Teiches 
bei Ebreichsdorf und in Gräben einer Sumpfwiese bei Kottingbrunn. 

Scirpus pauciflorus Lightf. In sumpfigen Gräben an der Eisenbahn zwischen 
Baden und Vöslau. 

Juncus sphaerocarpus N. v. E. In der grossen Grube an der Strasse von Gross- 
Enzersdorf zum Bahnhofe. 

Veratrum album L. Auf der Moschinger Wiese bei Neuwaldegg (Prof. Reuss.) 

Allium rotundum L. Auf Aeckern zwischen Baden und Vöslau. 

Muscari tenuiflorum Tsch. In den Remisen bei Kauchenwarth. 

Convdllaria latifolia Jacq. Im Goldwäldchen bei Ebergassing und im Parke von 
Unter- Waltersdorf. 

Gladiolus palustris Gaud. Auf Sumpfwiesen bei Ebreichsdorf. 

Iris sibirica L. Auf Wiesen an der Fischa bei Ebergassing. 

Potamogeton coloratus Horn. In Wiesengräben zwischen Ebergassing und Götzen- 
dorf. 

Kochia Scoparia Schrad. Auf Schutt am Gipfel des Leopoldsbergs. 

Thesium humile Vahl. Aufwiesen bei Goyss am Neusiedler- See und an Strassen- 

rändern nächst dem Bahnhofe Gross-Ensersdorf. 
Thesium ramosum Hayne. An grasigen Strassenrändern bei Neustift. 
Plantago altissima L. Auf Sumpfwiesen an der Fischa bei Ebergassing. 
Senecio nebrodensis L. Am Rosskopf bei Neuwaldegg. 
Cirsium palustri-rivulare und 

— oleraceo-rivulare sammelte ich mit Dr. Halacsy auf Wiesen bei Reichenau. 

— Erisithali-oleraceum am Eingange ins Steinbacher Thal. 

Taraxacum officinale z leptocephalum Reh. Auf Weiden bei Baum garten im 
Marchfelde. 

Galium retrorsum DC. (G. pedemontanum fl. Vind.) In den Remisen bei 
Rauchen warth. 

Asperula arvensis L. Auf einem Acker am Fusse des grossen Anninger oberhalb 

Gumpoldskirchen im J. 1870 häufig. 
Mentha aquatico-sylvestris Meyer. An Gräben südlich von Mödling. 
Salvia austriaca Jacq. Auf Wiesen auf dem Nussberge am Wege vom Kahlen- 

berge zum Nussdorfer Bockkeller selten; häufig dagegen auf grasigen Plätzen 

um die Kirche Maria-Brünnl bei Rauchenwarth. 
Phlomis tuberosa L. Auf einer Waldblösse im Schwadorfer Holze nicht selten. 
Teucrium Scordium L. An Gräben bei Kottingbrunn. 
Anchusa italica Retz. Auf wüsten Plätzen bei Unter- Waltersdorf. 
Myosotis versicolor Schlechtd. Auf der grossen Wiese rechts an der Fahrstrasse 

von Neuwaldegg auf das Hameau und auf Wiesen zwischen Neuwaldegg und 

Salmannsdorf (Prof. Reuss). 
Veronica anagalloides Guss. An Pfützen und sumpfigen Stellen bei Margarethen 

am Moos und bei Inzersdorf am Wiener Berge. 
Orobanche stigmatodes Wimm. Auf Centaurea Scabiosa am Räude einer kleinen 

Remise zwischen Ebreichsdorf und Ober- Waltersdorf. 



Beitragt) y.ur Flora \ >>n N i <<■ 1 ■ r - 1 • . • ^ t <« r r .» i h 



IT 



Orohmichf Sodbiosae Koch. Auf Carduus deflorufus in dem hintersten Tiieih- 
•los VVeichselthales bei Baden. 

— Pier Ulis Sollnitz. Auf einem Brachacker in der Hinterbrühl (Koväts), in 
Neil., Fl. von N.-Oest. Seit.iletn meines Wissens nicht wiedergefunden, [eh 
sammelte sie zwei Jahre hintereinander auf einem Acker am Fusse des Boodl 
kogels in der llinterbrühl an der Seite p'^ii das Scliloss Lichtenstein zu. Sie 
stand dort auf Picris hieracioides nicht, gelten.*) 

Aethusa cinxtpiiiidas M. 1?. In den Marehauen bei Baumgarten. 
Urlaya grandiflont Holftn. Auf den Abhängen des ( 'alvaiieuberges bei Giimpolds- 
kdrehen. 

Caucalis muricata Biseh. In Feldern am Kahlenberge. 
Arabis brassicaeformis Wallr. Im Wassorges prenge bei Giesshübel. 
Hesperts matronalis ß ruueinata Neilr. Auf einem Holzschlagc im Helenenthale 
bei Baden. 

h'ruv<istntni Pottichii Schimp u. Spenn. Sehr häufig auf Feldern zwischen 
Esslingen und Aspern. 

— obtusanguhon Rchb. Bei Ebreichsdorf an der Strasse nach Oberwaltersdorf in 
ungemein grosser Menge an den Strassenrändern, in Feldein, auf trockenen 
Wiesen und selbst an feuchten, schattigen Plätzen. 

Euclidiion si/riacum R. Br. Nächst dem Bahnhofe von Gross-Enzersdorf. 
LepUlium perfoliatum L. In einer Grube nächst dem Bahnhofe von Grammat- 

Neusiedel; am Bisamberge. 
JscUis tinetoria L. Auf Wiesen bei Ebreichsdorf. 
Senebiera Coronopus Poir. An Wegen bei Kottingbrunn. 

Reseda Phyteuma L. An der Eisenbahn zwischen Velm und Grammat-Neusiedel. 
Süene muUiflora Pers. Auf Wiesen an der Fischa bei Ebergassing. 
Myricaria germanica Desv. In Gräben einer Schanze zwischen Fioridsdorf und 
Kagran. 

Euphorbia nicaeensis All. Maria-Brünnl bei Rauchenwarth. 

— angulata Jacq. Im Goldwäldchen bei Ebergassing. 
Linum hirsutum L. Auf Wiesen bei Ebergassing. 

— flu cum L Auf Wiesen bei Ebreichsdorf. 

Lythrum Hyssopifolia L. Mit Juncus sphaerocarpus in der grossen Grube bei 
Gross-Enzersdorf. 

Rosa gallico-arvensis. Ein Strauch am Rande der zweiten Remise bei Rauchen- 
warth. 

Onon is Cölumnae All. An steinigen Abhängen des Pfaffstättner Kogels gegen 
die Einöd. 

Oxytropis pilosa De. Auf den felsigen Abhängen oberhalb Gumpoldskirchen. 
Astragalus sulcatus L. Bei den Glashütten nächst Moosbrunn. 
Lathyrus palustris L. Auf Sumpfwiesen an der Eisenbahn bei Ebergassing. 
Vicia pannonica Atz. In Feldern bei Guntramsdorf. 



Kitella syncarpa Thuill. Q Im Heustadler Wasser im Prater. Sept. 1871. 
Qiara rudis A. Br. Im Heustadler Wasser im Prater unweit des Rondeau's, für 
Nieder-Uesterreich neu. September 1871. 

— hispida A. Br. In den Materialgräben an der Bahn bei Mödling (gegen 
Guntramsdort), in dem Teiche bei Schafhofe unweit Baden. 

— f. longifolia In einem Tümpel an der Bahn bei Ebergassing. 

— /'. brevifolia. Sehr schön im tiefen klaren Wasser des Jesuitenbaches unweit 
der Jesuitenmühle beim Moosbrunn; in Wiesengräben bei Ebreichsdorf. 



*) Ich -will hier erwähnen, dass ich bei Mehadia im Banate Orobanche coerulea C. A. Meyer 
auf Pyrethrum macrophyllum sammelte, also auf einer bisher nicht bekannten Nährpflanze. 



48 



Dr. A. Ritter v. Reusa fil. Beiträge zur Flora von Nieder-Oesterreich. 



Chara (foetida) paragymnophylla A. Br. In der Schwechat an den Abflüssen der 
Badner Bäder August 1871. 

— foetida A. Br. Um Wien gemein. In einem Tümpel zwischen Brunn und 
Petersdorf; am kleinen Brückenliaufen bei Floridsdorf; in Tümpeln an der 
Eisenbahn bei Ebergassing und in Gräben unweit des Bahnhofes Grammat- 
Neusiedel; in der Hinterbrühl in einer Pfütze am Wege der vom Hundskogel 
nach Lichtenstein führt. Ferner folgende Formen: 

— eine noch paragymnophylle Jugendform, die vielleicht später zu gewöhnlicher 
Ch. foetida wird, in einem Tümpel auf einer Wiese unweit des Magdalenen- 
hofes bei Lang-Euzersdorf ; 

- f. brevibracteata. Im Tümpel auf der Viehweide unterhalb des Leesdorfer 
Wäldchens bei Baden, ferner mit der f. longibracteata in Gruben bei Gross- 
Enzersdorf und bei Aspern. 

— f. macroteles u. f. streptophylla. In den Tümpeln auf der Viehweide zwischen 
Gramat-Neusiedel und Marienthal; erstere Form auch in Abzugsgräben des 
Teiches beim Constantinshügel im Prater. 

— f. subhispida In einem Graben des Gartens der Jesuitenmühle bei Moosbrunn. 

— /'. condensata (Ch. montana Schleich ). In Gräben der Moschinger Wiese 
bei Neuwaldegg (Prof. Reuss). 

— ■ f. subhispida brevissime bracteata brachyphylla. Mit Ch. hispida im Jesuiten - 
bache bei Moosbrunn. 

— f. brachyphylla brevibracteata. In Gräben der Schanzen zwischen Floridsdorf 
und Kagran. 

— crassicaulis Schleicher. In Gräben der Sumpfwiesen hinter der Jesuitenmühle 
bei Moosbrunn. August. 1871. Für Nieder- Oesterreich neu. 

— intermedia f. longifolia Im Graben des Gartens der Jesuitenmühle bei 
Moosbrunn. 

— aspera Deth. Im Heustadler Wasser und in den Abzugsgräben des Teiches 
beim Constantinshügel im Prater Sept. 1871; mit Ch. hispida an der Eisen- 
bahn bei Mödling August 1871. Hatte bisher nur Einen Standort in Nieder- 
Oesterreich: See bei Schönau (Grunow). 

— fragüis Desv. In Gräben unweit des Bahnhofes von Grammat-Neusiedel, nächst 
dem Schafhofe bei Baden. 

— f. incrustata longibracteata. In Schanzgräben am Mühlschüttel bei Florids- 
dorf. 

Die Bestimmung der Characeen verdanke ich der Güte der Herren Prof. 
Freiherr v. Leonhardi und Prof. AI. Braun; beiden Herren sage ich hiefür, so 
wie Ersterem für die freundliche Aufmunterung, die mir stets von demselben zu 
Theil wurde, meinen wärmsten Dank. 



Die Flora der wüsten Plätze in Wien nimmt in Folge der Neubauten 
immer mehr ab und wird bald ganz verschwunden sein. Doch tauchen hie und 
da neue Stellen auf, die für eine kurze Zeit manchen interessanten Pflanzen 
Zuflucht gewähren. So machte mich Dr. Dingler im Juli 1871 auf einen Platz 
links vorder Nussdorfer Linie aufmerksam. Dort fanden wir Apera Spicaventi P. d.B. 
Festuca Myurus Ehrh., Asperida arvensis L., Caucalis muricata Bisch., Cori- 
andrum sativum L., Myagrum perfoliatum L., Euclidium syriacum R, Br. und 
Vicia pannonica L. ausser Euclidium jedoch alle nur in wenigen Individuen. 



Hymenopterologische Beiträge, 
in. ) 

Von 

Dr. J. Kriechbaumer in München. 

( Vorgelegt in der Sitzung am 5. Februar 1873/) 

1. öryptus longicauda n. sj>. 
Niger, nitidus, punctctius, tenuissime a&bido-pubescem, capite transversa, 
metathorace rotundato-declivi, carina transverscdi anteriore utrinque wream 
stigmatophoram arcuatim includente, posteriore obsoleta, tibiis anterioribus, 
ftmorüms (basi plerumque excepta) et dbdominis elongati parte media satte)» 
rufis, (darum stigmate nigra, areola plerumque subquadrata, cellula discoidali 
donguta, appendicibus ntdlis, (Harum posticarum nervo transverso-anali pone 
medium fracto. 

Q . Antennis ahdominis circiter longitudine, ßliformibus, gracilibus, apice 
eirculatim recurris, albo-anmüatis, articulis tribus primis flagelli ceteris multo 
tyngioribus, dbdomine subcglindrico, rufo, petiolo nigra, aculeo corpore longiore. 
Long. corp. 5 — 5 l i 2 '", terebr. ß 1 /^ — 7"'. 

cf. Antennis abdominis et dimidii thoracis longitudine, subcompresso- 
fdiformibus, crassiusculis, basi remote subserratis apice m versus acuminatis, tarsis 
posticis albo-annulatis, dbdomine subcompresso-clavato, segmentis intermediis 
(rarius apicibus tantum) rufis Long. 4 — 5 l / 2 '"- 

Das 9 dieser Art erinnert durch seinen walzenförmigen Hinterleib und 
seine lange Legröhre an gewisse Lissouota- Arten, z. B. parallela, verber ans, 
bicornis. Unter den zahlreichen Cryptus-Arten der 5. Sektion Gravenhorsts, in 
welche gegenwärtige Art gehört, ist keine, bei welcher die Legröhre länger ist 
als der ganze Körper, eine einzige (albovinctus n. 118), bei welcher sie fast 
die Länge desselben hat (was auch bei Cr. tumidus Desv. im Cat. of Brit. lehn, 
p. 56 der Fall ist), und eine (peregrinator L), bei welcher sie sehr selten viel 
länger als der Hinterleib ist. Alle diese Arten sind überdiess auch durch andere 
Merkmale hinlänglich verschieden. Ebensowenig fand ich unter den von Tschek 
in seinen Beitr. zur Kenntn. d. österr. Crypt. (Verh. d. z.-b. Ges. in Wien 1870. 
p. 109 — 156 und 403—430) eine in dieser Beziehung sich nur einigernmssen 
annähernde Art. Auch unter den isolirt stehenden Männchen der beiden Autoren 
fand ich keines, das ich auf gegenwärtige Art beziehen könnte. 



*) Indem der Aufsatz „Vier neue Huinmelarten" 1870 d. Schriften als II. betrachtet werden kann. 
Z. B. Ges. B. XXIII. Abb.. 7 



50 



Dr. J. Krieckb aum e 



Q. Kopf quer, hinter den Augen etwas schief nach innen abgerundet, 
hinten ziemlich flach bogenförmig ausgerandet, oben fein und zerstreut, vorne 
ziemlich stark und dicht, z. Th. zusammenfliessend punktirt, glänzend schwarz, 
mit äusserst feinen weisslichen Flaumhaaren sparsam bekleidet, die äusseren 
Tastenglieder bräunlich. Fühler fadenförmig, schlank, gegen das Ende kreis- 
förmig zurückgebogen, oder etwas spiralig eingerollt, schwarz, das Grundglied 
zugespitzt- eiförmig, die 3 ersten Glieder der Geissei gegen die Basis etwas 
verschmälert und bedeutend länger als die übrigen, beinahe % der ganzen 
Fühlerlänge einnehmend, unter sich vom ersten zum dritten an Länge wenig 
abnehmend, das vierte bedeutend kürzer als das dritte, doch etwas länger als 
die folgenden, das sechste bis achte nebst der Spitze des fünften und Basis des 
neunten oben weiss. Bruststück schwarz, glänzend, punktirt, fein flaumhaarig, 
die Punkte auf dem Mittelrücken ziemlich fein und zerstreut, auf dem Hinter- 
rücken grob und dicht, häufig zusammenfliessend, besonders am hintern untern 
Theile quer nadelrissig-runzelig, daher auch weniger glänzend; an der Basis 
des Hinterrückens befindet sich ein sehr kleines dreieckiges Mittelfeld, von dessen 
etwas abgestutzter Spitze aus nach jeder der beiden Seiten eine Leiste geht, 
die in einem am Seitenrande zuweilen winkelig gebrochenen Bogen und von 
da weg mehr oder weniger verwischt an das Hinterende der länglich elliptischen 
Luftlöcher geht. Hier stösst sie in einem spitzen Winkel mit einer von den 
Mittelhüften heraufziehenden Furche zusammen , die aussen von einer Leiste 
begränzt ist, welche, anfänglich oft gänzlich verwischt, vom Luftloch weg gut 
ausgebildet in einem flachen Bogen an die Basis verläuft, so dass hier zwei 
ziemlich grosse, unregelmässig halbrunde Seitenfelder gebildet werden. Die Gränze 
zwischen dem obern und hintern Theil des Hinterrückens ist manchmal durch 
eine schwache hintere Leiste angedeutet, manchmal aber ganz verwischt, und 
fliessen dann beide Theile in einer gemeinsamen Wölbung zusammen. Ebenso 
sind auch die Seiten meist abgerundet und die obern Ecken ganz verschwunden 
oder nur in Form äusserst kleiner Spitzchen vorhanden, während die unteren 
als zwar ebenfalls kurze, aber im Verhältniss ziemlich derbe, mehr oder minder 
scharfe Spitzen immer deutlich nach aussen vorragen. Flügel schwach bräunlich 
getrübt, farbenspielend, mit schwarzbraunen Schüppchen, Adern und Mal und 
etwas blasserer Wurzel; die äussere Kadialader ist deutlich geschwungen, die 
Areola fünfseitig, meist ziemlich breit und mehr oder weniger quadratisch, die 
Diskoidalzelle langgestreckt, nach aussen verhältnissmässig wenig erweitert, die 
vordere und äussere Ader derselben ohne Spur eines Anhangs, erstere schwach 
gebogen, letztere fast ganz gerade; die hintere Querader der Hinterflügel wenig 
und weit hinter der Mitte gebrochen. Beine schlank, roth, Hüften, Schenkel- 
ringe und die innerste Basis der vorderen Schenkel, die äusserste Spitze der 
Hinterschenkel, die Hinterschienen und sämmtliche Füsse schwarz, letztere an 
den Gelenken heller. Hinterleib langgestreckt, keulig-walzenförmig, fast glatt, 
ziemlich glänzend, sehr fein und zerstreut flaumhaarig, mit schwarzem Stiel, 
vom Hinterstiel an aber roth, das Stielglied ohngefähr so lang als die Hüften 
und das erste Glied der Schenkelringe, der Stiel selbst schmal und dann sehr 



II) RMlOpttrolOfiffthi l'.i'ilnir 



51 



allmälig in deu Hintorstiel sich ausbreiten«! , der, von den Luftlöchern weg, 
clcren Ränder als kleine, seitlieh vorspringende Knötchen erscheinen, als lolchei 
angenommen, Jas letzte Drittel des liliedos bildet und ;in seiner Rasis eine k n r/r 
Längsfurcho hat; /.weiter Ring kaum kür/er als der erste, nicht ganz doppelt 
so lang als am Kndo breit, naeli hinten allmälig zur gr«"»ssten Breite des ganzen 
Hinterleibs erweitert, an der Rasis beiderseits gl übchenförmig eingedrückt; die 
nächsten 1 Ringe zusammen walzenförmig, an Länge rasch abnehmend, der 
dritte muh länger als breit, der vierte quadratisch, der fünfte breiter und der 
sechste ungefähr doppelt so breil als lang, dieser hinten breil und flach dreieckig 
ausgebuchtet, der siebente und achte zusammen zu einem kurzen stumpfen Kegel 
zugespitzt, ersterer in der Mitte des Hinterrandes tief dreieckig ausgeschnitten 
erseheinend, in Wirklichkeit aber nur eingedrückt (vielleicht zufällig in Folge 
des Eintrocknens, aber um so auffallender, als die Ränder einen schwarzen Saum 
zeigen, der sieh als schwarze Querlinie seitlieh über den Hinterrand hinabzieht). 
Bei dem andern 9 m ^ etwas nach unten gebogenen letzten Ringen beginnt 
die Verschmälerung des Hinterleibes schon mit dem fünften Ringe und neigt 
sich jener daher etwas zur Spinclclform ; obiger Kindruck ist durch eine Längs- 
falte in der Mitte abgetheilt. Legröhre um l'/ 4 bis IV2'" länger als der ganze 
Körper, sehr dünn, mit dunkelbraunen, gegen das Ende in ziemlicher Strecke 
aber schwach erweiterten, zuletzt aber wieder zugespitzten Klappen und kaum 
hellerem, gegen das Ende ebenfalls wenig erweitertem, dann aber lang und 
scharf lanzettlich zugespitztem Bohrer. 

cf. Die mit dem einen 9 gefangenen zeigen folgende Abweichungen 
von demselben, die sicher nur auf Geschlechtsverschicdenheit beruhen, so dass 
bei der übrigen Uebereinstimmung der beiden Geschlechter nicht zu zweifeln 
ist, dass selbe wirklich zusammengehören: Fühler von der Länge des Hinterleibs 
und halben Bruststücks, gerade vorgestreckt oder am Ende sanft gebogen, 
ziemlich dick fadenförmig, gegen die Spitze verschmälert, etw r as zusammenge- 
drückt, die ersten Glieder der Geissei wohl auch etwas länger als die übrigen, 
doch nicht so beträchtlich und bei ihrer Dicke weniger auffallend, als beim 9 , 
die ersten 4 derselben an der Basis unten schief abgestutzt, so dass die Fühler 
an dieser Stelle entfernt sägezähnig erscheinen. Der Hinterrücken ist fast 
durchaus nadelrissig-runzelig. An den Hinterfüssen ist das 2., 3. und 4. Glied 
weiss, die äusserste Spitze, meist auch noch die Basis des zweiten mehr oder 
weniger ausgedehnt schwarz. Diese Farbe ist an der Basis der Schenkel meist 
mehr ausgedehnt als beim 9 un( ^ auch an der der Hinterschenkel vorhanden ; 
zuweilen nehmen auch die Mittelschienen an der dunkeln Färbung Theil. Der 
Hinterleib ist schmäler, zusammengedrückt (wodurch sämmtliche Ringe länger 
als breit erscheinen), von der Seite gesehen mehr oder weniger lang gestreckt, 
keulenförmig, schwarz, meist nur der 2., 3. und die Seiten des 4. Ringes, dieser 
selten ganz oder fast ganz roth. Bei dem kleinsten und dunkelsten meiner 
Exemplare ist diese Farbe auf den äussersten Hinterrand des zweiten und 
dritten Ringes beschränkt; ich habe diese Form als Var. obscurata ausgeschieden. 



52 



Dr. J. Kriechbaumer. 



1 9 und 4 fing ich am 3. Mai 1871 nächst Fiume auf einer an die 
letzten Häuser der Stadt sich anschliessenden Karstwiese an der Strasse nach 
Volosca; ein einzelnes Q (das zuerst beschriebene) am 25. Mai 1871 im Walde 
von Lippiza bei Triest. 

2. Anärena pyropygia n. sp. 

Nigra, nigro-hirsuta, abdomine öblongo-ovato, depresso, subnudo, nitido, 
subtilissime punctato, segmentis apice latius depressiusculis, sublaevibus, fim- 
bria anali ferruginea; alis fuscis, violaceo micantibus , scopa cinerea, infra 
albido-micante. Q Long. 16 — 17 mm - 

In die Gruppe der südlichen Formen mit schwarz violetten Flügeln und 
ganz oder grösstenteils schwarzem Hinterleib gehörig, durch die rothbraune 
Afterfranse und graue Schienenbürste von den nächstverwandten Arten leicht 
zu unterscheiden. 

Q. Schwarz, ziemlich dicht schwarz behaart, die Behaarung auf dem 
Brustrücken und den zunächst liegenden Seitentheilen wie geschoren aussehend, 
unten zuweilen in's Graue ziehend. Kopfschild fast nackt (wahrscheinlich abge- 
rieben), dicht punktirt, durch die schief eingestochenen, grübchenartigen Punkte 
fast körnig rauh erscheinend; Fühlergeissel unten pechbraun. Flügel schwarz- 
braun mit violettem Schimmer; die glashelle Gabelader, welche von der Basis 
des Flügelmals durch die drei Cubitalzellen geht, deutlich, sonst aber kaum 
hellere Flecken wahrzunehmen. Hüftlocke ziemlich lang, aber arm behaart, 
Schienenbürste aschgrau, oben mit schwarzen Haaren gemischt, nach unten mehr 
oder weniger ausgedehnt hellgrau oder weisslich schimmernd, was auch bei den 
nach vorne gerichteten Haaren der Hinterschenkel der Fall ist. Hinterleib länglich 
eiförmig, oben sehr flach und glänzend, sehr fein und mässig dicht punktirt, 
der Hintertheil der mittleren Ringe sehr breit, in der Mitte etwas nach vorn 
erweitert und sehr wenig, an den Seiten stark niedergedrückt, äusserst fein 
quer-nadelrissig-runzelig, mit eben so feinen, zerstreuten, gegen das Ende ganz 
verschwindenden Punkten ; die vorderen Ringe fast ganz kahl, die hinteren etwas 
flaumhaarig, vor dem niedergedrückten Hinterrande der mittleren Ringe stehen 
seitlich locker gereihte, schwarze, auf dem vierten jedoch rothbraune Wimper- 
haare, der fünfte Ring ist seiner ganzen Breite nach von der dichten roth- 
braunen Afterfranse bedeckt; die Bauchringe sind ziemlich dicht eingestochen 
punktirt, fein flaumhaarig, die Behaarung gegen die Basis der einzelnen Ringe 
an Länge rasch abnehmend, die Basis selbst in einem Bogen ganz glatt und 
kahl, der Hinterrand überdiess noch mit ansehnlich langen, schwarzen, auf dem 
fünften Ringe rothbraunen Wimperhaaren besetzt. 

Zwei 9 unter den von Dr. Roth in Palästina gesammelten Insekten vor- 
gefunden, mit der Angabe: Jerusalem, Mai 1857. 

3. Andrena macularis n, sp. 
Nigra, nigro-vel cinerascenti-hirsuta, abdomine nitido, segmentis 2 — 4 
utrinque macula e pilis densis albis aut fusco-cinereis composita, alis fuscis, 
violaceo-micantibus. 



ll>nu<no|>lor«'| 1 . k 'i , he llntiu^< 



53 



9. Abdomine deprtssiuscuio, elltptico-ovcUi, lateribus medio subparalleh . 
scojn niijra. Lomj. Iii I7" tin - 

<y. Antctinis nkxUcc cloHijutis, sirfntoilttlosis, ahtlumutr sublanCeoltUO 
dltptico. Lo inj. 13™*- 

Ebenfalls in die Gruppe der südlichen Formen mit Bchwarz violetten 
Flügeln gehörig, durch die weissen oder grauen Haarflecken des Hinterleibs abei 
au f'unchris und nitida erinnernd, von beiden jedoch auffallend genug verschieden, 
als dass eine Verwechslung zu befürchten wäre. 

Schwarz, mit Bchwarzer, theilweise ins Graue ziehender, ziemlich dichter 
Behaarung. Kopf kaum etwas breiter als lang, Gesicht nebst Kopfschild mit 
dichter schwarzer Behaarung bedeckt, der Kaum zwischen den Fühlern und 
Nebenaugen sehr fein längsgefurcht, Scheitel fein nadelrissig, runzelig mit Beichten, 
in der Mitte etwas feineren und dichter stehenden Punkten. Behaarung des 
Bruststückes oben ziemlieh dicht und kurz, unten und an den Seiten länger. 
Flügel schwarzbraun mit violettem Schimmer, helleren Flecken und der gewöhn- 
lichen hellen Gabelader. Behaarung der Beine nebst Hüftlocke und Schienen- 
bürste schwarz, jene aus sparsamen aber ziemlich langen Haaren gebildet. Hinterleib 
ziemlich flach, elliptisch-eiförmig mit in der Mitte parallelen Seiten, oben fast 
nackt, stark glänzend und fein punktirt, die Punkte auf dem ersten Ringe ziemlich 
fein und zerstreut, nur am Hinterrande, wo sie noch feiner sind, stehen sie sehr 
dicht und geben jenem ein matteres Aussehen; auf dem zweiten und dritten 
sind sie ähnlich aber feiner, hinten kaum mehr deutlich wahrnehmbar, auf dem 
vierten auch vorne sehr fein, doch ungleich und sparsam; ausser den Punkten 
zeigt die Oberfläche eine höchst feine quer-runzelige Skulptur, die nach hinten 
allmälig ins kaum wahrnehmbar Körnige übergeht. Der Hinterrand der einzelnen 
Einge ist in der Mitte wenig, an den Seiten stärker niedergedrückt, vom zweiten 
au von ansehnlicher Breite, in der Mitte des vierten Ringes den Vordertheil an 
Breite sogar etwas übertreffend; der erste Ring ist an der Basis und den Seiten 
mit längeren abstehenden schwarzen oder graulichen Haaren besetzt, auf dem 
zweiten bis vierten stehen seitlich amHinterrande des Vordertheils dichte Fransen, 
welche auf jedem folgenden Ring sich weiter nach innen ausbreiten und flecken- 
artig auf dem Hinterrande aufliegen ; die Farbe derselben ist bald vorherrschend 
weiss, bald vorherrschend aschgrau, die weissen Haare auf den vorderen Ringen 
und innen, die grauen auf den hintereu Ringen und aussen sich vorzüglich 
ausbildend und von hier aus sich gegenseitig verdrängend (vielleicht manchmal 
bis zum völligen Verschwinden der anderen), wodurch eine Menge von Spiel- 
arten entsteht; die vom fünften Ringe ausgehende Afterfranse ist nicht sehr 
dicht, ziemlich breit und kurz, schwarz oder schwarzgrau. 

cf . Gesicht und Fühlerwurzel noch etwas dichter und länger behaart als 
beim 9 ; Fühler massig verlängert, ziemlich dick und durch die kurzen und 
etwas bogenförmigen Glieder ein wenig knotig erscheinend. Der Hinterleib ist 
deutlich gewölbt, lanzettlich- elliptisch, mit deutlich behaarter Obel fläche, die 
Punktur desshalb von mehr drüsigem Aussehen; die Haarflecken weniger ent- 
wickelt, schmäler und kürzer. 



54 



Dr. J. Kr i e cli b aum er. 



Herr Prof. Heller fing sieben 9 und zwei cT auf der Insel Lesina; zwei 
aus Sicilien stammende Q sandte Herr Ingenieur Gribudo in Turin. 

4. Andrena Rhodia n, sp. 

Nigra, nigro-hirsuta, facie cum clypeo, meclio verticis marginisque antici 
thoracis griseo-hirsutis, metanoti lateribus supra pilis albidis immixtis , abdomine 
sublaevi, nitidissimo, alis nigro-fuscis, vidlaceo micantibus. Q.Long. 16 — 17 mm - 

Mit den beiden vorigen in dieselbe Gruppe gehörig ist diese Art durch 
die in der Diagnose angegebene Farbe der Behaarung leicht kenntlich. 

Schwarz, schwarz behaart, nur das Gesicht mit dem Kopfschild, die Mitte 
des Scheitels, diese ziemlich sparsam, der Vorderrand des Brustrückens in der 
Mitte in Form einer kurzen Binde mit weisslicher oder grauer, der Hinterrücken 
oben an den Seiten theilweise mit fast reinweisser Behaarung bekleidet, auch 
an den Seiten des Mittelbruststücks sind solche Haare den schwarzen beige- 
mischt. Flügel schwarzbraun mit violettem Schimmer. Hinterleib oben fast nackt, 
noch feiner, oberflächlicher und sparsamer punktirt und daher noch glänzender 
als die beiden vorigen Arten, die Wölbung etwas stärker, daher mehr als jene 
an unsere thoracica sich anschliessend. Die Bauchringe sind mit Ausnahme des 
schmalen Hinterrandes dicht und ziemlich stark eingestochen punktirt, dicht 
flaumhaarig, am Ende lang gewimpert. Von cincraria, welcher die Art in der 
Farbe der Behaarung am nächsten steht, unterscheidet sie sich besonders durch 
die ansehnlichere Grösse, die dunklen Flügel, den tiefschwarzen, längeren, gegen 
das Ende weniger zugespitzten Hinterleib, die kurze, geschorene Behaarung des 
Brustrückens, und die geringe Ausbreitung der (nicht schneeweissen, sondern) 
grauen Haare desselben. 

Es lagen mir drei von Erber auf Rhodus gefangene Q vor. 
5. Andrena apiformis n. sp. 

Nigra, supra cinereo-, infra cano-, orbitis intemis verticeque nigro- 
hirsutis, clypeo subnudo, rugoso-punetato, alis totis hyalinis, nervis stigmateque 
angusto ferrugineis, scopa fusco-grisea, antice flavida, abdomine ovato, nitido, 
punetis minutis piligeris crebre sparsis, antice cano-, medio cinerascenti-, 
apice nigro-villoso, segmentis postice latius depressiuscidis, margine paüzdo, 
plus minus fulvo. Q. Long. 14 mm - 

Eine mit A. tibialis und nigro-aenea verwandte, doch noch mehr als diese 
unserer Honigbiene ähnliche Art. 

Schwarz; Mitte des Gesichts und Hinterkopf bräunlich grau, der ober 
den Fühlern gelegene Theil sowie der innere Augenrand schwarz behaart, die 
schwarzen Haare auch in den obern vordem Theil des Backenbarts sich hinab- 
ziehend; Kopfschild ziemlich grob runzelig punktirt, fast nackt mit einer von 
der Basis bis zur Mitte reichenden, erhabenen, fast glatten Mittellinie. (Ob die 
beiden letzten Merkmale, sowie zwei vom Rande des Kopfschildes abstehende 
Borsten als standhafte oder bloss individuelle Merkmale zu betrachten sind, muss 
vorläufig unentschieden bleiben.) Bruststück ziemlich dicht wollig, oben braun- 
grau, unten mehr weisslichgrau behaart. Flügel durchaus glashell, glänzend, selbst 



IIvini'ii.'|ili'i-..|.«^iH. ti.' l'.-'ili.! 



56 



am Aussenrande kaum eine Spur von Trübung: Adern und Ivandmal braunroth, 
letzteres sehr schmal, von dicken Adern begrftnzt, sodass in der Mitte nur eine 
schmale hellere Spalte erscheint. Die Behaarung der Hüftstücke und Schenke] 
ist dieselbe wie die d*r Brust, die der llintersehenkel und Hül'tlocke noch mehl 
weisslich. Schienen und Küsse nehst Schienenbürste dagegen dunkel aschgrau, 
doch sind die obem von der innern Kante der Hinterschienen nach aussen 
gerichteten seidenglänzenden Ilaare weiss, die untern goldgelb; das letzte Fuss- 
glied heller oder dunkler rothbraun. Hinterleib glänzend schwarz, mit sins-erst 
feinen, nicht sehr dicht stellenden, haartragenden Punkten besetzt, die einzelnen 
Hinge hinten ziemlich breit niedergedrückt, auch hier noch, wenn gleich noch 
feiner und zerstreuter, punktirt, der Hinterrand des ersten Ringes in seiner 
ganzen Ausdehnung roth, der des zweiten über die Mitte von einer fast linien- 
artig schmalen Binde durchzogen, an den umgeschlagenen Seiten noch mehr als 
die vorige ausgedehnt roth, der des dritten und vierten vorne schwarz, hinten 
roth, beim dritten das Roth seitlich unterbrochen; die Mitte der Ringe kurz und 
abstehend aschgrau, die Basis des ersten und der Hinterrand der mittleren 
weisslich behaart, auf dem vierten Ringe sind bereits sehr viele schwarze Haare 
beigemischt, und ebenso ist der fünfte Ring nebst der Afterfranse wenigstens 
in der Mitte schwärz; von den Bauchringen ist der erste an den Seiten, der 
zweite an der Basis und am Ende roth, die beiden nächsten haben sehr schmale 
rothe Hinterränder; die einzelnen Ringe haben dieselben, nur noch dichter stehenden, 
feinen, haartragenden Punkte, wie oben, die Basis ist jedoch frei von denselben; 
ihre Behaarung ist sehr fein und kurz, heller oder dunkler grau, am Rande 
aber stehen längere, an den Seiten sehr lange blassgelbliche Wimperhaare. 

Ein einzelnes 9 wurde von Herrn Prof. Heller auf Lesina gefangen und 
mir gütigst überlassen. 

6. Andrcna parvieeps n. sp. 

Nigra, fusco-fulvo ant griseo villosa, capite parvo, hoc et thoracis abdo- 
minixque dorso pilis intermixtis anique flmbria nigris, segmento primo interdum 
exparte rufo, intennedüs tribus dense einer eo-ciliatis, floccido fusco-cincreo, 
scopa fusca, antice parum albida, edis fuluescenti-hyalinis, stigmate sublineari, 
Jwc et nervis rufis. Q Long. lO—ll mm - 

Ausgezeichnet durch den kleinen Kopf und die zottige Behaarung des 
trotzdem glänzenden Hinterleibs, aus welcher aber die dichten, stark abstehenden 
Wimpern am Hinterrande der mittleren Ringe sehr deutlich hervortreten. 

Kopf kleiner als gewöhnlich bei Arten von gleicher Grösse, Gwynana 
und aestiva etwa ausgenommen, nebst dem Bruststück ziemlich lang und dicht 
röthlich oder braungrau behaart, an den Seiten des Gesichts, auf dem Scheitel 
und um die Fühler, sowie die Basis der letztern selbst, zuweilen auch der Brust- 
rücken mit oft stark vorherrschenden schwarzen Haaren gemischt; Flügelschüppchen 
rothbraun, glänzend. Flügel fast glashell, rothgelb getrübt, mit rothgelben, 
theilweise braunen Adern; Flügelmal gelbbraun, hinten von einer ziemlich 
dicken, mehr roth- oder dunkelbraunen, wenig gebogenen Ader eingefasst. Beine 



56 



Dr. J. Kriechbaume r. 



schwarzbraun, wie die Unterseite des Leibes röthlich braungrau behaart, von 
derselben Farbe auch die ziemlich stark entwickelte Hüftlocke; die Behaarung 
an der Unterseite der Schenkel lang und etwas heller, die der Hinterschenkel 
in's Silberweisse gehend; Schienen undFüsse vorherrschend schwarzgrau, Schienen- 
bürste vorne mit wenigen silberweissen Haaren. Hinterleib schwarz, sehr fein 
und zerstreut punktirt, glänzend, mit etwas niedergedrückten, glänzenderen, am 
Ende rüthlichen Hinterrändern, der erste Ring zuweilen grösstentheils roth, alle 
Ringe mit dichter, abstehender, wolliger, graubrauner Behaarung, die mit nach 
hinten immer zahlreicheren schwarzbraunen oder schwarzen Haaren gemischt ist, 
welche am Endringe vorherrschend oder ausschliesslich vorhanden sind, die 
Hinterränder der mittleren Ringe, weniger deutlich auch die des ersten, wenigstens 
an den Seiten, mit dichten und stark abstehenden hellbraungrauen Haaren 
gefranst; die Bauchringe etwas stärker und dichter punktirt, mit schmalen, 
gelben, glänzenden Hinterrandsäumen und vor denselben mit sehr langen, 
besonders an den Seiten deutlichen Wimperhaaren. Meine beiden Exemplare 
zeigen auf den 3 mittleren Bauchringen grübchenartige Eindrücke. 

Von dieser, wie es scheint, sehr seltenen Art fing ich am 2. Mai 1853 auf 
einem Brachacker hinter St. Luzi bei Chur ein einzelnes 9 un( i kam mir 
18 Jahre lang kein zweites Exemplar zu Gesicht. Erst während meines Auf- 
enthaltes in Triest glückte es mir, am 26. April 1871 im Walde von Lippiza ein 
zweites Q zu erbeuten, das, nur l mm - kleiner, durch den vorherrschend rothen 
ersten Hinterleibsring sich unterscheidet, auserdem aber so genau mit dem 
Exemplare von Chur übereinstimmt, dass beide unzweifelhaft zu einer Art 
zusammengehören. Ich glaube die Form mit einfärbigem Hinterleib als die 
normale annehmen zu dürfen und bezeichne die andere als Var. basalis; doch 
lässt sich darüber erst entscheiden, wenn die Art in Mehrzahl und namentlich 
auch das cf bekannt ist. 

7. Andrena mucida n. sp. 

Nigra, 'punctata, undique longius albescenti-pilosa, fade, mesonoto et 
cibdomine, hoc maxime, nitidis, segmentis 2 — 4 apice albo-fimbriatis, fimbria 
anali nigra, scopa longa, laxa, alba, basi summa nigra. Q. Long. 11 — 12 mm - 

Unter den bekannten Arten der A. albicrus und centralis am nächsten 
verwandt. 

Schwarz, fast allenthalben mit ziemlich langen, seidenartigen, abstehenden, 
weissen, auf Scheitel und Brustrücken bräunlichen Haaren, wie mit Schimmel- 
fäden überzogen. Kopf über den Fühlern dicht punktirt und matt, am Innenrande 
der Augen je ein ovaler, sammtschwarzer Flecken, der unter den Fühlern 
gelegene Theil nebst den Locken glänzend, ersterer, besonders der Kopfschild 
zerstreut und grob, letztere dichter und feiner punktirt Fühlergeissel unten 
rothlichbraun. Mittelrücken nebst Schildchen mässig fein und nicht sehr dicht 
punktirt, die Zwischenräume glatt und glänzend, das Bruststück ausserdem fein 
lederartig, runzelig, glanzlos. Flügel bräunlich getrübt, mit dunkelbraunen Adern 
und hellbraunem Mal. Beine dunkelbraun, Schenkel wie der übrige Körper lang, 



II) in t> Ii ■ • | ■ 1 1 i nl.-iN ein« l'.i iti .ii'. 



67 



weiss behaart, ebenso die gu1 entwickelte Bttftlocke und Schienenhür l<\ letztere 
jedoch an der obersten liasis mit (lichter, kurzer, schwarzer Behaarung. Hinter- 
leib elliptisch, beiderseits stumpf Lanzettlich zugespitzt, sehr glatt and glänzend; 
Jie einzelnen Ringe mit zerstreuten, punktförmigen, haartragenden Drüsen bei i t/t. 
difl gegen das Knde des Hinterleibes stärker und dichter werden, der J lintei t hril 
der Ringe kaum niedergedrückt, noch glatter und die Haardrüsen daran!' noch 

{einer und sparsamer; der erste King mit langen l'Yaiiseiihaarcn besetzt, welche 

beiderseits eine nackte Stelle freilassen, die übrigen Ringe mit sehr kurzer, 
feiner, zerstreuter, weisser, die letzten mit braun gemischter Behaarung, die am 
Knde des Vordertheils längere Wimpern bildet; der Hinterrand des zweiten bis 
vierten Ringes ist dicht, aber sehmal, weiss gefranst, die Krausen des zweiten 
Ringes in der Mitte meist unterbrochen, die Endfranse braun, die Seiten des 
fünften Ringes büschelartig weiss behaart; die Bauchringe am Rande lang weiss 
gewimpert. 

Die mir vorliegenden Exemplare (sämmtlich 9) wurden von Herrn 
Ingenieur Gribodo in der Umgebung- von Turin gefangen. 

8. Andrem basilinea n. sp. 

Nigra, nitida^ ccmo-viUosa, fronte mesonotique di.sco ridgro-pilösis, meto- 
thoracia toter Ums eximie fimbriatis, abdominis segmentis 2 — 4 utrinque fimbria 
apietdi, 3 et 4 insuper fascia angustissinio media basali aWo-pilosis, tibiis 
tmrsisque posticis testueeis, scopu de um, brevi, cUbida. 9- Long. II»»"»- 

Diese Art scbliesst sich einerseits an die vorhergehende, andererseits an 
tu mit« Nyl. an. 

9- Schwarz, Kopf, Bruststück und Beine weiss-grau behaart, die Haare 
der Stirne und selbst noch die vorderen des Scheitels, sowie auch die der Mitte 
des Brustrückens schwarz. Letzterer sehr fein und dicht punktirt, ziemlich 
glänzend, in der Mitte sparsam und kurz , ringsum und besonders an den stark 
gewölbten Seiten dichter und länger behaart, die beiden Seitenränder des Hinter- 
rückens mit einer dichten Haarflocke besetzt, welcher in der Nähe der Flügel- 
wurzeln schwarze Haare beigemengt sind. Flügel bräunlich getrübt, an der Basis 
und vor dem Aussenrande etwas lichter, mit dunkelbraunen Adern und etwas 
hellerem Mal. Beine schwarzbraun, Hüftlocke massig entwickelt, Vorderschenkel 
unten und Hinterschenkel oben lang, Mittelschenkel beiderseits kurz gefranst, 
Hinterschienen nebst deren Füssen gelbbraun, Schienenbürste dicht, aber kurz 
behaart. Hinterleib länglich elliptisch, beiderseits verschmälert und stumpf zuge- 
spitzt, auch bei starker Vergrösserung äusserst fein punktirt, auf den drei 
mittleren Ringen die hintere Hälfte stark niedergedrückt und noch feiner als 
die vordere punktirt; letztere erscheint, wenigstens auf dem dritten und vierten 
Ringe, durch die ebenfalls, aber äusserst schmal, niedergedrückte Basis fast 
wulstförmig erhaben; die drei mittleren Ringe haben am Hinterrande jederseits 
eine schmale weisse Haarfranse, die aussen bogenförmig zum Seitenrande ver- 
läuft, nach innen auf dem zweiten Ringe abgekürzt ist, auf dem dritten und 
vierten aber lang und scharf zugespitzt gegen die Mitte verläuft, so dass sie 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abk. 8 



58 



Dr. J. Kriechbaum er. 



auf letzterem mit der gegenüberstehenden fast zusammentrifft; ausserdem stehen 
am Hinterrande des Wulstes locker gereihte gelbliche oder weisse Wimperhaare 
besonders an den Seiten; die niedergedrückte Basis des dritten und vierten 
Ringes ist mit dicht anliegenden, kurzen und gedrängten weissen Haaren bedeckt, 
wodurch schmale, fast linienartige Querbinden entstehen, welche diese Art 
besonders auszeichnen und bei dem mir vorliegenden, sehr reinen und frischen 
Exemplare sehr deutlich sind, bei längerer Lebensdauer der Thiere aber sich 
leicht abreiben dürften; die wenig auffallende Afterfranse lässt einen kurz und 
dicht weiss behaarten Hinterrand des fünften Ringes erkennen, über welchen 
eine Reihe längerer gelblicher Haare hinwegragt, während die Afterspitze selbst 
kurz und braun behaart erscheint. 

Das einzige mir vorliegende Exemplar wurde von Herrn Ingenieur Gribodo 
in der Umgebung von Turin gefangen. 

9. Andrena vulpecula n. sp. 

Nigra, ferrugineo-hirsuta , dbdomine planiuscido, nitido, fiüvo-piloso, 
segmentis dorsalibns apice depressis, lucido-fidvis, ante apicem anoque longius 
fidvo-fimbriatis, ventralibus basi laevissimis, nitidis, medio fortiter pwnctatis, 
fulvo-hirsutis, m argine tenuissimo lucido, alis fidvescenti-hyalinis, nervis et 
stigmate ferrugineis, Ulis cellulae cubitalis secundae parallelis. Q Long. 9 mw - 

Der A. fülvago am ähnlichsten, doch durch den schmäleren Hinterleib, 
die parallel verlaufende zweite Cubitalzelle, sowie die etwas dünneren, längeren 
Fühler leicht davon zu unterscheiden. 

9- Schwarz, fast durchaus heller oder dunkler rothbraun behaart. Kopf 
wenig glänzend, mit schmalen röthlichen Schillerflecken am innern Augenrande, 
die bei bestimmter Beleuchtung einen schmalen, tiefschwarzen Kern zeigen ; 
Kopfschild gleichmässig ziemlich dicht und fein punktirt, wegen der ziemlich 
langen Haare nicht deutlich zu unterscheiden; Flügelschuppen roth- oder dunkel- 
braun. Flügel fast glashel), schwach röthlich getrübt, mit heller oder dunkler 
rothbraunen Adern und roth- oder braungelbem Mal; die zweite Cubitalzelle 
gross, die sie einschliessenden Queradern, welche bei fulvago immer (wenigstens 
die innere) stark gebogen und vorne zusammengeneigt sind, verlaufen bei dieser 
Art fast ganz parallel und gerade. Hüftlocke röthlich braungrau, ziemlich schwach 
entwickelt; Schienen und Füsse der Hinterbeine roth oder braun, rothbraun 
behaart, das letzte Glied immer braun. Hinterleib eiförmig- elliptisch, ziemlich 
flach und glänzend, sehr fein und zerstreut punktirt, die Hinterränder der Ringe 
mässig breit niedergedrückt, glänzend rothgelb, die Basis derselben mit zerstreuten 
Haaren, der Hinterrand mit ziemlich lockeren rothgelben Fransen besetzt, der 
Afterring ebenso gefranst; die Bauchringe tief eingestochen punktirt und hier 
ziemlich dicht behaart, die Behaarung durch die glatte Basis und die schmalen, 
glatten und glänzenden Hinterrandsäume unterbrochen und daher streifenartig 
erscheinend. 

Ich fing zwei 9 am 6- Mai 1871 auf der Insel Veglia am Wege vom 
Städtchen Veglia nach Castione. 



H VlIUMlOpttM illoKiN. In« H.'ltrfttfO. 



:7.» 



10, An'htnn pWiCUUiiBHIM Ii' •"</>• 

Nigra, ru feste nti-griseo nl/<>s<i . nbdtnnine ellipttco-ortdi , />lttnni~< nh, 
stginentis I primi* </</ marginent iisqne dense nubtiliter punctuhitis, hoc vix 
dt l rt ssuiSi ttlo, pdlliilt' lutea, tciuiissime cUbo-fimbriato, segmento quinto punctt 
piligeris aspemto, fniilnia unoh fulva, alis fuscescenti-hyaliniSt nervi* ei tiig- 
mate obscure nifis mit f'uscis. V Long. 10 i / i mm > 

Eine der A fulvago äusserst ähnliche Art, von der sie sich ausser den 
ganz schwarzbraunen Hinterbeinen besonders durch folgende Merkmale unter- 
scheidet: l. Der Kopf hat, von oben betrachtet, ausgebildete hellgraue Schiller- 
Hecken an den inneren Augenrändern; 2. das Flügelmal ist schmäler, die Rand- 
zelle anfangs weniger breit, gegen das Ende weniger verschmälert, daher nicht 
so entschieden lanzettlich, die mittlere Cubitalzelle nach vorne weniger oder 
gar nicht verengt; 3. der Hinterleib ist gestreckter, flacher, schon vom ersten 
Riuge an sehr dicht und fein eingestochen punktirt; diese Punktur reicht fast 
bis an den Rand der Ringe, wird bis ans Ende des vierten Ringes immer 
seichter und geht allmälig ins Drüsig-Rauhe über; letzteres ist namentlich auf 
dem fünften Ringe der Fall, wo diese Drüsenpunkte stärker, aber sparsamer 
sind; am Hinterrande des zweiten bis vierten Ringes stehen sehr kurze und 
feine weisse Fransen, die auf dem zweiten Ringe in der Mitte mehr oder weniger 
unterbrochen sind; ausserdem finden sich an den Seiten vor denselben mehr 
oder weniger zahlreiche röthliche Wimperhaare; der nur beiderseits deutlich, 
in der Mitte aber kaum niedergedrückte gelbe Hinterrand nimmt auf jedem 
folgenden Ringe, in der Mitte etwas mehr als an den Seiten, an Breite zu, 
erscheint aber wegen der fast bis an den äussersten Rand reichenden, wenn 
auch zuletzt etwas feineren, dichten Punktirung ziemlich matt. 

Zwei 9 wurden von Herrn Prof. Heller auf Lesina gefangen. 
A. ochracea Moraw. (voriger Jahrg. p. 367. n. 39) scheint mit dieser 
Art ebenfalls nahe verwandt zusein, ist aber 13 — 15 mm - lang; die Hinterränder 
der Abdoniinalsegmente sind glatt, die Wimpern nur auf dem vierten Segmente 
durchgehend, die Hinterschienen rothbraun ; auch sind keine Schillerflecken 
an den inneren Augenrändern vorhanden, wenigstens in der Beschreibung solche 
nicht angegeben. 

11. Halictus costülatus n. sp. 

Niger, albo-pilosulus, mesonoto nudiusculo, irregulariter disperse punc- 
tata, mesopleuris postice transverse, metanoto basi longitudinaliter costulatis, 
abdominis segmentis 2 — 4 basi fascia albopid>escente, secundi et tertii medio 
interruptis, macularibus. 

Q. Capite suborbiculari, abdominis segmentorum anteriorum parte poste- 
riore confertissime et subtilissime punctata, subopaca. Long. 9 — 10 mm - 

cT. Capite latitudine paulo longiore, inferius parum angustato, antennis 
thoracis apicem vix attingentibus, crassiuscnlis, sidjnodulosis. Long. 8 mm - 

Das 9 ist dem des H. sex notatus täuschend ähnlich, durch die angege- 
bene Skulptur aber leicht davon zu unterscheiden. Das rf ist von dem der 
genannten Art ausserdem durch die kürzeren Fühler verschieden, kann aber 

8* 



60 



Dr. J. Kr iechbaumer. 



dadurch um so leichter mit dem des H. zonulus und selbst mit kleinen Exem- 
plaren des H. major verwechselt werden. Von beiden unterscheidet es sich durch 
den gröber punktirten Mittelrücken, die grössere oder wenigstens nach hinten 
erweiterte zweite Cubitalzelle und meist auch durch das dunklere Flügelmal, 
endlich durch die durchaus weissliche Behaarung, von letzteren überdiess durch 
den wie bei zonulus etwas verlängerten Kopf. 

9 . Schwarz, mit feiner, weisser, oben dünner, unten dichterer Behaarung. 
Kopf von vorn gesehen fast kreisrund, ziemlich grob und unregelmässig, unten 
fast blatternarbig punktirt, oben die Punkte oberflächlicher, feiner und zusammen- 
fliessend. Brustrücken nebst Schüdchen matt, unregelmässig grob und zerstreut 
punktirt, von oben gesehen fast nackt erscheinend; Hinterschildchen fein und 
vorherrschend längs-gerunzelt; Seiten der Mittelbrust dicht und grob punktirt, 
die Hinterseiten (parapleurae) mit parallel übereinander liegenden Leisten 
versehen; feine Querrunzeln verlaufen über die Seiten der Hinterbrust ; die Basis 
der letztern bildet einen stark gewölbten, hinten abgestutzten Kreisabschnitt, 
der von starken, leistenartigen Längsrunzeln durchzogen ist, während über die 
beiden hinteren Seitenfelder etwas entfernt stehende feine kielförmige Querrunzeln 
verlaufen. An dem elliptischen Hinterleibe zeigen die beiden ersten Ringe eine 
auffallende Verschiedenheit in der Skulptur des vorderen und hinteren Theiles, 
während nämlich der erstere zerstreut und unregelmässig (gröber und feiner) 
punktirt und glänzend ist, ist der hintere gleichmässig äusserst dicht und fein 
punktirt und erscheint dadurch matt; auf den hinteren Ringen wird die Punktur 
gleichmässiger, wenn auch auf dem Vordertheil weniger dicht, und die ganze 
Oberfläche matt; an der Gränze zwischen Vorder- und Hintertheil stehen locker 
gereihte Wimperhaare, an der Basis des zweiten und dritten Ringes beiderseits 
weisse, dreieckige, nach innen lang zugespitzte, gleichsam aus unterbrochenen 
Binden gebildete Filzflecken, an der Basis des vierten eine meist- vollständige 
aber schmale, in der Regel mehr oder weniger abgeriebene Binde. Die Zähne 
des hintern Dornes der Hinterschienen, welche bei 6 — notatus kurz und dreieckig 
sind, sind bei dieser Art lang und den Zähnen eines Kammrades ähnlich gebildet. 

Das cf zeigt ein paar von denen des Q abweichende Merkmale, die 
Zweifel erregen könnten, ob es wirklich dazu gehört, die Seiten der Hinter- 
brust sind nicht so regelmässig kielförmig, sondern netzförmig gerunzelt: die 
Punktur des Hinterleibs zeigt zwischen dem Vorder- und Hintertheil der ersten 
Ringe kaum einen merklichen Unterschied und nimmt an Zahl und Deutlich- 
keit der Punkte nach hinten allmälig so ab, dass die letzten Ringe fast ganz 
glatt erscheinen, wodurch auch die ganze Oberfläche glänzender wird. Der 
Kopfschild ist bei meinem Münchener Exemplare ganz schwarz, bei den beiden 
aus Tyrol hat er vor dem Ende einen blassgelben Querflecken. Da namentlich 
die Form des Kopfes, und die Länge der Fühler und die leistenartig gerunzelte 
Basis des Hinterrückens mit H, zonulus übereinstimmt, so wäre eine Verwechs- 
lung mit diesem leicht möglich; doch glaube ich, dass die mehr verlängerte 
Basis des Hinterrückens nebst den bereits oben angegebeneu Merkmalen gegen- 
wärtige Art hinlänglich sicher von jener unterscheiden lässt. 



II V Uli Ml<«|. tri. .|. Im' I'.. il i i 



Mfi der Untersuchung einer Anzahl Bienen aoi TyroJ wurde loh ran&ohil 
auf dietc neue Art aufmerksam, von der ich 2 , aus Süd- and 2 aa Nord 
Tvrol Vorland. Bei einer Revision meiner Exemplare des // sex notatus fand Ich 
dann auch ein bei Rosenhein) gefangenes J and ein am München gefangenes 
von denen mir letzteres schon seit längerer Zeit zweifelhaft war; da/u fing Loh 
muh im letzten Sommer um Pullach hei München 2 Q am Rande einer kleinen 
Kiesgrube. 

Haltet ks tnorbiüosw n. sp. 

Nigro-piccus, >titit1nx, ntcsoitoto et «Ixlominis Imsi, sparsc morbühtfr 
punetatis, segmentis .'.'—/ eonfertissime punetulat is, singulisbasi fa&tia amtinua 
&ens6 albo-aut cano-püosa. 

Q. Segmento anali latcribas et incisura media griseis, toto cdbido tursufo 
Long. ,v»'"- 

cT. Clypeo parum produeto, apice flavescente, flavedifte medio lemeealatim 
sitrsio» producta, antennis parum elongatis, macula basal i tibiarum et articulo 
primo taraorum «Uns. Long. 7 mm - 

Diese Art ist mit H. leueozonius und zonulus am nächsten verwandt, 
von beiden aber durch den glatten, glänzenden, zerstreut blatternarbig punktirten 
Mittelrücken und die vollständigen und stark entwickelten Basalbinden der drei 
mittleren Hinterleibsringe leicht zu unterscheiden; das könnte wegen der 
weissen Fusswurzeln nur mit dem der ersteren Art verwechselt werden, ist aber 
ausser dem ersteren Merkmale nach durch den breiteren Kopf und weniger 
vorgezogenen Clypeus davon zu unterscheiden. 

9- Schwarzbraun, glänzend-, Kopf rundlich, kaum etwas länger als breit, 
Schädel und oberer Theil der Stirne bräunlich, der untere Theil derselben, nebst 
Backen und Wangen, letztere besonders dicht, weiss behaart, Kopfschild und 
Mitteltheil des Gesichts nur fein flaumhaarig, fast nackt erscheinend, ersterer 
unten sehr grob und zerstreut, oben nebst letzterem etwas feiner und dichter 
punktirt. Mittelrücken sehr zerstreut und fein blatternarbig punktirt, sehr kurz 
und sparjsam, an den Seiten etwas länger und dichter behaart, Hinterschildchen 
mit feinem grauen Filz überzogen; Basis des Hinterrückens dicht und stark 
gerippt, die Rippen bis zum Hinterrande fortgesetzt, die hintern Seitenfelder 
ringsum scharf gerandet, nur durch eine Mittelfurche von einander getrennt; 
ihre Oberfläche rauh und runzelig, gleichsam von den fortgesetzten, aber 
allmälig erlöschenden Rippen durchzogen. Flügel bräunlich getrübt, mit dunkel- 
braunen, nach aussen helleren Adern und hellbraunem Mal. Beine weiss behaart, 
Fersenbürste blass goldgelb. Hinterleib eiförmig, erster Ring unregelmässig und 
zerstreut, nur der niedergedrückte Hinterrand regelmässig, dicht und fein punktirt, 
die Punktur jedoch auf jedem hinteren Ringe feiner, dichter, aber oberflächlicher 
und undeutlicher werdend ; damit nimmt auch die Dichtigkeit der feinen Flaum- 
behaarung zu und der Glanz ab; an der Basis eines jeden der drei mittleren 
Ringe befindet sich eine aus dichtem, grauem oder weissem Filze bestehende 
Binde; meist ist nur die erste, welche immer die schmälste ist, in der Mitte 
ausgerandet oder mehr oder weniger unterbrochen, seltener ist ersteres auch 



62 



Dr. J. Kriechbaumer. 



bei den anderen, namentlich der dritten, der Fall, die zuweilen durch ihre Breite 
besonders auffält; der Afterring ist mit einer dichten weissen Behaarung bekleidet, 
welche jedoch die Grundfarbe durchscheinen lässt; diese ist an der Basis schwarz, 
das Schwarz nach hinten zweilappig, indem der hellgefärbte Hintertheil seitlich 
und in der Mitte (hier in Form eines Dreiecks) nach vorne vordringt. 

cf. Die weisse Filzbehaarung des Gesichtes dichter und weiter gegen die 
Mitte ausgebreitet; Aussen seite der Oberkiefer in der Mitte rothbraun; Rand 
des Kopfschildes gelb, das Gelb in der Mitte lanzettlich nach oben vordringend. 
Fühler nicht sehr verlängert, die Unterseite der Geissei kaum heller als die obere 
(bei einen aus Turin ist das erste Glied derselben auf drei Seiten auffallend 
hellroth, jedenfalls abnorm). Flügel glänzend glashell. Ein kleiner Fleck an der 
obersten Basis der Schienen und das erste Glied aller Füsse weiss. Hinterleib 
walzenförmig elliptisch, die Binden schmäler, mehr weiss behaart, die Behaarung 
weniger dicht, auch an der Basis des fünften Ringes die Spur einer Binde 
vorhanden; der sechste Bauchring tief ausgeschnitten, beiderseits mit einer 
graulich seidenschimmernden, lamellenartig dichten Franse. 

Ein 9 fing ich am 19. August 1868 bei Sigmunclskron, ein zweites 
am 24. August 1868 bei Haslach, in der Umgebung von Bozen ; einige Exemplare 
(9 cf) wurden von Herrn Ingenieur Gribodo um Turin gefangen; zwei cf habe 
ich noch aus meiner frühesten Sammelzeit, die ich am 12. September 1839 
zwischen Padua und Vicenza fing, und wurden mir diese erst jetzt klar, nachdem 
ich die Art in beiden Geschlechtern kennen gelernt. 

13. Halictus Griboäi n, sp t 

Nigro-piceus, nitidus, pällide pilosulus, clypeo centroque faciei parce 
sed fortiter punctatis, nitidioribus, metanoti basi longitudinaliter rugosa, areis 
lateralibus undique acute marginatis, supra sitnul eleganter cordiformibus, 
laevibus, abdomine punctulatissimo, subtilissime albo-pubescente, segmentis mar- 
gine pallidis, 1 et 2 utrinque, 3 et 4 margine toto tenuissime albo-ciliatis. 

Q. Mesonoto et scutello modice confertim et subtiliter punctatis, nitidi- 
usculis parcius pilosulis, abdomine subovali. 

cf . Clypeo apice flavo, flavedine mediosursum subproducta, antennis elon- 
gatis, flagello subtus testaceo, tibiis tarsisque flavis, illarum macula media nigra, 
horum articulo ultimo fusco; mesonoto confertim punctata, densius hirsuto, 
opaco ; abdomine subcylindrico, depressiusculo. 

Obwohl ohne Binden auf der Basis der Hinterleibsringe, ist diese Art 
dennoch mit 11. cylindricus und noch mehr mit mälachurus verwandt, von beiden 
aber namentlich das Q besonders dadurch leicht zu unterscheiden, dass das ober 
dem Kopfschild liegende Mittelstück des Gesichts ebenso glänzend uud sparsam 
punktirt ist, wie jener selbst. 

9- Schwarzbraun, weisslich oder blass braungelb fein und nicht sehr dicht 
behaart. Kopf rundlich, ziemlich dicht und fein punktirt, der Kopfschild etwas 
vorgezogen und gegen das Ende verschmälert, nebst dem ober ihm liegenden 
Mittelstück des Gesichts durch stärkeren Glanz und sehr sparsame aber grobe 



II Vineiii>|tt<'r.>li>Ku . Ii<< Iti'iti 



63 



Ponktur ausgezeichnet, Fühler anl der Unterseite etwas heller, ftüttelrflcken und 
Bchildohen massig dicht und fein punktirt, dünn behaart, glänzend, ersterer mit 
deutlicher llittelfnrche. Basis des HinterrQckens hinten abgestntzi and etwa 
msgtrandet, fein längsrunzelig, « i 1 « - Seitenränder flach abgestumpft; die 1 » « - ■ • 1 • ' > > 
hintern Seiteilfelder susammen ohen sein- schön and regelmässig henförroig, die 
glatte Oberflache derselben mit einzelnen sehr feinen baartragenden Punktdrüsen 
bateiit. Flügel braunlich getrübt mit, hell rothbraunen Adern und Mal, die beiden 
die mittlere Culwtal/olle bildenden Adern nach rorne etwas gebogen zusammen- 
geneigt. Heine graulich behaart. Hinterleib elliptisch eiförmig, sehr gleichmüssig 
fein und dicht punktirt, glänzend, doch gegen das Knde die ( >berlliirhliehkeil 
und Dichtigkeit der Punktur zu-, der Glanz abnehmend, oben sehr fein, gegen 
das Knde dichter weiss flaumhaarig, an den Seiten mit abstehenden längeren, 
fegen das Knde zahlreicheren, weissen Haaren besetzt, die Hinterränder der 
Hinge blass braungelb, die der beiden ersten seitlich, die andern ganz mit 
längeren Wimperbaaren besetzt; Basis und Seiten des ersten Ringes kurz borstig 
behaart: Bauchringe ziemlich lang und abstehend braun gefranst. 

cf 1 . Kopf nebst Kopfschild dem des H. cylindricus ähnlich, letzterer also 
mässig verlängert, am Rande gelb, das Gelb lebhafter und in der Mitte etwas 
nach oben erweitert; Fühler ebenfalls denen der genannten Art ähnlich verlängert, 
etwas dünner, unten vom vierten Gliede an braungelb. Mittelrücken dicht punktirt 
und behaart, fast glanzlos; Schienen und Füsse gelb, um die Innenseite der 
erstem zieht sich ein schwarzer Fleck, der wenigstens an den hinteren die 
Aussenkante freilässt; an den Füssen ist nur das letzte Glied braun. Der Hinter- 
leib ist etwas breiter und flacher als bei cylindricus, namentlich an den Seiten 
stark flaumhaarig, so dass weder die Wimpern an den Seiten des Hinterrandes, 
noch die ohnehin schwachen und nur durch etwas dichtere Pubescenz gebildeten 
Haarflecken an der Basis des zweiten und dritten Ringes besonders in die 
Augen fallen. Bei H. malachurus, dem auch das dieser Art täuschend ähnlich 
sieht, ist der obere Theil des Hinterrückens klein, halbkreisförmig, hinten scharf 
gerandet und bis an den Rand runzelig rauh, das Flügelmal kürzer und breiter, 
die Fühler kaum merklich kürzer, 

Einige Q und ein cf , die mir zur Beschreibung vorlagen, wurden von 
H. Ingenieur Gribodo in Turin in der Umgebung dieser Stadt gesammelt und 
erlaubte ich mir, diese Art nach dem Entdecker derselben zu benennen. 

14. Anthidium 4-seriatum n. sp. 
Kigrmn, capite thoraceque rugoso-punetatis, supra fulvo-griseo, lateribus 
et ittfra ecuto-cilloais, facie, oeeipite, tuberculis humeralibus, sqttamuHs, margine 
mesonoti et scutelli plus minus flavo-maculatis aut lineatis, abdomine ovali, 
enitice truncato, nitido, punetato, pilosulo, mueulis flavis in series 4 parallel is 
dispositis, pedibus flavis, basi et interdum tibiarum maeula nigris. 

Mandibulis medio facieqae flavis, segmenti sexti angulis lateralibus 
posticis unispinosis, septimo transversa, apicali medio spina compressa subar- 
cuata armato, utringue in laminam irregulariter subquadratam , supra flaco- 



64 



Dr. J. Kriechb aumer. 



maculatam producto ; trochanteribus posticis intus oblique truhcatis, apice in 
dentem obtusum subproductis. Long. 10~12 mm - 

Q. Facie flava, vitta lata media nigra usque ad clypei marginem producta, 
segmento sexto toto nigro, apice subproducto, utrinque late oblique truncato 
vel subemarginato, scopa ventrali pallide fulvo-sericea. Long. 9 l / 2 — 10™™- 

Eine durch die in vier Reihen gestellten Flecke sehr charakteristische Art. 
. Kopf und Bruststück runzelig punktirt, fast körnig rauh, matt, oben 
blass rothgelb, unten und an den Seiten, zuweilen fast durchaus, weissgrau 
behaart, die Haare an den Seiten länger und sehr dicht, fast filzig, die Ober- 
kiefer, mit Ausnahme der Wurzel und Spitze, der Kopfschild, der ganze an- 
gränzende Theil des Gesichts bis zu den Augen und neben denselben bis zur 
Fühlerwurzel, ein Querstrich jederseits am Rande des Scheitels, ebensolche am 
Vorderrande des Brustrückens, diese zuweilen sehr klein, der schmale Seiten- 
rand desselben neben den Flügelschuppen, diese theilweise selbst, je zwei Striche 
am Hinterrande des Schildchens, ein Punktflecken vor ihnen am Aussenwinkel 
derselben gelb; Schildchen halbkreisförmig, hinten in der Mitte schmal und 
seicht ausgerandet. Flügel schwärzlich getrübt, zuweilen mit helleren Stellen. 
Beine gelb, weiss behaart, an der Hinterseite der Vorder- und Mittelschienen 
und Füsse längere weisse, an der Vorderseite der Hinterschienen meistens gelbe 
Haare; Hüften, Schenkelringe und der grösste Theil der Schenkel schwarz, nur 
die Unterseite der letztern mehr oder weniger gelb, besonders an den vorderen, 
die Gränze zwischen den beiden genannten Farben manchmal röthlich; Schienen 
und erstes Fussglied aussen gelb, innen mehr oder weniger schwarz oder braun, 
die übrigen Fussglieder meist rothbraun; die hintersten Schenkelringe innen 
schief abgestutzt und nach hinten in Form eines breit dreieckigen Zahnes ver- 
längert. Hinterleib walzig eiförmig, vorne abgestutzt, glänzend, eingestochen 
punktirt, die Punkte seitlich und in der Mitte ziemlich grob und etwas zerstreut, 
auf dem schwach niedergedrückten Hintertheile äusserst fein und dicht, der 
hinterste schmale Saum ganz glatt; auf den beiden letzten Ringen sind die 
Punkte mehr gleichmässig, mittelfein; über den Rücken ziehen sich vier parallele 
Reihen gelber Flecke, von denen die seitlichen auf den vier ersten Ringen fast 
nochmal so gross als die Rückenflecke, quer, die des fünften Ringes denselben 
fast gleich und wie diese mehr rundlich sind; auf diesen fünf Ringen zeigen 
immer je zwei nebeneinander auf derselben Seite eines Ringes stehende Flecken 
hinten einander zugekehrte, verlängerte Spitzen, die auf jedem hinteren Ringe 
stärker hervortreten und, namentlich auf dem vierten und fünften, zuweilen 
wirklich zusammenfliessen ; zugleich nähern sich auch die Rückenflecken einander 
immer mehr, ohne jedoch die Neigung zu einer Verbindung anzuzeigen; nur auf 
dem sechsten Ringe sind zuweilen die Rückenflecke einander so sehr genähert, 
dass eher ein Zusammenfliessen derselben unter sich als mit den hier immer 
viel kleineren Seitenflecken (die wohl zuweilen ganz fehlen dürften) zu vermuthen 
ist. Der siebente Ring ist quer viereckig, etwa viermal so breit als in der 
Mitte lang, hier mit einem zusammengedrückten, sanft gekrümmten, mässig 
langen Dorn versehen, beiderseits tief ausgerandet, die Ausrandung durch eine 



ßß 



ange, blassgelbe l>e\\ imp< Tiing fast ganz ausgefüllt, dm durch du \u randung 
gebildeten Seitenlappen trapezoidiscli, der Hinterrand selbst wieder schwach 
ausgerandet, die beiden Ecken stumpf, die innere bis etwa zur Länge de Mittel* 

dorns ausgezogen, kurz, und stumpf abgestutzt, auf jedem Lappen ein (juerer, .tu 
der Basis ausgerandeter gelber Fleck, der als das Fnde der äusseren Flecken« 
reihe des Hinterleibsrüekens /u betrachten ist 

9- Die Zeichnung itn Wesentlichen der des sehr ähnlich, in dem 
ebenfalls gelben Gesicht hat jedoch der KopIVhild eine breite schwarze Längs- 
strienie, die sich eben an den auch beim o 1 vorhandenen schwarzen Fleck an 
der Fühlerwurzel ansehliesst, nach unten kaum etwas verschmälert und unmittel- 
bar vor der Verbindung mit dem schwarzbraunen, schwach und stumpf gezähnel- 
ten. in der Mitte seicht ausgerandeten und schwach wulstig aufgebogenen Unter- 
rande sich wieder etwas erweitert. Die gelbe Zeichnung des Brustrücken- und 
Schildchenrandes ist zuweilen stärker entwickelt, so dass auf ersterem Vorder- 
und Seitenlinie zusanimenrliessen (rar. virenmeiueta mihi), und auf letzterem 
nur ein schwarzes dreieckiges Mittelfeld übrig bleibt, das von einem gelben, 
hinten in der Mitte unterbrochenen Rande eingefasst ist, wobei jedoch der 
kleine Vorderfleck von dem hinteren Streifen noch durch eine rothe Linie 
getrennt ist. An den Beinen, besonders den Mittel- und Hinterschenkeln und 
Schienen, zieht sich die schwarze Farbe mehr zurück und wird theilweise durch 
rothbrauue ersetzt. Die Flecken des Hinterleibs sind alle deutlich abgegrenzt 
und zeigen kaum hie und da eine Spur der einander zugekehrten ausgezogenen 
Hinterränder, der sechste Ring ist ganz schwarz und ungefleckt, der Hinterrand 
beiderseits breit und schief abgestutzt, zuweilen schwach ausgerandet, in der 
Mitte mit einem kleinen dreieckigen Ausschnitt, der aber von unten durch die 
vorragende Endspitze des letzten Bauchringes verdeckt wird. 

Es liegen mir vier Exemplare vor, von denen das grössere cT un( ^ die 
beiden 9 von Herrn Erber auf Corfu und Syra, das kleinere cf von meinem 
Sohne am 21. August 1868 im Sarnthale bei Bozen gefangen wurden. 

15. Psithyrus lugiibris m. 
Unter einem halben Tausend von Hummeln aus Tyrol, deren Bestimmung 
ich übernommen hatte, fand ich ein aus dem südlichen Gebiete dieses Landes 
stammendes cT, das ich bei keiner mir bekannten Art von Bombus oder Psithyrus 
unterbringen konnte. Die gewölbten und drüsig rauhen Hinterschienen Hessen 
sogleich einen Psithyrus vermuthen, wenn auch nach einer ähnlichen Bildung 
jener Theile bei B. pomorum Panz. und mesomelas Gerst. die Möglichkeit nicht 
ausgeschlossen war, dass auch dieses cf einem Bombus angehören könnte. Da 
mir aber von den Arten dieser Gattung mit rothbehaartem Ende des Hinterleibs, 
wohin auch jenes gehören würde, alle, die ich überhaupt kenne, auch im 
männlichen Geschlechte bekannt sind und alle diese cT glatte Hiuterschienen 
haben, obigen pomorum allein ausgenommen, dieser aber schon durch die 
erweiterten Fühlerglieder abweicht, war die Wahrscheinlichkeit um so grösser, 
dass selbes einem Psithyrus angehöre. Nach der entschieden braunrothen Be- 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abh. «J 



66 



Dr. J. Kriechbaum er. 



haarung der drei letzten Hinterleibsringe hätte es unter den bereits bekannten 
cf nur zu dem von rupestris oder quadricolor gehören können. Von diesen 
beiden zeigte es sich aber durch die in nachfolgender Diagnose und Beschreibung 
ausgedrückten Merkmale so abweichend, dass es einerseits als eine davon bestimmt 
verschiedene Art betrachtet werden muss, andererseits es im höchsten Grade 
wahrscheinlich ist, dass es als das bisher noch unbekannte meines im Jahr- 
gang 1870*) dieser Zeitschrift p. 159 beschriebenen Ps. lugubris anzusehen sei. 
Die Diagnose für dasselbe würde nun lauten: 

Fade media albido-sericeo-villosa, alis liyalinis, segmentis 3 ultimis totis 
rufo-hwsutis, ultimo ventrali oblique angustato, apice ipso medio subemarginato, 
subtus lineola apicali longitudinali impressa. Long. 16 mn - 

Durch das dicht mit weissen oder ganz blassgelben Seidenhaaren besetzte 
Gesicht, das nur an den Seiten und oben eine Einfassung von schwarzen Haaren 
zeigt, fällt der Unterschied zwischen dem cf dieser Art und denen von rupestris 
und quadricolor sogleich und auffallend in die Augen, da von diesen beiden Arten 
selbst noch die auf Brust- und Hinterleibsrücken mit ausgebreitetster gelbgrauer 
"Behaarung geschmückten Varietäten ein ganz schwarz behaartes oder höchstens 
mit einzelnen helleren Haaren gemischtes Gesicht haben; dem Scheitel sind 
(vielleicht nicht immer) graue Haare beigemischt. Die Fühler sind etwas länger 
und dünner als bei den genannten Arten, doch weniger als bei campestris; 
dieses Verhältniss tritt an dem ersten Geisselgliede deutlicher als an den ganzen 
Fühlern hervor. Der Vorderrand des Brustrückens hat eine aus hellgrauen 
Haaren gebildete Binde und auch das Schildchen ist mit solchen Haaren gemischt. 
Brust und Beine sind lang und zottig behaart, die Behaarung aus weisser und 
schwarzer gemischt, theils die eine, theils die andere vorherrschend; die Hinter- 
ferse ist nicht wie bei dem von rupestris langgestreckt und fast parallel 
verlaufend, sondern wie die der übrigen Arten etwas breiter und gegen die Basis 
in einem flachen Bogen verschmälert. Die drei ersten Hinterleibsringe sind 
entschieden und dicht schwarz, die drei letzten hell braunroth behaart, letztere 
Behaarung am Hinterrande der einzelnen Ringe in's Gelbliche gehend; die drei 
letzten Bauchringe seitlich am Hinterrande lang rothgelb gefranst; der letzte 
der ganzen Länge nach von vorne nach hinten geradlinig verschmälert, am 
Ende abgestutzt, in der Mitte seicht ausgerandet, unten wie mit einem schmalen 
dunklen Filzstreifen gesäumt und die Äusrandung nach vorne in eine kurze 
linienartige Furche fortgesetzt. 

Ein seitdem von Herrn Ed. Steinheil bei Riva gefangenes 9 zeigt am Vorder- 
rande des Brustschildes und zu beiden Seiten des viertenHinterleibsringes so schwa- 
che Spuren gelber Haare, dass selbes meiner Var. 1. ausserordentlich nahe kommt 
und als Uebergang dieser Var. zur Var. 3a zu betrachten ist. Ein zur Var. 4b. ge- 
höriges 9 fing ich selbst am 25. Mai 1871 im Haine von Lippiza bei Triest. 



*) In den Verliandl. 1870. p. 150 ist in der Diagnose des Bombus niveatus (vorletzte Zeile 
derselben) statt „aecundo" zu lesen „tertio' 1 . 



HyMnoptorologiach« Beiträgt, 



67 



RuMiilmgiii zu Korawlti'fi Beitrag rar Blenenfawu Deutschlands. 

Dies« VcrhillR. XXII. 1818. 

Pftg. 855. n. I. AnthopJiora canescens Brulld. Die dazu gehörige Ab- 
bildung bei Brülle' ist so schlecht, dass es ohne Texl unmöglich wäre, diese 
Ait in derselben bu erkennen. Der Hinterleib ist viel zu schmal, der ganze 
Meten desselben wir dos Bruststucks einfarbig grau, von der oberflächlichen 
Darstellung dos Flügelgeäders und der Hinterbeine nicht, zu reden. Nach dem 
'lV\t ist jedoch die Deutung als nigrocincta I-«')». , .annehmbar. Christ's Apis 
grisea, die Moraw. allerdings mit ? citirt, gehört sicher nicht hieher und dürfte 
wohl am ehesten einen männlichen Bombus oder Psithyrus vorstellen. Dagegen 
glaube ich bestimmt, dass Germar (In. Ins. Kur. XII. f. 22) als Megilla stibterranea 
das obiger Art dargestellt und beschrieben hat, und da diese Beschreibung 
nhngefähr um das Jahr 1830 veröffentlicht wurde, ist auch Germar's Benennung 
als die älteste anzunehmen. Ks wäre sogar in Berathung zu ziehen, ob nicht 
der Gattungsname MegiUa überhaupt beizubehalten und der Name Anthophora, 
der nur auf die Antlwcopa papaveris gegründet scheint, für diese Gattung 
anzunehmen, oder, wenn man diese Art mit Osmia vereinigen will, ganz bei 
Seite zu lassen wäre. Dass aber Kabricius selbst die Apis papaveris unter den Arten 
seiner Gattung Anthophora nicht aufführt, rührt daher, dass er selbe mit A. 
(Megachüe) argentata vermengte, unter deren Synonymen sie zu finden ist, 
und welcher er in Folge davon auch deren Lebensweise zuschreibt. 

Pag. 359. n. 18. Osmia platycera Gerst. Diese Art ist identisch mit 0. 
V&osa Schenck, wie ich nach einem von Schenck selbst bestimmten 9> das mir 
Herr Dr. Müller in Lippstadt zur Ansicht mittheilte, versichern kann. 

Pag. 361 n. 22. Osmia motttivaga Moraw. Von dieser Art habe ich bei 
Chur zwei cf und bei München zwei Q gefangen, auch ein 9 aus der Gegend 
von Turin zur Ansicht. Ich hatte selbe bereits als vermuthlich zusammengehörig 
und für neu gehalten und kann sowohl die Artreclite als die sehr gute Be- 
schreibung von Morawitz nur bestätigen. 

Pag. 3G2. n. 23. Osmia tubereulata Nyl. Bei dieser Art ist Morawitz 
sicher in Irrthum, wenn er glaubt, das von Giraud beschriebene von dessen 
O. cylindrica gehöre nicht dazu, sondern zu leucomelaena.*) Dass Morawitz 
unter der obengenannten Art die cylindrica Gir. verstand, geht aus seiner 
Beschreibung des und ans dem Umstände, dass er ein Paar in copula fing 
und somit auch das Q kannte, unzweifelhaft hervor. Nun misst aber diese Art 
nach Giraud 12 — 1 l 1,1m - nach Morawitz selbst das q a 10 —11mm. e s ist deshalb 
höchst unwahrscheinlich, dass ein mit dem von Giraud angegebenen Masse 
zn einem Q gehört, das, wie es bei leucomelaena der Fall ist, 3—4"', also 
höchstens 9 mm misst, wenn nicht ganz sichere Merkmale auf letzteres hinweisen. 
Ich kann aber in Giraud's Beschreibung nichts finden, was auf das von Morawitz 



*i Die Schreibweise leucomelana ist unrichtig (da das Wort im Griechischen XsuXOU^XaiVOC 
heissti; ich hahe diese Art hier im Sinne Smith's und Gerstäcker's (also — iitterrupta Schencki an- 
genommen, ohne die Richtigkeit dieser Deutung der Kirhy'schen Art für ganz sicher zu halten. 

9* 



68 



Dr. J. Kriechbaum er. Hymenopterologische Beiträge. 



beschriebene nicht passen oder im Gegensatze dazu sicher nur auf leueome- 
laena hinweisen würde. Der einzige Grund, der Morawitz veranlassen konnte, 
Giraud' s für das der leueomelaena zu halten, ist, dass Giraud die Spitze des 
Höckers „obtus" nennt, während er nach Morawitz ausgerandet ist. Letzteres 
ist nun allerdings richtig, diese Ausrandung ist aber wahrscheinlich nicht immer 
gleich stark, und bei meinem Exemplare wenigstens nicht so bedeutend, dass 
ich die Bezeichnung „obtus" (namentlich einem als spitz auslaufend gedachten 
Höcker gegenüber) unvereinbar fände; auch die „base large" lässt sich ebenso- 
gut auf eine geradlinige wie auf eine kreisförmige Basis anwenden. Bei leueome- 
laena hätte ferner Giraud nicht blos die gelbe Behaarung der folgenden Bauch- 
ringe, sondern gewiss auch die ebenso auffallende Ausrandung derselben ange- 
geben und das Grübchen des letzten Rückenringes kaum als „medioerement 
profonde" bezeichnet „La forme allongee, presque cylindrique" (was als ein 
Hauptmerkmal auch in der Diagnose hätte ausgedrückt werden sollen) bezieht 
sich auf beide Geschlechter, und dann ist das überdiess noch „un peu plus 
etroit"; das passt doch sicher nicht auf den in der Mitte immer erweiterten, 
von Morawitz selbst als eiförmig bezeichneten, genauer aber länglich-eiförmigen 
Hinterleib des $ von leueomelaena, vollständig aber auf das von cylindrica. 
Wenn man endlich das 9 der cylindrica und das cT der leueomelaena neben- 
einander vor sich hat, so wird man es kaum für möglich erachten, dass Giraud, 
„dieser ausgezeichnete Beobachter", wie Morawitz selbst anerkennt, dieselben 
als zweifellos zusammengehörig hätte betrachten können. Hätte Giraud das 
der leueomelaena in natura gekannt, so würde er die Unterschiede zwischen 
demselben und dem seiner cylindrica sicher erkannt und schärfer hervorgehoben 
haben, und weder er noch Schenck hätten dann über die Verschiedenheit der- 
selben in Zweifel gerathen können. 

Vom dritten Bauchringe sagt Morawitz in der Diagnose, er sei „disco 
transversim convexo", in der Beschreibung aber, derselbe habe „auf der Scheibe 
beiderseits deutliche, halb walzenförmige Querleisten" ; diese Bezeichnungen 
lassen sich schwer vereinigen. Ich würde nach meiner Anschauung vom dritten 
und vierten Bauchringe sagen, sie seien „disco transversim emarginato-carinatis", 
ich finde nämlich auf jedem dieser Ringe eine schief erhabene Querleiste, die 
des dritten wenig, die des vierten aber stark ausgerandet, und selbst auf dem 
fünften ist noch beiderseits eine schwache Spur davon wahrzunehmen. Die 
goldgelben Haare am Rande dieser Ringe sind ziemlich kurz und wenig auffallend. 

Berichtigungen. 

Morawitz gibt in den seiner neuesten Arbeit (Neue südrussische Bienen) 
angehängten synonymischen Bemerkungen meine Ösmia quadricornis als identisch 
mit Latreillii Spin. an. Ich muss ihm hierin um so mehr zustimmen, als ich 
bereits selbst meinen Irrthum erkannt habe. Ich hatte zur Zeit, als ich meiue 
Art beschrieb, nur Lepeletier zur Hand, dessen Diagnose die Kiefer an der 
Basis als „tuberculatae", bezeichnet, was eine von dem tatsächlichen Verhältniss 
ganz verschiedene Vorstellung hervorruft. Als ich dann später die genaue 
Beschreibung Latreille's in der Encyclopedie (in der Folge auch die Spinola's) 
kennen lernte, wurde mir die Identität der beiden Arten sofort klar. 



Haemophila, nov. gen. Tabanidarum. 



Vou 

Dr, J. Kriechbaumer in München, 

(Vorgelegt in der Sitzung am 5. Februar 1873.) 

Unter einer Anzahl Dipteren, die ich von Herrn Gribodo in Turin zum 
Geschenk erhielt und von einem Verwandten desselben, Herrn Fallotti, in Pinerolo 
gesammelt worden waren, fand ich einen Tabaniden, den ich in keiner der zur 
Zeit bekannten Gattungen unterbringen kann. Das Thier, ein 9 > zeigt in der Kopf- 
form, in der Länge und dem Bau der Fühler die meiste Aehnlichkeit mit 
Haematopota, und ist mit dieser Gattung entschieden am nächsten verwandt. 
Namentlich sind es H. variegata und Italien, welche fast ganz dieselbe Länge 
und Form der Fühler haben, und der Umstand, dass bei genannten Arten statt 
des einen kurzen Mittelgliedes zuweilen noch ein wenigstens scheinbar zweites 
vorkommt, macht die Annäherung noch grösser, indem das neue Thier nur noch 
ein solches Mittelglied mehr, also drei besitzt. Während aber bei Haematopota 
das letzte Fühlerglied selbst minder geringelt ist, kann ich bei diesem Thiere 
keine Spur dieser Ringelung entdecken. Eine weitere Abweichung bilden die 
Taster, welche bei den Q von Haematopota auf dem Rüssel aufliegen, hier 
dagegen schief nach vorne von demselben abstehen. Die verschiedene Bildung 
der Stirnschwiele (s. u.) und der Mangel der sammtschwarzen Flecken über 
denselben, und besonders die ganz glashellen Flügel geben dem Thiere überdiess 
ein auch habituel von Haematopota abweichendes Aussehen, und das letztgenannte 
Merkmal eine gewisse Uebereinstimmung mit Tabanus und Hexatoma. Während 



70 



Dr. J, Kriechbaumer. 



mit der erstem dieser beiden Gattungen allerdings auch in der Färbung des 
ganzen Thieres grosse Aehnlichkeit vorhanden ist, kann doch der ganz verschie- 
denen Form der Fühler wegen keine nähere Verwandtschaft damit beansprucht 
werden. Noch weniger lässt sich eine nähere Beziehung zu Hexatoma annehmen, 
denn wenn auch diese Gattung in der Länge und grösseren Gliederung der 
Fühler dem neuen Thiere scheinbar näher steht, weicht sie doch durch die ganz 
verschiedene Form und Länge der Glieder und durch den ganzen Habitus, mehr 
als Tabanus davon ab, und ich würde daher diese neue Gattung zwischen 
Haemat02wta,&n welche sie sich jedenfalls unmittelbar anreihen muss. und Tabanm 
stellen. 

Da ich durch das eben Gesagte die Aufstellung einer neuen Gattung 
hinlänglich gerechtfertigt halte, glaube ich zur genauem Umgrenzung derselben 
vorerst noch die Auffindung mehrer ähnlicher Arten oder wenigstens des cj der 
gegenwärtigen noch einzigen abwarten zu müssen, zur vorläufigen Unterscheidung 
derselben jedoch folgende Merkmale für hinreichend halten zu dürfen: 

Antennae 5-articiilatae, ariicnlo 1 et 5 elongatis, 2-4 brevissimis. Palpi 
feminae oblique a rostro distantes. Mae hyalinae. 

Ich lasse nun die Beschreibung der Art nach dem einzigen mir vor- 
liegenden weiblichen Exemplare folgen, und nenne sie dem Entdecker zu Ehren : 

Haemophüa Fallottii m. 

Schwarz, mit feiner, weissgrauer, auf der Unterseite fast weisser Pubeszenz, 
Kopf und Brustschild seitlich und unten ausserdem mit längeren weissen Haaren 
bedeckt. Kopf quer, vorne mässig (etwas weniger als bei Haematopota) gewölbt, 
die Augen durch die sehr breite Stirne getrennt: von jeder Fühlerwurzel zieht 
sich eine quere, länglich herzförmige, glatte, glänzend schwarze Schwiele mit 
scharf ausgezogener Spitze bis an das Auge, ober der Fühlerwurzel befindet 
sich die mehr in der Quere ausgebreitete, aber nur das mittlere Drittel der 
Sürnbreite einnehmende Stirnschwiele, die nach unten von einer weissgrau 
behaarten, klammerartigen (' — - — ) Linie begrenzt ist, welche beiderseits am 
innnern Augenrande sich nach oben verlängert und den dunkler behaarten 
mittleren Theil der Stirne einschliesst; das Untergesicht ist kurz und sehr 



ftaumophtlc no v ^<>n r ttban idamm 



71 



breit, an der rechten Wange Btehon zwei kleine Bchwarze Punktflecken quci 
neben einander, der eine dicht am Auge, auf der linken (wohl in Folge einer 
anregelmlesigen Entwicklung), zwei solche, etwas kleinere, schief unter und 
«liriit an einander, letztere von einem schwarzen King umschlossen, ausserdem 
beendet sieh ein tief eingedruckter schwarzer Punkt in der Mitte jeder Naht, 
welche den Clypens von den Wangen trennt, und ein glatter, glänzender au! 

der Mitte des ersteren. Die Fühler sind länger als der Kopf, schwarzbraun, die 
Grundfarbe der Glieder mit Ausnahme des letzten durch die grau an der Spitzt 
der Glieder etwas borstig abstellende Behaarung bedeckt; das erste Glied walzen 
förmig, ohngeföhr so lang wie die drei nächsten zusammen, welehe zapfenförmig 
sind, das fünfte hat die Form eines sehmalen, von der Mitte gegen die Basis 
wenig verbreiterten, gegen das Ende sanft nach oben gebogenen Messers und 
die Lange der übrigen vier Glieder zusammengenommen. Der senkrechte, seh warz- 
braune Rüssel hat ungefähr dieselbe Form und Länge wie bei Raematopota, 
die zurüekgeschlagene, dicht anliegende Saugrläche ist unten schmal und am 
Rande mit einer Reihe kurzer Bürstehen besetzt, die blassgelben Taster sind 
etwa V4 — V3 kürzer als der Rüssel, schief nach vorne abstehend, schwach nach 
unten und nach aussen gebogen, und erscheinen schief von oben betrachtet 
grirlel-, senkrecht vou oben gesehen, kurz pfriemenförmig und der Länge nach 
von einer Furche durchzogen. Der Brustrücken ist schwarzbraun und zeigt vier 
weissgraue Längsstriemen, von denen die beiden mittleren ziemlich entfernt 
stehen und schmäler sind als die äusseren. Die Flügel sind glashell, stark glänzend, 
die Adern dunkelbraun, die Rand- und Hinterrandader nebst dem wenig auf- 
fallenden Flügelmal hellbraun, die Zwischenrandader deutlich sichtbar und 
getrennt, der vordere Ast der Gabelader mit einein kurzen rücklaufenden Anhang 
versehen. Schenkel schwarz, durch die ziemlich dichten feinen Seidenhaare grau 
erscheinend, das Ende der Schienen (die vordersten in grösserer Ausdehnung 
die hintersten zum Theile auch längs der Innenseite) und die Füsse schwarz, 
das erste Glied der Mittel- und Hinterfüsse jedoch nur an der Spitze. Hinter- 
leib etwa nochmal so lang als breit mit parallelen Seiten, oben aschgrau flaum- 
haarig mit zwei Strichen dunkelbrauner, nicht ganz an den Hinterland reichender 
Flecken, das erste Paar quer, das zweite nach hinten dreieckig verschmälert; 
die folgenden nach aussen etwas unbestimmt abgegrenzt und je nach dem Auf- 
fallen des Lichtes in verschiedener Form erscheinend, in der Mitte dringt die 



72 



Dr. J. Kriechtaumer. Haemophila. nov gen. Tabcmidarum. 



graue Farbe in Form von Dreiecken zwischen die Fleckenpaare ein, so dass die 
des zweiten und dritten Ringes vorne noch zusammenhängen, die der übrigen 
Ringe aber vollständig getrennt sind; auf dem fünften und sechsten Ringe werden 
diese Flecken überhaupt kurz und undeutlich, aber zu den Seiten eines jeden 
ist noch ein zweiter von rundlicher Form sichtbar, der Afterring fast ganz 
braun ; die Unterseite ist dicht weissgrau flaumhaarig, mit einer breiten, schatten- 
artig braunen Mittelstrieme. Länge 10 mm - 



Ueber Verbreitung 
und Vorhalten der Gattung IVlecanus 

im europäischen Osten. 

Von 

Eduard Hodek. 

(Vorgelegt in der Versammlung vom 3. März 1873.) 

Auf dem ganzen weiten Donau- Gebiete von der Tlieiss-Mündung bei Titel 
bis an's Delta, fand ich beide Arten Pelecanus, welche bisher allein als europäische 
galten, Pelecanus onoeratalus und crispus, getrennt brütend. Im Juli 1868 ent- 
deckte ich aber im ehemaligen Inundations- Terrain der unteren Theiss, auf 
dem Mosoriner Sumpfe, auch ein brütendes Paar Pelecanus minor Rüpell, mit 
1 Ei im Neste, erlegte beide Alten, wovon der Balg des 9 zu Grunde ging, 
das aber sich in der Sammlung des Herrn A. Schoeck in Basel ausgestopft 
befindet. 

Es würde daher, trotzdem ich seither nicht wieder so glücklich war, ein 
Exemplar dieser Art zu erlangen, jedoch beinahe alljährlich etliche wenige der- 
selben, Schaaren der grösseren Arten beigesellt fand und ohne Zweifel als minor 
erkannte, nicht unberechtigt erscheinen, wenn ich auch diese Art als europäische 
bezeichne, nachdem sie allerdings in auffallender Minderzahl, nichtsdestoweniger 
aber doch auch bei uns in Europa brütet. Ich habe gegründete Hoffnung, wenn 
mir nächstens das Glück günstiger ist, dies mit Individuen und Eiern oder 
Jungen derselben, wiederholt beweisen zu können, nachdem ich jetzt mehrere 
ihrer Aufenthaltsorte kennen lernte. 

Das Brüten von crispus ist abwärts von Dessa bei Kalafat angefangen, 
regelmässig von mir beobachtet worden und es befand sich hievon bis zum 
Jahre 1869 im wallachischen Sumpfe bei Dessa, also unter dem 40. L. -Grade, 
noch eine ansehnliche Colonie; im Jahre 1870 war noch ein starker Brutplatz 
bei Osztrowo unterhalb Oreawa in Bulgarien. Beide waren ausschliesslich von 
crispus besetzt und ist die erste wegen Austrocknung des grössten Theiles ihres 
Sumpfrevieres, die andere aus mir noch nicht ganz erklärten Gründen, (denn 
niemals störte ich sie) von "dort verschwunden. Von hiev angefangen, trifft man 
sowohl auf wallachischer, als auch auf bulgarischer Seite Brutplätze, aber eben- 
falls auch ausschliesslich nur immer noch von crispus. theils in Sümpfen des 
Z. B. Ges. B. XXIII. Abb. 10 



74 



Eduard Hodek. 



Donau-Innndations-Terrains, theils und hauptsächlich aber in den, weit von 
der Donau entfernten, von Bergen eingeschlossenen Landseen, deren Ufer meistens 
mit hohem uud dichtem Rohrwuchs umgeben und der selten gestörte Lieblings- 
Aufenthalt von crispus sind. Die in den weiten wallachischen und moldauischen 
Tietlands- und Donau-Ufersümpfen wuchernden Rohrwüsten, bergen diesen Vogel 
bei weitem nicht so häufig, wie diese verhältnissmässig kleinen, bulgarischen 
Landseen des Gebirges und ich kann mir hiefür keinen weiteren plausiblen Grund 
denken, als den Umstand, dass dem Fisch-Vielfrasse Pelikan die Bequemlichkeit 
der Fischerei, womit er sich in den kleinen, meist sehr fischreichen Bergseen 
weit schneller die nöthigen Nahrungs - Quantitäten verschafft und die absolute 
Ruhe, deren er sich bei der dortigen Bevölkerung erfreut, besser behagen mag, 
als in den weitläufigen Sumpfseen der rumänischen Ebenen, welche der dortige 
Bauer und Fischer doch öfter, als es drüben zu geschehen pflegt, mit dem 
Schiessgewehre in der Hand, durchstreift. 

Bis an die Landseen der Dobrudscha bei Rassowa und Czernawoda und 
rumänischerseits so ziemlich ebensoweit, gehört das Brut-Terrain ausschliesslich 
nur dem crispus und obwohl man auch schon am „Eisernen Thore" und zu 
Zeiten selbst bis in die Gegend von Semlin und der Theiss, streichend kleinere 
Trupps auch von onocrotalus antrifft, so habe ich diese Art bis westlich des 
Ardjis und des Flussbettes der Czernawoda, also westlich des 45. Längengrades 
brütend noch nie getroffen. — Von hier angefangen östlicher aber werden die 
Brut-Plätze des crispus immer seltener, onocrotalus beherrscht von hier an die 
fischreichen Rohrwässer und in geschlossenen Heerden von 100 bis 1000 und 
mehr Stücken, sieht man sie zur Brütezeit zu und ab von ihren Fischereiplätzen 
streichen. An ihrer asiatischen Verbreitungsgrenze mag wohl crispus südöstlicher 
von onocrotalus wohnen und in Mittel- und Süd -Asien den östlichsten Ver- 
breitungs-Cordon bilden, wie Brehm erklärt; allein im Donau- Gebiete ist dies 
das gerade Gegentheil und seine Vorposten stehen hier um 5 Längegrade 
östlicher vor dem Gros seiner rosenrothen Vettern. 

Beide Arten beobachten so ziemlich die gleiche Oekonomie, besser gesagt 
die gleiche Verschwendung mit Zeit, Raum und Nahrung und werde ich bei 
Beleuchtung ihrer Lebensweise allenfällige Unterschiede hervorheben, während 
sonst das Verhalten der einen Art im Allgemeinen auch für das der andern 
gelten kann. 

Der Pelecan erscheint an der untern Donau je nach der Strenge oder 
Milde der Frühjahrs- Witterung, von Mitte bis Ende April; onocrotalus scheint 
später einzutreffen, denn auch an den Brutplätzen beginnt er etwas später als 
crispus seine Thätigkeit. Trotzdem dieser Vogel sein vorjähriges Nest eben so 
regelmässig wieder aufsucht, wie etwa der Storch und Adler, so kümmert er 
sich in den ersten Wochen seiner Ankunft herzlich wenig um seinen künftigen 
Brutplatz, sondern streicht auch wohl an diesem vorüber, um weiter oben und 
wo es ihm sonst beliebt, herum zu schwärmen, wesshalb man um diese Zeit 
weit westlicher Pelecane antrifft, wo sie sich sonst nicht aufzuhalten pflegen, 
auch blos einige Tage lang durchziehen, bis sie sich gegen Mitte Mai auf ihren 



!'««l>t«i V«<! Im t'if iitiL' iiikI Vi>i h.iltrn <l«i (i.iduiij- I'. I. • .um» 7f> 

Brutpl&tsen einfinden, um da ihre Häuslichkeil einzurichten. Dans die elben Vögel 
ihr. 1 vorjährigen Bratplätze, ja dasselbe Paar auch das nämliche Nesl wiedei 
aufsacht, (notabene, wenn sie im Vorjahr gar in« Iii (»der nicht erheblich ge törl 
worden sind) erhellt daraus, dass ich besonders bei kleinen Colonien beobachtete, 
wie ihre sftmmtlicheo Glieder, welche im Vorjahre hier mm- Störung erfahren, 
nunmehr heuer Meli weit scheuer verhielten und einen um linken Ruder im Vor- 
jahre verstümmelten , sehr starken Vogel, erkannte ich im nächsten Frühjahre 
auf demselben etwas exponirten, von den andern getrennten Neste, wieder. Die 
Vorbereitungen zum Nisten nehmen nicht viel Zeit in Anspruch, denn es gilt 
Hos, das im letzten Spätsommer verlassene Heim mit dem wenigen, unumgäng- 
lich nöthigsten Materiale zur Eierunterlage wieder zu versehen, welches über 
Winter Sturm und Wellen allenfalls davon getragen hatten; dies geschieht 
Übrigens selten, nachdem selbst im kritischesten Momente, zur Zeit des Aus- 
schlüpfens der Jungen, die Nester jeder weichen Unterlage ganz entbehren und 
die wenigen beim Restauriren derselben zurechtgelegten, zerschlissenen Schilf- 
Matter und Stengel, von den kalkigen Exkrementen der Vögel so fest zusammen- 
gekleistert und hartgetreten sind, dass sie selbst mit der Hand nur schwer ent- 
fernt werden können. Nichtsdestoweniger werden aber alljährlich einige neue 
Rohrstengeln — besonders die weichen des jungen Rohres — mit zerschlissenen 
dürren, mitunter auch grünen Bohrblättern, frisch aufgelegt und eben getanzt, 
bei welcher Arbeit sich der gute Pelikan possierlich genug ausnimmt. Sein 
weicher Schnabel taugt schlecht zum Abreissen dieser Baustoffe, desshalb sucht 
er sich dieselben zumeist am Ufer, wo er vom Vieh abgetretene Stücke davon 
in Hülle findet, oder er fischt sein Material von der Oberfläche des Wassers 
weg, auf welcher es ihm der Wind von irgend wo zutreibt; dieses legt er nun 
auf's Nest und stampft es, sich dabei nach links und rechts im Kreise drehend, 
darauf fest. Daher kommt es auch, dass auf uralten Brutplätzen, die auf alten 
Rohrwurzelstumpfen aufgethürmten Nester alljährlich höher werden, sich sohin 
endlich ziemlich P/2 his 2 F. über den Wasserspiegel erheben und dem Vogel 
das Erklettern desselben beschwerlich machen. Jeder Brutplatz wird, das Rohr- 
dickicht mag noch so ausgedehnt und der freie Wasserspiegel auch nur ein be- 
schränkter oder aber ein noch so grosser See sein, immer und ausschliesslich 
nur an einem solchen schilffreien Flecke und immer am Rande von tieferem, 
freien Wasser angelegt. Auf grossen Wässern meist an jener Schilfwand, welche 
gegen Nordwesten vor Sturm und höherem Wellengange geschützt ist, oder in 
solchen Buchten, welche denselben Dieust leisten; hier hat der Brutplatz auch 
Morgensonne, wesshalb ich niemals, namentlich nicht an grösseren Seen, Nester 
an der Südseite fand. Ist der Brutplatz eine Bucht, oder sonst ein geschützter 
Winkel, welcher noch so tief ins Rohr einschneidet, so muss dieser mit dem 
grossen Wasserspiegel doch stets in Verbindung stehen und von ihm aus das 
freie Wasser schwimmend zu erreichen sein. Streicht die Schaar bei der Rück- 
kunft vom Fischen dem Brutplatze zu, so lässt sie sich niemals unmittelbar 
beim Neste nieder, sondern fällt aufs freie Wasser, von wo aus sich die Ange- 
hörigen dieser oder jener Richtung ihrer NistcolOnie zuwenden, welche sie rudernd 

10* 



76 



Eduard Hodek. 



früher umfahren und endlich aufy ihre trockenen Stühle steigen. Auf Bäumen 
sitzen sah ich im Donau- Gebiete niemals einen Pelikan, trotzdem ich auch starke 
Kopfweiden in der Nähe eines Platzes fand; es waren auch auf denselben keine 
Anzeichen zu ersehen, woraus hätte entnommen werden können, dass sich jemals 
einer hinauf gesetzt hätte; ohne ab und zu seine weisse Tünche von sich zu 
geben, würde er kaum lange oben geweilt haben und nie fand ich solches, das 
vom Pelikan herrührte. Sie mögen dies vielleicht anderwärts im Winter thun. 

Dass solche, inmitten von nur sehr grossen Rohrflächen gelegenen Sumpf 
seen, mittelst kleiner Kähne nur schwer zu erreichen sind, hat seine Richtigkeit; 
da man jedoch zu Fusse dieselben noch weit weniger zu betreten vermag, bleibt 
nichts als das Durcharbeiten mit ganz kleinen, leicht tragbaren, vorn und rück- 
wärts spitzen Kähnen übrig; hat man jedoch den See erreicht, so liegt es in 
der Natur der Sache, dass -man zur ferneren Annäherung an die Plätze selbst, 
gewonnenes Spiel hat, denn diese stehen, wie gesagt, niemals ausser Verbindung 
mit dem tiefen, freien Wasserspiegel, sondern hart an demselben und ich mass 
an einem Platze hart am Neste 14 F. Tiefe. 

Die Nester selbst stehen, je nach der regelmässig eingebogenen oder 
winkligen Einbuchtung, in kleinen, durch die Oertlichkeit bedingten Unter- 
brechungen, zu 5—10 (ja bis zu 62 zählte ich!) hart aneinander, so, dass 
sich die brütenden Vögel mit den Seiten berühren müssen , nicht selten aber 
sogar nur ganz dicht aneinander gezwängt brüten können; oft einreihig, manch- 
mal 2—3 Glieder tief ins Schilf, immer aber mit Schwimmwasser verbunden 
auf ihren Stumpfen. Diese Nester sind im Gegentheile zu von der Mühle's Be- 
obachtung — niemals nass, sondern stets sorgfältig trocken, denn der schwim- 
mend ankommende Pelecan, wenn er das brütende Weibchen oder vice versa 
dieses sein Männchen, abzulösen kommt, schüttelt das wenige, an seinem gutbe- 
fetteten Federpanzer haftende Wasser beim Hinansteigen in oft sehr misslicher 
Stellung, völlig ab und selbst, wenn die Jungen eben ausfallen, wo ihnen in 
den ersten Tagen nur weiche und zerstückelte Fische oder deren Eingeweide 
gereicht werden, geschieht dieses hart am Rande des 1 V 2 — 2 F. im Durchmesser 
haltenden Nestes und die darin sitzenden, anfangs wohl nackten, später aber 
schön weisswolligen Jungen, sind ohne Ausnahme, selbst bei anhaltend regneri- 
schem Wetter, völlig rein und trocken wie Schwanenflaum. Der dichte Feder- 
pelz der Alten weiss sie vor schädlicher Nässe sehr wohl ]zu schützen. Muss 
das nackte oder noch schwach mit Wolle versehene Junge, auch nur 2—4 Stunden 
bei Regen nass liegen, so bläht sich seine Körperhaut mit Luft auf und es geht 
unfehlbar zu Grunde. 

Während A. E. Brehm, dieser hochgeschätzte Forscher, persönlich keine 
Beobachtungen über das Brutgeschäft der Pelicane machen konnte, citirt er von 
der Mühle's Ausspruch, dass sie hauptsächlich auf schwimmenden Inseln brüteten; 
ich fand, wo ich sie sah, dass Pelicane solche, wenn irgend möglich, meiden 
und aus den bereits oben angeführten Gründen: — Windschutz und Morgen- 
sonne, — blos feste Rohnvände wählen, wo sie, ihrem überhaupt äusserst con- 
servativen und vorsichtigen Naturelle entsprechend, vor unliebsamen Brutstöruugen 



TTohor Vi-rluoituiiK iiikI Verhalten dw Gattung P«l«MB«i 



77 



durch Ensel-Ber&hriingen sicher sind. Steht »or einem Brntplatze gegen den 
Waatertpiegel iu eine Insel, auf «Inen windgeschützter Nord -Ost Beitc Ich 
gegenwirtig keine Nester befinden, so ist 'lies gewiss „flottes" Terrain, weichet 
vom Sturm dorthingestellt, von den Vögeln also instinctmässig gemieden irurdfl 
oder nur Zeit drr Creirong des Platzes jenseits »los See's Btand. 

Die Eier, wovon ich am frühesten im Jahre 1870 am 80. Mai volle, QOCfa 

trau/, reine Gelege fand, werden in Zwischenräumen von 2, Ruch &fter ersi 

1 s Tillen gelegt und ich fand niemals von allen hunderten, ja tansenden unter 
suchter und gesehener Nester, mehr als zwei zu einem und demselben Gelege 
gehörige Eier. Waren je oder mehr darin, so hatte dies einen andern Grund, 
welcher in B&dekers Eierwerk, wo ein Gelege auf 3 — 5 Stücke bestimmt wird, 
Dicht hinreichend gewürdigt worden zu sein scheint. Auch dieselbe Ursache liegl 
der Erscheinung zu Grunde, dass oft, wie Freyberg durch Brehm citirt fand, 
im selben Neste ein erwachsenes und neben ihm ein ganz kleines Junge ge- 
lünden wird; jener Barscher erklärt dies dadurch, dass zwei Weibchen in das 
selbe Nest gelegt haben müssen, dem ist jedoch keinesfalls so; — hiezu ist die 
Liebe und Anhänglichkeit des klugen Vogels zu seinem Neste, also auch die 
Sorge für sein Ei, zu gross, um dieses einer fremden Mutter zu unter- 
schieben — sondern folgende Beobachtungen, welche ich stets aufs Neue und 
seit einer Reihe von Jahren bestätigt fand, werden vielleicht zur Genüge das 
Gegeutheil darthun. 

Wenn der Pelikan, crispus wie onocrotalus , mehr als 2 Eier legte, so 
würde dies bei kleinen wie grösseren Nistorten eines und desselben Brutplatzes 
ohne Unterschied vorkommen müssen; so jedoch fand ich, dass bei solchen 
Plätzen, wo — abseits einer grossen zahlreichen Nesteranlage — einige 5—6 
Nester jedes derselben isolirt auf einem eigenen Stumpfe stand (und wenu 
solcher reservirter, oft durch die Lage sehr bevorzugter, ruhiger Plätzchen noch 
so viele waren) — niemals mehr als 2 Stück in solchen Nestern lagen, 
Während das Vorkommen von 3 und mehr Stücken in einem Neste, blos in 
solchen Nestern des Hauptgros des Nistplatzes bemerkt wurde, welche hart an- 
einander lagen. Naturgemäss sind nicht alle Nester, obwohl so ziemlich, so doch 
nicht genau im selben Niveau angelegt; in einem höher angelegten Neste fand 
ich öfter blos 1, auch manchmal gar kein Ei; während im tiefer situirten Nach- 
barneste 3, einmal auch 4 Stücke lagen; 5 Stück fand ich nie. Es ist schon 
desshalb nur an ein Hinüberkolleru des einen Geleges zum audern zu denken ; 
vollends aber wurde diese Annahme bei mir stichhältig, als ich viele solcher 
Gelege untersuchte und von dreien eines Nestes, beinahe stets ein Ei in einem 
anderen, vorgerückten oder zurückgebliebenen Bebrütungsgrade fand. Verglich 
ich nun dies eine, anscheinend nicht hier hinein ins Gelege gehörige Ei mit 
dem, in seiner Nachbarschaft allein gebliebenen, so fand ich stets, dass diese 

2 Eier allerdings ein und dasselbe Gelege sind, auch Form und Fäibungs- 
Verwandschaft sprach dafür und endlich auch noch der Umstand, dass solche 
Ueberzahlen wohl in den, vom Wasserspiegel nach rückwärts gelegenen 
Nestern, niemals aber an Nestern der vordersten Reihen, von mir gefunden 



78 



Eduard Hodek. 



wurden. Der Vogel kann beim eiligen Verlassen des Nestes gegen den Wasser- 
spiegel zu , ganz wohl mit den Füssen sein Ei nach rückwärts schieben ; nicht 
so leicht kann es aber nach seiner Flugrichtung kollern. So bildete sich bei 
mir die sehr triftige Vermuthung aus, dass die Alten, während sie am Neste 
ihre Eier mit dem zu dieser Verrichtung nicht sehr geschickten Schnabel wenden, 
aber besonders beim Verlassen des Nestes, selbst ihr Gelege durch Hinüber- 
stossen eines Eies verkürzen und hiedurch das nahe und tieferstehende ver- 
mehren. Seit ich aber — was sich mir bereits mehreremale bot — mit eigenen 
Augen folgenden Vorgang beobachtete, ist mir das plus und minus von 2 Stücken 
in einem Gelege ganz klar und unumstösslich geworden. 

Ich ruderte gegen den Wind eine kleine Colonie Pelikane an, näherte mich, 
ohne dass die Vögel es ahnten, bis auf 10 Schritte und als die Ueberraschten, 
meiner ansichtig, so eilig als es ihnen ihre schweren, zur Flucht vom Boden 
ungeschickten Körper erlaubten, von den Nestern stiebten, hörte ich mehrmaliges 
schweres Plumpen ins Wasser, wie von hineingeworfenen Steinen. Zwei Nester 
waren ganz leer, in einem andern, rückwärts der ersten Reihe liegenden, waren 
3 Stücke, ein eben ausgeschlüpftes Junges lag im Wasser und das zweite im 
Auskriechen begriffene Ei, lag in Gesichtstiefe und Armeslänge in den Wurzeln 
des Neststumpfes, ebenfalls darin. Die ganze Colonie war hochbebrütet bis auf 
ein Gelege, welches abseits stand, etwas kleinere Eier enthielt und von mir als 
Pelecanus minor angesprochen wurde. Abstieben sah ich jedoch keinen Alten von 
dieser Stelle genau, daher diese Eier noch heute mit einem Spec? in meiner 
Sammlung liegen. Sie waren ganz frisch gelegt, von runderer Form und als ich 
diese Entdeckung machte, waren die Pelikane, unter denen ich mit Sicherheit 
die Art minor hätte unterscheiden sollen, bereits ausser Gesichtsweite. Der 
weitere Anstand, um ihre Rückkehr abzuwarten, war unmöglich, denn es erhob 
sich ein arger Sturm, welchem ich mit unseren zwei Kähnen nur schwer entkam 
und der nachher mehrere Tage anhielt. 

So also und nicht anders oder doch ähnlich, werden die Gelege unter 
und über 2 Stücke gebildet, denn bei keiner Vogelgattung fand ich diese Eier- 
zahl mit solcher Consequenz eingehalten, als bei dieser und hatte bei wenigen 
so häufige Gelegenheit zur Durchführung und zum Abschlüsse der Beobachtung. 

Ich glaube noch eines Uinstaudes erwähnen zu sollen und das ist, der 
Annahme entgegen zu treten, dass die Unebenheiten und Runzeln der Schale 
allein daher rühren, weil beim Legen der Kalküberzug des Eies noch weich 
ist und diese Eindrücke von der harten und unebenen Unterlage erhält. Viele 
Eier, welche ich aus dem Legsacke todter Vögel holte, trugen ebenfalls Uneben- 
heiten und Runzeln, viele waren, wenn zum Legen reif, beinahe völlig erhärtet, 
blos reiner als andere und etwas gelber als bereits gelegte; endlich findet man 
in den Nestern nicht wenig auch solche Eier, deren Oberfläche ganz glatt er- 
scheint und deren oberste Kalkschichte auf der niemals bläulichen, sondern stets 
weiss§elben, harten Schale, keine Unebenheiten zeigt. 

Die am Ei erhabenen und faltenartig vorkommenden Runzeln sind im 
Legsacke schon vorhanden, Vertiefungen und Einrisse in die Kalklage und Ab- 



IVluT Vi'l In i'ltuilf UipI Vim h.ilt.'il 'Ii«! Cittniii.' I'il.'i um. 



7!» 



drücke der Neitunterlage etc. röhren jedoch allerdings von • l< tn noch weichen 
und plastisch fügbaren kalküher/uge her. Mass dieser jedoch sehr hald mnhlier 

ganz erhäriet , beweisen mir die vollständig deutlichen Abdrücke dei I n be 
Bchuppung auf einem Mi. welches ich besitze. Würde dieser Kalk- Ueberzng Bin 
druck Bichl noch während, «»der kurz nach der Berührung mil dem Passe erhärte! 
sein, hatte er sich bestimmt wieder verwischt. 

Die durchschnittliche Form der Eier ist die gestreckt ovale, nach 
beiden Polen last gleichmässig verjüngte, es kommen jedoch auch viele vor, 
die an einem Pole bedeutend stumpfer sind als auf dem entgegengesetzten, 
Die Normalmassen sind: 

für die Längenaehse 100 INI in. 

„ „ Breitenachse 5(> Mm. 

Dagegen liegt ein Gelege vor mir mit 95 /ea una * l0 %i Mm. 

Ueber die Dauer der Bebrütung vermag ich zu meinem Leidwesen keine 
verlässlichen Aufschlüsse zu bieten, denn mein Reisezweck erlaubte es mir noch 
niemals, mich die ganze Brütezeit hindurch in der Nähe einer und derselben 
Colonie aufzuhalten. Die frühesten frischgelegten Eier fand ich, wie schon gesagt, 
80. Mai und im selben Jahre die ersten ausgefallenen Jungen 1. Juli. Es ist 
dies ein sehr vager Anhalt, jedoch sind 32—36 Tage als Brütezeit nicht 
weit gefehlt. 

Wird der Pelikan in der ersten Hälfte der Bebrütung seines Geleges 
nachhaltig gestört, d. h. wird der Platz beschossen und vom Schützen nicht 
bald verlassen, so dass die aufgescheuchten Vögel länger als ungefähr eine Stunde 
nicht zu ihren Nestern zurückzukehren vermögen, so verlässt er ohne weiters 
den Platz und sein Gelege völlig, ohne sich im Laufe der ganzen Brütezeit mehr 
darum zu kümmern und ich zweifle, dass er eine solche Catastrophe in seinem 
Familienleben so leicht vergisst, um künftiges Frühjahr dieses Brutlocal wieder 
aufzusuchen. Um diese Zeit gestörte Colonien, fand ich Jahre hindurch gar nicht 
und nach 3—4 Jahren erst wieder und zwar nur schwach besetzt. In der zweiten 
Hälfte der Brüteperiode verträgt er eine grössere Störung schon leichter und 
kehrt wieder zurück, jedoch zwei Tage nach einander aufgescheucht und be- 
schossen, verlässt er auch da seinen Platz und siedelt sich zum Behufe des 
Nistens bestimmt in diesem Jahre nirgends wieder an, denn ihm ist nicht jeder 
Rohrfleck sobald gleich gut. Ganz anders ist sein Verhalten, sobald die Jungen 
im Ausschlüpfen begriffen oder schon einige Tage alt sind. Zu dieser Zeit ist 
er, obwohl er noch so oft verscheucht, vom Platze flüchtig wird, dennoch nach 
jeder eingetretenen Ruhe auf demselben wieder zu finden. Seine so alt und viel- 
gerühmte Anhänglichkeit an seine Jungen ist in der That nicht gering und 
werde ich im weiteren Verlaufe dieser Abhandlung noch darüber sprechen. 

Bei der ohne Ausnahme vorsichtigen Wahl seines Brutplatzes liegt es 
schon auf der Hand, dass der Pelikan vom Menschen wenig gestört wird; kommen 
solche, meist Fischer in seine Nähe, so bleibt er von ihnen zu meinem grössten 
Erstaunen unbehelligt, uud das Boot weicht pietätvoll der Brutstelle aus, um 



80 



Eduard Hodek. 



nicht lästig zu werden ; so gewöhnt sich der Vogel daran, im Menschen keinen 
Feind zu erblicken. 

Die Vorliebe und Rücksicht für den Pelikan fand ich am Geringsten wohl 
beim Rumänen, welcher den „Blonz" blos gerne duldet; weit grösser beim Bul- 
garen, der den „Babusch" liebt und ihn schont; auch der Tartar hat Vorliebe 
für den Sackträger und der Türke wie der Tscherkesse kümmert sich wenigstens 
um den „Bagic" nicht. Sonderbar! Und doch dezimirt dieser Vogel in fürchter- 
licher Weise aller dieser Menschen Hauptnahrungsmittel, den Fischstand und 
reduzirt den Pachtertrag eines, im Winter durch das Hochwasser ganz wohl 
besetzten See's bis zu seinem Weiterzuge nach Süd- Osten, oft auf Null! Der 
Fischer beschränkt sich darauf, die gerade in seinem besten Fangwasser fischende 
befiederte Legion zu verjagen, damit sie ihr Treiben einige hundert Schritte 
weiter von Neuem beginnt, an eine Verminderung dieser Parasiten seines Pacht- 
Terrains denkt er entweder nicht oder fühlt sich hiezu nicht berufen, nicht be- 
fähigt, oder ist zu faul dazu. Diese so absolute Rücksicht mag wohl aus früheren 
Zeiten herrühren, wo die Fischerei für den Menschen noch überall völlig frei, 
der Fischer wenige und der Fische noch eine grössere Menge war als jetzt; 
da fiel eine Verminderung des Fischstandes durch Pelicane wohl nicht auf und 
statt den Schadenstifter zu vermindern, bildete sich gegenüber dieser Gattung 
eine Art Kultus heraus. Man sagt: „Wo Babusch e sind, da giebts auch Fische!" 
Ganz richtig. Noch richtiger jedoch: Wo es Fische giebt, halten sich Babusche! 
Nichts desto weniger traf ich kleine, früher sehr fischreiche Seen, deren Pächter 
bitter klagten, dass seit einigen Wochen die Fischerei nichts mehr abwirft. 
Die „Babusche" hatten den See derart geleert, dass sie jetzt selbst meilenweit 
fortfliegen mussten, um für sich und Junge Futter zu holen; auch ihnen rentirte 
sich hier die Fischerei nicht mehr. Und doch — der Mann betrachtet mich, 
der ich seine Lieblinge manchmal störe, mit scheelen Augen! 

Dass der Pelikan von Raubthieren zu leiden hätte, fand ich durchaus 
nicht, obzwar die dicht mit feisten Jungen bevölkerten Brutplätze kein undank- 
bares Terrain für den Besuch von Rohrwölfen und Füchsen und eine stets wohl- 
besetzte Tafel böten. Ich fand nie Reste oder Spuren von geschehenem Raube, 
die Besatzung in den Nestern, einige Fehleier ausgenommen, ist stets vollzählig, 
selbst bei kleineren , dem festen Lande manchmal nicht gar so ferne liegenden 
Colonien. Nachdem der Vogel, ausser etwa seinen tüchtigen Flügelschlägen, in 
Schnabel und Fuss keine Verteidigungswaffe gegen grössere Räuber besitzt, 
so mnss es auch von Seite der Raubthiere eine Art Pietät gegen die Gattung 
sein, welche sie von der Verfolgung derselben abhält, denn sonst müsste die 
Verwüstung, welche z. B. ein Rudel Wölfe unter einer solchen Colonie ganz 
leicht anstellen könnte, eine sehr folgenschwere für dieselbe sein. Selbst der 
Seeadler, dem doch sonst nichts heilig ist und von dessen Raubgier alle anderen 
Wasser- und Rohrbewohner gar traurige Lieder zu singen wissen, streicht über 
die , augenblicklich durch die Abwesenheit der Alten schutzlos daliegenden 
kleinen Jungen, ohne sich eines hievon zu holen. Ich sah dies und bewunderte 
es oft, wenn ich — die Alten vom Platze weggescheucht, aus meinem Beobach- 



I ' i< 1 ■ . • i \ , i ■ j . i ( u 1 1 : und Verhalten der f iuttmiK > anu.i 



81 



tangs- Verstecke die Wiederkunft derselben erwartete. Die flüchtige alte Stock- 
ente, welche eben erst ilir Nest im Kohre verlassen halt«', um sieh aul dem 
Wasserspiegel badend und Kutter suchend, für 10 Stunden Lang nnan ge etzte 
Brutaftaen gütlich zu thun, überrascht dieser R&uber and, hinter der Rohrwand 
sausend dahereturzend, schlägt er sie erbarmungslos, ehe die Anno an'i Tauchen 
mir denkt and das. keine 10 Schritte davon anbehilflich, wie auf einen Prisen- 
t i i tollo r und weiss durch seine Dunenwolle von Weitem herleuehtende Junge 
des Pelikans, kann getrost seine, noch etwas blöde dreinscliauenden Glotzaugen 
nach der iSeene drehen, die sich geräusch- und olle et voll vor seinem Lager ab- 
spielt; es hat von ihm nichts zu furchten! Warum? Vielleicht schmeckt dem 
Räuber das eigentümliche Wildpret nicht. 

Der Pelikan ist, noch anbeschossen, auf seinem Brüteplatze ein gar komisch- 
vertrauensseliges Thier, und es gewährt einen überraschenden Anblick, wenn 
man sich einer Colonie mit dem Kahne nähert und gewahrt von Weitem den 
grünen Rand des Wasserspiegels auf eine grosse Strecke bin weiss eingesäumt, 
wie eine Stickerei zwischen blau und grünem Felde. Wenn man sich sonst un- 
auffällig verhält, so kann man getrost, auch im Angesichte der Schaar, sich der- 
selben bis auf 30—40 Schritte nähern, ohne dass man eine Bewegung oder 
Veränderung am Platze wahrnimmt. Namentlich zur Zeit des Brütens, wo die 
Männchen tagsüber oft weit entfernt vom Brutplatze, vielleicht grade ihre 
Siesta halten, herrscht auf einem solchen Platze, und wäre er noch so gross, 
lautlose Stille, nur hie und da von dem leisen, weichen Zusammenklappen eines 
aufgegähnten Schnabels unterbrochen. Der alte Pelikan giebt durchaus keinerlei 
Laut von sich. Sind Junge am Platze, so hört man ausser heiserem Zischen 
nach Art der Gänse vornehmlich ein häufiges, dumpf und verhalten klingendes, 
langgedehntes „Röhren", nicht unähnlich dem fernen Röhren des Hirsches. Wer 
es nicht aus Erfahrung kennt, sucht dahinter alles andere eher, als mit Jungen 
besetzte Vogelnester. Man gewahrt da die ganze Gesellschaft unbeweglich, nur 
die Köpfe mit den Augen folgen der Bewegung des Kahnes und, die Hälse weit 
nach hinten auf dem Rücken, der Kehlsack und Schnabel auf dem Kröpfe liegend, 
bleiben sie so lange wie möglich angezogen; dann hebt sich hie und da 
ein Hals, um — mit weit aufgeklafftem Hamen — unanständig zu gähnen und 
oft sogar wieder in die Ruhestellung überzugehen. Jetzt aber erheben sich 
mehrere Hälse, es ist doch der Mühe werth zu sehen, was es denn da draussen 
giebt, aber es steht noch immer keiner auf; nur durch die langen, gelb-, roth- 
und blaubunten Schnäbel und hochorange-, dann daneben wieder hell citronen- 
gelben Schnabelsäcke wird das Bild ein bunteres; man könnte jedoch immer 
noch das Ganze für riesige weisse Wasserrosen mit fabelhaften gelbgesprengten 
Kelchen halten. Erst bei einer noch weiteren Annäherung steht ein Vogel, dann 
wieder einer, dort 2—3 Stück, langsam und bedächtig auf und wenn man schon 
auf 10—15 Schritte nahe ist, wird noch überlegt, ob denn der Besuch die Mühe 
lohne, gänzlich abzufahren und das Gelege der Erkältungs-Gefahr auszusetzen. 
Viele dahinter, links und rechts, aber sitzen auch da noch unbeweglich weiter. 
In dieser Positur, im Umkreise Mann an Mann stehend, die langen, starken, 
Z. B. Ges. B. XXIII. Abth. 11 



82 



Eduard Hodek 



oben zu mit krausen Federn besetzten grauen Hälse grade in der Höhe, die 
langen Schnäbel in scharfem Buge meist noch immer an den Hals gezogen und 
die Köpfe mit den hellen, weissen Augen gravitätisch langsam drehend, kommen 
mir diese Köpfe mit ihren schlaff herabflatternden Federschöpfen — nur eine 
Brille fehlt darauf — wie eine Versammlung hochgelahrter Herren Magister der 
Vorzeit in ehrwürdigen Allonge-Perrücken vor. Diesen Eindruck machten sie 
mir immer und immer wieder, so oft ich sie in der Nähe sah. 

Noch wirft hie und da einer den Kopf grade in die Höhe und reisst 
gähnend den weiten Rachen auf, ein anderer öffnet versuchsweise seine mächtigen 
Flügel und sieht sich noch einmal um, ob denn die Flucht nicht doch noch zu 
ersparen möglich sei. Nun aber — wir sind schon ganz herangerückt und keine 
Täuschung ist mehr möglich, diesmal ist's auf eine ernstere Störung abgesehen. 
Es erheben sich deren mehrere, die Vordersten breiten die Flügel und nach der 
vom Störefried unbesetzten Seite des freien Wassers wird, mit anfangs gestreckten 
Hälsen, vom Neste abgestossen; 3, 4 — 5 Klafter weit geht es mit scharf und 
schnell auf das Wasser schlagenden, breiten Eudern plätschernd vorwärts, der 
Vogel erhebt sich vom Wasserspiegel und zieht erst da Füsse und Hals an den 
Körper an. Dieses Plätschern aber, von Seite der ersten fliehenden ausgeführt, 
giebt erst das Signal zur Flucht vieler, bis dorthin noch immer anscheinend 
unbetheiligter, weiter rückwärts und abseits brütender Vögel; jetzt erst erhebt 
sich das Gros der Colonie und mit grossem Geräusche wirr vor und nebenein- 
ander das Wasser stampfend, dass es staubt, rauscht eine ganze Wand mächtiger 
Flügel mit langsamen aber kräftigen Schlägen durcheinander, um so schnell 
wie möglich die höhere Luftregion zu gewinnen. Die erst Geflüchteten haben 
mittlerweile einen Kreis beschrieben und die später Flüchtigen stossen nun zu 
ihnen, um mit langsamen Flügel - Schwingungen sich bis zu einer Höhe von 
10 — 15 Klftr. zu erheben und dann, in geschlossener Schaar hin- und her- 
schwenkend, den Nistplatz zu umkreisen. 

Nun richtet sich das weitere Verhalten der aufgescheuchten Vögel nach 
dem Umstände, ob man sie weiter nicht behelligt, oder ob sie vielleicht gar 
in diesem, zum Feuern so verlockenden Momente beschossen werden. Kümmert 
man sich weiter um die Vögel nicht und macht sich höchstens nur kurze Zeit 
durch Mitnahme weniger Gelege am Platze zu schaffen, so senken sich die 
grauen Alten ohne Weiteres wieder, sobald man sich auf ungefähr Schuss-Distanz 
mit dem Kalme entfernt hat, schleifen aufs Wasser hin und man kann ihnen 
auf 60 — 100 Schritte zusehen , wie sie ihren Nestern zuschwimmen und jedes 
sein Plätzchen aufsucht. Freilich, es fehlt so manches Ei und auf dem leeren 
Neste einige Zeit hin- und hertappend, bleibt der Vogel endlich, wenn die Gefahr 
ganz ausser Sicht und verschwunden ist, nachdenkend mit eingezogenem Hals 
und Schnabel darauf stehen. Die Glücklicheren, welche ihre Gelege nicht ver- 
loren, setzen sich jedoch ohne Verzug und brüten weiter. 

Pflegen Pelikane sehr selten Menschenbesuche zu sehen, oder geschah 
ihnen an Brut oder Leben noch nie etwas zu Leide, so kommt es auch vor, dass 
sich — schiesst man nicht — bei Annäherung auf beinahe Klafterweite, blos 



Toli« ! Vi rliroitun^' ud V«ilialti>n det (HttttDf PllMUM 



88 



einige ilavoll erheben und gleich wieder auf's Wasser fallen; die andern jedoch 
rutschen vom Neste gerade auf's Wasser, weichen dem Kalme schwimmend ein 
wellig aus und besteigen alsogleich , wenn man sieh entfernt hat, ihr N< I 
Anders freilieh benimmt sieh die Gesellschaft, wenn sie beschossen wird, ha 
steigen die Vögel so schnell wie möglich in weiten Schneckenlinien zu ziemlicher 
Höhe empor und wenn sie bei ihrem Wiederkommen, welches zuerst naeh 
ungefähr 1 4 Stunde Herumschwebens erfolgt, wieder mit einer Salve empfangen 
werden sollten, so geht dann die Heise freilieh höher himmelan und mit un- 
beweglich ruhiger Flügelspannung, wie der Adler, nur in langen Pausen ab und 
zu einmal mit den Flügeln schlagend, gleitet die ganze Schaar in grosser Höhe 
zuerst in grader Richtung fort, kehrt noch 1—2 mal wohl wieder und — sind 
erst Fier im Neste, kommt sie lange nicht wieder zurück. Zweimal so gestört, 
wird der Brutplatz für immer verlassen. 

Sind schon Junge auf den Nestern, so manifestirt sich die Liebe dieses 
Vogels allerdings anfangs durch ein zähes Festhalten an dem geliebten Terrain ; 
er ist durch viele gefallene Schüsse vom Wiederkehren nicht abzuhalten und 
wenn schon nicht die ganze Schaar zumal, so doch paarweise, dann zu 6 und 
10 Stücken schwärmen die Vögel in der Nähe herum, setzen sich, nachdem sie 
2—3 Stunden unausgesetzt fliegend, oberhalb der Nester kreisten, wenn die 
Gefahr trotzdem noch nicht ganz gewichen ist — weit vom Platze auf die 
Wasserfläche und suchen schwimmend so vielleicht ungesehen, ihr Nest zu er- 
reichen. Am selben Tage bieten standhaft alle, der Gefahr zu Trotze, alles Mög- 
liche auf, um ihre Jungen mit Futter versehen und das Nest unbehelligt er- 
reichen zu können ; kommt dieselbe Gefahr jedoch am zweiten Tage für sie 
wieder, so verlassen sie ohne weiters zuerst auf eine Stunde und endlich auf 
halbe Tage lang ihren Brutplatz und es muss der Abend hereinbrechen, ehe 
man ihre langen, rückkehrenden Kolonnen mit gefüllten Kröpfen zum Platze 
heranrücken sieht. 

Die Jungen sind in den ersten 8 Tagen ohne jede Bedeckung und keine 
besonders erbauliche Erscheinung, denn ihre sehr schnell in die Länge wachsen- 
den Schnäbel sind in den ersten Tagen sehr kurz, schliessen nicht und besitzen 
eine unverhältnissmässig breite Basis. Später wächst ihnen ein sclmeeweisser 
Flaum und in dieser Kleidung sehen sie schon reputirlicher aus; nach 4 bis 
6 Wochen fangen die Flügelfedern an herauszuschieben und erst nachdem diese 
so ziemlich alle zum Theile erschienen sind, verliert sich der dichte, weisse 
Flaum, verschwindet vielmehr unter den ersten Federn, welche aschgrau sind, 
das Schwarz der Schwungfedern ausgenommen. Nach der ersten Mauser ist der 
junge Vogel von crispus am Bauche schmutzig grauweiss, auf dem Rücken schon 
hübsch silbergrau, jedoch mit vielen dunklen, bräunlichgrauen Flecken besetzt, 
welche mit der zweiten Mauser weniger werden und nach der dritten nur noch 
einige Flecke auf den Schultern zeigen, um sich im vierten Jahre ganz zu ver- 
lieren. Erst in diesem Alter bekommt onoerotalus das eigentliche, schöne Ptosa 
und crispus das gleichmässige Blaugrau auf dem Rücken und Silbergrau auf 
Brust und Schultern; ersterer seine Schopf-, letzterer die zerschlissene, perrücken- 

11* 



84 



Eduard H o d e k. 



artige Hinterkopf- Haube. Die Seitenfedern der Unterbrust und die des Kopfes 
erhalten bei crispus erst mit dem dritten Jahre ihre zartsteife, schmale und 
zugespitzte Form, während sie in früherer Jugend alle jene breitere Form und 
Textur der onocrotalus-Bauchfedern besitzen. 

Die Paarungs-Fähigkeit fällt, wie ich vermuthe, erst in's dritte Jahr, denn 
unter den Gepaarten trifft man keine mit den im zweiten Jahre noch so dicht- 
sitzenden dunkelgrauen Bückenflecken. Das Auge des jungen crispus ist bis zum 
Federschube bleigrau, concentrisch dunkler gewässert; es wird nach dem Flügge- 
werden blaugrau, dann heller und ist nach dem ersten Jahre schon silberweiss; 
in hohem Alter zieht sich durch die reinweisse Iris ein sehr feiner, scharf ab- 
gegrenzter, bläulicher Ring, von der äusseren Peripherie bis gegen die Mitte des 
Iris-Ringes zeigen sich fahl-citronengelbe , unregelmässige und scharf begrenzte 
Flecken. Die blauschwarze Pupille ist nicht ganz rund, sondern nach beiden 
Augenwinkeln zu sanft gespitzt. 

P. onocrotalus hat in frühester Jugend ebenfalls bleigraue, später bräunlich 
gewässerte, nach einem Jahre tiefbraune und in höherem Alter dunkelkanninrothe 
Iris. — Heuer schoss ich auf einer Donau-Sandbank mit der Kugel aus einer 
ziemlich bedeutenden Heerde crispus, ein mitten unter diesen seine Abendsiesta 
haltendes Männchen von onocrotalus von so hohem Alter und so grosser Schön- 
heit, wie ich vorher noch keines dergleichen sah. Seine Iris war beinahe hoch- 
roth, die Färbung des ganzen Gefieders prachtvoll rosa, der Hinterkopf-Schopf 
und die Flügelarm-Zierfedern ausserordentlich verlängert. Als vollständige Aus- 
nahme von anderen seiner Art jedoch hat dieser Prachtvogel an der Stirn einen 
weit nach vorne und oben ausgebuchteten Fetthöcker von 1V2 Zoll Höhe, der 
Form nach wie der des Höckerschwanes, nur grösser, jedoch mit regelmässiger 
Stirnbefiederung und diese Abnormität gereicht dem Vogel zur eigenthümlichen, 
besonderen Zierde. 

Um wieder zum Nistplatze zurückzukehren: Die also Anfangs durch acht 
Tage nackten Jungen werden von ihren Eltern in frühester Jugend mit halb- 
verdauten Fischen, welche sie ihnen wo möglich viermal des Tages zubringen, 
auf eigenthümliche Weise geatzt. In den ersten Tagen ihrer jungen Brut ver- 
lassen gar nie beide Eltern zugleich das Nest, sondern kommt das Männchen 
mit Futter dort an, so tritt die bisher ihre Jungen erwärmende Alte bei Seite, 
überlässt ihrem Herrn Gemahl die Sorge der Atzung und fliegt ohne weiteres 
ab, um jetzt ihrerseits nach Futter auszugehen. Das Männchen nun würgt eine 
Partie des weichen Futters hervor und während es dieses in den Unterschnabel- 
Winkel seines Kehlsackes vorschüttelt, schiebt es ihn unter den Kopf des in un- 
behilflicher Apathie auf dem Bauche und mit seinem Kopfe flach auf dem Neste 
liegenden Jungen und dieses vielleicht zum ersten Male in seinem Leben geatzt 
werdende Thier erkennt hierin die Aufforderung, seinerseits den Schnabel auf- 
zureissen. Kaum die Kraft zum Kopfheben besitzend, sucht es doch schon, den 
Kopf wackelnd hin- und herbewegend, in dem ihm gefüllt unterhaltenen Sack- 
winkel des Alten , welcher wieder diesem seine noch ungeübte Arbeit dadurch 
erleichtert, dass er die Kehlhaut bald lockert, bald wieder rasch strammer an- 



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86 



zieht, wodurch die ilarauf liegende Nahrung, wie <l<'r Fuchs aui IVlltuehe, in's 
Springet] geräth und bo dem Jangen in den offenen kleinen Hamen hineinfallt. 
Dies zweimal wiederholt, reicht hin. dass am zweiten und dritten Tage das .hinge 
schon seinen Vorderkörper etwas aufrichtet und den Kopf in den Sack tamliend, 
schon förmlich das Futter darin Bucht und gierig aufschnappt. Iiis zum Altei 
von 3 bis 4 Wochen, während welcher Zeit immer festere Fischnahrung geboten 
wird, geschieht die Fütterung aus dem Kehlsacke und erst wenn die Jungen 
völlig gesättigt, ferneres Futter anzunehmen sich weigern, wird der liest mit 
geschäftsmässiger Aecuratesse auf den Nestrand geleert; liegt jedoch nicht lange 
dort, denn die Jungen haben nach 1 / 2 1 Stunde schon wieder so viel Appetit, 
dass sie, selbst erst 8 Tage alt, dennoch ohne Beihilfe der Alten diesen Vor- 
rath selber auflesen und meistens, mit wenig Ausnahmen, bei Putz und Stingel 
aufgebraucht haben, ehe Mama nach 1— 2stündiger Abwesenheit neuen Vor- 
rath bringt. 

Ich beobachtete, 5 Schritte von einem Verstecke aus, wie ein aus 3 Jungen 
bestehendes Nestvolk bei der Fütterung nicht zur Genüge Nahrung in dem 
3—4 Mal durch Hervorwürgen gefüllten Kehlsacke fand; das hiebei verkürzte 
noch schwächere Junge hatte noch Hunger und die Alte kein Futter mehr; es 
wühlte, bereits halberwachsen, im Kehlsacke lange Zeit herum, fasste gierig nach 
der Zunge des alten Vogels und versenkte, endlich ganz und gar sammt Füssen 
in den Kehlsack steigend, seinen Kopf so tief in den Schlund, dass ich deutlieh 
tief am Kröpfe des Alten die Umrisse des darin herumwühlenden jungen Viel- 
frasses erkennen konnte. Das Alte Hess sich diese zudringliche Procedur mit 
stoischer Ausdauer, ja ich mochte sagen, mit bedauernder Sorge im Auge, ge- 
fallen. Bis 5 Minuten lang dauerte diese Futterpressung des Jungen und ich 
hätte gerne gesehen, wie sich der alte Vogel des Zudringlichen entledigt hätte, 
allein mein Kahnführer kam mich, der ich schon 5 Stunden am selben Flecke 
sass, abzuholen und der erschreckte Alte schleuderte einfach das Junge heraus, 
dass es in's Wasser fiel und machte sich eiligst davon. 

Der Pelican hat, so wie die Reiher, die Gewohnheit, seinen gefüllten Kropf 
in dem Falle, wenn er im Fliegen angeschossen wird, aus der Höhe herab völlig 
auszuleeren, um sein Fortkommen zu erleichtern; wird er schwimmend wund 
geschossen, so steckt er seinen Kopf bis über die Augen in's Wasser und würgt 
ebenfalls seinen Vorrath in demselben aus. Der Gesunde thut dies jedoch keines- 
falls wie der Reiher aus Angst und von 100 überstreichenden Stücken sieht man 
blos den Beschossenen dieses Manöver ausführen. 

Um annähernd ein Quantum des Fisch - Verbrauches festzustellen, schoss 
ich zur Brütezeit, wo es noch keine Jungen zu ernähren gab, mehrere vom Futter 
zurückkehrende alte Männchen und fand regelmässig zweierlei Fischnahrung, 
eine Partie bei der Siesta halb verdaut und eine kleinere im Kröpfe ganz frisch. 
Dass Letztere als Fütterungs-Beitrag für das brütende Weibchen bestimmt war, 
liegt sehr im Bereiche der Wahrscheinlichkeit; am Neste habe ich ein gegen- 
seitiges Füttern der beiden Gatten nie zu beobachten Gelegenheit gehabt; viel- 
mehr, wie schon erwähnt, streicht — bei Jungen wenigstens — das Eine fort, 



86 



Eduard Hodek. 



so wie das Andere mit Futter ankommt, beide Alte bringen reichlich Futter zu. 
Während des Brütens mag dies anders sein, ich habe jedoch dafür keine Gewähr. 

Ich schoss also in verschiedenen Tageszeiten, Morgens und Abends 7 Stück 
Alte zur Brütezeit und fand bei diesen 18 Pfd. Magen- und Kropf-Inhalt an 
Fischen (der stärkste der Fische war ein Karpfe und wog 3 l / 2 Pfd.), sohin, wenn 
man den Verdauungs- Abgang auf l / 3 des gefundenen Gewichtes annimmt (durch- 
aus nicht übertrieben hoch, denn der Vogel hatte seine Nahrung wahrscheinlich 

— es war 9 Uhr Morgens — schon 3 Stunden lang im Kröpfe) kommt für den 
Vogel auf eine Mahlzeit 3Y 2 Pfd., für zwei Mahlzeiten sonach 7 Pfd. minimum. 

Zur Zeit der halbgewachsenen Jungen fand ich bei 10 Stück mit Futter 
rückkehrenden Alten 26 Pfd. Fische; für eigenen Bedarf trug der Vogel deren 
keine, denn es war nach 10 Uhr Vormittag; dieses Manöver des Futterholens 
geschieht nun mindestens 3 Mal in der Regel und in der ersten Jugendzeit 
4 Mal des Tages, kommt also rund pro Nest 2.6 Pfd. X 3 = 7.8 Pfd. Futter. 
Eigene Ernährung der zwei Alten ä 7 Pfd. also Tagesbedarf pro Nest wieder 
rund 22 Pfd. Es bedarf also in dieser Colonie zur Brutzeit bis zum Jungen- 
Ausflug, dann vorher 14 Tage Aufenthalt am Platze, also in 35 Tagen pro Paar 
und Tag 14 -Pfd. = 490 Pfd., 90 Tage mit Jungen, pro Paar und Nest 22 Pfd. 
= 1980 Pfd., zusammen 2470 Pfd. rund 2500 Pfd. X 285 Nester, deren dieser 
Nistplatz enthielt, = 712,500 Pfd. Fische während des Aufenthaltes dieser einen 
Colonie auf diesem einen Platze. Es ist dies jedenfalls ein so respectables 
Quantum von Fischen, dass es hiernach schon erklärbar wird, wenn ein See in 
einer Saison leer gefischt wird und blos diejenige, für den Vogel ihrer Grösse 
wegen nicht gut zu bewältigende Besatzung starker Fische übrig bleibt, die sich 
übrigens auch meist in grösserer Tiefe aufhält. 

Ich schätzte die Anzahl der brütenden crispus bis zum Ardjis und an die 
Czernawoda, so weit crispus ungemischt vorkommt, im Jahre 1867 und 1868 
auf jährlich 5000 Stücke = 2500 Paare, diese verzehren sonach in dieser Strecke 
6'/ 4 Millionen Pfd. Fische jährlich! Eine auch nur halbwegs annähernde Berech- 
nung von hier ostwärts bis an's schwarze Meer anzustellen, ist Illusion und die 
Zahl der hier Brütenden übersteigt ganz bestimmt jede Vorstellung, sie wären 
nur nach Millionen zu zählen! — 

Mitte September fangen die Vögel an, mit ihren flüggen Jungen, welche 
schon nach 14 Tagen ihres Lebens in's Wasser gehen (wenn sie müssen), weiter 
ab vom Brutplatze zu schwärmen, bis sie Ende dieses Monats so ziemlich nicht 
mehr da zu sehen sind. 

Die gewöhnlichste Vorgangsweise des Pelikans beim Fischen in der Schaar, 
dürfte weniger fremd sein und fand ich diesen zumeist richtig beschrieben. Die 
Gesellschaft sucht im See oder auf der Donau in stilleren Annen, in Hinter- 
wässern, eine Bucht, in wenig seichten Uferboden auslaufend, formirt auf 200, 
oft auch wohl 600 Klftr. Entfernung vom Ufer einen Halbkreis, welcher zuerst 

— wie beim Kesseltreiben der Jäger schütterer, während des Vorrückens an's 
Ufer aber immer gedrängter wird. Jeder der Treiber schwimmt reglementsmässig 
nicht nur vorwärts in geschlossener Reihe, sondern unterhält auch mit seinem 



l'rl'ci Vorluoitun^ iiikI Vnrli.iltrn < I « r «i.ittmiK IVImjmuh. 



s7 



Nachbar links um! rechts ilio richtige Fühlung, dass er, im Zickzack hin« und 
hertehwimmend, so zu Baffen keinen von Beinen Lindern andurchfnrchten Spiel- 
raum dazwischen last. Während des ganzen Troibens wird herzhaft mit den 
ausgiebigen Flügeln auf das Wasser geschlagen, von '/eil zu Zeit steckt auch 
Einer oder der Andere den Kopf unter Wasser und Bchnap.pl nach einem in seinei 
Henens angst vorbeischiessenden Fische, oder wohl auch nur, um liohyom Fort- 
gänge der Treibjagd und von dorn Effecte der .Jagdmethode nach det Tiefe zu, 
IQ überzeugen und so rückt die plätschernde Phalanx eoncentriseh in ziemlich 
Bchnelleni Tempo dem seichten Ufer zu; denn dem Fische, welcher vor dem 
Schlagen auf der Oberfläche flüchtig wird, darf nicht lange Zeit gelassen werden, 
sieh zu besinnen und nach der wahren Ursache des Erschreckens zu forschen'. 
Wie bekannt, kann der Pelikan der grossen Luftinasse wegen, die in unzähligen 
Zellen unter seiner Kür p 61 haut vertheilt ist, nicht tauchen. Befinden sieh die 
vor sich Hergetriebeuen, bedingt durch den zum Ufer sanft aufsteigenden Grund, 
schon so seicht, dass des Pelikans langer Hals, bis an den Kropf getaucht, sie 
erreichen kann, so wird (und zwar von Allen so ziemlich zu gleicher Zeit), der 
eigentliche Fischzug begonnen und mit ihren, hiezu ganz besonders geschickten 
Schnabelsüekcn. werden die Fische in unglaublich raschen und richtig gezielten 
Bchöpfstössen zusammengerafft und das initgefasste Wasser aus dein Schnabel 
schleudernd, in den unersättlichen Schlund mit etwas gehobenein Kopf und Halse 
versorgt. Ist die Razzia ergiebig gewesen, so wird, wenn die Beute Brutfutter 
abgeben soll, der Rückzug zum Nistplatze ohne Säumen angetreten; ist jedoch 
zur eigenen Sättigung gejagt worden, so wird noch eine kurze Zeit lang — 
gegen die Mitte des See's hinschwimmend — behaglich hin- und hergerudert, 
bis sich die Schaar erhebt, um auf einer Sandbank, oder auf einem ganz unge- 
störten Uferplatze, seine Verdauungs-Siesta zu halten. Zuerst wird dann das 
Gefieder geordnet, welches durch die Jagd allenfalls zu feucht geworden und 
wieder gefettet werden muss, dann wird alles geglättet, geschüttelt, ein paar 
Mal pflichtschuldigst gegähnt und der ausgiebigsten Ruhe gepflegt. Meistens 
strecken sich die Vögel auf den Bauch und Kropf oder nach der Seite hin: 
seltener wird auf einem Fusse stehend geschlafen; immer aber liegt der lange 
Hals möglichst verkürzt auf dem Kücken und der Hamenschnabcl liegt behäbig 
auf dem Kröpfe. 

Versieht ein Fischtrieb die Schaar nicht mit hinlänglicher Nahrung, wird 
gleich ein zweiter und dritter eingeleitet, jedoeb selten mehr als zwei auf dem- 
selben Platze. 

Unter Tages streichen die Alten auch zu unregelinässigen Zeiten (beson- 
ders wenn die Jungen schon sehr viel brauchen) und einzeln um Futter aus; 
verschaffen sich dieses mittelst Pürschjagd ebenfalls in unverhältnissmässig kurzer 
Zeit und es ist kaum zu glauben, dass der Fisch, welcher doch den grossen 
Vogel über sich herkommen sehen muss, wirklich so dumm sein kann, im seichten 
Wasser abzuwarten, bis der verhängnissvolle Sack nach ihm geworfen wird. 
Und dennoch ist es so; selbst über tiefem und ganz klarem Wasser sah ich 
Pelikane Fische respectabler Grösse hervorholen, gerade als ob letztere blos 
darauf gewartet hätten, bis sie vom Vogel aufgelesen würden. Man weiss doch, 
wie rasch sich ein jeder Fisch dem Blicke des Menschen entzieht und in die 
Tiefe sinkt, sobald er hie und da von demselben, mit dem Kopfe über Bord 
sehend, oder auch noch so vorsichtig vom Ufer ausschauend, überrascht wird; 
vor seinem Todfeinde, dem Pelikan, jedoch scheint er ganz auf sein Heil und 
seine Flossen zu vergessen. 

Der Pelican ist ein ausserordentlich ausdauernder, vortrefflicher Flieger. 
Vom Brutplatze zum Fischwasser und zurück vom Futterholen an's Nest, legt 
er bedeutende Räume, Entfernungen von 1—2 Meilen und mehr in erstaunlich 
kurzer Zeit, zurück, und trotzdem das Futtersuchen selbst den grössten Theil der 
Zeit seiner Abwesenheit consumirt, bleibt der Futter holende Alte selten über 



88 



Eduard Hodek. Ueber Verbreitung und Verhalten der Gattung Pelecanus. 



2 Stunden aus. Ich sah dieselbe Schaar, um Mittagszeit zwischen der ersten 
Siesta und dem zweiten Fischzuge — nur zum Spass und aus Wohlbehagen, 
1V 4 Stunde lang in allerhöchster Höhe, kaum dem Auge sichtbar, kreisen, und 
spiralförmig sich der Erde langsam wieder nähern. Eine, von ihrem Brutplatze 
mit halbgewachsenen Jungen durch Schiessen aufgescheuchte Schaar schwebte 
ungemein hoch über 2 Stunden lang über dem Platze und Umgegend, bevor 
sie sich, um auszuruhen, auf ihren oder einen benachbarten See niederliess und 
war nach i / A Stunde wieder in der Höhe sichtbar. Ein Versteck rnuss sehr vor- 
sichtig gewählt sein, um einmal argwöhnisch gemachte Vögel vom Einfallen 
nicht abzuhalten; das Mindeste bemerkt, schwebt die ganze Schaar sogleich 
wieder, wie auf ein Commando, in höhere Regionen. 

Wenn Jemand sagt, der Pelikan sei hinfällig und selbst mit schwachem 
Schrote leicht verwundbar und zu erlegen, oder wie ich unlängst las: „Man 
könne deren an einem Brutplatze oder gar blos an einem Schlafplätze, so viele 
erlegen als man wolle," — so hat dies nicht seine Richtigkeit. 

Die Zähigkeit vielmehr seiner Körperconstitution selbst gegen grobes 
Blei und seine Schwerverwundbarkeit kann ich beim Pelikan, namentlich crispus, 
nur mit dem rossledernen Seeadler in eine Linie stellen. Er braucht, um weiter 
zu vergleichen, denselben guten Schuss wie der Wolf, um am Flecke zu 
bleiben und was seine Ausdauer betrifft, Wunden zu ertragen und namentlich 
die Raschheit sie zu heilen, so kann ich keinen auch nur annähernden Vergleich 
in der Vogelwelt weiter finden. Um diesen Ausspruch zu beweisen, müsste ich 
für den Zweck des Vorliegenden allzu weitläufig werden , muss mir jedoch er- 
lauben, mich in dieser Hinsicht für competent zu halten, denn ausser einigem 
Andern schoss ich binnen 7 Jahren mit Waffen , welche hinter anderen kaum 
zurückstellen dürften, so viele Pelikane beider Arten, dass ich hinreichende Ge- 
legenheit zur Beobachtung und zu Vergleichen erhielt. 

Hiemit wäre, was sich über unsern Vogel sagen lässt, erschöpft und es 
erübrigt mir noch, einer Pflicht zu genügen, die ich nur zu lange schon abzu- 
tragen gezögert habe, immer in der weiter hinausgeschobenen Hoffnung, zur 
Veröffentlichung meines ganzen Elaborates über die Ornis der Donau, die nöthige 
Zeit und Müsse doch einmal zu finden. 

Diese Pflicht besteht darin, meinen Dank öffentlich für die Munificenz 
auszusprechen, womit das k. und k. Ministerium des Aeussern, namentlich schon 
vor Jahren Se. Excellenz, der damalige Reichskanzler Herr Graf von Beust, 
mir den Zutritt und die freie Forschung und Sammelmöglichkeit in den Grenz- 
ländern der untern Donau dadurch gewährte, dass ich mit Vorschreiben dieses 
k. und k. Amtes an alle österreichischen Consulate empfohlen und durch directes 
Ansuchen an die resp. Ministerien des Aeussern dieser Länder, wieder mit deren 
offenen Ordres an die Districts-Behörden ausgestattet wurde, welche mir überall 
ausreichende Unterstützung und Förderung meiner Zwecke gewährten. 

Einen grossen Theil von der Möglichkeit der Ausführung meiner Aufgabe 
verschaffte mir schliesslich auch die löbliche Direction der k. k. a. p. Donau- 
Dampfschifffahrts- Gesellschaft, welche mir seit Jahren bereits die freie Benützung 
ihrer Donauschiffe in so äusserst loyaler Weise bewilligte und kann ich nicht 
umhin, deren Direction meinen verbindlichsten Dank hiemit auch öffentlich 
auszusprechen. 

So wie ich hier vorläufig über den Pelikan mein Erfahrenes und strenge 
nur selbst Gesehenes mittheilte, so gedenke ich noch über das andere gewaltige 
Heer der befiederten Bewohner der Donau-Ufer und Inseln, was ich von ihnen 
schon weiss und theilweise noch erfahren will, zu sagen, um über deren Leben 
und Verhalten speciell an unserem schönen, grossen Strome ein möglichst ge- 
treues Bild zu entrollen. 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 

Von 

F. Arnold. 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 3. März 1873.) 



X. Der kleine Rettenstein. 

Der kleine Rettenstein (6748') liegt dem grossen (vgl. Aasfl. V.) gegen- 
über, nur durch ein tiefes Thal von ihm getrennt. Den Lichenologen ist dieser 
von unten bis oben aus Phyllit aufgebaute Alpenberg durch die Entdeckungen 
von Uflgei und Sauter schon längst als schätzenswerth bekannt; s. Rabhst. 
Deutschi. Cryp. Flora 1845 p. 82, Schaer, Enum. p. 106, 123, Körb. syst, 
p. 222, 241, 252 — und wenn auch eine und die andere Art im Laufe der Jahre 
den Ruhm der Seltenheit verloren hat, so gilt doch Lecid. Sauteri Körb. syst. 
252 noch heutzutage als eine wenig bekannte Seltenheit ersten Ranges. Vergeb- 
lich suchte ich sie vom 1 — 3. Sept. 1871 dritthalb Tage lang und erst auf Grund 
einer von Passthurm bis zum Gipfel des Berges unternommenen Recognoscirung 
glaube ich den richtigen Standort der westlichen Gehänge des kleinen Retten - 
stein (Sauter, Flora des Herzogth. Salzburg. 1872, Abth. V. p 44) ausfindig 
gemacht zu haben. Man geht von Passthurm (4020') auf der Strasse eine kurze 
Strecke nördlich und biegt links in das Thal der Trattenbachalpe ein; nach 
einiger Zeit erblickt mau in westlicher Richtung eine steile und breite, gras- 
bewachsene, von Felsstreifen durchfurchte, oben wellig eingekerbte Wand, den 
kleinen Rettenstein, an welchen südlich sogleich das scharfgespitzte Horn des 
Rossgrubkogels anstösst. Zwischen beiden Bergen befindet sich eine Einsen- 
kung, zu welcher man von der rechten Seite des Thaies aus an der oberen, 
dicht am Fusse der Wand gelegenen Alpe vorüber und dann links um das süd- 
liche Ende der Bergwand biegend, gelangt. Der jenseits dieser zu überschrei- 
tenden Einsenkung auftauchende Abhang bildet nun das westliche Gehänge des 
kleinen Rettenstein und dort wird Lee. Sauteri gesammelt werden können. 

Bei meinen damaligen Irrfahrten stieg ich am Nachmittage des 1. Sept. 
zunächst von Passthurm gerade bergaufwärts gegen Westen und gerieth oben 
bei 5500' auf einer welligen Hochebene in die sterile Vacciniumregion, die zwar 
so manches Lebermoos, aber nur wenige Lichenen darbietet; selbst die zahl- 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abb.. 12 



90 



F. Arnold. 



reichen Alpenrosengebüsche waren ziemlich flechtenarm und auf platten Phyllit- 
blöcken wuchsen lediglich die gewöhnlichen alpinen Moose und Flechten. Ich 
kehrte daher, nachdem die Wand des kleinen Eettenstein in der Ferne erkannt 
und die Lebermoose: 

a) Jungerm. barbata var. Flörkei II. squarrosa auf moosbewachsener Erde 
unter Alpenrosen, ausgegeben in Rabhst. Hepat. nr. 350, b, 

b. Jungermann, inflata Huds., auf feuchtem, moorigen Boden, veröffent- 
licht in Rabhst. Hepat. nr. 497 b, 

gesammelt worden waren, an einer ober dem Thale der Trattenbachalpe liegen- 
den Sennhütte vorüber nach Passthurm zurück. Gleich oberhalb dieser Senn- 
hütte stehen einige niedrige Felswände an und hier bemerkte ich die ersten In- 
teresse erregenden Lichenen. 

Der folgende Tag war für die Besichtigung des kleinen Rettenstein be- 
stimmt. Ein breiter Fusspfad führt auf die rechte Thalseite hinüber und von 
Alpe zu Alpe bis zu den letzten, schon von Weitem sichtbaren Hütten an den 
Fuss der Wand. Ohne Schwierigkeit lässt sich die Gipfelhöhe erklimmen, 
welche ihrer ganzen Länge nach auf einer schmalen Schafspur überschritten 
werden kann. Urtica urens, Rumex acetosa, Silene inflata, kräftig ausgebil- 
det, gedeihen ganz oben neben Alpenpflanzen. Der östliche Absturz des Berges 
ist allerdings trocken, allein auf der feuchteren, ihrer Steilheit wegen sehr be- 
schränkt zugänglichen Westseite kommen auf Erde und zwischen Moosen meh- 
rere Lichenen als Vertreter einer Hochalpenflora vor, wie sie im Bereiche des 
kleinen Rettenstein wohl nur auf dieser Stelle zu finden sein wird. 

Blickt man von der Wand des Rettenstein in die Richtung gegen Pass- 
thurm, so bemerkt man jenseits der kahlen, in der Tiefe vom Bache durch- 
rauschten Thalsenkung eine Felsgruppe, unterhalb welcher der Weg zum Ross- 
grubkogel vorüberführt. Da weit und breit keine zweite zugängliche grössere 
Felsbildung zu erkennen war, so ging ich am letzten noch zu Gebote stehenden 
Tage, von Passthurm aus die linke Thalseite einhaltend, an einer neu gebauten 
Alpe vorbei dahin und betrat schliesslich noch die Spitze des Rossgrubkogels, 
der dem kleinen Rettensteine an Höhe so ziemlich gleichkommt, lichenologisch 
jedoch seiner grösseren Trockenheit halber entschieden zurücksteht. Von seiner 
Spitze sieht man auf die vorhin erwähnte Einsenkung hinab. 

Die Lichenenflora des Urthonglimmerschiefers möchte ich als eine sehr 
reichhaltige erachten. Denn wenn auch die weiten Gehänge der Phyllitberge 
nur einförmigen, felsenarmen Schafweiden gleichen, auf denen die alpinen Zwerg- 
gebüsche, JRhodod. ferrug., Vaccin. myrtillus und uliginosum, die beiden Juni- 
peri, sich streckenweise ausdehnen, während auf der breiten Berghöhe der Schnee 
hie und da einen Wassertümpel zurückgelassen hat, so enden diese Gehänge zu- 
letzt doch in aufragenden Wänden und Kämmen, an welchen die mit Alpen- 
flechten überzogenen Felsen gross und klein als Endziel stundenlangen Steigens 
hervorstehen. Der thonige oder kalkige Gehalt des Gesteins scheint auf (Tie 
Qualität dieser Flora besonders günstig einzuwirken. 



Li.-lionol.^ii,, Im Au tl ttK* "i Tm.l 



01 



I. Phylllt. 

1 >ie folgenden Stcinlleehten wurden hauptsächlich an drei Orten gr mi 
melt: a) an Jon niedrigen Wänden gleich oberhalb der vorhin erwähnten Sonn- 
hotte, cina 5400'; b) an den Wänden am Wege zum Rosegrubkogel, etwa 
6000'; und c) am Aulstiego zur Gipfelhöhe dos kleinen Rettenstein (Nordostseite), 
6500- 6700*. 

Die gewöhnlichen Speeies kommen zahlreich auf den an verschiedene! 
Stellen zerstreuten Blöcken jenes Gebirgsstockes vor. 

I. Ahrton« bicolor (Ehr.) Nyl. Flora ISO!» p. 444, AfUSt m. r. 22, un- 
terhalb des Gipfels des Rossgrubkogels auf Felsen übergehend, steril. 

'2. AUit. ochrolenca (Ehr.), rigida (Vill.), Th. Fries L. Scand, 18, genuina 
Körb. par. 5, steril mit der vorigen. 

3. Comicularia tristis (Web.) Körb. par. G, Alcct trist. Th. Fries L. 
Scand. 28, Anzi m. r. 57, Erb. er. it. I. 366: an Felsen des kleinen Ketten- 
stein und am Rossgrubkogel c. apoth. 

4. Sphaerojihorus fragil is (L.) Körb. par. 21, Th. Fries Spitsb. p. 47, 
Erb. er. it. I. 473, Anzi m. r. 34: steril in Felsritzen auf dem kleinen Retten- 
stein, von Racomitr. lanugiuos. durchzogen. 

5. Platysma fahluncnsc (L.) Nyl. Flora 18G9 p, 443, Imbric. fahl. Körb. 
par. 31: ziemlieh häufig an Felsen, besonders des Rossgrubkogels: spermogonia 
ihaüi margine adfixa, papillata, spermatia recta, 0,006 m. m. lg., 0,001 m. 
m. lat. 

6. Imbric. saxatilis (L.) leueochroa Körb. par. 30: nicht selten am Ross- 
grubkogel auf Felsen. Var. papillata m. Flora 1872 p. 145: steril, dem Ge- 
steine platt anliegend an Felsen des Rossgrubkogels. 

7. Imbric. encausta (Sm.) Körb. par. 31, Farm. enc. Th. Fries L. Scand. 
p. 118, Erb. er. it. I. 119: nicht selten an den Felsen; meist steril. 

8. Imbr. physodes f. vittata Ach., Körb. par. 31. Anzi 257. Schaer. 367: 
steril an Felsen des Rossgrubkogels, 

9. Imbr. conspersa (Ehr.) Körb. par. 31 : c. apoth. nicht selten am Ross- 
grubkogel. 

10. Imbric. alpicola (Th. Fries L. Scand. p. 125); exs. Th. Fries 55. 
Rabhst. 923: an Felsen des Rossgrubkogels, steril. 

II. Imbr. stygia (L.) Körb. par. 31 : nicht selten an Felsen. 

12. Imbr. lanata (L.), 1. styg. lanata. Körb. par. 31, Erb. er. it. 1221, 
Rabh. 688. Parin, lan. Nyl. Lieh. Lapp. Or. p. 120: steril ziemlich häufig, be- 
sonders an Felsen des Rossgrubkogels. 

13. Parmelia obscura (Ehr.) cyclos. saxicola, Körb. par. 35: c. apoth. 
nicht selten, besonders am Rossgrubkogel: thallus obscurus, tenuis, sporae fus- 
cae, 0,024. m. m. lg., 0,012 m. m. lat. 

14. Parin, caesia (Hotf.) hie und da auf Felsen und Blöcken. 

15. Gyrophora cylindrica (L) Th. Fries L. Scand. 157, Körb. par. 40, 
Nyl. Flora 1869 p. 388: c. apoth. häufig an Felsen. 

12* 



92 



F. Arnold. 



Var. microphylla, Anzi manip. p. 138, exs. 251 ; (non Erb. er. it. I. 383, 
Anzi 66. Hepp 479, Schaer. 466 c. ap., Laur. in Sturm D. Fl. II. 24 tab. 6, quae 
ad G. anthracinam pertinent) nicht selten an Felsen des Rossgrubkogels: me- 
dulla c. apoth. gyrosoplicata. 

16. Gyroph. flocculosa (Hoff.) Körb. par. 40, Schaer. exs. 152, Anzi 60, 
m. r. 81, Erb. er. it. 425, Rbhst. 357: häufig auf Felsen und Blöcken, steril. 

17. Physcia murorum (Hoff.) /'. lobulata Anzi exs. 275 dext. (mea coli.) 
hie und da an den Wänden am Wege zum Eossgrubkogel: sporae polari dy- 
blastae, rarius dyblastae, 0,012 — 15 m. m. lg., 0,006 m. lat., planta epruinosa. 
Die Flechte gehört zwar zur C. mur. miniata, Th. Fries. L. Scand. p. 170, Nyl. 
Lieh. Lapp. Oy. p. 126, allein die verschiedenen auf Kalk- und Kieselsubstrat 
vorkommenden Formen von PJi. murorum sind noch nicht gehörig gesichtet. 
Ph. lobulata c. var. dürfte ihrer kleineren Sporen halber wohl species pro- 
pria sein. 

18. Placodium saxicolwm (Poll.) Mass., Körb. : an den Wänden ober 
der Alpe. 

19. Dimelaena oreina (Ach.) Mass. Körb. par. 52; diese Species erhielt 
ich c. ap. vom kleinen Rettenstein aus dem v. Zwackh'schen Herbare ; thallus Je le- 
viter flavescens, addito G. flavus, medulla jodo caerulesc. 

20. Placynthium nigrum (Ach.) Mass., Lecothec. corall. Körb. par. 403: 
c. ap. an Wänden ober der Alpe. 

21. Placynthium adglutinatum Anzi manip. 133 sub Lecothec, exs. 268 : 
steril an den Wänden ober der Alpe, ziemlich selten; habituell mit der Anzi'- 
sehen Flechte vollständig übereinstimmend. 

22. Candelaria vitellina (Ehr.) nicht selten an Felsen: planta k — , asci 
polyspori. 

23. Callopisma cerinum (Hdw.) cyanolepra saxic. Rettenstein p. 529, 
Waldrast p. 1106; nicht häufig an Felsen des kleinen Rettenstein: thallus effu- 
sus, compacte granulosus, sordide obscure viridis, apoth. cerina, margine sub- 
caesio. 

24. Blastenia ferruginea (Huds.) saxic. Mass., Körb. par. 126, Schaer. exs. 
448, Anzi m. r. 144: c. apoth. gut ausgebildet, aber nicht häufig an Felsen 
des kleinen Rettenstein. 

25. Haematomma ventosum (L.) Mass. ric. 33, nicht selten c. apoth. an 
Felsen und Blöcken. 

26. Rinodina milvina (Whg.) Th. Fries; vgl. Flora 1872 p. 38, Anzi exs. 
45: eine zweckmässig hier unterzubringende Form sparsam an den Wänden 
ober der Alpe : habituell einer dunklen Lecan. complanata Körb, sehr ähnlich ; 
thallus ~k — , c — medulla jodo fulvesc, epith. fuscesc, Je— , sporae fuscae dy- 
blastae, 0,015—17 m. m. lg., 0,008—9 m. m. lat., 8. in asco. 

27. Lecanora (Zeora) coaretata (Ach.) elacista (Ach.) Körb. par. 88; nicht 
häufig an Felsen des kleinen Rettenstein : thallus albidus, C leviter rubescens, 
medulla jodo fulvesc, epith., fuscesc, Je—, hym. jodo fulvesc, hyp. incolor, 
sporae 0,018 —23 m. m. lg., 0,008—11 m. in. lat., 8 in asco. 



I,n Im n"|,, k 'iM Ii.' A ii ^ II ii im T11..I 



93 



2S. I.rant ('/.vom) s<nd ida (!Yrs.) glmtennta (llfll f.): /irinli« Ii hiltflg . - in. 

an var. mm rulutu sich annähernde Form mit kleineren Apothecien an den W'.in- 
tit* u am Wr^c /.hui Rossgrnbkogel : tlndhis albidua, k. fUw., C , »inln/ln i<nli> 
f'itlrt'sc, upoth. ctwsio pruinosa, I: , C cilrina, < pH/t. snrdide luh si- , hym i'"l'> 
catriil., spurar omlcs, 0,012 in. in. lg., O.OOti in. m. lat. : spermatia arcuatü 
0,024 in. d. Ig., 0,001 m. m. lat. 

90t. Leean. atra (Hwb.) Körb., Nyl. Lieh. Lapp. Or. p. 1:57; oichl sehen 
an Felsen and Blöcken, kraftig entwickelt: thallus k. flow., medulla jodo ful- 
n n( ., epith. obscure purpur., spermatia subrecta. 

30. Leoni, atrynea (Ach.) Nyl. Flora 1872 p. 854, 865: an Felsen «1» i 
kleinen Kettenstein und an den Wänden ober der Alpe ; habituell der vorigen 
gknch, nur sind die Apothecien heller gefärbt: thallus k flav. } medulla jode 
f'ulvesc, npoth. fuscescentia, leviter prui/nosa, epith. sordide wridulofuscesc.f 
k—, sporae ovales, 0,015 m. m. lg., 0,007—8 m. m. lat.; spermatia acicularia, 
mrcuata, 0,024—30 m. iu. lg. 0,001 m. m. lat. 

31. Leean. eomplanata Körb., vgl. Illnhausen p. 283, Arn. exs. 496. 
an den Wänden ober der Alpe: epith. fuscese, k — , hym. hyp. incol., jodo cae- 
rid.. gonid. subjac. sporae clongato oblongae, 0,012 — 15 in. in. lg., 0,005 m. m, 
lat., 8 in asco; spermogonia punetiformia, atra, spermatia acicularia, arcuata. 
0,018-22 m. m. lg., 0,001 m. m. lat. 

32. Leean. badia (Pers.), vulg. Körb. par. 85, Anzi m. r. 167; ziemlich häufig 
an Felsen und Blöcken. Spermatia recta, 0,008—9 m. m. lg., 0,001 m. in. lat. 

33. Leean. polytropa (Ehr.); vgl. Nyl. Flora 1872 p. 251; häufig in mehr- 
fachen Formen, von welchen besonders hervorzuheben sind: var. alpigena Ach. 
Schaer. Enum. 81 mit /'. cerustacea Anzi m. r. 202 mit grossen, gewölbten Apo- 
thecien, spermatia acicularia, arcuata, 0,024—27 m. m. lg., 0,001 m. im lat.; 
und var. intricata Schrad., Körb. par. 154, Th. Fries L. Scand. 260: protothaUo 
nigricante, apotheeiis plus minus obscuris. 

34. L^ecan. atrosulphurea (Whg.) Ach., Nyl., Scand. L. Scand. 166, Th. 
Fries 257, exs. 62. 

Var. eliminata m. (spec. propr.?); nicht selten an den Wänden am Wege 
zum Rossgrubkogel: thallus pallide lutescens, G — , k flav., subglobuloso areo- 
latus, crassiuscidus, medulla jodo fulvesc, apoth. lecideina, olivaceo nigricantia, 
nuda, convexa, intus k — , epith. sordide lutesc. viride, acido nitrico non colo- 
ratum, hym. hyp. incol., jodo caerul., deinde sordide vinose ruh., gonidia hyp. 
solo margine apothecii subjaceut., sporae ovales, 0,012 m. m. lg., 0,005—6 m. 
m. lat. 8 in asco; spermogonia rara, atra, immersa, punetiformia , spermatia 
acicularia, arcuata, 0,014 — 16 m. m. lg. 0,001 m. m. lat. 

Nach Nyl. in lit. hält diese Flechte die Mitte zwischen L. atros. nor- 
mal is und biformis Th. Fries; von Th. Fries exs. 62 unterscheidet sie sich 
durch kürzere Spermatien und die Färbung des Epitheciums. — Th. Fries 62: 
epithec. acido nitrico obscure violasc, spermatia acicularia, arcuata, 0,027—30 
m. m. lg., 0,001 m. m. lat. — Da auch Th. Fries Scand. p. 258 noch eine f. 
macrior hervorhebt, so ist es wohl möglich, dass L. atrosulph. ähnlich wie Lj. 



94 



F. Arno! d. 



polytropa Nyl. Flora 1872 p. 251 in mehrere Subspecies aufgelöst werden 
kann. 

35. Acarospora fuscata vgl. Umhausen p. 279, Nyl. Flora 1872 p. 364 ; 
nicht selten an Felsen und Blocken: thalli stratus cortic. C -f-. 

Var. sinopica (Whg.) ; hie und da an Felsen : medulla jodo fulvesc. 

36. Pertusaria corallina (L.) Arn. exs. 204. Th. Fries L. Scand. 319 
steril an Felsen des kleinen Rettenstein und an den Wänden am Wege zum 
Rossgrubkogel: thallus c — , k saturate flav. 

37. Pertus. ? lactea (Schaer.) vgl. Flora 1870 p. 214, Umhausen p. 283, 
Bozen p. 297 ; mit der vorigen : thallus k — , c purpurasc. 

38. Pertusaria rupestris (D. C.) Körb. par. 313. vgl. Th. Fries L. Scand. 
p. 318; selten an Felsen des kleinen Rettenstein: thallus c — , Je — sporae ma- 
ximae, solitariae, late limbatae, circa 0,220 m. m. lg. 

39. Urceolaria scruposa vulg. Körb. par. 104; nicht häufig an Felsen des 
kleinen Rettenstein: thallus C -f- 

40. Aspicilia cinerea (L.) vgl. Schaer., Körb. par. 97, Nyl. Flora 1872 p. 
354; nicht selten an Felsen und Blöcken: thallus pallidus, k. post col. lut. ru- 
bescens, medulla jodo fulvesc., apoth. intus k — , epith. sordide viride, hym. jodo 
caerulesc, deinde mox vinose rub., sporae ovales, 0,020 — 25 m. m. lg., 0,012 — 15 
m. m. lat. 

41. Aspic. depressa (Ach.) Anzi exs. 527; vgl. Waldrast p. 1106; mit 
der vorigen nicht selten : thallus k — , medulla jodo fulvesc. 

42. Aspic. verrueulosa. Kplh. Lieh. Bay. p. 283, Arn. exs. 342 a. b. ; 
Nyl. Flora 1872 p. 364; ziemlich selten an Felsen des kleinen Rettenstein: 
thallus albus, areolato-rimulosus, k — , c — ; medulla jodo caerulesc, apoth. parva, 
urceolata, rufa, intus k — , epith. fuscesc, hym. hyp. incol., jodo caerul., sporae 
oblongae, 0,020—24 m. m. lg., 0,010—12 m. m. lat., 8 in asco. 

43. Aspic. alpina (Smft.) Th. Fries L. Scand. p. 283, vgl. Waldrast p. 
1107; sehr häufig an Felsen und Blöcken, besonders in der Nähe der Einsen- 
kung zwischen Rettenstein und Rossgrubkogel: thallus k -f- rubesc, med. jodo 
caerul. 

44. Aspic. sanguinea (Kplh.); vgl. Waldrast p. 1107, Arn. exs. 436; nicht 
selten mit der vorigen: thallus k — , med. jodo caerul., planta potius bona Spe- 
eles, quam sola var. Aspiciliae cinereoruf. 

Var. ochracea Arn. exs. 455; gut ausgebildet auf Felsen am Wege von 
der Rettensteinalpe gegen die Einsenkung: thallus laeteochraceo-ferrugineus, 
k — , med. jodo caerulesc, apoth. parva, nigrescentia , mala, intus k — , epith. 
sordide viridefuscum, hym. hyp. incol., jodo caerul., sporae oblongae, simplices, 
hic inde pseudodyblastae, 0,012 m. m. lg., 0,005—6 m. m. lat, 8 in asco, sper- 
mogonia atra, immersa, spermatia recta, 0,006—7 m. m. lg. 0,001 m. m. lat. 
Nach meinen Beobachtungen ist die Pflanze die forma oxydata obiger Asp. san- 
guinea und durchaus keine besondere Art; die der Beschreibung nach ähnliche 
Aspic. haematina Körb. par. 100 soll wesentlich verschieden sein. Habituell hat 



l.irhiMiolociHrltt* AnHllfl»:« 1 lB Tirol 



95 



tvir ochrac ziemliche Aehnlichkeit mit Acarusp sinopißü und der folgenden As}>. 
mclanoph. 

4*>. Aspic. mvlttnophavtt (Fr.) Kürb. par. 100, Lecid. Dicksoni Th. Fries 
L. Sound. 27:», Erb. W. it. II. lüS; nicht selten, « I« ><• Ii nirgends in grosser 

Menge, meist in kleinen abgegrenzten Exemplaren, auf Felsen und BlOeken. 

40. Aspic. ccracca Arn. exs. 9, vgl. Waldrast p. 1107; sparsam an IJlüokon 
des kleinen Kettenstein beobachtet. 

47. Aspic. tc neb rosa (Fw.) urceol. Kürb. par. 90. Arn. exs. 114, vgl 
Waldrast p. 1107; nicht selten an Felsen des kleinen Rettenstein. 

48. Jimaspia thrfsophana (Kürb.) Th. Fries L. Scand. 273. Asj). ehr. 
Körb. par. 09, Arn. exs. 458. a. b., Kürb. exs. 8; gut ausgebildet an den Wän- 
den ober der Alpe: thallus rufescens, in herbario de nique sordide viridis, chry- 
sogonidia fovens, apoth. atroviridia, leviter urceolata, intus k — , epith. lade 
viridc, hym. jodo caerul, hyp. incolor, sporac latac ovales, 0,007—10 m. m. lg., 
0,006—7 m. m. tat, 8 in asco. 

49. Gyalecta cupularis Ach., Kürb. exs. 160; an den Felsen des kleinen 
Rettenstein nicht häufig. 

50. Gyalecta roseola m. (n. sp.); sparsam an den Wänden ober der Alpe : 
thallus parum evolutus, minute granulosus, albidus, thalli gonidia luteoviridia, 
0,010—12 m. in. lat. ; apoth. emersa, mollia, leviter urceolata vel suhplana, 
parva, roseola, intus incoloria et k — , paraph. capillares, hym. jodo fulvesc., 
sporae 3 — 5 septatae, septis divisis, quare 8 — 10 loculares, utroque apice plus 
minus obtusae, hyalinae , 8 in asco, 0,024 — 30 m. m. lg., 0,010—12 m. ■. 
m. lat. 

Ich halte diese Flechte , welche habituell der Secoliga carnca m. in 
Bausch. Bad. Lieh. Flora p. 94 sehr ähnlich ist, für neu. Von Gyal. cupularis 
unterscheidet sie sich durch gleichfärbig blassrosenrothe Apothecien, deren Dis- 
cus nicht tief eingesenkt und vom breiten Excipulum überragt, sondern ziem- 
lich flach erscheint; auch sind die Sporen etwas anders gestaltet und mehr in 
die Länge gezogen. 

51. Toninia caulescens Anzi cat. 67, exs. 139, vgl. Schiern, p. 612; nicht 
häufig an den Wänden ober der Alpe: thallus caespitoso pulvinatus, fuscocine- 
reus, k — , c — , medulla jodo fulvesc, apoth. nigra, nuda, epith. atroviride, k — , 
hym. hyp., incolor., jodo caerulesc, deinde vinose rub., paraph. supra articu- 
latae et obscure virides, sporae bacillares, circa 5 septatae, saepe indistinete 
septatae, 0,030—36 m. m. lg., 0,003 m. m. lat, 8 in asco. 

52. Biatora rupestris (Scop.), f. rufescens (Hoff.); nicht häufig an den 
Felsen des kleinen Rettenstein. 

53. Biatora ochracea. Hepp. 263, vgl. Flora 1870 p. 4 (non Lee. fusco- 
rubens Nyl., teste Nyl. in lit.). Var. rufofusca m. vgl. Waldrast p. 1127; eine 
hieher zu ziehende Form an den Felsen des kleinen Rettenstein: thallus sat 
temiis, sordidus, parum evolutus, apoth. rufofusca intus k — , epith. fuscescens, 
hym. incolor, jodo caerul., deinde vinose rubens, hyp. crassum, fuscum, sporae 
ovales, 0,009—12 m. m. lg., 0,005 m. m. lat. 



96 



F. Ar no ld. 



54. Bilimbia coprodes Körb. par. 166. Lee. trachona var. copr. Stizb. 
Lee. sabul. pag. 60; selten an Felsen des kleinen Rettenstein: thallus sat te- 
nuis, minute granulosus, k — c — . apotJieciu nigricantia, biatorina minuta, epi- 
thec. dbscure viride, k — , aeido nilrico pulcJire violascens, hym. incolor , jodo 
caeruleum, deinde vinose rubens, paraph. conglut., liyp. sordide viridifusce- 
scens, sporae 3 septatae, rectae, 0,012 — 15 m. m. lg., 0,004 m. m. lat, 
8 in asco. 

55. Bacidia inundata (Fr.), vgl. Flora 1871 p. 54; sparsam an Felsen 
des kleinen Retteiistein : thallus subnullus, apoih. parva, sicca nigrescentia, 
intus k — , epith. obscure viridesc, hyp. leviter lutesc., hym. jodo caerulesc, 
deinde vinose rubens, sporae aciculares, subrectae, 0,030 m. m. lg., 0,0025 m. 
m. lat. 

56. Scoliciosporum umbrinum (Ach.) saxic. Körb., vgl. Flora 1871 p. 50, 
Umhausen p. 285; ziemlich selten an Felsen des Rossgrubkogels: apoth. parva, 
nigrescentia, epith. obscure sordide viride, k — ; hyp. subincolor, sporae genicu- 
lato curvatae, 0,025—28 m. m. lg., 0,003 m. m. lat. 

57. Lecidella aeneola m. (n. sp.); nicht häufig an Felsen des kleinen 
Rettenstein: thallus rimuloso areolatus, fuscorufescens, nitidus, k — , c — . me- 
dulla jodo fulvesc, apoth. atra, nuda, leviter convexa, intus k — , epitJi. atro- 
viride, hym. incolor, jodo caerul., Jiyp. ruf esc, parapli. robustae, apice subarti- 
culatae, obscure virides, sporae incolores, elongatae, 0,009 — 12 m. m. lg. 0,004 
m. m. lat., 8 in asco. 

Diese, wie ich glaube, neue Art steht der Lee. atrobrunnea (Rani.) Anzi, 
vgl. Rettenstein p. 530, am nächsten, hat die nämlichen kleinen Sporen und das 
braunrothe Hypothec, unterscheidet sich aber durch die Jodfärbung der Mark- 
schicht und durch den äusseren Habitus. Lecid. aenea (Duf.), vgl. Rettenstein 
p. 530. Erb. er. it. Ii. 415 besitzt ein Jiyp. subincolor, sporas ovales, 0,012—15 
m. m. lg., 0,007 m. m. lat. und weicht habituell noch mehr von Lee. aeneola 
ab, mit welcher sie aber das Merkmal medulla jodo fulvesc. gemein hat. Lecid. 
nigrita Schaer. exs. 175 (Jiyp. incolor, med. jodo fulvesc.) steht schon der Lee. 
armeniaca zu nahe, um noch mit L. aeneola verglichen zu werden. 

58. Lecidella atrofuscescens (Nyl.) vgl. Waldrast p. 1109, Lee. atrof. Nyl. 
Flora 1866 p. 371, 1872 p. 365; nicht gar selten an Felsen des kleinen Retten- 
stein, am Rossgrubkogel und an den Wänden ober der Alpe: tJiallus rimuloso 
areolatus, subnitidus, fuscus, k — , c — , medulla jodo caerul., apotJi. atra, nuda, 
epith. atroviride, k — , hym. incolor, jodo caerul., Jiyp. rufesc. k — , sporae ova- 
les, 0,016—18 m. m. lg., 0,009—10 m. m. lat. Die Flechte hält habituell die 
Mitte zwischen L. fumosa und atrobrunnea, von beiden jedoch durch grössere 
Sporen verschieden. Die Waldraster Pflanze wurde von Nyl. in lit. ausdrücklich 
als seine L. atrofuscescens erklärt. 

59. Lecidella opponenda m. (n. sp.), nicht häufig an Felsen des kleinen 
Rettenstein : thallus effusus, rimuloso areolatus, crassiusculus, suhplanus, palli- 
dus, lutescente albidus, k — , c — , medulla jodo caerul., apotJi. plana, nigres- 
centia, gyrosa, intus k — , epith. fuscesc, hym. Jiyp. incol.,jodo caerul., paraph. 



Liektaologtiohc AwMg« in Tirol 



97 



robust ae, sporae orales, 0,018— '20 in tu. o.ooo— 10 in. in. lat,, H in usco. 
Dies« iit uc, wob von Nyl. in lit. als neu anerkannte Flechte sieht der Spora 

stuf in cinerea (Sehaer.) Körb, par. 235. Anzi exs. 1SS, Krb. er. it. 1. 08-1, (Nyl. 
in Flora 1879 p. 568) so täuschend ahnlich, dass sie nur durch das Microicop 
von ihr unterschieden werden kann. 

60. Lecidella inserena (Nyl.) : vgl. Nyl. Flora 1869 p. 84 ; nicht selten an 
den Felsen des Rossgrubkogels; von Nyl. in lit selbst bestimmt: thallus cine- 
rcus, arcolatorimulosus, ore<>!i* f er Her conre.ris. I: — , e — . med. joilo fulvesc, 
tfcih. tiumerosa, nigrescentia, subplana, intus k — , epith. atroviride, hym. hyp 
incol., jodo cacruh, paraph. eonglutinat., sporae oblongae, 0,012 — IG in. m. 1fr.. 
0,00t! m. in. lat.. 8 in asco; spermoejonia atra, punctifortnia, spermatia ae.ien- 
Inrin. areuota, 0,022—21 m. m. lg., 0,001 m. m. lat. 

Von der habituell ähnlichen Lee. Moisigii (Hepp.) Körb. par. 201, Anzi 
(WCS. 153 unterscheidet sich L. inserena durch das blasse Hypothecium. 

Gl. Lecidella ehtt« (Schaer.) Körb. par. 203, Lee. amylacea Ach. Nyl. L. 
Scand. p. 227, Hepp 256; nicht häufig an Felsen des kleinen Rettenstein: thattus 
c — . k flavesc, meduUa jodo fulvesc, epith. atroviride, k — , hym. hyp. incol., 
jodo caerul. 

62. Lecidella pruinosa (Ach.) Körb. par. 209, vgl. Waldrast p. 1109, Lee. 
lithophila (Ach.) Nyl. L. Scand. 226; häufig an Felsen und Blöcken: thaUus 
pallidus, canescens, k — , c — , med. jodo fulvesc, apoth. nigresc, leviter prui- 
nosa, mutua pressione angidosa, plana, intus k — , epith. sordide viridifuscesc, 
hym. hyp. incol., jodo caerul. — Nachdem Nylander die Rettenstein er Flechte 
als L. lithophila l. c. bestimmt hat, nehme ich an, dass sie mit L. pruinosa 
Körb., Anzi, identisch ist. 

Var. ochromela (Ach.) Anzi m. r. 272, nicht selten mit der Stammform. 

63. Lecidella polycarpa var. ecrustacea Anzi exs. 399, var. videtur; nicht 
häufig an Felsen des kleinen Rettenstein: thallus partim evolutus, albidus, ri- 
mulosus, k — , c — , medulla jodo fulvesc, apoth. atra, nuda, subhotryosa , con- 
vexa, intus k — , epith. atroviride, hym. hyp. incol., jodo caerul., paraph. tene- 
rae, apice caerulescentevirides, sporae öblongae, 0,010—12 m. m. lg., 0,004 m. 
m. lat., 8 in asco, rectae, hic inde levissime curvulae. 

64. Lecidella sabuletorum var. coniops. Körb. par. 313, Th. Fries L. aret. 
p. 214; häufig an Felsen: thallus k flav., c — , med. jodo fulvesc, apoth. atra, 
nitida, epith. viride, hyp. ruf esc, sporae ovales, 0,012—15 m. m. lg., 0,007 — 9 
m. m. lat, paraph. laxae. 

65. Lecidella goniophila (Fl.) Körb. par. 310; an den Wänden am Wege 
zum Rossgrubkogel: thallus subnidlus, apoth. dispersa, epith. atroviride, hyp. 
incolor, paraph. laxae, sporae ut apud priorem. 

66. Lecidella insiüaris Nyl., vgl. Waldrast p. 1109; hie und da auf dem 
Thallus der Lecan. rimosa. 

67. Lecidea lactea (Fl.), vgl. Waldrast p. 1110, Arn. exs. 470, Flora 1871 
p. 151. {Lecid, polycarpa Nyl. Flora 1872 p. 358, 360, 552); häufig an den 
Felsen des kleinen Rettenstein und Rossgrubkogels in mehreren Formen, die 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abb. 13 



98 



F. Arnold. 



aber sämmtlich in folgenden Merkmalen übereinstimmen: thallus c — , k post 
colorem luteum rubesc, medulla jodo caerul., apoth. atra, nuda, intus k—, 
epith. atroviride, hym. jodo caerul., hyp. atrofusc. vel fuscum, nunquam inco- 
lor, sporne oblongae, 0,012—15 m. m. lg., 0,005—7 m. m. lat. 

Var. ocliromela Schaer. exs. 188 (mea coli.); vgl. Flora 1871 p. 151, 
Waldrast p. 1110: thallus ferrugineo ochraceus, pro parte albidus, k cae- 
tera ut apud a. — Meines Erachtens ist die Pflanze die oxydirte Form von 
Arn. exs. 151. 

68. Lecidea lapicida (Fr.) Flora 1871 p. 153, var. ocliromela (Ach.) 
Waldrast p. 1110; nicht selten an Felsen und Blöcken, besonders am kleinen 
Rette listein, mit all den 1. c. angegebenen Merkmalen. Das Hypoth. ist bei 
dicken Schnitten braun oder röthlich braun, unter dem Microscope dunkelgelb, 
aber niemals farblos. 

69. Lecid. confluens (Ach.) Körb. par. 219, vgl. Waldrast p. 1110; sehr 
häufig an Felsen und Blöcken : thallus incanus, k — , c — medulla jodo caeru- 
lesc, apoth. plana, intus k — , epith. atroviride, hyp. rufesc, sporae oblongae, 
0,012 m. m. lg., 0,004 m. m. lat. 

70. Lecidea vorticosa (Fl.) Körb. par. 220, vgl. Waldrast p. 1111; nicht 
selten an Felsen des kleinen Rettenstein und des Rossgrubkogels: thallus pa- 
rum evolutus, apoth. atra, subnitida, saepe convexa, intus k — , ep. hyp. acido 
nitrico purpureoviolasc, epith. atroviride, hym. laete viride, hyp. viridinigres- 
cens, supra sordide viride fuscescens, sporae rectae elongato oblongae, 0,012 m. 
m. lg., 0,004 m. m. lat. 

71. Lecidea Sauteri Körb. syst. 252, par. 220; auf Felsen an den west- 
lichen Gehängen des kleinen Rettenstein. Herr Dr. Sauter theilte mir in freund- 
licher Weise sein Originalexemplar zur Einsicht mit, welches der Körber'schen 
Beschreibung vollständig entsprach: thallus crassus, albidus, k — , c—, medulla 
jodo fulvesc, apoth. atra, nuda, intus k — , epith. atroviride, hym. incolor, jodo 
saturate caertdeum, paraph. robustae, supra indistinete articulatae et obscure 
virides, paullo et sensim incrassatae, hyp. crassum, obscure rufum, sporae ob- 
longae, 0,009—10 m. m. lg., 0,003 m. m. lat. 

72. Lecidea contigua (Fr.) Flora 1871 p. 153. 

a) F. alpina. Hepp in lit. ; Arn. exs. 410. Hie und da an Felsen des 
kleinen Rettensein: thallus Candidus, k — , c — , medulla jodo caerulesc, apoth. 
atra, nuda, plana, mutua pressione angulosa, intus k—, epith. atroviride, hyp. 
atrofuscum, sporae oblongae, 0,015 in. m. lg., 0,007 m. m. lat. 

b) Var. trullisata. Anzi exs. 160 ; ziemlich seilen an Felsen des kleinen 
Rettenstein: thallus prior is var., subfarinosus, apoth. alte convexa, thalli par- 
ticulis saepe imposita, pseudolecanorina, intus k~, epith. atroviride, hym. in- 
color, jodo caeruleum, paraph. laxiusculae, hyp. rufo fuscum, sporae oblongae, 
0,015 m. m. lg., 0,006 m. m. lat. — Nyl. in lit. bemerkt über diese Retten- 
steiner Flechte: „est Lecid. confluens var. speirea Ach. = Stenh. et Fries, L. 
Suec. exs. 410: omnino eadem." 



Liohtnologiichi iaifittgt In Tirol 



99 



Porpidia truüisata Kplhb. Lieh. Bay. p. 210 dürfte schwerlich ipeoi- 
fisch verschieden soin; ich konnte die beiden Krplhbr.'schen Originale <in- 
schun, welche habituell mit Anzi exs. 100 sehr gn1 ubereinstimmen; die elben 
hatten folgende Merkmale : 

a) Kalkhomstein vom Rauchhorn: thattus subfarinostts, k — , c , m< - 
tlullii jodo cairulcsc, apoth. infus k -, epith. sordidc riride, hym. latum, jodo 
citcnd., paraph. laxiuscidae, hyp. crassum, rufofusc, supra luteofuscesc, sporae 
obhmgae, 0,015-17 m. m. Ig., 0,007—9 m. m. lat., 8 in asco; spermogonia 
atra. punetiformia, rara, spermatia acicularia, recta, 0,008—9 m. m. lg., 0,001 
in. m. lat. 

b) Kalkhornstein der Pittersbacher Wanne: thallus subfarin., k — , c — , 
medtdlu jodo caerul., apoth. intus k — , epith. sordidc luteoviride, hym. latum, 
jodo saturate caerul., hyp. crassum, rufofuscum, paraph. laxae, sporae oblongae, 
0,015 — 10 m. m. lg., 0,008—9 m. m. lat., 8 in asco. 

73. Lccidca platycarpa (Ach.) Körb. par. 221, vgl. Flora 1871 p. 154. 
La. contigua Nyl.; häufig an Felsblöcken. 

Var. flavicunda (Ach.) Nyl. L. Scand. 224; an Felsen des kleinen Ret- 
tenstein: thallus flavo ochraceus, pallidior, quam apud var. oxydatam Körb, 
par. 221, Waldrast p. 1111, medidla jodo fulvesc, apothec. struetura et sporae 
ut apud plantam typicam, spermatia acicidaria, recta, 0,015 m. in. lg., 0,001 
m. m. lat. — Die Flechte wurde von Nyl. in lit. als jene flavic. bestimmt. 

74. Hehmia cacruleoalba Kplh., Lieh. Bay. 211, vgl. Flora 1869 p. 262, 
Arn. exs. 406, Buellia caer. Th.^Fries L. Spitsb. p. 44; hie und da an Felsen 
des kleinen Rettenstein: thallus farinosus k—,c — , medulla jodo fulvesc., apoth. 
intus k — , epith. obscure viride, hym. incol., jodo saturate caerul., hyp. rufum, 
sporae dyblastae, obstusae, incolores, aetate obscure virides vel fuscescentes, 
mahne circumdatae, 0,018 — 23 m. m. lg., 0,009—11 m. m. lat., 8 in asco. 

75. Buellia Mougeotii (Hepp. exs. 311); compar. Körb. par. 184, Anzi 
manip. 158; ziemlich selten an Felsen des Rossgrubkogels: thallus parum evo- 
lutus, albidus, tenuiter rimulosus, k — , c — , medulla jodo caerulesc, apoth. 
atra, nuda, plana, margine elevato, non crenato, meclioeria, epith. sorclide atro- 
viride, k — , hym. incolor, jodo caerulum, hyp. fusconigrescens, k. obscure pur- 
purasc, sporae fuscae, dyblastae, obtusae, 0,018 m. m. lg., 0,008 m. m. lat., 8 
in asco. 

76. Catocarpus badioater (Fl.) var. rivularis (Fw.) Flora 1871 p. 148; 
nicht selten an Felsen und Blöcken : medulla jodo fulvesc, epith. k. obesure 
violasc, hyp. k — , sporae fuscae, dyblastae, obtusae, 0,036—42 m. m. lg., 
0,017—20 m. m. lat., 8 in asco. 

77. Bhizocarpon alpicolum (Schaer.) Körb. syst. 263, par. 234. Buellia 
alj>. Anzi cat. 90, vgl. Flora 1871 p. 148 ; nicht selten an Felsen des Retten- 
stein und an den Wänden am Wege zum Rossgrubkogel : medidla jodo ful- 
vesc, sporae regulariter dyblastae, sed 6 — 8 blastae non desunt, quare Bhizoc, 
virides, olivaceae, 0,030—34 m. m. lg., 0,015—16 m. m. lat. 

13* 



100 



F. Arnold 



78. Rhizoc. geographic. In Menge an Felsen und Blöcken: medulla jodo 

caerul. 

79. Rhizoc. obscuratum (Schaer.) Körb. par. 233, vgl. Flora 1871 p. 149; 
häufig an Felsen und Blöcken : medulla jodo fulvesc, epith. sordide fuscoviride, 
hi/m. latum, jodo caerul., hyp. fuscum, apoth. intus Je — , paraph. laxiusculae, 
sporae incolores, 7 septatae, septis divisis, quare pluriloculares, 0,045 in. m. lg., 
0,016 m. m. lat., 8 in asco. 

80. Opegrapha saxicola var. gyrocarpa (Fw.) Stizb. Opegr. 29. Op. 
gyroc. aren. Körb. par. 251; an den Wänden am Wege zum Rossgrubko.\. : ;<jl 
wächst eine wahrscheinlich hieher gehörige Opegr., thallus effusus, leviter ru- 
bescens et chrysogonidia concatenata fovens; apoth. atra, nuda, emersa, hym. 
jodo vinose rub., Sporas non vidi. 

8L Lithoicea elaeomelaeua 3Iass. var. älpina m. Rosskogel p. 958, Arn. 
exs. 129 a — c; auf Steinen im Quellbache beim Aufstiege zum Rossgrubkogel: 
planta in riculis viridinigresecns sicca sordide olivacea, thallus late eflusus, 
apoth. ihallo obtecta, parum prominula, periUiec. dimidiat. , sporae latae, 
0,030—36 m. m. lg., 0,015—17 m. m. lat, 8 in asco. 

82. Thelidium Auruntii Mass. sym. 11 ; eine wohl nur zu dieser Art ge- 
hörige Form selten an Felsen des kleinen Rettenstein: thallus subnullus, apoth. 
atra, emersa, perith. nitegr., hym. jodo vinose rub., sporae incolores, dyblastae, 
0,030—34 m. m. lg., 0,015-16 m. m. lat., 8 in asco. 

83. Polyblastia abstrahenda m. (n. sp.) Pol. fusco argillacea. Waldrast 
p. 1135 nr. 83 (excl. synon.) huc perlinet. Ziemlich sparsam an Felsen des kleinen 
Rettenstein: thallus sordide al'oescens, temiitcr rimidosus , 1c — , medulla jodo 
fulvesc, apoth. parva, atra, emersa, perithec. dimidiat. (non integr.), hym! jodo 
vinose rubens, nec paraph. nec gonidia hymenialia adsunt, sporae incolores, 
utroque apice obtusae, saepe rotundatoobtusae, incolores, pluriloculares, 5 — 7 
septatae, septis 2 — 5 divisis, 0,027—30-36 m. m. lg., 0,018 m. m. lat., 
8 in asco. 

84. Polybl. pallescens Anzi exs. 243. B., symb. p. 26; vgl. Flora 1870 
p. 10. Nicht häufig an den Wänden ober der Alpe : thallus sordidus, pallidcfus- 
cescens, tenuiter rimulosus, effusus, crassiusculus, 1c — , medulla jodo fulvesc, apoth. 
maiora, emersa, apice truncata, atra, per 'ühec. crassum, dimidiatum, hym. jodo 
vinose rubens, paraph. et gonidia hymenialia desunt, sporae incolores, solum 
aetate fuscidulae, sat obtusae, latae, 7 — septatae, septis Herum 2 — 3 divisis, 
quare pluriloculares, 0,030—45 m. m. lg., 0,018 — 22 m. m. lat-, 8 in asco. Die 
Flechte wurde auch von Nyl. in lit. als V. pallesc anerkannt. 



Parasiten. 

Auf mehreren Steinflechten beobachtete ich einige jener kleinen Schma- 
rotzer, von welchen bis jetzt nur ein verhältnissmässig kleiner Theil bekannt 
ist. Die richtige Bestimmung hat deshalb besondere Schwierigkeiten, weil zwar 



LiuhonulutfiM lio Auntlii^i m 'l'iiul 



KM 



/ 1« in Ii«. It fielt Ali. ii km/ beschrieben , aber mir \wni^r in /n^an/li. Ii. n I 
siaatis iiitluilton sind. 

1. Lecuica oitellinarin Nyl. L. Stand, p. 218, Leight L. "t Gr. Brit. p 
;;. : >r>. Korb, par. 459; hie and da auf dein Thallus der Candel vüeüina an den 
Wänden ober der Al|»e. 

2. Conttlti dt iitats (Tal. mem. i». L24) Mass. miso. 1»», Körb. par. 168, 
vav. Mofondoi Besfler vgl, Flora 1869 p. 254; parasitisch auf den Apothecien 
der Physcia mar. lobuißta , an den Wänden am Wege nun Rossgrabkogel, 
(tpotli. nigrieant ia, intus k — , epith. sordidum, leviter attoccteruleum vel sahn, 
cnitunt, hym. et asci jodo vinose violasc., hyp. leviter lutesc. , paraph sat ro« 
l>it-<!<«\ sujiru Ott iculalue, sporae incolores, dyblastae, 0,012— 14 in, in. lg., 
0,004—5 m. m. lat., 8 in ascis supra rotundatis. 

o. Conida subvarians Nyl. Flora 1868 p. b'45; Cton, clemens. Bettenstein 
1». 549, Waldrast p. 1145, Flora 1868 p. 52o ; parasitisch auf den Apothecien 
der Lee. polytropa alpia. eerustacea Ami; an Felsen des kleinen Rettenstein: 
apothecia maetttos fuscas efficientia, epith. lat um, sordide viridifuscescens, hym 
jodo eaerul., deinde mox vinose rubens, hyp, Uttescens, paraph. oonglut., apice 
sordide riridulolutesc, sporac incolores, dyblastae, 8 in asois supra rotuialatis, 
0,012-15 m. in. lg., 0,004-5 m. m. lat, . 

Der Hauptunterschied zwischen dieser und der vorigen Art liegt in den 
Sporen. Die von Tulasne 1. c. beschriebene clemens hat traubenkernförmige 
Sporen (teste Nyl. in lit.), wie Conianglum Körber i Lahm und Con. exüe, 
Abrothr exilis Hcpp 472; dagegen besitzt A. snbvarians Nyl. — teste Nyl. in 
lit. — die länglichen, in der unteren Hälfte etwas kleineren Sporen, wie sie bei 
Con. lurxdum (Ach.) vorkommen. Demgemäss theilte ich die beiden vorstehenden 
Arten vorläufig ab, ohne aber behaupten zu wollen, dass die bezeichneten Syno- 
nyme unter sich nur je eine Art bilden. 

4. Celidium varians (Dav.) Arn. exs. 210, Arth, parasemoides Kplhb. 
Lieh. Bay. p. 297. An den Wänden am Wege zum Eossgrubkogel parasitisch 
auf den Apothecien der Lccanora rimosa, welche hiedurch habituell einem Di- 
plotomma epipolium gleicht ; epilhec. obscurum, sordide viride, hym. hyp. incol., 
jodo eaerul., deinde vinose rub., paraph. conglut., sporae incolores, obtusius- 
culae, 3 septatae, 0,015—18 m. m. lg., 0,005 — 6 m. m. lat., 8 in asco. 

5. Arthopyrcnia badiae in. (n. spec.?); parasitisch auf dem Thallus der 
Lecanora badia auf dem Rossgrubkogel: apothecia atra, semiglobosa, emersa, 
hym. jodo obscure vinose rubens, paraph. non vidi, sporae incolores, elongatae, 
dyldastae, hic inde cum 4. guttidis oleosis, 0,015 — 16 m. m. lg., 0,004- 5 m. m. 
lat., 8 in asco. Die Apothecien sind verhältnissmässig ziemlich gross, halb- 
kugelig, an der Spitze nicht durchbohrt, habituell denjenigen der Arthop. Kelpii 
Körb. par. 387, exs. 357 nicht unähnlich. 

6. Endococcus complanatae m. (n. sp.?); ziemlich zahlreich auf dem 
sterilen Thallus der Lecanora complanata an den Wänden ober der Alpe: 
apothecia atra, minutissima, punetiformia, paullo promimda, Je—, hym. jodo 
vinose rubens, paraph: desunt, sporae dyblastae, utroque apice attenuatae, hic 



102 



F. Arnold. 



inde cum 2 — 4 guttulis oleosis, reckte, rarius levissime curvulae, juniores inco- 
lores, adultiores fuscescentes vel incanofuscidulae, 0,015 — 0,0165 ra. m. lg., 
0.004 — 5 m. m. lat., 8 in asco. — Das Pflänzchen wächst gesellig mit den 
äusserlich völlig ähnlichen Spermogcmien der Nährflechte. 

7. Tichothecium gemmiferum (Tayl.) Körb. par. 468 ; parasitisch auf dem 
Thallus der Aspicilia cinerea an den Felsen des kleinen Rettenstein. 

8. Tichothec. pygmaeum. Körb. par. 467; parasitisch auf dem Thallus der 
Lccanora complanata, Lecidea lactea und des Uliizoc. geographic. 

Var. grandiusculum m., vgl. Rettenstein p. 532, Waldrast p. 1146; para- 
sitisch auf dem Thallus von Lecan. polytropa und Lecid. atrofuscescens an 
den Felsen des Rossgrubkogels. 

9. Cyplielium corällinum. Hepp 531, Körb. par. 291). Dieser Fungillus 
findet sich an den Felsen am Wege zum Rossgrubkogel parasitisch auf dem 
sterilen Thallus der Pertusaria corallina. 



Flechten auf Erde und über veralteten Moosen. v 

Wer nicht in den Alpen lebt, sondern dort die karg zugemessene Zeit 
nach Kräften auszunützen hat, wird stets geneigt sein, die mageren Strecken 
nur im Vorübergehen zu betrachten. Auf dem breiten Bergrücken zwischen 
Passthurm und dem kleinen Rettenstein gibt es nur wenige der Entwicklung 
von Erdflechten günstige Stellen; im Thale treten am Waldsaume die gewöhn- 
lichen Cladoniae, auf Waldbodeu breitlappige Peltigerae auf; oben auf der kahlen 
Höhe bei 5500' fielen mir auf: 

a) Cladonia bellidiflora (Ach.) Körb. par. 12, Th. Fries, L. Scand. 64, 
Mass. exs. 173, Stenn. 196: c. apoth. gut ausgebildet auf steinigem Boden zwi- 
schen Felsblöcken unter Gebüsche. 

b) Cladonia amauroeraea. (Fl.) Körb. par. 11, Schaer exs. 70, 272, Stenh. 
201, Erb. er. it. I. 193, II. 318, Hepp. 801, Th. Fries L. Scand. p. 63; steril 
auf bemoostem Boden in Gesellschaft der Clad. rangiferina und der Jungerm. 
barb. Flörkei; nicht selten: thallus k — , addito c — autem flavus. 

c) Stereocaulon alpinum Law.; steril, doch gut ausgebildet auf Erde 
unweit der vorigen: podetia leviter tomentosa. 

d) Baeomyces roseus; ziemlich häufig auf steinigem Boden vom Thale 
bis zu den Höhen. 

Dagegen wurden auf der Gipfelhöhe des kleinen Rettenstein bei 6700' 
folgende Species terricolae auf einem kleinen Räume angetroffen: 

1. TJiamnolia vermicularis (Ach.) subulif. Körb. par. 14: auf Erde. 

2. Cladonia furcata (Schreb.), f. subulata (L.) Körb. par. 13: steril 
auf Erde. 

3. Stereocaulon alpinum Laur. var. botryosum. Laur., Schaer. exs. 264, 
Anzi m. r. 27; steril auf felsiger Erde: podetia leviter tomentosa; planta pul- 
vinato compacta cum exemplo origmäli Laureri omnino congruit. 



Lii hon.^loiti» , Ii., \imllft,',. m Tirol 



•1. Ahetorix ochroleitca (Ehr.) rigida (Vill.) Th. Pries I-. Botnd I 

ina Körb. par. •'»: steril nicht selten auf Knie der Felsen. 

5. Altrt. bicolor (Ehr.) Nyl. I,. Seand. 71, 'Iii. Fries I,. Seand Arn. 

exs. 100: steril auf felsigem Boden. 

(>. Cetraria islundica (L.): steril auf Erde und /wichen IfeO 60. 
7. Platysma juniperinum (L.) Nyl. Seand. s::, (Wr. jtmip, gt n uim 
Körb, par. IS: nicht selten auf Erde, steril. 

9. Peltigera canina //<>//.. Körb. par. 28: steril auf bemooster F-nh'. 

9. Peltig. horiMonUUis (Hoff.) Körb. par. 25, nur steril auf Erde; ///<>//» 
fitscesc, siccus nitidus, lacris, subtus fu8C0nerv08U8. 

10. Solorina crocea (L.) Ach., Korb.: c. ajxtth. nicht selten auf fel- 
siger Erde. 

11. Solorina saccata (L.), >w. octospora m. (vel nova subspecies?) Am- 
in, r. 85 (mea coli.); nicht selten auf Erde: planta S. saeeatae kdbitiu omnmo 
similis, se<l (Ufj'ert t hallo obscuriorc, plus minus fuscescente , sporis regtUariter 
8 in ascis, 0,050 — 65 m. m. lg-., 0,015 — 20. m. m. lat. saepe uniseriatis. 

12. Solorina bispora Nyl. syn. 331, Arn. exs. 486: ziemlich selten auf 
Erde: planta minor quam S. saccata, thallus ostreatolobatus , aibopruinosus, 
upoth. profunde immersa, sporne rufofuscae, saepe obscuriores quam apud. 8. 
saecat., obtusissimae, binae, 0,100 — 110 m. m. lg., 0,045—50 m. m. lat. 

13. Sticta linita (Ach.) Nyl. Seand. 96, Körb. par. 28, Arn. exs. 440, 
steril nicht häufig auf Erde: spermatia recta, mcäio levissime subconstricla, 
0,006 m. m. lg., 0,0015 m. m. lat. 

14. Imbric. physodes (L.) var. vittata Ach., Körb. par. 31, Anzi exs. 257. 
C: steril auf felsiger Erde. 

15. Parmelia pulverulenta (Schreb.), var. muscigena (Ach.) Körb. par. 34. 
Th. Fries L. Seand. 136, Arn. exs. 64; ziemlich selten und steril auf Erde: 
thallus k — . 

16. Pannaria hypnorum. (Vahl.) Körb. par. 46. Psoromahypn. Nyl. Seand. 
121, Lecan. hyp. Th. Fries L. Seand. 232; selten über Moosen auf Erde: die 
grossfrüchtige, an Femsionensis und deaurata (vide Th. Fries 1. c.) habituell 
angrenzende Form Rabh. exs. 215, Erb. er. it. 469. Anzi 65. 

Die Flechte Waldrast p. 1118 aber gehört zur kleinfrüchtigen Form exs. 
Schaer. 546, Anzi 64, Eabh. 91, Stenh. 158. 

17. Callopisma cerinum (Hed.), var. stillicidiorum Oed., Körb. par. 63; 
nicht häufig über veralteten Moosen. 

18. Blastenia ferruginea f. muscicola Schaer. exs. 631, Körb. par. 127, 
Arn. 124, Hepp. 401; gut ausgebildet in Gesellschaft der vorigen. 

19. Rinodina tnrfacea (Whg.) f. mtda Th. Fries L. Seand. 196; nicht 
häufig auf Erde: thallus par um evolutus, k — , apoth. plana, atra, nttdn, mar- 
gine sordide-incano, extus et intus k—, epith. fuscesc, hym. jodo caertd., sporae 
fuscae, dyblastae, non raro cum duöbus guttulis oleosis maioribux vel sporo- 
blastiis subqnadratis, 0,036—38 m. m. lg., 0,015—16 m. m. lat., 8 in asco. 



104 



F. Arnold. 



20. Lecanora subfüsca (L.) cpibrya Ach., Stizb., bryontha Körb. par. 78, 
auf felsiger Erde. 

21. Aspicilia verrucosa (Ach.) Körb par. 96; nicht selten über veralteten 
Moosen auf Erde. 

22. Pertusaria glomerata (Ach.) Schaer., Körb. par. 317, Th. Fries L. 
Scand. 314; nicht häufig auf Erde: thallus k -f~- 

23. Secoliga foveolaris (Ach.) Körb. par. 111, vgl. Waldrast p. 1120; gut 
ausgebildet auf Erde: chrysogonidia thalli concatenata, 0,018 23 m. m. lg., 
0,012 m. m. lat. ; hym. jodo caerul., deinde violaceo vinose ruh., paraph. dis- 
cretae, sporne 3 septatae, 0,018—23 m. m. lg., 0,006 m. m. lat., 8 in asco, 
saepe uniseriatae. 

24. JPsora atrorufa (Dks.) Mass. ric. 92, Th. Fries aret. 171, Lee. atr. 
Nyl. L. Scand. 198, Leight, L. of Gr. Brit. 250, Anzi m. r. 238, Stenh. 162; 
nicht selten auf Erde : thallus k — , c — , mcdulla jodo fulvesc, apoth. intus k — , 
epith. fuscesc., hym. hyp. ineol., jodo caerul., sporae 0,015- -17 m. m. lg. 
0,007—8 m. m. lat, 8 in asco. 

25. Lopadium sociale (Hepp circa 1859) Körb. par. 174. Mass. esame 
comp. p. 19. Lop. fecundum Th. Fries L. aret. 202 (1860); selten auf Erde : 
thallus tenuissimus, muscos vetustos obducens, nigresecns, apoth. atra, patettaria^ 
margine glabro, epith. atroviride k — , hym. incolor, jodo caeruleum, hyp. ru- 
fescens, k obscure violasc, sporae incolores, muralidivisae, 8 in asco, 0,045 — 50 
m. m. lg., 0,012—16 m. m. lat. 

Ob das mir nicht bekannte L. sociale - fecundum ist und die Retten- 
steiner Flechte dazu gehört, vermag ich zur Zeit nicht sicher zu entscheiden; 
ein Originalexemplar von L. fecundum, comm. Th. Fries zeigt folgende Merk- 
male: habitu plantae tirolensi omnino similis, thallus magis evolutus, granulo- 
sus, sordide lutesc, epith. obscure sordide viride, k — , hym. incolor., jodo satu- 
rate caerul., hyp. rufescens, k — , sporae incolores, aetate leviter fuscescentes, 
muralidivisae, 9 — 11 divisae, septis 2 — 3 divisis, in 8 asco, 0,042 — 50 m. m. 
lg., 0,018 m. m. lat. 

26. Toninia fusispora (Hepp.) Th. Fries Spitsb. p. 34, Norman spec. loc, 
nat. 347, Rhaph. fusisp. Körb. par. 237, Stizb. Krit. Bern. p. 9; eine wahr- 
scheinlich hieher gehörige Flechte, selten auf Erde: thallus albidus, glebidosus, 
glebulae margine leviter incisoerenatae, k — , c — , medulla jodo fulvesc, apoth. 
atra, nuda, epith. obscure viride, k — , hym. incolor, jodo caerulesc, deinde vi- 
nose rubens, paraph. supra articulat. et obscure virides, hyp. rufum, k obscure 
violacepurpurascens, sporae incolores, subbacillarcs rectae, 3 septatae, 0,022 — 30 
m. m. lg., 0,003—45 m. m. lat., 8 in asco. 

T. acervulata Nyl. L. Scand. p. 216, Anzi exs. 334 forsan non speeifice 
differt; apud Anzi exs. 334: epith. atroviride, hym. incolor, jodo caerul., hyp. 
fusconigrescens, tenuiter sectum rufum, sporae rectae, 3 setpatae, 0,020 — 25 m. 
m. lg., 0,004 m. m. lat., 8 in asco. 

27. Bilimhia obscurata (Smft.) Stizb. Lee. Sabul. p. 33, Anzi exs. 166, 
Arn, 504; auf Erde über Lebermoosen; forma pallidior, thallo effuso, viridulo, 



l.icluMiol.'iri <'li<' Austin '. in Tii.iI 



!05 



compacte grannloso, k — , apotheciis suhriolacrnfitscis, leritcr ]>riiinosia f martpne 
pallidiore, conrcxis; epith. lutcsc, k , hym. hyp. iaador., jodo caerul., i>araph 
conglut. npicc nun incrusstdis, sporis ln/idmis, .; scpttttis, »»,0'Jo in. in lg., 
0,007—8 m. m. lat., 8 in asco. 

28. liilimbiu uccedcns m. Flora 1862 |>. WM, l.cc. sah. decedeas Hfpp, 
Stizb. 1. c. p. 13, Arn. exs. 233; selten über abgedorrten Moosen: apalh. » 
vetustis ndfixu, dura, alra, conrc.ro, epith. lutum, riride, /, , /////// jö&O >nta- 
rate cuerul. , parap/t. conglut . , hyp. ruftt»i,k puulln radiä re purpiirusc. , sporae 
7 — 9 septatae, non raro leritcr currutue, ntroqtie apicc sensim cuspidntuc, 
0,048 m. m. 1?., 0,007 m. m. lat., 8 in asco. 

29. Bacidia coelest'nui Anzi neos. 11, exs. 517; proxima, sed sporae 
longiores: selten auf Erde; thallus tenuissivius . sordidc fuscesc, njiotlt 
atru, pateMarm , nuda , epith. Intimi, ohscurc riride, k , hym. incolor, jodo 
cucrulcsc. deiude saturate vinose rubens, hyp. rufescem, Je—, paraph. laxiuSi V 
Ine, sporne nciadnres reetne , circa 11 — 13 septatae, 0,045—60 m. m. lg., 
0,0025—3 m. m. lat., 8 in asco. 

30. Hhnphiospora flavovirescens (Dcks.) Mass., Körb. par. 237, vgl. Flora 
1871 p. 50; nicht häufig auf der Erde: thallus citrinus, leprosogranidosus, k—, 
mcdulla jodo fulvesc, apoth. plana, atra, nuda, epith. obscure viride, k — , 
hym. jodo fulvesc., paraph. laxae, hyp. nigrescens, sporae aciculares, strictae, 
circa 11—13 septatae, 0,050 m. m. lg., 0,003 — 4 m. m. lat., 8 in asco. 

31. Lecidella liviosa (Ach.) vgl. Rosskogel p. 955, Lecidea limosa Nyl. 
Scand. 221, borealis Körb. par. 214, Arn. exs. 467; nicht selten auf Erde: thallus 
sordidc albidus, k — , c — , medulla jodo fulvesc, epith. atroviride, hym. incolor, 
hyp. le viter fuscesc, apoth. intus k — , sporae oblongae, 0,012 — 16 m. m. lg., 
0,005 m. m. lat.; spermogonia rara, atra, punetiformia, spermatia recta, 0,006 
ni. m. lg., 0.001 m. m. lat. 

32. Catopyrenium Waltheri Kplh. L. Bay. 233, Körb. par. 306, Arn. exs. 
516; nicht gar selten auf Erde: thallus compactus, crassus, fuscesc. incanus, 
tenuissime rimulosus , apoth. convexa, atra, numerosa, sporae fusiformi elli- 
psoideae, simplices , 0,022 m. m. lg., 0,006—8 m. m. lat., 8 in asco. 

33. Thelopsis melathelia Nyl. Lieh. Lapp. Or. p. 189, Norman spec. loc. 
nat. p. 368, Arn. exs. 515, Sagedia rugosa Anzi anal. p. 22: nicht häufig über 
veralteten Moosen und Gräsern; der Chrysogonidien fünrende Thallus ist bei der 
lebenden Pflanze ein dünner rostrother lepröser Ueberzug, der aber im Herbarium 
allmählich verblasst; die Flechte ist an Ort und Stelle durch ihren auffallenden 
Thallus leicht kenntlich. 

34. Polyblastia Sendtneri Kplhb., vgl. Waldrast p. 1123, auf Erde gesellig 
mit Distichium capillaceum und Encalypta commutata. 

Holz- und Rindenflechten. 

Auf der feuchten, thonigen Erde des Fichtenwaldes ober Passthurm wächst 
das bleichgrüne Laubmoos Plagiothecium undulatum zwischen kleinen und 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abh. 14 



106 



F. Arnold. 



grossen Hepatitis, die im Phyllitgebirge ebenso zahlreich, als in den Kalkalpen 
sparsam vertreten sind. Dagegen sind die Fichtenbäume überaus arm an Flechten. 
Erst oben an der Baumgrenze hängt Usnea longissima Ach., Körb. syst. 4, exs. 
Hepp 562, Stenh. 64, Th. Fries 26, Mass. 7, Körb. 1, Kabh. 53, Schaer. 601, 
Anzi m. r. 11, Zw. 383; steril von den Aesten herab. Was ausserdem von Baum- 
bärten vorkommt: 

Usnea barbata florida (L.) mit f. pendula Körb. par. 1, 
Bryopogon jubatum (L.) var. canum (Ach.) Anzi m. r. 24, 
JEvemia divaricata (L.) 
wird in dieser Gegend zur Winterszeit als schätzbares Material unter das Ziegen- 
futter gemengt. Im Thale der Trattenbachalpe zieht sich zwar der Weg eine 
Strecke weit durch einen erträglichen Fichtenbestand, allein auch hier bemerkte 
ich nur die überall häufigen Formen, wie Evemia prunastri, Imbric. physodes. 
— In der Vacciniumregion fand ich auf V. myrtülus und uliginosum, Juniperus 
nana und communis auch nicht eine Flechte; nur den zahlreichen Alpenrosen- 
gebüschen Bhod. ferrug. konnten nachstehende 18 Arten entnommen werden. 
Lichenologisch bedeutungsvoll werden diese Gebüsche erst dann, wenn sie auf 
weiten Trümmerhalden zwischen den Felsblöcken wachsen, indem hier nicht 
wenige species saxicölae auf sie ausnahmsweise übergehen. — Icmadophila 
aeruginosa (Scop.) Mass., Baeom icmad. Nyl. L. Lapp. Or. 108 ist auf den 
Resten von faulem Holze alter Baumstrünke im Gebiete des Bettenstein, wie 
überhaupt in den Alpen, weit verbreitet. 

Flechten auf Rhododendron ferrugineuni. 

1. Cladonia bellidiflora (Ach.) Körb, par 12: sehr selten am Grunde älterer 
Stämmchen, steril und dürftig. 

2. Cladonia pyxidata (L.) Körb, par 9: wie die vorige, sehr vereinzelt 
und steril. 

3. Cetraria islandica (L.) selten und steril. 

4. Platysma pinastri (Scop.) Nyl. Lieh. Lapp. Or. 115. Cetraria pin. 
Körb. par. 18: steril und sparsam. 

5. Parmeliopsis ambigua (Wulf.) Nyl., diffusa Körb; Parm. amb. Nyl. 
Lieh. Scand. p. 105 et praeeipue in Flora 1872 p. 247: nicht selten, aber nur 
steril an den Zweigen und Stämmchen. 

6. Parmeliopsis aleurites (Ach.) Nyl. Lieh. Lapp. Or. p. 121, Flora 1872 
p. 248. Imbric. hyperopta (Ach.) Körb. par. 30, Parm. hyp. Th. Fries. Lieh. 
Scand. p. 120: gemeinschaftlich mit der vorigen auf ganz dünne Zweige vor- 
gehend, steril, doch meist mit Spermogonien: spermatia acicidaria, arcuata, 
0,030—0,034 m. m. lg., 0,001 m. m. lat. 

7. Binodina exigua (Ach.) Anzi exs. 378a, Arn. 109b.; nicht häufig: 
thallus fuscus, subleprosus, apoth. margo fuscus, k — , sporae dyblastae, fuscae, 
8 in asco, 0,015—0,018 m. m. lg., 0,008—9 m. m. lat.; epith. fuscesc, k~. 



l.i.-h.Mi..|,. K MM-hn Au*««»»* in Tirol 



8. Lccanora sith/)tsc(t I chlarotui Ach. Xlizenb. L. suhl'. p. |n : :in ,| r „ 

alteren Btttnmehen findet sich n i. ht Belten eine Form ttaBo oJWdo ; 1 flov.. 
apoth. margine subglabro, disco pallide f'useescente. 

Ziemlich häutig konnnl ein steriler, mit Soredien bedetktex Thattut (k 
fhiv.) an den Zweimen vor, der zu s/r///', gehören dürfte. 

9. Leain. pumilionis (Kehm); /. symmicto r<ir. pxnnf hVlnn in Arn. 
exs. 1;>S a. b., Lffid. jmw. Nyl. Flora 1872 |>. 24S: ziemlich s.lt.-n an den 
jüngeren Zweigen; es ist mir noch nicht gelungen, die Spermogonien dieser 
Flechte zu Huden. 

10. Lccan polytropa (Ehr.) vor. intricata (Schrad.) Nyl. L. Semd. 164, 
Flora 1872 p. 251, L. varia intric Th. Fries, L. Scand. p. 260, Biat. polytr 
intr. Körb. pur. 154: selten am Grunde alter Stämmchen; thallus wtinute com- 
pact og ran ulosus , protothallo atro impositus, k leritcr (hirrsc, c — , apoth 
c — , epith. lutesc, sporne orales, 0,012 -0,015 m. m. lg., 0,006 m. in. lat. 

11. Biofora (Lccan.?) Gideri Anzi exs. 380, Arn. 415 a, b, c: häufig an 
den Zweigen und von hier in Arn. exs. 415c. publicirt: thallus suharcolato 
granulosus, albidus, k — , apoth. mimer osa, juniora saepe lecanorina, fusca, 
non raro rufa, intus k — , epith. fuscescens vel sordide fuscesc, hym. jodo caerul., 
gonidia hyp. incolori saepe subjac, paraph. conglut., sporae 8 in asco, ovales, 
rarius clongato-oblongae, 0,012—0,016 m. m. lg., 0,007 — 9 m. m. lat. 

12. Biatora fuscescejis (Smft.) Th. Fries. Lieh. aret. p. 196, Lccid. fus- 
cesc. Nyl. Lieh. Lapp. Or. p. 156 et Flora 1872 p. 552. Biat. Nylanderi Ausfl. 
Waldrast 1139, Anzi exs. 173, Th. Fries 68, Rabh. 833, Arn. 499: nicht häufig 
an den dickeren Zweigen: thallus k — , c — , epith. sordide viridefuscum, k — , 
hym. jodo caerulcum, gonidia hyp. incolori regulariter subjac, sporae gl obulnr es, 
raro latc ovales, 0,006—7 m. m. lat., 8 in asco. Planta vortat apotheeiis paMir 
dioribus, fuscesc. et lutescentibus, epithecio pallidiore. 

13. Biatora vernalis (Ach.) Th. Fries aret. 191, f. minor Nyl. Lieh. Lapp. 
Or. p. 145. (vix differt.) : nicht selten; thallus tenuis, pallidus, k — , apoth. 
lutesc, subhelvola, testacea, intus k — , epith lutcsc., hym. jodo caerulesc, deinde 
vinose rub., hyp. incolor vel levissime lutescens, paraph. conglut., sporae sim- 
pliccs, elongatae, non ovales, 0,012—0,015 m. m. lg., 0,004 m. m. lat., 8 in asco. 

14. Biatora — ziemlich selten an den Zweigen; thallus sire vera ad 
hanc plantam pertinet, effusus, minute leproso-granulosus, fuscescens, k—, c — , 
apoth. pallide fuscescentia, subhelvola, intus k — ■, epith. fuscesc, hym. jodo 
caeruleum, hyp. incolor, paraph. conglut., sporae plus minus ovales, 0,012 — 
0,015 m. m. lg., 0.006—8 m. m. lat, 8 in asco. Die zwischen vernalis und 
tenebricosa die Mitte haltende Flechte verdient genauere Beachtung, da auch 
ihr Thallus von beiden abweicht. 

15. Biatorina (Lecania) cyrtella (Ach.): vide Waldrast p. 1140, Arn. 
exs. 501: selten an den Zweigen; thallus tenuis, albidus, k — , apoth. parva, 
plus minus fuscescentia, juniora lecanorina, epith. lutesc, k- , gonidia hyp. 
incolori subjac, hym. jodo caerulesc, sporae simjjlices vel dy blast ac, elongato- 
oblongae, 8 in asco, 0,012—15 m. m. lg., 0,003—4 m. m. lat. 

14* 



108 



F. Arnold. 



16. Lecidella enteroleuca vulgaris f. rhododendri Waldrast p. 1140, Rabh, 
882, Lee. enteroleuca Leight. Lieh, of Gr.-Brit. p. 265, (non parasema Nyl. 
Flora 1872 p. 551, Leight. 1. c. p. 269): nicht selten an den Zweigen: thallus c~. 

17. Buellia parasema (Ach.) Mass., Körb. par. 190, Th. Fries, Lieh. aret. 
p. 226: an den Zweigen kommt, jedoch nur selten, eine f. microcarpa vor; 
thallus tenuis, albidus,- apoth. sat parva, sporae fuscae, 0,018 m. m. lg., 0,009 
m. m. lat. 

Sämmtliche Arten wuchsen auf der Rinde; auf dem von Rinde entblössten 
dürren Holze dagegen bemerkte ich nur eine einzige Species. nämlich: 

18. Xylograplia parallela (Ach.) Fr., Nyl. Lapp. Or. p. 167, Rehm Asco- 
myc. exs. 124: sehr selten an abgedorrten, dürren Zweigen; epith. sordidulum, 
hyp. incolor, hym. jodo caerul., deinde vinose rubens, sporae simplices, obtusae, 
8 in asco, 0,025 m. m. lg., 0,008 m. m. lat. 



Nachträge. 

Zu VII. Umhausen. 

Am 25. August 1872 gelang es mir, die s. g. Cornicularia umhausensis 
an Ort und Stelle anzutreffen ; sie wächst in dem p. 280 erwähnten Walde rechts 
ober dem Wege auf bemoosten Gneissblöcken. Schon beim ersten Anblicke hielt 
ich die Pflanze für ein steriles Leptogium lacerum und die spätere Untersuchung 
ergab auch volle Uebereinstimmung, besonders hinsichtlich der zelligen Cortical- 
schicht. Nyl. in lit. stellt sie neben var. bolacinum Ach. Um eine weitere Prüfung 
zu ermöglichen, habe ich sie in Arn. exs. 480 ausgegeben. 

Auf jenen Gneissblöcken, die mit Dicran. longifolium, scoparium, 
Pterigynandr. filiforme, Hypnum cupressif, uncinatum u. dgl. überzogen sind, 
kommen auch vor: 

a) Stereocaulon coralloides Fr., Körb. par. 7, Th. Fries. L. Scand. p. 44, 
Nyl. L. Scand. 63, Stenh. 82: hie und da dem Substrate fest angewachsen. 

b) Peltigera malacea (Ach.) Körb. syst. 57, Laur. in Sturm D. Fl. II. 28, 
Anzi m. r. 89, Zw. 223, Stenh. 37, meist steril, hie und da c. apoth.; schon 
von F. v. Hohenbühel gefunden. 

c) Peltigera limbata (Del.) Hepp 366, Schultz Fl. Gall. Germ. 1390, Schaer. 
Enum. p. 20, M. N. 841; var. propagulifera Fw., Körb. syst. 60 , par. 24, exs. 
Körb. 154, Anzi 25: nicht selten auf den Blöcken; habituell den beiden Exsicc. 
völlig gleich; thallus laevis, incanus, opacus, margine sorediato crispätus, c — , 
h — , intus gonidiis glauceseentibus impletus, subtus albofibrillosus , apothecia 
rara, regulariter parva, epithec. fuscesc., hym. jodo caerul., sporae aciculares, 
3 — 9 septatae, 0,080 m. m. lg., 0,004 m. m. lat., 8 in asco. 

Specifisch verschieden ist Peltig. scutata Fw. in Breutel exs. 203, Pelt. 
scabrosa Th. Fries aret. p. 45, Spitsb. p. 15, Rabh. exs. 914, (Anzi neos}'mb. 



I.ifhcnnlo^ihi ln< Au Ilm-« m TimI 



hi'.« 



p. 5?): Pclt. ru/rsr. scahr. Nyl. M.Ii. Lapp. Or. p. 118 , /' pulrentlnitu Nyl. 
L. Scand. p. S!» (adnotationes !) welch«' Art, wie FlotoW BOhoi] lang | I.. in. i Lt 
hat, durch eine chagriuartige Oberfläche des Thallus ausgezeichnet i I 

Die Abbildung der Pclt. scutttta V). Bot. 1 s:> 1 entspricht dagegen obigei 
/'. limbata und durchaus nicht dieser /' seuhrosa Tli. Fries. Der Text tu B 
Bot. 1834 lässt venuuthen, dass die wahre scutufa Dicks. limbata Del 
ist; auch Nyl. syn. p. ;>27 erachtet Hopp 366 für eine Var. der sentafa K 
Bot 1S34. 

Das englische Kxsiccat Leight. 2(12 wird von Mudd mau. p, 88 (im 
Gegensätze zu Leight. Lieh, of Gr. Brit. p. 108) zu limbata Del. gezogen 
und dieser Ansicht von Mudd stimme ich sec. coli, ineam bei; vgl. Flora 1 - » > I 
p. 465. 

d) Pqrmelia speciosa (Wulf.) Körb. par. 33; steril ziemlich selten auf 
Blöcken. 

Ausserdem sind von Steinflechten zu erwähnen: 

1. Dimelaena oreina (Ach.) Mass. ric. 16, Körb. par. 52, Lecan. or. Nyl. 
Flora 1872 p. 364, 427, Th. Fries L. Scand. 192; exs. Hepp 209, Körb. 273, 
Erb. er. it. L 370, II. 217, Anzi m. r. 218, Schweiz. Cryp. 461, Rabh. 376: c. 
npoth. an der Felswand ober der Hütte; thallus k levissime lutesc, addito 
flaums, medulla jodo caerulesc, apothecia opaca, spermatia reeta, 0,006 in. m. 
lg., 0,001 m. m. lat. 

Bimel. Mongeotioides Nyl. Flora 1872 p. 427, 364 nimis affinis est; 
diff'crt, ni fallor , medulla jodo fulvescente. Thallus ut apud I). orcin. k—, 
addito c flavus. Ich erhielt diese Pflanze von Dr. Ripart aus den Pyrenäen , 
auch wird die von Metzler bei Hyeres (Nr. 67) gesammelte oreina hieher 
gehören. 

2. Lecanora Bockii (Fr.) Th. Fries. L. Scand. 269, Ppremda gibbosa 
Ach., Mosigia gibb. Körb. par. 309, Anzi 248, Hepp 225, Schaer. 302 (mea coli.) 
nur steril, ziemlich selten an den Gneissbänken in der Nähe des Falles (vgl. 
Umh. p. 284). 

3. Aspicilia cinerea (L.) vidg. Körb, par 97, Th. Fries. L. Scand. p. 
280, Nyl. in Flora 1872 p. 429, 550: hie und da an Blöcken des Trümmerge- 
rölles unweit der Hütte: thallus k rubesc. , medulla jodo fulvese., sporne 
0,022—25 m. m. lg., 0,012 m. m. lat. 

4. Pertusaria corattina (L.) Arn. exs. 204: steril, nicht häufig mit der 
vorigen. 

5. JRhizoc. obscuratum (Schaer.) Körb. par. 233, /'. oxydatum Körb. 1. c: 
selten auf Blöcken des Trümmergerölles unterhalb der Hütte: thallus ochra- 
ceoferrug., medulla jodo fulvese; apoth. ut apud plantam typicam. 

6. Thelidium aeneovinosum Anzi exs. 243 A.; symb. p. 25, Arn. exs. 
475: selten an Gneissblöcken unterhalb der Hütte in der Nähe des Falles: 
planta omnino cum Arn. 475 congruit; sporae latae, dyblastae, 0,036—42 
m. m. lg., 0,018—22 m. m. lat. 



110 



F. Arnold. 



7. Lethagrium flaccidum (Ach.) vgl. Flora 1867 p. 135: hieher gehört 
das Umhausen p. 287 nr. 1 erwähnte sterile Collema. 

Der Wald gegenüber dejn Falle ist hauptsächlich aus Fichten und Erlen 
zusammengesetzt, über welche alte Lärchen hinaufragen. Auch hier kommen 
einige beachtenswerthe Lichenen vor: 

1. Pinns Larix. 

a) Usnea barbata f. florida (L.) : hie und da c. ap. ; nicht selten an den 
Stämmen im ganzen Walde. 

b) Bryopogon jubat. var. Canum (Ach.) Anzi m. r. 24: steril hie und 
da, besonders weiter unten im Walde; thallus k — , addito c autem flav. 

c) Evernia furfuracea (L.) Ach.: steril an Stämmen, besonders im 
unteren Walde. 

d) Ev. divaricata (L.) hie und da von Zweigen herabhängend. 

e) Ev. prunastri (L.) Ach., Th. Fries. L. Scand. 30, Nyl. Flora 1869 p. 
445: steril am Grunde der Stämme; thallus k flavescens. 

f) Evernia thamnodes (Fw.) m. — Ev. prun. tham. Fw., Körb. par. 17, 
exs. 150, Anzi exs. 20, Arn. 483 a. b. ; Ev. mesomorpha Nyl. L. Scand. 74, 
Flora 1869 p. 445: nicht selten an den Stämmen und öfters ganze Strecken 
derselben überziehend; sehr selten c. ap. Die Flechte wurde von Nyl. in lit. 
als seine Ev. mesom. erklärt und ist von hier in Arn. exs. 483a. ausgegeben; 
thallus k — , apoth. ut apud Ev. prunastri; discus castaneofuscus, epith. fuscesc. 
k — , hym. jodo caerul., deinde vinoseviölasc. , sporae late ovales, 0,006—8 
m. m. lg., 0,005—6 m. m. lat., 8 in asco. 

g) Platysma saepinc. ulophyllum (Ach.) Nyl., Cetr. saep. chloroph. Th. 
Fries. L. Scand. 107, Anzi m. r. 54: ziemlich selten und steril. 

h) Plat. complicatum (Laur.), Cetr. Laureri Kplhb., Erb. er. it. II. 464; 
steril nicht häufig an jüngeren Stämmen. 

i) Stictina scrobiculata (Scop.) Nyl.: steril nicht selten am Grunde meh- 
rerer alter Stämme; hie und da findet sich eine f. compacta micrölobata. 

2. Pinns Abies. An älteren Fichten wächst Platysma complicatum steril 
nicht selten. An den Zweigen der jüngeren Fichten, die unweit der Hütte vom 
Wasserstaube oft durchnässt werden, kommen vor: 

a) Evernia thamnodes in kleinen Spuren. 

b) Parmelia obscura cyclos. ulothrix Ach., Körb. par. 35: nicht häufig; 
thallus k — , apoth. subtus eiliata. 

c) Minodina teichophila Nyl. var. corticola m., vgl. Rosskogel p. 952: 
eine hieher zu ziehende Form an ganz dünnen Zweigen ; apoth. margo obscurus, 
k — } sporae fuscae, dyblastae, sporoblastiis subrotundis vel latecordatis, 0,024 — 
27 m. m. lg., 0,009—12 m. m. lat., 8 in asco. 

d) Pertusaria Sommerfeltii Fl.: selten an dünnen Zweigen; thallus k—, 
sporae 0,042—46 m. m. lg., 0,022 m. m. lat., 8 in asco. 

e) Pertus. corallina (L.) : die Flechte siedelt in der Nähe der Gneissblöcke 
sehr selten auf abgedorrte Zweige über; thallus sterilis, c—, k saturate flav. 



liiclionolo^iHilio Amtlu^« in Tirol 



f) Ptrtus. laden (Schaer.) vgl. \'\nh. p. 288: gemein Ohafllkb mit da 
vorigen, gleichfalls sehr selten; thallxs strrilis, k , <: saturate ruht < 

g) Lvcid. entvrulvuva ruUjuris Kr.rb. par. 216: ni. ht häufig; ,/»a///<s ,,• 

h) Mallot ihm myochroum (Ehr.) Mass., toincntos. Holt, Körb, par. 125; 
vgl. Nyl. Flora 1860 p. 545: c. opof/t. an Pichtenzweigen: ajwoi latar, £—6 
septatac, scptis dirisis, utroquc apice />lus minus uttcnuulac, 0,027 30 m. in. 
lg., 0,012—15 m. m. lat, hym. jodo satunxte caertdewm. 

3. Alnus. An den Erlenzweigen ist ('(diciuni prarcrdnis Nyl. Flora 1867 
p. 370, Arn. BUB. 174 a. b.; Erb. er. it. II. 465 (mea coll.)j vgl. Waldrast p. 
[188: ziemlich häutig; sporae fuscescentes , simpliccs, obtusiusculae, 0.012 15 
m. m. lg., 0,005 m. m. lat. 

Zu VIII. Bozeii. 

In den Tagen vom 29. Aug. bis 1. Septbr. 1872 hatte ich Gelegenheit, 
die im Ausfl. VIII. Bozen erwähnten Orte nochmals durchzumustern. Du 
Ergebniss war: 

A. Abhang oberhalb Gries. 
Die zahlreichen Stammchen von Fraxinus Omus, welche oberhalb Gries 
stehen, beherbergen nur wenige Arten, von welchen hauptsächlich in die Augen 
fallen: 

1. Arthonia astroidea (Ach.), nicht selten. 

2. Tomasellia arthonioides Mass. ric. 169, Körb. par. 395, Anzi exs. 308: 

häufig. 

3. Arthopyrenia stigmatella Mass. symm. 119, Erb. er. it. II. 223: wie 
die vorige häufig an der glatten Kinde. 

Nachträge zu der Bozen p. 288 erwähnten Porphyrflora oberhalb Gries: 

1. Imbricaria olivacea (L.): nicht selten c. ap. an Blöcken: meduüa c — , 
spermatia recta, 0,007—9 m. m. lg., 0,001 m. m. lat. 

2. Psoroma crassum (Ach.) caespitosum Mass., Erb. er. it. EL 365: nicht 
häufig an niedrigen Wänden, c. apoth. 

3. Callopisma flavovirescens (Hoff.) Mass. exs. 238, Körb. par. 66 : selten 
an den Porphyrblöcken ober Gries. 

4. Callop. conversum Kplhb. Lieh. Bay. 162, Arn. 187, Anzi 317, vgl. 
Rettenstein p. 535: sehr selten an Blöcken ober Gries; tota planta obscura, 
apothec. nigrica/ntia, epith. obscure sordide viride, k violac; hic inde apo- 
thecium disco obscure cerino admixtum est; epithec. sordide lutesc.; thatti 
stratus corticalis et epith. k violac., hym. jodo cuerideum; gonidia hyp. in- 
colori subjac, sporae hyalinae, polaridyblasiae , obtusae , 0,010 — 12 m. m. lg., 
0,006 m. m. lat. 

5. Rinodina arenaria (Hepp) var. cana m. Bozen p. 289 nr. 16: von 
dieser Stelle in Arn. exs. 494 ausgegeben: spermatia recta, 0,005—6 m. in. lg., 
0,001 m. m. lat. 



112 



F. Amol d. 



6. Binodina buellioides Metzl. in sched. 1867; Buellia fusca Bozen p. 
291 m\ 30 (non Anzi): von diesem Standorte in Arn. exs. 495 veröffentlicht. 
Die Flechte dürfte wegen ihres bräunlichgelben Hypothec. recht wohl zu Buellia 
gezogen werden. 

7. Pertusaria — ? auf Blöcken ober Gries kommt ein steriler Thallus 
vor, welcher der Pert. lactea (Schaer.), Zeora lactea nicht unähnlich ist : thallus 
k — , c — , medulla jodo fulvesc; zur Zeit nicht genauer bestimmbar. 

8. Psora lurida (Sw.) Körb. par. 118: der sterile Thallus an Felswänden 
ober Gries. 

9. Buellia candidula m. Bozen p. 291: an den niedrigen Wänden be- 
merkte ich eine Form mit etwas kräftigerem Thallus und flacheren Apothecien. 

— Epith. acido nitrico saturate violascit. 

10. Catillaria chalybaea Flora 1870 p. 226, Hepp. 13, Anzi 448: selten 
an Porphyrblöcken ober Gries; thallus sordidus, apoth. nigra, intus Je—, epith. 
fusconigricans, granulosum, hymen. laete viride, hyp. obscurum, parte superiore 
viride, hym. jodo caerul., deinde sordide vinose rub., paraph. laxae, clava 
fusconigricante , subglobulosa , sporne incolores, 1. septatae, 0,009 m. m. lg., 
0,0025—3 m. m. lat., 8 in asco. 

11. Endocarpon miniatum (L.), vulgare Körb.: nicht häufig an niedrigen 
Wänden. 

12. Dermatocarpon pusillum (Hedw.) Lönnr., Arn. exs. 169: ein hier 
unterzubringender steriler Thallus findet sich selten auf Erde zwischen niedrigen 
Moosen an den Porphyrwänden: thallus pallide cervinus , squamosolobatus, 
parum evolutus. 

13. Placidium hepaticum (Ach.); Endop. hep. Körb. par. 302: auf Erde 
an Porphyrwänden ober Gries; thallus castaneofuscus., sporae ovales, 0,015 
m. m. lg., 0,007—8 m. m. lat.; hym. jodo vinose rubens. 

14. Lithoicea nigrescens (Ach.) Mass., fuscoatra Körb.: var. quaedam: 
auf Porphyr bemerkte ich eine Lüh., welche habituell von nigrescens nicht zu 
unterscheiden ist; doch sind die Sporen grösser, breiter, 0,024—28 m. m. lg., 
0,015 m. m. lat. 

15. Microthelia anthracina (Anzi); Buellia anth. Anzi anal. 18 et exs. 
461: selten in Gesellschaft von Callop.^rubeUianum ober Gries: tota planta 
nigrescens, thallus sat tenuis, minutissime granulosus, apoth. minutissima, apice 
deplanatula et pertusa, hym. incolor, paraph. non vidi, sporae fuscae, late 
soleaeformes, obtusae, e biloculari 3 septatae, septis hic inde divisis, quare 4 — 7 
loculares, 0,018—22 m. m. lg., 0,009 m. m. lat., 8 in asco. 

Habituell zum Verwechseln ähnlich, jedoch durch die Gestalt der Sporen 
verschieden ist Microthelia Metzleri Lahm, Körb. par. 398, Anzi anal. 18, Rabh. 
exs. 770, Erb. er. it. 1400 — sporae fuscae, dyblastae, obtusae, late soleaeformes, 
0,016—22 m. m. lg., 0,007—11 m. m. lat, 8 in asco. 

Die Sporen erinnern an diejenigen der Microth. marmorata Hepp, sind 
aber kleiner; die Sporen der M. anthrac. sind mit denen der Polybl. dissi- 
dens m. Waldrast p. 1134 einigermassen zu vergleichen. 



LiohonolokjiM Ii- AiiHthur m I , r ! 



H>. Thymi X»tttrisii Mass. srhcd. 107, < \ . 171, An/i :»1<>, K ■ 1 1 . |>ai 
431: ziemlich selten an Porphyrfelsen, c. 

17. Ticlwthec. gemmi forum: auf vielen Exemplaren von Arn. eu, HM Ls1 
dieser kleine Parasit enthalten. 

Es verdient Erwähnung, dass einige gewöhnlich dem Kalke anguhOifgt 
Arten oberhalb Gries auch auf Porphyr einheimisch sind. 

B. Porphyrflora der Eislöcher. 

1. Cladonia deformis (L.) /'. crenulata Ach., Th. Fries. L. Scand. p. 70, 
Schaar. Enum. 188, Kabh. exs. XI. 1 : steril auf steinigem Bodeu. 

2. Clad. gracilis (L.) v. macroceras Fl. Th. Fries. L. Scand. 81. Kabh. 
exs. XXVIII. 17: nicht häufig am Grunde bemooster Porphyrblöcke. 

3. Clad. degenerans Fl., Körb. par. 10, Th. Fries, L. Scand. 85, Stenh. 
192, Kabh. exs. XVIII. 20: nicht häufig zwischen Moosen am Grunde bemooster 
Felsen. 

4. Clad. amauroeraea Fl., I£örb. par 11, f. cylindrica Schaer. exs. 272: 
steril hie und da auf bemoosten Blöcken, f. düaeerata Schaer. Enum. p. 197, 
exs. 273: nur steril auf bemoosten Porphyrfelsen: thallus k — , addito c au- 
tem flavus. 

5. Clad. furcata (Huds.) racemosa (Hoff.) f. squamulosa Rabh. exs. 
XXXII. 6. rac. Th. Fries L. Scand. 78: auf bemoosten Blöcken. 

6. Clad. pyxidata (L.) Fr., poeülum Ach.: auf steinigem Boden, am 
Grunde der Blöcke hie und da. 

7. Platysma cucidlatum (Hoff.) Nyl. L. Scand. 81, Cetr. cuc. Körb.: 
steril gut entwickelt zwischen Moosen am Grunde eines grossen Porphyrblockes. 

8. Platysma nivale (L.) Nyl. Scand. 81, Cetr. nivalis Körb.: steril sehr 
selten auf Erde von Porphyrfelsen in kleinen Exemplaren. 

9. Gyrophora hirsuta (Ach.) vor. murina (D. C.) Körb. par. 41, Umb. 
mur. Nyl. Scand. 116, Flora 1869 p. 389. G. Urs. grisea (Sw.) Th. Fries. L. 
Scand. 155: selten auf Felsen der Eislöcher: thallus minor, cinerascens, subtus 
nigricans, papillosus, intus c rubesc. 

10. Pannaria lanuginosa (Ach.) Körb. par. 45, Stenh. 126: steril am 
Grunde grösserer Blöcke: c — , k flavesc; muthmasslich zu dieser noch nicht 
genügend enträthselten Pflanze gehörig. 

11. Physcia cirrhochroa (Ach.) /. fulva Körb. par. 49: steril selten an 
der Unterfläche der Porphyrblöcke; thalli laciniae discretae, subteretes soredia 
aurea. 

12. Physcia murorum (Hofl) f. lobulata Anzi exs. 275 sin. (mea coli.) 
selten an Blöcken der Eislöcher: planta lernt er pruinosa, sporae polarid yblastae, 
0,010—12 m. m. lg., 0,005—6 m. m. lat. 

13. Ochrolechia tartarea (L.) Mass., Körb., vgl. Flora 1870 p. 212 (f. 
muscicola) : über veralteten Moosen, steril:' thallus k — , c rubesc, medulla 
jodo fulvesc. 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abh. 15 



114 



F. Arnold. 



14. JRinodina trachitica (Mass. ric. 41); Anzi Venet. 44, Arn. 493: häufig 
auf Blöcken und grösseren Steinen ober den Eislöchern und von hier in Arn. 
493 ausgegeben. Mit Rücksicht auf Nyl. Flora 1872 p. 247 habe ich obigen 
Namen für die Bozen p. 295 nr. 38 erwähnte M. atrocin. angenommen. 

15. Lecanora subfusca f. lainea Fr.: die Spermogonien der Bozen p. 295 
nr. 41 erwähnten /. lainea sind schwarz, punktförmig, spermatia acicularia, 
arcuata, 0,015—18 m. ra. lg., 0,001 m. m. lat. 

16. Lecanora sordida Pers.: auf den Blöcken der Eislöcher fand ich ein 
Exemplar mit gewölbten, blassbräunlichen Apothecien, habituell einer L. sub- 
fusca chlarona ähnlich ; doch durch das Merkmal apoth. c citrina sogleich als 
sordida erkennbar. 

17. Pertusaria sulphurea Schaer. Enura. p. 228 v. saxicola, P. sulpJiu- 
rella Körb, par 316: selten an Porphyrfelsen; thallus lutescens, sterilis, effusus, 
Je flavesc, c leviter ochraceus. 

18. Limboria actinostoma (Ach.) Mass. Sched. 61, exs. 80, Körb. par. 
402, Anzi m. r. 232, var. clausa (Fw., Körb. par. 105) vgl. Schiern p. 612. 
Limb. Euganea Mass. exs. 79: selten auf Blöcken der Eislöcher; thallus Je — , 
c—, medulla jodo caerulesc; Jiym. jodo caerul., sporae fuscae, obtusae, murali 
divisae, jodo saepe caerulescentes, 5 — 7 septatae, septis 2 — 3 divisis, 0,022—28 
m. m. lg., 0,012—18 m. m. lat., 8 in asco. 

Die Stammform actinostoma wird durch C roth gefärbt, thallus C-\- 
rubesc, ist aber im Uebrigen, besonders in der blauen Färbung der Sporen 
durch Jod von dieser Var. nicht verschieden. 

19. Bilimbia miliaria (Fr.) Körb. syst. 214, Bil. syncomista Körb. p. 
170, Lee. sabul. mil Stizbgr. p. 44, vgl. Schiern, p. 624 et Flora 1862 p. 391: 
selten, Hypn. cupressif. incrustirend, auf bemoosten Blöcken der Eislöcher; 
epith. laete viride, Je — , Jiym. incolor, jodo caerul., Jiyp. subincolor, Je — , paraph. 
conglut., sporae 3 — 7 septatae, utroque apice attenuatae, 0,022—28 m. m. lg., 
0,005—6 m. ra. lat. 

20. Lecidella viridans (Fw.) vgl. Bozen p. 298, Anzi exs. 155, Erb. er. 
it. 687 : das Exemplar aus den Eislöchern zeigt, wie ich bei wiederholter Prüfung 
bemerkte, gleichfalls das charakteristische Merkmal: thallus c sat ochraceus. 
(Flora 1872 p. 572.) 

21. Lecidea lactea Fl., Arn. exs. 470 omnino = Anzi m. r. 270; var. 
ochromela Schaer. exs. 188, vgl. Waldrast p. 1110: selten auf Blöcken der Eis- 
löcher: thallus pro maxima parte ochraceus, caeterum albidus et fc-j- rubesc, 
medulla jodo caerul., apoth. ut apud typum, Jiyp. rufesc. Eine scharfe Grenz- 
linie zwischen den typischen und oxydirten Formen lässt sich nicht ziehen; so 
ist auch bei Anzi m. r. 270 der Thallus theilweise rostroth gefärbt. 

22. Wnaphiospora flavovirescens (Dcks.) Mass., Körb. : der sterile TJiallus 
selten auf Erde am Grunde der Blöcke. 

23. Ephebe pubescens (L.) Fr., Körb. par. 447: steril selten an Blöcken 
der Eislöcher. 



Li<'hi'un1«>KiNrht Anaflftf« In Tirol 



'21. Spinn reiht anuiettsn LYliin \s< oinye. du, 188: parfl iti • Ii ml «Inn 
Thallus der Ochrolecltin htrturcu in den ßislOohem; planta mintUissima; thdÜMt 
limas utraa, tvttuissimas , /«orr rtiiimsnx, tCtntrO radicUim <l i r< , </< ,<l > fot 
mut. tluilli melanogonidia moniliformiter scrintu , uput/ucia puneti/hrini<i , rix 
lentc conspicmi, atnt, eentro tltolli imp<»it<t, emieextt, spann nunrile cvohtioi, 
meohreSf üyblastae, 0;012 — 15 m. m. Ig., 0,004—5 m. m. lat. 

Ich fand diesen winzigen Fmupllus 1871 auf Ovhml. uptalfontM MD 
Blaser ober der Waldrast in Tirol bei (5800' (von hier in Kehin Ascomyc. 188 
ausgegeben): sporne dyblastne, juniarcs incolores, achtle ftutidulae, 0,015 DL 
in. lg., 0,005— G m. m. lat., 8 in ascis oblongis; paraph. »<>it eitle 

Zweifelsohne wird das Filänzchen, das auf Erde bewohnenden Oehrob < Im 
und auch auf Aspicilia verrucosa nicht selten zu sein scheint, in vielen Her- 
barien bemerkt werden können. An Stellen, wo es häufig vorkommt, erhält der 
Thallus der Nährflechte eine schwach blassgraue Färbung. 

C. Flechten auf Rhododendron ferrugineum in den Eislöchern. 

Auf diese ziemlich reichhaltige Lichenengruppe wirkt die felsige Um- 
gebung, in welcher hier die Alpenrosen stehen, sehr wirksam ein. 

1. Evemia furfuracea (L.): steril gut ausgebildet, doch nur selten an 
dickeren Zweigen. 

2. Imbric. perlata (L.) Flora 1870 p. 211, Nyl. in Flora 1872 p. 426, 
547: steril und selten an älteren Zweigen. 

3. Imbric. conspersa (Ehr.) : steril und selten an einem bereits abgedorrten 
Stämmchen. 

4. Imbric. fiäiginosa (Fr.) vgl. Nyl. Flora 1872 p. 548: steril und selten 
an den stärkeren Zweigen : medulla C -f- purp. 

5. Candelaria vitellina (Ehr.): sehr selten an Zweigen: planta k — , asci 
polyspori, sporae dyblastae, 0,009—11 m. m. lg., 0,004—5 m. m. lat. 

6. Rinodina exigua Anzi vgl. Waldrast p. 1139: sehr selten an Zweigen; 
planta k — , apoth. margo fuscescenteincanus , sporae 0,016—18 m. m. lg., 
0,009 m. m. lat.; sporoblastia rotunda vel subquadrata. 

7. Lecanora varia (Ehr.) vgl. Flora 1872 p. 74, Hepp 160, Schaer. 325: 
hie und da an älteren Stämmchen, planta k flavesc, c — . 

8. Lecan. pumilionis (Rehm.), Arn. exs. 138 a. b., vgl. Flora 1872 p. 74, 
248: selten an dünnen Zweigen; apoth. saepe livida, sporae oblongae, 0,015 
m. m. lg., 0,005 m. m. lat. 

9. Lecan. peralbella Nyl. Flora 1872 p. 365, Lee. albella Ansfl. Bozen 
p. 302 nr. 10: die Flechte wurde von Nyl. als seine L. peralbella erklärt ; hym. 
jodo caeruleum, deinde sordide vinose rubens. Hepp exs. 781 (mea coli.) huc 
pertinebit. 

10. Biatora — tenebricosa Ach. Nyl. Scand. 201 , Lieh. Lapp. Or. 145 : 
varietas videtur: sehr selten an den Zweigen; thallus sat tenuis, effusus, älbir 
dus, k—, apoth. minuta, fuscencentia , intus k—, epith. leviter lutesc, hym. 

15* 



116 



F. Arnold. Lichenologisclie Ausflüge in Tirol, 



jodo caerul., deinde nonnihil vinose rub., paraph. conglut., hyp. incölor, spo- 
rne oblongae, simplices, 0,015 m. m. lg., 0,005 m. m. lat.., 8 in asco. 

11. Bacidia — > — speciminulum , quod adest, medium tenet inter B. 
atrogriseam Del. et absistentem Nyl. Flora 1869. p. 295: selten an den Zweigen: 
thallus minute viridulo granulosus, subnullus, apoth. parva nigricantia, epithec. 
atrocaerul., k leviter violasc, hym. incolor, jodo caerul., hyp. leviter lutes- 
cens, k — , paraph. conglut., sporae aciculares, 0,045—54 m. m. lg., 0,0025 — 3 
m. ra. lat. — Von B. atrogrisea Del. v. Flora 1871 p. 55 durch etwas kräf- 
tigere Paraphysen und das nicht körnige Epithec. verschieden, nähert sich das 
dürftige Exemplar mehr der mir nicht bekannten L. absistens Nyl. 1. c. et 1872 
p. 355. 

12. Lecidella parasema (Ach.) Leight. Lieh, of Gr. Brit. p. 269, Nyl. in 
Flora 1872 p. 551, Lee. olivacea Körb. par. 217 p. max. p.: selten an den Zweigen; 
thallus sordide viridis, C ochraceo rubesc, k flavesc, ep. obscure viride, hym. 
sub lente viride, jodo caerul., hyp. rufescens, sporae ovales, 0,015 m. m. lg., 
0,009—10 m. m. lat. 

13. Buellia parasema (Ach.) tersa Körb. par. 190: ziemlich selten an 
Zweigen; sporae fuscae 0,022—24 m. m. lg., 0,010 m. m. lat. 

14. Arthothelium anastomosans (Ach.) vgl. Bozen p. 304; von dieser 
Stelle in Arn. exs. 514 publicirt. 

Zu IX. Riva. 

Die p. 309 nr. 11 erwähnte Bac. atros. ist muscorum Sav. Flora 1871 p. 52. 



Verzeichniss 

der im Jahn* L872 in der Umgebung von Livorno 
und Pratovecehio gesammelten Schmrlterlinge nebsl 
Beschreibung von zwei neuen Schaben aus Sicilicn. 

Von 

Josef Mann. 



(Vorgelegt in der Sitzung vom 8. Jänner 1873.) 

Im Jahre 1846 unternahm ich eine Reise nach Toscana, um dort haupt- 
sächlich Microlepidopteren zu sammeln. Ich reiste damals schon im Februar 
ab, kam Anfang März nach Florenz und blieb, da zu dieser Zeit in Pratovecehio 
viel Schnee -war, daselbst und in Pratolino bis Ende März; selbst am 1. April 
traf ich in Pratovecehio fast Alles noch im Winterschlaf. 

Mittlerweile erhielt ich durch meinen Jugendfreund Herrn Siemoni, 
General-Forstinspector seiner kaiserlichen Hoheit des Grossherzogs von Toscana, 
Empfehlungsschreiben an jene Orte, wo ich zu sammeln gedachte; damit ver- 
sehen trat ich die Reise in die wärmere Gegend an, und kam am 10. April 
nach Livorno. Ich sammelte nun in der Umgebung von Livorno, Pisa, Ripar- 
bello etc. bis Anfang Juni, dann wieder in Pratolino und Pratovecehio, im 
Cassentino-Thal bei Poppi-Bibieno. Da die Witterung durchaus günstig war, so 
machte ich eine sehr reiche Ausbeute, und brachte viele neue unbeschriebene 
Arten nach Hause. Zudem waren grosse Strecken Landes unbebaut, viele Hut- 
weiden, um Livorno viele Laubholzhecken und Gebüsche, wo es sehr lohnende 
Ausbeute gab. 

Nach langen Jahren stieg wieder der Wunsch in mir auf, Toscana noch 
einmal, und zwar dieselben Gegenden wo ich 1846 sammelte, zu besuchen; und 
hoffte reiche Ausbeute. 

Ich erhielt zu dieser Reise von dem hohen k. k. Oberst-Hofmeister- Amte 
nicht nur einen mehrmonatlichen Urlaub, sondern auch einen Reisebeitrag, eben 
so auch von der löblichen Direction der k. k. priv. Südbahn eine Freikarte bis 
an die Grenze von Oesterreich zur Hin- und Rückreise, wofür ich hier meinen 
besten Dank sage. 

Ich reiste Mitte April von hier ab, und verblieb in Toscana bis über das 
erste Drittel im Juli. 



118 



Josef Mann. 



In Florenz angekommen erwartete mich schon der von meinem Freunde 
Herrn Siemoni gesendete Wagen, der mich nach Pratovecchio brachte, welches 
am Fusse des Monte falterono und den Quellen des Arno liegt; die Vegetation 
war hier noch weit zurück. 

Die Kultur ist seit langen Jahren durch die Anleitung meines Freundes 
mächtig vorgeschritten ; alle Hutweiden und Hecken, welche grosse Landstrecken 
einnahmen, sind jetzt die üppigsten Gärten, Weingärten und fruchtbare Waizen- 
felder mit Obst und Oeltbäumen da, so dass ich das Cassentino-Thal von 1846 
nicht mehr kannte. Gegen Ende April reiste ich nach Livorno, wo ich den 28. 
früh ankam und sogleich einen kleinen Ausflug gegen Ardenza machte. Wie ich 
zur Portomare hinaus kam, und die wilde verlassene Gegend vom Jahre 1846 
zu finden glaubte, war ich ganz überrascht, statt den alten Stadtmauern und 
Gräben links prachtvolle Häuser und eine breite Strasse, rechts, wo die Hut- 
weiden waren, nun schöne Parkanlagen zu sehen, welche sich bis an das Meer- 
ufer erstrecken, und jetzt der besuchteste Spaziergang der Livornesen sind. An 
der Strasse nach Ardenca, Antignano, Montenero, sind alle Bauernhäuser, so 
wie die Laubholz-Einzäumungen der Podere verschwunden, nun stehen herrliche 
Villen mit Garten-Anlagen da, von Tamarix-Hecken eingefriedet. 

Bei Montenero und weiter hinaus, so wie bei Salviano, sind viele Berg- 
lehnen und Ebenen abgeholzt und zu Weingärten und Getreidefeldern umge- 
staltet, daher ich stundenweit zu gehen hatte, ehe ich auf einen Platz, wo Aus- 
beute zu hoffen war, gelangte. 

Allein, so günstig mir die Witterung im Jahre 1846 war, desto ungün- 
stiger war sie dieses Jahr; den ganzen Mai bis Mitte Juni regnete es fast alle 
Tage anhaltend, bei starkem Wind; waren schöne sonnige Tage, so blies die 
Bora oder Sirocco, und da alle Gebüsche und Hecken, welche 1846 Schutz gegen 
Wind boten, nicht mehr bestehen, so blieb meine Mühe und Anstrengung un- 
belohnt. 

Zwischen Livorno und Pisa, wo Sumpfwiesen und trockene Hutweiden 
waren, die reiche Ausbeute an Insekten, besonders Micros lieferten, sind nur 
sehr wenige trockene Grasplätze mehr, die fast alle mit Gebüsch besetzt sind. 
Eisenbahn-Ausflüge nach Casciano, Ponte terra, Colle salvetti etc. lernten bei 
der hohen Kultur mich auch wenig geeignete Orte, die für Ausbeute waren, 
kennen. Ich blieb bis Ende Juni in Livorno, am 1. Juli reiste ich über Florenz 
nach Pratolino, wo ich die Gegend noch so fand, wie sie 1846 war; aber auch 
nicht viel von Insekten. Nach einigen Tagen fuhr ich nach Pratovecchio und 
durchstreifte ein wenig das Cassentino-Thal. Dann ritt ich in Begleitung meines 
Freundes Siemoni auf den Monte Falterono (5073'). So prachtvoll nun die Vege- 
tation, und die Witterung günstig war, gab es auf den schönen blühenden 
Alpenwiesen sehr wenige Insekten. Da nach zwei Tagen wieder Regen eintrat, 
.ritten wir wieder nach Pratovecchio hinab; die wenigen Tage, die ich noch 
hatte, benützte ich wieder zu Excursionen in der Umgebung. 

Die von mir im Jahre 1846 gesammelten Schmetterlinge machte mein 
Freund Professor Zeller in der Stettiner entomologischen Zeitung X. 1849 und 



In ilor Um^tf Illing von Livorno Kohuinniclti' BolUMlIttHnfl 



XI. 1850 bekannt. loh führe daher nur die SCO Species, u. l. li, i. h nenn in um 
4000 Exemplaren sammelte, nach Dr. Staudinger's ('atalog, IS71, an. Di«- im 
Jahre 1810 gesammelte Anzahl der Arten betrug las! das doppelte, indem i« Ii 
von (üeometridca und microlopidoptera allein 774 Speeies, im (ianzen b I 
:». r ).000 Stücke erbeutete, von denen leider eine riemlich« Zahl uiihrain hhar 
ward, da ich sie nicht an Ort und Stelle präpariren konnte. Dir Beschreibung 
von zwei neuen Speeies folgt an der betreffenden Stelle. 



Papilio Poddlirius, 

— Maclmon, 

Thais Polyxena, Park- 
anlagen bei Livorno. 

Pieris crataegi bei Mon- 
tenere. 

— brassicae, 

— rapae und iiapi, 

— rapi, 

— daplidice, 
Anthocharis Belia, Mai 

bis Ende Juni bei 
Montenero und Anti- 
gnano und bei Pisa 
nicht häufig, p mit 
viel Schwarz, und 
oben noch stärker 
gelblich überflogenen 
Hinterflügeln. 
Var. ausonia auch vom 
Mai bis Ende Juni 
überall als P. Mar- 
chandae 4. Gr. 926 
um Livorno einzeln 
gepflogen, bei Monte- 
nero gegen Ende Juni 
in Mehrzahl, unter- 
mengt mit belia auf 
Lavendel. 

— cardamines, 

— eupheno, Anfang Juni 
bei Livorno. 

Leucophasis sinapis, Ar- 
denza Antignano. 



Var. dinicusis, Montenero. 
( '<>li(islt )/(dc, Livorno, Pra- 
tovecchio. 

— Chrysotheme, April, 
bei Pratovecchio. 

— Edusa, Montenero, 
besonders grosse 
Weibchen. 

— Ab. llelicc, Mon- 
tenero. 

Rhodocera Rhamni, Li- 
vorno, Pisa. 

— Cleopatra, Mitte Juni 
bei Livorno, bei Pra- 
tovecchio Anfang Juli. 

Thccla spini, Antignano, 

— ilicis. 

— acaciae, Livorno und 
Pisa. 

— pruni, bei Salviano. 

— rubi, Livorno. 
Polyommattis Virgaureac, 

Anfang Juli auf den 
Alpen wiesen des Mon- 
te Falterono, feuriger 
und grösser als die 
der Wienergegend, 

— thersamon, Monte- 
nero. 

— aleiphron, Juli auf 
den Alpenwiesen des 
Falterono. 

— gordius, zwischen Li- 
vorno und Pisa. 



Poh/om malus dorilas. 

— plducus, bei Ard- •n/;i. 

Lycaena Baetica, Mitte 
Juni, Ardenza. 
- argiades pall. (annjn- 

tas F.) 
- Aegon, Livorno. 
Argus, Juni Anti- 
gnano und Montenero, 
Anfang Juli Prato- 
vecchio. 

— Baltus\in<[IIy1as,MsLi. 

— Astracchc Itgst. ( Agc- 
stis Hüb.), Ardenza. 

— Icarus, Livorno, Juli 
Alpenwiesen des Mon- 
te Falterono. 

— Agestor, Salviano. 

— Adonis, Montenero, 
Pisa, Pratolino und 
Pratovecchio. 

— Do r glas. 

— argiolus. 

— alsus, um Livorno. 

— semiargus, Prato- 
vecchio. 

— Cyllarus, zwischen 
Livorno und Pisa. 

— Jolas, Juni bei Anti- 
gnano. Juli Prato- 
vecchio. 

— Diomedes, Salviano. 
Nemeobius Lucina, Li- 
vorno. 



120 



Josef Mann. 



Limenitis Cam. Livorno. 

— Sibylla, Pratovecchio 
auf dem Wege nach 
dem Falterono. 

Vanessa Egea, Ende Juni 
bei Antignano auf 
Brombeerblüthen. 

— C. album, urticae 
Pratovecchio. 

— Polychloros, zwischen 
Livorno und Pisa. 

— Jo, April ein über- 
wintertes Weib. 

— AtalantaxmdCardui, 
Antignano. 

Melitaca Cinxia. 

— Phoebe, Didyma. 

— Trivia. 

— Athalia, bei Antig- 

nano, Montenero. 

— Argynnis Euphro- 
syne, bei Pisa. 

— Dia. 

— Latonia, bei Livorno, 
letztere bei Pratov. 

— Aglaja. 

— Paphia, Antignano, 
Pisa. 

Melanargia Galatea Var. 
Procida, Antignano. 

Erebia Medea, Pratov. 

Satyr us Hermione, Antig- 
nano. 

Pararga Maera. 

— Meone, Antignano. 
Epinephela Janira, 
Livorno. 

— Var. Hispulla, Antig- 
nano am Meeresufer. 

— Ida, Montenero und 
Tithonus, Pratolino. 

— Hyperanthus, Prato- 
vecchio an den Ufern 
des Arno. 



Coenonympha Iphis. 

— Arcania, Montenero. 

— Pamphilus, Livorno, 
Anfang Juli auf den 
Alpenwiesen des Fal- 
terona. 

Var. Lyllus, Ende Juni 
in den Sümpfen zwi- 
schen Livorno und 
Pisa. 

Spilothyrus Malvarum, 
Livorno. Anfang Juli 
bei Pratovecchio. 
— ■ althea Hb. (gemina 
Led.), Antignano. 

Syrichtus proto , Mitte 
Juni, Ardenza. 

— carthami alveus, Li- 
vorno. 

Malvae, Ardenza, Antig- 
nano. 

— eucrate u. sao, Sal- 
viano. 

Nisoniades tages , Ar- 
denza, Pratovecchio. 
Hesperia thaumas. 

— Actaeon. 

— sylvanus , Livorno 
und Pratovecchio. 

Sphinx ligustri , Ende 
Juni die Raupe ein- 
zeln auf Ligusten. 

Deiliphila hippophaes,k.n- 
fang Juli Raupen 
zu Pratovecchio in 
Siemonis Garten. 

— euphorbiae, Livorno. 
~— livornica. 

— elpenor, Antignano. 
Macroglossa stellatarum, 

überall, auch auf den 
Alpenwiesen des Mon- 
te Falterono. 

— fuciformis, Livorno; 



Anf. Juli auf den Al- 
penwiesen des Monte 
Falterono. 

Sesia tipuliformis, Juni 
Pisa. 

— asiliformis, Monten. 

— formiciformis. 

— anellata, im Juni bei 
Antignano auf Dol- 
den. 

— leucospidiformis,zm- 
schen Livorno und 
Pisa 1 Stück auf 
Dolden. 

— ichneumoniformis, 
Juni bei Montenero. 
1 Stück auf einer 
Distel. 

Paranthrene thineifor- 
mis. Im Juni ober 
Antignano in den 
Morgenstunden. 

Ino ampelophaga, Mon- 
tenero. 

Zygaena Erythros, Ende 
Juni auf der Hutweide 
beim Lazareth einige 
mit punctum und 
Cynarae. 

— angelicae, Juni in den 
Sümpfen zwischen 
Livorno und Pisa. 

— lonicerae, Salviano. 

— stoechadis. Hüb. 24, 
H. Sch. 37. 5- und 
6-fleckig, Mitte bis 
Ende Juni bei Mon- 
tenero auf den Ber- 
gen in Uebergängen 
zur Stammform me- 
dicaginis nb. 20 ; mit 
dem Ueberhandneh- 
men des Schwarz 
der Hinterflügel wer- 



Iii l.'ni£ct«untf von Livorno ^chiuinm-lt.- S.lnin«t lei liri^o. 



den die rothen Flek 

ken kleiner. 

Ks ist dasselbe Ver- 

liiiltniss wie bei Z. 

<7>/t<<r//<'.vund pcuvoi- 

dani. 

Ocliscnhiimeri 7.., sechs- 
lleekig zur selben 
Zeit unten bei An- 
tignano auf Distel- 
uml Lavendel. 

Ftridac Led., Juni bei 
Montenero, Antig- 
nano, Pisa. Anfang 
Juli bei Pratolino u. 
Pratovecchio. Flecken 
sehr klein, auf der 
Vorderflügel - Unter- 
seite nur schwach 
roth überflogen. 

Filipenditlae , Lazareth, 
Sümpfe zwischen Li- 
vorno und Pisa. Juli 
auf den Wiesen des 
IC Falterono. 

— oxytropis , Anfang 
Juli bei Pratolino noch 
ein verflogenes Weib, 
wo ich selbe 1846 in 
Mengefand.UmLivor- 
no keine beobachtet. 

— Jaeta, Antignano. 

— carniolica , bei Li- 
vorno. 

Syntomis phegea, einzeln 

um Livorno. 
Nuclia ancilla. 

— famula, Antignano. 

Bombycidae. 

Sarrothripa revayana 
var. dilutana , Li- 
vorno. 

Z. B. Ges. XXIII. Abh. 



Noht clihtmidiriidis , An- | 
tignano. 

Xitdariu »iii>i<h(im, Moll- 
tenero, Anfang.luni an 
einer Mauer ein St nr k . 
Lithitsia compldna. 

— ctoiiol«, Livorno. 
Em yd in ymmmica, Ar- 

denza zwischen Li- 
vorno und Pisa. 

— cribrum, Mai bei An- 
tignano ein abgeflo- 
genes Weib. 

Beiopeia pulchdla, Juni 
Ardenza. 

Kcmeophila russuJa, zwi- 
schen Livorno und 
Pisa, sowie bei Pra- 
tovecelno auf den Al- 
penwiesen des Monte 
Falterono. 

Callimorpha dominula, 
Pratovechio. 

Arctia villica. 

— parpurea. 

— aulica. 

Sp iloso ma f uliginosa . 

— mendica. 

— menthastri , Livorno. 
Endagria pantherinns. 

Ende Mai, Ardenza 
zwei Männchen. 

Heterogenea limacodes. 
Weib bei Pratovechio. 

Psyche vülosella. Im Mai 
die Säcke in den An- 
lagen in Livorno an 
Tamarixstämme nicht 
selten. Falter Anfang 
Juni ausgekrochen. 

— apiformis. Mai die 
Säcke an Mauern bei 
Livorno, Montenero, 
Pisa, Salviano ; die 



meisten Falter ver- 
krüppelten. I in Kreien 
fing ich mi'lirere, 
welche um mich Ii« r 
um summten , sich 
dann an den Rock 
setzten und ruhig 
sitzen blieben. 
Psyche nicldsnnid. Zu glei- 
cher Zeit mit apifor- 
mis, doch viel seltner 
bei Montenero u. An 
tignano in den Mit- 
tagsstunden. Bram- 
men nicht beim 
Schwärmen wie api- 
formis, daher be- 
zweifle, dass es eine 
Varietät wäre. 

— mediterranea. Anfang 
Mai, Antignano. zwei 

Epichnopterix pulla, Sal- 
viano. 

Fumeapectinella,An]2Lger\ 
von Livorno. 

— Sapho? Juni, zeitig 
Früh zwei Männ- 
chen beim Lazareth. 

Pentophora mono,Strasse 
nach Pisa. 

Porthesia similis Fuessl. 
(auriflua S. V.) Die 
Raupen im Mai in 
Menge. Mitte Juni die 
Falter. 

Ocneria dispar. Die Rau- 
pen bei Livorno, auch 
auf Tamarix. 

Bombyx castrensis. Rau- 
pen bei Ardenza, zwi- 
schen Livorno u.Pisa. 

— neustria, 

— trifolii. 

— quereus, Livorno. 

16 



122 



Josef Manu. 



Cilix glaucata Scop. (spi- 
nula Hb.) Antignano. 

Pterostoma palpina, Pra- 
tovecchio. 

— Noctuae. 

Diloba coeruleocephala. 
Eaupen im Mai auf 
Mandelbäumen. 

Acronicta aceris. 

— V. candelisequa. 

— psi, Salviano. 
Bryophüa ravula Hb. v. 

ereptricula Tr. algae. 
Anlagen bei Livorno. 

— glandifera. Die Rau- 
pen vom Anfang Mai 
bis Ende Juni an 
Tamarixstämmen. 

Agrothis jantina. 

— comes, Salviano. 

— putris, Livorno. 

— cinerea. 

— saucia, Antignano. 

— clavis, Ardenza. 
Mamestra dissimilis Kn. 

(suasa S. V.) 

— brassicae. 

— oleracea, Livorno. 
Tapinostola musculosa. 

Ende Juni bei Mon- 
tenero. 

Leucania comma. 

L. dlbum, Antignano. 

Caradrina exigua, Li- 
vorno. 

— cubicularis, Prato- 
vecchio. 

Pachnobia leucographa. 
Anfang Juli bei Prato- 
lino. 

Calophasia opalina, Ar- 
denza. 

Cucullia verbasci. Ende 



Juni erwachsene Rau- 
pen. 

Cucullia lactucae, an Ta- 
marix. 

— cliamomillae , Prato- 
vechio. 

Eurhipia adulatrix. Mitte 
Juni bei Antignano 
auf Artischoken. 

Plusia triplasia, Sal- 
viano. 

— gutta, Montenero. 

— gamma, Mai bis Juli 
überall auch auf dem 
Monte Falterono zwi- 
schen Livorno u.Pisa. 

Heliaca tenebrata Scop. 

Heliothis dipsacea, Ar- 
denza. 
■ — peltigera, Montenero. 

Acontia lucida und lue- 
tuosa, Juni. * 

TJialpochares suava, Ar- 
denza 2 Stück. 

Dar doini, Juni, Salviano. 

— parpurina, Ardenza, 
Antignano. 

— ostrina, Livorno, auch 
Anfang Juli bei Pra- 
tolino 

— parva. 

— elichrysi, Antignano, 
Lazareth auf Eiicbry- 
sium. 

Erastria candidula, Li- 
vorno. 

Prothymia laccata Scop. 
Salviano. 

Agriphila sulphurdlis. 

Euclidia glyphica, Li- 
vorno. 

Leucanitis stolida, Mon- 
tenero. 



Grammodes dlgira, Li- 
vorno. 

Pseudophia illunaris, 
schon Ende April bis 
Juni bei Livorno un- 
ter Tamarix, später 
auch einige Raupen 
und Puppen gefunden, 
die Falter kriechen 
stets gegen Abend 
aus, sind viel dunk- 
ler als die in Frank- 
reich vorkommenden. 

— lunaria. Im Juni. 

— tirrhaea , auf der 
Strasse nach Ardenza 
ein zertretenes Stück. 

Catocala conversa. Im 
Juni bei Livorno. 

Spintherops spectrum. Im 
Mai die Raupen bei 
Montenero einzeln auf 
Spartium. 

— cataphanus , Antig- 
nano. 

Boletobia fuliginaria. 

Anfang Juli Prato- 

vecchio. 
Herminia crinalis. 

— tentacularis. 

— derivalis, Livorno. 
Hypena rostralis, Antig- 
nano u. Pratovecchio. 

— extensalis. Juni bei 
Montenero. 

Rivula seficealis. An- 
fang Juli in Siemo- 
ni's Garten Abends ge- 
flogen. 

Geometrae. 

Pseudoterpna pruinata. 

Livorno. 
Nemoria strigata,Livomo. 



In der Dtafltbug von Li T* IVO |tMMBtll< Pflh— MtTltip 



128 



AcidaUa p^gataearia, b. 
Ltureth« 

— tumoUwio , Monta- 
nen». 

— pvrochraria. Anfang 
Juli auf den Wiesen 
des Monte Falterono. 

— (xhidtii, Salviano. 

— rufaria, Lazareth. 

— conmanguinaria. Ende 
Juni bei Antignano 
zwei Männchen. 

— moniliata, Livorno. 

— <li))ii(li(it((. Juni bei 
Montenero. 

Var. catUeneraria. 

— sodaliaria und asbe- 
sturia, Antignano u. 
Montenero aus Epheu- 
Hecken gescheucht. 

— c.vtarsariuj politaria, 
plicata , vulpinaria 
und incarnaria im 
Juni bei Antignano. 

— obsolet aria. 

— elongaria, Ardenza. 

— herbariata, Pratolino 
im Zimmer. 

— degeneraria,aversata, 
Antignano. 

— emarginata, zwischen 
Livorno und Pisa. 

— immorata, mbricata. 

— mutata , immutata, 
Montenero. 

— remutata. Anfang Juli 
in Pratovecchio an den 
Ufern des Arno. 

— imitaria, Mitte Mai 
bei Ardenza und Sal- 
viano. 

Zonosoma pupillaria, po- 
rata, Montenero. 



Zimgwdfq amuUa . Juni 
bei Livorno. 

Pelloniii ribicaria , Juni 
■Wischen Livorno u. 
Pisa. 

— adabraria , Monte- I 
nero. 

Zcrciic gro8i%Uctriata. An- 
fang Juli in Prato- 
vecchio. 

— adustata. 

— marginata, Livorno. 
Cabcra pusaria , Monte- 
nero. 

Metrocam pa Honorar in 

— Selcnia illustraria, 
Antignano. 

Angerona primaria. 
JRwnia crataegata, Sal- 
viano. 

Venelia wacularia , Li- 
vorno. 

Macaria aestimaria, Ende 
April bis Ende Juni 
Livorno in den An- 
lagen an Bänken, 
Mauern und Tamarix. 

Hemerophila abruptaria, 
Ardenza. 

Synopsia sociaria. Mai 
einige Raupen auf 
Tamarix, wovon ein 
Weib Anfang Juni 
sich entwickelte. 

Boarmia rhomboidaria. 
Livorno. 

— selenaria. 
Tephronia sepiaria, Pra- 
tovecchio. 

Ematurgaatomaria, Mon- 
tenero, Livorno. 

Phasiane glarearia , cla- 
thrata, Livorno. 



Aspilutrs tu hn w in 

tratia) InÜgntno, 
Sh aria Um ata 6k [daal 
bata L), Livorno. 

Ajdasta oiumaria, Anti \ 
nano, Vormittags ge 
flogen. 

Sterrka sacraria, Monte- 
nero und bei Ardenu 

auf Stoppelfeldern. 
Lythria pnrjmraria. 
Ortholila plumbaria an 

der Strasse nach 

Pisa. 

— bipunetaria, Anfang 
Juli auf den Alpen- 
wiesen des Monte 
Falterono. 

Mesotype virgata, b. La- 
zareth. 

Minoa murinata, Monte- 
nero. 

Anaitis praeformata, An- 
fang Juli ein Weib 
auf dem Monte Fal- 
terono. 

— plagiata, Antignano. 
Eucosmia certata. 
Scotosia transversata, b. 

Montenero , Antig- 
nano. 
Cid aria fulvata. 

— ocellata, Livorno. 

— cupressata, Ardenza. 
einige auf Cypressen. 

— pectiviataria. 

— fluetuata, Livorno. 

— ferrugata, Pratovec- 
chio. 

— riguata. 

— galiata rivata, bili- 
neata, rubidata, P. 
polyrammata. 

— corticata vitalbat a t 

16* 



124 



Josef Mann. 



Montenero , Antig- 
nano. 

Cidaria decolorata, Li- 
vorno. 

Collix sparsata, Ardenza. 
Eupithecia gemellata. 
— ultimaria, beim La- 
zareth an Tamarix. 



Eupithecia helveticaria, 
Montenero um Myr- 
then. 

— innotata, Ardenza u. 
Antignano. 

— tenebrosaria, H. Sch. 
Fig. 157. Montenero. 

— satyrata. 



Eupithecia pumilata, li- 
nariata. 
- venosata. 

— centaureata, Ardenza. 

Pyralididae. 
Cledeobia moldavica Esp. 
(Netricalis Hb.), Ar- 
denza. 



1. Hypotia tamaricalis n. sp. 

Der starke Haarschuppenbusch am Wurzelgliede der Fühler nach zunächst 
Corticdlis, die männlichen Fühler wenig länger bewimpert. Von allen Hypotien 
unterscheidet sie sich durch die Färbung des Hinterleibes, der auf den drei 
ersten Segmenten schmutzig weiss, auf den drei folgenden schwarzbraun ist, 
wodurch es aussieht, als ob er hier durch Verölung geschwärzt ist. Ein zweiter 
Unterschied zeigt sich darin, dass auf den Vorderflügeln die beiden weisslichen 
Querlinien auf dem Vorderrande fast nicht weiter von einander abstehen als auf 
dem Innenrande. 

Grösse von Massilialis; Kopf und Rückenschild auf weisslichem Grunde 
hellgelbbräunlich bestäubt mit dunklern Stellen. Die ockergelblichen Palpen 
sind beim Weibe länger und dicker als beim Manne; ihr Endglied schwarz mit 
weisser Spitze, beim Manne ist auch das zweite Glied an der Spitze weiss und 
auswärts schwarzbraun. Die Fühler sind ockergelblich mit sehr kurzen, aber so 
deutlich abgesetzten Gliedern, dass sie fast dunkler geringelt scheinen; beim 
Manne trägt das Wurzelglied auf dem Rücken einen sehr starken, hell und 
dunkler gemischten Haarschuppenbusch, der beim Weibe viel weniger entwickelt 
ist. Die Beine sind schmutzig weiss, am hellsten die hintern ; an den vier vor- 
dem die Schienen und Füsse braunfleckig. Am Hinterleibe, dessen charakte- 
ristische Färbung oben angegeben wurde, sind die Endsegmente ockergelblich, 
die Mittelsegmente an den Seiten mit weisslichen, braun fleckigen Schuppen- 
büschen besetzt; der Bauch ockergelblich mit zwei schwarzen Fleckenreihen 
ausser an den zwei letzten, dunkler bräunlichen Segmenten. Beim Weibe ist 
der Hinterleib zugespitzt, und der Legestachel steht ein wenig hervor. 

Die Vorderflügel sind breiter als bei Corticalis, Massilialis und Colchialis, 
gelbbräunlich, hie und da mit schwarzen Stäubchen bestreut und mit hellen Stellen 
im Mittelfelde. Die zwei weisslichen , ganz vollständigen Querlinien sind deutlich 
begrenzt und auf der innern Seite mit schwarzen Schuppen eingefasst. Die erste 
bildet über der Mitte eine schwache Ausbuchtung, viel weniger spitz als bei 
Massilialis. Die zweite, welche kurz von dem Innenwinkel in den Innenrand läuft, 
macht in ihrer Mitte einen starken Bogen gegen den Aussenrand. In der Mitte 
zwischen beiden Querlinien ist ein schwarzer Mittelpunkt vor einer weisslichen 
Stelle. Am Hinterrande zieht von der Flügelspitze aus eine Reihe von fünf bis 
sechs weisslichen Fleckchen herab, welche von schwärzlichen Randstrichelchen 



in Ungtbug rot Livorno fMuintlti SoknotttrliaM 



126 



begleitet werden. Die Fransen siml weisslieli und v. i |.. , |, ( ,, I |>bruun 
gescheckt. 

Die Hintertlügel sind weisslieli mit schwarzem l'nnkt weil vor dei Mitte; 
hinter diesem liegt ein dunkelbl auer, nach innen bohler Bogen, den eine irel 
liehe Linie auswärts eintasst, von welcher ah der Kaum his zum llintt rrande 
dunkelgrau ist. Am Hinterrande stehen von der K 1 1 1 • 1 > } « i t / . - ans bis zur Klü- 
gelhälfte fünf bis sechs schwarze Strichclchen. l>ie weltlichen Krausen haben um 
bei diesen Striehelchen und an einer Stelle vor dem Alt. i u mUl ^ r:i ,„. Kleeken. 

Auf der Unterseite der Vorderflügel ist die Grundfarbe heller, die erste 
Querlinie fehlt ganz; die zweite breiter als auf der Oberseite und auch einwarf 
breiter schwarz eingefasst, der Mittelpunkt grösser, verloschener und in dunkel- 
grauem Felde. Die Hinterflügel sind wie oben gezeichnet; die weissliche Linie 
vor dem grauen Hinterrandfelde ist einwärts breiter und schwärzer gesäumt und 
gibt sich hier deutlicher als auf der Oberseite als Fortsetzung der zweiten 
Querlinie der Vorderflüge] zu erkennen. 

Die Raupe lebt Mitte Juni gesellschaftlich zu vier bis fünf zwischen zu- 
sammengesponnenen Tamarixzweigen. Sie ist schmutzig graugrün, mit dunkel- 
violetten Längsstreifen und braunem Kopt, an Pempelia obducteUa erinnernd, doch 
plumper gebaut und träger. Die Schmetterlinge krochen zu Anfang bis Mitte 
Juli aus; jedoch erhielt ich nur wenige reine Exemplare, da dieselben auf der 
Reise nach Wien entschlüpften. 



Aglossa pinguinalis , Li- 
vorno und Pratovec- 
chio. 

— cuprealis. 
Asopia glaucinalis. 

— costalis. 

— farinalis, Livorno. 
Endotricha flam mealis, 

Auf. Juli bei Prato- 
lino auf jungen 
Eichen. 
Scoparia ditbitalis. 

— ambignalis. 

— crataegella, Livorno. 
HeUula undalis, Juni bei 

Antignano. 
Heliothela atralis. 
Noctuomorplia normalis, 

Ardenza. 
Ennycliia albofascidlis, 

zwischen Livorno u. 

Pisa. 



Botys octomaculata, zwi- 
schen Livorno uud 
Pisa. 

— nigrata Sc. (angui- 
nalis Hb.) cingulata. 

— obfuscata Sc. (pyg- 
maealis Dup), Mon- 
tenero. 

— aurata Sc. (P. puni- 
cealis Schif.) , Sal- 
viano. 

— purpuralis, Ardenza. 

— Var. (?) virginalis, H. 
Sch. 43, Montenero. 

— cespitalis, Livorno. 

— polygonalis. Im Mai 
die Raupen bei Mon- 
tenero auf Spartium 
einzeln. 

— asinalis, Mai bei Sal- 
viano. 



Botyshyalincdis, zwischen 
Livorno und Pisa. 

— nubilalis Hb. {si- 
lacealis Hb. Q), Mai. 
Montenero. 

— numerälis , Antig- 
nano. 

— fuscalis , crocealis. 
rubigincdis. 

— ferrugalis, sambuca- 
lis. 

— pandcdis. Livorno. 
Eurycreon nudcdis. 

— sticticalis, Salviano. 

— palealis , Anf. Juli 
Pratolino. 

— verticalis, Salviano. 
Nomophila noctueüa, 

überall um Livorno. 
und Pratovecchio. 



126 



Josef Mann. 



Pionea forficahs , An- 

tignano. 
Orobena extimalis. 

— politalis. 

— sophialis. 

— frumentalis, Livorno. 
Diasemia litterata, Ai- 

denza. 

Stenia punctalis, Monte- 
nero. 

Agrotera nemoralis, Li- 
vorno. 

Hydrocampa rivulalis, 
stagnata. 

Parapoynx candidata, 
Sumpfwiesen bei Li- 
vorno. 

Crambidae. 

Crambus dumetelhis, An f. 
Juli auf den Alpen- 
wiesen des Monte 
Falterono. 

— cassentiniellus, Pra- 
tovecchio. 

— chrysonuchellus. 

- falsellus, Livorno. 

— pinetellus, Pratovec- 
chio. 

— saxonellus Pratolino. 

— contaminellus, Laza- 
reth. 

— culmellus, Anf, Juli 
Pratovecchio in Sie- 
moni's Garten. 

— perlellus, Anf. Juli 
auf den Alpwiesen 
des Monte Falterono. 

Eromene Wockeella, Mitte 
Juni bei Livorno in 
Gräben einzeln. 

— Ramburiella , Mitte 
Juni bei Livorno 
einige des Abends. 



Eromene superbella, Ende 
April bis Mitte Juni in 
grasreichen Gräben, 
Weiber sehr selten, 
kommen spät Abends 
bei warmem, stillem 
Wetter zum Vor- 
schein, wo sie an 
Grasstengeln hinauf- 
laufen und dann ru- 
hig sitzen bleiben. 

Nephopteryx Dahlieila. 

— argyrella, Lazareth. 
Pempelia Zinclcenella, Ar- 

denza. 

— semirubella, Livorno 
und Pratovecchio. 

— palumbella, Salviano. 

— obducteila, Juni die 
Raupen auf Mentha 
sylvestris. Falter im 
Juli. 

— ornatella. 

— cingillella, bei Antig- 
nano. 

Hypochalcia ahenella, b. 
Lazareth. 

Epischnia illotella, bei 

Montenero. 
Acrobasis obligua, Juni 

bei Montenero auf 

Erica. 

— bithynella, Mai Rau- 
pen auf Tamarix. 
Ende Juni die Falter. 

Trachonitis cristella. 

Myelois rosella, Juni auf 
den Bergen b. Mon- 
tenero auf Scabiosen. 

— cribrum, Ardenza. 

— dulcella. 

— suavella. 

— tetrieella. 



Myelois transversella, An- 

tignano, Livorno. 
Glyptoteles lencacrinella. 
Eccopisa effractella, An- 

tignano. 
Euzophera bigella, biri- 

ella, Livorno. 
Homoeosoma nebulea, 

nimbella, sinuella, b. 

Lazareth. 
Ematheudes punctella, 

•Livorno, Pratolino. 
Ephestia elutella, Livorno, 

Pratovecchio. 

— semirufa, Montenero. 
Aphomia sociella, Antig- 

nano, Tortricina. 
Teras variegana, lithar- 

gyrana, Livorno. 
Tortrix xylosteana, ro- 

sana,unifasciana } se- 

mialbana. 

— strigana. 

— Pilleriana, Livorno. 

— diversana, grotiana. 

— ochreana, cinctana, 
Livorno. 

Sciaphila communana, 
Wahlbomiana, mino- 
rana, pasivana. 

— nuhilana, Livorno. 
Cochylis hamana, zoegana, 

Baumanniana. 

— zephyrana. 

— albipalpana, Franc. 

— Smeathmanniana, 
Heydeniana , Li- 
vorno. 

— posterana. 
Penthina salicella. 

— variegana, pruniana. 

— sellana. 

— striana, capreolana. 

— urticana. 



h -l«>r Dagtbong \on Llvornu gomMtim*lt<i Silimeltorlingi' 



127 



Penthina rujH'strana, ccs- 
pitana, Livorno. 

As} » is Uddmanniana. 

Aphdia lanccolaua , Li- 
vorno. 

Eudemis botrami't auf 
Daphne t/nidium ge- 
zogen. Raupen bei 
Montenero gefunden, 
von der hiesigen bo- 
traua sehr abwei- 
chend. 

— artemtsiana, b. Laza- 
reth. 

Petalea festivana, Sal- 
viano ein Männchen. 
GraphoJifa fuscuiana. 

— cynosbana f. 

— tripunctana Ddld. 

— citrana. 



( Iraphnlita M> I : neriamt, 
incana, 

— (icmmi/'cntim , <:<><■- 
<<t>t<t, succedana. 

— ddihtntt. 

— vniiiposildla. 

— dorsana /'. (jinif/iana 

Tr.) Orbana. 

— allheiuiu, Livorno. 
< arpoeapsa potnonella. 
Ifkthoröblastis rhedieüa. 
Tmetocera oceUana. 
PhoxopteryxMitterbache- 

riana, obtumna. 

— frucf ifiisciaitd, comj>- 
iana. 

— derasana, Livorno. 
Dichrorampha phimbana, 

Tin ei na. 

Choreutes dolosana, prae- \ 



liusatta. Ihm Munt' - 

lUM-n. 

tiimacthis neinonina, \ n- 
tignano auf Hi-ni 
beerblütluMi. 
— oxipwanthelltt , Li- 
vorno. 

Ahjchia pumilu, Ardenza. 
Talacpnria psnidohoiiihip 

cclhi, Salviano. 
Lt/pusa man reiht , Knde 

April b. Livorno. 

Euploeamm anthracina* 

Iis, zwischen Livorno 
und Pisa. 
Tinea graneüa. 

— fuscipuncteUa, peUuh 
vella, Livorno und 
Pratovecchio. 

— simpliceUa , b. Li- 
vorno. 



2. Tinea sexgnltella n. sp. 

Nahe verwandt Tinea pustulatella Frey, mit der sie in der Gestalt der Flügel 
und in der Grösse übereinstimmt; sie ist aber leicht von ihr zu unterscheiden. Der 
stark wollig behaarte Kopf ist so wie das Wurzelglied der schwärzliehen Fühler 
und der Rückenschild weiss, nur am Hinterkopf bilden schwärzliche Maare eine 
Art Halsband. Auch die herabhängenden Palpen sind weiss, mit einigen langen 
dunkeln Borsten. An den dunkelbraunen Beinen sind die Enden der Schienen 
und Fussglieder und die Schiendorne weiss. Der Hinterleib dunkelgrau mit 
einigen hellen Schuppenbüscheln. 

Die Vorderflügel sind ohne allen Glanz, von schwarzer Grundfarbe , die 
aber fast nicht mehr Baum einnimt als die weisse Zeichnung. Diese besteht in 
einem grossen abgerundeten Fleck an der Wurzel, der nur den Vorderrand frei 
lässt und nach hinten abgerundet ist, dann kommt nach einem ziemlich schmalen 
schwarzen Bande ein breiteres weisses, einwärts gerade abgeschnittenes, aus- 
wärts gerundetes Band. Hierauf hängt an der Mitte des Vorderrandes ein run- 
des Fleckchen, welches mit dem grösseren Fleck des Innenwinkels zu einer 
schrägen Binde fast zusammenhängt und wie dieser mit ein paar schwarzen 
Schüppchen bestreut ist. Ein grösserer, gerundeter, weisser Fleck folgt darauf 
am Vorderrande und in der Flügelspitze liegt der kleinste weisse runde Fleck. 
Die Fransen sind weisslich, am äussersten Ende schwärzlich. Auf der schwärz- 



128 



Josef Mann. 



lieh grauen Unterseite scheinen die Zeichnungen sehr deutlich durch. Die lan- 
zettförmigen Hinterflügel sind grau, heller gefranst. Ich fing diese Art am 
19. Mai bei Montenero in den Vormittagsstunden von 10 bis 12 Uhr an einer vom 
Winde geschützten Hecke; sie schwärmten im Grase um die herabhängenden 
jungen Erdbeerstrauchzweige; wenn sie sich niederliessen, drehten sie sich erst 
kreiseiförmig und liefen langsam weiter und blieben dann sitzen. Am 20. Mai 
fand ich zu derselben Zeit an der betreffenden Stelle trotz emsigen Suchens 
keine mehr. — Das Weib unterscheidet sich vom Mann nur durch etwas dickern 
Hinterleib. 



Mriocottis fuscanella, bei 
Livorno einzeln. 

Incurvaria muscalella, b. 
Ardenza. 

Nemophora pilella, Li- 
vorno. 

Adela fibulella, Lazareth- 
hutweide. 

— paludicolella, Mai b. 
Montenero auf Erica. 
Weiber selten. 

— Sulzella, Antignano. 
Nematois Latreillellus, b. 

Salviano um Myrthen 
■ — cupriacellus, Juni b. 
Montenero auf blü- 
henden Scabiosen ein- 
zeln. 

Acrolepia vesperella, Li- 
vorno. 

Hyponomeuta padellus 
Livorno , Schlehen- 
hecken. 

Prays oleellus, Mai. 
Argyresthia mendica, Ar- 
denza. 

— abdominalis , Monte- 
nero auf Wachholder. 

Plutella crueiferarum, 

überall. 
Theristis mucronella Sc 

(caudella L.) Juni b. 

Antignano. 



Psecadia sexpunctella. 

— bipunctella. 

— aurifluella, Lazareth, 
Hutweide. 

JDepressaria flavella. 

— assimilella, arenella, 
purpurea, Livorno. 

Gelechia ericetella, Mon- 
tenero. 

— scotinella, Salviano. 

— malvella, Pratovec- 
chio. 

— tessella Hb. (qua- 
drella F.), Juli bei 
Pratovecchio auf Ber- 
berisen. 

Brachmia nigricostella, b. 

Montenero. 
Bryotropha terella. 

— dryadella, Pratolino. 
Lita artemisiella. 
Telcia scriptella. 

— sequax, tamariciella, 
Mai b. Livorno. 

Nannodia stipella, Her- 
manella auf Cheno- 
podium. 

Apodia bifruetella, An- 
tignano auf blühen- 
den Scabioren. 

Ptocheuusa litorella, ino- 
pella, b. Livorno. 

Doryphora tenuiella, 



Hutweide hinter Ar- 
denza. 

Lamprotes coronillella 
biguttella , anthylli- 
della, ligulella, Mon- 
tenero. 

Acantliophila alacella 
Gebüsche zwischen 
Livorno und Pisa. 

Tacliyptilia populella 

Pratovecchio. 
Brachycrossata cinerella 

Juni b. Livorno. 

Bliinosia ferrngella. 

— formosella. 

— gerronella , Livorno 
und Pisa. 

Muteies Kollarella, Juni 
bei Montenero. 

Cleodora Kefersteiniella, 
lineatella, Livorno. 

— striatella, Lazareth- 
hutweide. 

Mesoplüeps silacellus. 

— corsieellus, b. Monte- 
nero. 

Ypsolophus fascieUus, 
überall um Livorno. 

— juniperellus, Antig- 
nano um Inntperus. 

Nothris verbascellus, Li- 
vorno. 



In «loi rintfolMiiiK von l.num.i iVK.imini ll. luuott.M Im,-.- 



Sophrottia exustella, La 
zarethhut weide. 

Anarsiti spart iella, bei 
Montenero. 

Meyaeraspedus lauccolel- 
Ins, b. Livorno. 

Pleurota pyropetta, Juni. 

— brevispi nella, Laza- 
reth-Hntweide. 

— aristella, Juni ober 
Antignano, Färbung 
dunkler als die Stücke 
der Wienergegend. 

Protasis punctella , Li- 
vorno. 

HyperccUia citrincUis, Ge- 
büsche zwischen Li- 
vorno und Pisa. 

Lccithoccra luticorneUa, 
Salviano. 

Harpclla Geoffrella, Mai 
einzeln um Clematis- 
Hecken, 1846 war sie 
zu tausenden, schwär- 
mend, bei Salviano. 

Dasycera oliviella, Juni, 
b. Montenero. 

Oegoconia quadripuncta, 
Livorno. 

BlastobasispliycideTla,lÄ- 
vorno. 

Glyph ipterix thrasonella , 
b. Livorno. 

— Fischeriella, Salviano. 
Gracüaria KoUariella, 

Juni, b. Antignano 

um Eschen. 
Ornix anglicella, Mai, b. 

Ardenza. 
Coleopho ra c uprariella, 

Lazarethhutweide. 

— vicinella, ornatipen- 
nella, niveicostella. 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abh 



( 'olt np/iora nnnsiHcIla, li- 

>tt ariilht, ajrdenia. 

Chaaliodas pontifia Uns 
Laver na mixet IIa. 

— ranella, Antignano. • 
Douglasia ocncrostomcUa, 

Juni, bei Ardenza auf 
Echium in den Nach- 
mittagstunden bei 
Sonnenschein schwär 
nieud. 

Ochrouadepis ictell<i. 

Btogmatophora albtapt- 
cella, Montenero. 

Pyrodcrces Argyrogram- 
mo8. 

Pancalia Leuwenhockella, 
Lazareth, Hutweide. 

Exdrosis lactcella, Prato- 
lino. 

Batrachedra Lederer iella, 

Livorno. 
Eachista alb ifrontella. 

— cingillella, cinctella, 
gangabella, b. Mon- 
tenero. 

— pollinariella , colli- 
tella, rudectella, Li- 
vorno. 

Lithocolletis roboris, abra- 
sella, quercifölieUa, 
fraxinella, zwischen 
Livorno und Pisa. 

— suberifoliella, Antig- 
nano 

Tischeria marginea. 

— angustieoleUa, b Sal- 
viano. 

Bucculatrix crataegi. 

— boyerella, bei Antig- 
nano. 

Micropterix calteüa. 

— myrtetella, auf Erica 
bei Livorno. 



P t e ro p Ii i» r i n \\. 

Agdistis tamaricis, Auf. 
.Mai die sonderbare 
Raupe (A. MiUl re I 

coiiograph. III. livr. 
29. pL 126) erwach- 
sen auf Linn m i r gtil- 

Uea ihm Lirorno, v.m- 
puppung an Mauern. 
Falter Mai bis Bilde 
Juni. — Was II. .Mil- 
liere für die über die 
halbe Körperlange 
reichende Flügel- 
scheide ansieht, ist 
die Fussscheide, wel- 
che bei den meisten 
Pterophoriden frei vom 
Körper sich erhebt. 

Cnaemidophorus rhodo- 
dactyl «.^Pratovecchio 
in Siemoni's Garten. 

Amblyptilia acanthodac- 
lyla, b. Antignano. 

Oxyptüus distans. 

Mimaeseoptilus aridus, 
Lazareth, Hutweide. 

Pteroplioras monodaety- 
IusIj. (pterodactylusj 
Hüb.), Juni , Prato- 
vecchio. 

Leioptilus d ist inetus, Juni 
Lazareth - Hutweide. 

Ac ip t il ia malacodactyla, 
bei Montenero. 
— pentadactyla, um Li- 
vorno. 

A 1 u c i t i n a. 

Alucita palodaetyla, Juni, 
bei Antignano. 

17 



130 



Josef Mann. 



Zwei neue Schaben aus Sicilien. 

1. Eucarphia effoetella. n. sp. 

Steht zwischen Cantenerella und Gilveolella, lässt sich aber zu keiner 
dieser Species ziehen, wie die männlichen Fühler zeigen; bei Gilveolella sind 
sie einfach borstenförmig und microscopisch äusserst kurzhaarig gefranst, bei 
Cantenerella auf der Unterseite fein gekerbt und ein wenig länger gefranst; bei 
effoetella fein gezähnelt und kurz borstig gefranst. 

Von Gilveolella unterscheidet sie sich am leichtesten durch die hintere 
Querlinie der Vorderflügel. Diese ist bei Gilveolella grade, nur auf der Falte 
stumpfwinklig gebrochen und überall nur durch die Grundfarbe begrenzt; bei 
effoetella bricht sie sich ausserdem noch über der Mitte unter einem einsprin- 
genden spitzen Winkel und ist dabei auf der Innerseite braun gesäumt. Auch 
die erste Querlinie (ä. h. die vor der Mitte) ist bei beiden verschieden; näm- 
lich bei Gilveolella auf der untern Hälfte fleckartig erweitert und dabei wie die 
zweite nur durch die Grundfarbe begrenzt, statt wie bei effoetella, bei der sie 
sich auch am Vorderrande etwas gegen dU Wurzel krümmt, gegen den Innen- 
rand fast gar nicht erweitert ist, auf der Innenseite fast in die Grundfarbe ver- 
fliesst, an der Aussenseite aber an ihrer obern Hälfte eine braune Einfassung 
hat. Ferner ist bei Gilveolella nie wie bei effoetella Mann die Subdorsalader 
zwischen den beiden Querlinien in einem dicken Strich braun. Endlich ist die 
Grundfarbe der effoetella auf dem Vorderkörper und den Vordorflügeln eine ganz 
andere, nämlich bleichgelblich ohne die geringste röthliche Beimischung. Der 
Hinterrand ist bei effoetella dunkler und schärfer punktirt ; beim Manne sind die 
Punkte schwarz. 

Von Cantenerella gibt auch die hintere Querlinie der Vorderflügel das 
am leichtesten in die Augen fallende Unterscheidungsmerkmal.. Diese Linie ist 
nämlich bei Cantenerella doppelt so dünn und hat zwar auch über der Mitte 



In ilor rtngoliunt; *"n l.iv.un.i ^.■muiiiii.'U.' S. limi<tti<rliiiKi< | R | 

einen einspringenden Winkel, der aber nur ganz kurz ist ohne die pit/.e ein- 
wärts gerichtete Koke, so dass er ii.m1i klein« r ist als der Winkel auf d.r Kalt. . 
wenn diese Linie auch einwärts eine dunklere l>egrenzung hat. •> i t i. doch 
nie so dunkelbraun wie bei efl'oetellu. Die erste Querlinic der f 'antcncrrlla ist 
gleichfalls dunner und liegt weniger schräg. Auch bei Cuntennrlhi ist die (irund- 
farbe auf Kopf, Kückenschild und VorderHügeln eine ganz andere, nämlich fast 
noch röthlicher als bei (iilreolclla (dabei oft, besonder! im Mittelfelde, grau 
bestäubt) und die Hinterrandpunkte sind nie schwarz wie bei effuetelln. 

Da beide verwandte Arten in der Grösse, und Cantcncrella in der Zeichnung 
der Vorderflügel sehr abändern, so muss die Betrachtung einer grosseren Zahl 
von Exemplaren lehren, wie dies bei effoetella der Fall ist. Das vorliegende 
Paar, welches ich aus Palermo erhielt, hat nur die Grösse einer mittleren 
Cantcncrella. Das Weib ist verloschener gezeichnet uud kleiner als der Mann. 
In der kaiserlichen Sammlung. 



2. Psilothrix latiorella n. sp. 

Nur ein Stück, aber sicher von Dardoinella verschieden; viel kleiner 
(Flügelspannung 6y 2 "\ bei den kleinsten Dardoinella 8"') mit breitern, kür- 
zern Flügeln, viel hellere Farbe, die auf den Vorderflügeln fast weiss ist, und 
mit längeren Kammhähnen der Fühler. 

Rückenschild hell bräunlichgrau, Kopf weisslich : Hinterleib sehr hell 
bräunlichgrau, ohne dem reichlichen Haarrand der Dardoinella. Beine weiss- 
lich grau, nur die Vorderrasse ein wenig dunkler gefleckt; die Hinterfüsse ganz 
einfärbig hell; bei Dardoinella alle Füsse braun und hellgelblich gefleckt. 

Die breiten Vorderflügel sind am Vorderrande viel stärker bauchig als 
bei Dardoinella und bilden eine deutlichere Spitze. Auf der grau weisslich en 
Grundfarbe ist eine ziemliche Menge schwärzlicher Schuppen gestreut, die zu 
welligen unterbrochenen Querstreifen zusammei fliessen. Weit hinter der Mitte, 
näher dem Vorder- als dem Innenrande, liegt ein schwärzliches Fleckchen. Die 
Fransen sind auf der Wurzelhälfte weissgrau, dann dunkel. 

17* 



132 Josef Mann. — In der Umgebung von Livorno gesammelte Schmetterlinge. 

Die Hinterflügel sind spitzer als bei Dardoinella, hellgrau, mit helleren 
gelblich schimmernden Fransen. 

Die ganze Unterseite ist bräunlichgrau mit hellen Fransen und heller 
Aussenhälfte des Vorderrandes der Vorderflügel. 

Der 4 W. Linien lange Raupensack ist cylindrisch mit kleinen Holzstück- 
chen und Pflanzenstengeln von verschiedener Grösse der Länge nach bekleidet; 
nur das Vorder- und Hinterende ist fast frei davon. Nach dem Auskriechen 
des Schmetterlinges ragt die honiggelbe Puppe bis zum Ende der Flügelschei- 
den heraus. — Aus Palermo; in der kaiserlichen Sammlung. 



V. IU IUI IHM V W :l t t II ) I. Irin dl. ■ 1 1 > |.< i I.Iii in .In Salin 138 



lieber die Hypertelie in der Natur. 

Von 

C. Brunner von Wattenwyl. 

(Festrede der Jahres-Sit/.untr dor k. lc. zoolopr -botan. Gesellschaft.) 



Unsere Gesellschaft besteht aus einem Vereine von 700 Männern, welche 
das Gebiet der Thier- und Pflanzenkunde nach allen Richtungen durchforschen: 
die Einen sammeln und vergleichen die Formen und gelangen zu jenen zier- 
lichen Sammlungen, welche die Freude der Specialisten bilden. Andere verfolgen 
mit einer Ausdauer, welche nur allein durch den innern Trieb nach Erkennt- 
niss erklärlich ist, die Entwicklungsgeschichte der Organismen und gelangen zu 
jenen schönen biologischen Resultaten, welche die Schriften unserer Gesellscliaft 
zieren. Andere befassen sich mit dem Studium der geographischen Verbreitung 
und liefern die sorgfältigen Local-Faunen und Floren. Andere endlich stellen 
die Resultate ihrer mühsamen Cabinets-Arbeiten in jenen systematischen Schriften 
zusammen, welche die Etappen in der Geschichte der Naturwissenschaften be- 
zeichnen. 

Welches auch der specielle Zweck eines Jeden sein mag: das Gesammt- 
Besultat der Arbeit ist die Erweiterung der Wissenschaft. 

Jede Epoche der Welt- Geschichte hat ihr speeifisches Merkmal. Die 
unsrige charakterisirt sich durch das Associationswesen. Mit einer bewun- 
dernswürdigen Entwickelung geistiger Thätigkeit entstehen täglich neue Con- 
sortien, deren Ziel allerdings zunächst der lucrative Gewinn ist. Allein abge- 
sehen von dieser, in letzter Linie als Kampf um das Dasein zu qualificirenden 
Thätigkeit, entwickelt sich ein anderes Streben, welches nicht die Erleichterung 
der Existenz sich zur Aufgabe stellt, sondern ein Bedürfniss der Seele zu be- 
friedigen sucht in dem Wissen an und für sich. Ich spreche von jenem 
Drange, den man je nach der hiebei erfolgten Richtung, Aesthetik oder Philo- 
sophie nennt und welcher bei allen Völkern und zu allen Zeiten beobachtet 
wird und sich ebenso in den rohen Graphiten der Knochen- Gerätschaften aus 
der Steinperiode, wie in den periodischen Schriften unserer gelehrten Gesell- 
schaften und in den reichhaltigen Museen aller Art kund gibt. 



134 



C. Brunn* r von Wattenwyl. 



Es sind dies Manifestationen, welche schlechterdings nicht mit irgend 
einem materiellen Nutzen in Verbindung gebracht werden können und sogar 
nur allzuhäufig dem letzteren entgegenwirken. Wie mancher Gelehrter, wie 
mancher Künstler ist in seinem Streben nach dem Wissen und nach dem Schö- 
nen trotz der Mahnung, welche der Kampf um das Dasein an ihn richtet, dem 
materiellen Untergange entgegengeeilt! 

Der Dichter drückt dieses mit den Worten aus: 

„Verbiete du dem Seidenwurm zu spinnen, 
„Wenn er sich schon dem Tode näher spinnt. 
„Das köstlichste GeweV entwickelt er 
„Aus seinem Innersten und lässt nicht ab, 
„Bis er in seinen Sarg sich eingeschlossen." 

Der Naturforscher begnügt sich nicht mit einem dichterischen Abschlüsse. 
Wenn eine Erscheinung mit solcher Hartnäckigkeit sich wiederholt, so ahnt er 
das Vorhandensein eines Gesetzes und ich nehme keinen Anstand nach den 
Betrachtungen, die ich im Folgenden anzudeuten mir erlauben werde, in diesem 
Streben nach Vollkommenheit, welches bei dem Menschen als ein psychisches 
Moment auftritt, ein allgemeines Naturgesetz zu erblicken. 

Die Eigenschaften der Seele, durch welche sich dieser Drang manifestirt, 
sind zunächst Neugierde, dann philosophisches Denken und Handeln und schliess- 
lich jene edle Regung, welche Plato mit Kalokagathie bezeichnete. 

Man kann die ersten Anfänge dieser Erscheinung als vom Kampf um das 
Dasein ausgehend betrachten, allein die Encyklopädie des menschlichen Wissens 
und die gesammte Kunst schiessen weit über dieses Ziel hinaus und wenn man 
hierin ein Naturgesetz erkennt, so muss man dasselbe als Hypertelie be- 
zeichnen. 

Bei den Thieren erkennen wir dieselbe weniger in den psychischen Zu- 
ständen als in der Ausbildung der äussern Form. 

Darwin nimmt für die Erklärung des herrlichen Gefieders vieler Vögel, 
der Farbenpracht der Schmetterlinge und aller jener äusseren Erscheinungen, 
welche zu dem blossen Dasein vollständig entbehrlich sind, die Vortheile für 
die geschlechtliche Bewerbung in Anspruch. Allein schon in dem Umstand, dass 
das Weibchen dem schönen Männchen den Vorzug gibt, liegt die Berechtigung 
zu der Frage, ob diese Vorliebe des Weibchens durch den Kampf um das Da- 
sein erklärt werden kann? Aber abgesehen von dieser Frage lässt die Erklä- 
rung Darwin's uns vollkommen im Stiche, wenn wir die luxuriöse Farben- und 
Formen- Entwicklung jener niedrigen Thiere betrachten, bei welchen eine ge- 
schlechtliche Bewerbung gar nicht stattfindet, wie bei den Kaupen der Schmet- 
terlinge, deren Zeichnung und Färbung irgend so brillant sind wie bei dem 
Argus-Fasane, während sie weder zur Bewerbung verwerthet werden, noch etwa 
als Vorbildung zu dem vollkommenen Insekt betrachtet werden können, indem 
das letztere diese Zierde gar nicht besitzt. Man vergleiche z. B. die Raupen des 
Oleander-Schwärmers oder der Weinschwärmer mit dem vollkommenen Insekt. 



I'ohor 'In« llyporti<lii' in « t « * t Natin 



Ich bin zu der Behauptung geneigt, dass ^ kein anl einer um, I, ,, ni,- 
drigen St ulo stehendes Thier gibt , bei welchem wir nieht eine Form oder eine 
Zeichnung oder Färbung antreffen, welche weder als Frinneruug an die Abstam 
mung DOCh als eine Bedingung der Fxi>tenz iml Ii wendig ist. 

Im Pflanzenreiche siossen wir auf diese Erscheinung in noch auffallen- 
derer Weise. Ich glaube kaum, dass die Botaniker für die luxuriöse Formen- 
uml Farbenpracht der Blüthen irgend einen Causalnexus mit der Au^bildum; 
des Samens aufstellen können. 

In der ganzen Natur linden wir ausser den Manifestationen der Not- 
wendigkeit zum Kampfe um das Dasein das Gepräge der luxuriösen Schönheit 
und ich weiss, da.>s ich mit diesem Ausdrucke den Naturforschern nichts Neues 
sage, allein ich erlaube mir darauf aufmerksam zu inachen, dass diese Aesthetik 
der Schöpfung von dem Standpunkte des Darwinisten nicht anders als eine 
Hvpertelie bezeichnet werden kann. 

Gewiss ist diese ästhetische Tendenz nicht die einzige Manifestation der 
Hvpertelie. Ich halte vielmehr dafür, dass dasjenige, was unseren Sinnen schön 
erscheint, nur eines von vielen Beispielen des Ueberdaszielhinausgehens ist. 

Auch viele geradezu abstossende und unsinnige Formen, wie das Geweihe 
des Hirsch- Schröters, sind ebenso auffallende Formen der allgemeinen Er- 
scheinung. 

Hieher gehört auch die oft ins Kleinliche gehende Symmetrie der Or- 
gane, welche keineswegs zum Kampfe um das Dasein noth wendig ist. 

Ich nehme endlich keinen Anstand, hieher auch die Mimicry, die Nach- 
ahmung oder Wiederholung von Formen und Zeichnungen vollständig fremder 
Gegenstände zu zählen. Man begreift, dass die Form eines dürren Blattes, in 
welcher ein Insekt erscheint, den Zweck des Schutzes gegen die Feinde hat und 
somit aus dem Kampf um da. Dasein hervorgehen kann. Die gleiche Erklärung 
mag nach Bates gelten, wenn ein Schmetterling die Farbe und Gestalt eines 
anderen Thieres annimmt, welches den Feinden des Schmetterlinges wider- 
wärtig ist. Allein es bleibt unerklärlich, warum der Distelfalter auf seinen Hin- 
terflügeln, die Raupe des Wein- und Oleander- Schwärmers am Kopf oder am 
Hinterleib die gleiche Zeichnung trägt wie der Argus-Fasan auf den Federn, 
oder warum europäische Blumen den Schnitt und die Farbe tropischer Schmet- 
terlinge nachahmen. 

Eine allgemeine Erscheinung, welche ich bis jetzt nirgends hervorgeho- 
ben gefunden habe und ebensowohl durch ihre Abnormität wie durch ihre All- 
gemeinheit auffällt, ist der Mangel an Symmetrie und geometrisch richtiger 
Anordnung in den Zeichnungen auf Pflanzen und Thieren. — Wenn in einer 
Zeichnung verschiedene Farben vorkommen, so kann man sicher darauf zählen, 
dass dieselben sehr unsorgfältig abgegrenzt sind. Sind diese Zeichnungen um 
einen Mittelpunkt gruppirt, etwa als Ringe oder als sogenannte Augen, so sind 
ganz gewiss dieselben schlecht centrirt. Man betrachte die Augen der Pfauen- 
federn oder die Flecken eines Tigerfelles. — Am Cap der guten Hoffnung fin- 
det sich eine Mantis: Pseudocreobotra occellata Sew., welche auf den Ober- 



136 



C. Brunner von Wattenwyl. 



flügeln auf grünem Grande einen liclitgelben Ring trägt, der jedoch offen ist, 
indem die beiden Enden etwas neben einander vorbeigehen, wie ein schlecht 
gezeichneter Kreis. Dieser Ring ist äusserlich von einer dick aufgetragenen 
schwarzen Linie begränzt, welche auf der einen Seite innerhalb des Randes des 
gelben Ringes liegt, auf der anderen Seite dagegen weit davon absteht. Im In- 
nern des gelben Ringes findet sich ein grosser schwarzer Flecken, der jedoch 
dem einen Rande des Ringes näher steht als dem andern, so dass die ganze 
schwarze Zeichnung gegenüber der gelben deutlich verschoben ist und das Ganze 
den Eindruck eines recht nachlässig ausgeführten Farbendruckes macht. 

Diese Nonchalance in der Zeichnung, wofür gewiss ein jeder von Ihnen 
in seinem Gebiete eine ganze Reihe von Beispielen aufzuführen im Stande ist, 
fällt um so mehr auf, als wir in Bezug auf Vertheilung der Organe und deren 
Form eine ängstlich beobachtete Symmetrie antreffen. — Die Natur construirt 
die Form mit architektonischer Exactitude, erlaubt sich dagegen in der Fär- 
bung und Zeichnung eine künstlerische Freiheit, welche an Unschönheit grenzt! 

Wir stehen hier vor einer Eigenthümlichkeit des Schüpfungsgedankens, 
die in Folge ihrer Allgemeinheit irgend so wichtig ist als das Gesetz der Not- 
wendigkeit, aber eben weil eine Zweckmässigkeit darin nicht erkannt werden 
kann, als Hypertelie bezeichnet werden muss. 

Erlauben Sie mir die Bedeutung dieser speculativen Betrachtung für die 
praktische Naturforschung zu berühren. 

In den Einleitungen der systematischen Schriften wird stets betont, dass 
die Unterscheidungs-Merkmale vorzugsweise in der Form und Beschaffenheit der 
zu den Lebensfunctionen wesentlichen Organe zu suchen seien. Allein in der 
Praxis wird von dieser Regel Umgang genommen und zwar mit vollem Recht, 
denn jeder Specialist weiss, wie gute Species-Merkmale in der Form der neben- 
sächlichsten Theile gefunden werden. Der Schnitt der Blüthen-Blätter, die 
Anhängsel der Honig-Gefässe sind dem beschreibenden Botaniker wichtiger als 
die Blattstellung und die Beschaffenheit der Wurzel- Schwämmchen und dennoch 
wird der Pflanzen-Physiologe die Bedeutung der letzteren für die Lebensbedin- 
gung unendlich höher anschlagen. — Zwei Insekten-Species unterscheiden sich 
auf den ersten Blick durch die Zahl der farbigen Streifen am Flügel oder durch 
die Form der Flecken am Schenkel, Erscheinungen, welche vom Utilitäts- Stand- 
punkte für das Dasein ganz bedeutungslos sind. 

In den schönen Abhandlungen unserer Gesellschafts- Schriften finde ich 
dass Fach-Autoiitäten das System gewisser Insekten-Familien auf die Form des 
Flügel- Geäders basireu. Die Anwesenheit einer Quer- Ader, die stärkere oder 
schwächere Krümmung derselben sind massgebend für die Classification. Nie- 
mand wird behaupten, dass diese Formen von irgend einer Wesenheit für die 
Lebens-Existenz seien und dennoch ist ihre Heranziehung zur Classification un- 
zweifelhaft ein glücklicher Gedanke, denn es liegt in der Erscheinung eine hart- 
näckige Consequenz. 

Den Entomologen ist es eine geläufige Erscheinung , dass nahe ver- 
wandte Species vollständig ausgebildete und ganz rudimentäre Flügel besitzen 



Vt»hor ili»» nrporf«-lio in «Irr Nnftii 



187 



je nach dem vorhandenen l'edürini^ Halten wir diesem entgegen die Schwei 
fälligkeit, womit dem Seehunde die Fisch-Natur angepasst isl und .Im IHlet 
tantismus, wonach die verkümmerten Küsse den I>iensi von Flossen rertefatfl 
müssen, während gewisse Schmetterlinge ihre Flügel, gewisse (,'icaden die (Je 
stalt der wichtigsten Körnerthcile. wie Kopf nnd Thorax, zu den bizarren Por- 
men am gestalten , die uns so trehTiehe Cnterscheidungs-Merkinale Idol, u 
kommt man /u dem Schlüsse: es gibt gewisse Formen in der Natur, die hei- 
nahe unüberwindlich sind, gegen dieselben kämpft eine Tendenz nach l'oten- 
zirung der Formen, welche keine (irenzen kennt und jene Mannigfaltigkeit er- 
zeugt, die wir uns abmühen in unseren Monographien und Systemen aufzu- 
zählen ! 

Vor wenigen Wochen theilten uns die Botaniker unserer Gesellschaft die 
interessante Beobachtung mit, dass gewisse Herbstpflanzen in Folge des Aus- 
bleibens des Winterfrostes, statt abzusterben, ungewohnte monstruöse Entwick- 
lungen annahmen, welche der Species einen ganz fremden Habitus verleihen, 
deren Gesetze zwar — w r enn ich mich so ausdrücken darf — in der Idee der 
Pflanze gelegen sind, aber unter normalen Verhältnissen nicht zur Manifestation 
gelangen. 

Das Nämliche beobachten wir bei der künstlichen Cultur der Pflanzen. 
Die panaschirten Blätter, die gefüllten Blüthen entstehen nach bestimmten Ge- 
setzen, die in der Pflanze schlummern bis zum Augenblicke, wo eine äussere 
Anregung die Erscheinung erweckt. 

Die Natur hat eine Fülle vou Formen in petto, welche zur Ausführung 
gelangen, sobald die äusseren Bedingungen es gestatten. 

Man gebe einem Unterrichts-Ministerium oder einer Akademie der Wis- 
senschaften die Aufgabe, nach den Gesetzen der Noth wendigkeit und Nützlich- 
keit eine organische Welt zu construiren, so zweifle ich nicht, dass die Mehr- 
zahl der typischen Formen erzeugt würde, allein ich vermuthe, dass eine be- 
trächtliche Zahl von Formen, die wir in der Natur beobachten, nicht zum Vor- 
schein käme, weil das Gesetz der Mannigfaltigkeit ohne Nutzen, der Profusion 
der Formen ohne Nothwendigkeit keine Berücksichtigung fände. 

Es wäre ein Missverständniss, wenn man unter der Hypertelie eine all- 
gemein gehaltene poetische Anwandlung der Natur verstünde. Ich halte viel- 
mehr dafür, dass die luxuriöse Ausschmückung nach bestimmten Gesetzen statt- 
finde, die zierlichen Farben der Schwanzfedern des Argus-Fasans entwickeln 
sich stets nur an bestimmten Stellen und gruppiren sich nach bestimmten Ge- 
setzen. Es ist eine in der Idee des Insekts liegende Nothwendigkeit, dass die 
Raupe des Weinschwärmers das Pfauen-Auge am Kopf, die Raupe des Wolfs- 
milch-Schwärmers dagegen am Hinterleibe trägt, das Gesetz, nach welchem die 
Hypertelie zur Ausführung gelangt, ist eine speeifische Eigenschaft und eben 
darum sind die daraus entlehnten Species-Charaktere vollkommen berechtigt. 
Z. B. Ges. B. XXIQ. Abb.. 18 



138 



C. Brun nervo n Watte nwyl. Ueber die Hypertelie in der Natur. 



Bei einer früheren Gelegenheit*) stickte ich nachzuweisen, dass eine Spe- 
cies, welche durch den Kampf um das Dasein gezwungen ist, ihre Form zu ver- 
ändern, in ein neues Genus übertritt, mit Beibehaltung des Species- Charakters. 
Wodurch aber der letztere bedingt ist, d. h. das Naturgesetz, wonach die Man- 
nigfaltigkeit der Formen entsteht, habe ich damals nicht berührt. 

Ich nehme heute keinen Anstand , den Schlüssel hiezu in der Hypertelie 
zu suchen. Hiedurch bekommen wir folgende Definitionen: 

Das Genus ist der Innbegriff' aller jener Charaktere, welche ein Orga- 
nismus durch die Notwendigkeit annimmt. Die Species dagegen entsteht da- 
durch, dass der Organismus, seiner ideellen Ausbildung nachstrebend , durch 
Hypertelie die Formen potenzirt. 

Die Gesetze, nach welchen die Organismen nach diesen beiden Rich- 
tungen sich umändern, sind allerdings bis jetzt kaum geahnt. Wenn sie ein- 
mal aufgestellt sein werden, so geben sie uns die wissenschaftlichen Anhalts- 
punkte zur Classification nach Genus und Species, eine Eintheilung, welche der- 
malen als eine instinctive der einzelnen Naturforscher bezeichnet werden muss. 

Wenn ich zum Schlüsse die Frage beantworten darf, aus welchem Grunde 
ich diese theoretischen und — ich gestehe es — vorläufig noch hypothetischen 
Betrachtungen einer Versammlung so eminent praktischer Forscher vorlege, so 
liegt die Antwort nahe, weil zur Kritik und Ausbildung der Theorie in erster 
Linie diejenigen Gelehrten berufen sind, welche die Begriffe von Genus und 
Species täglich anwenden. Und wenn vielleicht einzelne meiner Herren Collegen 
die vorstehenden Betrachtungen ganz in das Gebiet der Phantasie verweisen, — 
so gestatten Sie dem Arbeiter auf dem Gebiete der positiven Naturforschung 
einmal im Jahre einen Spielraum für die Phantasie und erlauben Sie mir das 
Streben der Natur nach Vollkommenheit und Schönheit an dem Tage zu be- 
trachten, an welchem wir die auf den gleichen Principien beruhende gedeih- 
liche Entwicklung unserer Gesellschaft feiern! 



*) Verhandl. der zool.-botan. Ges. Bnd. XI. 1861. p. 221. 



Z o o 1 o g i s c h e N o t i z e u. 

Vierte Serie 

von 

Dr. Franz Low. 

Tafel II. C 
(Vorgelegt in der Sitzung vom 7. Mai.) 

/. Asphondylia ononidis n. sp. — Eine neue Ceeidoinyiden-Art. 

Ich habe im Sommer 1872 bei Pressbaum im Wienerwalde eine neue 
GaUmücke entdeckt, deren Beschreibung nach trockenen Exemplaren hier folgt. 

Männchen. — Kopf freistehend, nachhalbkugelig; Netzaugen gross, 
schwarz, schwach irisirend; Stirn braun, behaart; Hinterkopf dicht, grau be- 
haart; Untergesicht und Taster braungelb, dicht behaart; Fühler (Taf. II. 
Fig. 2 u. 3) 3 mm lang, vierzehngliedrig, durch kurze, dichte, angedrückte Be- 
haarung weisslich- schimmernd, die zwei Basalglieder konisch und braun, die 
anderen Fühlerglieder schwarzbraun, cylindrisch, sehr kurz gestielt und alle 
von gleicher Länge; Thorax massig gewölbt, Kückenschild fast kahl, aschgrau, 
mit zwei schmalen, schwärzlich punktirten Längsfurchen, welche eine massig 
lange, dichte, weisse Behaarung haben und von hinten etwas divergirend gegen 
beide Seiten des Kopfes verlaufen; Vorderbrust, Schultern und Seiten des 
Thorax röthlichgelb, letztere stark behaart; Schildchen wulstförmig, braun und 
mit weissen Haaren besetzt; Brust rothbraun; Flügel (Taf. II, Fig. 1) oval, 
3V2 mm lang und V/ 2 — 2 mm breit, am Hinterrande, nahe der Wurzel, fast recht- 
winkelig bis zur halben Flügelbreite ausgeschnitten, bräunlichgrau getrübt, leb- 
haft irisirend, mit zahlreichen braunen, anliegenden Härchen beiderseits besetzt, 
am Vorderrande mit sehr kurzer, fast anliegender Behaarung, am Hinterrande 
mit längeren, gerade abstehenden, dichten, dunkelgrauen Fransen; Flügel- 
adern braun, alle sehr deutlich, die erste Läugsader, welche etwas innerhalb 
der Flügelmitte in die Vorderrandader mündet, liegt sehr nahe an dieser, die 
dritte Längsader entspringt kurz ausserhalb des Flügeldornes aus der ersten, 
ist fast gerade und mündet in die Flügelspitze, die fünfte Längsader spaltet 
sich in der halben Flügellänge, in gerader Richtung hinter der Einmündungs- 

18* 



140 



Dr. Franz Low. 



stelle der ersten Längsader in die Vorderrandader, in eine mit zwei deutlichen 
gebogenen Zinken in den Hinterrand mündende Gabel, die kleine Querader (im 
Sinne Schiner's) zwischen der dritten und fünften Längsader sehr schief, ganz 
nahe hinter dem Flügeldorne. Zwischen der dritten und fünften Längsader, 
sehr nahe an letzterer und deren vorderer Gabelzinke läuft fast von der Flügel- 
wurzel aus eine sehr auffällige, aderartige Falte bis zum Hinterrande des 
Flügels ; Schwinger braungelb mit dunklerem Stiele ; Beine lang , schlank, 
durchaus fast gleich dick, unbe wehrt, Schenkel gelbbräunlich und sowie die 
schwarzbraunen Schienen und Tarsen durch kurze, dichte, angedrückte Be- 
haarung weisslich schimmernd; Hinterleib braun, unten dichter als oben gelblich 
behaart, die Hinterränder der Leibesringe grau schimmernd; Haltzange sehr klein. 
Länge des Männchens 3— 3V2 mm - 

Weibchen. — Die Färbung ist im Ganzen kaum etwas lichter als die 
des Männchens. Die Fühler sind ebenfalls vierzehngliedrig, jedoch kürzer als 
beim Männchen, was darin seinen Grund hat, dass die Glieder gegen die 
Fühlerspitze zu immer kleiner werden und zuletzt sogar rudimentär sind. Die 
Legeröhre ist cylindrisch, ziemlich lang, bräunlichroth, der Legestachel borsten- 
förmig, weit vorstreckbar, braun. Alles übrige wie beim Männchen. 

Länge des Weibchens 3y 3 — 4 mm . 

Puppe (Taf. II, Fig. 5 u. 6). — Die Mumienpuppe ist 3 mm lang, glän- 
zend, lichtbraun, am Rücken dunkler. Von jedem der sieben letzten Hinter- 
leibssegmente sind die zwei vorderen Drittel der Rückenfläche mit zahlreichen, 
kurzen, dunkelbraunen, nach rückwärts gerichteten Dörnchen besetzt, deren 
Hinterste auf jedem Segmente eine gerade Querlinie bilden. Auf der Bauch- 
seite liegen die Scheiden für die drei Paar Beine parallel nebeneinander und 
zwar reichen die der Vorderbeine bis zum zweiten Drittel, die der Mittelbeine 
bis zur Mitte des vierten und die Hinterbeine bis über den Vorderrand des 
fünften Hinterleibssegmentes hinaus. Mitten auf dem Scheitel stehen zwei 
stärkere, dunkelbraune, gerade nach vorn gerichtete Dorne dicht neben einander, 
welche der Puppe zum Durchbohren der Gallenwand dienen. 

Larve. — Die Larve ist im ausgewachsenen Zustande 4 mm lang, gelb- 
lichweiss und lebt einzeln in Gallen auf dem Hauhechel (Ononis spinosa L.). 

Galle (Taf. H, Fig. 4). — Die Galle, welche immer an den Spitzen 
der kurzen Seitenzweige von Ononis spinosa L. sitzt, oder vielmehr die Spitzen 
dieser Seitenzweige bildet, ist 5 — 7 mm lang, 2 — S™ 111 breit, länglich-rund, auf der 
einen Seite etwas bauchig, von derselben grünen Farbe, wie die Blätter der Nähr- 
pflanze, unbehaart, auf der Oberfläche etwas rauh und mit einigen aderartigen 
Erhabenheiten versehen, und trägt an der Spitze stets ein kleines Blättchen. Die 
Verpuppung geschieht in der Galle, das Ausschlüpfen der Imago aber ausserhalb 
derselben, indem nämlich die Puppe vorher die Gallenwand durchbohrt, und 
zur Hälfte aus der Galle herauskriecht. 

Vorkommen. — Diese Asphondylia- Art kommt im Wienerwalde auf 
solchen (meist mageren) Wiesen vor, welche nicht, oder erst im August ab- 
gemäht werden. Ihre Gallen findet man von Mitte Juni an bis zum October. 



ZooloifiM« litt N(.ti/..MI 



III 



Die Gallmüeke erscheint schon Anfangs Juli und liiert Iiis in «Im S«>|.l •■mlicr. 
Durch den ganzen Sommer tri ilt man Gallen, aus welchen die Exitfitn dfl 
Puppen herantragen, neben noch undurchbohrten an. Diese Cecidomyidi i t 
sehr leicht zu ziehen. Bis jetzt erhielt ich z wei Arten parasitische! Hymenoptem 
aus den Gallen derselben. 

Ii. Trioza fLa/vipennis, Fürst. 

Im Frühlinge und Sommer des Jahres 1872 hatte ich neuerdings Ge- 
legenheit die Metamorphose und Lebensweise von Trioza /hin ')><■, ini< Fürst, 
beobachten zu können und indem ich das Resultat meiner diessfälligen Beob- 
achtungen hier mittheile, ergänze ich dadurch zugleich das in meinen 
„Zoologischen Notizen"*) über diesen Blattspringer bereits publicirte. Auf 
einer Wiese, die sich vom vorderen Sattelberge in Pressbaum ziemlich steil 
nach Westen in das Pfalzauthal senkt und ziemlich mageren Graswuchs hat, 
fand ich in der zweiten Hälfte des Monates Mai fast an jedem Exemplare des 
hier reichlich wachsenden Hieracium Pilosella, L. und auch an mehreren Exem- 
plaren von Hieracium pratense, Tsch. einige Blätter mit Triozalarven dicht 
besetzt. 

Am 3. Juni sammelte ich von beiden Pflanzen solche Blätter, auf denen 
die Larven grösstenteils schon in Nymphen verwandelt waren, und erhielt nach 
einigen Tagen schon die Imagines, welche bei vergleichender Untersuchung als 
von beiden Hieracien ganz gleich und mit der im Jahre 1869 im Juli von mir in 
derselben Gegend auf den Blättern von Lactuca muralis, Don. gefundenen 
Trioza fkmpennis, Forst, vollkommen übereinstimmend sich ergaben, nur zeigten 
die von H. Pilosella stammenden Individuen eine im Ganzen etwas dunklere 
Färbung. 

Es sind daher ausser der Lactuca muralis die beiden genannten Hiera- 
cien gleichfalls Futterpflanzen dieses Blattspringers, aber die Art und Weise, 
wie die Blätter derselben von den Larven besetzt werden, ist eine andere als 
bei erwähnter Lactuca. Während nämlich bei Lactuca muralis die Triozalarven 
sich blos auf der Unterseite der Blätter festsaugen und dadurch eine sehr 
starke Einrollung der leierförmig-fiederspaltigen Blätter dieser Pflanze erfolgt, 
die oft die Gestalt eines kugeligen Klumpens annehmen, werden die Blätter 
der beiden genannten Hieracien nur auf ihrer Oberseite von diesen Larven 
besetzt und missstalten sich, indem sie tief kahnförmig werden oder sich derart 
schlauchförmig zusammenbiegen, dass ihre Ränder sich ober der mittleren 
Blattrippe berühren. Da die beiden in Rede stehenden Hieracien zu jenen 
Pflanzen zählen, deren Wurzelblätter sich rosettenförmig flach auf den Boden 
legen, so ist die Folge einer Besetzung dieser Blätter auf ihrer Oberseite durch 
Triozalarven, dass sie sich vom Boden immer mehr erheben oder vielmehr 



*) Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Ges. Bd. XXI. 1871. Zoologische Notizen III. Serie IL, 
pag. 843. 



142 



Dr. Franz L ö w. 



nicht auf denselben legen und man findet auch in der That alle diese Blätter 
fast senkrecht stehend. 

Hiedurch sind sie nicht nur vor Ueberlagerung, Bedeckung und Be- 
schattung durch Blätter derselben oder einer anderen Pflanze gesichert, sondern 
auch gegen das Ansammeln von Regen- und Thauvvasser auf den Blattflächen 
geschützt. 

Die an den von Triozalarven besetzten Blättern der L. muralis wahr- 
genommene Verfärbung findet bei den Hieracium - Blättern nicht statt, was 
seinen Grund vielleicht darin hat, dass bei den Hieracien stets nur die inneren 
oder sogenannten Herzblätter, mithin die jüngsten Blätter von den Larven 
befallen werden, während es bei Lactuca die unteren Stengelblätter, also die 
älteren sind, die diese Thiere als Nahrungsplatz wählen und welche sich auch 
ohne von Larven besetzt zu sein, nach und nach verfärben. 

Die sonstigen Veränderungen an den Hieracium-Blättern , nämlich die 
Grübchen, in denen die Larven sitzen, einerseits und die entsprechenden Er- 
habenheiten andererseits, sind dieselben wie an den Blättern von Lactuca. 

Auf meinen Spaziergängen in der Umgebung von Pressbaum und Pfalzau 
traf ich noch an einigen anderen Stellen dieses herrlichen Wienerwaldgebietes 
die Trioza flavipennis an. Es waren diess aber immer nur entweder magere, 
mit genannten Hieracien bewachsene Flecken auf Bergwiesen oder lichte 
Waldsäume und andere lichte Waldstellen, auf denen Lactuca muralis häufig 
wächst. 

Das Auftreten von Imagines dieses Blattspringers in den ersten Tagen 
des Monates Juni spricht für eine in Bezug auf die Gegend ziemlich frühzeitige 
Entwicklung der Larven aus den Eiern, die mindestens in die ersten Tage des 
Mai oder noch in den April zu fallen scheint. Von dieser Zeit an trifft man 
bis Mitte August (in günstigen Jahren vielleicht noch länger) diese Trioza in 
allen Entwicklungsstadien an, woraus sich nicht nur auf eine unregelmässige 
Entwicklung dieser Thiere, sondern auch auf eine mehrfache Generation der- 
selben in der Zeit von Mai bis September schliessen lässt. 

Diese Trioza tritt in der genannten Gegend in ziemlich grosser Indivi- 
duenzahl auf. 

Es ist hier der Ort, um zwei Angaben zu berichtigen, welche in meiner 
(1. c.) gegebenen Beschreibung der Larve und Nymphe dieses Blattspringers 
unrichtig sind. Es besteht nämlich der Hinterleib sowohl bei der Larve als 
auch bei der Nymphe nicht aus fünf, sondern aus sieben Segmenten, und der 
Körper der Nymphe (Taf. II. Fig. 7 u. 8) ist ebenso wie bei der Larve am ganzen 
Rande mit langen, weissen, haarartigen Wachsabsonderungen geziert. 

Während sich diese Abhandlung schon unter der Presse befand, hatte ich 
Gelegenheit, noch folgende Beobachtungen über Trioza flavipennis zu machen. 

Am 4. Mai d. J. fand ich auf denselben Wiesenstellen bei Pressbaum, 
welche ich, wie oben erwähnt, im vorigen Jahre untersucht hatte, auf den noch 
zarten Blättern von Hieracium Pilosella nnd H. pratense Eier, am 11. Mai neben 
diesen Eiern bereits Larven und am 14. Mai auf einem mit zahlreichen Eiern 



Eooloffl < ii<. Noti/.M, 



1 r: 



besetzten Matte von //. Viloulln auch .in überwinterte Weibchen vmi 'Dm t , 
flavipemiis, welches eine auffallend dunklere Färbung zeigte, ,il die im vorigen 
Sommer gesammelten Individuen dieser Art. 

Die Kier sind ziemlich gross, fast Vi"""- lang, spitzeiformig, glatt, glänzend, 
von bräunliehgelber Farbe, an dem einen sehr stumpfen, abgerundeten Knde 
orangegelb und undurchsichtig, an dein anderen sehr spitzen Knde blassgelblich 
und fast durchscheinend. Sie liegen zerstreut auf der (»beiseite der Mütter in 
(irübehen, in denen sie mittelst einer vom Weibehen abgesonderten Substanz 
nahe ihrem stumpfen Knde an einem I 'unkte liefest igt sind. 

Die jungen Larven sind vollkommen elliptisch, sehr flachgedrückt, am 
ganzen Körperrande bereits mit langen, weissen, haarartigen Wachsabsonderungen 
besetzt, von blassgelblicher Farbe und ihr Kopf betrügt fast ein Drittel der 
ganzen Leibeslänge. 

Die überwinterten Weibchen sind mit Ausnahme der Fühler, Flügel, 
Schienen und Tarsen von dunkelblutrother Farbe, welche nur am Kopfe, an den 
Seiten und Einschnitten des Hinterleibes heller erscheint. Auch die Flügel zeigen 
eine dunklere gelbliche Tinginnig als bei den nicht überwinterten Weibchen. 

Ob nur befruchtete Weibchen überwintern oder ob Männchen und Weibchen 
überwintern, ist mir nicht möglich zu entscheiden, das erstere ist das Wahr- 
scheinlichere. 

III. Hydrotaea irritans, Fall. 

Ich habe Ende April 1859 in einem hiesigen Garten in der Erde eine 
Tonnenpuppe gefundeu, aus welcher sich am 23. Mai eine Fliege entwickelte, 
welche Herr Dr. Schiner als Hydrotaea irritans bestimmte. Ich gebe im Fol- 
genden die Beschreibung dieser Puppe, von welcher mein Freund Herr 
Dr. Friedrich Brauer eine Abbildung auszuführen die Güte hatte. 

Diese Anthomyzinen-Puppe (Taf. IL, Fig. 9 u. 10) ist 6V2 mm lang, an 
ihrer breitesten Stelle, d. i. am fünften Segmente 2 mm breit, wie alle Tonnen- 
puppen zwölfringelig, auf ihrer Oberfläche ziemlich glatt, unbewehrt, nicht 
glänzend , von röthlieh- gelbbrauner Farbe und springt beim Ausschlüpfen der 
Imago in der Mitte des vierten Segmentes mit zwei Deckeln, einem Ober- und 
Unterdeckel, auf. 

Am meisten fällt diese Puppe durch die Bildung ihrer Vorderstigmen 
auf. Diese bilden nämlich zwei kurze, nach aussen und vorn gebogene, glatte, 
glänzend- schwarze, fast gleich dicke, gegen ihre stumpfe Spitze zu nur wenig 
verschmälerte Hörnchen, welche zwischen dem vierten und fünften Segmente, auf 
der Rückenseite sehr nahe dem Seitenrande stehen. 

Die Hinterstigmen sitzen auf der oberen Hälfte des letzten Segmentes 
und bilden zwei sehr Meine, fast kreisrunde, dunkelrothbraune , nur wenig 
erhabene Höckerchen. Das erste, zweite und letzte Segment der Puppe sind sehr 
undeutlich. 



144 



Dr. Franz Low. Zoologische Notizen. 



Das Vorkommen der Puppe von 
entspricht der Angabe Schiner's, dass 
dünger und faulenden vegetabilischen 



Hydrotaea irritans Fall, in Gartenerde 
die Larven der Hydrotaea-Arten in Kuh- 
Stoffen leben. 



Erklärung der Abbildungen. 

Tafel H. C. 



Fig. 


1. 


Ein Flügel von Asphondylia ononidis n. sp. 




2. 


Ein männlicher Fühler derselben Art. 




3. 


Die drei letzten Glieder desselben Fühlers. 


rt 


4. 


Die Gallen von Asphondylia ononidis (natürliche Grösse). 


ii 


5. 


Die Puppe dieser Art von unten gesehen. 


)i 


6. 


Dieselbe von oben gesehen. 


V 


7. 


Die Nymphe von Trioza flavipennis Forst, von oben gesehen. 




8. 


Dieselbe von unten gesehen. 




9. 


Die Puppe von Hydrotaea irritans Fall, ohne Ober- und Unterdeckel, 






von der Seite gesehen. 




10. 


Dieselbe sammt dem Unterdeckel von oben gesehen. 



Mit Ausnahme der Fig. 4 sind alle übrigen in sehr vergrössertem Mass- 
stabe gezeichnet. 



Seltsame Geschichte eines Tagfalters. 

Von 

Samuel B. Scudder. 

Aus dem American Naturalist, September, Vol. VI. 1872, übersetzt und mit 
Bemerkungen versehen von Dr. Ad. Speyer in Rhoden. 

(Vorgelegt in der Sitzung am 2. April 1873.) 



Unter allen amerikanischen Tagfaltern hat Brentlm (Argynnis) Bellona 
die sonderbarste Geschichte. Jedermann weiss , dass die Schmetterlinge ver- 
schiedene Entwicklungsstufen durchlaufen, durch Ei, Raupe und Puppe zum 
Falter — ein Cyclus von Verwandlungen, welche einander mit vollkommener 
Gleichförmigkeit von Jahr zu Jahr folgen; nicht minder ist es den Meisten, 
welche diese Blätter lesen, bekannt, dass viele Schmetterlinge diesen Cyclus 
zwei, ja drei Mal im Jahre durchlaufen, während andere wieder „einbrütig 
(single-brooded) u sind. AVenn jemand behaupten wollte, Brenthis Bellona sei 
einbrütig, so würden die meisten, wenn nicht alle, Beobachter dies für einen 
Irrthum erklären; erscheinen nicht Falter dieser Species, frisch aus der Puppe, 
Ende Mai, wieder im Juli und sogar nochmals im September? — richtig, und 
doch ist das Insect im eigentlichen Sinne einbrütig. 

In dieser Gattung — wenigstens bei B. Bellona und B. Myrina — be- 
gegnen wir einer, soweit mir bekannt, unter den Schmetterlingen einzig da- 
stehenden Erscheinung: es existiren nämlich zwei Gruppen (sets) von Individuen, 
von denen jede ihrem eigenen Metamorphosencyclus folgt, und sich dabei allem 
Anschein nach so wenig um die andere Gruppe kümmert, als wäre diese eine 
verschiedene Species; jede Gruppe hat ihre eigenen, bestimmten Flugzeiten 
(seasons) und veranlasst auf diese Weise den Schein zweier oder dreier auf ein- 
ander folgenden „Brüten" im Laufe des Jahres. 

Am wahren Ende der Flugzeit findet man diesen Falter Eier legend, 
welche in wenigen Tagen ausschlüpfen; die Räupchen verweigern, nachdem 
sie ihre Eierschalen verzehrt haben, weitere Nahrung und überwintern ohne 
Zweifel in diesem Zustande — was fast dasselbe bedeutet, als wären sie im Ei 
geblieben; denn Schmetterlings-Eier kann man mitten im Winter in fast allen 
Entwicklungsstadien finden , je nach der Species. Diese jungen Larven reprä- 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abb.. 19 



146 



Samuel H. Scudder. 



sentiren den winteilichen Zustand einer der beiden vorgedachten Individuen- 
Gruppen, wir wollen diese die Sommer-Serie (aestival series) nennen; denn 
um das Ende des folgenden Juni sind die Raupen erwachsen, verpuppen sich 
und erscheinen als Falter gegen Mitte Juli; diess sind die Falter des Hoch- 
sommers, deren Flugzeit sich bis Ende September erstreckt. Bei diesem 
Schmetterlinge sind die Eier beim Ausschlüpfen des Weibchens völlig unent- 
wickelt und werden bei der Sommerserie nicht vor dem September abgesetzt; 
sie entwickeln sich innerhalb fünf bis neun Tagen und die jungen Raupen gehen 
dann, wie oben erwähnt, unmittelbar in einen Zustand von Hibernation über, 
mit einer einfachen Generation den Kreislauf der Jahres-Metamorphosen vollen- 
dend. Diese Entwicklungsgeschichte ist völlig der der in Neu- England vor- 
kommenden Argynnis - Arten ähnlich , welche sämmtlich einbrütig sind , im 
Vorsommer erscheinen, ihre Eier zu Anfang des Herbstes legen und als junge 
Raupen überwintern. Diesen aber fehlt jene zweite Series von Individuen, welche 
eine so auffallende Erscheinung in der Naturgeschichte einiger unserer ein- 
heimischen Brenthis-Arten bildet. 

Diese zweite Individuen -Gruppe, welche wir, im Gegensatz zu der Sommer- 
Serie, die Frühlings-Serie nennen wollen, überwintert im Zustande der 
halberwachsenen Raupe und gibt der am zeitigsten erscheinenden Falter- 
brut den Ursprung. Diese erscheint um die Mitte des Mai, gelegentlich auch 
wohl etwas früher; häufig werden diese Falter aber kaum vor dem Ende des 
Monats und sind so langlebig wie ihre Genossen von der Sommerserie. Sie 
legen ihre Eier nicht vor Ende Juli und Anfang August — gerade zu der 
Zeit, wo die Falter der Sommerserie angefangen haben häufig zu werden. Die 
Eier entwickeln sich und die Raupen wachsen, wie gewöhnlich, ein paar Wochen 
lang und häuten sich zweimal. Von da ab entwickeln sich die Raupen nicht 
auf gleiche Weise. Einige schreiten auf dem Wege fort, der der naturgemässe 
scheint: wir wollen sie zunächst auf demselben begleiten — um zu sehen, dass 
er zu ihrem Untergange fühlt! Sie fressen als Raupen, schlafen als Puppen 
und erscheinen im September als Falter, fröhlich und wohlgemuth — aber 
verdammt zu einem vorzeitigen Ende. Ihre Schwestern von der Sommerserie 
sind emsig mit Eierlegen, zur Erhaltung der Race, beschäftigt*), ihnen aber ist 
diese Gnade versagt: die kalten Herbststürme fegen sie hinweg, noch ehe die 
Eier ihrer Ovarien halbentwickelt sind. Es ist in der Tbat eine vergebliche 
Anstrengung der Natur, eine zweite Generation zu entwickeln, die in einem süd- 
licheren Klima mit längerer Dauer der günstigen Jahreszeit des entsprechenden 
Erfolgs nicht ermangelt haben würde. 

Aber wir haben gesagt, dass diess die Geschichte nur Einzelner sei; und 
diess Factum erweist sich in der Erhaltung der Frühlingsserie. Mitte August, 
während das Wetter ruhig und heiss ist, hört ein Theil der bis zur halben 
Grösse herangewachsenen Raupen plötzlich auf zu fressen und fällt in einen 



*) Denn das Sommer-Phänomen wiederholt sich nun in umgekehrter Weise : die eine 
Serie legt Eier, die andere schlüpft ans der Puppe. 



-M'ltM.'lMI.« lil'HOMtktl ' "!'<> T*tff.4ltf«r»> 



147 



lethargischen Zustand. Etwas Sehnliches . wenn wir den Beobachtungen Vi n 
Jonci-'s, wie sie Doubleday mittheilt , trauen dürfen, ist l»>i i-iiL-r rump.ii <hen 
Art dieser (iuttun^ bemerkt worden, nur früher im .lalirc, wo es, soweit wir zu 
sehen vermögen, noch anerklärlicher, weil weniger nothwendig erscheint „Ei 
war ihm gelungen," sagt Hr. Doubleday, .einige Eier dieser Species (B. 
Euphrost/ne), welche etwa Mitte Mai gelegt waren, zu erhalten. Kr tut t . rt . 
die denselben entschlüpften Kaupelten bis Ende Juni, wo sie sämmtlich in einen 
Zustand völliger Torpidität verfielen und, der Mehrzahl nach, bis zum folgenden 
Frühling in demselben verharrten. Im August aber erwachte ein Theil derselben 
aus seinem Schlafe, frass mit Gier, häutete sich zweimal, verpuppte sich und 
gab nach wenigen Tagen die Falter. Die andern fingen erst zu Ende des fol- 
genden Februars wieder an zu fressen, häuteten sich zweimal, verpuppten sich 
nach der ersten Woche des April und lieferten die Schmetterlinge zur gewöhn- 
lichen Zeit." Diesem Berieht zufolge legen die Falter ihre Eier bei ihrem 
ersten Erscheinen; entweder also weichen sie in toto von ihren amerikanischen 
Verwandten ab, oder es ist ein Irrthum in dieser Angabe. Der lethargische 
Zustand, in welchen unsere Augustraupen zuweilen verfallen, möchte vielleicht 
besser als vorzeitige Ueberwinterung bezeichnet werden, denn sie erwachen aus 
demselben nicht vor dem folgenden Frühling, nehmen dann den der Frühlings- 
serie eigentümlichen Verwandlungscyclus wieder auf und erhalten durch diese 
ungewöhnliche Sitte dauernd ihre Entwicklungsgeschichte. 

Wir haben hier also zwei von einander unabhängige Reihen bei derselben 
Species, deren jede einbrütig ist, von denen die eine aber den unabänderlich 
misslingenden Versuch zu einer zweiten Generation macht. Der Schmetterling 
wird deshalb als „einbrütig" im eigentlichen Sinne anzusehen sein, weicht aber 
dadurch erheblich von andern einbrütigen Tagfaltern ab, dass er drei verschie- 
dene Erscheinungen der letzten Entwicklungsstufe zeigt. Ob durch irgend 
welche lethargische Laune die Raupen der beiden Serien jemals dazu gelangen, 
ihre Kräfte zu vereinigen und mit einer synchronistischen und parallelen Ent- 
wicklung abzuschliessen, lässt sich für jetzt nicht beurtheilen. Aber dass das 
Blut beider Serien sich jemals, durch Verbindung des vollkommenen Insects, 
vermischen werde, ist sehr unwahrscheinlich, weil, obgleich die Generationen 
übereinander greifen, die Männchen jeder Brut die ersten sind, welche ver- 
schwinden, die Weibchen die letzten, welche erscheinen, im besten Falle also 
nur wenige zu einer Verbindung gelangen könnten. Obendrein würde die Wirkung 
einer solchen Verbindung fraglich sein, da die Eier der frisch ausgeschlüpften 
Weibchen Wochen, ja Monate lang unvollständig entwickelt bleiben. Existirt 
nun aber keine Verbindung zwischen den beiden Serien, dann sind die Früh- 
lings- und Sommergruppen thatsächlich so geschieden von einander, wie zwei 
besondere Arten! Die Natur strebt nach Herstellung einer doppelten Generation 
bei der Frühlingsserie: dürfen wir nicht annehmen, dass sie bereits einen be- 
trächtlichen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Entwicklung einer neuen Species 
dadurch gemacht hat, dass sie überhaupt eine Frühlingsserie hervorbrachte? 
Ueberdenken wir die Geschichte verschiedener Species desselben Genus oder 

19* 



148 



S amuel H. S c udder. 



selbst verwandter Genera von Schmetterlingen, und wir werden eine bemerkens- 
werthe Aehnlichkeit in derselben finden — Spuren eines Gesetzes der Einheit 
in Sitten und Erscheinungsepochen, nicht minder ausgesprochen als das der Ein- 
heit in Farbe und Körperbau, und sich nicht nur auf die Zahl der Brüten, 
sondern auch auf deren Flugzeiten (seasons) erstreckend. In der Sommerserie 
von Brenthis finden wir in der That etwas sehr Aehnliches von dem, was bei 
Argynnis vorkommt, und diese muss deshalb als die normale Serie betrachtet 
werden ; aber als Zugabe haben wir hier noch eine zweite Gruppe von Individuen, 
die eine völlig gesonderte Flugzeit festhalten, auf andere Weise (Lethargie oder 
vorzeitige Hibernation) den Winter durchleben und sogar eine weitere Gene- 
ration anstreben — mithin eine Differenz erkennen lassen, wie sie sonst ziemlich 
weit auseinander liegende Gattungen kennzeichnet. Werden nicht die Herren 
Cope und Hyatt diess als einen neuen Beweis zu Gunsten ihrer Theorien 
vom Ursprünge der Arten beanspruchen? 

Ob irgendwie in Farbe oder Structur Frühlings- und Sommerserie Unter- 
schiede zeigen, kann ich nicht sagen und muss es denen überlassen, welche 
Gelegenheit haben, das Insect im Freien zu beobachten. Es ist das eine der 
Beachtung werthe Frage, da die Frühlings- und Herbstgenerationen der Tag- 
falter oft so merkliche Verschiedenheiten zeigen, dass man sie als besondere 
Arten beschrieben bat. 

Vielleicht wird Mancher die Frage aufwerfen, ob diese verschiedenen 
Erscheinungen des Falters nicht durch die Annahme einer einfachen (single) 
Serie von Individuen erklärt werden können, mit Lethargie Seitens der Raupe, 
wie bei der europäischen Euphrosyne. Sicherlich nicht, denn wir haben bei 
unserem Falter drei Erscheinungen statt zweier, und zweimaliges Eierlegen, statt 
eines einmaligen. Ausserdem ist die Thatsache genügend festgestellt, dass 
einige von den Raupen der Frühlingsserie nach einer Periode von Lethargie 
halberwachsen überwintern und dass die Sommerserie den Winter nur als eben 
ausgeschlüpfte Räupchen verleben kann. Ebenso ist es mit der Periode des 
Eierlegens. Da diese Thatsachen zugestanden werden und es allen Beobachtern 
bekannt ist, dass die Falter zu den angegebenen Zeiten erscheinen, so scheint 
jede andere Erklärung unmöglich. 

Bei allen mehrbrütigen Schmetterlingen mit, der geographischen Breite 
nach, weit ausgedehntem Verbreitungsbezirk wechselt die Zahl der Generationen 
mit der Länge der warmen Jahreszeit. Es ist mir nicht bekannt, ob die Art 
und Weise dieser Variation jemals zum Gegenstand des Studiums gemacht 
worden ist. Sind die Wechsel plötzlich oder allmälig? und schliessen sie, wie 
bei Brenthis Bellona, eine Art von Nachlass der Energie Seitens der Natur in 
sich? Eine kurze Erwägung wird darthun, was das Resultat bei unserer Species 
sein würde: wäre die günstige Jahreszeit so lang, dass die zweite Brut der 
Frühlingsserie Eier legen könnte, so würden diese sofort auskriechen, denn da 
ihre normale Entwicklungsperiode oft nur fünf Tage beträgt, so würde das 
Wetter, welches den Falter zum Eierlegen treiben kann, auch genügen, den 
Embryo zur Reife zu bringen. Die Raupen würden dann zur Ueber Winterung 



■4><H „imo < Jt'K. h f Ii t .« mim« T.th'f.ilt.w •« 



gezwungen sein, wie »Ii»' der Soinmerserie, und im nächsten Jahre daran Mit 
glieder werden; während die Frühlingsseric vermittelst derjenigen Raupen Ihrer 
ersten Unit erhalten bleiben würde, welche im vorigen Jahre in vorzeitigen 
Winterschlaf gefallen waren. So würde die Series des Frühlings fortwährend 
jene des Sommers bereichern, indess keinen grösseren Verlust dadurch erleiden, 
als ihn unter den bestehenden Verhältnissen die thatsächliche Unfruchtbarkeit 
der Septemberfalter herbeifahrt Sie würde Keiner Vermischung ihres Blui mit 
dem der Sommerserie unterworfen sein und keine aus ihrer [solirung entspiin 
gende etwaige Abänderung im Hau vom normalen Typus der Speeles einbfie en 
Wäre die günstige «Jahreszeit (season) noch länger, so würde die Frühlingsserie 
ioppelbrütig und unabhängig werden, da dann die Raupen Zeit haben würden, 
ihre halbe Grösse vor der Ueberwinterung zu erreichen; die Neigung zur 
Lethargie würde nur bei der Sommerserie bestehen bleiben, welche nun vermuth- 
lich in die Stellung eingetreten wäre, die anfänglich unsere Frühlingsserie 
behauptete. 

Nehmen wir dagegen eine verkürzte Dauer der günstigen Jahreszeit an, 
wie sie in der That einigen Theilen des Verbreitungsbezirks von Brenthü 
Bello na zukommt, so würde unzweifelhaft die erste Veränderung darin bestehen, 
dass die Septemberfalter vollständig verschwinden und alle Raupen halberwachsen 
überwinterten. Diess ist wahrscheinlich der thatsächliche Stand der Dinge in den 
kälteren Theilen von Cauada. Aber "wie die weiteren Rückschritte bis zu dem 
Einfachen Zustande von Argynnis sich gestalten würden — das heisst, bis zum 
gänzlichen Verschwinden der Frühlingsserie — ist schwer zu errathen, oline 
unsicheren Boden zu betreten. Ueberlassen wir das der künftigen Enthüllung 
analoger Erscheinungen. 

Mentone in Frankreich, April 1872. 

Anmerkung. (Briefliche Mittheilung des Herrn Verfassers, Paris 20. Dec. 
1872.) Hr. Double day fügt seinem Auszuge von Vaudoner's oben erwähnten 
Versuchen folgende Bemerkungen hinzu: „Es würde interessant sein, zu wissen, 
ob die im Herbst ausgeschlüpften Falter Nachkommenschaft haben und, wenn 
dem so ist, deren Geschichte kennen zu lernen. Wahrscheinlich wird sich 
finden, dass die Ovarien der Weibchen unvollkommen entwickelt sind und dass 
sie folglich niemals Eier legen; oder dass sie überwintern und ihre Eier im 
Frühjahre absetzen, wie es die Vanessen thun? 

Seit Veröffentlichung des vorstehenden Aufsatzes liatte ich Gelegenlieit, 
Hrn. Vaudoner's Schrift im Original zu Rathe zu ziehen und finde dieselbe, so 
weit abweichend von Hrn. Doubleday's Auszug, dass dessen Bemerkungen 
unerklärlich werden und eine viel grössere Differenz zwischen der amerika- 
nischen und europäischen Species von Brenthis heraustritt, als anfänglich vor- 
ausgesetzt wurde. Vaudoner's Bericht ist sehr bestimmt — indem das Datum 
jedes Versuchs genau notirt ist. Nach ihm ist Euphrosyne (vermuthlich auch 
Dia) doppelbrütig, sie fliegt im Mai und wieder im Juli— August. Beide Brüten 
legen Eier sehr bald nach ihrem Ausschlüpfen aus der Puppe; die 



150 



Samuel H Scudder. 



Raupen der zweiten Generation sind halberwachsen, wenn der Winter sie zur 
Hibernation zwingt; während die der Frühlingsbrut, wenn sie halbwüchsig sind 
(also im Ueberwinterungsalter) in einen Zustand von Lethargie verfallen, aus 
welchem die meisten erst im folgenden Frühling erwachen; einige wenige jedoch 
fangen wieder an zu fressen und erzeugen die Julifalter. Die Nachkommen- 
schaft beider Brüten vereinigt sich auf solche Weise zur Bildung der Frühlings- 
falter, wenn der gleiche Vorgang sich ferner wiederholt. 

Bemerkungen des üebersetzers. Der vorstehende Aufsatz eines durch 
Scharfsinn und Originalität ausgezeichneten Repräsentanten der amerikanischen 
Entomologie bringt einige so bemerkenswerthe Erscheinungen zu unserer Kennt- 
niss, dass ich nichts Ueberflüssiges damit zu thun geglaubt habe, ihn durch 
eine möglichst wortgetreue Uebersetzung den cisatlantischen Collegen zugänglich 
zu machen. Das Original wird ohne Zweifel nur sehr wenigen von den Lesern 
dieser Zeitschrift zu Händen sein, wie denn schon unser Zeller (Beiträge zur 
Kenntniss der nordamerikan. Nachtfalter. Jahrg. 1872, S. 488 d. V.) über die 
Schwierigkeit, sich die amerikanische Literatur zu verschaffen, sehr berechtigte 
und bei der jetzt jenseits des Oceans sehr regen entomologischen Thätigkeit 
und den tüchtigen Leistungen der Amerikaner doppelt bedauerliche Klage 
führt. Analoge Entwicklungsvorgänge, wie sie Scudder von Brenthis Bellona 
erzählt, sind mir von europäischen Schmetterlingen nicht bekannt. Soweit sie 
mit klimatischen Verhältnissen zusammenhängen, würden sie auch weniger in den 
westlichen und centralen Theilen unseres Welttheils, als im Südosten desselben 
erwartet werden dürfen, dessen Sommer durch längere Dauer, grössere Trocken- 
heit und intensivere Sonnenwirkung dem Continental-Klima der amerikanischen 
Ostküste sich näher anschliessen. 

Das wesentlichste und befremdendste Ergebniss der Beobachtungen unseres 
Verfassers spricht er in dem Satze aus: dass Brenthis Bellona in zwei von ein- 
ander ganz unabhängigen Gruppen existirt, die sich allem Anscheine nach so 
wenig um einander kümmern, als seien sie verschiedene Arten. Damit schiene 
denn allerdings ein neuer Weg zur Speciesbildung angedeutet. Die Verschieden- 
heit der Sitten und Entwicklungsperioden würde kaum ohne Rückwirkung auf 
Farbe und Form bleiben können und einmal entstandene leichte Differenzen 
zwischen den beiden Serien sich allmälig befestigen — vorausgesetzt, dass in 
der That für eine sehr lange Zeit jede Vermischung streng ausgeschlossen 
wäre. Ob diess der Fall sein wird, lässt sich natürlich, wie Scudder selbst 
bemerkt , für jetzt nicht entscheiden. Es ist in dieser Beziehung daran zu 
erinnern,, dass abnorme Witterungsverhältnisse, wie sie doch von Zeit zu Zeit 
immer wiederkehren, in den regelmässigen Entwicklungscyclus modificirend ein- 
greifen, die Flugperioden der beiden Gruppen verschieben, bei der einen vor-, 
bei der anderen zurückrücken könnten und so ihre Vermischung begünstigen. 
Aber auch ohne solche Witterungs-Abnormitäten greifen ja schon die gewöhn- 
lichen Flugzeiten der Frühlings- uni Sommerserie im Juli übereinander. Gegen 
die Mitte dieses Monats erscheinen die Männchen der Sommerserie. Da nun 



SeltHiun« i i.. . In. Iii iikm T iiM ilt.-i 



in Folge der langsamen Reifung ihrer Ovarien Weibchen der Kruhlinu: .in- 
ihre Bier nicht vor Ende Juli oder Anfang August absetzen, so wäre damit die 
Möglichkeit einer Copulation zwischen Frühlingsmännchen and Sommerweibchen 
gegeben man müsste denn annehmen, dass keines der letztern bis tum I i 
scheinen der ersten Somniermännchen unbefriiehtet geblieben sei. Ohdi« Weib 
eben schon bald nach dem Ausschlüpfen die Männchen zulassen, oder ob die 
Begattung erst nach erfolgter Reifung der Eier stattfindet, also gegen das End«- 
der Flugzeit, lässt sich aus Scudder's Mittheilungcn nicht entnehmen. Da die 
Befruchtung der Eier bekanntlich nicht unmittelbar, sondern erst heim Eierlegen 
selbst, aus dem im receptaeulum aufbewahrten Spermo, erfolgt, so scheint es 
für den Erfolg allerdings ziemlich gleichgiltig, ob die Heirath früher oder 
später geschlossen wird. 

Die späte Reifung der Eier in den Ovarien, „die Wochen, ja Monate lang 
nach dem Ausschlüpfen der Weibchen unentwickelt bleiben 1 *, bildet die zweite 
auffällige Erscheinung in der Naturgeschichte von Brenthis Bellona. Es lässt Bich 
bei einem so sorgfältigen und gewissenhaften Beobachter, wie Scudder, nicht 
anders erwarten, als dass seiner Angabe eine genügende Zahl wohlgeprüfter 
Erfahrungen zu Grunde liegt. Nur vermissen wir ungern genauere Mittheilungen 
über diesen Punkt. Ist der Grad der Entwicklung, welchen die Eier unmittel- 
bar nach dem Ausschlüpfen zeigen, bei allen Weibchen derselbe? Welche Unter- 
schiede bestehen zwischen den unreifen und den reifen Eiern? und schreitet 
die Reifung allmälig und gleichmässig, oder mehr sprungweise vorwärts? Hat 
die Begattung darauf einen Einfluss? 

Aus der Analogie, welche die Entwicklungsperioden der Sommerserie 
von Brenthis Bellona mit der der einbrütigen Argynnis- Arten zeigt, folgert 
unser Verfasser, dass diese — die Sommerserie — als die eigentlich normale 
angesehen werden müsse. Wollte man dagegen mehr Gewicht auf die Ent- 
wicklungsgeschichte der europäischen Verwandten legen, so würde man zu 
einem entgegengesetzten Resultate gelangen. Brenthis Bellona ist keiner 
europäischen Art besonders ähnlich, Brenthis Myrina aber (welche dieselbe Ge- 
schichte haben soll) nähert sich unseren europäischen Argynnis Euphrosyne 
und Selene, zumal der letztem so sehr, dass sie wohl als deren transatlantische 
Vertreterin gelten darf. Bei beiden Europäern bilden aber die aus halbwüch- 
sig überwinterten Raupen hervorgegangenen im Mai und Juni fliegenden Falter 
die Hauptmasse und den erhaltenden Stamm der Art. Euphrosyne besitzt in 
unseren Gegenden und wohl überall in Nord- und Mitteldeutschland der Regel nach 
überhaupt gar keine Sommergeneration und wenn einmal, als seltene Ausnahme, 
eine solche auftritt, so besteht sie aus nur vereinzelt fliegenden Exemplaren. 
Erst in südlicheren Gegenden scheint die Sommerbrat regelmässig aufzutreten. 
Selene bringt es zwar aucn bei uns — obgleich ihre Frühlingsbrut um fast 
14 Tage später ausschlüpft , als die von Euphrosyne — so ziemlich in jedem 
Jahre zur Entwicklung einer im August erscheinenden Sommergeneration; aber 
die Zahl dieser Sommerfalter ist um Vieles geringer als die der im Mai und 
Juni fliegenden ersten Brut (von denen sie sich durch geringere Grösse, meist 



152 



Sarauel H. Send der. Seltsame Geschichte eines Tagfalters. 



bleicheres Colorit u. s. w. unterscheiden, so dass ich mich wundere, sie nicht als 
Var. aestiva in den Staudinger'schen Katalog aufgenommen zu sehen). Ob diese 
Augustfalter ihr Geschlecht fortpflanzen, wie nach Vaudoner' s Bericht die 
Euphrosyne, oder ob es ihnen so schlimm ergeht, wie den Herbstfaltern von Bel- 
loua, weiss ich nicht. Doch ist die erstere Annahme wohl die wahrscheinlichere. 

Eine Anzahl Exemplare von BeMona, welche ich der Güte meines Freundes, 
des Herrn 0. von Meske in Albany, verdanke, setzt mich in den Stand, einen 
kleinen Beitrag zur Beantwortung der Frage nach etwaigen Unterschieden zwi- 
schen der Frühlings- und Sommerserie dieses Falters zu geben. Einige derselben 
habe ich leider weggegeben, von den zurückbehaltenen tragen aber drei, zwei 
Männchen und ein Weibchen, Zettelchen mit der Angabe von Ort und Zeit des 
Fanges an der Nadel. Nach Ausweis derselben wurden sie alle an der gleichen 
Localität und in dem gleichen Jahre (Cyderhill 1870) gefangen : das eine 
Männchen am 16. Mai, das andere am 22. Juni, das Weibchen am 14. September. 
Alle sind völlig unversehrt, von frischem Ansehen und vollschuppig, können 
also nur sehr kurze Zeit geflogen haben. Von diesen drei Exemplaren zeigen 
nun das im Mai gefangene Männchen und das im September gefangene Weib- 
chen keinen irgend erheblichen Unterschied. Denn die nur wenig ansehnlichere 
Grösse , die etwas gestreckteren Vorderflügel , sowie die kaum etwas lichtere 
Grundfarbe des Weibchens sind sehr wahrscheinlich auf Rechnung der sexuellen 
Differenz zu setzen, da sie auch dem zweiten (unbezettelten) Weibchen zu- 
kommen. Merklicher weicht das am 22. Juni gefangene Männchen ab. Es ist 
etwas kleiner als das andere Männchen, seine Grundfarbe tiefer und schöner 
rothgelb, die Fransen sind hellrothgelb , statt weisslich, wie bei den drei 
Uebrigen (bei Allen auf den Aderenden schwärzlich gefleckt). Auf der Unter- 
seite ist die Färbung ebenfalls gesättigter, das Rothgelbe gleichförmiger über 
die Vorderflügel verbreitet (bei den Andern im Spitzendrittel sehr gelichtet), 
die dunkeln Wischflecke um die Flügelspitze und längs dem Saume tiefer rost- 
braun, die Reihe von Mondflecken schwächer ausgedrückt. Ebenso ist der Grund 
der Hinterflügel einfarbiger, tiefer und gesättigter, mehr mit rostroth gemischt, 
die lichte Querbinde schöner rostgelb, saumwärts mit breiter rostrother (bei 
den Anderen schwärzlich-violetter) Begrenzung. Ihr Anfang am Vorderrande 
und der verwaschene Lichtstreif vor den Randmonden sind viel weniger licht 
und weisslich bestäubt als dort. 

Man sieht, dass auch diese Differenzen wenig erheblich sind und wesent- 
lieh auf einen etwas modificirten, mehr gesättigten Farbenton hinauslaufen. Viel- 
leicht sind sie nur individuell. Das Mitte Mai gefangene Männchen und das 
Mitte September gefangene Weibchen gehören, nach den obigen Mittheilungen, 
sehr wahrscheinlich beide der Frühlingsserie unseres Verfassers an und aus 
ihrer Uebereinstimmung scheint hervorzugehn, dass die Herbstbrut dieser Serie von 
der Frühbrut derselben nicht differirt. in diesem Punkte also von unserer Selene 
abweicht. Welcher von Scudder's beiden Serien soll man nun aber das am 22. Juüi 
gefangene Männchen zuzählen? Es ist wenig wahrscheinlich, class an derselben 
Localität und in demselben Jahre das eine Männchen 37 Tage später aus- , 
schlüpfen sollte, als das andere — wenn auch die Möglichkeit zugegeben werden 
muss. Anderseits sollen die Erstlinge der Sommerserie nicht vor Mitte Juli 
erscheinen, somit drei Wochen später als unser Exemplar. Es bleibt also frag- 
lich, ob wir es hier mit einer Spätgeburt der Frühlings- oder mit einer Früh- 
geburt der Sommerfalter zu thun haben. Ich möchte eher das Letztere glauben 
und dann könnten vielleicht gesättigtere und auf der Unterseite der Hinter- 
flügel in der beschriebenen Weise modificirte Färbung charakteristische Eigen- 
heiten der Sommergruppe sein. 



Ueber die von der österreichischen Mission nach (Ast- 
asien und America (1869 — 1870) eingesendeten 
Säugethiere und Vögel. 

Von 

August von Pelzeln. 



(Vorgelegt in der Sitzung vom 2. April 1873.) 

In der Sitzung vom 1. Februar 1871 habe ich der k. k. zoologisch-bota- 
nischen Gesellschaft einen Bericht über die von Herrn Baron E. von Ran sonnet 
eingesendeten Säugethiere und Vögel überreicht l ) und mir vorhehalten, über die 
übrigen, damals noch nicht abgeschlossenen Sendungen der österreichischen 
Mission nach Ostasien und America in späterer Zeit Mittheilung zu machen. 

Da nunmehr das Material vollständig vorliegt und die Bearbeitung des- 
selben beendet ist, so bin ich in der Lage, diese Absicht zu realisiren und der 
geehrten Gesellschaft die nachfolgende Uebersicht vorzulegen, welche zusammen 
mit dem oben erwähnten früheren Aufsatze ein vollständiges Bild der von dieser 
Expedition gesammelten an das kaiserliche Museum gelangten Säugethiere und 
Vögel bietet. Jene Sammlungen, welche von dem durch das k. ungarische 
Ministerium der Mission beigegebenen Naturforscher Herrn Xanthus gemacht 
worden sind, befinden sich im Nationalmuseum zu Pest und hotFentlich wird 
eine Publication darüber von ungarischer Seite zu erwarten sein. 

Die hier zu besprechenden Sendungen sind folgende: 

I. Die von den Herren Seeofficieren und Herrn Stückmeister Kraus ge- 
sammelten Objecte. 

JL Eine Partie von Vogelbälgen, welche von Herrn Ministerialrath von 
Scherzer erworben und dem kaiserlichen Museum als Geschenk übergeben 
worden ist. Die Provenienz dieser Vögel war nicht angegeben, aber die Be- 
stimmung hat gezeigt, dass dieselben von Celebes stammen und einen sehr 
werthvollen Theil der Fauna dieser interessanten Insel darstellen. 

HI. Eine Anzahl von Vogelbälgen, welche Dr, Stoliczka, der stets in 
patriotischer Weise bedacht ist, die heimischen Institute zu bereichern, Herrn 
Baron Ransonnet bei dessen Anwesenheit in Calcutta als ein Geschenk für 
unsere Sammlung übergeben hat. Es sind diess Vögel, die in der Umgegend 



*) Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellscb. in Wien, Jahrgang 1871. 689. 
Z. B. Ges. B. XXÜI. Abb. 



20 



154 



A. v. Pelz e In. 



von Calcutta und anderen Theilen Indiens gesammelt wurden. Von Wichtigkeit 
ist, dass die Exemplare nicht nur mit genauen Localitätsangaben, sondern auch 
mit den Bestimmungen des Indian Museum versehen sind, so dass sie in 
manchen zweifelhaften Fällen als Typen betrachtet werden können. 

I. Von den Herren Seeofficieren und H. Kraus eingesendete Objecte: 

Säugethiere. 

Pteropus edulis Geoffr. 

Zwei Männchen (Nr. 23 und 22) wurden von H. Fregattenkapitän Pittner 
am 7. April 1869 zu Anger auf Java geschossen. An einem derselben (22) 
ist die Mitte des ganzen Rückens beinahe strohgelb, der Oberkopf wenig 
dunkler als der rostrothe Nacken, an dem anderen (23) zeigt der Oberkopf 
fast die Farbe des Rückens, braun, wenig mit gelblichen Haaren gemischt. 
Die Iris ist röthlich. Die Grösse beider ist übereinstimmend. 

Nyctereutes viverrinus Temm. 

Ein Männchen von Osaka, Japan, wurde durch sechs Monate an Bord lebend 
erhalten und am 1. Mai 1870 zu Honolulu muthwilligerweise erschlagen. 
Iris castanienbraun. 

Paradoxuros fasciatus (Desm.). 
Viverra musanga Raffles. 

Weibchen (Nr. 24) von H. Lieutenant Grafen Beust am 6. April 1869 zu 

Anger (Java) erhalten. Iris braun. 
Pteromys nitidus Geoffr. 

Geschenk des Capitäns der k. preussischen Corvette Medusa an die Expedition. 
Sciurus (Funambulus) Plantani Ljungh. 

Zu Anger wurden am 6. April 1869 ein erwachsenes Männchen (Nr. 19) von 

H. Seekadeten Pittner und ein junges Weibchen (Nr. 20) von H. See- 

kadeten B rasch erlegt. Iris braun. 

Vögel. 

Sarcoram'phus gryphus (L.). 

Der Expedition als Geschenk übergeben. 
Spizaetus niveus (Temm.). 

Männchen (Nr. 18) geschossen zu Anger am 6. April von H. Seekadeten 
Halauschek. Iris braun. Körperlänge 2', Flügelbreite 4' 2". 
Hdliastur Indus (Bodd.). 

Weibchen (Nr. 34) geschossen zu Bangkok 16. Mai 1869. Iris weiss. 
Tinnunculus Baddei (Finsch et Harth) 

Falco vespertinus Schrenk (nec L.) Vög. d. Amurlandes 1860, 230 (Amur- 
land). — Swinhoe, Ibis 1861, 327 (Chefoo). — Idem Proceed. Z. S. 
1862, 315 (Tientsin). — Idem Proc. Z. S. 1863, 260 (Talien Bay, Pekin). 
Falco vespertinus var. amurensis Radde: Sibir. Reise (1863) 102 t. 1. f. 2. — 

ll?is 1866, 119 (Ost-Sibirien, Natal). 
JErythropus vespertinus Swinhoe, Ibis 1861, 253 (Talien Bay, N. China).— 
Kirk, Ibis 1864, 316 (Shire River in the Zambesi Region). 



Ükythropus (imnnusis A. Newton, ll>is lSOti 2."»8 (note). — Gurney, Ibis 
1868, 41 t. 2 (m. f. et pull.) (Süd-Africa, Nepal). Bwinhoe, Proeeed 
Z. S. 1870, 430 et 448; 1871, 340. — Ibis 1870, 624, 525 (Nepal). 

Falco (Enjlhropus) H<viU -i F in seh <•( Haiti. \Y.g. Ost -A Iii. a., l-7n, VI 

Von dieser seltenen Art sind elf Exemplare EuTschifa (Chefoo) am Meei 
büßen von Pe-techi-li, nahe bei Peking, im Jahre 1809 geschossen worden 
uml zwar : 

m. alt (53) 1. August. Von 11. Kraus. Iris gelb. 

m. alt (13) 14. Juli. Von H. Seekadeten v. Pittner. Iris weiss. 

m. j. (52) 4. August. Von II. Kraus. Iris weiss. 

m.? j. (00) 8. August. Von H. Maschinenmeister Schnabel. Iris gelb. 

t. alt (55) 4. August. Von 11. Kraus. Iris braun. 

f. alt (59) 8. August. Von H. Kraus. Iris weiss. 

f. j. (02) 10. August. Von H. Kraus. Iris weiss. 

f. j. (54) 4. August. Von H. Seekadeten v. Pittner. Iris weiss. 

f. j. (58) 8. August. Von H. Kraus. Iris gelb. 

f. j. (64) 16. August. Von H. Kraus. Iris braun. 

f. j. (42) 14. Juli. Von H. Kraus. Iris braun. 

Nr. 59 und Nr. 55 sind als Weibchen bezeichnet und zeigen die gleiche 
Färbung wie die alten Männchen. Es würde sonach bei alten Individuen beider 
Geschlechter keine Farbe nditterenz obwalten, wie diess z. B. auch bei Accipitt r 
püeatus (Pr. Neuw.) der Fall ist, während bei Tinnuncuhts erythropm auch 
die alten Weibchen von den Männchen verschieden sind. Gurney, sowie 
Finsch und Hartlaub haben noch die Farbendifferenz der alten Weibchen 
des T. Raddei angenommen. 

Die ineisten der angeführten jüngeren Vögel stimmen mit der von Gurney 
gegebenen Abbildung des Weibchens überein, ein junges Männchen (52) und ein 
junges Weibchen (58) unterscheiden sich jedoch dadurch, dass die Unterseite 
breite dunkle Längsflecken zeigt, während nur an den Flanken breite Querflecken 
auftreten. An beiden Exemplaren sind auch die dunklen Schwanzbinden breiter. 
Wie M. Swinhoe (Proc. Z. S. 1871) bemerkt, leibt diese Art im Sommer zu 
Peking und sammelt sich in grosser Anzahl'im September vor der Abreise nach 
dem Süden; sie wandert im Winter nach Indien und Africa. 
Milvm Govinda Sykes. 

Männchen, Oasaka, Japan. Von H. Kraus. 
Symium seloputo (Horsf.). 

Männchen (16), geschossen von H. Seekadeten von Pittner, 6. April 1869 

zu Anger, Java. Iris gelb. Körperlänge V 5", Flügelweite 2' 9 l / 2 "- 
Otus braehyotus (Gmel.). 

Otus braehyotus Peale. 

Otus sandwichensis Blon. — Gray. Hand List I, 51. 
Braehyotus gallopagoensis Dole (nec Gould) Proceed. Boston, Soc. Nat. 
Heft XII, 1869, 296 (Sandwichs-Ins.). 

20* 



156 



A. v. P e 1 z e 1 n. 



Männchen. Von EL Kraus am 20. Februar 1870 auf Honolulu geschossen. 
Iris goldgelb. 

Die Vergleichung dieses Exemplares mit solchen aus Europa, Brasilien 
(von Natterers Reise), Chile (Novara Exp.) und einem von Californien (durch 
Natterer angekauft) ergiebt keinerlei Unterschied und die Eule der Sandwichs- 
Inseln wäre sonach als identisch mit der weit verbreiteten 0. brachyotus zu 
betrachten. Die Uebereinstimmung der americanischen Exemplare mit euro- 
päischen ist auch von Sclater, Ibis 1871, 358 betont worden. 

Ketupa javanensis Less. 

Männchen (17). Von H. Seekadeten Brasch, Anger 6. April 1869. Iris 

goldgelb. Körperlänge 1' 8", Flügelweite 3' 3". 
Itkirystomus pacificus (Lath.)? 

Uhirystomus orientalis partim Gray, Hand List I. 76. 

Mirystomus orientalis Swinhoe, Proceed. Z. S. 1871, 347 (Canton Foochow). 
Männchen (69). Von H. Seekadeten v. Pittner, Tschifu 20. August 1869. 
Iris blau. 
Älcedo bengdlensis Gmel. 

Junges Männchen (66). Von H. Seekadeten v. Pittner, Tschifu 20. August. 

Iris braun. 
Upupa epops Linne. 

Ex (51). Geschlecht durch den Schuss unkenntlich. Von H. Seekadeten 

Halauschek, Tschifu 4. August. Iris braun. 
Nectarinia famosa Linne. 

Weibchen (5). Von H. Kraus, Constantia am Cap der guten Hoffnung, 

6. Februar 1869. Iris bläulich. 
Patagona gigas. 

Ein Pärchen. Santiago, October oder November 1868? Von H. Kraus erhalten. 
Eustephanus galeritus (Molina). 

Ein ausgefärbter Vogel ohne Bezeichnung und ein junges Weibchen, Colchagna 
Dec. 1869. Von H. Kraus erhalten. 

Drymoica africana (Gmel.). 

Weibchen (9). Von H. Krause Stellenbosch am Cap der guten Hoffnung, 

11. Februar 1869. Iris braun. 
Petrocincla rupestris (Vieill). 

Cap. Von H. Kraus? 
Oriolus hippocrepis Wagler. 

(2) Von H. Seekadeten Brasch, Anger, 6. April 1869. Iris weiss. 

Pycnonotus capensis (GmeL). 

Männchen (6). Von H. Kraus, Constantia am Cap der guten Hoffnung, 

6. Februar 1869. Iris bräunlich. 
Muscicapa (Xanthopygia) leucophrys Blyth. 

Muscicapa (Xanthopygia) tricolor Havtl. — Gray, Hand List I, 323. 
(65?) Von H. Seekadeten Halauschek, Tschifu 20. August. Iris braun. 



SAuifethier«« un.1 V*g*\ ahn OhUaien and America. 



157 



Lantus collaris Linne. 

Weibchen (i:>). Von II. Kraus, Stellenbosch am Cap der guten Hoffnung, 

11. Februar, dann ein Kxemplar ohne Bezeichnung. 
Lantus photnicurus (imel. 

Weibehen (48V Von II. Kraus, Tschifu 17. .Juli. Iiis blau 
Lau ins superciliosus Latin 

Männchen (63). Von H. Kraus, Tschifu 16. August, [ria lichtbraun 
Nuctfraija varyocatactes (Linne). 

Weibehen (40). Von H. Seekadeten Grafen Hahn, Tschifu 17. Juli. In we\ 
Das vorliegende Exemplar erinnert durch den schlankeren Schnabel und 
das dunklere Braun des Gelieders an N. mult iinnulnta Gould aus dem N. W. 
Himalaja und Kaschmir, jedoch zeigen der weniger gestufte Schwanz, das mehr 
beschränkte Weiss an den Schwanzfedern, vor Allem aber die Flügollänge (6" 11"') 
die specitische Uebereiustimmung mit dem europäischen Tannenlieber als ganz 
zweifellos. Bei N. malt (punctata, von welcher wir drei Exemplare durch Baron 
Hügel und eins von Dr. Staliczka, alle aus Kaschmir, besitzen, beträgt die 
Flügellänge 7" 10—11'" (nach Jerdon in den Birds of India 8y 4 ".)— N. caryo 
catactes kommt nach Middendorff am Jenisei bis zum 64°, nach Schrenk 
und Piadde in Südost-Sibirien und dem Amurlandc vor. Swinhoe bemerkte 
(Proeeed. Z. S. 1863, 306), dass diese Art vom Amurlande und Japan bekannt 
sei und dass man sage, dass sie auch in Nord-China angetroffen werde. Später 
erhielt er Exemplare in Peking (Proeeed. Z. S. 1870, 448; 1871, 382). Capitän 
Blakiston hatte bei Hakodadi in Nord-Japan im September von einem Vogel- 
fänger ein Weibchen des Tannenhebers erhalten, an welchem Dr. Sclater 
keine wesentliche Differenz von europäischen Individuen entdecken konnte 
[(Ibis 1862, 326). 

i Cyanopica eyanea (Pall.). 

Weibchen (44). Von H. Kraus, Tschifu 24. Juli. 
Pastor rose us (Linne). 

Junges Weibchen (47?). Von H. Kraus, Tschifu 17. Juli. Iris braun. 
Ploceus capemis (Linne). 

Zwei Mäunchen. Von H. Kraus, 
i Coccothraustes (Euphoua) personatus Schlegel. 

Männchen (67). Von H. Maschinenmeister Wondra, Tschifu August. Iris weiss. 
Palaeomis malaccensis Vig. 

Männchen? (74). Von H. Kraus, Anger 6. April 1869. Iris weiss. 

Gecinus Guerini (Malh.). 

Zwei junge Männchen; eines (45) von H. Seekadeten v. Pitt n er, Tschifu 
17. Juli, das andere (73) von H. Kraus, 26. August. Iris an beiden roth. 

Picus mandarinus Malh. 

Männchen. Von H. Kraus, Tschifu 2. September. Iris braun. (Zweifelhaft, 
ob der Zettel zu diesem Vogel gehörig?) 

M. Swinb oe (Proeeed. Z. S. 1863,88) hält P.mandarius, P.Luciani Malh., 



158 



A. v. Pelzeln 



P. Gouldii Malli. und P. Cabanisi Malh. alle für eine Art; unser Exemplar 
entspricht am meisten P. Gouldii, zeigt aber schmutzig graue Unterseite. 

Argus Grayi Elliot. 

Argus Grayi D. G. Elliot, Ibis 1865, 423 (Borneo? Brit. Mus.). — Idem 

Phasianidae t. XII. 
Argusianus Grayi (Elliot), Gray List B. Brit. Mus. Gallinae 1867, 26 
(m. f. Borneo). — Idem Hand List Birds II, 257. — Waiden, Ibis 
1872, 381 (Borneo, Everett). 

Durch die ostasiatische Expedition und zwar, wenn ich nicht irre, durch 
H. Xanthus wurde ein lebender Argusfasan nach Europa gebracht und dann 
in die Menagerie zu Schönbrunn aufgenommen, wo er bis 12. Januar 1872 lebte. 
Der Vogel wurde anfänglich als ein Weibchen des Argus giganteus betrachtet, 
im Laufe der Zeit begann er aber männliches Gefieder anzulegen und erwies 
sich als ein Hahn der oben genannten höchst seltenen Species. Er stimmt mit 
Elliot 's Beschreibung sehr gut überein; jedoch haben offenbar die Mittel- 
schwanzfedern noch nicht ihre volle Länge erreicht, da eine derselben 2' b" 
misst, die andere bedeutend kürzer ist. Die Heimat ist nicht angegeben, dürfte 
aber Borneo sein, und zwar um so sicherer, als diese Insel von H. Xanthus 
bereist worden ist. Das besprochene Exemplar steht gegenwärtig ausgestopft 
in der kaiserlichen Sammlung. 

Charadrius (Aegialitis) mongolicus Pall. 

Weibchen. Von H. Kraus, Jokohama 12. October 1869. Iris weiss. 

Männchen. Von H. Seekadeten v. Pittner, Jokohama 20. October. Iris 

weiss (Zettel ob zu diesem Vogel?). 
Haematopus osculans Swinhoe. 

Haematopus ostralegus Swinhoe, Ibis 1860, 63; 1861, 261. 342. 

Haematopus longirostris Swinhoe, Ibis 1863, 406. — Idem Proceed. Z. S. 
1863, 310. 

Haematopus osculans Swinhoe, Proceed. Z. S. 1871. 405. 

Männchen? Von H. Seekadeten Halauschek, Jokohama? 2. October 
1869. Iris roth. 

Ardea speciosa Horsf. 

Weibchen (28). Von H. v. Heng elmüller, Ayuthia, Siam 12. Mai. Iris 
blutroth. 

Ardea javanica Horsf. 

Männchen (26). Im siamesischen Golf während der Fahrt von H. Schiffs- 
fähnrich Grafen Auersperg am 25. April geschossen. Iris gelb. 

Ardea sinensis Gmel. 

Männchen (70) und junges Männchen (68). Von H. Kraus, Tschifu 20. Aug. 
Iris gelb. — Weibchen (56). Von H. Seekadetten Halouschek, Tschifu 
8. August. Iris gelb. Letzteres Exemplar ist auffällend durch die zahlreichen 
rein weissen Flecken des Rückens. 



i 

MtafttitttN iiiiI ?#|%| n\\h QfltMtra un«l Amarlra. |{^Q 
Nycticonur t/rist tts ( Kinn«') 

X}f<ito>ntx ooecmicHs Lese. — Hart I., Aich, f, Naturg, 1852, 186 (MarqtwtM- 

Inseln). — Gray, Catal. Birds Tropic. Islands -t!». 

Altos Männchen, altes Weibchen und junges Männchen, vuii II. Krau 
am 2. Mary., -1. März und 28. Januar IS70 auf Honolulu geschn cn. Iiis 
der beiden ausgefärbten Vogel blutroth, des jungen braun. 
Das Vorkoinnien dieses Naehtreiliers auf dm Sandwichs-Inseln scheint 
früher nicht bekannt gewesen zu sein. 
Mimamtopus nigricoUis Vicill.? 

Weibchen. Von H. Kraus, Honolulu 21. Febr. Iris roth. 
Auch diese Art erscheint zum ersten Male als Bewohnerin der Sandwichs-Inseln 
Gattinago stennra (Temm.). 

Männchen (72). Von EL Kraus, Tschifu 26. August? Iris schwarz. 
Fultca alai Peale. 

Jüngeres (?) Weibchen. Von H. Kraus, Honolulu 2. März. Iris blutroth. 

Kopfhaut und Schnabel weiss. Ein zweites Exemplar war ohne Angaben. 
Jkniicla sandte ichoisis (Vig.). 

Ein Männchen wurde in Honolulu am 25. April 1870 von H. Verwaltungs- 

Officier Kaschin lebend erhalten und verendete am 6. August 1870. Seine 

Iris war dunkelgrün. 

Wie Herr Kraus bemerkt, kommt diese Art nicht auf Honolulu, sondern 
nur auf der Insel Hawaii vor. Das oben erwähnte Exemplar stimmt mit einem 
vom Grafen Derby an Natterer als Geschenk überlassenen Weibchen dieser 
Species gut überein, nur ist der schwarze Nackenstreif ununterbrochen und 
breiter und der Ring am Anfang der Brust viel schärfer begrenzt. 
Dendrocygna arcuata (Cuv.). 

Bangkok. 
Puffi nus aequiuoctialis (Linne). 

Männchen (2). Von H. Seekadeten v. Pittner, Cap der guten Hoffnung, 

1. Februar. Iris bräunlich, Schnabel wachsgelb, etwas schwarz schattirt 

Schwimmhäute schwarz mit weissen Flecken. 

Männchen (3). Von H. Seekadeten v. Pittner, Cap, ebenfalls am 1. Febr. 

Iris braun mit weissen Tupfen, Schwimmhäute schwarz. 
JRht/nchops nigra Linne. 

Weibchen. Callao, Peru 15. Juli 1870. Iris nussbraun, Füsse zinnoberroth. 

Körperlänge 1' 4", Flügelweite 3' 1". 
Anous Inca (Less.). 

Männchen. Von H. Seekadeten v. Pittner, Hafen von Callao, 16. Juli- 

Iris dunkelbraun. 

Weibchen. Von H. Kraus, ebenfalls im Hafen von Callao am selben Tage. 
Iris dunkelbraun, Füsse und Schnabel hochroth. 
Lestris parasitica (Linne}. 

Weibchen (1). Von H. Seekadeten v. Pittner, Cap der guten Hoffnung, 
1. Februar. Iiis dunkelblau, Schnabel (?) und Schwimmhaut schwarz. 



160 



A. v. Pelzeln. 



Larus Azarae Less. 

Alter Vogel, Callao 15. Juli. Iris gelb, Schnabel an der Spitze der unteren 
Kinnlade roth, sonst gelb. Schwimmbaut bleigrau, Körperlänge 1' 8", 
Flügelweite 3' 6". 

Jüngerer Vogel, Callao 15. Juli. Iris seegrün, Schnabel orange, Füsse zin- 
noberroth (?), Körperlänge 2' 2"(?), Flügelweite 2' 4". 

Junges Männchen. Von H. Maschinisten Schnabel, Hafen von Callao 
12. Juli. Iris aschgrau, Füsse blassgelb. In den Eingeweiden Würmer 
vorhanden. 

Die jüngeren Exemplare gleichen dem alten Vogel , aber Oberkopf und 
Nacken zeigen braune Schaftstriche und Flecken; an einem Individuum sind auch 
an Brust und Bauch schwache Spuren von Braun. Der Schnabel ist im aus- 
getrockneten Zustande gelblich, die Endtheile beider Kinnladen sind schwarz. 
Larus vetula Baillon. 

Altes Männchen (14). Von H. Seekadeten v. Pittner in der Tafelbai am' 

Cap 11. Februar. Iris roth. 

Es scheint mir sehr zweifelhaft, ob L. vetula von L. Azarae verschieden 
sei; ausser der Farbe der Iris besteht der einzige Unterschied von den ange- 
führten Exemplaren letzterer Art von Callao in den Dimensionen, welche aber 
bei L. Azarae bedeutende Variation zeigen. Bei dem cap'schen Vogel beträgt 
die Flügellänge 16", die des Schnabels von der Stirne 2", vom Mundwinkel 
2" 10"'. Dagegen zeigt das ausgefärbte Exemplar von L. Azarae von Callao 
eine Flügellänge von I472", Schnabel von der Stirne 1" 9'", vom Mundwinkel 
2" 8'", das junge Männchen von H. Schnabel Flügellänge 15y 2 ", Schnabel von 
der Stirne 1" IT", vom Mundwinkel 2" IT"; der andere jüngere Vogel Flügel- 
länge 15 3 / 4 ", Schnabel von der Stirne 1" 11"', vom Mundwinkel 2" 11"'. 
Larus fuscus Linne. 

Junges Männchen. Von H. Seekadeten Halauschek, Jokohama 12. October. 

Iris weiss. 
Larus Belcheri Vig. ? 

Weibchen (49). Von H. Linienschiffsfähnrich Grafen Auersperg, Hafen 

von Tschifu. Iris blau. 

Dieses Exemplar ist weiss mit schiefergrauem Mantel, der Schwanz mit 
einer an der schmälsten Stelle in der Mitte 2" breiten Binde. An den beiden 
äussersten Schwanzfedern ist die Binde nur an der Innenfahne und nur 15—16'" 
breit. Der Schnabel ist gelb mit schwarzer Querbinde und rother Spitze. Die 
Füsse, von denen leider nur die Tarsen und zwei Zehen erhalten, sind grün- 
lichgelb. Ganze Länge der Biegung noch 21", in gerader Linie 18 3 / 4 ", Flügel 
15", Schwanz 6", Schnabel von der Stirne 2", vom Mundwinkel 2" 10'", Höhe 
des Schnabels am Ende des Nasenloches 6 3 / 4 "', Tarse 2" 2"' (?). 

Der Vogel ist Larus crassirostris Vieill. (mejanurus Temm.), wovon 
wir japanesische Exemplare durch das Leidener Museum besitzen, sehr ähnlich, 
aber grösser, mit stärkerem Schnabel und breiterer Schwanzbinde. Die Primarien 
sind schwarz ohne weissen Endfleck. Da Schlegel (Mus. Pays-Bas. Lari 9) 



anfuhrt, dass der wcsianii ri klinische /. Heichen im aus^«*t'nrbti'ii Zustand« ••in« 
der hier geschilderten ähnliche Färbung zeigt und du S winlioc llinl China 
Proe. /. S. 18t!:>. CS) eine andere westamerikanisehe Art /- i><< i<i> uhtJii in 
China aufgefunden hat, so ist es mir sehr wahrst heinlich, dass unser Vogel zu 

/.. Htlcheri gehören dürfte, obwohl seine Dimensionen auch für diese B] 

eigentlich zu gross sind. 
Sphoiiscus licmvrsHs (Linne)- 

Männchen (8). Von H. Seekadeten v. Pittner, Cap, in der Tafelhai 7. Febr. 

Iris grau. Schwimmhaut schwarz mit grauen Flecken. 
Sula capcHsis Lieht. 

Männehen (7). Von H. Maschinenmeister Schnabel, Tafelbai 7. Februar. 

Iris gelblich. Schnabel blaugrau, übrige Kopfhaut schwarz. Köperlänge 3' 8", 

Plttgelweite 5' 8". 
fhüa variegata Tschudi. 

Männchen, Callao 15. Juli. Iris gelb, Schnabel und Schwimmhaut schwarz. 

Körperlänge 2' 4", Flügelweite 3' 10". 

Männchen. Von H. Seekadeten v. Pittner, Hafen von Callao 8. Juli. Iris 
kirschroth, Schnabel, Füsse und Schwimmhaut aschgrau, Kopfhaut schwarz. 
Körperlänge 29", Flügelweite 51". 

Männchen. Von H. Seekadeten v. Pittner, Hafen von Callao 8. Juli. Iris 
kirschroth, Schnabel aschgrau, Kopfhaut schwarz, Füsse und Schwimmbaut 
aschgrau. Körperlänge 2' 4", Flügelweite 4'. 

Männchen. Von H. Seekadeten v. Pittner, Hafen von Callao 8. Juli. Iris 
kirschroth, Schnabel, Füsse und Schwimmhaut aschgrau, Kopfhaut schwarz. 
Körperlänge 2' 6", Flügelweite 4' 4". 

Graculus capensis (Sparrra.). 

Männchen (15). Von H. Seekadeten v. Pittner, Cap 14. Februar. Iris 
roth, Augenwimpern seegrün (?). War in grosser Anzahl vorhanden. 

Graculus carbo (Linne). 

Junges Männchen. Von H. Seekadeten v. Pittner, Hafen von Tschifu 
23. Juli. Iris weiss. Körperlänge 2' 11", Flügelweite 4'. 

Graculus Gaimardii (Garn.). 

Männchen. Von H. Seekadeten v. Pittner, Hafen von Callao 2. Juli. Iris 
seegrün. Augenwimpern schwarz mit lilafarbenen Tupfen, Schnabel an der 
obern Spitze schwarz, sonst orangegelb, Schnabelhornhaut (?) und Füsse 
zinnoberroth. Im Magen Fische. 

Männchen, Callao 15. Juli. Iris wachsgelb, Körperl. 2' 2". Flügelweite 4' 3" (?). 
Männchen. Von H. Seekadeten v: Pitt n er, Hafen von Callao. Iris seegrün, 
Augenwimpern schwarz mit lilafarbenen Tupfen. Schnabel an der oberen Spitze 
schwarz, sonst orangegelb, Schnabelhornhaut (?) und Füsse zinnoberroth. 
Im Magen Fische. 

Ex. Von H. Seekadeten v. Pittner, Hafen von Callao 8. Juli. Iris seegrün. 
Füsse und Schwimmhaut zinnoberroth. 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abb.. 21 



162 



A. v. Pelzel 



II. Von Herrn Ministeralrath von Scherzer erworbene und dem k. Museum als 
Geschenk überlassene Vogelbälge, offenbar aus Celebes. 

Spilornis rufipectus Gould. 
Accipiter soloensis (Horsf.). 
Athene ochracea (Schlegel)? 

Noctua ochracea Schlegel in Nederl. Tijdschr. Dierk. III, 1866, 183. 

Athene ochracea (Schlegel) Waiden, Birds of Celebes in Transact. Z. S. 
VIII (1872) 38. 

Das von H. v. Scherzer erhaltene Exemplar ist grösser als das von 
H. v. Eosenberg gesammelte und von Dr. Schlegel beschriebene, welches 
nach Lord Waiden das einzige bisher bekannte sein dürfte. An unserem Vogel 
misst der Flügel 6" 10"', der Schwanz 4". In der Färbung ist er mit Schlegels 
Beschreibung im Ganzen übereinstimmend, jedoch die Unterseite vom Halse an 
ocherfarben mit sehr geringen Spuren dunkler Flecken; die beiden mittleren 
Schwanzfedern sind ohne Flecken, die übrigen gegen die Basis am Rande der 
Innenfahne mit etwa 5 weissen bindenartigen Querflecken, während Schlegel 
ungefähr 7 bandelet'tes erwähnt. Unser Individuum dürfte das ältere von den 
beiden sein. 

Athene hirsuta Temm? 

Noctua hirsuta japonica Schlegel, Nederl. Tijdschr. II (1866) 182. 

Ninox japonicus (Bonap.) Waiden, Transact. Z. S. VIH (1872) 40 (Celebes). 

Athene japonica Temm und Schlegel sehr ähnlich, aber noch bedeutend 
grösser, Flügel 8" 9'", Flügelspitze 2", Schwanz 5V, Tarse 14"'. 
Halogon princeps (Temm). 

— melanorhyncha (Temm). 

— chloris (Bodd.). 

— coromandeliana (Scop.). 
Alcedo moluccensis Blyth. 
Pitta celebensis Forsten. 
Oriolus indicus Briss. 

Stimmt gut mit dem von Baron Hügel erhaltenen Männchen von Khelgat 
in Continentalindien überein, nur ist an letzterem, sowie auch an dem dazu ge- 
hörigen Weibchen die Nackenbinde breiter. Dieser Pirol wurde bereits von 
Schlegel (Mus. Pays-Bas.) als Bewohner von Celebes aufgeführt. 



Myiagra azurea (Bodd.) f. 
Grauculus leucopygius Bonap. 
Dicrurus pectoralis Wallace. 
Streptocitta albicolUs (Vieill.). 
Buceros exaratus Reinw. 

An den Schwingen unregelmässig 
albinistisch. 
Buceros cassidix (Temm) m. f. 
Tanygnathm Müller i (Temm). 



Prioniturus platurus (Vieill.) ad. et juv. 

Trichoglossus ornatus (Linne). 

Beide Exemplare bedeutend grösser 
als jene in der Sammlung, bei welchen 
übrigens die genaue Localität nicht mit 
Sicherheit angegeben werden kann. 

Hemilophus fulvus (Quoy et Gaim) m. f. 

Phoenicophaus callirhynchus Reinw. 

Gentropos bicolor Cuv, 



.-Utltf.'ttii.M.» uti.l V"> k m.| mm (KUhi.mi m,.| \.n«n. « 



Endytiamys melan<trhyneh<t Müller 
Treron eernnns (Gniel.) in. 1". 
Carpophaga luctuosu (Reinw.). 

— bicolor (Scop.). 

— Pauli nae (Temm). 

— gularis (Quoy et Gaim). 
Macropygia Hi(Uuiilensis{Q l i\oyc{(ii\u\\). 
-- (iniboiiit'nsis (Linne). 

Turfa r tigrinus (Teinm.). 
Glareola isabella Vieill. 
Charadrius plucialis Linne. 

— veredus Gould juv. 
Ardea jaeanica Horsf. 

— sinensis Ginel. 

— purpurea Linne. 
Nycticorax griseus (Linne). 
Tütanus stayitalis Bechst. 

— glareola (L.). 

III Ostindische Vögel von Dr. S 
Geschenk für die k. 

Haliastur indus m. Calcutta. 

Athene brama f. Calcutta. 

Caprimulgus asiaticas f. Maunbhoom. 

Dendrochelidon coronatus m. N. von 
Chanda, 4. Februar. 

Hirundo Baurica m. Calcutta, Dr. J. 
Anderson. 

Corocias indica f. Maunbhoom. 

Halcyon fusca Calcutta. 

AJcedo bengalensis Calcutta, 8. Juli. 

Ceryle rudis f. Maunbhoom. 

Merops viridis m. Calcutta, Dr. An- 
ders o n. 

Upupa epops f. Calcutta, Dr. Anderson. 
Leptocoma zeylonica m. f. Calcutta. 
Phyllornis Jerdoni m. Maunbhoom, 

März. Von M. Beavan. 
Sylvia orphea m. Bei Nagpoor. 
Pratincola caprata m. Maunbhoom. 
Ruticüla rufiventris? m. bei Nagpoor. 
Cyanecula suecica f.? Maunbhoom. 
Panis cinereus? f. Godavery unterhalb 

Sirmeha. 



ZbfcWMM ylottis (Ii.). 
1- M/n hypoleuca (L.). 
Tringa subarquata (linel. 
Ifypittaenidin erlebe n><ts(ilnny . H iaiiu.i 
Gallinula haematopus Tenmi. 
— phoenicura (Penn.). 
, — n/>. (ob nicht phoecicura juv.). 
Porphyr io melunoptrrus Temm. 
Porcina einerea (Vieill.). 

(6r. mystacina Tenmi.). 
P«/v« erislata (Vieill.). 

fP. gallinacea Temm.). 
Mareca gibberi frans Müll, ot Schleg. 
Stvnid hybrida Pall. 

(St. leueopareia Natt.). 
Graculus melanoleucus Gray. 

(dimidiotus Temm.). 



toliezka an Baron Eansonnet als 
Sammlung übergeben. 
Motacilla mader aspat ana Maunbhoom, 
Febr.? M. K. C. Beavan. 

— personata Gould m. f. Nagpoor. 
Budytes viridis Maunbhoom. 

— citreola m. Calcutta. 
Pipastes agilis m. Calcutta, Winter. 
Corydalla rufa m. Calcutta, Dr. An- 
derson. 

Copsychus saularis m. f. Calcutta, Juni, 
Juli. 

Geocichla citrina m. Calcutta. 
Malococercus Somervillei Sykes, f. 
Khandalla westl. Ghats. 

— terricolor m. Calcutta. 

— Malabaricus f. südöstl. von Chanda. 
Pyctorhis sinensis m. Calcutta. 
Oriolus Kundoo m. bei Nagpoor. 

— melanocephalus m. f. Calcutta, Juni, 
Juli. 

Pycnonotusbengalensism. Calcutta, J uli. 
Otocompsa jocosa m. Calcutta, Juni. 
Erythrosterna leueura f. Calcutta, Dr. 
Anderson. 

21* 



164 



A. v. Pelzein. Säugethiere und 



Vögel aus Ostasien und America. 



• Pericrocotus peregrinus m. f. Maun- 
bhoom, M. Beavan ?, Calcutta August. 

Jora typhia m. f. Calcutta, Juni, Juli. 

Graucalus Macei ra. Maunbhoom. 

Artamus fuscus f. Calcutta, October. 
Dr. J. Anderson. 

Dicrurus coerulescens m. bei Nagpoor. 

— macrocercus m. Calcutta, Juni. 
Lanius lahtora f. bei Chanda, Februar. 

— erythronotus m. Jungle von Nagpoor. 

— cristatus f. Maunbhoom. 
Tephrodomis pondicerianus m. Cal- 
cutta, Juni. 

Dendrocitta rufa Cachar. 
Acridotheres tristis m. Calcutta, De- 
cember. 

— fuscus m. Calcutta, Juni.? 
Temenuchus pagodarum m. Calcutta, 

Januar. W. S. Blanford Esq. 

— malabaricus m. Calcutta, December. 
Sturnopastor contra m. Calcutta, Ja- 
nuar? 

Ploceus baya m. Calcutta, 9. August. 
Munia undulata m. Calcutta, Dr. J. 
Anderson. 

— rubronigra m. Calcutta, Juli. 



Passer indicus m. f. Calcutta, Dr. An- 
derson. 

Galerida Boysii Blyth. f. Khandalla 

westl. Ghats. 
Carpodacus erythrinus m. f. Calcutta, 

bei Nagpoor 29. December. 
Palaeornis torquatus m. Calcutta Juni? 

— rosa ra. Maunbhoom, Februar. M. R. 
C. Beavan. 

Cyanops asiatica m. Calcutta 30. Juni. 

Megalaima philippensis m. Calcutta 
30. Juni. 

Picus acei m. Cachar. 

Brachypternus aurantius m. Bally? 
Mai, V. Ball Esq. 

Coccystes melanoleucus Ullubaria8. Juli. 

Midynamys orientalis ra. f. Maun- 
bhoom, Calcutta Juli. 

Turtur suratensis Sunderbuns, Dr. An- 
derson. 

— risoria m. Sunderbuns, Dr. An- 
derson. 

Lobivanellus goensis Gmel. m. Calcutta. 
Totanus stagnatilis m. Sunderbuns, Juli. 
Dr. J. Anderson. 



Zwei neue Antlricineii, 



beschrieben ?on 

Dr. Clemens Eampe. 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 7. Mai l!S7:i.) 

(Tafel II. A.) 

St&ropes*) Ilungaricus: efangalus, parallelus, dense sericeo-pubea- 
wtttSf oter, ore, cmtennis pedibusque flavis; capite parva oculis magnis, promin 
nentibus, antennis fdifbrmibus articulis tribns nltimis ceteris longioribus ; 
thoracc subcordato; elytris planiusculis, paraUelis , rugoso-punctatis. Long. 
4 mm - lat. l'/s mm - 

Das Thierchen hat in seiner Gestalt einige Aehnlichkeit mit einer Orso- 
dacna. Der Kopf ist klein und rund mit sehr grossen, vorstehenden, schwarzen 
Augen und rothem Munde, die Fühler sind vor den Augen eingefügt, gelb, 
fadenförmig, länger als Kopf und Halsschild zusammen, die drei letzten Glieder 
stärker und länger als die vorhergehenden; das Halsschild ist ziemlich herz- 
förmig, etwas länger als breit, rückwärts mehr als vorne zusammengezogen 
Vorder- und Hinterecken abgerundet, an den Seiten nach vorne gerundet — 
erweitert, die Oberseite wenig erhaben, von einer weisslich - grauen Pubescenz 
dicht bedeckt, mit einer schwach angedeuteten Mittellinie; die Flügeldecken 
sind gleichbreit, ziemlich flach, wenig breiter als das Halsschild vorne, die 
Schultern abgerundet, an der Spitze zusammen zugerundet, die runzlige Punk- 
tirung von einer dichten weisslich-grauen Behaarung ganz verdeckt; die Unter- 
seite ist schwarz, zart seidenglänzend behaart, die gelben Beine sind kräftig, 
die Schenkel der Vorderbeine stärker als an den übrigen entwickelt, die Hinter- 
schenkel schwärzlich angelaufen. 

Zwei Stücke von diesem schönen Thierchen wurden von Herrn Hasslacher 
bei Gross-Kanizsa in Ungarn gefangen , wovon Herr Major Gatterer mir ein 
Exemplar gütigst mittheilte. 

Neogonus**) Plasonii: elongatus, piceus, ore, antennis, thorace, ely- 
trorum basi, margine laterali pedibusque rufis, dense pubescens; capite rotun- 
dato, oculis prominentibus, antennis maris articulis 3 — 6 perfoliatis, reliquis 

*) Obschon nicht alle Genus-Charaktere des Steropes bei diesem Thiere sich vorfinden ; so stelle 
ich es dennoch vorderhand dazu, bis mir ein Exemplar zur Zergliederung zu Gebote steht. 

**) Da dieses Thierchen schon wegen seiner ganz aussergewöhnlichen Fühlerbildung höchst wahr- 
scheinlich ein eigenes Genus bildet, so will ich ihm provisorisch den Namen Neogonus geben, 
und zu Amblyderus stellen, behalte mir aber vor, desseu Genus-Charaktere, sobald mir davon ein 
Exemplar zur Zergliederung zur Verfügung steht, nachzutragen. 



166 



Clemens Hampe. Zwei neue Anthicinen. 



simplicibiis, foeminae ßliformibus ; thorace subquadrato, granulato ; elytris elon- 
gatis, convexis, rugoso-punctatis. Long. 4 mm - 

Der Kopf ist rundlich , der Scheitel gerunzelt , pechschwarz , der Mund 
roth, die Augen sind schwarz, gross, stark hervortretend; die Fühler sind etwas 
länger als Kopf und Halsschild zusammen, roth, fein weisslich behaart, 1. Glied 
lang, 2. kurz, 3. bis 6. gross, scheibenförmig, eng aneinander schliessend, durch- 
blättert, das 6. kleiner als die vorhergehenden, 7. bis 10. dreieckig, das 11. 
stumpf zugespitzt; das Halsschild ist fast so breit als lang, an der Basis nur 
wenig verengert, vor- und rückwärts gerade abgestutzt, die Vorderecken ab- 
gerundet, die Hinterwinkel fast gerade, an den Seiten wenig erweitert, der 
Rücken ist röthlich, wenig erhaben, sehr dicht gelblich behaart und gekörnt, 
mit einer deutlichen, vertieften Mittellinie ; das Schildchen ist dreieckig, röthlich, 
granulirt; die Flügeldecken sind an der Basis, den Seiten und der Naht röthlich, 
in der Mitte dunkelbraun, convex, dicht gelblich behaart, sehr dicht und tief 
runzelig punktirt, die Basis gerade abgestutzt, nur wenig breiter als das Hals- 
schild, die Schultern abgerundet, nach der Spitze allmälig verschmälert, beim 
Weibchen an der Spitze einzeln abgerundet, und das letzte Hinterleibssegment 
freilassend; Vorderbrust und Beine sind roth, Hinterbrust und Hinterleib pech- 
schwarz, die Beine sind schlank. 

Herr Doctor Plason theilte mir von diesem höchst interessanten Thierchen, 
welches bei Athen gefunden wurde, freundlichst ein Pärchen mit. 



Beitrag 

zur Schmetterlingskunde Dalmatiens. 



Von 

Vinz. Geiger. 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 8. Jänner 1873.) 

Zur Ergänzung der in diesen Verhandlungen*) Jahrgang 1869, pag. 371 
aufgezählten Lepidopteren Dalmatiens erlaube ich mir noch nachstehende um 
Spalato gesammelte Schmetterlinge zur Kenntniss zu bringen. 



Bhodocera CleopatraL. (Germars Reise.) 
Thekla Queren* ab. Bellus Gerh. 
t mer inthus Quercus S. V. 
Zygaena carniolica ab. Hedysari Hb. 

— Ephialtes v. Peucedani Esp. 
Epialus Amasinns H. S. in Spalato 

Ende September in mehreren 

Exempl. gefunden. 
Kola Albula S. V. 
Earias Vemana Hb. 
Lithosia Unita Hb. 

— Unita v. Palleola Hb. 

— Pallifrons Z. 
Arctia Hebe L. 
Spilosoma Mendica L. 
Cnethocampa Processionea L. 
Uropus Ulmi S. V. 
pombyx Bimicola S. V. 
Notodonta Chaonia S. V. 

— Querna S. V. 
Arsilonche Albovenosa Bkh. 
Bryophila Raptricida ah. Deceptri- 

cula Hb. 



Bryophila Bavula Hb. 

— Perla S. V. 
Agrotis Lucemea L. 

— Saucia Hb. 

— Saucia ab. Margaritosa Hwth. 

— Obelicsa ab. Huris Hb. 
Episema Trimacula S. V. 

— Scoriacea Fsp. 
Aporophila v. Ingenua Frr. 
Polia Bufocincta Hb. 
Thecophora Fovea Tr. 
Dryobota Protea S. V. 

— Roboris B. 
Dichonia Aeruginea Hb. 
Apamea Dumerüii Dup. 
Luperina Haivorthii Curt. 

— Matura Hufn. 
Hadena Solieri B. 
Trigonophora Flammea Esp. 
Mania Maura L. 
Semmia Cretica Ld.- 
Leucania Putrescens Hb. 

— Congrua Hb 



*) vide auch Bd. XVI. pag. 1000 und LXX1. Sitz-Ber. 13. 



168 



Vinz. Geiger. Beitrag zur Schmetterlings künde Dalmatiens. 



Leucania Lythargirea v. Argyritis Rbr. 
Caradrina Ambigua F. 

— Kadenii Frr. 
Amphipyra Effusa B. 
Taeniocampa Miniosa S. V. 

— Oruda S. V. 

— Stabiiis S. V. 

— Rorida H. Sch. 
Calymnia Diffmis L. 
Orthosia Pistazina S. V. 

— Pistazina ab. Lyehnitis F. 
Xylina Ornithopus Hfn. 
Epimecia Ustulata Hb. 

Plusia Chalcites Esp. 
Pseudophia lllunaris Hb. 
Thalpocliares Ostrina var. Carthami 
H. S. 

Acidalia Cifcuitaria Hb. 

— Turbidaria H. S. 
Cidaria frustata Tr. 

— Unifasciata Hw. 

— Conjunctaria Ld. 
Eupithecia Isogramata Tr. 



| Eupithecia Semigrapharia Gn. 
| Asopia fulvocilialis Dup. (Zara). 
itofos Diffusalis Gn. 

— Asinalis Hb. 
Crambus Carectellus Z. 
Eudorea Manifestella H. S. 
Pempelia Mbariella Z. 

— Subornatella Dup. 
Myelois Advenella Zk. 

— Infuscatella H. S. 

— Chalcocyanella Const. 
Acrobasis Mutella 
Ephestia Xanthotricha Stgr. 
Tortrix Hyerana Mill. 
Conchylis Contractana Z. 
Nemotois Prodigellus Z. 
Depressaria Veneficella Z. 
Symmoca Designatella H. S. 
Gelechia Vilella Z. 
Megacraspedus Subdolellus Stgr. 
Aciptilus Spilodactylus Curt. 

— Ischnodactylus Tr. 
Alucita Hexadaktyla Hb. 



„ Weiters glaubt Herr Geiger das unfehlbare Mittel entdeckt zu haben, 
womit alle den Sammlungen schädlichen Insekten dauernd abgehalten werden, 
und dieses praktische Mittel ist: Petroleum. 

Auf Anfragen um die näheren Details gibt Herr Geiger bereitwilligst 
Auskunft. 



Beiträge 

zur Keimtniss der Vegetations-Verliältnisse des Brdy- 
Gebirges in Böhmen. 

Von 

J. Freyn. 

(Vorgelegt in der Sitzung am 7. Mai 1873.) » 

I. Einleitendes 

A. Lage nnd Gliederung des Gebirges.*; 

Das Brdy-Gebirge beginnt bei Königsal nächst Prag an der Moldau und 
zieht von hier in ununterbrochen südwestlicher Richtung bis in die Gegend von 
Rozmitäl im Piseker Kreise in einer Länge von 61 Kilometern. Die Erhebungen 
des Kammes nehmen in der Richtung von NO. gegen SW. zu und erreichen 
westlich von Pfibram zwischen den Ortschaften Obecnic, Nefezin und Strasic 
die grösste Höhe; beiläufig 720 M. Von da ab senkt sich das Gebirge wieder bis 
gegen Rozmitäl, jedoch nicht so bedeutend, wie in entgegengesetzter Richtung. 

Die Gesammtbreite des Gebirges wäch9t in demselben Masse, als der ' 
Kamm höher wird. Die grösste Breite beträgt 15 Kilometer und wird im süd- 
westlichen Theile erreicht, während die schmälsten Stellen des Gebirges 3.5 Kilo- 
meter nicht überschreiten — und dem nordöstlichen Theile angehören. 

Nördlich von Pfibram wird das Gebirge von dem Litavka-Bach durch- 
brochen. Von den beiden so gebildeten Theilen wird der nordöstliche wohl 
auch als Brdy-Gebirge oder Brdy-Wald im engeren Sinne bezeichnet, während 
der südwestliche gewöhnlich Tfemosna-Gebirge benannt wird. 

1. Der Brdywald fällt beiderseits ziemlich steil ab und führt deshalb 
an mehreren Stellen den Namen Hfebeny, d. h. „Kämme". Die Kammhöhen 
des Hauptzuges betragen bei Königsal 230 M., bei Jilovist bereits 400 M., er- 
reichen bei Dobfis 530 M. und endlich bei Hlubos das Maximum von circa 
620 M. Die vielen kleinen Hügel, welche dem Hauptzuge in südöstlicher Rich- 
tung vorliegen, erreichen durchschnittlich etwa 350—400 M. Kammhöhe und 
ziehen bis in die Gegend von Knin , wo sie mit dem Urgebirgsmassiv Mittel- 
böhmens zusammentreffen. 



*) Blatt XIX und XXV der Generalstabskarte von Böhmen. 
Z. B. Ges. B. XXIII. Abh. 



22 



170 



J. Freyn. 



2. Das Tfemosna-Gebirge ist der bei weitem mächtigste Theil des 
Brdygebirges, dessen Kammhöhe zwischen 600 und 700 M. wechselt. Zahlreiche 
kurze Querketten und Vorberge liegen dem Hauptkamme beiderseits vor und 
geben demselben an Höhe nichts nach. Die wichtigsten Erhebungen des Kammes 
sind die folgenden: Brda 766 M., Tok 854 M., Koöka 785 M., Tfemsm 821 M. 
und Tfemosna 774 M. Letzterer Berg gab wohl dem ganzen Gebirge seinen 
Namen, indem er von allen Erhebungen — ausgenommen den Tremsin — die 
einzige ist, welche man als „Berg" bezeichnen kann, während alle anderen 
Gipfel nur allmälige Anschwellungen des Kammes sind. 

B. Geologische Verhältnisse. 

Das Brdygebirge gehört in seiner Gesammtheit der silurischen Formation 
an und ist durch die berühmten Untersuchungen Barrand's vollkommen bekannt. 

Des Zusammenhanges wegen möge daher im Folgenden blos ein gedrängter 
Ueberblick der vorkommenden Gesteine Platz finden. 

1. Die Unterlage bilden die Pribramer Schiefer Bei Obecnic bilden sie 
direct den Fuss des Gebirges, während sie weiter für das Dobfiser Plateau 
und das Dobfis-Kniner Hügelland charakteristisch sind. 

Ueberlagert sind sie 

2. von röthlichen Grau wacken - S andste in en. Diese begleiten den 
Fuss des Gebirges von Hlubos bis gegen Mnisek und gehören demzufolge 
gleichzeitig auch dem Plateau von Dobris und dem Dobfis-Kniner Hügelland 
an. Hierauf folgen 

3. Grauwacken und sehr kieselreiche Conglomerate. Diese sind be- 
sonders mächtig entwickelt und setzen das eigentliche Gebirge zusammen. 
Ueberall unter dem Kamme gaben sie zur Bildung grosser Trümmerpartien Ver- 
anlassung, aus welchen kleine schroffe Felsen herausragen. Die wichtigsten Typen 
dieser Bildung sind die Kazatelna (Kanzel) auf der velkä Tremosna, der Klo- 
boucek bei Obecnic. die Cernä skäla (schwarzer Felsen) im Tferaosna-Zuge, der 
Holoberg bei Glashütten u. v. a. 

4. Quarzitein geringer Entwicklung überlagern in der Gegend von 
Drahlovic die Conglomerate und treten bei der Hegerei Skalka in nackten Felsen 
zu Tage. Es reihen sich hieran an: 

5. Feinkörnige, versteinerungsreiche Thon schiefer am NW.-Fusse des 
Gebirges bei Jinec. 

6. Ueberall findet sich in kugelförmigen isolirten Felsblöcken, seltener 
in gangförmigen und stockförmigen Massen Diabas vor. Das ausgezeich- 
neteste Vorkommen dieses Gesteines dürfte wohl jenes im Schlossparke bei 
Dobris sein. 

7. Ueberall in den Thälern sind buntfarbige diluviale und alluviale Letten 
oft in bedeutender Mächtigkeit entwickelt, während die Thalsohlen meistens 

8. alluviale Schotter- und Ger ölle- Ablagerungen aufzuweisen haben. 



171 



An dei 1» i cn/.t de* behandelten Gebieten greifen Granit (am ganten 
SO. -Hand der silur. Formation) und Porphyr (bei Knin), jedoch nur ganz unter- 
geordnet herein. 

c. Bewässerung« 

Diese ist eine sehr reichliche und erfolgt durch zahlreiche Hochmoore, 
Sumpfe, Bäche und Teiche. Die Hochmoore sind giMsstentheils auf das 
Tremosnagebirge beschränkt, woselbst sie indessen «dt weile Strecken ununter- 
brochen bedecken. l>ie Mächtigkeit der Moore ist jedoch eine geringe, Torf- 
bildung Beigen sie zwar überall, aber nicht in jenem Masse, welches eine Ge- 
winnung des Torfes Lohnend machen würde. Die Sümpfe haben ein weniger 
beschränktes Gebiet und linden sich von der Thalsohle angefangen allenthalben 
bis zu den höchsten Partien des Kammes vor. 

Sehl zahlreich sind die Teiche, welche seinerzeit aus Anlass der grossen 
Eisenindustrie und des eifrig betriebenen Bergbaues wegen errichtet wurden. 
Die bedeutendsten Teiche sind: der Kunstteich bei Laas, der Sophien-Kunstteich 
zwischen Obecnic und Glashütten, der Forellenteich bei Ohecnic, der grosse 
Teich bei Heiligfeld und die vier Teiche bei Dobris und Althütten. 

Sämmtliche Gewässer des Brdygebirges werden durch zwei Hauptwasser- 
adern dem Moldaugebiete zugeführt. 

Die Kocäba thut dies direct, indem sie nach Aufnahme sämmtlicher 
Bäche, welche dem SO. -Abhänge des Brdygebirges (im engeren Sinne), sowie 
am Dobriser Plateau entspringen, nach 35 Kilom. langem Laufe bei Ötechovic 
in die Moldau fällt. Ihr Lauf ist dem Gebirgszuge bei einem durchschnittlichen 
Abstand von 10 Kilom. vollkommen parallel; das Gefälle von SW. gegen NO. 

Die Litavka fliesst nicht direct in die Moldau, sondern mündet nach 
46 Kilom. langem Laute bei Beraun in den Beraun -Fluss, welcher von Revnic 
an bis Königsal den Fuss des Brdygebirges auf eine Länge von 12 Kilom. be- 
spült — Die Litavka entspringt aus zahlreichen ziemlich gleich mächtigen 
Quellbächen am Ostabhange des Tremosnagebirges. Bei Duschnik nördlich von 
Pfibram sind alle Quellbäche vereinigt und durchbrechen zwischen Hlubos und 
Lochovic in rein nördlichem Laufe das Brdygebirge in einem Defile'e von 
11 — 12 Kilom. Länge. — Der rothe Bach (cerveny potok) führt den grössten 
Theil der vom NW. -Abhänge des Tremosnagebirges kommenden Gewässer, 
bei Zdic in die Litavka, während die vom NW. -Abhänge des Brdywaldes und 
vom Hostmicer Plateau kommenden Gewässer in kleinen Gerinnen, theilweise 
^direct der Beraun, theilweise ebenfalls der Litavka zugeführt werden. 

D. Kliina. 

Das Klima des Brdy- Zuges ist vergleichsweise zu jenem der umlie- 
genden Landstriche als ein sehr rauhes zu bezeichnen. Begründet ist diese 
Thatsache nicht blos in der Höhendifferenz (über 300 M.), welche zwischen dem 
Gebirge und den vorgelegenen Plateaus obwaltet, sondern es tritt als wesentlich 
beeinflussender Factor der Umstand hinzu, dass der Gebirgszug überhaupt die 
grösste Erhebung im Innern Mittelböhmens ist und als solche das umliegende 

22* 



172 



J. Freyn, 



Land weit überragt. Deswegen ist das Brdygebirge gegen keine Windström ung 
gedeckt und wird so zum Sammler der atmosphärischen Niederschläge für die 
ganze Gegend. Die Verschiedenheiten des Klimas prägen sich in den Pianzen- 
vorkomm'nissen vollkommen aus, wie dies im Folgenden nachgewiesen ist. 

IL Vegetationsverhältnisse. 

A. Einfluss des Klima's und der Bodenunterlage. 

Vor allem auffällig sind die bedeutenden Unterschiede, welche der Einfluss 
des Klima's auf die Vegetation ausübt. — Wesentlich von diesem hängt nämlich 
die Benützung des Bodens als Kulturland ab und diese ist im gegebenen Falle 
als Wald- und Getreideland von der Natur zum Theil factisch vorgeschrieben. 

Im ganzen Flachlande und in den tieferen Lagen des Gebirges können 
noch alle Getreidearten gebaut werden, und gedeihen ganz gut, während bei 
zunehmender Elevation des Bodens ein schrittweises Zurückweichen des Ge- 
treidebaues bemerkbar wird. Sehr schön lässt sich letzteres in der Gegend der 
höchsten Erhebungen des Tfemosnagebirges nachweisen, wo mitten im Walde 
um die Forsthäuser kleine Oasen von Ackerland vorkommen. Während nämlich 
in den Gegenden am Fusse des Gebirges (circa 500 M.) überall noch der Winter- 
weizen gedeiht, so kommt diese Getreideart weder bei Jinec Bastina (ca. 620 M.), 
noch beim Sophien- Kunst- Teiche (ca. 650 M.) mehr fort. Das Winter- Korn geht 
zwar noch bis Glashütten (ca. 680 M.) und zum Borer Forsthause (ca. 740 M.), 
jedoch ist der Anbau wegen hohen Schneelagen und häufiger Spätfröste an 
letzterem Orte oft unsicher. Sommersaaten gedeihen indessen auch hier noch 
gut. — Dagegen gedeiht bei der Hegerei Carvajika im Kloboucker Revier (ca. 840 M.) 
keinerlei Getreide mehr. Es vtrläuft also die obere Grenze des Getreidebaues 
in diesem Gebiete etwa bei 790 M. Seehöhe, und weist somit gegenüber der- 
selben Grenze in den nördlichen Alpen eine Depression von 60 M. auf. In wie 
weit hiebei auch andere Einflüsse, als jene des Klima's in Betracht kommen, 
lässt sich schwer nachweisen, und ist nur so viel gewiss, dass die Bodenbe- 
schaffenheit (Letten und Torf) der vertikalen Verbreitung des Getreidebaues in 
diesen Gegenden ungünstig ist, also bei der Hinabdrückung von dessen oberen 
Grenze wesentlich betheiligt ist. Diesen Bedingungen entsprechend ist das Brdy- 
gebirge fast ausschliesslich Waldland. 

In den tieferen Lagen des Gebietes (Gegend von Dubno bis gegen Knin) 
zeigt sich der Einfluss des (daselbst wesentlich wärmeren) Klima's sehr deutlich 
in der Vegetation. Der Boden wird als Ackerland benützt und meist nur in den 
steileren Lagen als Wald. Zugleich treten mehrere Pflanzen auf, welche für die 
wärmeren und wärmsten Theile Böhmens kennzeichnend sind. Es sind vorzüg- 
lich die nachverzeichneten Arten: Anemone pratensis, Fumaria Vaillantii, Malva 
Alcea, Potentilla alba, Bupleurum falcatum, Seseli glaucum , Asperula cynan- 
chiea, Centaurea axillaris, G. maculosa, Lactuca viminea, Phyteuma orbiculare, 
Campanula glomerata, Datum Stramonium, Primula ofßcindlis, Amaranthus 



7tfr<>tAtiont<v*rhAltniMftH Hr«l y (f«<bi t<«« 



173 



retrofle.rus, Atnplc.v msra , Anthmatm ramosum u. a. m, Kiliige v.»n diesen 
Arten treten jedoch nur sehr spärlich auf und können al - ;m ' i h itdlich« 
Vorposten dos wannen Klbegebietes gegen das rauhere Siidlxdiinen bezeichne 
weiden. 

Di r Kintluss der Gesteinsunterlage auf die Vegetation beruht hauptsächlich 
auf den Eigenschaften des betreffenden Verwitterungsproductcs. Von den hier 
in Betracht kommenden Gesteinen verwittern die Grauwacken-Conglomerate zu 
schweren wasserundurchlässigen, oft kiesigen Letten von heller Farbe und gciingei 
Brw&rmnngsfähigkeit. Sie geben daher allenthalben zur Bildung der Moore und 
Sümpfe Anlass und zeichnen sich überhaupt durch Wasserreiehthum aus. Das 
zweite Hauptgestein des Gebietes, der Schiefer, verwittert zu einem leichten, 
dunkel gefärbten, wasserdurchlässigen, mir etwas lehmigen Boden, welcher 
über dem zerklüfteten Muttergestein eine oft nur wenige Centimeter starke 
Schicht bildet. Dieser Boden ist sehr erwärmungsfähig, aber wegen seiner 
Wasserdurchlässigkeit sehr trocken, oft dürr oder gar ganz steril. — Vorzüglich 
die Wasserarmuth des einen Bodens und der Wasserreichthum des aridtren 
werden also Verschiedenheiten im Vegetationsbilde hervorrufen. Diese Differenzen 
lassen sich im Gebiete auch Dachweisen und kommen hiebei natürlich vorzüglich 
jene Pflanzen in Betracht, welche beiden Gesteinsunterlagen nicht gemeinsam 
sind. Dieselben sind in der folgenden Zusammenstellung angeführt und sind 
dabei die Namen der vorzüglich Wasser liebenden Pflanzen mit durchschos- 
senen Lettern gedruckt. 

Auf Schiefer kommen vor und wurden auf den Grauwacken nicht be- 
obachtet: Anemone pratemis; Fumaria Vaillantii ; Arabis arenosa; Lepidium 
Draba; Dianthus Seguierii, carthusianorum; Silene nutans, noctiflora; Lychnis 
Viscaria; Stellaria Holost ea; Malva Alcea; Hypericum humifusum ; Acer 
campestre; Genista germanica; Ononis spinosa; Trifolium ochroleacum ; La- 
thyrus silvestris; Spiraea filipendula ; Potentilla supina, alba; Bryonia alba; 
Sedum sexangulare, reflexum; Astrantia major ; Eryngium campestre; Falcaria 
Rivini; Bupleurum falcatum,longifolium; Seseli glaueum ; Cornus mas; Asperula 
cynanchica; Galium silvaticum ; Dipsacus silvestris; Inula britanica, Conyza; 
Pulicaria vulgaris; Heiichrysum arenarium; Artemisia Absinthium; Anthemis 
tinetoria, montana; Matricaria Chamomilla; Onopordum Acanthium; Carlina 
acaulis; Centaurea axillaris, maculosa; Cichorium Intybus; Lactuca viminea,'* 
Crepis tectorum; Jasione montana; Phyteuma orbicidare, spicatum; Campanula 
glomerata; Pirola chlorantha; Cynanchum Vincetoxium; Vinca minor; Gen- 
tiana Amarella; Anchusa officinalis ; Symphytum tuberosum; Myosotis hispida; 
Solanum nigrum; Hyoscyamus niger ; Datum stramonium; Antirrhinum Oron- 
tium ; Linaria arvensis; Veronica spicata, verna; Melampyrum nemorosum j 
Pei i cular is pal ustris; Origanum vulgare ; Calam intha Acinos ; Leo nurus 
Cardiaca ; Primida officinalis; Statice elongata ; Amarantjms retroflexus ; 
Chenopodium hybridum , Vulvaria; Atriplex rosea; Daphne Cneorum; Hnmulus 
Lupulus; Iris Pseudacorus ; Lilium Martagon; Anthericum ramosum; 
Allium fallax; Scirpus lac ust r is; Carex pilulifera , polyrrhiza , silvatica; 



174 



J. Freyn. 



Avena flavescens; Bromus erectus; Asplenium septentrionale und Ruta muraria. 
Auf Grauwacken-Conglo meraten, jedoch nicht auf Schiefer wurden be- 
obachtet: Aqitilegia vulgaris; Dentaria enneaphyllos ; Drosera rotundifolia; 
Potentilla procumbens; Sorbits Aria; Peplis portula; Montia rivu- 
laris; Ribes Grossularia; Öhrysosplenium oppositifolium; Cam- 
panula Gervicaria; Vaccinium Oxycoccos; Veronica scutellata; 
Trientalis europaea; Orchis incarnata; Colloglosum viride ; Convallaria 
verticillata ; Juncus supinus; ÜJriophorum vaginatum; Carex stellu- 
lata, elongata, canescens, vulgaris, ampullacea; Molinia caerulea, 
Lycopodium annoti num; Blechnum Spicant; Botrychium Lunaria, matri- 
cariaefolium. 

Nach dem eben Gesagten sintl also im Gebiete des Brdygebirges den 
Schiefern rund 90 und den Grauwacken-Conglomeraten 30 Arten eigentümlich.*) 
Von den Ersteren sind jedoch blos 3 Arten Sumpf- oder Wasserpflanzen (3%), 
während von den der Grauwacke angehörigen Arten nicht weniger als 19 d. i. 
63% wasseiiiebende Pflanzen sind. Dadurch ist die oben erwähnte Einwirkung 
der Gesteinsunterlage genügend dargethan. 

Es erübrigt noch, die jede Vegetationsform vorzüglich kennzeichnenden 
Arten hervorzuheben. Im Brdygebirge sind vorzüglich entwickelt: die Vegeta- 
tionsform des Waldes, der Moore und Sümpfe, der Wiesen, der Bäche und Tejche 
und der Aecker. Endlich kommen noch die Haupt-Culturpflanzen und die Ru- 
deralpflanzen in Betracht. Eine eigentliche Felsenvegetation ist selten; die 
Vegetation der sonnigen Hügel fehlt fast ganz. 

B. Vegetation des Waldes. 

Der Wald bedeckt den Gebirgszug sammt dessen Vorlagen fast vollständig 
und drückt damit der Vegetation der ganzen Gegend den Charakter der Wald- 
flora auf. Indessen sind in dieser selbst einige Modificationen bemerklieb, welche 
vornehmlich durch die jeweilig herrschende Holzart bedingt sind. Der aller- 
grösste Theil des Waldes ist Nadelwald, der Rest Misch-, sehr selten reiner 
Laubwald. Man kann vorzüglich zwei Zonen der Waldvegetation unterscheiden: 
die untere Zone oder die Region der Föhre (Pinus silvestris) und die obere 
Zone oder die Region der Fichte und Tanne (Abies excelsa und pectinata). 
Abwechselndes Eingreifen der beiden Abtheilungen in einander kommt natürlich 
überall vor — ganz scharf lässt sich so eine Grenze eben nicht ziehen. 

a) Region der Föhre. — Die Föhre bewohnt vorzüglich das Plateau 
von Dobfis, das Dobris-Kozohorer Hügelland, den ganzen Fuss des SO. -Ab- 
hanges des Gebirges von Mnischek über Dobfis bis Rozmitäl und zurück am 
Nordwestabhange wieder bis Revnic. Stellenweise steigt die Föhre jedoch bis 
zu den Berggipfeln in geschlossenen Beständen und ist auch sonst allenthalben 
eingesprengt. Je nach der Höhenlage ist auch die secundäre Waldflora dieser 
Region verschieden. Im Allgemeinen sind jedoch die Föhrenbestände die pflanzen- 



*) Eine weitere Untersuchung des Gebirges würde diese Zahlen wohl etwas verschieben, jedoch 
nicht in dem Masse, dass dadurch das Gesamwtbild wesentlich geändert würde. 



V«»Ki>tution«vorli!UtniHH.< <lo>< |tnlyK»>lurK<»N 



176 



ärmsten Theile ilos« (lebietes, das Unterholz fehll entweder ganz, oder ist durch 
endlose Massen von Juni/wrus communis, selten durch AbieS /» < I nmhi gebildet. 
In den Tieflagen gewähren weiter Agrost is stoUdonifera; Ann flex%t08a; Lti Ufa 
alhida ; Sanicula europuva; Yaccinium iMyrtillus und JSIclamjnjrum i>ralmsr 
einen tr08t}086D Anblick, während in den llochlagen lly)>ncn: Hylocom nirti, 
Pteris uquiliua; Aspidium spi nufosum ; Mvlampyrum silra! icum ; Yaccinium 
Yitis Idaca; Calluna vulgaris n. a, hinzukoinmen und eine oft sehr dichte 
Bodendeeke bilden. Viel abwechslungsreicher ist indessen die Vegetation 
dieser Waidregion in den abgeholzten Theilen derselben, den sogenannten Holz- 
Bchlägen. Schon im ersten Jahre*) nach der Fällung des Holzes treten Epüo- 
bium angustifolium, Scnecio silvaticus, Erigeron canadeusis , ^Arabis arenosa 
und A. Thaliana in grossen Massen auf, zu welchen sich im weiteren Verlaufe 
der Wiederbewachsung vorzüglich die nachbenannten Pflanzen in grosser Menge 
und oft truppweise gesellen und durch ihre häufig lebhaften Farben dem Auge 
ein abwechslungsreiches Bild gewähren. Es sind dies: Helianthemum vulgare; 
Viola cauinu; Folggala vulgaris; Ggpsophila muralis; Arenaria serpyüifolia ; 
Hypericum perforatum; Sarothamnus vulgaris; Genist a germanica ; Trifolium 
arvense, repens, procumbens , filiforme; Lotus corniculatus ; Coronilla varia; 
Spiraea filipendula; Fragaria vesca, collina; Potentilla verna; Fpilobium 
montanum; Sedum acre, sexangulare; Saxifraga granulata; Timpinella Saxi- 
fraga; (hdium verum, Mollugo, silvestre; Bellis perennis; Erigeron acris; 
Filago arveusis, minima; Gnaphalium dioicum; Chrysanthemum corymbosum; 
Cirsium arvense; Leontodon autumnalis, hastilis; Grepis virens; Hieracium 
Pilosella, Auricula, murorum; Jasione montana; Campanula rotundifolia, 
patula, persieifolia ; Cynanchum Ylncetoxicum ; Frythraea Centaurium; Fchium 
vulgare; Myosotis hispida, stricta; Linaria vulgaris; Veronica Chamaedrys, 
prost rata, triphyllos; Thymus Serpyllum ; Glechoma hederacea; Galeopsis ver- 
sicolor; Prunella vulgaris; Ajuga reptans; JRumex Acetosella; Fuphorbia Cypa- 
rissias; Luzula pilosa, campestris; Carex muricata, leporina; Agrostis stoloni- 
fera, vulgaris; Aira caespitosa, flexuosa; Holcus lanatus; Festuca rubra, 
Triticum repens; Lolium perenne. Die fünf letztgenannten Gräser erhalten jedoch 
gar bald die Oberhand, bis auch sie von dem allmälig emporwachsenden Jung- 
holz unterdrückt werden. In diese Zeit der wachsenden Herrschaft der jungen 
Nadelhölzer fällt auch eine charakteristische Vegetationsepoche des Waldes: 
Betula alba, Popidus tremida und Salices, namentlich aber Salix aurita schiessen 
rapid empor und bilden ein schützendes Laubdach über die jungen Nadelhölzer. 
Sobald jedoch dieser Schutz zur Befürchtung Anlass gibt, dass er sich zur 
Unterdrückung ausbilden könnte, fallen die bisherigen Beschützer der Axt zum 



*) Die hoch entwickelte Wakl-Cultur , welche namentlich auf den fürstlich Colloredo-Manns- 
feld'schen Besitzungen schon seit Jahren betrieben wird, verursacht häufig nicht nur eine Ver- 
schiebung des Eintrittes dieser Bewachsungsfolge , sondern auch das sporadische Auftreten, 
anderer Pflanzen. Die jungen Holzschfäge werden nämlich, wenn thunlich, durch zwei Jahre als 
Aecker benutzt und während dieser Zeit auch wieder mit Waldbäumen bepflanzt. In diesen Fällen 
entfällt die sonst dem ersten Jahre eigenthümliche Vegetation ganz. 



176 



J. Freyn. 



Opfer und die Föhre (oder auch die Fichte — je nachdem eine oder die andere 
angepflanzt wurde) ist wieder Alleinherrscher im Walde. 

Die Holzschläge jener Föhrenbestände, welche höher ins Gebirge hinan- 
steigen, also mehr Einschübe in die Fichtenregion bilden, zeigen ein anderes 
Verhalten, als das oben beschriebene, u. z. ist dasselbe identisch mit jenem der 
Fichtenwälder. 

b) Eegion der Fichte und Tanne. Ueberall in den höheren Lagen 
herrschen die beiden genannten Bäume gegen alle anderen bedeutend vor. Ge- 
wöhnlich ist es die Fichte allein, welche die ausgedehnten prachtvollen Bestände 
bildet, die dem Brdygebirge so eehr zur Zierde gereichen. Die Tanne ist meist 
nur Einsprengling, bildet jedoch stellenweise zusammenhängende Waldpartien, 
welche indess immer mehr verschwinden, weil die herrschende Cultur- Methode 
das Aufziehen der Tanne nicht begünstigt. — Als häufige Gesellschafter der 
Fichtenwälder treten Populus tremula, Betula alba, Quercus sessiliflora und 
Fagus silvatiea auf, denen sich seit etwa 60 Jahren Larix europaea in immer 
wachsender Anzahl anschliesst, so zwar, dass hie und da durch diesen Baum 
bereits geschlossene Bestände gebildet werden. — Die Fichtenbestände sind 
entgegen der Föhre durch ihre Dunkelheit und feuchte Atmosphäre gekenn- 
zeichnet. Oft helfen zahlreiche kleinere oder grössere Sumpfpartien dieselbe noch 
vermehren und vermitteln den Uebergang zur Vegetationsform der Moore. 
Während häufig der Boden des Fichtenwaldes jedes secundären Pflanzenwuchses 
entbehrt oder einen weiten Moosteppich (Dicranum scoparium; Hypnum Schre- 
beri, cupressiforme; Hylocomnium splendens und triquetrum) bildet, aus welchem 
hie und da Aspidium spinulosum, Melampyrum pratense, silvaticum u. dgl. 
spärlich hervorragen, so findet sich doch wieder an den feuchten und sumpfigen 
Stellen oder an den Bachufern eine üppige Vegetation vor. Dieselbe wird vor- 
züglich von den nachbenannten Pflanzen gebildet : Eanunculus lanuginosus ; 
Caltha palustris; Nasturtium officinale; Sagina procuwibens ; Moehringia 
trinervia; Stellaria uliginosa; Geranium robertianum; Oxalis Acetosella; Po- 
tentilla Tormentilla; Callitriche vernalis ; Montia rivularis; Clirysosplenium 
alternifolium ; Sanicula europaea; Angelica silvestris; Anthriscus silvestris; 
Chaerophyllum hirsutum; Lonicera nigra; Asperula, odorata; Galium palustre, 
rotundifolium ; Valeriana sambucifolia ; Knautia silvatiea; Gnaphalium uligi- 
nosum; Cirsium palustre; Hypochoeris radicata; Laetuca muralis; Crepis 
paludosa; Hieracium vulgatum, murorum; Vaccinium Myrtillus; Prola rotun- 
difolia, uniflora ; Myosotis palustris; Veronica Beccabunga; Melampyrum sil- 
vaticum; Stachys silvatiea; Trientalis europaea; Lysimachia Nummularia, 
nemorum; Daphne Mezereum ; Asarum europaeum; Euphorbia dulcis; Salix 
aurita; Orchis maculata; Piatanthera bifolia; Epipactis latifolia; Paris quadri- 
folia; Convallaria verticillata ; Majanthemum bifolium; Juncus e ff usus , lam~ 
procarpus; Luzula maxima; Scirpus silvaticus; Eriophorum angustifolium i 
Carex remota, pallescens, flava; Melica nutans; Glyceria fluitans; Festuca 
gigantea; Equisetum silvaticum; Polypodium Dryopteris; Aspidium spinulosum, 
Filix mas, Filix femina; Blechnum Spicant; Pteris aquilinia; Fissidens 



ftgttatlMfftrfctltBiiM d#< BrdygtblrfM 



177 



brifoitlcs, exilia , Tetraphia pellucida; Bryum roseum; Mnium affine, undulaium, 
Hörnum, spimdosum, punctcUum ; Atrichum undukUum; Polytrichum formot/wt^ 
juniperinum; Thuidium tam<triscinum ; Climucium dendroidcs ; Brachythecitm 
Uutabulwn ; ISwrrhynchium praelongum; Plagiothecium silvaticum, Hypnum 
Sekreberi; Hylocomnium splendens, squarrosum und triquetrum. — In den 
Holzschlägen der Fichtenregion herrscht nicht dieselbe Mannigfaltigkeit, wie in 
jenen der tiefer liegenden Föhrenwälder und ist dafür besonders das ausser- 
ordentlich schnelle Umsichgreifen des Graswuchses - bei besserem Hoden — 
oder von Calluna vulgaris und Vaccinien bei schlechtem Boden charakteristisch. 
Die Reihenfolge der Bewachsung ist folgende: Im ersten Jahre nach der Ab- 
holzung bedecken dichte Massen von Senecio silvaticus die Holzschläge und 
dulden nur wenig andere Gewächse neben sich. Es sind dies: Epüobium an- 
gustifolium, Füago arvensis, minima; Senecio vulgaris und viscosus. Im weiteren 
Verlaufe überziehen sich die sterilsten Stellen sehr schnell mit Moospolstern 
(DicraneUa heteromaUa; Didymodon rubcllus; Ceratodon purpureus; Funaria 
hygrometrica ; Bryum caespititium , argenteum; Atrichum unduhäum; Pago- 
natum aloides-, urnigerum; Polytrichum formosum und juniperinum), während 
Cirsium arvense und die schon im ersten Jahre aufgetretenen Arten allmälig 
dem Andränge der Gräser und anderer Pflanzen unterliegen. Es machen sich 
bei gutem Boden bemerklich: Ranunculus bulbosus; Polygala vulgaris; Hype- 
ricum perforatum , montanum ; Genist a tinetoria; Cytisus nigricans; trifolium 
rubens, montanum , procumbens, filiforme; Coronilla varia; JRubus Idaeus, 
•fruticosus (in zahlreichen Formen); Fragaria vesca; Rosa alpina (pyrenaica), 
rubiginosa, canina; Poterium Sanguisorba; Sorbus auöuparia; Epüobium 
montanum; Pimpinella Saxifraga; Selinum carvifolia; Sambucus racemosa; 
Erigeron acris ; Gnaphalium silvaticum, dioicum ; Senecio Fuchsii; Cirsium 
linccolatum, palustre; Centaurea Jacea ; Leontodon autumnalis, hastilis; Pre- 
nanthes purpurea; Hieracium Pilosella, Auricula, murorum, boreale, rigidum, 
umbellatum ; Campanula rotiindifolia ; Erythraea Centaurium; Scropjhxdaria, 
nodosa; Linaria vulgaris; Euphrasia officinalis; Galeopsis versicolor, pubescens ; 
Plantago lanceolata var. pumila; Rumex Acetosella; Salix aurita; Epipactis 
latifolia; Juncus effusus; Luzida multiflora; Anthoxanthum odoratum; Agrostis 
stolonifera, vulgaris; Calamagrostis Epigeios; Aira caespitosa, flexuosa; Holcus 
Janatus; Triodia decumbens; Triticum repens; Lolium perenne; Nardus stricta. 
Vorstehendes Verzeichniss erfährt jedoch in dem Falle eine grosse Reduction. 
•wenn der Boden sehr steril ist, was in den Hochlagen oft vorkommt. Bevor 
nämlich andere Pflanzen recht Fuss fassen können, verbreiten sich dann Calluna 
vulgaris und Vaccinium Vitis Ideaa so sehr, dass jede weitere Vegetation unter- 
drückt oder am Aufkommen verhindert wird. Besonders die erstere Art („Erika" 
genannt) hat von weiten Flächen Besitz ergriffen und spottet aller Culrurver- 
suche, welche behufs Eraporbringung der Nadelhölzer gemacht werden. Ver- 
kümmerte Bäume und Sorbus auc. ragen in grossen Abständen aus der Haide 
hervor und nur an nassen Stellen ermöglichen kleine Hochmoore das Aufkommen 
eines anderen Pflanzenwuchses und bringen so eine dürftige Abwechslung in die 

Z. B. Ges. B. XXIII. Ahh. 23 



178 



.). Freyn. 



eintönige Fläche. — Auch die grossen Partien lose übereinander gehäufter Fels- 
trümmer, welche in der Fichtenregion so häufig vorkommen, bieten ein trostloses 
Bild. So lange der Wald steht und die Trümmer beschattet, überzieht sie 
wenigstens Hypnum cupressiforme und findet im Nadelabfalle ein Geranium 
robertianum oder Impatiens Noli tangere ein Plätzchen. Bei der herrschenden 
Kahlschlagwirthschaft werden jedoch die Felstrümmer endlich dem Sonnenbrande 
ausgesetzt und jedwede Vegetation erstirbt dann für lange Zeit. Erst mit dem 
Heranwachsen der benachbarten Jungwälder und dem so theilweise gewonnenen 
Schutz siedeln sich einige Farne (Pteris; Aspidien) oder Bergahorn in Lücken 
an, aus welchen der Humus in der Zwischenzeit noch nicht herausgewaschen 
worden ist. 

C. Vegetation der sonnigen Hügel. 

Nachdem, wie schon oben erwähnt, die anderswo so charakteristischen 
„sonnigen Hügel" dem Brdygebirge fast gänzlich fehlen, so sind auch nur wenige 
Arten dieser Standorte vertreten. Für das Brdygebirge und das Dobriser Piateau 
sind zu verzeichnen: Helianthemum vulgare; Viola odorata; Dianthus Cartliu- 
sianorum, Coronilla varia; Potentilla argentea, verna; Rosa canina; Eryngium 
campestre; Falcaria JRivini; Anthemis tintoria, montana; Chrysanthemum corym- 
bosum; Cirsium acaule; Onopordum Acanthium , Carlina acaulis, vulgaris; 
Centaurea Scabiosa; Echium vulgare; Digitalis grandiflora; Thymus Serpyllum; 
Daphne Cneorum; Phleum nodosum; Koeleria cristata. 

D. Vegetation der Felsen. 

Sie bietet etwas mehr, als die sonnigen Hügel; indessen verschwindet 
sie fast noch gegen das erdrückende Vorwalten der Waldflora. Letzteres ist 
auch der Grund, warum fast sämmtliche Felsen in der Waldregion bios die 
Pflanzen des umliegenden Waldes aufzuweisen haben. Es sind neben den 
Pflanzen der sonnigen Hügel noch zu verzeichnen: Actaea spicata (nur auf 
schattigen Felsen); Turritis glabra; Genista germanica; Sedum maximum, 
reflexum; Bupleurum fdlcatum; Seseli glaueum ; Toriiis Anthriscus; Galium 
silvestre; Centaurea axillaris; Laciuca viminea, Cynanchum Vincetoxicum, Ori- 
ganum vulgare; Allium fallax, Asplenium septentrionale, JRuta muraria, Tri- 
chomanes; Polypodium vulgare; Cynodontium strumiferum(?); Barbula muralis; 
Grimmia apocarpa, pulvinata ; Hediuigia eiliata; Bartramia ithyphylla; Neckera 
complanata; Pseudoleskea atrovirens; Hypnum cupressiforme, Crista castrensis. 

E. Vegetation der Bäche nnd Teiche. 

Trotz des grossen Wasserreichthums ist die demselben eigentlich zu- 
kommende Vegetation nicht in hervorragender Weise entwickelt, woran wohl 
das grosse Gefälle der Wasserläufe und die niedere Wassertemperatur Schuld 
ist. In und an Bächen und Teichen kommen vor: Ranunculus aquatilis, pauci- 
stamineus, divaricatus, Lingua; Caltha palustris; Nasturtium silvestre ; Erysi- 
mum cheiranthoides ; Malachium aquaticum; Geranium palustre; Epllobnm 
palustre ; Myriophyllum spicatum; Callitriche vernalis ; Montia rivularis; Galium 



V. ftiatloBiverhUteiiiM dei Unlygebirge«. 



17:» 



palustre; Valeriana ilioica, officiiudis ; Achill fu Vtarmica; Crcpis paludoSU. 

Ctfsittm oUraceum; Veronica Anagallis, Beccabunga; Mentlui arvensis ; Lycopus 
< urojxtt hs ; ScutcUaria galericulata ; Lysimachiu ruh/ans, Huinex conglomeratus , 
Polygonum amphibium; Salix fragilis, alba, purpurea, rubra, viminalis, Capraea i 
Alnus glutinosa; Alismu Plantago; Potamogeton natans, crispus; Lemna minor; 
Typha cmgustifolia ; Sparganium ramosum, simplex; Iris Pseud- Acorus ; Juncu 
effusus, lamprocarpus, bufonius; Heleoclw/ris palustris, acicularis; Scirpus 
tetaceus, lacustris, silvaticus; Carex remota, acuta, flava, ampullacea, vesicaria, 
paludosa; Phruginites communis; Glyceria spectabilis, fluitans; Equisetwii 
palustre. limosum; Hhaeomitrium aciculare; Vontinalis antipyretica ; Brachy- 
thecium rivulare; Hhyuchostegium rusciforme; Amblystegium irriguum. 

F. Vegetation der Sümpfe und Moore. 

Diese Vegetationsform rindet sich vorzüglich im Gebirge ausgeprägt, wo 
sie jedoch vielfach in die Waldflora hinübergreift, anderseits auch in die Wiesen- 
tiora übergeht. Die vorzüglichsten Sumpf- und Torfpflanzen sind im Brdygebirge 
die nachbenannten: Drosera rotundifolia ; Parnassia palustris; Trifolium liy- 
bridum ; Lotus uligiuosus; Geum rivale; Potentilla procumbens; Epilobium 
palustre; Sedum villosum; Chrysosplenium [alter nifolium und oppositifolium ; 
Chaerophyllum hirsutum ; Cirsium palustre; Taraxacum off'iciuale ; Crepis palu- 
dosa ; Vaccinium MyrtiUus, Oxycoccos; Calluna vulgaris; Myosotis palustris; 
Pedicularis süvatica, palustris; Trientalis europaea; Lysimachia Nummularis, ; 
Salix aurita; Triglochin palustre; Orchis maculata, latifolia; Iris sibirica; 
Majanthemum bifolium; Juncus fdiformis, lamprocarpus, supinus ; Eriophorum 
latifolium, angustifolium , vaginatum; Carex pulicaris, remota, stellulata, elon- 
gata, canescens, vtdgaris , panicea , pallescens, flava, ampullacea; Alopecurus 
geniculatus ; Triodia decumbeus; Glyceria fluitans; Molinia caerulea; Nardus 
stricta; Equisetum silvaticum; Lycopodium anuotinum, Polypodium Dryopteris; 
Blechnum Spicaut; Pteris aquilina ; Dicranum palustre ; Fissidens adianthoides ; 
Tetraphis pellucida; Bryum pseitdotriquetrum, pallens, roseum; Mnium hornum, 
punctatum, undulatum; Aulacomnium palustre; Philonotis fontana; Polytrichum 
commune; Thuidium tamariscinum ; Climaeium dendroides ; Plagiothecium 
Undulatum; Hypnum Sommer feldtii, aduncum, vernicosum, commutatum , fili- 
cinum, cordifolium, cuspidatum; Hylocomniuw squarrosum; Sphagnum acuti- 
folium , Girgensohnii , cuspidatum, squarrosum, rigidum, subsecundum und 
cymbifolium. — Es ist aus dieser Zusammenstellung ersichtlich, dass viele echte 
Torfpflanzeu im Brdygebirge fehlen. 

23* 

i 



180 



J. F r e y n. 



6. Vegetation der Wiesen. 

1. Thal-Wiesen (nasse Wiesen). Zum grossen Theil sind die Wiesen 
des Brdygebirges — namentlich jene in den Thälern — mehr oder weniger nass 
und dem entsprechend deren Vegetation vielfach an jene der Bäche, Teiche und 
Sümpfe sich anlehnend. Da jedoch, wo die Wiesen an den Wald grenzen oder 
gar zur Grenze von demselben eingeschlossen sind, siedeln sich natürlich man- 
nigfache Waldpflanzen auf demselben an (Piatanthera bifolia; Carex brizoides; 
Festuca rubra; Hylocomnium squarrosum etc.), Im Allgemeinen sind jedoch 
die herrschenden Wiesenpflanzen die nachbenannten: Banunculus auricomus, 
acris; Caltha palustris; Cardamine pratensis; Lychnis Flos cuculi; Stellaria 
graminea; Linum catharticum ; Geranium pratense; Trifolium pratense, repens, 
hybridum; Vicia Cracca; Lathyrus pratensis; Spiraea Ulmaria ; Sanguisorba 
officinalis; Lythrum Salicaria ; Galium Aparine , palustre , boreale; Succisa 
pratensis; Bellis perennis; Achülea Ptarmica, Millefolium; Chrysanthemum 
Leucanthemum ; Cirsium palustre, Canum, oleraceum; Centaurea Jacea; Cam- 
panula patula; Gentiana Pneumonanthe ; Myosotis palustris; Ehinanthus 
minor; Planlago media, lanceolata; Rumex Acetosa ; Triglochin palustre ; Orchis 
latifolia; Iris sibirica; Eriophoriim latifolium , augustifolium ; Carex disticha, 
acuta, panicea, vesicaria; Alopecurus pratensis; Phleum pratense; Koeleria 
cristata var. major; Aira caespitosa; Holcus lanatus, mollis; Arrhenatherum 
elatius; Briza media; Poa annua, pratensis, compressa; Bactylis glomerata; 
Cynosurus cristatus; Festuca ovina, elatior; Lolium perenne; Equisetum 
arvense. 

2. Bergwiesen resp. tro c kene Wiesen. Diese haben selbstverständlich 
viele Pflanzen mit den nassen Wiesen gemein, doch führen sie mehrere Arten, 
welche auf den letzteren in der Regel nicht zu finden sind: Trollius europaeus; 
Trifolium montanum; Saxifraga granulata; Carum Carvi;> Pimpinella Saxi- 
fraga; Pastinaca sativa; Galium verum, Mollugo; Gnaphalium dioicum; Arnica 
montaua; Scorzonera humilis; Hieracium Pilosella, Auricula, pratense, umbel- 
latum; Campanula roduntifolia; Gentiana germanica; Orchis Morio; Caelo- 
glossum viride; Colchicum autumnale; Luzula campestris; Carex praecox; 
Botrychium Lunaria. 

H. Vegetation der Aecker. 

Bei dem Umstände, als in dem besprochenen Theile Böhmens eine rationelle 
Feldwirthschaft schon durch längere Zeit besteht, gibt es nur sehr selten Brach- 
äcker und es fehlt deshalb die diesen eigenthümliche Flora im Brdy-Gebiete 



Vegtittttiuiinvrrliiillhihnt' .!<•» I'.i .!)>'.•!. u 



181 



gänzlich. I>ie daselbst auf Aeckern gebauten ('ulturpflanz.'ii sind folgende 
Püpaver somniferum; lirassica olerucea y. cujtitatu ],. (Sauerkraut); /; \a/m- 
ot. oleifera (Kaps) uml y. escutentu (Dnrselwn); Ii. Jfujia y. esculenta (Waster- 
rttben); Limtm usitatissimum ; Medivago sativa; Trifolium />rufense; Vida 
sativa; Er mm Leus; Visum sativum; Helianthus tuberostu (als Putterfflr das 
Wild); Solanum tuberosum ; Heia wdyaris ß. cicla; PoHygonutn Fagopyrum 
Ipn selten): Humulus l.upulus; Panicwn müiaceum (nur selten): Arena sativa i 
Triticum vulgare; Seeale vereide; Hordeum vulgare, distiehum. Als Aeker- 
unkräuter treten auf: Bauunculus arveusis; Delphinium Consolida; Papavei 
Khoeas; Fumaria of/ieiuidis; Arabis Thaliana; Alyssum vulyviuum ; Camelina 
dentuta; Thlaspi arveuse; Capsella Bursa pastwis; Neslia paniculata; Raphamts 
Jiaphanistrum ; Viola trivolor; Gypsopliilu muralis; Silene noctiflora; Agro- 
stemma Githago; Spergula arveusis; Arenaria serpyllifolia ; llolosteum umbel- 
latum; Stellaria media, yraminca; Cerastium triviale; Hypericum perforatum; 
Geruuium pusillum, dissectum, volumbinum ; Erodium cicutarium ; Medicago 
lupulina; Trifolium arvense, procumbens, filiforme; Vicia angustifolia, sativa; 
Ervum Itirsutum, tetraspermum ; Kubus caesius; Scleranthus anuuus, perenuis; 
Sedum maximum: Daueus Carota ; Sherardia arvensis; Valeriauella Morisonit, 
olitoria; Filago arveusis; Anthemis arveusis; Matricur ia Chumomillu; Chry- 
santhemum inodorum; Senecio vulgaris; Cirsium arvense; Centaurea Cyunus; 
Sonchus arvensis; Crepis virens; Campanulu rapuneuloides ; Convolvulns 
arveusis: Ouscuta europaea, Epiliuum . Lycopsis arvensis. Lithospermum 
arrense. Myosotis intermedia, st riet u . Linaria arvensis. Veronica triphyllos, 
agrestis, polita, hederifolia. Bhinanthus Alectorolophus . Mentha arvensis. 
Lamium amplexicaule , purpureum. Galeopsis Ladanum , Tetrahit. Stuchys 
palustris. Auagallis arvensis. Chenopodium album , polyspermum . Atriplex 
patula. Iiumex Acetosellu. Polygonum lapathifolium , Persicaria, aviculare, 
Convolvulns . Euphorbia helioscopia, Peplus, exigua . Gageu stenopetula. Allium 
oleraceum. Apera Spicaventi. Ave na futua. Poa annua, vompressu. Bromus 
secalinus, mollis. Triticum repens . Lolium perenne, arvense, temulentum . Equi- 
setiun arvense. 

J. Sckuttpflauzen. 

Die Zahl derselben ist im Gebiete des Brdygebirges eine sehr kleine und 
beschränkt sich auf die allergewöhnlichsten Vertreter dieser Gruppe. Es wurden 
beobachtet: Clielidonium majus . Sisymbrium officinule, Sophia. Lepidium 
ruderale, Draba . Lappa major, tomentosa. Lapsana communis. Sonchus olera- % 



182 



J. P r e y n. Vegetatioiisverhältnisse «les Brdygebirgei 



ceus . Hyoscyamus niger . Datura Stramomum . Linaria minor . Ballota nigra . 
Leonurus Cardiaca. Chenopodium Bonus Henricus, hybridum, murale, glau- 
cum, album, Vulvaria, pölyspermum. Atriplex rosea, patula. Urtica urens, dioica. 

Bei den Ruderalpflanzen kann man füglich auch jene Arten anführen, die, 
meist aus Gärten stammend, vorzüglich in der Nähe der Ortschaften gefunden 
werden und nur selten und nicht dauernd, sondern blos als zufällige Erschei- 
nungen im Vegetationsbilde auftreten. — Für unser Gebiet kann ich die nach- 
folgenden anführen: Silene Armeria, pendula. Anethum graveolens. Chrysan- 
themum Parthenium . Gochlearia Armoracia. Haphanus sativus . Onobrychis 
sativa. Cannabis sativa und Asparagus officinalis. 



Zoologisehe Miscellen. 

Von 

Georg Bitter von Frauenfeld. 

Will. 

Mit Tafel II. B. 

Neuer Kartoffelschädling in America. — Zwei neue Gallmücken : Diplosi» Schineri 
n. sp., Asphondylia cytisi n. sp. — Neuer Phyllopodc: Brnnchipus Humen n. sp. 
- Varietät von Bombinator igneus. — Angebliches Mittel gegen Phylloxera. — 
Anobiuw Paniceum L. in Paprika. 



(Vorgelegt in der Sitzung am 2. April 1873.) 

Es ist durch die Erfahrungen der jüngsten Zeit, dass bisher unbeachtete 
Thiere unerwartet als Feinde unserer Kulturpflanzen auftreten, und empfindlichen 
Schaden in weitem Umfange verursachen, un<yrlässlich geworden, die grösste 
Aufmerksamkeit auf die Pflanzenfresser unter den Insecten überhaupt zu richten, 
und sie während jener Periode ihres Lebens genau zu beobachten, in welcher 
ihre grösste Wirksamkeit stattfindet. Tritt eine Art wirklich schädlich auf, 
so ist, auch wenn sie unseren Gegenden nicht angehört, und sie fern von uns 
ihre Verheerungen ausübt, es dringend nothwendig, auf dieses aufmerksam zu 
machen, da wir bei dem lebhaften und raschen Verkehr nach allen Richtungen 
in der ganzen Welt, für welchen selbst Oceane und Hochgebirge nur mehr die 
geringste Zeit noch in Anspruch nehmen, vor der Einschleppung derselben aus 
den entlegensten Gegenden nicht mehr sicher sind. Hat doch Phylloxera den 
empfindlichsten Beweis geliefert. 

Schon seit einiger Zeit kommt aus America die Nachricht eines neuen 
Kartoffelfeiudes, Doryphora äecemlineata der alldort die grössten Besorgnisse 
erregt: the western potato beetle, the Colorado bug, ten lined spearman genannt. 
Welche Bedeutung eine Missernte dieser unschätzbaren Frucht in Furopa haben 
würde, das haben die bangen Besorgnisse dargethan, welche vor wenig Jahren 
durch die Kartoffelfäule hervorgerufen wurden. 

Herr 0. Finsch, der dieses Insect im verflossenen Jahre selbst beobachtete, 
theilte mir nach gedruckten Nachrichten Folgendes über dasselbe mit: 

„Dieser Käfer, der noch vor wenigen Jahren als Seltenheit in den Samm- 
lungen galt, wurde aus Colorado in dem Journal of the academy of natural 
Sciences of Philadelphia von Say beschrieben. Er verbreitete sich aus seiner 
Heimath immer weiter nach Osten über Jowa, Kansas, Wisconsin und so fort bis 
Cleveland in Ohio, sowie nördlich bis Canada und dürfte in wenig Jahren die 
Ostküste erreichen. 



184 



Georg R. v. Frauen fei d. 



In Cleveland beobachtete ihn Herr Finsch, wo die Kartoffelfelder bis auf die 
letzten Strünke abgefressen waren, indem nicht nur die Larven, sondern mehr 
noch die Käfer an den Pflanzen zehrten und zwar den ganzen Sommer, während 
welcher Periode sie drei Generationen haben. Die Puppen der letzten über- 
wintern und erscheinen im Frühjahr als Käfer, um sich zu vermehren, und ihr 
Vernichtungswerk wieder fortzusetzen. 

Nach den bisherigen Erfahrungen ist der Käfer ziemlich wählerisch, indem 
er gewisse Sorten Kartoffeln vorzieht und so lange er diese vorfindet, andere 
nicht berührt; diese jedoch dann gleichfalls befällt, wenn die ersteren aufgezehrt 
sind. Er verschmäht auch andere Solaneen nicht, wie Paradiesäpfel, Eierpflanze, 
selbst Datum Wrightii. Das Weibchen legt 700—1200 Eier bündelweise an die 
Unterseite der Blätter, aus denen nach wenigen Tagen die Larven auskriechen, 
um gegen 'zwanzig Tage auf der Kartoffelpflanze zu leben. Zur Verwandlung 
gehen sie in die Erde, aus der nach 10 — 12 Tagen der Käfer erscheint und 
sofort sich eine zweite und dritte Generation im Laufe eines Sommers entwickelt. 
Eine sehr nahe verwandte Art Doryphora juncta lebt im Süden der Vereinigten 
Staaten an Solanum carolinensis, greift jedoch Tomatos und Kartoffeln nicht an. 

Leider besitzen sie unter den Vögeln keinen Feind, indem sie, wie fast 
alle Käfer dieser Abtheilung, einen gelblichen Saft besitzen, der ätzend wirkt, 
wesshalb sie verschmäht werden* Hühner, die man damit fütterte, starben am 
2. Tage. Künstliche Vertilgungsmittel, wenn man so sagen will, gibt es gegen 
diesen Schädling wahrscheinlich kaum, es erübrigt nur das thatsächliche Ein- 
sammeln des Käfers und der Larve, wie es beim Baumweissling der Fall ist, 
mit dem er auch in der Eigenthümlichkeit übereintreffen soll, dass er ein paar 
Jahre unermesslich häufig erscheint, und danach wieder längere Zeit in massiger, 
selbst sehr beschränkter Zahl auftritt. 

Ein Herr Henschen, Apotheker in Cleveland, will die Beobachtung gemacht 
haben, dass eine Betonia Schutz gegen diesen Käfer gewähre, wenn man sie 
rings um die Kartoffelfelder pflanze. 



Zwei neue Gallmücken. 

Diplosis Schineri n. sp» 

Herr Vogel, kais. Schlossgärtner in Miramar, sandte mir am 13. März 
einen Zweig der schmalblätterigen Varietät des Buxbaumes, dessen Blätter ohne 
Ausnahme über und über mit missfarbigen, schwachblasigen Auftreibungen be- 
setzt waren, so dass sie ganz gefleckt erschienen. Auf jedem der 3 Cm. langen 
bis 7 Mm. breiten schmallanzettlichen Blätter fanden sich 3 bis 9 solche läng- 
liche oder unregelmässige Blasen, deren Grenze auf der Unterseite deutlicher 
erkennbar ist. Diese enthielten eine bis, vielleicht durch Zusammenfliessen der 
Blasen, drei Maden, einer Cecidomyia angehörig. 

Obwohl ich die Zweige in Wasser hielt, so nahmen sie doch bald ein 
vertrocknendes Aussehen an, und nach Eröffnung vieler Blasen am 25. März 



fand ich die meisten Larven, die die Muse zur Verwandlung nicht zu verlassen 
löheinen, vertrocknet, obwohl einige derselben Puppenumriss zeigton, ohne duss 
jedoch eine wirkliche Yerpuppung erfolgt war. Ich schrieb sogleich an Herrn Vogel, 
mir neues Material, wo möglich ein bewurzelte« Exemplar zu senden, das ich 
auch nach wenig Tagen, gleichfalls strotzend von diesen Blasen, erhielt. Obwohl ich 
den Stock einpflanzte und sorgfältig pflegte, so trat auch hier die Vertrocknung 
rasch ein und mit ihr ingleich das Eintrocknen der schon verpuppten Larven, 
ohne sich zu entwickeln. Ich versuchte sonach verschiedene Mittel, schnitt 
einige Zweige ab und verschloss sie hermetisch in einem Glascylinder , einige 
andere, die ich wohl benetzt einschloss, und mehrere Puppen, die ich aus den 
Blasen auslöste, und in kleine Cylinderchen gab. Sie theilten alle dasselbe 
Schicksal, bis auf die benetzten, aus welchen sich nach 8 Tagen 3 Fliegen ent- 
wickelten, obwohl noch 8— 10 Puppen die Epidermis durchbohrten, tagelang sich 
bewegten, aber die Puppenhülle nicht zu sprengen vermochten. Der bei dieser 
Behandlung unvermeidlich sich auch^jm Innern der Puppenhöhle erzeugende 
Schimmel verdarb bald alles. Das Thier ist also entgegen den anderen blatt- 
nimirenden Gallmücken, welche nicht zur Verwandlung in die Erde gehen, selbst 
in so weit vorgerücktem Stadium zur Zucht entnommen, äusserst schwer zur 
Entwicklung zu bringen, dessen Zimmerzucht daher sehr schwierig. Die auf- 
fallend hübsche gelbe Mücke erwies sich als neu, und ich gebe von derselben 
nachfolgende Beschreibung, obwohl ich nur Weibchen besitze und sonach die Gat- 
tung nicht mit voller GewisSheit zu bestimmen vermag und benenne die Art 
nach meinem Freunde, der mir die Zeichnung der Flügel und Fühler nach dem 
von ihm hergestellten Zeichnenapparate freundlichst anfertigte. 

? Diplosis Schiher i n. sp. Orangegelb; Rückenschild am intensivsten, 
mit drei breiteren, dunklereu Längsstriemen, von denen die mittelste hinten abge- 
kürzt ist und kaum bis zur Mitte geht, die seitlichen aber etwas über die Mitte 
hinausreichen. Hinterleib achtringlich, ungefleckt, die Ringe deutlich, abgeschnürt. 
Kopf breit, die Augen schmal nierenförmig, intensiv schwarzbraun. Fühler 
2+13 gliederig, blass bräunlichgelb, die Geiselglieder lang gestielt, die Stiele 
blässer und etwas mehr als halb so lang als der übrige Theil der Glieder selbst, 
letztere auf der Mitte eingeschnürt mit auf beiden Seiten gleichlangen Börstchen, 
das Endglied klein. 

Beine blass bräunlich gelb, Schenkel und Schienen an der Basis heller, 
fast weiss, die Tarsenglieder an der Spitze etwas verdunkelt. Flügel in Folge 
der dichten grauen Behaarung verdunkelt, vorzüglich auf der Mitte zwischen 
den beiden Längsadern steht ein Band längerer Haare. Die Cubitalader hinter 
der Flügelmitte mündend, die kleine Querader nahe an der Flügelwurzel gelegen. 
Schwinger lebhaft orangegelb. 9 3 Mm. 

Die hochgelbe Larve ist nach hinten etwas verschmälert, der Kopf ein- 
gezogen, der Mundhaken fein, bräunlich. Das Aftersegment einfach abgerundet, 
die Leibringel tief eingeschnürt. 3,2 Mm. lang. 

Die Puppe ebenfalls schön gelb im Anfange, wird näher der Entwicklung 
an den Flügelscheiden braun, ebenso das Aftersegment. Die nierenförmigen 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abb. 24 



186 



Georg E. v. Fr aüe ufeld. 



Augen tiefschwarz. Der Rücken ist etwas bucklig erhöht, die Leibringel tiet 
eingeschnürt. Die Flügelscheiden reichen nicht bis zur Hälfte der ganzen Länge 
der Puppe, die Scheiden der Beine über zwei Drittel. Das Afterglied ist auf 
der Unterseite beiderseits wulstig erhöht. Am Kopfe zu jeder Seite eine kurze 
kegliche Spitze, mit denen die Puppe die Epidermis des Blattes durchbohrt. 
2,8 Mm. lang. 

Sie ist mit I). xanthopyga Wtz. verwandt, mit ihr aber durchaus nicht 
zu verwechseln. 

Asphondylia cytisi n. sp. 

Am 30. März d. J. unternahm ich eine Excursion nach dem Neusiedlersee, 
am die Ausdehnung desselben, nachdem er wieder mit Wasser erfüllt ist, zu 
besichtigen. Der Umfang des See's, obwohl nicht so beträchtlich, als vor 
30 Jahren, wo ich ihn zuerst sah, ist immerhin wieder sehr bedeutend und vor- 
züglich nach dem Hanszag zu ununterbftchen ausgebreitet. Von Neusiedl ab, 
wo jedoch das Ufer erst in weiter Entfernung beginnt, liegt in der Richtung 
Ost- West, senkrecht auf den Haglesberg zu, eine breite Bank trocken. Hinter 
dieser Bank, gegen Goyss und Winden hin, sah ich theils einzelne grössere oder 
kleinere vertiefte Stellen als Tümpel, theils auf der weiten Fläche muldige Ein- 
senkungen der bebauten Felder mehr oder minder ausgedehnt sumpfig und mit 
Wasser bedeckt. Es ist augenscheinlich, dass der in geringer Tiefe undurch- 
lässige Boden das von den Bergen, welche das Becken des See's umgeben, 
herabdrängende Grundwasser, namentlich gegen das Frühjahr in der Mulde 
anschwellt, und bei gehindertem Abzug in den Hanszag das Wasser zurück- 
staut und so vom Grunde aufdringend, die tieferen Bodenlagen mit Wasser 
füllt. Es wäre die Frage, ob nicht ein zweckmässig angelegter breiter und 
tiefer Canal eine freie Communication herstellen, und diesem in jeder Rücksicht 
nachtheiligen Anschwellen und Verschwinden des See's Abhilfe bringen würde. 

Auf dem Rückwege, den ich nach Parndorf einschlug, fand ich an Cytisus 
äustriacus L. einen Auswuchs auf der sich eben entwickelnden Pflanze. Mitten 
in den Knospen, deren äussere dreizähligen Blätter sich schon ziemlich aus- 
breiteten, erhob sich eine eiförmige, manchmal spitze weichbehaarte grüne 
Kapsel, deren fleischige, nicht sehr dicke Wand die einfache Kammer bildete, 
in welcher eine Puppe lag. Ich sammelte gegen 10 solche Auswüchse, welche 
sich nach 8 Tagen alle zugleich entwickelten, und deren Imago sich als Asphon- 
dylia erwiesen. 

Von den wenigen bisher bekannten Arten dieser Gallmücken kommen 
nur zwei in Frage, nämlich Asph. sarothamni Lw. und genistete Lw., die beide in 
Knospengallen auf den Schmetterlingsblütlern, deren Namen sie tragen, leben. 
Die erstere ist von geringerer Grösse als die zweite, so dass Low bei dieser 
grösseren A. genistete bemerkt: „Schon an der Grösse' leicht zu unter- 
scheiden." Ausser dieser Bemerkung beschränkt sich die ganze Charakterisi- 
rung dieser Art in Löw's dipterologischen Beiträgen IV, p. 38, spec. 49 auf 



Folgende* m C. genittae n. sp. In grünen Gallen von Gen germ Lauge 
2'° |j— 8 L. In der ganzen Bildung 0. saroth sehr ähnlich." Schiner, dei 
>ic in seiner ausgezeichneten Fauna der Dipteren II. p. .'Wf>, da sie au <>,. (,. r 
reich Dicht bekannt ist, als deutsche Art im Anhang anfuhrt, bemerkt hleiu: 
Nach dieser aus Low wörtlich übertragenen B esc Ii r e i b u n g wohl 
nichts a n d e res als ei n e V a riet a t d e r ge n a n n t e n Art, 

Eine vergleichende Prüfung mit A yniistne, mit der sie in der Grösse 
übereinstimmt, tsl sonach nicht möglich. Von A. sarotframni Bind jedoch ausser 
der Grösse noch einige kleine Unterschiede, namentlich in der Zahl der Fühler- 
glieder zu bemerken. Indem ich also eine genaue Beschreibung dieser Fliege 
gebe, und sie übereinstimmend mit den beiden vorstehenden Arten nach ihrer 
Nahrnngspflanze benenne, muss ich es späterer Vergleichung mit der aus dem 
Auswuchs der Genista germ. gewonnenen Gallmücke überlassen, ob alle drei 
zusammengezogen werden wollen. 

Asphondylia ci/tisi v. Frf. Graubraun; Rückenschild mit zwei glänzenden 
Längslinien, welche bis zum Schildchen reichen und gegen dasselbe convergiren. 
Schultern weiss, über der Flügelwurzel gleichfalls weissliche erhabene Linien, 
die sich bis zum Schildchen erstrecken; letzteres weisslich. Brustseiten grau. 
An den beiden Längsstriemen, Seiten des Rückenschildes und am Schildchen 
ziemlich lange derbe weissliche Behaarung. Hinterleib braun, an den Einschnitten 
etwas heller. Bauch gelblich, seidenglänzend. Genitalien des Weibchens von 
derselben Farbe, Legröhre schmal blattartig. Augen schwarz; Hinterränder 
Hinterkopf und Untergesicht gelb. Fühler braun 2 -f lOgliedrig, Endglied kurz. 
Beine" hellbraun, gegen das Ende dunkler, Schenkelwurzel licht. Flügel in Folge 
der Behaarung grau, etwas irisirend. Schwingen weiss. 6,7 Mm. lang. 

Die Puppe — Larven fand ich keine mehr — ist tiefbraun mit den zwei 
gewöhnlichen Spitzen an der Stirne, die nah bei einander stehen, und mit denen 
sie sich bis zur Hälfte ihrer Länge aus der Galle herausdrängt. Die Flügel- 
scheiden reichen fast bis zur Mitte der ganzen Länge der Puppe , die Beine 
fast 1 Mm. darüber hinaus. Die tief eingekerbten Leibesringel haben am Rücken 
ein chagrinirtes Feld, das an der Wurzel der Ringel liegend 2 / 3 der Breite ein- 
nimmt und auch den Seitenrand nicht erreicht. Das Afterglied ist abgestutzt 
und trägt an jeder Seite ein feines Dörnchen. Länge 6 Mm. 



Branchipus (Chirocephalus) Bratieri n* sp. 

Auf derselben Excursion fand ich unter ganz ähnlichen Verhältnissen, wie 
sie Pritsch in den Krustenthieren Böhmens bei Apus produetus schildert, in 
Wasserlachen einen Branchipus in beiden Geschlechtern, dessen Weibchen, sich 
von allen mir bekannten unterscheidend, durch den kugelrunden Eiersack, der 
ringsum ziegelroth mit glühend grünem Mittelpunkt prachtvoll im Wasser auf- 
leuchtend, ausgezeichnet ist; ferner eine noch nicht vollkommen ausgebildete 
Estheria. Auf meine Einladung besuchte Dr. Brauer diese interessante Stelle mit 
mir und wir fanden ausser diesen beiden Crustaceen auch noch Apus produetus Bsc. 

24* 



188 



Georg K,. v. Frauenfeld. 



und Limnetis*) Indem ich den Branchipus hier nachfolgend besonders ins 
Auge fasse, wird mein Gefährte über die andern Phyllopoden später berichten. 

Wir besitzen zwei Arbeiten über diese Crustaceen und zwar von Baird. 
Monogr. of the Fam. Branchipodidae in Proc. of the zoolog. Soc. of London 
XX, 1852 und Grube, Bemerkungen über Phyllopoden in Wiegmanns Archiv 1853. 
Ersterer stellt in dieser Familie folgende Gattungen und Arten auf: 
Branchipus pisciformis = stagnalis L. 

— spinosus M. E. 
Streptocephalus torvicornis Waga. 

— caffer Lov. 

— similis Brd. 
Chirocephalus diaphanus Prev. 

— lacunae Guer. 

— claviger Fisch. 

— birostratus Fisch. 

— Middendorffianus Fisch. 
Artemia salina Lch. 

— Milhausenii Fsch. 

— Guildingii Thmps. 

— arietina Fsch. 

— Koppeniana Fsch. 
Poly artemia forcipata Fsch. 

und fügt als zweifelhafte Arten folgende bei: 

Branchipus ferox M. E. 

Cancer paludosus MU. 

Grube lässt in seiner umfassenden Arbeit für alle diese Arten die Gattung 
Branchipus bestehen, und theilt sie nur in A. Branchipus s. str. und B. Arte- 
mia ab. Da uns hier nur die erstere Gruppe interessirt, so gebe ich das Schema 
derselben: 

a. fronte nuda. 
Branchipus ferox. 

— spinosus. 

— lacunae. 

b. fronte in processum medium producta. 
Branchipus Middendorffianus. 

— torvicornis. 



*) Wir verdankten die Möglichkeit, jenen Ort rasch nacheinander wiederholt besuchen und diese 
Thiere sammeln und beobachten zu können, der gütigen Unterstützung der k. k. Staatsbahn, die uns 
hiezu in zuvorkommendster Weise freie Fahrt bewilligte; um so dankenswerther , als sowohl der 
Apus, wie der Branchipus, die gegenüber dem Apus cancriformis , sowie dem Branchipus stagnalis 
und torvicornis auch verschiedene Lebensweisen zeigen, stets rasch zu Grunde gingen. Die Folge 
wird zeigen, ob die Eier, deren wir eine grosse Menge gesammelt, sich entwickeln und deren 
Thiere erhalten und erzogen werden können , was bei hier genannten Arten gar keine Schwierig- 
keit bietet. 



IttlOfiMhi Kilo* Um 



189 



finindupu* rttffrr 
— stdifiiiths 

c. fronte maritim tippend iccs p«)nll<>sae X nrmatna fftrtntt 
■, I'ttpillis fronkdibu8. 

Branchipus Joscpliintie. 
3- Appendicibus front ix longioribus 

Branchipus birostratus. 

— diaphauus. 

— claviger. 

Ein vergleichender Blick auf die beiden Gruppirungen zeigt, wenn gleich 
der Eintheilungsgrund ein verschiedener ist, dass eine wie die andere mehr 
oder weniger Ungleichartiges vereinigt, und eine nähere Prüfungen ergab auch, 
dass Grube in seiner ersten Gruppe a. fronte nuda, Br. ferox mit nackter 
Stirne, Br. spinostts mit zwei kleinen Anhängen daselbst und Br. lacunae, die 
so ausserordentlich lange Stirnanhänge wie Br. diaphanits seiner Gruppe c. ß. 
besitzt, hier vereinigt habe. 

Aber auch Baird vereinigt in seiner Monographie einiges nicht Zusammen- 
gehörige, und namentlich seine Bezeichnung: Antennae bi- und trtarticulatac 
dürfte zu Irrungen Anlass geben. Ich betrachte die Greiffühler überhaupt als 
nur aus zwei Gliedern bestehend, wovon der Grundtheil rudimentär oder ver- 
längert, der Endtheil einfach oder, mehrfach gekniet und einschlagbar sein 
kann. An dem Grundtheil ist entweder ein antennenförmiger Fortsatz vorhanden 
oder derselbe fehlt. Erst nach diesen beiden in erster Linie zu berücksich- 
tigenden Theilen kann der an der Stirn oberhalb der Greiffühler stehende Stirn- 
fortsatz zu weiterer Eintheilung benutzt werden. Hiernach glaube ich folgende 
Eintheilung der eigentlichen Branchipus- Arten mit Ausschluss der Artemien 
vorzuschlagen : 

I. Grundtheil der Greiffühler sehr kurz, mit langer antennenförmiger 
Borste; Endtheil einfach (Branchipus im engeren Sinne): 

steig nalis L. Europa, Wien. 

II. Grundtheil verlängert, mit langer antennenförmiger Borste; Endtheil 
zweimal einschlagbar, hirschgeweihartig verästelt (Streptocephcdits Brd.). 

a. Stirnfortsatz kurz, ganz. 

torvicomis Waga. Wien, Europa. 

b. Stirnfortsatz kurz, an der Spitze getheilt. 

caffer Lov. Pt. Natal. 

similis Brd. St. Domingo. 

rithrocaudatus Klz. Kosseir am rothen Meer. ') 

c. Stirnfortsatz ein langer an der Spitze zweilappiger gezähnter Rüssel. 

proboscideus v. Frf. Chartum. 2 ) 

III. Grundtheil verlängert ohne Borste, Endtheil nicht zweimal einschlag- 
bar, gebogen oder mehr weniger winklig, starr. 

A. Mit Stirnfortsatz (Chirocephalus Prev.). 



190 



Georg K. v. Frauenfplrl. 



a. Stirnfortsatz lang. 

Grubei Dyb. Berlin. 
hungaricus Chyz. Ungarn. 3 ) 
claviger Fsch. Sibirien. 
diaphanus Prev. Europa. 
lacunae Guer. Frankreich. 
Braueri v. Frf. Leithageb. 4 ) 

b. Stirnfortsatz kurz. 

vernalis Vers. Nordamerika. 
Josephinae Grb. Dorpat. 
birostratus Fsch. Charkow. 
spinosus M. Edw. Odessa (Salzwasser). 
B. Ohne Stirnfortsatz (Branchinecta Ver.). 
/ero.x M. E. Odessa. Ungarn? 
Middendorfßanus Fsch. Nordsibirien. 5 ) 
groenlandicus Verr. Grönland. 
arcticus Verr. Labrador. 

Anmerkungen. 
*) Dürfte vielleicht mit m/fer Lov. zusammenfallen. 

2 ) Eine neue Art, deren Beschreibung erfolgt nächstens. 

3 ) Diese Art vollkommen mit Grubei übereinstimmend, ist nur durch die 
geringere Grösse von ihr verschieden. 

4 ) Neue Art, deren Beschreibung hier folgt. 

5) paludosis, unter welchen Namen verschiedene Arten vereint wurden. 



Ich lasse nunmehr die Beschreibung der neuen Art folgen: 
Br. Braueri: der zu oberst liegende Stirnfortsatz des Männchens ist lang- 
gestielt und in zwei weiche Arme gespalten, die sich nach unten einzurollen 
vermögen. Jeder dieser Arme, die nicht weit von der Stelle der Spaltung ver- 
dickt sind, trägt allda aussen und etwas nach unten gerichtet einen weichen 
Anhang, der nach vorn und rückwärts fingerförmig verlängert ist, wovon letzterer 
doppelt so lang und beide gleichfalls einrollbar. Die beiden Arme sind von 
der verdickten Stelle an an der Innenseite mit 20 — 22 Zähnen, aussen nicht 
immer den entgegenstehenden entsprechend mit 12 — 15 besetzt. Ein gleiches 
Zähnchen sitzt an der Spitze. Von der verdickten Stelle nach vorwärts sitzt 
auch mitten am Arme eine Beihe von 10—12 Zähnchen und auch die beiden 
Finger sind mit etwas schwächeren Zähnchen besetzt. 

Die beiden darunterliegenden derberen weit härteren Kopfhörner (Greif- 
fühler) haben einen verlängerten Grundtheil, kräftig und stark. An demselben 
ist vom Grunde bis zu seiner Mitte oben aufliegend eine nach aussen vorstehende 
häutige Lamelle, nach innen ebenso ein häutiger vorn abgestutzter Lappen, fast 
viereckig. An dieser Innenseite, weiter nach dem Ende zu, steht noch ein häutiger 



Anhang, wo der Kami einen zälmchenartigen Vorsprung zeigt DU ei [nnenrand 
ist übrigens ohne weitere Hervorragung nur leieht geschwungen. Nur ganz am 
Brande, von üben darch den Stirnfortsatz und die hantige Lamelle bedeckt, 
gänzlich unsichtbar sitzt eine kleine zahnartige. I lei vorragung. 

Der dünnere Endtheil ist leicht gebogen, an der Innenseite zweimal aus- 
gebuchtet, und an seiner Spitze in zwei Blätter getrennt. 

An dar Sachen Stirne des Weibchens sitzt beiderseits ein lanzettliches 
Häutchen, das an seiner unteren Hälfte breiter, an der schmäleren Vorderhälfte 
fein zugespitzt ist. Kisack kugelrund. Länge des Männchens 15,5 Bim. des 
Weibchens 12 Mm. 

Es unterliegt keinem Zweifel, dass diese Art dem Br. lacunae Guer. sehr 
nahe steht, doch glaube ich trotz oberflächlicher Abbildung und unvollkommener 
Beschreibung hinlängliche Anhaltspunkte zu finden, die Verschiedenheit desselben 
ansprechen zu können. 

Bei Br. Brauer i ist der Stirnanhang langgestielt, fehlen an der Innen- 
seite des Basalgliedes die beiden Doppelzähne, die in der Abbildung des Kopfes 
von Br. lacunae in Guer. Icon. deutlich sichtbar sind, während das kleine ganz 
am Grunde des Basalgliedes von Br. Braueri befindliche Zähnchen nur durch 
äusserst sorgfältige Präparation zu sehen ist. Ferner ist bei Br. Braueri am 
Grundtheil der Greiffühler aussen ein grosser Lappen und ein kleinerer vorn 
am Kinn, die bei Br. lacunae nicht angegeben sind. Auch ist bei Br. lacunae 
das zweite Glied des Greiffühlers in der Abbildung, wie auch in der Beschrei- 
bung besonders bemerkt, stark gekniet, tief einwärts gebogen, während dieser 
Endtheil bei Br. Braueri nur leicht gebogen ist. Unterschiede, die wohl be- 
deutend genug sind, Artverschiedenheit zu begründen. 



Erklärung der Abbildungen. 
Tafel II. B. 
Fig. 1. Kopf des Männchens. 

a.' Greiffühler Grundtheil. 

a. " Greiffühler Endtheil. 

b. Stirnfortsatz mit beiden Armen. 

c. Fingerförmige Anhänge. 

d. ' Aeusserer häutiger Lappen der Greiffühler, 
d." Innerer häutiger Lappen der Greiffühler. 

Fig. 2. Stirnfortsatz des Weibchens. 



Unter den in diesen Lachen zahlreich vorkommenden Feuerkrüten fiel eine 
derselben von weitem schon durch eine hellgelbe Schnauze auf. Das Thierchen, 
; das ich fing, war an seinem Mundende über die Nasenlöcher bis an den Angen- 
i rand blassgelb, und ging diese Farbe in das Graubräunliche des Rückens ohne 



192 



Georg R. v. Fraueafeld. Zoologische Miscellen. 



scharfe Grenze über. Da so auffallende Farbenverschiedenheit bei dieser Kröte 
sehr selten ist, glaubte ich dieselbe erwähnen zu sollen. 



Bei der Wichtigkeit der Rebenwurzellaus ist es wohl Pflicht, auf alles, 
was dieses Insekt betrifft, aufmerksam zu machen. Nach einer Mittheilung in 
der Voce del Popolo aus Mailand vom 27. Februar heisst es, dass Professor 
de Luca in Neapel nach mehreren Versuchen, die er in seinen, diesem neuen 
Weinschädling gewidmeten Studien anstellte, gefunden habe, dass die Erde der 
Solfatara von Puzzuoli, die ausser Schwefel noch etwas arsenikalische, Amoniak 
und Kieselbestandtheile enthalte, vernichtend auf dieses Insekt wirke, und dabei 
für die Vegetation der Reben vorth eilhaft sei. Diese Erde bei Neapel an kranken 
Rebstöcken am Fusse derselben angewendet, habe sichtlich raschen Erfolg gehabt, 
daher diese Erde in den Handel gebracht und gleich Guano Verwendung finden 
soll. Die Folge mag lehren, ob dies nicht blos Reclame einer Geschäftsspecula- 
tion mit dieser gepriesenen Erde ist. 



Herr Rosenthal sandte mir in einem Fläschchen pulverisirte Paprika, die 
fast ganz aus kleinen Ballen in der Grösse einer Wicke bestand, durch die Larve 
eines Käfers bei der Verpuppung zusammengeklebt, die sich, wie schon voraus 
vermuthet, als Anobium paniceum entwickelten. Es dürfte kaum eine polyphagere 
Larve geben, als diese, Kleister, Papier, Kork, Mehl, trockene Insekten und 
Pflanzen, Tabak, Pfeffer und nach Vorstehendem Capsicum annuum verzehrt sie 
mit demselben Behagen, und vermehrt sich, einmal eingenistet, in diesen in- 
differenten oder scharfen wie ätzenden Stoffen unbehindert fort und fort. 



Pie europäischen Arten der Gattung LepidimiH Leach., 
oebsi einigen biologischen Bemerkungen über 
Phyllopoden. 

Von 

Dr. Friedrich Brauer. 



(Vorgelebt iu der Sitzung um 7. Mai 1873.) 

Die Entdeckung einer neuen Branchipus-Art aus der Gruppe Chiroccphn/us 
bei Parndorf in Ungarn durch H. k. R. Ritter von Frauenfeld, lockte mich an 
die Fundstelle dieses interessanten Thieres, theils um diese näher zu untersuchen, 
theils um wo möglich noch neue Genossen desselben zu entdecken, da Phyllo- 
poden meist in bestimmter Gesellschaft beisammen leben. Auf einer mit Herrn 
Ritter v. Frauenfeld am 10. April dahin unternommenen Excursion fand ich nun 
ebenfalls den neuen Branchipus in ganz klaren Wassertümpeln, die am Boden 
mit reichem Pflanzenwuchse, vielen Nostockmassen und Volvocinen belebt waren. 
In denselben war von beständig in Sümpfen vorkommenden Pflanzen und Thieren 
nichts zu bemerken, es fehlten Wasserschnecken und alle nicht meteorischen * 
eigentlichen Sumpfpflanzen und Thiere gänzlich, dagegen waren Phryganiden- 
und Coleopteren-Larven häufig, so dass man wohl annehmen muss, diese Lachen 
haben schon im Herbste und Winter bestanden. Alle diese Momente bestärkten 
mich in der Vermuthung, ich würde hier, nebst den Branchipus auch noch den 
sogenannten Aptis proäuctus finden, von dem sowohl Grube als F ritsch an- 
geben, dass er in ganz klaren Tümpeln im Frühlinge anzutreffen ist — verschie- 
den von Apus cancri formis , — der sich in ganz trüben lehmigen 
S trassenlachen rasch im heissen Sommer nach Gewitterregen 
entwi ekelt. 

Ich hatte kaum einige von diesen Tümpeln durchsucht, als ich durch 
die Anwesenheit des vermutheten Apus überrascht wurde. Es wurden so- 
wohl diessmal, als auch auf den folgenden Excursionen am 13. und 20. April 
zahlreiche Stücke gefangen und etwa 30 derselben lebend nach Wien gebracht. 
Als ich meinen Fund nun näher untersuchte und die Thiere mit den mir 
durch H. Custos Rogenhofer freundlichst mitgetheilten Exemplaren der kaiserl. 
Sammlung allhier verglich, sah ich mich in meiner Voraussetzung einiger- 
massen getäuscht; denn die erbeuteten Thiere stimmten weder mit den in 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abh. 25 



194 



Dv. F. Brauer. 



der genannten Sammlung befindlichen Exemplaren, welche Grohman in Sicilien 
sammelte, noch mit den von v. Siebold bei Breslau gefangenen. — Man war bis- 
her allgemein der Ansicht, dass in Europa nur 2 Arten von Apus vorkämen, 
die gewöhnliche, Ap. cancriformis L. und die seltenere,. Ap. productus Bosc.; 
von ersterer kennt man das Männchen durch Kozubowski, von letzterer durch 
Lubbock. Weder Grube (1853), noch v. Siebold (1871) sprechen eine Vermuthung 
aus, dass die als A. productus von verschiedenen Fundorten bekannten Thiere 
verschiedene Arten seien, nur Lubbock macht in seiner Beschreibung des bei 
Rouen gefundenen Männchens die Bemerkung, dass die Thiere in Betreff der 
Form und Grösse der Schwanzklappe nicht mit der Abbildung bei Schäffer überein- 
stimmen, erklärt aber die Differenz für eine Altersverschiedenheit, obschon weder 
ihm, noch Andern über die Entwicklung dieser Art mehr bekannt sein konnte, 
als die Bemerkung Schäffers, dass seine Thiere nur klein anzutreffen seien, da 
die Lachen stets sehr bald vertrocknen und ein weiteres Wachsen verhindern. 
Dessungeachtet aber hatten die Schäffer'schen Exemplare bereits Eier in den 
Taschen, die, wie derselbe bemerkt, fruchtbar waren. 

Bei den zahlreichen Stücken, die ich sammelte, überzeugte ich mich, dass 
die Grösse und Form der. Schwanzklappe stets im gleichen Verhältnisse zu 
Körpergrösse des Individuums steht und dass die Deutung Lubbock's somit auf 
einer irrigen Voraussetzung beruht. — Es lässt sich auch leicht begreifen, wie 
die Artverschiedenheit bei diesen Thieren entgehen konnte, wenn man erwägt, 
wie selten man in die Lage kommt, dieselben im Freien anzutreffen. So sah 
Lubbock die Thiere, wie er selbst sagt, das erste Mal lebend, ebenso untersuchte 
Grube nur Exemplare aus Breslau und Berlin, ebenso v. Siebold, während meines 
Wissens die von Schäffer bei Regensburg gefundenen kein Forscher mehr zu 
Gesicht bekam. Ich befinde mich, wie ich glaube, allein in der angenehmen 
% Lage, Individuen aus sehr verschiedenen Gegenden vergleichend untersuchen zu 
können, wodurch ich zu dem Resultate gelange, dass unter dem Namen A. pro- 
ductus drei Arten zusammengeworfen wurden. Es mag nun allerdings bedenklich 
erscheinen in einer Zeit, in welcher die Mehrzahl der Zoologen Anhänger der 
Veränderlichkeit der Arten und bemüht ist, geringe Differenzen nicht für mass- 
gebend für die Trennung von Arten zu erklären, in einer Gattung neue Arten 
aufzustellen, wo man zudem weiss, wie zerstreut und selten die Fundorte der 
hergehörenden Thiere sind und wie leicht es eben dadurch sei, dass sich eine 
und dieselbe Art in mehrere Racen auflöst. Als Anhänger derselben Ansicht 
glaube ich indess geradezu im Geiste derselben zu handeln, wenn ich es für sehr 
wichtig halte, dass solche Racen oder Arten durch Namen und Beschreibung 
fixirt werden, um über deren Entstehung ins Klare zu kommen. Gerade in 
diesem Falle scheint die Verbreitung der 3 Formen nicht uninteressant. Anderer- 
seits bezwecke ich mit dieser Schrift, alle jene, welche im Besitze von Apus 
productus autorum sind, anzuregen, dieselben zu untersuchen und auf die 
Merkmale zu prüfen. 

Nachdem ich mich überzeugt hatte, dass es sich um drei verschiedene 
Formen handle, so musste ich mich vor Allem in der Literatur umsehen, 



Mi Alton Am 8ftSfoag f^Mrm 



welche Form von jenen jeder der früheren Beobachter dieser ( 'ullectivart 
vor sieh gehabt hat und da stellte sieh mm Folgendes heraus: Die zuerst be- 
kannt gewordene Form, welche J. Ch. Schaffer 17:><; nur mit dem deutschen 
Namen: „krebsartiger Kiefenfnss mit der langen Schwanzklappe *) beschreibt 
und abbildet, stimmt nach der Beschreibung und Abbildung am meisten mit 
der bei Paindorf vorkommenden Form aberein; ich glaube ohne Bedenken beide 
als einer Art angehörend betrachten zu können, da die Worte Schäffer'fi (I.e. p.) 
über die Schwanzklappe auf keine der beiden anderen Formen so genau passen. 
Derselbe erwähnt ausdrücklich: „Das Uebrige dieser verlängerten Schwanzklappe 
ist glatt, etwas durchsichtig und von grünlicher Farbe; jedoch sind die Dornen- 
spitzen auf der Rippe und an der Randeinfassung von brauner Farbe, auch meist 
gleich gross, ausser an der unteren Rundung, da man au den Seiten 
zwo, und in der Mitten eine einzelne sehr lange stachelähnliche 
Spitze gewahr wird" Die Thiere fand Schäffer auf den Feldern zwischen 
Regensburg und Dechbetten unter ganz ähnlichen Verhältnissen, wie die Art 
sich hier findet uud auch im ersten Frühlinge. Bosc gab dieser Art (Hist- 
Crust. ed. 1802, T. II, p. 244, pl. 16, f. 7) den Namen produetus und Hermann 
nannte sie (Apterol. 1804) Limulus serricaudus. Ob Lamark's Limulus pro- 
duetus hierher gehört oder zur Breslauer Art, vermag ich nicht zu entscheiden. 
Uebrigeus erfahren wir aus Laniark's Diagnose, dass der Name produetus nicht 
von der verlängerten Schwanzklappe, sondern von der mit einem Dorn im Schild- 
ausschnitte vortretenden Rückeukante entnommen ist (carina dorsali in spinam 
producta). — Auf welche der Arten sich Linne's und 0. Fr. Müller' s Diagnosen 
beziehen, kann wohl nur durch die Localität entschieden werden, von welcher 
die Arten herstammten. Die von Milne Edward (Hist. d. Crust. pl. 35, f. 5). 
von Desmarest (Consid. gen. s. les Crnst. T. 52, f. 2) und von Lubbock und 
zwar von letzterem (Linn. Trans. Vol. XXIV, 1864) in beiden Geschlechtern genau 
beschriebene Art, ist aber von der Schäffer'schen durch die grössere Zahl der 
fusslosen Segmente, durch die vollständige Rückenschildkante und die Form und 
Grösse der Schwanzklappe sehr verschieden und die Citate dieser Autoren sind bei 
der vorigen Art zu streichen. Diese zweite, in Milne Edwards Werk sehr gut 
abgebildete Art ist es daher, von welcher Lubbock zuerst das beschrieb, ich 
will sie daher Lubbocki nennen. Aus Lubbock's Beschreibung ist leider nicht 
zu entnehmen, wie gross die Zahl der fusslosen Segmente ist. Nach Abbildung 
in Milne Edward's und Beschreibung Lubbock's muss ich die eingangs erwähnte 
Form aus Sicilien hieher rechnen, von der im kaiserl. Museum 2 9 un( l 2 
vorhanden sind, mit der Bezeichnung : Grohman 1835 August. — Fraglich möchte 
ich anch noch Apus produet us Guerin (Iconogr. Crust. T. 34, f. 3) hierher ziehen. 
Was nun die von Grube und Siebold untersuchte Form aus Breslau betrifft, von 
der ich nur drei Stücke vergleichen kann, so steht sie zwar unserer Art aus Parndorf 
weit näher, als Lubbocki, aber die Form der Schwanzklappe, die zarten Zähne 
am Rande derselben, die mangelnde Ausbuchtung am Spitzenrande, wodurch 



*) D. krebsart. Kiet'ent. m d. kurzeu u. laugen Schwanzklappe. Kegensburg 175G, p. 134 Tf. VI. 

25* 



196 



Dr. F. Brauer. 



unsere Art dem glacialis (wenigstens der Type im Ines, kaiserl. Museum) ähnlich 
erscheint, die Form, Zahl und Stellung der Zähne im Schildausschnitte bestimmen 
auch hier noch eine dritte Form als Art abzutrennen, die ich Grubei nennen 
will. Auch von dieser Art wurde das Männchen durch v. Siebold bekannt, aber 
nicht näher beschrieben. Es fände sich daher nach diesen Auseinandersetzungen 
Lepidurus productus Bosc. m. längs des Stromgebietes der Donau, Lepidurus 
Grubei längs der Oder, während Lepidurus Lubbocki als französische und sici- 
lianische Form vielleicht der Mediterranfauna angehört. Letztere Art erscheint nicht 
allein im Frühlinge, sondern auch im Hochsommer, die beiden andern nach allen 
Angaben nur im Frühjahre. — Da ich von Lepid. Grubei nur wenige Stücke ver- 
gleichen kann (3), so gebe ich vorläufig nur die Beschreibung nach einigen leicht 
zu untersuchenden Körpertheilen und behalte mir vor, später die bis jetzt noch 
ganz unbekannten, ersten Entwicklungsstadien der Lepidurus-Arten zu beschreiben 
und deren Charactere genauer festzustellen. Das von mir neu aufgefundene 
Merkmal der Männchen der Gattung Apus s. str.*) scheint, wenn auch nicht 
ausnahmslos für die Abtheilung Lepidurus zuzutreffen, denn bei den mir vor- 
liegenden Männchen des L. Lubbocki besitzt ein Exemplar ein fussloses Seg- 
ment mehr, als das Weibchen, während es bei dem andern nicht vollständig, 
d. i. nur einseitig entwickelt ist, wie dies auch oft bei Apus cancriformis der 
Fall ist. Männchen von Lepid. Grubei, welche v. Siebold erwähnt, haben mir 
nicht vorgelegen und sind auf dieses Merkmal nicht geprüft, Männchen von L. 
productus Bosc. m. habe ich bis jetzt unter ca. 200 Exemplaren dieser Art 
nicht auffinden können. 



*) Siehe d. Sitzb. d. k. k. Academ. d. Wiss. zu Wien, math.-nat. GL 1872. 



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200 IV. F. Uran er. Die Arten der Gattung Lepidurus. 

Nach Typen im kaiserl. Museum lasse ich hier noch die Beschreibung 
einer Art folgen, die wie es scheint von der bei Grube beschriebenen gleich- 
namigen abweicht. 

Lepidurus glacialis Kröyers Naturh. Tijdskr. N. R. Bd. 2, 1849, p. 431. — 
? Grube, Aren. f. Naturg. 1853. Apus glacialis. 

Q Rückenschild fast kreisrund, im Schildausschnitte jederseits 15 schmal- 
basige grosse spitze Zähne, die vor dem Seitenrande etwas kleiner werden. Leib 
lang, schmal, die letzten 6 Ringe fusslos (nach Kröyer die letzten 4), Schwanz- 
klappe V3 länger als breit, dreieckig mit 6 kleineren und 3 grösseren Rand- 
zähnen, von denen die 2 an der Seite des Spitzenrandes stehenden durch ihre 
Grösse diesen ausgeschnitten erscheinen lassen, wie bei unseren produetus. 

Schildlänge 11 Mm., Schwanzklappe 1 Mm. Grönland. Im k. Museum. 



Als neuholländische Arten gehören noch in diese Gattung: 
Lepidurus viridis Baird, Ann. of nat. Hist. 1852, 2. 3, V. X, p. 56. — Grube 
Arch. 1853, p. 149. — Van Diemensland. 

Lep. Angasii Baird. Proc. Zool. Soc. London 1866 p. 122, pl. XII. f. i 
Süd-Australien. 



Was das eingangs erwähnte Zusammenleben bestimmter Phyllopoden-Arten 
und Gattungen anlangt, so habe ich darüber folgende Ansichten durch Beobach- 
tung der Thiere in Aquarien erlangt. Es lassen sich die Gattungen Apus, 
Estheria und Branchipus zwar isolirt in Aquarien aufziehen, doch sieht man 
bei verschiedenen Branchipus-Arten sehr deutlich den schädlichen Einfluss der 
Isolirung von Apus oder Estheria, indem dieselben kleiner bleiben und weniger 
lebhaft gefärbt erscheinen. Es beruht dies einfach darauf, weil ihnen nicht die 
nöthige Nahrung, die sie duren das Aufwühlen des Schlammes bei Anwesenheit 
der anderen Gattungen erhalten, geboten wird. Anderen Branchipus-Arten sagt 
wieder klares von Volvocinen und anderen Infusorien belebtes Wasser zu und 
diese gesellen ßich dann zu Apus Grubei oder produetus oder leben isolirt. 
Man kann nach den bis jetzt gemachten Beobachtungen die Phyllopoden in drei 
Gruppen bringen: 1. Solche, welche in lehmigen Lachen, Strassengräben, Wie- 
senmulden leben, also in gewöhnlichen Pfützen, welche im Hochsommer und 
Herbste nach starken Regen entstehen und durch einige Wochen anhalten. Bei 
Wien finden sich von den hierhergehörenden Thieren beisammen: Apus canerv- 
formis L., Branchipus stagnalis L. und häufig noch Estheria dahalacensis 
Rüpp., an einer Stelle am Laarberge Estheria dahal. mit Branchipus torvicor- 
nis Waga, doch letzterer nieso gross als in Ungarn und Böhmen, wo er mit Apus 
cancri formis zusammenlebt. 

2. Solche, welche in ganz klaren, am Boden mit dichtem Pflanzenwuchs, 
Moos, Ranunkeln belebten Lachen im Frühlinge vorkommen, in Wasseran- 
sammlungen durch schmelzenden Schnee. Hier sind zu erwähnen: Lepidurus 
produetus Bosc, Lep. Grubei, Branchipus (chiroeephalus) JBraueri Frfld. 
Chirocephalus diaphanus Prer., Chir. Grubei Dyb. n. a., Limnetis braehyurus Liv., 
Estheria cycladoides Jol. und tetracera Kr. Von diesen finden sich Apus pro- 
duetus Bosc., ' Chiroceph. Braueri, Limnetis und eine fragliche Estheria -Art 
bei Parndorf. Von dieser Gruppe gilt das was Grube über die Lebensweise 
der Phyllopoden in Wiegm. Arch. 1853 gesagt hat, vorzugsweise. 

In die 3. Gruppe gehören die in Salzseen oder Salinen, überhaupt in mehr 
weniger concentrirten Salzlösungen lebenden Artemien-Arten. 



Beiträge zur Keuntuiss 

der 

nordamericanischen Nachtfalter, 

besonders der Microlepidopteren. 

Von 

Professor P. C. Zeller 

in Grünhof hei Stettin. 

Zweite Ab t h.e Illing.*) 
Mit Tafel III und IV. 



(Vorgelegt in der Sitzung am 7. Mai 1873.) 

Die vorliegende Abtheilung meiner Arbeit enthält hauptsächlich Tineinen 
und Pterophoriden. Meine Absicht war, in ihr auch die mir bekannten Tortri- 
einen zu bringen; da ich aber eine Hauptarbeit über dieselben, Grote's Abhand- 
lung über nordamericanische Arten der Gattungen Tortrix, Teras und Conchylis, 
noch nicht erlangen konnte, so musste diese einer dritten Abtheilung aufgespart 
bleiben. 

Was die Tineinen betrifft, so glaube ich, Nordaraerica werde sich ungefähr 
so artenreich erweisen wie Europa. Nicht nur übergewanderte Arten, sondern 
auch solche, an deren americanis chem Indigenat wenig zu zweifeln ist, sind in 
beiden Erdtheilen identisch; manche Arten beider Continente kommen einander 
so nahe, dass ihre speeifische Verschiedenheit noch Zweifeln unterliegt, zumal 
wenn man die Racentheorie auf sie anwendet; ein grosser Theil, bei dem solche 
Ansichten nicht stattfinden können, stimmt mit den europäischen Arten wenigstens 
in den Gattungsmerkmalen überein und ordnet sich daher oft ohne die mindeste 
Schwierigkeit zwischen jene. Die Zahl der ächten Gattungen oder Unterab- 
theilungen von Gattungen, die in der europäischen Fauna keine Vertretung haben, 
ist im Vergleich mit der Zahl der identischen ohne Zweifel autfallend klein. 

Von der grossen nordamericanischen Artenzahl mache ich hier nur einen 
geringen Bruchtheil bekannt. Ich besitze ungefähr die doppelte Zahl der hier 
abgehandelten, aber meist in unvollständigen oder einzelnen Exemplaren , deren 
Wiedererkennen ungeachtet aller Genauigkeit der Beschreibung zu bedenklich 
ist, wesshalb ich sie lieber übergehe. Von den beschriebenen sind leider auch 



*) L diese Verhandlg. Bd. XXII (1872), p. 447. ft. 
Z. B Ges. B. XXIII. Abh. 



26 



202 



P. C. Zeller. 



viele unica, und wenn ich auch nach Kräften bemüht war, sie durch Worte und 
Abbildung kenntlich zu machen, so wird sich manches Merkmal vielleicht nicht 
bestätigen oder die Beschreibung sich als unvollständig erweisen. Da die Mehr- 
zahl dieser unica sich im Cambridger Museum befindet, so werden nordamerica- 
nische Micropteristen sich in zweifelhaften Fällen ohne zu grosse Schwierigkeit 
Auskunft verschaffen können. 

Bei dieser Arbeit habe ich in erster Linie die Clemens'schen Aufsätze über 
nordamericanische Tineinen zu Rathe gezogen. Ein vorzügliches Hülfsmittel zu 
deren Studium, welches auch Americaner, denen die Proceedings of the Academy 
of Natural Sciences of Philadelphia zur Verfügung stehen, schon wegen der 
Stainton'schen Notizen nicht entbehren können, ist Stainton's Buch: The Thineina 
of North-America by Dr. Brackenridge-Clemens. London 1872 — eine Zusammen- 
stellung aller Clemens'schen Aufsätze über die nordam. Tineinen mit Anmer- 
kungen über einzelne Arten, systematischer Anordnung und vollständigem Register 
aller von Clemens beschriebenen, dazu mit biographischen Nachrichten über 
Clemens und dem Wichtigsten aus der Correspondenz zwischen ihm und Stainton. 
Gern gestehe ich, dass ich ohne dieses Hülfsmittel manche Clemens'sche Art 
übersehen oder nicht erkannt hätte. Dass ich dennoch im Ganzen nicht so gar 
viele Arten mit voller Ueberzeugung wieder erkannte, hat seinen Grund eines 
Theils in dem Reichthum der nordam. Fauna, aus dem mir gerade die Clemens'- 
schen Arten verborgen blieben, anderen Theils in seinen nicht immer ganz ge- 
nauen Beschreibungen (er hatte, wie es scheint, noch viel mehr und unvoll - 
kommnere unica als ich und ahnte nicht, dass es noch mehr ähnliche Arten 
neben den seinigen gebe), und endlich, weil er weit mehr um Gattungen, als 
um Arten bemüht war. Letzterer Grund bewog ihn zu einem Verfahren, in 
Avelchem ich ihm weder bei fremdem Material nachfolgen durfte, noch bei eignem 
nachfolgen wollte: er brach bei seinen unicis die Flügel der einen Seite ohne 
Umstände ab, um sie zu entschuppen und, sobald er im Geäder eine Abweichung 
fand, ein Genus zu errichten. Vielleicht habe ich deswegen einige seiner Genera 
nicht erkannt; andere aber glaubte ich, bis auf weiteres — wenn nämlich ein 
grösseres Material lehren wird, welche Merkmale wesentlich und welche un- 
wesentlich sind — mit den bisher bestehenden wieder vereinigen zu müssen. 
Dies betrifft insbesondere die Gattungen Cryptolechia und Gelechia. Von der 
ersteren zählt Francis Walker 162 Nummern (um nicht Species zu sagen) auf, 
von Gelechia 386 ohne andere Unterscheidung als nach den Regionen ihres Vor- 
kommens, kaum jemals mit Hindeutung auf eine verwandte Art! Die Zerlegung 
dieser Gattungen — denn die von Herrn v. Heinemann versuchte bei den Gelechien 
halte ich für eine sehr missrathene — überlässt man wohl billig einem neuen 
Bearbeiter der Vorräthe des British Museum. 

Ferner habe ich die Reports von Riley und von den Fitch'schen die 
wenigen, die mir zur Verfügung standen, benutzt. Ich glaube, Herrn Fitch 
nicht Unrecht zu thun, wenn ich ihm die Geschicklichkeit, Arten kenntlich zu 
beschreiben, in geringem Grade zuspreche. Vielleicht wird ihm das Herbe dieser 
Erklärung dadurch versüsst, dass ich ihn darin mit Reaumur vergleiche. Nur 



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308 



tintlo [oh den Unterschied zwischen beiden, «Iiis Iteanmur, weil er die ('In dlica- 
tion des Ganzen im Auge hatto , auf die Unterscheidung des Speehdlen keinen 
Wertl) legte, während Fiteh rein die öconomisehen Verhältnisse in Uetraeht 
zog und darum die Species seihst, die somit recht i igentiieh Beachtung verdiint 
hätte, als Nebensache behandelte. 

Nicht benutzt habe ich Francis Walker's List of Lepidopterous Insects 
of the British Museum aus dem schon früher angegebenen Grunde. — Eine 
vorzügliche Arbeit, die des Professor Frey in Zürich, über nordamerikanische 
Tineinen in der Entomolngisehen Zeitung 1873, S. 201 fV, veranlasste mich, weil 
ich sie zu spät zur Benutzung erhielt, die von ihm behandelten Tineinen, haupt- 
sächlich Lithocolletiden, ganz zu übergehen, obgleich es wahrscheinlich ist, dass 
ich ein paar ihm fehlende Texasarten hätte beschreiben und abbilden können. 
Nur bei den Gracilarien hatte ich mich überzeugt , dass keine der von mir be- 
schriebenen Arten mit den seinigen zusammenfalle, und desshalb führe icli ineine 
neuen Arten auf. 

Was sonst über nordamericanische Tineinen und Pterophoriden bekannt 
gemacht worden ist, z. B. Chambers bei Frey erwähnte Arbeit, habe ich nicht 
benutzt, weil es mir entweder unbekannt oder unerreichbar geblieben ist. 

Noctuidae. 

AgrophUa tnmcatula n. sp. Taf. III. Fig. 1. 

Capite et thorace rnfo-ferrugineis ; alis ant. nigris, squamis filiform ihn* 
sulphureis obtectis, basi rufo-ferruginea, apice abrupte exalbido. 9 

Von der Grösse einer kleinern Agr. sulphurulis, mit schmälern Vorder- 
flügeln und spitzeren Hinterflügeln, durch ihre Färbung sehr kenntlich. 

Rückenschild und Kopf rüthlich rostfarben, ersterer nach hinten dunkler 
mit gebräuntem Wulst des Scutellums. Stirn schwach gewölbt, Taster etwas 
kürzer als bei Sulphuralis, fast horizontal; das Endglied nur V 4 so lang wie 
das zweite Glied. Saugrüssel ziemlich lang, auf dem Rücken rostbraun beschuppt. 
Fühler braun, kürzer als bei Sulphuralis , mit hellgelbem Wurzelglied. Beine 
blassgelb, die vordem auf der Lichtseite braun mit hellgelben Punkten; die 
Hinterschienen auf dem Rücken von der Wurzel aus dunkelgrau und vor der 
Spitze mit einem solchen Fleckchen; alle Füsse dunkelgrau, hellgelb geringelt. 
Hinterleib dunkelgrau mit hellgelbem Afterbusch. 

Vorderflügel 4"' lang, etwas gestreckt und nach hinten erweitert. Die 
Grundfarbe ist schwarz, aber so reichlich mit langen, schmalen, hellgelben 
Schuppen bestreut, dass sie dunkelgelblichgrau, etwas gewölkt, aber gegen den 
Innenwinkel ins Hellgelbe übergehend erscheint; der Vorderrand selbst ist in einer 
dünnen Linie blassgelb ; die Basis in einem schrägen, am Innenrand verlängerten 
bandförmigen Streifen braunrostfarbig und auswärts auf der obern Hälfte hell- 
gelb breit gerandet. Die Flügelspitze ist nebst den anstossenden Franzen als 
ein Dreieck hellgelb, an der Spitze selbst rostgelblich. Die darunter folgenden 
Hinterrandfranzen sind tiefschwarz, auf der Wurzel mit hellgelben Schuppen 
bestreut; die Franzen des Innenwinkels blassgelb. 

26* 



204 



P. C. Zeller. 



Hinterflügel dunkelgrau. Franzen sehr blassgelb, von einer breiten, grauen 
Schattenlinie durchzogen, die sich um die Flügelspitze erweitert und hier fast 
die ganzen Franzen färbt. 

Unterseite schwarzgrau; Vorderflügel mit blassrostgelbem, nach hinten er- 
weiterten Costaistreif und sehr breiter, blassgelber Dorsalstrieme. Das Apical- 
dreieck der Oberseite ist nicht vorhanden. 

Vaterland: Texas (Boll.). Ein schön erhaltenes 9 im Cambridger Museum, 

Metoponia obtnsula n. sp. Taf. III. Fig. 2. 

Antennis crassiusculis ; dlis ant. flavis, maculis costae 5, dorsi medii 
una ma^oribus, pluribus disci minoribm dispersis rufescenti-cinereis , post. 
albidis, obsolete einer eo-bifasciatis. 9 

Verschieden von den übrigen Metoponien durch kürzeren Saugrüssel, 
dickere, kürzere Fühler, viel weniger gespitzte Vorderflügel und unverdunkelte j 
durch keine dunkle Hinterrandlinie begrenzte Franzen. Die Stirn läuft aber in 
eine horizontale, unter den Schuppen versteckte Hornplatte aus, und auf der 
Unterseite haben die Vorderflügel wie dort ein helles, einwärts scharf begrenztes 
Band am Hinterrand, welches sich vor der Spitze in einen Fleck erweitert, und 
die Hinterflügel an der Spitze einen hellen Fleck, welcher den vor dem Hinter- 
rand herziehenden Schattenstreifen unterbricht. 

Kückenschild und Kopf gelb, Schulterdecken zimmtfarbig bestäubt. Fühler 
kürzer als bei Vespertina, viel dicker, am Ende auffallend verdünnt, gelbbräun- 
lich mit blassgelbem Kücken. Die schwarze, horizontale Stirnplatte ist kaum 
von Augenlänge, vorn gerade abgeschnitten, durch längliche Schuppen bedeckt. 
Taster aufwärts gekrümmt, am Gesicht liegend und bis an die Stirnplatte 
reichend, zusammengedrückt cylindrisch, auswärts locker beschuppt, am ersten 
Glied mit abstehenden Haaren; das Endglied sehr kurz (etwa Ys so lang wie 
das zweite Glied und dünner als dieses), stumpf. Saugrüssel kurz, zusammen- 
gerollt. Beine anliegend beschuppt, sehr bleich ochergelb; die vordem, am 
meisten das erste Paar, braun bestäubt. — Hinterleib um die Hälfte über die 
Hinterflügel hervorragend, bleich ochergelb; der Legestachel in dem abge- 
stumpften Analbusch verborgen. 

Vorderflügel h"' lang, ziemlich breit, nach hinten erweitert, mit convexem 
Hinterrand und deutlicher, doch nicht scharfer Spitze, gelb, längs des Vorder- 
randes sehr schwach röthlich angeflogen, mit röthlichgrauen Flecken gezeichnet 
(in Grundfarbe und Zeichnung etwas an Ärctia purpurea erinnernd). Der Vorder- 
rand trägt in ziemlich gleichen Abständen fünf Flecke, den ersten an der Schulter, 
den letzten etwas vor der Flügelspitze; der zweite und vierte sind kleiner als 
die andern; vom fünften zieht eine Reihe von fünf Fleckchen parallel dem Hin- 
terrand zum Innenwinkel herab. An der Mitte des Innenrandes, dem dritten 
Costalfleck gegenüber, ist ein grosser und dicht hinter ihm ein kleiner Fleck. 
Im Mittelraum sind noch vier Fleckchen sichtbar: das erste unterhalb des zweiten 
Costalflecks, das zweite grössere unterhalb des dritten Costalflecks; die zwei fol- 
genden bilden mit dem vierten Costalfleck und dem zweiten Dorsalfleckchen eine 



Beitrlft im KenntaiM d*i nord*mdric»nliioh«ii Nachtfalter 



sehr weitlüuftige, gebogene Querreilm. Franzon wenig heller als die Grundfarbe 
mit kaum merklicher danklerer Mittellinie und etwas verdunkelten Buden. 

Hintertlügel weisslkh , vor dem etwas gelblichen Hinten and mit einem 
nur auf der Apicalhalfte vorhandenen Schattenstreifen and vor diesem in etwa 
weiterer Entfernung mit einem schmäleren, der über die Medianaderäste zieht. 

Unterseite gelbweisslieh, an den Vorderrändern breit blassocliergelb. Die 
Vorderrlügel im Mittelraum grau mit einem dunklern, bindenförmigen Quer- 
streit' vor dem oben besprochenen Marginal band und in einiger Entfernung davor 
mit einem schmäleren. Die Hinterflügel mit einem deutlichem und vollständigen! 
Querband vor dem Hinterrand und weiter einwärts mit einem Bolchen am Vorder- 
rand anfangenden Schatten. Auf der Querader ist ein erloschener grauer Tunkt. 

Vaterland: Texas (Boll.). Das schöne Q ist im Cambridger Museum. 

Geomctridac. 

Cidaria luscinata n. sp. 

Alis ant. subrufescenti-cinereis, multistrigatis, strigis duabus (altera alba 
ante medium, altera albida post medium, superius arcuata) internes latius 
nigro-marginatis, puncto interjecto nigro , albido-eincto , striga ante margmem 
posticum albida, repanda. tf. 

Sie ist die Stellvertretern! unserer (von Hübner Fig. 277 nicht sonderlich 
gut abgebildeten) Polygrammata, deren Varietät Conjugata sie so nahe kommt, 
dass sie leicht damit zu verwechseln ist. 

Wenn sie nicht abändert, so hat sie nur die Grösse der kleineren Exem- 
plare von Polygrammata. Ihre Unterschiede von dieser Art sind folgende: 
1. alle Flügel haben eine, wenn auch sehr schwache röthliche Beimischung, die 
den Polygr. stets fehlt. 2. Die zweite weissliche Querlinie, welche die, wie bei 
Polygr. gewöhnlich, unvollständige Mittelbinde bilden hilft und bei Polygr. am 
obern einwärts schwarzbeschatteten Drittel eine ganz schwache oder auch gar 
keine Biegung nach aussen macht, hat bei Luscinata eine erst nach aussen und 
dann nach innen gehende, sehr merkliche Krümmung, welche durch die schwarze, 
bis zum Vorderrand reichende Beschattung hervorgehoben wird. 3. Die weiss- 
liche Querlinie vor dem Hinterrand, welche bei Polygrammata schwach wellig 
ist", hat bei Luscinata einen kappenförmigen Verlauf. 4. Am Vorderrand der 
Vorderflügel vor der Spitze ist der dunkle Fleck, der das oberste, spitzwinklig 
abgebrochene Ende der weisslichen Querlinie von beiden Seiten einschliesst, bei 
Polygrammata mehr oder weniger dunkelgran, bei Luscinata schwarz, also auf- 
fallend dunkler. 

Da Polygrammata nicht wenig veränderlich ist, so lässt sich von ihrer 
Nebenart auch keine Uuveränderlichkeit erwarten. Aber die unter 2 angegebene 
Krümmung der Querlinie und die unter 3 bemerkte kappenförmige Gestalt der 
Antemarginallinie werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach als standhafte Unter- 
schiede bewähren. 

Vaterland: Texas (Boll) und Massachusetts (Burgess). 2 q 71 , von denen 
eins in meiner Sammlung, eins im Cambridger Museum. 



206 



P. C. Zeller, 



Pyralidae. 

Cordylopeza n. g. Taf. III. Fig. 3. a— e. 

(xopBulrj — tumor, rdta — pes). 

Ocelli nulli. 
Capilli sublaevigati. 

Antennae meäiocres, simplices, cf 1 crassiusculae, microscopice eiliatae. 
Palpi labiales porrecti, thorace breviores, articulo terminali brevius- 
culo, laevi, deflexo. 

Haustellum medioere, in basi squamatum. 

Pedes longiores, röbusti; mediorum et posticorum tibiae et metatarsi 
squamis nodosi. 

Abdomen cf gracile, deplanatum, Q subconvexum, oviductu retracto. 

Mae anteriores in costa, media bis, 9 latius semel emar- 
ginatae. 

Celhda media brevis, ramo venae subcostalis anteapicdli et ramo venae 
medianae primo furcatis. 

Alae posteriores latae, margine postico rotundato, breviter eiliatae, subtus 
et in cf supra pictae; vena mediana quadrifida in basi non barbata. 

Diese durch ihre am Vorderrande busenförmig eingedrückten Vorderflügel 
und die Schuppenknoten der vier hintern Beine leicht kenntliche Gattung wird 
wohl n)it Recht zu den Pyraliden, und zwar in die Nähe von Lederer's Amblyura 
Tab. 6 Fig. 14 gestellt. Der Mangel der Ocellen , die Länge der vier hintern 
Beine und der gleichmässig gerundete Hinterrand der Hinterflügel geben vor- 
läufig genügende Trennungsgründe*); wahrscheinlich aber zeigt das Geäder einen 
noch grössern, da Cordylopeza sich darin von allen mir bekannten Pyraliden 
unterscheidet. Auf den Vorderflügeln hat nämlich die Mittelzelle nur V 3 der Flügel- 
länge; die Medianader theilt sich in drei an der Wurzel sehr genäherte Aeste, 
deren erster an seinem Enddrittel eine Gabel bildet; die Subdorsalader 
hat an ihrem Anfangsdrittel einen schrägen, gegen den Innenrand gerichteten 
Fortsatz. Auf den Hinterflügeln ist die Mittelzelle offen (wenn nicht eine sehr 
feine, stark einwärts gekrümmte, scheinbar einfache Ader die Begrenzung bildet) 
und die freie Ader 1 c fehlt, wenigstens auf dem abgeschuppten männlichen 
Flügel, so dass zwischen 1 b und der Medianader ein breiter Raum ist. 

Habitus und Kürze der Franzen würden erlauben, die Gattung in die Nähe 
von Cryptolechia zu bringen; aber die horizontalen Taster mit niedergebogenem 
Endglied entfernen sie gänzlich aus deren Verwandtschaft. 

1. nigrinodis n. sp. 

Alae ant. rufae, linea costae mediae alba, strigis duabus obsoletis int er- 

ruptis albidis, margine postico nigro-punetato. cf 9 • 

*) Der Vorclerrand der Vorderflügel von Amblyura zeigt Fig. 14 in der Mitte einen merklicheu 
Eindruck, der mich eben auf Verwandtschaft der beiden Gattungen schliessen lässt; dagegen sagt 
Lederer S. 67 : „Vorderrand der Vorderflügel stark convex; an der Wurzel oben mit einer umschlag- 
iivtigen, mit plattgedrückten Schuppen belegten Haarmähne. u 



Keitrüge lur Keuntni«« il** r in>r«tuni«ri' tun«. Iicn Nm htt.iltn 



Grosse wie A^i't'in (<<s7(///s. EtfickdDsohild hellroth; das Bchildob6n und 
In irrnssti* Thail des Kragens schmutzig weisslich, wie der Kopf and das 
Wurzelglied der bräunlichen Fühler; diese beim dicker und kurzer als beim , 
und ausserdem gezähnelt und mikroskopisch gefranzt. Stirn durch die i-twa 
lockere Beschuppung fast convcx. Taster rüthlichbraungrau oder bräunlich, 
doppolt so lang wie der Kopf, horizontal; das zweite Glied etwas locker be- 
schuppt und allmälig verdickt; das Endglied dünner und nur '/ 3 so lang, 
zugespitzt und abwärts geneigt. Maxillartaster fehlen. Saugrüssel massig lang, 
zusammengerollt. Vorderbeine rüthlich braun, an den Enden der Glieder mit je 
einem weisslichen Punkt. Die vier andern Beine ziemlieh lang, grauweisslich 
mit braunrothen Hüften ; an den mittlem hat der Schenkel unten vor der Spitze 
einen schwärzlichen Schuppenbusch, und die Schiene ist an der Mitte und noch 
mehr am Ende durch schwarze Schuppenhaare verdeckt; auch das erste Fuss- 
glied hat auf dem Rücken gegen das Ende einen solchen Schuppenbusch. An 
den Hinterbeinen ist der Schenkel gegen die Spitze schwärzlich bestäubt; ebenso 
überall die doppelt so lange Schiene, welche am Ende einen schwarzen Schuppen- 
busch trägt; einen noch stärkern zeigt das erste Fussglied auf dem Rücken; 
die übrigen Fussglieder sind weiss. — Hinterleib des schmächtig und etwas 
flach, dunkelbraungrau, an den Endrändern der Segmente mit bleichen Schuppen 
getrau zt; der Afterbusch ohne Auszeichnung, bleichgelblich. Beim Weibchen 
ist der Hinterleib kräftiger, länger und convexer, ebenso gefärbt, am Bauch auf 
den Seiten der vordem Segmente braunroth, sonst wie der Afterbusch bleich- 
gelblich; Legestachel eingezogen. 

Vorderflügel 3V4 — 4'/*"' lang, länglich, beim etwas breiter als beim 9» 
mit abgerundeter Spitze und schwach convexem Hinterrande; der Vorderrand 
von der Wurzel stark aufsteigend, dann schwach gebogen, aber in der Mitte 
beim 9 mit einem ziemlich tiefen und langen Eindruck; dieser ist beim cf 
seichter , aber am Anfang und Ende vertieft und auf der vordem Hälfte, ausser 
in den Vertiefungen, mit schwarzen Bürstchen gesäumt. Grundfarbe roth, im 
Wurzeldrittel mehr orangeroth. In der Ausbuchtung ist der Vorderrand beim 9 
in einer starken Linie, beim cf schmäler und undeutlicher gelblichweiss ; an ihr 
und auf den Convexitäten davor und dahinter sind die Costaischuppen etwas 
sägezähnig abstehend, und beim schwärzlich. Vor dem Anfang der weisslichen 
Costallinie geht eine mehr oder weniger deutliche, mehrfach unterbrochene, ge- 
zackte, weissliche Linie ziemlich senkrecht zum Innenrand, und von dem hintern 
Ende der Costallinie zieht eine zweite, über der Mitte einen starken Winkel 
bildende und sich dann in weit getrennte Punkte auflüsende weisse Quer- 
linie. Den Hinterrand begleitet eine Reihe schwarzer, länglicher Punkte vor 
den dunkel röthlichgrauen Franzen. 

Hinterflügel beim cT spitzer als beim 9 « bräunlichgrau , beim cf am 
hellsten und gegen die Wurzel gelblich, am dunkelsten grau in der Flügelspitze. 
Vom Vorderrand kommt in einiger Entfernung von der Spitze eine verloschene, 
helle, auf beiden Seiten dunkler grau eingefasste Linie gebogen herab und ver- 
schwindet in den Medianaderästen ; beim 9 fehlt sie entweder ganz oder ist 



208 



P. C. Zeller. 



noch unvollständiger und verloschener sichtbar. Den Hinterrand fasst eine 
schwarze, durch die bleichgelben Aderenden unterbrochene und vor dem Anal- 
winkel verschwindende Linie ein. Franzen hellgrau, nahe an der Wurzel von 
einer dunklern Schattenlinie, welche um die Flügelspitze am dunkelsten ist, 
durchzogen; die Franzen des Innenrandes sind dunkler und schimmern besonders 
beim purpurfarbig. 

Unterseite der Vörderflügel dunkelgrau, am Vorderrand geröthet, am 
Innenrand gelichtet; die hellgelbe Mittellinie des Vorderrandes vorhanden; 
ebenso die Anfänge der zwei Querlinien, aber weiss und zu beiden Seiten 
schwärzlich eingefasst; den Hinterrand fasst, wie auf den Hinterflügeln, eine 
schwarze, durch die gelblichen Aderenden durchschnittene Linie ein. Hinter- 
flügel hellgrau, beim c? weisslicher, am Vorderrand breit grau mit rother Be- 
stäubung. Nahe an der Basis trägt er ein schwärzliches Fleckchen als Anfang 
eines Querstreifens ; der Querstreifen vor dem Hinterrand ist fast vollständig und 
bildet einen auf den Aesten der Medianader winklig gebrochenen, einwärts 
schwärzlich schattirten Bogen. 

Vaterland: Massachusetts. Meine 2 3 9 wurden durch Burgess bei 
Beverly in der Endhälfte des Juli gesammelt. 

Botis ribicalis n. sp. Taf. III. Fig. 4. 

Antennis ciliatis; alis ant. stramineis, roseo-ciliatis , margine dorsali 
strigisque duabus (priore obliquissima) obscure roseis; post. cinereis. 

Ganz vom Aussehen eines kleinen Spanners, etwa aus dem Genus Sterrha, 
aber mit deutlichen Ocellen, nicht schlank gebaut, mit verlängerten Lippen- 
tastern (daher keine Emptrepes), ohne Hornfortsatz der Stirn (daher weder zu 
Antlwpliilodes, noch zu Tegostoma gehörig), sondern nach ihrem Kopfbau eine 
Botis und nach ihrem sonstigen Aussehen eine Verwandte der Sanguinalis, 
aber ausser der grössern Spannerähnlichkeit mit ansehnlichem Franzenhaaren 
an den Fühlern. 

Grösse der kleinsten Sanguinalis. Rückenschild lehmgrau, mit stroh- 
gelben Schulterdecken. Kopf hell lehmgrau mit hellgelber Augenrandlinie , die 
sich nach vorn verlängert und um das gerade abgeschnittene Gesicht herum- 
zieht. Fühler auf dem Rücken weisslich mit abgesetzten Gliedern und ziemlich 
langen Franzen. Maxillartaster gelblichweiss, weit hervorstehend. Lippentaster 
verlängert, zugespitzt, zusammengedrückt, obenauf gelblichweiss, an den Seiten 
bräunlichgrau. Beine bräunlichgrau ; die hintern auswendig am Schenkel längs- 
streifenartig gelbbraun und an der Schiene mit bräunlicher Mittellinie. Hinter- 
leib bräunlich grau. 

Vorderflügel 3'" lang, in der Gestalt fast wie bei Sanguinalis, blass 
dottergelb, auf dem Vorderrand mit einer bis ans Ende des ersten Querstreifs 
reichenden und hinten ein wenig erweiterten bräunlichen Linie. Der erste breite, 
bandförmige Querstreif liegt sehr schief, indem er vom Innenrand nahe der 
Basis bis etwas hinter die Hälfte des Vorderrandes reicht. Der zweite, etwas 
breitere Querstreif entspringt vor dem Innenwinkel, geht dem Hinterrande 



lieitriiK'o /in KpiintniKr. . m»r<1iiin»>ririiiiim ln>n N.i. hl i.ili. . •>( )\ \ 

parallel bis zum Vorderrand und ist mit tioin ersten l^uei streif dun Ii « in. 
ziemlich breite Inuenrandstrieme verbunden. Beide Querstreifen and «Iii- Ver- 
bindungsstrieme sind dunkelrosenroth und auf ihren einander zugekehrten Seiten 
mit Ulaglänzendon Schuppen verdeckt. Franzen heller rosenfarbig, in der Mitte 
mit einer dunkeln Linie durchzogen und auf der Wurzelhälllc gleichfalls mit 
et\\a> Lilas oh immer. 

Hinterflüge] einfarbig brüunlichgran, etwas rüthlich gemischt, mit braun- 
granen Fransen. 

Unterseite bräunlichgrau, auf den Hinterflügeln heller; die Franzen der 
Vorderflügel hell und röthlich gemischt. 

Vaterland: Texas (Boll.). 1 q im Cambridger Museum. 

BoHs sesquialleralis q. sp. Taf. III. Fig. 5. 

Alis (ixt. acutis, (/ilris, strigxda ex margine dorsali ndscendente anfa 
medium striga postica intra plicam angidata punetoque renne transversa^ 
jriseo-fuscis, striga antemarginali tenui pallida. Q. 

Kleiner als B. ribicalis und ihr verwandt; grösser als B. nasonialis und 
dieser sehr nahe. Ihre auffallendsten Unterschiede von Nasonialis sind bei 
dieser angegeben. 

Rückenschild und Kopf blass dottergelb. Ocellen gross. Taster weit über 
den Kopf hervorstehend, lang zugespitzt. Fühler dünn, graugelblich. Beine blass 
ochergelb. Hinterleib grau. 

Vorderflügel 2 1 / 4 " i lang, spitzer als bei Vibicalis und mit gleichmässiger 
convexem Hinterrand. Grundfarbe blass dottergelb. Ans dem Innenrande kommt 
vor der Mitte ein fast senkrechtes, bräunlichgraues Streifchen, das von der 
starken, gelblichen Subdorsallinie durchschnitten wird und nur bis zur Falte 
reicht. xVuf der Querader ist ein starker, gleichfarbiger Punkt. Fast in der 
Mitte zwischen ihm und dem Hinterrande ist ein vollständiger, starker, unter- 
wärts verengter, bräunlich grauer Querstreif, welcher in der Falte einen spitzen, 
einspringenden und auf der Subdorsalader einen fast rechten, ausspringenden 
Winkel bildet. Etwas vor dem Hinterrande zieht eine Querlinie, welche heller 
ist als die Grundfarbe. Franzen hellgrau, von einer dunkelgrauen Linie durch- 
schnitten. 

Hinterflügel mit ganz abgerundetem Vorderwinkel, grau, am Hinterrand 
dunkler; Franzen hellgrau mit feiner, gelblicher Wurzellinie. 

Unterseite der Vorderflügel gelbgrau mit verloschenem, grauem hinteren 
Querstreif, hinter welchem ein blasses Gelb den Raum bis zum Hinterrand band- 
artig ausfüllt. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand gelbgrau bestäubt, längs 
des Hinterrandes blassgelblich. 

Vaterland: Texas (Boll.). Ein schönes 9 im Cambridger Museum. 

Botis nasonialis n. sp. Taf. III. Fig. 6. 
Minuta, alis ant. acutis, rufo-ochraeeis , pattide venosis, fascia obscura 
ante strigam submarginalem latam pallidum, lunida venae transversae obscura. 9 • 
Z. B. Ges. B. XXIII. Abh. 27 



210 



P. C. Zeller. 



Var. b. Puncto nigricanti pro lunula, fasciae margine inferiore in strigam 
nigricantem mutata £. 

Die beiden vorliegenden Exemplare sind etwas unter sich verschieden. 
Sie kommen (besonders Var. b.) der grösseren SesquiaUeralis so nahe, dass ich 
sie anfangs für Varietät derselben hielt; aber sie weichen von ihr ab durch 
grössere Zuspitzung aller Flügel, durch die ins Rothe übergehende Ocherfarbe 
der Vorderflügel, durch die grössere Breite, fast bindenartige Gestalt der hellen 
Antemarginallinie und durch den gänzlichen Mangel der abgekürzten ersten Quer- 
linie. Vielleicht ist auch ihre beträchtlichere Kleinheit ein beständiges Merkmal. 

Einer der allerkleinsten Zünsler. Rückenschild und Kopf von der röth- 
lichen Grundfarbe der Vorderflügel. Taster wie bei Sesq., aussen etwas ver- 
dunkelt, an der Wurzel unten weisslich. Die grauen Fühler so fein wie bei Sesq. 

Vorderflügel 2"' lang, am Vorderrand convexer, am Hinterrand weniger 
convex als bei Sesq., auf hell ochergelbem Grunde sehr dicht röthlich beschuppt; 
doch treten die Adern in hellgelber Farbe hervor, am breitesten die Subcostal- 
ader, und die ebenso breite Längslinie in der Falte. Auf der Querader ist eine 
mondsichelartige Verdunkelung, statt deren die übrigens weniger dunkelröthliche 
Var. b. einen sehr deutlichen schwarzgrauen Punkt trägt. Hinter dieser Quer- 
aderzeichnung folgt eine breite, dunkler röthliche, von keinen Adern durch- 
schnittene Binde; sie ist nach unten erweitert und auf der der Flügelwurzel 
zugekehrten Seite am dunkelsten; bei Var. b. bildet sich aber diese Seite zu 
einer scharf abstechenden schwärzlichen Querlinie aus, die gegen den Dorsalrand 
auch zu den Winkeln der SesquiaUeralis gebrochen ist. Statt der hellen Ante- 
marginallinie der Sesq. hat Nasonialis einen mehr als doppelt so breiten, gegen 
den Innenwinkel verengerten Querstreifen der hellgelben Grundfarbe, durch 
welchen der röthliche Hinterrandstreifen auf eine ganz dünne Linie eingeengt 
wird. Franzen grau, von einer dunkeln Linie durchzogen, vor welcher sie röth- 
lich gemischt sind. 

Hinterflügel weniger in die Länge gezogen, dagegen mit viel mehr her- 
vortretendem Vorderwinkel als bei SesquiaUeralis, grau, vor der breiten gelb- 
lichen Hinterrandlinie bindenartig dunkelgrau; die Franzen hell gelblichgrau. 

Unterseite der Vorderflügel hellgrau, am Vorderrand breit striemenartig 
gelblich. Hinter dem verloschenen schwärzlichen Queraderpunkt zieht ein eben 
solcher Querstreifen bis zur Falte herab ; der helle bindenförmige Raum vor dem 
Hinterrand ist breiter als auf der Oberseite. Hinterflügel noch heller als die 
Vorderflügel, am Vorderrand grob dunkler bestäubt. Ziemlich weit vor dem 
Hinterrande zieht ein verloschener, dunkelgrauer Streifen, der wohl nicht immer 
vollständig vorhanden ist. 

Vaterland: Texas. Die beiden in meiner Sammlung befindlichen 9 wurden 
von Beifrage am 20. August gefangen. 

Botis terrealis Tr. 
Fischer v. Rösl. Beitr. Taf. 75 Fig. 4. 

Ein cT erhielt ich durch Dr. Speyer aus der Gegend von New- York mit 
der richtigen Bemerkung, dass es etwas spitzere Flügel und schärfere Zeichnung 



|loitr:1i?<' zur KtBBtlttM <lor nordSBCrlOMtlohtfl Ntohtffclttl 



21 1 



habe als unsere Exemplare. Die grössere Schürfe «1er Zeichnung v> i:M sieh, im 
Vergleich mit 20 europäischen Exemplaren , am besten aul der Unterseite aus- 
gedrückt, wo die hintere Querlinie der Vorderflügel mit einem Bohwari 
grau on CostalhYck anlangt. Die angegebenen Unterschiede (und andere gicbt 
es nicht) sind aber durc haus keine Bpecifischen, wofür Dr. Speyer sie auch nicht 
anseilen will: seihst als Zeichen einer Localvarietüt möchte ich Bie nicht gelten 
lassen, da Terrealis trotz ihrer Einfachheit nicht nur in der Deutlichkeit dei 
Querlinien auf beiden Flügelseiten, sondern auch in der Zuspitzung der männ- 
lichen Flügel abändert Ich habe selbst ein alpines Exemplar, bei welchem wie 
bei den americanischen der rechte Vorderflüge] etwas breiter und weniger zu- 
gespitzt ist als der linke, weshalb ich nicht bezweifle, dass bei einer grösseren 
Zahl americanischer Exemplare sich einige Veränderlichkeit sowohl in der Zu- 
spitzung der Flügel, wie in der Schärfe der Querlinien herausstellen werde. 

Wie diese Art, die mehr bergige Gegenden bewohnt und sich wohl überall 
von der Meeresküste fern hält, nach America gewandert sein sollte, ist schwer 
anzugeben. Jedenfalls könnte es nur in der zwischen Moos etc. überwinternden 
Raupe geschehen sein. 

Orobena octonalis n. sp. Taf. III. Fig. 7. 

Alis ant. pailide sulplmreis, maculis costae aequaliter äispositis intus 
dihrfc ruft*, nigro-cinctis (tcrtiu orbiculos duos formende) in series punetorum 
nigrorum continuatis, litura cüiorum apicalium schistaeeo-fusca. tf. 

Eine schöne, leicht kenntliche Art von Bofis-ähnlicher Beschaffenheit, nur 
nicht nach den Tastern und vielleicht nicht nach dem Geäder, dessen Verlauf 
ich nicht kenne ; die Stirn ist zugerundet ; die ganz kurzen Taster krümmen sich 
am Untergesicht aufwärts, und ihr kurzes Endglied reicht nicht über die Stirn 
weg. Hiernach wäre die Art eine Orobena; da ihr aber Maxillartaster ganz zu 
fehlen scheinen, so ist ihr Platz in Orobena nur provisorisch. 

Grösse einer kleinen Orob. praetextalis. Rückenschild blass schwefelgelb, 
wenigstens auf den Schulterdecken; der Halskragen hellroth, an jeder Seite 
hellgelb wie der Kopf. Fühler ziemlich dick und kurz, gegen das Ende ver- 
dünnt, mit gedrängten Gliedern, ocherbraun. Lippentaster rostroth mit ver- 
dunkeltem Ende ; Saugrüssel lang. Die Vorderbeine an Schenkeln und Schienen 
schwarz, an den Füssen schwarz und weissbunt; die andern Beine weiss; das 
Knie der mittlem und die Wurzeln der letzten Fussglieder schwärzlich. — 
Hinterleib weiss, um 1 / i über die Hinterflügel hinausreichend. 

Vorderflügel 4 1 /V /< lang, ziemlich breit, nach hinten erweitert, hell schwe- 
felgelb. Am Vorderrand hängen in ziemlich gleichen Zwischenräumen vier hell- 
rothe, schwarz umzogene Flecke; der erste ist nahe der Basis, eckig und wie 
der folgende auf dem Vorderrande stark schwarz; der zweite querviereckig und 
vermittelst einer Reihe ungleicher, schwarzer Punkte mit einem dreieckigen, 
hellrothen, schwarzbestäubten Innenrandfleck verbunden; der dritte ist der 
grösste, aus zwei an einander hängenden hellrothen, schwarz eingefassten 
Scheiben (die ungefähr eine 8 bilden) zusammengesetzt und durch drei schwarze 

27* 



212 



P. C. Zeller. 



Querstriche mit dem Innenrande verbunden; der vierte ist der dunkelste, nach 
unten zugespitzt, und von ihm geht eine verloschene, aus schwarzen Punkten 
und Strichelchen bestehende Querlinie nach einem tiefschwarzen Fleckchen des 
Hinterrandes unmittelbar über dem Innenwinkel. Franzen weissgelb; die des 
Apicaldrittels schieferbraun und von einer tiefschwarzen Linie des Hinterrandes 
begleitet. 

Hinterflügel mit abgerundeter Spitze, weiss, am Hinterrand blass schwefel- 
gelb. Im Analwinkel ist ein kurzer, tiefschwarzer Strich; ein kleinerer liegt in 
einiger Entfernung von ihm am Hinterrand, und dieser ist gegen die Flügel- 
spitze in weiten Entfernungen mit vier schwarzen Pünktchen bezeichnet. Fran- 
zen weiss. 

Unterseite weiss, längs des Vorder- und Hinterrandes blass schwefelgelb. 
Aut den Vorderflügeln sind die Costalflecke vorhanden, aber der erste nur an- 
gedeutet und so wie die andern verloschen und ohne Roth. Die Querlinie vom 
vierten bis zum Hinterrandfleck ist vollständig und viel stärker als auf der 
Oberseite, und vor ihr ist der Raum bis zum dritten Costalfleck schwärzlich 
bestäubt. Franzen wie auf der Oberseite. Auf den Hintern" Li gel n sind die Enden 
jeder Ader, ausgenommen die am Analwinkel, mit je einem schwarzen Punkt 
bezeichnet. 

Vaterland: Texas (Boll.). Ein schönes cT im Cambridger Museum. 

Aphomia sociella L. 
Aph. colonella, Heinemann Pyr. S. 207. Hübn. Fig. 22. $ (Sociella). 
23 9 (Colonella). 

Nach den drei aus America erhaltenen 9 kommt diese Art in genauester 
Uebereinstimmung mit den europäischen Exemplaren, also auch in gleicher Ver- 
änderlichkeit der Grösse und Färbung, in Massachusetts vor. Zwei grosse Exem- 
plare zeichnen sich durch Lebhaftigkeit der grünen Färbung aus, welche den 
Vorder- und Hinterrand umzieht. Das eine derselben fing Burgess bei Beverly 
am 26. Juni; ein kleineres, ohne Grün, also mehr mit Hübners Fig. 23 stimmend, 
am 7. Juli. 

Melissoblaptes farellus n. sp. 

Thorace canescente; alis ant. obscure einer eis, litura ex basi orta nigra, 
limbo fasciae instar dilutius einereo venis nigris dissecto. cf 9- 

Etwas grösser und breitflügliger als Mel. fulminalis (Zool.-bot. Gesellsch.- 
Verhdl. 1872, S. 560, Sep. 114), mit diesem darin übereinstimmend, dass auf 
den cT -Vorderflügeln die behaarte Mittelzelle nicht (wie bei Aphomia) bis zum 
Hinterrand, aber doch weiter als bei Mel. bipunetanus verlängert ist. Furelhis 
hat ein verräuchertes Aussehen, auf den Vorderflügeln mit einem starken, 
schwarzen Längswisch aus der Wurzel und mit schwarzen Längsadern in der 
helleren Hinterrandpartie. 

Beide Geschlechter fast gleich gross. Rückenschild und Kopf hellgrau. 
Fühler dünn, borstenförmig mit deutlich gesonderten Gliedern; das Wurzelglied 



BtÜrlgi rar RtaintnlM iw iftrdMD*rieanisoh«n Naohtfaltt 



wie bei M<l. hipHnctiums länglich, lu llcrrnn hcs<htipj>t . die Schuppen beim 
an der Spitze einen kurzen Zahn bildend. Taster des 9 kaum von Kopflänge, 
(Uns, grau, mit sein- kurzem Endglied. Beine hellgrau, auf der Au>senseite 
beim <j' dunkler beraucht als beim , . Hinterleib auf dem Kücken schwach 
gewölbt, ochergelblich, am Wurselglied weisslich beschuppt; Hauch des ( grau, 
des 9 weisslich. 

Vorderflügel des cT 6'", 9 6 Vi'"» ziemlich schmal, mit stärker convexem 
Vorderrand als bei Bipunctantts und l;'t<linntnlis , grau, schwärzlich bestäubt 
wie beraucht. Ein schwarzer Wisch, am Anfang weisslich bestäubt, hinten er- 
weitert, reicht von der Basis oberhalb der Falte bis über V3 ( l er Flügellänge 
(er mag beim 9 etwas kleiner und blässer sein; bei meinem Exemplar ist der 
Flügel hier bedeutend verwischt). Hinter ihm folgt beim 9 oberhalb der Flügel- 
hälfte eine schwarze, mit einer Erweiterung endigende Längslinie. Die schwärz- 
liche hintere Querlinie hat im Allgemeinen gleichen Verlauf wie bei BipunctcmtU 
und Fulminalis, ist aber dem Hinterraude näher und sägezähnig kappenförmig; 
sie begrenzt den heller grauen Raum, der sich bis zum Hinterrand ausdehnt 
und von den schwärzlichen Adern, deren jede aus einem Zahn der Kappenlinie 
kommt, durchschnitten wird. Die schwarze Hinterrandlinie ist an den Enden dieser 
Linien fast unterbrochen und an denselben auf den grauen Franzen mit je einer 
kleinen hellgraugelblichen Stelle bezeichnet. 

Hinterflügel des cf schmäler als bei Fulminalis, des 9 fast ebenso breit; 
sie sind einfarbig grau mit etwas lichteren Franzen. 

Unterseite hellgrau, auf allen Flügeln gegen die Spitze mit einem ver- 
loschenen schwärzlichen Fleck als Anfang einer Querlinie. Beim ist eine 
längliche, zugespitze, schwefelgelbliche, filzige Stelle, welche von der Wurzel 
aus V3 der Länge des Vorderrandes einnimmt. Die auffallend zart und dicht 
behaarte Mittelzelle ist breiter als bei Fulminalis und reicht, auch in eine Spitze 
auslaufend, näher an den Hinterrand heran. Beim 9 'sind die verlängerten 
Vorderrandschuppen nach unten umgelegt. — Hinterflügel heller als die Vorder- 
öügel; die Hinterrandlinie an der Apicalhälfte am dunkelsten. 

Vaterland: die Gegend von Albany bei New- York. Ein Pärchen, das ich 
von Dr. Speyer erhielt, in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Wegen der Uebereinstimmung im Zellenbau der Flügel 
füge ich die Beschreibung einer australischen Art bei. 

Melissoblaptes latro n. sp. 

Maximus, alis ant. angustis, postice coaretatis, griseo-carneis, Stria disci 
flavida e basi in apicem dueta, inferius fuscescenti-adumbrata; posterioribus 
albido-hyalinis, apice einer eo. 

Die grösste mir bekannte Galleria, sehr auffallend durch die schmalen, 
nach hinten zugespitzten Vorderflügel und die zur grössern Hälfte durchsichtigen 
Hinterflügel. 

Rückenschild, Kopf mit den Fühlern, Beine und Vorderflügel schmutzig- 
dunkel fleischroth. Die dichten, flach anliegenden Kopfschuppen bilden ein vorn 



214 



P. C. Zeller. 



abgeschnittenes Stirndach mit parallelen Seiten. Fühler borstenförmig, deutlich 
dunkel geringelt mit länglichem, anliegend beschupptem Wurzelglied. Hinterleib 
fast um seine Hälfte über die Hinterflügel hinausragend, auf dem Kücken convex 
und glatt, bleichochergelb, mit hellerem Bauch. 

Vorderflügel 8'" lang, " schmal, nach hinten verengert mit gleichmässig 
convexem Vorderrand; der Hinterrand convex, sehr schräg rückwärts gehend, 
so dass der Innenwinkel ganz verschwindet. Aus der Mitte der Basis entspringt 
eine ziemlich gerade, breite, hellgelbe, unterwärts braun beschattete Linie, welche 
nach der Flügelspitze hin zieht und sich vor derselben verschmälert und durch 
rüthliche Bestäubung verdunkelt. Unterhalb derselben sind die in den Hinter- 
rand auslaufenden Adern vertieft. Der Hinterrand ist mit kleinen, schwarzen 
Punkten gezeichnet. Andere Zeichnungen sind nicht vorhanden. Franzen wenig 
blässer als die Grundfarbe. 

Hinterflügel viel schmäler und gestreckter als bei jeder andern Galleria, 
weisslich durchsichtig, im Apicaldrittel undurchsichtig, grau beschuppt, am 
dunkelsten in der Flügelspitze. Franzen weiss, um die Flügelspitze grau ge- 
mischt und röthlich angelaufen. 

Unterseite der Vorderflügel bleich, ins Gelbliche, gegen die Spitze mehr 
röthlich. Die Mittelzelle, welche nach vorn durch die matt durchscheinende 
gelbliche Linie begrenzt wird, ist schmal und endigt zugespitzt am Anfange des 
letzten Flügelviertels ; sie ist nicht überall behaart , sondern in einem Streifen 
längs der Medianader mit gewöhnlichen, feinen Schuppen bekleidet. Hinter- 
flügel längs des Vorderrandes und auf den andern beschuppten Theilen hell 
röthlichgrau. 

Vaterland: Adelaide auf Neu-Holland. Ein $ in meiner Sammlung aus 
dem Berliner Museum. 

Tineacea. 

Anaphora Clemens ed. Stainton p. 56 und 60, Fig. 3. 4. 
Durch die Länge seiner männlichen Taster, die über den ganzen Kopl 
und das Rückenschild hinüber geschlagen sind, während die weiblichen Taster 
nur bis zur Stirn heraufreichen, steht dieses Genus unter den Tineinen ver- 
einzelt da. Bei den Pyraliden giebt es ähnlich gebaute Gattungen, z. B. Deu- 
terollyta, und manche Phycideen zeigen wenigstens in den männlichen Tastern 
eine viel höhere Ausbildung als in den weiblichen. Zu ihnen lässt sich Anaphora 
unmöglich stellen, sondern die Gattung scheint eine ächte Tineine zu sein. 
Clemens will sie in Stainton's Exapatiden unterbringen, was aber nicht anzu- 
gehen scheint, weil bei diesen die Taster in beiden Geschlechtern entweder 
gleich oder, wie bei Chim. fagella, beim Q ausgebreiteter sind als beim cf. 
Etwas Analoges in der Tasterbildung, nämlich der Kürze oder dem Fehlen der 
Taster, haben wir bei den Tineaceen, namentlich den ersten derselben (Talae- 
poria und Solenobia) und den letzten (Nemotois) , und so möchte sich wohl 
der Schluss rechtfertigen , dass Anaphora ihren richtigen Platz unter den 
Tineaceen habe. 



Ileitriitfo inr KonntniHs <loi nonl;iin«rn .mihi hm Nu. Iilt.iltnr. 



215 



Clemens charakterisirt die Gattung ziemlich irenau, jedenfalls kenntlich« 
Dass das Wurzelglied clor Taster verengert (antäte) sein soll, kann lieh mir 
auf di«' geringere Verdickung durch I laarsrliuppon Imm einer einzelnen Art (oder 
vielleicht einigen wenigen) beziehen; da bei einer zweiten dieses kaum der Kai 
ist. bei den zwei mir bekannten aber das erste Glied — ohne Beschuppung 
Ucker als die folgenden und dabei von so ungewöhnlicher Länge ist, dass es 
sich um das ganze Gesicht bis auf die Mitte der Stirn herum biegt, so glaube 
ich. Clemens habe arcuate schreiben wollen. Dieses Glied ist zugleich an das 
Gesieht angedi üekt. wodurch eine Art Rinne für dasselbe entsteht und wenigstens 
bei einer Art (Scardina) die Haarschuppen zwischen beiden Tastern einen Haar- 
kamin bilden, der oben in die rückwärts gestrichenen Schuppenhaare des Ober- 
kopfes übergeht. — Als Gattungscharakter hebt Clemens die im männlichen 
Geschlecht auf der Unterseite sägezähnigen Fühler hervor. Hierüber bemerke 
ich folgendes. Ohne genaue Untersuchung erscheinen sie fast einfach, nur stark 
zusammengedrückt. Erst bei genauerer mikroskopischer Untersuchung zeigt sich, 
dass sie auf der Unterseite sehr gedrängt sägezähnig sind und sehr zarte Pube- 
scenz haben. Bei der einen Art sind die Sägezähne, weil sie ziemlich lang und 
dünn sind und nicht zu dicht stehen, ziemlich leicht zu unterscheiden, bei der 
andern sind sie kürzer, breiter, am Ende gerade abgestutzt und so dicht zu- 
sammengerückt, dass sie nur bei rückwärts gebogenem Fühler auseinander 
treten, sonst aber dem Fühler das obenerwähnte Ansehen geben, als ob er zu- 
sammengedrückt und auf der Unterseite kaum gekerbt ist. 

Auf den Vorderflügeln ist die Mittelzelle durch drei Adern in vier Längs- 
felder zerschnitten. Von der Subcostalader gehen zwei Aeste in den Vorderrand 
vor der Flügelspitze und einer in diese selbst. Das Enddrittel der Falte ist in 
eine Ader verwandelt. Auf den Hinterflügeln ist die Mittelzelle durch eine zarte 
Ader geschlossen, durch welche eine von der Subcostalader herabkommende und 
die Zelle durchschneidende Ader unaufgehalten bis zum Hinterrand fortläuft. 

Ob ich die Clemens'schen Arten unter den meinigen vor mir habe, kann 
ich aus seinen Angaben nicht mit Sicherheit erkennen: ich gebe also letztere 
unter eigenen Namen. 

1. Scardina. 
? Popeanella Clemens 1. c. p. 57. 

Antennis cf (trete serratis, dentibus gracilibus; alis ant. brunnesccutihits. 
jurta dorsum pallescentibus, ceterum fusco-strigulatis, Stria pallida plicae per 
maculam fuscam terminata, macula venae transversae fusca. cf 1 . 

Diese Art ist in Grösse und, da sich ihre gröberen Schuppen leicht ab- 
fliegen, in Färbung und Zeichnung veränderlich, und selbst ihre Hinterflügel sind 
mehr oder weniger zugespitzt. Nebst ihren Fühlern macht der blassgelbliche 
Streifen in der Vorderflügelfalte sie kenntlich. 

Vorderflügel 5—6'" lang, länglich, nach hinten fast gar nicht erweitert, 
mit schwach convexem Hinterrand und etwas stumpfer Spitze. Grundfarbe grau- 
lehmfarben, mehr oder weniger zu Braun verdunkelt oder — wohl durch längern 



216 



P. C. Zeller. 



Flug — zu dunklem Schiefergrau , das in gewisser Richtung ein wenig hell- 
violettlich schimmert, abgeändert, reichlich mit groben, braunen Querstrichelchen 
bestreut, in dem Kaum zwischen Falte und Innenrand heller. In der Falte ist 
in einiger Entfernung von der Basis ein ziemlich breiter, hellgelblicher Längs- 
streif, der durch längern Flug um so deutlicher hervortritt, an beiden Rändern 
theilweise mit einem schwarzbraunen Streifen eingefasst ist und nach hinten 
durch einen starken, unregelmässigen schwarzbraunen Fleck begrenzt wird. Ein 
kleinerer solcher Fleck liegt auf der Querader, und hinter ihm färbt sich ein 
grösserer oder kleinerer Raum ohne deutliche Begrenzung hellgelblich. Die Franzen 
sind heller als die Grundfarbe und sehr verloschen dunkler gescheckt. 

Hinterflügel dunkelbraungrau (bei meinen zwei alten Exemplaren mit gelb- 
licher Beimischung, aber durchaus nicht auf der ganzen Fläche brownish-yellow, 
wie An. Popeanella sein soll), lichter gef ranzt. 

Vaterland: Texas (Boll.). (Ein ziemlich gut erhaltenes und drei ganz ver- 
flogene aus dem Cambridger Museum); Carolina (nach einem kleinen Exemplar 
aus dem Berliner Museum; es ist das hellste und am wenigsten querstrichige 
von allen). Bei einem Exemplar unbekannten Vaterlandes meiner Sammlung, 
dem grössten von allen, ist der hellgelbliche Faltenstreif fast verdeckt, und der 
folgende schwarzbraune Fleck halbeiförmig mit abwärts gewendeter Rundung, 
also ungefähr wie er bei Popeanella sein soll. 

2. Bombycina n. sp. 

Antennis aretissime serratis, dentibus truncatis; alis ant. cf cinereis, 
pmesertim ad eostam latericio tinetis, 9 cinereis, striguUs fuscis asperis 
copiose sparsis, cf 9 maciäa venae transversae fusca; posterior ibus cf fusce- 
scentibus, 9 cinereis. 

Viel kräftiger und plumper als die vorige, spinnerförmig , mit weniger 
langen, kürzer gezähnten Fühlern, breiteren, stumpferen Hinterflügeln und ohne 
gelblichen Faltenstreif, dagegen mit beim cf längs des Vorderrandes ziegelroth 
angelaufenen Vorderflügeln. Etwas grösser als Scardina. Die männlichen Taster 
reichen nur bis zur Mitte des Rückens, sind aber dichter und länger und so 
behaart, dass kein Raum für einen Haarkamm im Gesicht wie bei Scardina 
zwischen ihnen übrig bleibt; die weiblichen Taster sind gleichmässig langhaarig 
und reichen bis an die Stirn, deren Haare sich den ihrigen eng anschliessen. 
An den männlichen Fühlern stehen die Zähne dichter und sind breiter und 
kürzer als bei Scardina und am Ende abgestutzt; beim 9 sind die Fühler etwas 
kürzer und dünner und auf der Unterseite mit kurzen, geneigten Querlamellen 
versehen. 

Vorderflügel fast 7"' lang, etwas breiter als bei Scardina, beim cf hell- 
grau (bei einem Exemplar mehr als bei dem andern), hier und da, am lebhaftesten 
längs des Vorderrandes, hell ziegelroth angelaufen. Eine ziemliche Anzahl brauner 
Querstrichelchen (die bei dem einen Exemplar gröber und fast zu Fleckchen ge- 
worden sind), ist ohne bestimmte Ordnung über die hintern % ausgestreut. Sie 
laufen bei dem einen Exemplar auf der Falte hinter der Mitte (wo Scardina. 



Beiträge HU KiMintniMb iloi minl.unoi it unim hon Nm lit l'.iltf i 



21 7 



ihren dunkelbraunen Fleck bat) tu einem bestimml begrenzten Pieck zusammeOi 
während das andere Exemplar keine Andeutung davon besitzt Beiden Efani« 
plaren fehlt der hellgelbliche Faltenstreif der Satrtlina gänzlich; dngrg< u /«-igt 
s ich auf der Querader ein brauner, wisebfurmiger Fleck. Fransen grau bell 
ziegelroth angelaufen. 

Beim Weibchen, das sehr verschieden aussieht, ist die Grundfarbe dunkler 

lachgrau, mit sehr wenig Lilafarbe gemischt, und ohne jedes Koth, reichlich 
mit groben, etwas aufgerichteten Schuppen bestreut. Dunkelbraune 
Schuppen bilden eine Menge fast gitterartig zusammenschliessender Querstriche. 
Auf der Falte hinter der Mitte treten sie zu einem Fleck zusammen, und einen 
zweiten, der grösser ist als beim cj 1 , trägt die Qnerader. Franzen des Vorder- 
und Hinterrandes verloschen hell und dunkel gescheckt. 

Hinterflügel <$ dunkelbraungrau , Q sehr hellgrau. Die» Franzen sind 
um den Analwinkel bräunlichgrau. 

Vaterland des 9 (nach Lederer): Buenos Ayres; die zwei cT, welche ich 
durch Dr. Fackard erhielt, stammen vermuthlich aus Massachusetts. 

Anmerkung. Das maroon -brown , auf das Clemens bei seiner Plumi- 
fronteüa p. 57 bedeutendes Gewicht legt, vermisse ich bei meinem Exemplar 
durchaus; ebenso den braunen Faltenfleck der Vorderflügel gegen die Basis. — 
Die ausserordentlich grobe Beschuppung der Vorderflügel des südamerica- 
nischen Weibchens, der Mangel alles Rothen, die ganz hellen und stumpfern 
Hinterflügel Hessen mich anfangs zweifeln , ob es wirklich mit dem Männchen 
zu vereinigen sei. Aber das genau übereinstimmende Flügelgeäder, das besonders 
auf der Unterseite der Hinterflügel recht sichtbar hervortritt, hat mein Bedenken 
gehoben. 

Xylesthia Clem. 

Die Gattung ist gut begründet und durch den wollhaarigen Kopf, den 
fast augendeckelartigen Schuppenbusch am Wurzelglied der Fühler, die Haar- 
bürste an der Unterseite des zweiten und die Kürze des dritten Tastergliedes 
leicht zu erkennen. Von Ochsenheimeria unterscheidet sie sich durch den dünnen 
Hinterleib und den hervorstehenden Legestachel des Weibchens, die reichlich 
und lang behaarten Hinterschienen, die längern Fühler, den Mangel der Ocellen, 
das freie Endglied der Taster — von Hapsifera durch den reichlich behaarten 
Wollkopf, die kürzern Fühler mit einem Schuppenbusch am Wurzelglied, das 
freie Endglied der Taster — von Ateliotum, welcher Gattung sie im Kopf bau 
nahe kommt, durch den Fühlerbusch und die nicht verlängerte Bürste des zweiten 
Tastergliedes — von Setomorpha (Lep. Caffr. p. 93) durch den wolligen (nicht 
glatten) Kopf, den Fühlerbusch , den ganz andern Tasterbau (indem bei Seto- 
morpha kein Busch am zweiten Gliede vorhanden und das Endglied flach ge- 
drückt ist). 

Clemens hat seine Xyl. pruniramiella aus knotenförmigen Holzauswüchsen 
an den Aesten der Pflaumenbäume gezogen, muss also von ihr unversehrte Exem- 
plare vor sich gehabt haben. An diesen sieht er „die Vorderflügel schwarzbraun 

Z. B. Ges. B. XXIII. Al>h. 28 



218 



P. C. Zeller. 



oder gelbbraun, etwas weisslich bunt, mit rauhen Schuppenflecken an der Basis 
und längs der Falte". Ferner sieht er wohl undeutliche, weissliche Binden 
aber sie bilden ihm keine Doppellinien, uud er zählt weniger als ich an meinen 
Exemplaren. Obgleich der „schwärzliche Fleck in der Flügelspitze, einwärts 
weisslich eingefasst", auf diese gut zu passen scheint, so halte ich es doch für 
sicherer, sie unter einem eigenen Namen aufzuführen. 

Xyl. congeminatella n. sp.? 

Capite et thorace älbis, alis ant. elongatis, lutescentibus, squamis asperis 
fuseis adspersis, strigarum congeminatarum paribus fere quinis albidis obsoletis, 
macula venae transversae punctoque apicis subocellari fuscis. 9- 

Kopfbekleidung rein weiss. Fühler mit sehr gedrängten, gezähnelten 
Gliedern, gelblichbraun, am Wurzelglied weiss, und ebenso auf dem Rücken der 
Greissei in grösserer oder geringerer Ausdehnung. Lippentaster von Kopflänge, 
weiss; das zweite Glied mit zusammengedrückter, gleichmässiger (nicht nach 
vorn in einen Busch verlängerter), innen und aussen grau angelaufener Bürste 
und an der Seite mit einzelnen Borsten; das Endglied kaum halb so lang wie 
das zweite Glied, glattschuppig, ein wenig aufgerichtet. — Rückenschild weiss, 
hinten etwas braun bestäubt. Beine bräunlich, an den Enden der Glieder weiss- 
lich; die Hinterschienen mit zwei Paaren langer Dornen und mit langen, blonden 
Haaren reichlich bekleidet. — Hinterleib braun, am Bauch weisslich, schmächtig 
und etwas zusammengedrückt, beim mit schwachem Afterbusch; beim 9 De " 
deutend länger, zugespitzt, mil lang hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel 2 x j 2 — 3"', 9 3 1 / 2 / " lang, ziemlich schmal, nach hinten schwach 
erweitert, dann sanft verengert und an der Spitze abgerundet (in Gestalt und 
Färbung etwas an Acrolepia granitella erinnernd), hell lehmgelblich mit zer- 
streuten, groben, schwarzen und weisslichen aufgerichteten Schuppenpunkten. 
Durch das Spannen werden wohl die meisten niedergedrückt; aber bei keinem 
meiner fünf Exemplare scheinen sie an der Basis und an der Falte am häufigsten 
gewesen zu sein. Ziemlich gleichmässig theilt sich der Raum der Länge nach 
in Bänder der Grundfarbe und fast ebenso breite, paarweise gestellte weissliche, 
doch mehr oder weniger, besonders hinter der Mitte, undeutliche Querlinien; 
solcher Paare sind bei den am deutlichsten gezeichneten Exemplaren fünf vor- 
handen; sie sind ein wenig schräg nach hinten gelegt und schwach wellig; 
ausserdem ist die Flügelwurzel weiss. Die Bänder, welche die Grundfarbe bilden, 
sind etwas breiter als je ein Paar der Querlinien. Auf der Querader liegt ein 
grösserer, eckiger, dunkelbrauner Fleck und zuweilen vor ihm in der Mittelzelle 
ein anderer. In der Flügelspitze ist ein schwarzbrauner Punkt, einwärts weiss- 
lich umzogen, wodurch ein unvollständiger Augenpunkt gebildet wird. Vor der 
weisslichen Einfassung zeigen sich einige schwarzbraune Punkte oder Striche, 
die eine unvollkommene Querreihe bilden. Die Franzen sind an der Wurzel von 
einer schwarzbraunen Linie umzogen. Im Innenwinkel ist bisweilen ein undeut- 
liches, weissliches Fleckchen. 



Bftltrlffl lur K«nntnis; I unliitnoi !■ hihn< Iikii N.m litl.ili.-i 



EHiteiftAgel kaum so breit wie 'Ii«- Vorderflttgel, luiiettfSnnig zugespitzt, 

braungrau, beim q sehr schwach, heim V deutlich put purschimmernd. Franzen 
heller, mit bleichgelblicher Wurzellinie. 

Unterseite braungrau, verloschen purpurschimmernd; die Vorderllügel in den 
Vorderrandt'ranzen und in der Wurzel der Hinterrandlranzen mit verloschenen 
bleichgelblichen Fleckehen. 

Vaterland: Massachusetts; vier an verschiedenen Tagen des Juli, das 
^ am 13. von Burgess bei Beverly gefangen, in meiner Sammlung. 

Amydria effrenatella Clera 

Alae ant. lutcscentes , parte costali ex basi obscurata punetis grossis, 
fuscis adspersae , parte dorsali puriore, marginibus costali et postico fusco- 
maculatis, Utura fiisca venae transversa* cum litura plicali cohaerente. 

Clem. ed. Staint. p. 55 p. 60 Fig. 2. (Kopf, fälschlich mit Borsten auf 
der Oberseite des zweiten Tastergliedes). 

Clemens scheint mir gegen Stainton (Anm. S. 55) Kecht zu haben, dass 
Amydria nicht mit Euplocamus oder Scardia vereinigt werden kann. Letztere 
Gattung hat zwar gleich kurze, gedrängte Fühlerglieder; aber sie sind im männ- 
lichen Geschlecht doppelt gefranzt, und die deutlichen, fadenförmigen Maxillar- 
taster sind mehrgliedrig. Bei Amydria dagegen sind die Fühler ganz ungefranzt, 
und ihre Glieder nur gegen die Spitze hin sehr kurz gezähnelt; die Maxillartaster 
sind sehr kurz und versteckt (nach Clemens zweigliedrig). Euplocamus hat 
keine Maxillartaster, und die Fühlerglieder zeichnen sich durchaus nicht durch 
Kürze aus, und die männlichen tragen lange, gefiederte Kammzähne. — Bei 
Sc. boleti kommen auf den Vorderflügeln die beiden über der Spitze mündenden 
Aderäste aus einem gemeinschaftlichen Stiel; bei Amydria bleiben sie an der 
Wurzel getrennt. Die richtige Stelle für die Gattung scheint hinter Scardia 
zu sein. 

Am. effrenatella hat das Aussehen einer Tinea, etwa der spretella in ver- 
grössertem Massstabe; sie wird aber durch die Taster sofort von Tinea aus- 
geschlossen. 

Die Vorderflügel sind nicht schmal (narrow, Cl.), sondern nur länglich, 
nach hinten erweitert, dann zugespitzt, am Vorderrand nur gegen die Spitze 
gekrümmt, glanzlos, hell lehmgelb mit groben, braunen Fleckchen bestreut, die 
von der Wurzel aus längs des Vorderrandes auf l / 3 der Länge zusammenfliessen; 
nach hinten und gegen den Innenrand zu sind es eher Punkte von ungleicher 
Grösse, die den Grund sehr sichtbar lassen, besonders am Innenrand. (Nach 
Clemens wird beim 9 das Braune zur Grundfarbe, und das Gelbe tritt nur 
fleckartig hervor [varied with yellowj, am meisten am Innenrand). Auf der 
Querader ist ein grosser, wischförmiger, Querfleck, der an einen dicken, tief- 
braunen Längsstreif der Falte anstösst. Bei einem Exemplar zeigt sich in der 
Falte vor der Mitte noch ein kürzerer, fleckartiger, tiefbrauner Längsstrich. Am 
Vorderrand liegen von der Hälfte an grosse, eckige, braune Flecke, welche 
würfelartig mit helllehmgelben wechseln ; sie gehen über in eine am Hinterrand 

28* 



220 



P. C. Zeller. 



hinziehende Reihe brauner, hellerer Flecke. Franzen staubgrau, vom Hinterrand 
durch eine braungraue Linie getrennt. 

Vaterland: Pennsylvanien (Clemens); Massachusetts bei Beverly, wo Burgess 
raeine 5 $ vom 3—8. Juli fing. 

Tinea (Blabophanes) dorsistrigella Cl. 

Capillis exalbidis, thorace albo, scapulis atris; alis ant. atris, vitta dorsali 
sinuata, macula costae mediae inferius hyalina punctisque costae ante apicem 
albis. Q. 

Tinea dorsistrigella Clemens cd. Staint. p. 49. 50. 

Obgleich sie nur schwache Farben unterschiede von unserer T. ferruginella 
zeigt, so stimme ich doch Stainton bei, sie für eine sicher verschiedene Art zu 
halten. Die Diagnose giebt die auffallendsten Unterschiede genügend an; ausser- 
dem sehe ich bei Dorsistrigella die weisse Dorsalstrieme dem Costalfleck gegen- 
über tiefer eingedrückt und deren Endtheil mit einer Anzahl ungleich grosser, » 
schwarzer Punkte bestreut, während bei Ferruginella die rostgelbe Strieme bis 
zum Ende ganz rein bleibt. Die Zahl der Costalpunkte ist veränderlich, zwischen 
Mittelfleck und Flügelbasis sind wenige sehr kleine, oder gar keine vorhanden. 
In der Grösse scheint Dorsistrigella wenig abzuändern. 

Vaterland: Pennsylvanien (Clemens) und Massachusetts; meine vier Exem- 
plare wurden von Burgess an vier verschiedenen Tagen des Juli bei Beverly 
gefangen. 

Anmerkung. Hübner's Mendicella Fig. 179, im Text S. 63 offenbar 
nach der Abbildung beschrieben, stimmt zwar hinsichtlich der weissen Vorder- 
flügelzeichnung mit Dorsistrigella; aber die Grundfarbe soll graubraun sein, und 
dabei sind Kopf und Rückenschild braun bemalt. Sicher ist diese Mendicella 
nichts weiter als ein verdorbenes, ganz abgeblasstes Exemplar der Ferruginella. 

Tinea (Blabophanes) rusticella St. 

cf Tinea biflavimaculella Clemens 1. c. p. 49. 50. 

Ich habe ein grosses, am 11. Juli gefangenes , das mit zwei ebenso 
grossen livländischen Exemplaren genau übereinstimmt, und drei kleine Q (ge- 
fangen 7. Juli, 1. und 9. August), die sich gleichfalls von den ebenso grossen 
europäischen 9 nicht unterscheiden. Burgess fing die vier Exemplare in Mas- 
sachusetts. — Nach Clemens fliegt die Art im August und September. Da ich 
die am frühesten am 15. Mai fing, so ist eine doppelte Generation der in 
alten Vogelnestern lebenden Art ziemlich gewiss. 

Tinea defectella n. sp. Taf. III. Fig. 8. 

Capillis, thorace alisque ant. niveis, his rarius inordinate nigropunctatis, 
striga abrupta prope basim, striga media acute refracta, dorsum non tangente 
striaque ante marginem posticum atris, ciliis albo einer eoque tessulatis. cf- 

Die nächste Verwandte der europäischen Nigralbella (Herr. Schff. Fig. 296), 
von ihr dadurch verschieden, dass ihr das zweite Paar schwarzer, convergirender 



Querstriche bei 1 /j der L&nge (der eine vom Vorderrand, der andere fon [nnen- 
rand ausgehend) ganz fehlt, und dass der lange, spitzwinklig zurü<kgebm<lune 
Querstricli der Flügelhälfte sich fast bis zum Innenrand fortsetzt, statt wir bei 
Nigralbclla in der Flügelmitte aufzuhören und in dem eben erwähnten [nn< mrand- 
strieh gleichsam seine Fortsetzung zu haben. Auch die Zeichnung vor dem Hinter- 
rand ist anders; doch mag sie veränderlich sein. 

Grösse der Nigrulbella-(j\ Vorderfiügel .">' V" lang, etwas schmäler als 
dort, rein weiss. Nicht weit von der Wurzel liegt ein schwarzer Schrägstrich, 
der vom Vorderrand anfängt, sich in der Falte verdickt und keine Andeutung 
einer Fortsetzung bis zu dem Punkte am Anfang des Innern andes zeigt. Nach 
einigen zerstreuten schwarzen Punkten folgt in der Flügelhälfte die schwarze, 
schräge Qnerlinie, welche wie bei Nigralbella ihre Richtung gegen den untersten 
schwarzen verdickten Strich des Hinterrandes nimmt, sich aber gleichfalls unter 
einem spitzen Winkel bricht und dann sich dem Innenrand zuwendend bis über 
die Falte hinwegreicht. Hinter zwei Costalpunkten kommt vor der Flügelspitze 
eine dem Hinterrand parallele, unregelmässig verdickte Linie herab. Den Hinter- 
rand begleitet eine Reihe schwarzer Strichelchen, die nach unten an Stärke zu- 
nehmen, und von denen das im Innenwinkel das grüsste ist. In der Flügelspitze 
ist ein stärkeres Fleckchen. Von den Hinterrandstrichelchen aus gehen durch 
die Franzen drei breite, graue, schwarzbestäubte Schatten, zwischen denen die 
weisse Farbe einen schmäleren Raum einnimmt. 

Hinterflügel, wie bei Nkjralbclla , beträchtlich schmäler als die Vorder- 
flügel, zugespitzt, hellgrau. 

Auf der Unterseite sind die Vorderflügel einfarbig braun grau, die Franzen 
verloschen weisslich gefleckt. 

Vaterland: Californien, bei San Francisco, von wo ich durch Loew ein 
gutes (f erhielt. 

Anmerkung. Die Diagnose der Nigralbella (Linnaea entomol. VI, 131) 
reicht nun nicht mehr aus, sondern muss hinsichtlich der Vorderflügelzeichnung 
erweitert werden, etwa so: strigis tribus ex costa (prima et tertia refractis), 
una ex dorso ante medium, punetis costalibas margineque postico atris, eiliis 
albo cinereoque tessulatis. 

Tinea grumella n. sp. Taf. III. Fig. 9. 

Capülis luteis; alis ant. nitididis, lutescentibus , praeter dorsum fusce- 
scenti-suffusis , punetis majusculis 2 (superiore ante, inferiore post medium) 
strigulaque venae transversae fascis, margine postico grosse fusco-punetatn, 
eiliis dilatis. Q. 

Von Tin. pellionella ist sie sicher verschieden durch die Stärke der 
dunkeln Vorderflügelzeichnung, besouders durch die sehr hervortretenden grossen 
und vollständigen Punkte des Hinterlandes, welche bei Pellionella ganz fehlen. 
Viel näher kommt sie der Pallescent ella , deren Hinterrand ganz ähnlich, nur 
mit viel verloscheneren und kleineren dunkelbraunen Punkten gezeichnet ist. 
Meine sieben Pallescent ella haben gröber bestäubte Vorderflügel (was vielleicht 



222 



P. C. Zell er. 



daher kommen mag, dass sie etwas verflogen sind); der Queraderfleck ist nur 
klein und gerundet; in der Falte ist nicht ein Punkt, sondern ein dicker Strich, 
der ziemlich weit gegen die Wurzel verlängert ist und nur bis unter den Anfang 
des Discalfleckchens reicht, statt dass bei Grumella ein über die Falte hinweg- 
reichendt r Fleck, und zwar weit hinter dem Discalfleck, vorhanden ist. Ausser- 
dem hat Pallescent ella einen convexen , Grumella einen nur an der Wurzel 
schwach gebogenen, sonst wie bei Pellionella geraden Vorderrand. Also sind 
beide sicher verschiedene Arten. 

Grösse einer mittleren Pellionella oder kleinen Pallescentella. Kopfhaare 
dunkel röthlich lehmgelb, dunkler als bei beiden Arten. Vorderflügel fast 4'" 
lang, in der Gestalt etwa wie bei Pellionella, also mit geraden, nur an der 
Wurzel und ganz am Ende schwach herabgehendem Vorderrand, fett glänzend, 
bleich lehmgelb, am Vorderrand von der Wurzel bis zur Hälfte braun unter- 
laufen, sonst mit braunem Staub bestreut, welcher unterhalb der Falte von der 
Wurzel aus fast einen Streifen bildet und zwischen dem Queraderfleck und dem 
Hinterrand am meisten gehäuft ist; am reinsten bleibt übrigens die Innenrand- 
hälfte. Ein starker, dunkelbrauner Punkt liegt im Mittel räum , etwas näher der 
Querader als der Basis. Schräg hinter und unter ihm ist ein etwas verflossener, 
in der Falte am meisten verdunkelter Fleck. Die Querader trägt einen dicken, 
tiefschwarzen Querstrich, der sich durch die Bestäubung schräg gegen den 
Hinterrand verlängert. Am ganzen Hinterrand und um die Spitze bis in den 
Vorderrand hinein sind dicke, schwarze Punktfleckchen; von denen, die der Quer- 
ader gegenüber liegen, zieht sich dichte, braune Bestäubung, welche helle Längs- 
streifen zwischen sich lässt, bis zum Queraderfleck. Franzen heller als die 
Grundfarbe. 

Hinterflügel, wie es scheint, etwas schmäler als bei Pallescentella; ins- 
besondere an der breitesten Stelle hinter der Mitte. 

Vaterland: Massachusetts. Ein gut erhaltenes 9> m & mehreren von Burgess 
am 8. Juli gefangen, in meiner Sammlung. 

Tinea spretella (S. V.) Stainton. 
— Z. Linnaea entom. VI, S. 154. 

Tinea nubilipennella Clem. (ed. Stainton) p. 50 und 52. 

Wenn nicht Stainton die Cleinens'sehe Nubilipennella für unsere Spretella 
(fusci-punctella Haw.) erklärt hätte, so würde ich sie schwerlich aus der Be- 
schreibung erkannt haben. Nach Clemens sollen die Hinterflügel »bläulich, grau- 
glänzend, und ihre Franzen von derselben Färbung* sein! Heinemaun hat 
(Tin. p. 53) besser gethan, als ich und Clemens, indem er auf den Vorderflügeln 
das Gelbliche als Grundfarbe betrachtete. 

Das einzelne mir vorliegende , von Boll aus Texas mitgebracht, gehört 
zu meiner Var. b.; doch ist der schwarze, strichförraige Punkt der Flügelfalte 
ganz deutlich, und die Hinterflügel sind besonders hell und ihre Franzen sehr 
bleich gelblich. 



Il<>itr.itf(< /.in K iMiittniH« iln n.>nl;ini im», hon N.u litlitltxt 



iima nusilhi / 

Linnaea ent VI, s. L51. 

Von dieser an ihren violettschinunernden Hinterllügeln leicht, kenntlichen 
Art brachte Boll mehrere Exemplare aus Texas mit, von denen ich ein <J vor 
mir hahe. Bs weicht von den europäischen kaum dadurch etwas ab, dass der 
Vorderrand der Vorderflügel auf der hintern Hälfte deutlichere, braune, durch 
breitere gelbliche Färbung getrennte Flecke hat. — Bei Clemens linde ich keine 
entsprechende Beschreibung. 

Tinea (Tineola) biselliella Hammel 

Tinea UuiavicUu Clem. (ed. Stainton) p. 50 und 52. 

Von dieser Art, die als Einwanderin wohl in allen nordamericanischen 
Städten vorkommt, und deren Naturgeschichte Clemens kurz beschreibt, erhielt 
ich durch Dr. Speyer ein kleines Q aus New-York. 

Anmerkung. Bissclliella, wie das Wort Hummel schreibt, habe ich in 
der Isis und Linnaea stillschweigend in Biselliella corrigirt; Heinemann macht 
daraus Biseliella, vielleicht durch einen Druckfehler. 

Setomorpha Z. 

Lepid. micropt. Caffr. p. 93. 

Ueber das Zweifelhafte der Stellung dieser glattköpfigen Gattung habe 
ich mich a. a. 0. ausgesprochen. Vielleicht lehrt das Geäder und die früheren 
Stände Sichereres. Für jetzt weiss ich weiter nichts hinzuzufügen, als dass die 
Arten schwer zu unterscheiden sind, und dass die beiden Geschlechter nicht 
bloss der africanischen Set. rutella, sondern auch der americanischen Arten in 
der Grösse sehr verschieden zu sein scheinen. 

Die drei mir vorliegenden Exemplare aus Texas sind den Tastern nach 
wenigstens zwei Arten; sie haben alle eine äussere Aehnlichkeit mit Tinea 
miscUa. entbehren aber den deutlichen Purpurschimmer der Hinterflügel. 

1. Set. operosella n. sp. 

Alis ant. oblongis, dilute luteis, fusco-nebulosis , Costa fusco-punetato et 
postice maculata. Q. 

In der Grösse der grössten Tin. misella 9> doch mit kürzeren Vorder- 
flügeln; verschieden von der grösseren Set. rutella 9 durch viel weniger ge- 
streckte Vorderflügel und weniger lang zugespitze Hinterflügel; von den zwei 
folgenden Arten (von denen Inamoenella mit ihr und mit Rutella in den flach- 
gedrückten Tastern stimmt) und der eubauischen Rupicella (Lep. micr. Caff. p. 95) 
durch viel beträchtlichere Grösse, von der letzteren Art durch hellere Grund- 
farbe, von Ruderella durch den Mangel grosser, schwarzbrauner Flecke auf der 
unteren Hälfte der Vorderflügel. 

Rückenschild bleich lehmgelb mit brauner Bestäubung; die hellen Schulter- 
decken an der Wurzel braun. Kopf staubgrau, dunkler bestäubt. Fühler mit 
sehr gedrungenen Gliedern, hellbräunlich, etwas schimmernd; das Wurzelglied 



224 



P. C. Zeller. 



braun mit bleichgelblicher Spitze. Taster stark flachgedrückt, auf der flachen 
oberen Seite bleichgelblich; das zweite Glied auf der unteren Seite braun, an 
den Seiten mit mehreren abstehenden Borsten ; das dritte mehr als halb so lang 
wie das zweite, schmäler, stumpf, fast einfarbig bleichgelblich. — An den Vor- 
derbeinen sind Hüften und Schenkel grau, Schienen und Füsse braun, erstere 
weissfleckig, letztere mit weisslichen Enden der Glieder. Hinterbeine schmutzig 
hellgelblichgrau; die Schienen auf dem Eücken reichlich grauhaarig, die Füsse 
schimmernd, aussen hellgrau mit breiten weisslichen Enden. Hinterleib grau 
mit weisslichem Bauch, kräftig, lang zugespitzt mit langem Legestachel. 

Vorderflügel 4"' lang, länglich, durch die Befranzung scheinbar erweitert^ 
an der Spitze abgerundet, bleich lehmgelb mit schwarzbraunen Schuppen be- 
streut, welche an der Flügelwurzel einen lichten Nebel und in der Falte vor 
der Mitte einen starken, doch nicht sonderlich scharf begrenzten Längsstrich 
bilden; im Mittelraum über dem Enddrittel der Falte sind mehrere zusammen- 
fliessende unregelmässige Längsstriche. Auf dem Innenrand liegen wenige 
Flecke; auf dem Vorderrand in der Wurzelhälfte acht ungleiche, etwas grosse 
Punkte, in der Endhälfte sechs Flecke in grösseren Zwischenräumen, von denen 
die vier letzten die Costalfranzen einnehmen und Schrägstreifen bilden. Franzen 
gelblichgrau, auf der grössern Wurzelhälfte reichlich schwarzbraun bestäubt, auf 
der kleineren Endhälfte mit verloschenen, dunkelgrauen Würfelflecken. 

Hinterflügel hellgrau mit gelblichem Franzen. — Unterseite der Vorder- 
flügel dunkel braungrau, einfarbig; nur die Costalfranzen heller. 

Ein schön erhaltenes 9 im Cambridger Museum. 

2. Set. inamoenella n. sp. 

Parva, alis ant. oblongis , dilute luteis, fusco-maculatis , infra costam 
purioribus , costa tota fusco-maculata , maculis postice sensim majoribus. 

Im Bau und in der Körperfärbung stimmt sie mit der vorigen überein, 
mit der sie jedoch vorläufig noch nicht als das andere Geschlecht verbunden 
werden kann. 

Hinterleib dünn und verhältnissmässig kurz, hell gelblichstaubgrau. 

Vorderflügel 2'" lang, nach hinten etwas erweitert, mit derselben Grund- 
farbe wie bei Operosella, aber mit gröberen und reichlicheren dunkelbraunen 
Schuppen bestreut, welche grössere Flecke bilden. Am meisten Flecke zeigen 
sich auf der grösseren Innenrandhälfte; sie sind so verschieden gestaltet und 
fliessen so verworren in einander, dass sich ohne grosse Umständlichkeit keine 
genaue Beschreibung davon geben lässt. Der Raum unterhalb des Vorderrandes 
ist auch bei Inamoenella viel weniger verdunkelt. Die Costalflecke fangen an 
der Basis an und nehmen nach hinten an Grösse und Abstand von einander 
zu; sie sind meist nach innen zugespitzt. Der Hintorrand ist mit einer dunkel- 
braunen, hier und da unterbrochenen Linie umzogen (diese fehlt der Operosella 
völlig). Die Franzen sind reichlich braun bestäubt; die Bestäubung bildet ver- 
flossene Würfelflecke. 



B<Htrit£i< zur KtwiutmsN tlrr m«m clamoru .tihbi Iumi N.h Mi ilt. . 



Hinterflügel verhiiltnissinässig etwas breiter als In 1 ( >j>, nwlln. Ihre Vax 
bung, m> wiü dit 1 der Unterseite, hat nichts von dieser Art Abweichendes. 
Ein gut erhaltenes q im Cambridge! Museum. 

3. S< (. rmlen Iht n sp. 
l'nl/iis tenuioribus; <tlis ani. ililtttt httcis, <lu>u<li<> dorsalÄ mcUüdii ma 
gnix f'uscis, partim subangulatis cunsjtcrsu, /mnctis costalibus fu8C%8, i><>sttcc 
eviincuccntihus. <j\ 

In der Grösse etwas über Inamocnella. Wenn ihre Taster nicht bc- 
bcschädigt sind, was doch nicht der Fall zn sein scheint, so weicht sie von den 
andern Arten erheblich ab durch die Dünnheit und etwas ansehnlichere Länge 
der Taster, und durch deren unverdicktes, mit keinen Borsten versehenes 
zweites Glied; das längere und dünnere Endglied ist aber doch, den Gattungs- 
merkiualen gemäss, flachgedrückt. Unter der Wurzel der Taster steht ein Borsten- 
busch hervor. 

Färbung der Kürpertheile wie bei den vorigen, die Hinterbeine sehr blass 
blond, ungefleckt. Hinterleib heller als bei Inamocnella, etwas seidenglänzend. 

Vorderflügel 2 '/V" lang, etwas breiter als bei Inamoe nella, am Vorderrand 
vor der Spitze convexer, mit bleich lehmgelblicher Grundfarbe, welcher jedoch 
etwas Rüthliches beigemischt ist. Die Innenrandhälfte trägt grosse, schwarz- 
braune, zum Theil eckige Flecke, in 2 — 3 sehr unordentlichen Längsreihen ; der 
Mittelfleck des Innenrandes ist der grösste und fast viereckig. Die Flecke, 
welche auf dem Innenrande liegen, setzen sich bis zu der Reihe grober, strich- 
förmiger Punkte fort, womit der Hinterrand eingefasst ist. Auf der Vorderrand - 
hälfte des Flügels sind zerstreute Punkte, und der Vorderrand selbst ist von der 
Wurzel aus mit eben solchen, nur nach hinten weitläuftiger gestellten und vor 
der Flügelspitze verschwindenden Punkten bestreut. Franzen hellgrau mit 
dunkleren, von den Hinterrandpunkten ausgehenden Schatten. 

Hinterflügel breiter und weniger gespitzt als bei Inamoenella, ebenso ge- 
färbt. Unterseite der Vorderflügel braungrau, auf der hintern Hälfte mit bleich- 
gelblicher Costallinie und solcher Flügelspitze. 

Ein ziemlich gut erhaltenes cT im Cambridger Museum. 

Adela chalybeis n. sp. 

Capillis ferrugineis, antennis cT corpore quadruplo longioribus, inferius 
albo nigroque annulatis; pectore inaurato ; pedibus nigris, tarsis albo-annulatis; 
alis ant. angustis, violaceo- nigris, dimidio basali eyaneo-chalybeo. 

Nach den einfarbigen Vorderflügeln und der Fühlerlänge scheint sie einige 
Verwandtschaft mit Violella zu haben; da aber die in den Hinterrand aus- 
gehenden Adern der Vorderflügel tiefschwarz sind, so könnte man sie auch als 
verwandt mit Sulzeriella ansehen, nur dass sie wegen der gänzlich fehlenden 
Binde schlecht zwischen diese und Associatella passen würde. 

Grösse einer ansehnlichen Sulzeriella. Kopfhaare rostgelb. Fühler etwa 
viermal so lang wie der ganze Körper, an den verdickten 8 — 10 Wurzelgliedern 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abh. U9 



226 



P. C. Zeller. 



violettschwärzlich, dann in grösserer Länge deutlich weiss und schwarz geringelt, 
hierauf in % der ganzen Länge weiss. Taster klein, dünn, spitz, niederhängend, 
gelblich schimmernd. Rückenschild stahlblau; Brust vergoldet und glänzend. 
Beine violettschwarz, an den Schenkeln auswärts vergoldet; alle Spitzen der 
Fussglieder, sowie die der vier vordem Schienen und ein Punkt hinter der Mitte 
der Vorderschienen reinweiss; die Hinterschienen glattschuppig, auf der Innen- 
seite glänzend hellgelb und gegen die Spitze dunkler. Hinterleib dünn, bläu- 
lichschwarz. 

Vorderflügel schmal, gestreckter als bei Sulzeriella, mit hervortretender, 
aber abgerundeter Spitze, violettschwarz, in gewisser Richtung etwas golden 
schimmernd, an mehr als der Hälfte von der Wurzel aus stahlblau, am leb- 
haftesten am Innenrand bis zur Falte. Die in die Ränder auslaufenden Adern 
sind tiefschwarz, doch nur wenn sie in gewisser Richtung betrachtet werden. 
Franzen schwarz, mit bläulich violettem Glanz. 

Hinterflügel weniger spitz als bei Sulzeriella, heller violettschwarz als 
die Vorderflügel ; die Adern erscheinen in gewisser Richtung sehr deutlich schwarz. 
Franzen dunkelgrau, violettglänzend. 

Unterseite der Vorderflügel schwarz, bläulichviolett übergössen, mit mehr 
kupferfarbigen Franzen. Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein im Cambridger Museum. 

Adela biviella n. sp. Taf. III. Fig, 10. 

Capittis palpisque infra nigro-lürsutis , antennis longis, älbis, basim 
versus nigro-subannulatis ; alis mit. cnpreis, strigis duabus albis, interius atro- 
marginatis. 

Wegen des rauhen Kopfes gehört sie in die Nähe der Cuprella, sie zeichnet 
sich aber vor allen Adelen durch die zwei weissen, einwärts tiefschwarz ge- 
säumten Querlinien aus, von denen die hintere überdies einen geschlängelten 
Lauf hat. 

Grösser als Cuprella, am ganzen Körper schwarz. Stirn dicht und lang 
behaart. Taster länger als der Kopf; ihre dichten und langen Haare reichen 
etwas über sie hinweg Saugrüssel unbehaart. Fühler dünn, lang, weiss, an 
der Wurzelhälfte auf der Unterseite verloschen schwärzlich geringelt. Alle Füsse 
an den drei ersten Gliedern mit punktähnlich weisser Spitze; die Hinterschienen 
ziemlich dicht mit langen Haaren bekleidet und mit hellgelben Dornen; das 
erste Hinterfussglied auf dem Rücken langhaarig. 

Vorderflügel 372'" lang, viel gestreckter als bei Cuprella, sanft zugespitzt, 
violett, mit hell kupferglänzenden Schuppen dicht bestreut. Hinter der Mitte 
geht eine ziemlich gerade, bindenförmige, weisse Querlinie fast senkrecht herab; 
sie ist nach unten erweitert, einwärts in ihrer ganzen Länge schmal tiefschwarz 
gesäumt, auswärts nur durch einen tiefschwarzen Costalfleck begrenzt. Die 
zweite weisse Querlinie ist viel feiner, aber einwärts gleichfalls schwarz gesäumt; 
sie fängt auf dem Vorderrande näher der ersten Querlinie als der Flügelspitze 



B*itrilff* tnr Kenntnin» d*r ni>r<lnm(»rir:\nim-1icn NMhMMter. 



L>1>7 



an, geht S-förmig gekrümmt herab und endigt ;un llinten.ind über dem Innen- 
winkel. Franzen schwärzlich, auf der Wurzelhälfte hell kupferfarbig. 

Hinterfliigel grau. Bpftrlicb beschuppt; die Schuppen sind lang und Liegen 
so zerstreut, dass überall die Membran zwischen ihnen frei bleibt. Franzen 
schwärzlieh, auf dem Wurzeldrittel kupferig und tnessingfarbenschimmernd. 

Unterseite aller Flügel mit langen, schwarzen Schuppen spärlich bekleidet, 
sonst dunkelgrau, violettschimmernd ; auf den Vorderflügeln scheinen beide Quer- 
linien durch: der Vorderrand und besonders die Flügelspitze tragen kupfer- und 
niessingfarbige, glänzende, kleine Schuppen ziemlich gedrängt. 

Vaterland: wahrscheinlich Mas^achussets. Ein von Dr. Packard erhaltenes 
in meiner Sammlung. 

Adela Schlasgeri q. sp. Taf. III. Fig. 11. 

CapiUis palpisquc hirsiitis hrunneis; antennis longis, allris, basim versus 
mgro-anntdatis ; alis ant. luteis, striga media stannea, lineis 3 post eam et 
serie punetorum majusculorum atris metallice interruptis longitudinalibus. tf. 

Diese sonderbare Art, die mit gar keiner europäischen Adela verglichen 
werden kann, wohl aber der Zeichnung nach mit einem Wickler, nämlich Gra- 
pholitha (Boxana) arcuella, scheint mit der, mir nur aus der Beschreibung be- 
kannten Bidingsella Clem. (ed. Stainton p. 250) eine besondere Gruppe zu bilden, 
die sich zufolge des stark behaarten, dicken Kopfes und des langhaarigen ersten 
Hinterfussgliedes an Biviella anschliesst. 

Grösse der Sulzer iella, Körper schwarz. Kopf auf Scheitel und Stirn, 
sowie die Taster, dicht mit langen, gelbbraunen Haaren bekleidet. Fühler fast 
viermal so lang wie der Körper, weiss, an der grösseren Basalhälfte lebhaft 
schwarz geringelt, doch so, dass die Rückenlinie weiss bleibt. Saugrüssel un- 
behaart. — Beine hell ochergelb, alle auswärts braun mit weisser Spitze der 
Fussglieder. Hinterschienen mit reichlichen , langen, blonden Haaren und hell- 
gelblichen Dornen; auf der Aussenseite ist ein breiter, bandähnlicher, brauner 
Fleck; das erste Fussglied hat auf dem Rücken lange, blonde Behaarung, die 
über die zwei folgenden Fussglieder hinwegreicht. 

Vorderflügel 3'" lang, gestreckt, hinten zugerundet, lehmgelb ohne Glanz. 
In der Mitte ist eine zinnfarbene, glänzende, ziemlich gerade und senkrechte 
Querlinie. Hinter ihr folgt ein vom Vorderrand schräg einwärts herabgehender, 
gleichfarbiger Strich, dann zwei kurze, fast verloschene, und zuletzt vor der 
Spitze ein bis zur Mitte des Hinterrandes reichender, der auf seinem Ende eine 
glänzendere Stelle hat. Der Raum zwischen der ersten (unvollständigen) Quer- 
linie und diesem vierten Querstrich ist hellgelb und in seiner oberen Hälfte mit 
drei aus tiefschwarzen, hier und da unterbrochenen Schuppenhäufchen gebildeten 
Längslinien gezeichnet. Im untersten Theile dieses Raumes ist eine Längsreihe 
von vier grossen, tiefschwarzen, durch Silberglanz getrennten Punkten, und unter 
ihr liegen noch dicht am Innenrand zwei solche Pünktchen. Der Hinterrand 
ist mit vier silberglänzenden Fleckchen bezeichnet, von denen zwei zu den tief- 

29* 



228 



P. C. Zell 



schwarzen Zeichnungen gehören. In der Flügelspitze ist ein mattzinnf arbiges 
Streifchen, das aber weiter abwärts ebenso glänzt. Franzen lehmgelb. 

Hinterflügel deutlich geädert, dicht und fein beschuppt, braungrau. Franzen 
an der Wurzel mit messingglänzender Linie umzogen. * 

Unterseite braungrau, violettlich überzogen; die Vorderflügel an der End- 
hälfte des Vorderrandes mit vier, am Hinterrand mit fünf verloschenen wciss- 
lichen Fleckchen. An den Hinterflügeln sind die Franzen um die Flügelspitze 
herum an der Wurzel weisslich. 

Vaterland : Ohio. Ein , durch Schläger erhalten, in meiner Sammlung. 

Hyponomeuta multipunctellus Clem. 

Alis ant. minus elongatis, niveis, seriebus punctorum nigrorum longi- 
tudinalibus subquinque (serie superplicali punctis 8 composita); post. dilute 
cinereis, albo-ciliatis, 9 totis albis. 

Hyp. multipunctella Clem. ed. Stt. p. 95. — Millepunctatella Packard 
Guide p. 348. 

Von der Grösse eines mittleren H. Evonymi, unterscheidet er sich von 
allen Arten durch breitere Vorderflügel ; er gehört zu den Arten mit zahlreichern 
Punkten der Vorderflügel, ohne dass doch die Punkte, wie bei Padi und Bo- 
rellus, darum kleiner wären als bei den mit geringerer Punktzahl gezeichneten. 
Alle Vorderflügelf ranzen sind wie bei Evonymi rein weiss. Beide Geschlechter 
zeigen in den Hinterflügeln und auf der Unterseite einen bei den Europäern 
gar nicht vorkommenden Unterschied. Die Oberseite der Hinterflügel ist nämlich 
beim 9 S anz weiss, beim (J 1 weisslich, nach hinten allmälig in Weissgrau 
übergehend, welches in der Flügelspitze am dunkelsten ist, während alle Franzen 
wie beim 9 r ei n weiss bleiben. Auf der Unterseite ist das 9 g anz weiss. 
Beim ist sie grau, auf den Vorderflügeln am dunkelsten; ihr Vorderrand ist 
in einer feinen, sich nach hinten erweiternden Linie weiss, welche in die ebenso 
weissen Franzen übergeht, von denen aus der ganze Innenrand in einem dünnen 
Streifen gleichfalls weiss ist; die Hinterflügel sind längs des Vorderrandes grau, 
am breitesten in der Spitze; ihre Franzen rein weiss. 

Vaterland: Ohio (Schläger); Illinois (Lederer), Die Art muss sich noch 
wenig bemerklich gemacht haben, weil Clemens, der nur das c? und so ober- 
flächlich beschreibt, dass die Beschreibung auf alle europäischen Arten mit 
weissen Vorderflügeln passt, nichts über sie mittheilt. 

Anmerkung. Walker beschreibt Cat. XXVIII, (1863) p. 530 einen 
Hyponom. ordinatellus aus Canada, bei welchem in beiden Geschlechtern 
alae posticae nigricante-cinereae, fimbria alba sein sollen, und der daher nicht 
Multipunctellus sein kann, falls das British Museum diese Angabe nicht wider- 
legt. Wunderbarer Weise hat er nur ein Exemplar vor sich gehabt und doch 
beide Geschlechter beschrieben! 

Oeta punctella Cramer. 

*Phalaena punctella, Cramer Ins. 31 (recte IV, p. 164), tab. 372, 
Fig. L. (sec. Fabric). 



HoitWiiri» mr KonnttiinH il<>r iii>nlum«iri< (im i-ti.-n Vvlit'iiltrr 



229 



Tinea pusttiMla, Fahr. Knt. syst. :V 2, p. 202. 

VotcUoptem compta, Clemens, Pioceed. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 
1860, p. 646. 

Oeta compta, Grote, Procecd. Knt. Soc. Philadelph. V. |>. 2:50. 
The Ailanthus Worm, Oeta compta (Cl.)i Riley, First annaa] Beporl "i 
the State of Missouri (1869) p. 151, pL 2, f. 22. 23. 

0et«l compta, Zeller, Entomol. Zeit. 1871, S. 178. 

Die sicher in die nächste Nähe von HypOHOH W Uta gehörende Gattung 
ist wohl begründet. Clemens, der einen schon verbrauchten Gattungsnamen für 
sie anwendet, beschreibt ihr Flügelgeäder und giebt als ein Hauptmerkmal die 
dicht und feingesägten Fühler an. Aber ein ebenso wichtiges Kennzeichen 
geben die männlichen Hinterbeine. (Clemens, der offenbar nur das 9 kennt, 
giebt ein Paar Dornen am Ende der Hinterschienen an.) Sie sind nämlich 
kürzer und dünner als die übrigen Beine: der Schenkel sehr kurz; die Schiene 
dreimal so lang, sehr dünn, etwas gebogen, auf der Unterseite mit weichen, 
schräg gelegten Haaren dicht bekleidet, ohne Dornen; der Fuss kürzer, gleich- 
sam ein dünner, fast ungegliederter Faden ohne Krallen. Das 
längliche, knospenfürmige Analglied des cf ist länger als die drei letzten Ab- 
dominalsegmente zusammengenommen. — Die Flügelfranzen sind noch kürzer 
als bei Hyponomeuta. 

Durch zwei 9 der Atteva basalis Vollenhoven, Tydschrift VI (18G3) 
p. 140, tab. IX, f. 6 aus Morotai, die auch zu Oeta gehören, wurde ich auf die 
Walker'sche Lithosidengattung Atteva (Cat. Bombyc. p. 526) hingeführt. 
Walker giebt davon eine Beschreibung, die nichts wider Oeta Sprechendes ent- 
hält, ausser dass er den Hinterschienen (da er nur das 9 kannte) zwei ziemlich 
lange (rather-long) Enddornen ertheilt, während sie unbedingt kurze, und ausser- 
dem bei 3 /4 noch zwei besitzen, von denen der eine sogar der längste von allen 
ist. Wenn nun der so genaue Clemens an seiner P. compta auch nur ein Paar 
Dornen sieht (vorausgesetzt, dass er nicht falsch sieht, da ich es ihm in Er- 
mangelung eines Comptaweibchens nicht mit voller Bestimmtheit nachweisen 
kann), so wird dies bei einem Walker noch viel eher zu entschuldigen sein. Da 
nun Vollenhoven sich wohl volle Gewissheit über den Gattungsnamen verschafft 
haben wird, ehe er den Namen Atteva dafür annahm, so hätte statt Oeta die 
Walker'sche Urschöpfung als Gattungsname einzutreten. 

Die vorliegende Art ändert in der Grösse und Zeichnung etwas ab ; mein 
grösstes Exemplar (aus Texas) hat b 1 /^" Vorderflügellänge; zwei andere, ver- 
muthlich durch die Zucht erhalten, aus Missouri (von Riley und Grote) 5'": das 
kleinste, aus Columbien, nur 4 1 / 2 "'- Die blauschwarzen Binden der Vorderflügel 
wechseln in der Breite, so dass die orangerothe Grundfarbe mehr oder weniger 
eingeschränkt wird, und die schwefelgelben Tropfen ändern in der Grösse und 
Zahl gleichfalls. Bei dem columbischen Exemplar ist das Roth am meisten ein- 
geengt und die schwefelgelben Tropfen am grössten und wenigsten zahlreich; 
ich trage kein Bedenken mehr, es für einerlei Art mit den Nordamericanern 
anzusehen. 



230 



P. C. Zeller. 



Clemens beschreibt die Art hinlänglich genau. Er erwähnt nicht, dass 
die Vorderhüften auf der Vorderseite orangeroth sind, mit schwarzer Wurzel 
und Spitze. 

Die dunkelolivenbraune , der Länge nach weissliniirte Eaupe lebt um 
St. Louis am Ailanthus zu 5—30 gesellschaftlich innerhalb eines schwachen 
Seidengewebes im August und September. Sie wird dadurch schädlich, dass sie 
die Blätter am Stiele abbeisst. Ihre Verpuppung geschieht in dem lockeren 
Gewebe. Der Schmetterling erscheint nach einer Puppenruhe von zwei Wochen, 
selbst noch im November, und besucht gern (ob bei Tage?) die Blüthen der 
Goldruthe und des Eupatorium serotinum. Dass er aber, wie Eiley vermuthet, 
überwintere, möchte wohl wenig Wahrscheinlichkeit für sich haben. 

Anmerkung. Die Gattung scheint nicht arm an Arten zu sein. Ausser 
der schon erwähnten Atteva basalis besitze ich in beiden Geschlechtern Oeta 
albiguttata n. sp. ab domine ferrugineo, alis ant. elongatis, postice truncatis, 
satwate ferrugineis, postice anguste atris, guttis plurimis niveis sine ordine 
dispersis ; post. nigris, basi aurantiaca. 9 • 

Viel grösser als Punctella, schlanker und mit länger gestreckten Flügeln. 
Der ganze Körper rostgelb. Der Kopf mit zwei weissen Flecken hinten ist 
unter den Augen schnee weiss und hat zwei weisse, breite, unten vereinigte Linien 
des Gesichtsrandes. Taster dünn, fadenförmig, etwas aufgebogen, schwarz, am 
Ende des ersten und zweiten Gliedes mit einem weissen Fleck (beim 9 ist das 
erste ganz weiss), am Anfang und Ende des etwas gespitzten dritten weisslich 
(beim 9 aucn au f dem Rücken). • Saugrüssel von Hinterleibslänge, dünn, ocher- 
gelb, unbeschuppt. Fühler (wie bei Punctella) verhältnissmässig länger als bei 
Hyponomeuta , sehr gedrängt fein sägezähnig, beim cf bräunlich, über dem 
Wurzelglied auf dem Rücken weiss; beim 9 hi er schwärzlich, dann geringelt, 
hierauf weisslich; das verdickte Wurzelglied weiss mit schwarzer Spitze. — 
Rückenschild am Kragen mit zwei, auf der Mitte der Schulterdecke mit einem, 
und vor dem Schildchen mit zwei weissen Flecken; die Brust an der Kehle, 
so wie zu jeder Seite mit einem weissen Fleck. — Die vier vordem Beine 
schwarz und weissbunt. Beim 9 sm d die Hinterbeine ebenso stark wie die 
andern; die Schiene rostbraun, am Ende schwarzbraun mit weisser Spitze, bei 
3 / 4 und an der Spitze mit je einem Paar kurzer, weisser Dornen; der Fuss sq 
lang wie die Schiene, wie gewöhnlich gegliedert, verloschen weissfleckig. Beim 
sind die Hinterbeine ausserordentlich dünn : der Schenkel am stärksten, ocher- 
gelb; die Schiene doppelt so lang, dünn fadenförmig, etwas gebogen, ohne 
Dornen und unbehaart, blassgelblich, innen weisslich; der Fuss ebenso lang, 
noch dünner, gebogen, mit fast unabgetheilten Gliedern, ohne Krallen, weisslich. — 
Hinterleib lang und dünn, am Bauch mit einer Mittelreihe weisser Flecke. Das 
Analglied des cT noch mehr abgesetzt als bei Punctella, länglich eiförmig, so 
lang wie die drei vorletzten Segmente zusammengenommen; beim 9 ist dieses 
Glied viel kürzer, nicht abgesetzt, etwas zugespitzt, mit einem Haarbusch, der 
gegen den Bauch schräg abgeschnitten ist; der Legestachel ist nicht sichtbar. 



Ilt>iti'.i£« rur KiMiutiiiND <l<r ihm -ilamcrn .iiiincImmi Nim litfultcr. 



Vorderflttgel des cT 5Vj, des 9 7'" lang, schmal, nach hinten allmählich 
erweitert, am fast geraden Hinterrnmle wenig schräg, gesiitti-:! r«.>1braun. am 
Hintorrando tiefschwarz. Sehr viele, ungleich grosse, runde oder querovale, 
reinweisse Tropfen sind über die ganze Flüche ohne erkennbare Ordnung gr- 
streut; die kleinsten liegen auf dem Vorderrande, die grössten als Grenze gegen 
die schwarze Färbung. Kränzen kurz, schneeweiss , an der Wurzelhülfte and 
über und vor dem Innenwinkel grau. 

Hinterflügel des etwas breiter, des 9 viel breiter als die Vorderllügel 
und beim länger zugespitzt als beim 9» aiT1 Basaldrittel, welches den Anal- 
winkel mit begreift, rostgelb, sonst schwärzlich. Kränzen gleichfarbig mit den 
angrenzenden Klügelpartien. 

Unterseite der Vorderflügel schwärzlich, gegen die Basis mit Rostfarbe 
gemischt, am Vorderrand vor der Spitze mit zwei schneeweissen Tropfen. Sonst 
scheinen die Tropfen der Oberseite sehr verloschen durch, am deutlichsten am 
Innenrand. Die Hinterrandfranzen sind auf der Aussenhälfte schneeweiss. — 
Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Australien, Queensland (Masters). 9 in meiner Sammlung. 

"Walker hat eine Atieva niv ei guttata 1. c. p. 526 aus Silhet. die, 
wenn sie richtig beschrieben ist, nicht meine Art sein kann. Jene soll braune 
Taster und bräunliche Tarsen und Vorderschienen haben; auch sieht Walker 
auf den Vorderflügeln fünf Keinen weisser Punkte, die in der Grösse unbedeutend 
verschieden sind. Die schwätze Spitze der Vorderflügel und die Farbe der 
Hinterflügel erwähnt er nicht. Eben so wenig kann meine Art mit Atteva 
mpicalis Vollenh. 1. c. p. 139, pl. IX, f. 5 (aus Java) einerlei sein; bei dieser 
haben die Vorderflügel nur 11 — 15 weisse Flecke, und ihre ganze Endhälfte ist 
schwarzbraun. 

Eine andere Art sah ich aus Herrich Schäffer's Sammlung; ich nenne sie: 
ßeta fulviguttata, viriäi-nigra , collari scajmliftqite a/urantiacis , alis elon- 
gati*, anterioribus cyaneo-chalybeis , maculis tribus in düco per longitudinem 
locatis aurantiacis. ci". 

Rückenschild auf der ganzen Vorderhälfte, sowie am Kragen und auf den 
Schulterdecken orangegelb, seidenglänzend, auf der Hinterhälfte schwarz mit 
grünem Schimmer. Kopf (verschimmelt) wahrscheinlich schwarz, an jeder Seite 
des Gesichtes mit einem Aveissen Punkt. Fühler schwarz, ziemlich stark, be- 
sonders am Basaldrittel, mit sehr zusammengeschobenen, kurzen Gliedern, an 
der Unterseite schwach gekerbt, gegen die Spitze fein sägezähnig. Taster kürzer 
als der Kopf, dünn, spitz, mit verlängertem Endglied, schwarz mit einigen 
weissen Schuppen. Saugrüssel schwarz. — Beine schlank; die vier vordem 
stahlgrünblau mit schneeweissen Fleckchen und solchen Wurzeln der Glieder. 
Die Hinterbeine schwarz, am Schenkel weissfleckig; der Fuss sehr verlängert 
und ausserordentlich dünn, etwas gebogen, mit nicht zu unterscheidenden Glie- 
dern. — Hinterleib lang und dünn, schwarz, hinten und am Bauch stahlblau, 
letzterer an jeder Seite mit einer Reihe weisser Fleckchen. 



232 



P. C. Zeller. 



Vorderflügel 5'" lang, sehr schmal, mit ziemlich geradem Hinterrand und 
deutlichem Vorderwinkel, etwas glänzend stahlblau, an der Wurzel des Vorder- 
randes gläuzend orangefarbig und im Mittelraum mit drei grossen, ebenso ge- 
färbten Flecken; der erste ist etwas gestreckt und von der Falte durchschnitten 
und steht von der Flügelbasis und dem zweiten gleich weit ab; der zweite, in 
der Flügelhälfte über der Falte, ist grösser, unregelmässig gerundet und quer; 
der dritte ist der kleinste, etwas gerundet, dicht über der Falte und mitten 
zwischen dem zweiten und dem Hinterrand. 

Hinterflügel schmal und lang zugespitzt, mit haariger, schwarzer Be- 
schuppung, welche die Membran nicht deckt, sondern halb dnrchsichtig lässt; 
die Flügelränder und die Adern sind verdunkelt; die Vorderrandzelle grau be- 
schuppt und undurchsichtig. Franzen schwarz, violettschimmernd. 

Unterseite der Vorderflügel schwarzbraun, an den Rändern blauschimmernd; 
die Hinterflügel irisiren in der Mittelzelle und zwischen den aus ihr entsprin- 
genden Adern. 

Vaterland: wahrscheinlich Neuholland. 

Tegeticula n. G. 

Capilli breves, hirsuti, etiam in fronte. 

Ocelli nulli. — Antennae breves, setaceae, denique attenuatae. 

Palpi labiales breves, tenues, porrecti. 

Haust ellum mediocre, in dorso squamatum. 

Pedum posticorum femora tibiaeque robustae, compressae, Ubiarum 
dorso piloso. 

Abdomen breve, pilosum; valvulae anales cf conniventes, in dorso pilosae. 
Mae oblongae, brevius ciliatae, posteriores dense piloso-squamatae 
acuminatae. 

Aus der Verwandtschaft der Gattungen Psecadia, Enaematia und Tricho- 
stibas, von allen durch die kurzgeschorenen, aufgerichteten Kopfhaare, die kräf- 
tigen Hinterschenkel und die dicht haarschuppigen Hinterflügel, ausserdem von 
Psecadia durch die kurzen Fühler und Taster, von Enaematia durch die ge- 
spitzten, am Hinterrand vor der Spitze etwas eingezogenen Hinterflügel unter- 
schieden. 

Alba n. sp. 

Alae ant. supra albae, subtus praeter cilia fuscescenti-cinereae ; post. 
albae, postice einer ascentes, albo-ciliatae. . 

Grösse der Psecad. semilugens. Der ganze Körper weiss. Fühler von 
wenig über halber Vorderflügelläuge, borstenförmig. Stirn breit und so wie das 
ganze Gesicht mit kurzen, aufgerichteten Haaren bekleidet. Maxillartaster halb 
so lang wie die Lippentaster, diese horizontal, mit kurzem Endglied, unten 
etwas behaart, aussen ausser am Endgliede braun angelaufen. — Beine kräftig, 
weiss, mit hellbräunlichen Füssen; die Vorderschenkel und Schienen aussen ge- 
bräunt. Die Hinterbeine mit besonders kräftigen, zusammengedrückten Schenkeln 



lUitr.iC« 1 i'ii Konntni l. i n i I min n .iniHi lion N.i< MI.iIi.m 



und ßchieiMD, letztere obon und unten anliegend behaart, mit y\v. i l'.ian n •/.■lb- 
lirlur Dornen. Hinterleib ziemlich kurz, gegen <lie Wurzel hellgrau, an den 
Hinterrändern der Segmente mit nach hinten immer länger werdenden Sehnppen- 
haaren gesäumt. Die beiden Analklappen b'ifl'elförniig, mit ihr. -in untern Hinter- 
raml an einander gelegt, auf der Aussenscite kurzhaarig. 

Yordei Hügel 4—5'" lang, nach hinten verengert und zugespitzt, mit sehr 
schrägem Hinterrand, dieht beschuppt, ganz weiss ohne Glanz. 

Hintertlügel viel breiter, an der Hinterhälfte zugespitzt, dicht mit weissen 
Schuppenhaaren bekleidet, die gegen die hellbräunliche Spitze kleiner werden. 

Unterseite der Vorderflügel rauchbraun, am Innenrand heller, am Vorder- 
rand in einer nach hinten erweiterten Linie weiss. Die Mittclzelle hat eine 
deutliche Nebenzelle. Hinterflügel in der Spitze und in einer breiten Costal- 
strieme hell rauchbraun. Alle Franzen weiss. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Ein gut erhaltenes, von Beifrage am 
24. Mai gefangenes in meiner Sammlung, ein anderes im Museum Cambridge. 

Plutella crueiferarum Z. 
Flut, limbipcnnella Gem. p. 90. — inoUipedeUa GL p. 91. 
The Cabbage Moth. Cerostoma brassicella, Fitch. Report. New -York. 
1856. p. 170-175. 

Da die Innenrandstrieme der Vorderflügel des oft röthlichgrau und 
auf dem Innenrande selbst schwarzbraun pnnktirt ist, so braucht Clemens in 
seiner Mollipeäella nicht gerade das Weibchen dieser Art beschrieben zu 
haben. Beide Beschreibungen sind nur oberflächliche. — Die Veränderlichkeit 
der Färbung wird selbst von Fitch angezeigt. Dieser fand die Raupen, zugleich 
mit den Motten, in den Gärten bei Ottawa in Illinois den October hindurch in 
schädlicher Menge an den Kohlpflanzen, deren äussere Blätter ganz zerlöchert 
und zerfressen wurden. Das Puppengespinnst bildet er S. 172 unnatürlich an 
beiden Enden abgerundet ab, statt dass es wie bei dem der Plut. porrectella 
nach beiden Seiten zugespitzt ist. (Bei uns hat die Art noch nie Schaden an- 
gerichtet). 

Ich habe männliche Exemplare aus Ohio (Schläger) und beide Geschlechter 
aus Texas (Boll) erhalten. 

Depressaria. 

Zu den vier von Clemens beschriebenen Arten hat Robinson in den Annais 
Nat. Hist. IX, p. 157, pl. 1, Fig. 10 eine Depr. Groteila hinzugefügt. Die mir 
bekannten sind: 

1. Atrodorsella Cl. 
Thorace atro, capillis roseo nigroque inixtis, palporum articulo terminaU 
nigro-biannulato ; alis ant. flavido-ochraceis , basi anguste atra, costa nigro- 
punetata, punetis postice in lituram coalescentibus , puncto venae transversae 
alba liturae brunneae imposita. Q. 

Clemens ed. Stainton p. 230. 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abk. 30 



234 



P. C. Zeller. 



Sehr leicht zu erkennen an dem schwarzen Thorax und der schwarzen 
Vorderflügelbasis — was sie mit Culcitella gemein hat, ohne doch dieser Art 
nahe verwandt zu sein; denn sie hat eine deutliche Vorderflügelspitze und anders 
gebaute Taster, so dass sie wohl am besten nach Assimilella, deren Durch- 
schnittsgrösse sie hat, gestellt wird. 

Rückenschild tiefschwarz mit bleichochergelblichem Schildchen. In die 
schwarzbraunen Haare des Oberkopfes sind zu beiden Seiten aufgerichtete, rosen- 
rothe Schuppen streifenförmig eingemengt; Gesicht bleichgelb wie die Taster 
und die Schuppen des Rüssels. Taster von gewöhnlichem Bau (also nicht mit 
verlängertem Mittelgliede), am zweiten Gliede braun besprengt und mit braunem 
Schuppenkamm der Schneide; Endglied mit zwei breiten, schwarzen Ringen (an 
der Wurzel und vor der Spitze). Fühler graubräunlich. — Beine bleichgelb, 
aussen braun bestäubt; die vier vordem an den Schienen gebräunt; alle Dornen 
braungrau mit hellgelblichen Spitzen und alle Füsse auswärts braungrau, an den 
Enden der Glieder hellgelb; nur die zwei letzten Vorderfussglieder einfarbig 
schwarzbraun. — Hinterleib bleichgelb, am Bauch mit vier schwarzen Punkt- 
reihen, von denen die äussern stark und etwas verflossen, die zwei mittleren fein sind. 

Vorderflügel 4 1 / 3 < "' lang, mit deutlicher, doch nicht scharfer Spitze, blass 
ocherfarben , hier und da gelbbräunlich angelaufen und mit einzelnen schwarz- 
braunen Schuppen bestreut. Die Basis enthält einen grossen, schwarzen Punkt, 
der an einen kleineren der Medianaderwurzel stösst. Der Vorderrand ist fast 
von der Wurzel aus bis zur Spitze mit 8—10 schwarzen Punkten oder Fleckchen 
gezeichnet, von denen die vier letzten an ihrem untern Ende durch einen 
schwarzen Längsstreifen verbunden sind. Vor der Mitte liegt im Mittelraurn 
in hellerer Grundfarbe ein schwarzer Punkt, und auf der Querader ein weisser 
in einem gelbbraunen (fast rostbraunen) Längswisch, von welchem aus die Adern 
in gleicher Farbe gegen den schwarzen, die Costalflecke verbindenden Streifen 
gerichtet sind. (Diesen und den gelbbraunen Wisch betrachtet Clemens als ein 
nur theilweise unterbrochenes Ganzes). Hinterrand verloschen schwarzbraun 
punktirt. Franzen von der Grundfarbe oder röthlich angelaufen. 

Hinterflügel hellgelblichgrau , gegen die Spitze verdunkelt. Hinterrand 
unbezeichnet oder um die Spitze mit ganz verloschenen braunen Strichelchen. 
Franzen weisslich, um die Spitze ins Gelbliche, nahe der Wurzel mit einer ver- 
loschenen, grauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel grau, rings herum bleichgelb, auf dem Vorder- 
rand mit schwarzen Punkten bestreut. Hinterflügel bleichgelb, am Vorderrand 
und in der Spitze in ziemlicher Breite schwarz bestäubt. 

Vaterland der drei von Dr. Hagen erhaltenen die Gegend von Cambridge. 

2. Hilarella n. sp. 

Palporum articuli terminalis basi annuloque medio fuscis, capülis ferru- 
gineis; alis ant. oblongis, apice rotundato, rufescenti-ferrugineis , fuscescenü 
crebro irroratis, puncto disci ante medium nigro, litura media transversa 
fuscescenti. 9- 



MM« ni KtuMM for Dordu»ri< miiohta Nachtfklt« 



286 



Hmterflugel grau beim £ heller, in der Spitze an, dunkelsten. 
Unter«, te grau, beim 2 heller; die Vorderflügel auf der hinteren Hälfte 
de, Vorderrandes hellgelb mit schwärzliche- Fleckchen; beim 9 it das Ge b 

... JSTÄS i »ÄSL-KSTÄr * 

Plare mifaert ZT??* ^ von Durgess erhielt ich fünf Exem- 

STafjS Äj^*" * < ** w * a Pwdacacia,; sie krochen aus 

3. Heracliana Deg. 
Wa Entom. IX, S. 312. Stainton, Nat. Hist. Tin. VI n Tf 2 tab H 

tesr* unkenntiich) - v. fe^yas 

Zwei Dr. Speyer unter der Benennung Ontariella 

erhalten : ? (» b *• ans der Gegend vo/^ork? ^ en mit 
El 7^° P TS en 4 Exe r laren auf das G^aueste überein. Das eine trägt 
fSSSS ADgabe - **" — « * Flugzeit nichts Ab" 

30* 



236 



P. C. Zeller. 



Ohne Zweifel ist diese Art dort eingewandert, und die Wahl einer pas- 
senden Futterflanze für ihre Nachkommenschaft hat ihr, sobald sie nach glück- 
licher winterlicher Ueberfahrt das Land betrat, nicht die mindeste Schwierigkeit 
geboten. 

4. Scabella n. sp. 

Pdlpis subattenuatis, fusco-cinereis, articulo terminali in medio albido; 
alis ant. elongatis, fusco-cinereis, subnebulosis , punctis duobus ante, uno post 
medium nigris, scabris. 9- 

Eine aberrirende Art, bei welcher das zweite Tasterglied fast gar keine 
abstehende, bürstenförmig gesträubte Schuppen hat (also mehr gelechienartig 
ist), und die Vorderflügel mit rauhen Schuppenbüschchen bezeichnet sind (was ich 
noch von keiner Depressaria kenne). Die Färbung der Vorderflügel weist sie 
zu den Arten ohne helles Wurzelfeldchen. 

Grösse der folgenden Art. Rückenschild und Kopf braungrau, Gesicht 
etwas heller. Taster von Rückenschildlänge, braungrau, auf der Innenseite etwas 
lichter; das zweite Glied hier vor der hellgrauen Spitze mit schwärzlichem 
Bande; dieses Glied ist zusammengedrückt walzenförmig, nur am Basaldrittel 
verdünnt, auf der Schneide mit kaum ein wenig gelockerten Schuppen, doch 
gegen die Spitze mit einer Längsfurche; das Endglied halb so lang wie das 
zweite Glied; braun mit weisslichem Mittelringe und feiner, weisslicher Spitze. 
Fühler dünn, bräunlichgrau. — Beine einwärts hell ledergelb, die vier vorderen 
auswärts braun, am Ende der Schienen und der Fussglieder hell; die zwei vor- 
letzten Fussglieder der Vorderbeine einfarbig braun, wie bei den Depressarien 
gewöhnlich. Hinterschienen auswärts hell ledergelb mit zwei grauen Längs- 
flecken und blonder Behaarung; die Dornen auswärts mit dunkler Wurzelhälfte; 
die Füsse braun, an den Enden der Glieder hell. — Hinterleib bleich gelblichgrau 
mit hellerem, ganz ungeflecktem Bauch. 

Vorderflügel 4"' lang, gestreckt, hinten zugerundet, braungrau, dunkel 
bestäubt, vorzüglich gegen den Hinterrand. Auf der hinteren Hälfte des Vorder- 
randes lassen sich undeutliche, dunklere Fleckchen unterscheiden. Im Mittel- 
raum liegen vor der Mitte zwei schwarze, rauhe Punkte schräg untereinander 
und senkrecht unter dem unteren ist in der Falte ein dritter. Hinter der Mitte, 
dem zweiten gegenüber ist noch ein solcher Punkt, dem ein grösserer, ver- 
dunkelter, mit ein paar rauhen, schwarzen Pünktchen bezeichneter Nebelfleck 
folgt. Zwischen und über diesen zwei Gruppen liegt unterhalb des Vorderrandes 
eine kleine, schwarze Längslinie. Die dunklere Bestäubung der Fläche reicht 
in die grauen Franzen hinein. 

Hinterflügel hellgrau, feinschuppig, in der Flügelspitze gröber beschuppt 
und bräunlich bestäubt. Der obere Ast der Medianader (2) ist von den beiden 
aus der Ecke der Mittelzelle (3 u. 4) fast aus demselben Punkte kommenden 
weit abgerückt. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlichgrau, am Hinterrand mit einer Reihe 
kleiner, schwarzbrauner Punkte. Auch hier ist der dem Innenrande nächste Ast 



Iloih.itf«' /m Konnf in** Ifi n ' r<luiM«rii-uniM-li<Mi N:n hl luld-r 



der Medianader '.wie Linnaea entomol. tab. \\ Fig. »;) w» it 1 1 » _r- i i i « K t Mintn- 
Hügel vor der Spitze mit groben, braun* n Schuppen bestreut, in der Spifoe lelblt 
mit einem lehwarsbraunen Randstrichelchen, dem sich ein paar hellere and ?er- 
loseheiiere des Hiitterrandes ansoh Ii essen, Der A.nal winke) tritt nur schwach hervor. 
Vaterland: Ohio (Sohlftger), Ein gutes Q in meiner Sammlon 

5. NebiUosa q. sp. 

Piitpovuni fnficiculo siihiit/uitdihidifornii ; <dis mit. c.lomjutis, ap%C€ rottm- 
data, ciliar is , ohsciiriits doise mnrmornt is , costo obsolete maculata, pltnctö 
striolaque nlbo- uninjiiinta in'ijri* ante , puncto <dho nigro - marginato post 
medium, rf Q. 

Kino ziemlich kleine Art, die von allen durch den fast trichterförmig 
ausgebreiteten Schuppenbüsch am Ende des zweiten Tastergliedes abweicht. 
Dass sie trotzdem eine wirkliche Depressaria ist, zeigt die fast mit Applana 
stimmende Vorderflügelzeichnung ; doch ist das helle Basalfeld nur so eben 
angedeutet. Ungeachtet der Tasterbildung ist der beste Platz für diese Art 
wohl bei Ciniflonella. 

Rückenschild, Kopf und Fühler grau. Gesicht und Innenseite der Taster 
weisslich; diese auswärts schwärzlich bestäubt; das zweite Glied von der Wurzel 
bis zur Hälfte schlank, dann auf der Unterseite mit einem starken, an Länge 
bis zur Spitze abnehmenden Schuppenbusch, der sich fast trichterförmig aus- 
einandersträubt; Endglied an der Wurzel und in einem breiten Ringe vor der 
weisslichen Spitze schwarz. Saugrüssel weisslich beschuppt. — Beine weissgrau, 
auswärts dunkler grau bestäubt; die Füsse an den Enden der Glieder gelblich- 
weiss; die drei letzten Vorderfussglieder nur grau. — Hinterleib hellgrau mit 
helleren Hinterrändern der Segmente; der Bauch weisslich, an jeder Seite mit 
einer Reihe kleiner, schwarzer Punkte , und dazwischen noch zwei abgekürzten 
Reihen schwarzer Pünktchen, 

Vorderflügel 4— 4%'" lang, gestreckt, nach hinten wenig erweitert, mit 
abgerundeter Spitze, grau, sehr dicht mit dunkelgrauen, mehr oder weniger zu- 
samraenfliessenden Punkten besprengt. Bei manchen Exemplaren last sich ein 
helleres, gegen die Flügelfläche nur durch etwas dunklere Farbe begrenztes 
Basalfeld erkennen, das sich auch am Vorderrande mehr oder weniger verlängert. 
Der Vorderrand ist auf der Endhälfte meist mit sehr verloschenen, dunkleren 
Flecken bezeichnet. Im Mittelfelde liegen bei Ys schräg unter einander zwei 
schwarze Punkte, der untere raeist strichförmig und oberwärts mit einigen 
weissen Schuppen gerandet und bei deutlichen Exemplaren in eine weissliche Linie 
fortgesetzt, hinter welcher, etwa in der Flügelhälfte, auf der Querader ein 
weisser, theilweise schwarz urazogener Punkt folgt. Am Hinterrand zieht von 
der Flügelspitze aus eine Reihe von sechs schwarzen Punkten, von denen aber 
bisweilen nur die obersten sichtbar bleiben und bisweilen keiner deutlich ist. 

Hinterflügel einfarbig hellgrau; die Franzen um die Flügelspitze ins 
Weissliche. 



238 



P. 0. Zeller. 



Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrand schmal weisslich mit dunkel- 
grauen Flecken und Stäubchen. Den Hinterrand umzieht bis in den Vorderrand 
eine Reihe schwarzer, kleiner Punkte. — Der erste Ast der Medianader wie bei Litu- 
rella. An den Hinterflügeln ist die Spitze mit schwärzlichen Strichelchen eingefast, 
Der erste Ast der Medianader (2) entspringt weit entfernt von dem folgenden. 

Vaterland: Massachusetts. 6 $ 4 9> wahrscheinlich alle erzogen, durch 
Dr. Hagen aus der Gegend von Cambridge. 

Cryptolechia tentoriferella Cl. 

Palpis albidis, articuli secundi dimidio exterius fusco ; alis ant. tortrici- 
formibus, costa convexiuscula, apice acuto., rufescenti-osseis, costae basi, punctis 
3 disci (primo subgemello ante medium, secundo in plica media, tertio venae 
transversa^) nebulaque subfasciata postiea nigris. 9 • 

Machimia tentoriferella Clem. ed. Stainton p. 147. 

Sie gehört mit Cr. straminella und castella (Caffr. p. 107) eng zusammen. 
Ihre Vorderflügel sind nicht so gleichmässig geröthet wie bei letzterer und 
ausserdem mit Zeichnungen versehen. 

Von der Grösse einer ansehnlichen Depr. applana. Die Schuppenhaare 
des Oberkopfes und die der Stirn sind nicht ganz horizontal gegen einander 
gestrichen und liegen daher nicht ganz glatt. Der Kopf, sowie das Rücken- 
schild, röthlichweiss ; das Gesicht zu jeder Seite am Auge mit einigen braunen 
Schuppen. Fühler am Wurzelglied und etwas darüber weisslich, dann ver- 
dunkelt, in beiden Geschlechtern gekerbt (doch beim 9 schwächer und nur an 
der Endhälfte), beim mit zwei Reihen Börstchen gefranzt. Taster lang, 
zurückgekrümmt; das zweite Glied zusammengedrückt, am Ende wenig breiter 
als am Anfang, an der untern Schneide etwas locker scliuppenhaarig, auswärts 
von der Wurzel aus in grösserer oder geringerer Länge (bei einem 9 gar nicht) 
lebhaft braun, übrigens wie das mehr als halb so lange, dünne, feingespitzte 
Endglied weisslich. Saugrüssel von Rückenschildlänge, halbbeschuppt. — Vorder- 
beine von den Schenkeln an abwärts immer schwärzer braun; die Mittelbeine 
gegen die Füsse hin lichter (bei einem 9 sind die vier vorderen Beine fast gar 
nicht verdunkelt); die Hinterbeine bleich ochergelblich ; die Schienen ziemlich 
diek, besonders auf der Rückenschneide mit niederliegenden Borstenhaaren; die 
Dornen auf der Aussenseite gebräunt, ausser an der Spitze. — Hinterleib ziem- 
lich schlank, bleich gelblichgrau, am Bauch etwas dunkel bestäubt und oft mit 
recht deutlicher, hellgelber, breiter Mittelstrieme; die Seiten sind büschelschuppig, 
der Rücken des Q meist sehr merklich convex; die letzten Segmente des 9 
verschmälern sich, und der Legestachel steht etwas hervor; der Analbusch des 
cJ 1 ist hell. 

Vorderflügel 4 3 / 4 — 5'" lang, von der Schulter aus am Vorderrand convex, 
dann erst gerade, hierauf gegen die Spitze mehr gebogen herabgehend, der 
Hinterrand sanft convex zurückgehend. Die Grundfarbe ist ein sehr helles, 
rülhliches Beingelb, dessen röthliche Beimischung gewöhnlich am meisten aul 
dem Enddrittel hervortritt; schwarze Stäubchen siud spärlich und ungleich aut 



Ht'ilniKt' »ur Komilm** « t «» i niml.nnt'i H.iiiiH« lim Narlitl.ilttn 



239 



der Flache zerstreut. Der Schnlterpnnkl ist tiefechwari and in »-in. kurze Linie 
ausgezogen. Im Mittelraum liegt ein schwarzer, ofl sneammengeflc ener I > < . j » j » « • 1 - 
punkt vor der Mitte : in der Hälfte der Palte ein kurzes, ?on einem mehr oder 
weniger starken Hof umgebenes Längsstriehelchen , und hinter und iih.-r ihm 
der schräge Queraderstrich, der selten einen Schatten nach hinten wirft. Milt'-n 
zwischen ihm und dem Hinterrand zieht eine aus Stänbchen gebildete Nebel- 
binde, die sich oberwärts nach innen krümmt und den Vorderrand kurz hinl i 
dem Queraderstrieh erreicht. Längs des Hinterrandes sind G -8 schwarze Pünkt- 
chen, die zwei obersten schon über der Flügelspitze. Franzen hell, ungelleckt. 

Hinterflügel ohne Ausbuchtung unterhalb der stumpfwinkligen Spitze, ein- 
farbig hellgrau mit lichteren Franzen. 

Unterseite der VordorHügel hellgrau, am Vorderrand striemenartig hell- 
ochergelb. Hinterflügel viel heller, am Vorderrand gelblich mit brauner Be- 
stäubung. Die schwarzen Hinterrandpunkte der Vorderflügel viel schärfer als 
auf der Oberseite, auch die Hinterflügel sind um die Spitze herum mit dergleichen 
versehen. 

Vaterland: Massachusetts und die Gegend von New- York; wenigstens um 
Cambridge ist die Art nicht selten (ein Exemplar mit der Angabe: September). 
Nach Clemens lebt die Raupe, die er beschreibt, bis gegen Anfang September 
am wilden Kirschbaum, an Eichen und Wallnussbäumen (hickory) auf der Unter- 
seite der Blätter in einer kurzen Seidenrühre, und der Schmetterling erscheint 
in der Eudhälfte des September. 

Anmerkung. Clemens bildet, ohne von der Gattung Oryptolechia zu 
wissen, die zwei Gattungen: Machimia und Psilocorsis, welche ich vor- 
läufig nur für Mitglieder von Oryptolechia ansehen kann. Bei Machimia 
legt er auf die oben angegebene Beschaffenheit der Kopfhaare (er nennt sie 
shaggy) und auf die des zweiten Tastergliedes (second joint roughened with scales) 
das Hauptgewicht, bei P silocorsis auf den glattschuppigen Kopf, die ange- 
drückte Beschuppung des zweiten Tastergliedes, die wicklerfürmige Gestalt der 
Vorderflügel (welche Machimia doch nicht minder hat) und auf die unbedeutende 
Entfernung des untersten Astes der Medianader derselben Flügel (the medio- 
posterior vein not remote from the penultimate). Meines Erachtens ,geht schon 
daraus, dass er aus seinen zwei Psilocorsisarten zwei Abtheilungen bildet, hervor, 
dass diese Unterschiede keine generischen sind, oder dass man fast aus jeder 
Art von Cryptolechia ein eigenes Genus zu bilden hätte (vgl. Linnaea entomol. 
IX, Taf. 3). 

Cryptolechia piperatella n. sp. 

Palpis albidis, articuli secundi dimidio exterius füscescente; alis ant. 
costa valde convexa, anguste flavicante, ceterum exalbidis, squamis grossis 
nigris inordinate conspersis. cj\ 

Klein und durch den stark convexen Vorderrand und die groben, ziem- 
lich zahlreichen, schwarzen Schuppen der gelblich weissen Vorderflügel sehr 
kenntlich. 



240 



P. C. Zeller. 



Bückenschild und Kopf mit seinen Theilen gelblichweiss. Taster von 
Rückenschildlänge , aufgekrümmt, am zweiten Glied mit kaum gelockerter Be- 
schuppung auf der untern Schneide, auswärts bis über die Hälfte gelbbraun; 
das Endglied von % Länge des zweiten Gliedes. Saugrüssel klein. Fühler mit 
verdicktem Wurzelgliede; die schmutzig ochergelbe Geissei nur gegen die Spitze 
mit gezähnelten Gliedern, mikroskopisch gefranzt. Beine hell ochergelblich, die 
vorderen gebräunt, die hinteren am hellsten; die dicht behaarten Hinterschienen 
haben die längsten und dichtesten Haare auf der Rückenschneide; die Enddornen 
ziemlich kurz. Hinterleib von der Farbe der Hinterbeine, gegen die Wurzel 
weisslich; Analbusch klein. 

Vorderflügel 3 3 /V" lang, länglich , mit von der Wurzel aus gleichmässig 
und stark convexem Vorderrand, gelblichweiss, reichlich, aber unordentlich mit 
grossen, runden, schwarzen Punkten bestreut, am wenigsten gegen die Wurzel 
und am Innenrand. Der Vorderrand ist von der Wurzel aus in einer feinen, 
sich allmälich erweiternden Linie bis zur Flügelspitze ochergelb. In der Apical- 
hälfte des Hinterrandes sind einige verloschene, schwarze Punkte. Franzen etwas 
länger als bei Tentoriferella. 

Hinterflügel ein wenig breiter und gelblicher als die Vorderflügel, spitz, 
am Hinterrand unterhalb der Spitze etwas eingebogen, seidenglänzend. 

Unterseite der Vorderflügel graugelblich mit verdunkelt in den Hinterrand 
laufenden Adern, am Vorderrand gelblich, mit bränlicher, vor dem Innenwinkel 
verlöschender Hinterrandlinie. Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Texas (Boll.). Ein schönes im Cambridger Museum. 

Anmerkung. Die Schuppen des Kopfes sind nur im Nacken etwas ge- 
sträubt; die Maxillartaster deutlich, über dem Saugrüssel gegen einander ge- 
neigt; das Wurzelglied der Fühler breit und zusammengedrückt. Die Franzen 
der Flügel sind verhältnissmässig länger als bei Tentoriferella; die Vorderflügel 
haben einen auffallend convexen Vorderrand; die sehr kurze Endgabel der Sub- 
costalader endigt über der Flügelspitze; der erste Medianaderast steht wie bei 
Tentoriferella weit vom zweiten ab. 

Cryptolechia quercicella Clem. 

Capillis et thorace fuscescentibus , palpis linea longituäinali nigra si- 
gnatis, apice pallido ; alis ant. subelongatis, costa leviter arcuata, pallida, luteis, 
dcnse fuscesccnti strigulosis, puncto venae transversae punctulisque öbsoletis 
marginalibus nigris. 9- 

Psilocorsis quercicella Clemens, Tin. ed. Staint. p. 159. 

Sie ist kleiner und schmalflügliger als Tentoriferella. Rückenschild und 
Kopf hellbräunlich. Taster von Rückenschildlänge, ziemlich schlank, aufge- 
krümmt; das zweite Glied stark zusammengedrückt, am Ende kaum dicker als 
das Endglied, mit einer Längsfurche in der Schuppenschneide, bleich ocher- 
gelblich, in der Furche mit schwarzer Längslinie, die sich bis vor die ganz 
helle, weissliche Spitze des Endgliedes fortsetzt: das Endglied mehr als % so 
lang wie das zweite Glied, fein und gespitzt, auf der Innenseite mit einer dünnen, 



H.'Ump« /in Krimlm*- .l.u n..r<i.ini.Ti.\ihiM lim \ t, htl.illr 



21 1 



schwarzen L&ngtttaie, die hier and da mit «in- anderen Ens&minenfliesl (dann 

nennt Clemens dlS Endglied schwarz, vorn mit zwei gelbliebuvi . u Streiten). 

An den Fühlern trägt »las längliche, schwarze Warzelglied vorn eine hellgelb* 
liehe Längslinie Qnd ist auf dem Rücken ebenso hellgelblieh; von hier ans sieht 
eine feine, ebensolche Linie die ganze Geisse] entlang, welche übrigens hell 
OChergelb ist mit allm&lich feineren braunen Ringen (Clemens sagt: Antennae 
oehreons, with a black lim* above, tenninating in black spots; basal joint with 
two black stripes in front). -- Beine bleich ochergelb; an den vorderen die 
Schienen etwas gebrannt; am Fuss, wie bei den meisten Depressarien, die zwei 
ersten Glieder mit hellen Enden, die zwei folgenden ganz schwarzbraun, das 
Endglied ganz hell. An den Hinterbeinen die Schienen reichlich langhaarig, 
die Dornen einfarbig, die des ersten Paares fast über die Schienenspitzc hin- 
wegreichend. — Hinterleib hell gelblichgrau mit hellgelblichem Bauch und an 
den Seiten mit Schuppenbüschchen ; der Legestachel steht aus dem Analbusch 
etwas hervor. 

Vorderflügel 4'" lang, etwas gestreckt, nach hinten wenig erweitert, mit 
schwach convexem Vorderrand, auf bleich ochergelblichem Grunde so dicht, am 
dichtesten von der Wurzel aus, mit hellbriiunlichen Querwellen, dass die Grund- 
farbe nur wenig sichtbar wird; die Vorderrandader bleibt rein, ebenso ein kurzer 
Innenrandstreif von der Wurzel aus. Auf der Querader ist ein schwarzer, wenig 
bemerkbarer Punkt, und am Hinterrand eine Reihe schwarzer Punkte. Franzen 
hell; auf die dunklere Wurzel folgt eine bräunliche Linie und hinter dieser noch 
eine verloschenere. 

Hinterflügel nur so breit wie die Vorderflügel, unter der Spitze mit einer 
sehr unmerklichen Einbiegung des Hinterrandes, hellgrau, um die Spitze mit 
verloschenen braunen Hinterrandstrichelchen. Franzen weisslichgrau , nahe der 
gelblichen Wurzel mit einer verloschenen, grauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrand schmal, am Hinterrand 
breit gelblich. Hinterflügel heller als auf der Oberseite, am Vorderrand breit 
grau bestäubt. Alle Hinterrandstrichelchen deutlicher als auf der Oberseite. 

Vaterland: Ohio (Schläger), Texas (Boll.). Das Texasexemplar hat ent- 
schieden kürzere und zartere Taster als die beiden anderen; auch tritt auf den 
Fühlern die von Clemens bemerkte schwarze, in Punkte übergehende Linie deut- 
licher hervor. Es gehört aber sicher derselben Art an. 

Anmerkung. Quercicella und die zwei folgenden Arten zeichnen sich 
durch die zusammengedrückten Lippentaster aus, welche auf der glattschuppigen 
Schneide des zweiten Gliedes eine enge Längsfurche haben, in der eine dunkle, 
bis vor die Spitze des Endgliedes reichende Längslinie hinzieht; die Maxillar- 
taster sind wie bei Piperatella. Die Schuppen des Kopfes liegen glatt. An den 
länglichen Vorderflügeln ist der Vorderrand schwach, aber gleichmässig convex. 
Die Gabel der Gabelader ist fast so lang wie der Stiel und mündet mit dem 
unteren Zinken in die Flügelspitze. Der erste Ast der Medianader ist dem 
folgenden ganz nahe. Die drei Arten gehören also zu Psilocorsis Clemens. 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abh. 31 



242 



P. C. Zeller. 



Cryptolechia öbsoletella n. sp. 

Parva, thorace et capülis luteo-fuscis, pdlpis nigro-Uneatis, apice pallido; 
alis ant. aequaliter luteo - fuscescentibus , striöla ante, puncto post medium 
serieque punctorum marginis postici nigris. Q . 

Viel kleiner als Quercicella, von weniger wicklerähnlichem Aussehen, mit 
gleichmässig gelbbraunen Vorderflügeln und einem schwarzen Strichelchen vor 
deren Mitte, das der Quercicella fehlt; ausserdem fängt der Vorderrand erst 
hinter der Mitte an, sich gelb zu färben, und die Hinterrandzeichnung besteht 
aus mehreren und gröberen schwarzen Punkten. 

Kopf und Rückenschild ziemlich dunkel gelbbraun. Fühler heller; das 
Wurzelglied mit weissgelblicher Längslinie, die sich auf der Geissei fortsetzt 
und von deren Hälfte an, durch die deutliche Absonderung der Glieder, in gelb- 
liche Punkte oder Ringe aufgelöst scheint. Taster dünn, von mehr als Rücken- 
schildlänge, hell gelbbräunlich; das zweite Glied mit der sehr engen Furche, 
welche als schwarze Linie erscheint, die auf der Aussenseite von einer sehr 
feinen, hellgelblichen Linie begleitet wird; die Innenseite dieses Gliedes hell- 
gelblich; das Endglied über halb so lang wie das zweite Glied und ohne Absatz 
aus diesem hervortretend, blassgelb, auf der Vorderseite mit feiner, schwarzer 
Längslinie und mit weisslichgelber Spitze. Saugrüssel von Rückenschildlänge. — 
Beine bleichgelb, die vier vorderen auswärts gebräunt; an den Vorderfüssen die 
zwei vorletzten Glieder schwarz, sonst alle Füsse auswärts bräunlich mit hellen 
Enden der Glieder. Hinterbeine hell; die Schienen zusammengedrückt mit lang- 
haariger Rückenschneide und hellen Dornen, deren erstes Paar bis ans Ende 
der Schienen reicht. — Hinterleib braungrau mit bleichgelbem Bauch und etwas 
aus dem Analbusch hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel 3'", etwas kürzer als bei Quercicella, mit ähnlich gebogenem 
Vorderrand, doch schrägerem und etwas convexem Hinterrand. Grundfarbe 
gleichmässig hell lehmigbraun. Die Costalader färbt sich von der Mitte an 
gelblich, und diese Färbung setzt sich durch die Vorderrandfranzen bis zur 
Flügelspitze fort. Auf der Querader liegt ein starker, schwarzer Punkt, und 
mitten zwischen ihm und der Flügelbasis im Mittelraum ein kurzes, schwarzes 
Längsstrichelchen. Ueber dem Innenwinkel ist eine schwärzliche, auch einige 
Innenrandfranzen färbende Wolke. Den Hinterrand säumt eine Reihe grober, 
schwarzer Punkte, denen sich über der Flügelspitze ein paar verloschene Punkte 
anschliessen. Die ziemlich langen Franzen sind merklich heller als die Grund- 
farbe der Flügel. 

Hinterflügel so breit wie die Vorderflügel mit deutlicher Spitze, unterhalb 
derselben ohne Eindruck des Hinterrandes, hell bräunlichgrau, um die Spitze 
herum mit schwärzlichen Marginalstrichelchen. Franzen heller als die Grundfarbe. 

Unterseite grau, der Vorderrand der Vorderflügel breiter hellgelb als auf 
der Oberseite; die Randpunkte deutlich, doch viel blässer als oben. Der Stiel 
der Gabelader ist länger als die Gabel; der erste Ast der Medianader entspringt 
dem folgenden sehr nahe und geht anfangs in stärkerem Bogen als bei Quer- 



Mtrtft itDf Ktnntnhi toi aordAmcficmlichei BTMhtfMta 



cicelh. Auf <U i n Hinterrlügcln sind dir Uandpnnktr so deutlich wie :tul d«T 
OIm rseite. 

Vaterland: Ohio (Schlüter). Kin V in meiner Sammlung. 
Cryptoleehia ferruginosa d. Bp. 

Thorace et aap Ulis f'crriujineo-ochraccis , }>(d/>orinn urticnto lerminnli 
niyro-lincato ; ((Iis ant. sidtelangatis, ferrugineo-ochraceis, panctis disci dnolms 
(altera ante, altera past medium) nigris, margine postico obsolete punctata. Q. 

So gross wie QuercictUa, mit gestreckteren Vorderflügeln, von nicht so 
uicklerfönnigem Aussehen und durch die fast rostgelbliche Ocherfarbe des Vorder 
körpers und durch die zwei schwarzen Punkte der Vorderflügel ausgezeichnet. 

Kopf, Rückens child und Vorderflügel gleichfarbig wie angegeben. Fühler 
hell ochergelb; das Wurzelglied mit schwarzer, auf der Geissei etwas fortge- 
setzter Längslinie, auf welche dann bräunliche Punkte folgen, wodurch die 
Fühler deutliche Halbringe erhalten. — Taster so lang wie das Rückenschild, 
hell ochergelb; das zweite Glied mit deutlicher, doch so enger Furche, dass 
keine dunkle Linie darin zu erkennen ist; Endglied von mehr als halber Länge 
des zweiten Gliedes, deutlicli abgesetzt, mit drei schwarzen Längslinien und 
feiner, heller Spitze. Saugrüssel länger als das Rückenschild, bleich ochergelb 
beschuppt. — Beine ebenso, fast einfarbig. Hinterschienen schwach zusammen- 
gedrückt, auf dem Rücken mit anliegenden, nicht reichlichen Haaren. Der eine 
Dorn des ersten Paares reicht bis an das Schienenende. — Hinterleib graugelb, 
am Bauch sehr hellgelblich; der kurze Legestachel ragt aus dem Analbusch hervor. 

Vorderflügel 4"' lang, ziemlich gestreckt, mit schrägerem Hinterrand und 
dadurch stärker gespitzt als bei Quercicella. Auf der Querader ist ein schwarzer 
Punkt; ihm etwas näher als der Flügelbasis im Mittelraume ein anderer solcher 
Pnnkt. Am Hinterrand entlang liegen von der Flügelspitze aus vier verloschene 
schwärzliche Strichelchen. Franzen ziemlich lang, etwas heller als die Grundfarbe. 

Hinterflügel so breit wie die Vorderflügel , ohne Einbiegung des Hinter- 
randes unterhalb der Spitze, hell gelblichgrau, um die mit einer dunklen Stelle 
gezeichnete Spitze mehr gelblich; Franzen hell gelblichgrau. 

Unterseite der Vorderflügel grau, längs des Vorderrandes und dreimal so 
breit am Hinterrand bleichgelb, mit kaum bemerkbarer Randzeichnung; Hinter- 
flügel gelblichweiss , am Vorderrand und um die Spitze bleichgelb. Der erste 
Ast der Medianader hat einen sehr schwachen, aber bedeutend gekrümmten 
Anfang, sonst einen geraden Verlauf. 

Vaterland: Ohio (Schläger). Ein Q in meiner Sammlung. 

Cryptoleehia eretacea n. sp. 

Parva, eretacea, antennis longius eiliatis, palporum articuli secundi 
vix dimidio fuscescente, pedibus anticis fuscis; alis ant. oblongis, punetis duobus 
disci nebulaque transversa postica ciuereis obsoletis. Q. 

31* 



244 



P. C. Zell er. 



Wenig grösser als Obsoletella, auf der ganzen Oberseite weiss mit sehr 
schwacher gelblicher Beimischung, auf den Vorderflügeln beim ersten Anblick 
zeichnungslos. 

Vorderkörper und Vorderflügel gleichfarbig, der Kopf und die Innenseite 
der Taster reinweiss. Letzterer so lang wie Kopf und Kückenschild zusammen- 
genommen; das zweite Glied zusammengedrückt, nach oben verdünnt, auf der 
ungefurchten Schneide ein wenig locker beschuppt, auf der kleinern Wurzelhälfte 
graubraun ; das Endglied fast so lang wie das zweite Glied und diesem ohne 
merklichen Absatz aufgesetzt. Maxillartaster weisslich. Saugrüssel bräunlich be- 
schuppt. — Fühler hellbräunlich mit weisslichem Wurzelgliede, beim doppelt 
gefranzt, die Franzen an der Wurzelhälfte länger als an der Endhälfte. — Vorder- 
beine auf der Aussenseite dunkelbraun, auf der Innenseite hellbräunlich wie die 
Mittelbeine; Hinterbeine bräunlich weiss , an den Schienen ziemlich reichlich be- 
haart. — Hinterleib hellbraun grau, am Bauch kreideweiss; das mit starkem 
Analbusch. 

Vorderflügel 2 3 / 4 — 3'" lang, länglich, mit schwach convexem Vorderrand, 
stumpfer Spitze und convexem Hinterrand. In der Costalbasis in ein schwarzer, 
fast unmerklicher Punkt. Die zwei Punkte des Mittelraumes, der eine auf der 
Querader, der andere ihm ein wenig näher als der Flügelbasis, sind aus ein 
paar grauen Schuppen zusammengesetzt und daher leicht zu übersehen. Noch 
undeutlicher ist die aus je ein paar Schüppchen zusammengesetzte Punktreihe, 
welche dem Hinterrand uäher als dem Queraderpunkte liegt und, stark nach 
aussen gebogen, einen kaum merklichen Nebelstreifen bildet. 

Hinterflügel eben so breit wie die Vorderflügel, weniger rein weiss, unter- 
halb der Spitze ohne Einbiegung des Hinterrandes. 

Unterseite der Vorderflügel dicht grau bestäubt, auch auf den Franzen. 
Der Stiel der Gabelader ist kürzer als die Gabel. Der erste Ast der Medianader 
sehr schwach gebogen, etwas abgerückt von dem folgenden, der mit dem letzten 
fast aus demselben Punkte kommt. Hinterflügel weiss, am Vorderrand breit 
grau bestäubt. 

Vaterland: Texas. Ein gutes (durch Boll mitgebracht) im Cambridger 
Museum, drei fast franzenlose Q, ganz ohne Zeichnung (durch Beifrage am 5. 
und 6. Juni gefangen) in meiner Sammlung. 

Cryptolechia lithosina n. sp. 

Pulporum articulo secundo dimidio fusco, thorace pallide ochraceo; alis 
ant. elongatis, obtusis, osseo-albidis ; posterioribas duplo latioribus albidis. <j\ 

Von der Grösse der Quercicella, nicht wicklerförmig, mit schmalen, nicht 
nach hinten erweiterten Vorderflügeln und doppelt so breiten Hinterflügeln. 

Kückenschild in der Mitte blassröthlich ocherfarben, ringsum heller. Kopf 
glattschuppig, kreideweiss. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen- 
genommen, aufgekrümmt; das zweite Glied ohne Furche, glattschuppig, zu- 
sammengedrückt, am Ende ein wenig verdünnt, auswärts fast bis zum Ende j 
gelbbraun, sonst weiss, wie das feine Endglied, das fast % so lang wie das 



Itltotfi 7nr K,,,,nf,lH ' ,,,,r MfdiatHowiiiobia Vtchtfoll 



zweite Glied ist. I\T :i x i 1 Iii rt a st «t bleichgraugclblich , wie die Beschuppung de 
Säugrüssels. — Fühler fast BO lang wie die Vorderflügel, über «lfm Wur/dirlicd 
ziemlich dick, pubescirend gefranzt, bcinpfclblicli , gegen das Ende gebräunt. — 
(Vorderheine fehlen); Mittelbeine hellgelblichgrau. Hinterbeine fast weisslich; 
die Schenkel und Schienen zusammengedrückt, die letzteren wenig behaart (viel- 
leicht nur abgerieben); der eine Dorn jedes Paares lang. - Hinterleib hellgrau; 
Analbusch bleichgelb, gross, einen grossen Genitalapparat einschliesend. 

Vorderflügel 4'" lang, schmal, nach hinten nicht erweitert; der Vorderrand 
von der Wurzel aus convex, dann ziemlich gerade verlaufend und mit dem con- 
vexen Hinterrand die abgerundete Flügelspitze bildend. Grundfarbe weisslich 
beingelb, am Innenrand lebhafter beingelb, sonst ganz ohne Zeichnung. 

Hinterflügel doppelt so breit wie die Vorderflügel, unterhalb der Spitze 
ohne Eindruck des Hinterrandes, gelblichweiss, weissfranzig. 

Unterseite der Vorderflügel hell gelblichgrau, gegen den Innenrand noch 
lichter. . Soviel sich ohne Abschuppung erkennen lässt, ist der Stiel der Gabel- 
ader länger als die Gabel, und der erste Ast der Medianader entspringt nahe 
am folgenden. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein massig gut erhaltenes $ im Cambridger 
Museum. 

Cryptolechüt nubeculosa n. sp. Taf. III. Fig. 12. 

Palpis ante apicem fuscis; dlis ant. postice angustatis, einereis, nuhe- 
cvlis öbscuris aliquot dispersis, maculis S cosbcAtbus obsöletis nigrica/ntibiis, 
ttriola plicae ante medium punetoque venae transversae nigris; post. paulo 
latioribus. Q . 

In der nach hinten verschmälerten Vorderflügelform und also in der 
Unähnliclikeit mit der Tortricidenformation stimmt diese kleine Art mit Cr. 
tdbicüla Z. 

Rückenschild und Kopf grau, Gesicht weisslich. Taster schlank; das zweite 
Glied etwas zusammengedrückt, am Ende etwas verdünnt, auswärts und an der 
Schneide grau, innen weisslich; das Endglied nicht fein, mehr als halb so lang 
wie das zweite Glied, weissgrau, vor der hellen, feinen Spitze gewöhnlich rings 
herum schwärzlich, auch auf dem Rücken an der Wurzel schwärzlich. Maxillar- 
taster und Rücken des Saugrüssels weissgrau. — Fühler 2 / i so lang wie die 
Vorderflügel, beim borstenförmig, dicht haarig gefranzt, hellgrau, mit weiss- 
iichem Wurzelglied. — Beine weissgrau, die vorderen auf der Lichtseite braun 
angelaufen, die vier hinteren Schenkel weiss, schiefergrau schimmernd; die 
Hinterschienen zusammengedrückt, ziemlich reichlich haarschuppig, besonders 
auf der Rückenschneide ; die Dornen plump , der erste des oberen Paares bis 
zur Schienenspitze reichend. Vorderbrust weiss mit einem gegen die Vorder- 
flügel gerichteten Schuppenbüschel. — Hinterleib grau, an den Seiten mit 
Schuppenbüschen und am Bauch gelblichweiss; der dicke Legestachel des Q 
steht kaum hervor. 



246 



P. C. Zeller. 



Vorderflügel 3— 3 2 / 3 '" lang, ziemlich gestreckt, im ersten Drittel am 
breitesten, dann allmälig verengert und mit ziemlich abgerundeter Spitze, grau 
mit weisslicheren Stellen und wischförmigen, bräunlichen Nebelflecken, von 
denen sich drei am Vorderrand und drei längs des Innenrandes am meisten 
bemerklich machen. Die Costalbasis ist mit einem dunkeln Fleckchen bezeichnet 
und darunter die Innenrandgegend fleckartig verdunkelt. Ein Nebelstreif geht 
schräg nach aussen vom Vorderrand bei 1 / i herab und endigt über der Flügel- 
mitte mit einem schwarzen Punkt; unter diesem fängt er mit einem scharfen, 
schwarzen, in der Falte liegenden Strichelchen wieder an und setzt sich, dieselbe 
schräge Richtung beibehaltend, bis zum Innenrande fort. Vor der Flügelmitte 
ist am Vorderrand der zweite Nebelfleck; der dritte, von welchem eine nach 
aussen gebogene, mehr oder weniger deutliche Linie zum Innenwinkel herabzieht, 
liegt gegen die Flügelspitze hinter dem schwarzen Queraderpunkte, unter welchem 
sich auch vor dem Innenwinkel ein Nebelfleck bildet. Der Hinterrand ist auch 
um die Spitze herum mit einer Reihe schwarzer Punkte gezeichnet. Franzen 
einfarbig, weissgrau. Bei abgeflatterten Exemplaren, denen die Nebelflecke zum 
Theil fehlen, hat der schwarze Strich in der Falte und der Punkt auf der Quer- 
ader sich gut erhalten. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, mit wenig vortretender Spitze 
und darunter nicht eingebogen, ziemlich dunkelgrau; die weisslichen Franzen 
nahe der Wurzel mit einer grauen Schattenlinie durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel grau mit feiner, weisslicher Costallinie. In 
die Flügelspitze geht, soviel sich ohne Abschuppung erkennen lässt, nur eine 
einfache Ader; die zwei ersten Aeste der Medianader entspringen dicht bei- 
sammen. Hinterflügel weissgrau. 

Vaterland: Texas. Mehrere Exemplare im Cambridger Museum; ein ab- 
geflogenes Belfrage'sches Q, dessen Zettel mit der Flugzeit mir verloren gegangen 
ist, in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Eine merklich grössere Art (Vorderflügel 4'") besitze ich 
aus Venezuela. Das schlechte, auf der Basalhälfte ganz abgewischte 9 (Muscer- 
della Mus. Z.) hat gestrecktere Flügel und entbehrt den Nebelfleck vor der Flügel- 
spitze auf dem hier weisslichen Vorderrande gänzlich, und den Hinterrand fasst 
eine vollständige Reihe schwarzer Punkte ein. Sehr deutlich zu erkennen ist 
hier, dass in die Spitze der Vorderflügel nur eine einfache Ader geht. 

Cryptolechia Schlaegeri Z. 
Linnaea entomol. IX, S. 372, Fig. 18. — X, S. 158. 
Vaterland ausser den angegebenen Staaten auch Texas. Von zwei durch 
Boll gesammelten Weibchen ist das eine von vorzüglicher Grösse (Vorderflügel 
fast 7'"); die bläulichgrauen Nebel der Vorderflügel sind bei ihm sehr einge- 
schränkt und lassen die weisse Grundfarbe um so ausgedehnter und reiner her- 
vortreten. Die Hinterflügel sind fast weiss, nur im Mittelraum hellgrau angeflogen. 
Der starke Schuppenbusch des Scutellums enthält eine Menge* an der Spitze 
stahlblau glänzender Schuppen — Ein Männchen ist ungewöhnlich klein, näm- 



Bettrlfi nu Erant&iM 'in MfdtmtrlOMÜiohM Ifoohtfkltar. *J-\ t 

Höh mir von 1" Vorderflügellänge*. — Zwei auch kleine von Beifrage am 20. August 
gefangene Miinnchen sind so abgeflogen (sie haben an den Yorderflügeln gtt 
keine Pranicn!), dass dem Schuppenbusch des Seutellums dir stahlblauen Srhupprn 
•ran/, fehlen, und er nun lehmgelb aussieht. 

Die verhältnissmässig kurzen Taster, die im Nacken etwas anliest raubten 
und gegen einander gerichteten Kopfschuppen und besonders der starke Schuppen- 
knoten auf dem Scuteilura, dazu die sehmalen Vorderflflgel (die nur die halbe 
Breite der Hinterflügel haben) und die einfache in die Flügelspitze laufende 
Ader würden gestatten, ein leicht zu erkennendes Genus zu errichten, wenn 
das Bedürfniss dazu vorhanden wäre; die 162 Walker'schen Arten scheinen mir 
es nicht anzudeuten, so lange nicht ein anderer Mann als Francis Walker das 
im British Museum vorhandene Material von neuem bearbeitet. 

Cryptölechia vestalis n. sp. 
Ante ni/is praeter basim palpornmquc articido secundo exterius fusce- 
seentibus: alis auf. oblongis, postice leviter coaretatis, niveis, unicöloribus ; post. 
latis, albis. Q. 

Zu unterscheiden von Cr. albella durch viel geringere Grösse, die nach 
hinten verengerten, auch auf der Unterseite ganz einfarbigen Vorderflügel, die 
schräger zugespitzten Hinterflügel, die kürzeren, reinweissen, nur am zweiten 
Gliede auswärts gebräunten Taster, die aussen an der Wurzel bräunlichen 
Fühler — von Leucillana durch die kürzeren Vorderflügel und die anders ge- 
färbten Taster — von Albicüla durch weniger gespitzte, ganz einfarbige, auf 
der Unterseite nicht grau angelaufene Vorderflügel und breitere Hinterflügel. 

Grösse einer kleineren Orypt. Schlägen. Rückenschild und Kopf mit 
seinen Theilen reinweiss, ohne Glanz; das Schildchen ganz glattschuppig. Fühler 
am Wurzelglied und den folgenden 3—4 Gliedern weiss, dann hellbraun. Taster 
etwas kürzer als bei Schlägeri, aber das Endglied verhältnissmässig länger; sie 
sind reinweiss, nur am zweiten Gliede auswärts bis zur Spitze gelbbraun. Beine 
weiss, auswärts hell ocherbräunlich angelaufen; die Hinterschienen bleiben rein 
weiss und sind reichlich haarschuppig. Hinterleib ziemlich stark, weiss, mit 
eingezogenem Legestachel. 

Vordeiflügel fast 5'" lang, länglich, nach hinten ein wenig verengert; 
der Vorderrand hat vor der Mitte seine meiste Convexität und läuft dann fast 
gerade bis zu der beinahe abgerundeten Spitze ; der Hinterrand convex. Grund- 
farbe reimveiss, ein wenig seidenglänzend, ohne jede Zeichnung. — Hinterflügel 
am breitesten vor dem Analwinkel, und zwar doppelt so breit wie die Vorderflügel, 
dann gegen den abgerundeten Apicalwinkel zugespitzt, vor diesem mit einem 
sehr seichten Eindruck des Hinterrandes. 

Unterseite der Vorderflügel äusserst blassgelblich angelaufen, mit sehr 
deutlichem Geäder. Die Medianader verästelt sich wie bei Schlägeri fast aus 
einem Punkte. Auch die Hinterflügel sind nicht völlig reinweiss, alle Franzen 
aber schneeweiss. 

Vaterland : Texas (Boll). Ein sehr schön erhaltene;* Q im Cambridger Museum. 



248 



P. C. Zeller. 



Epicorthylis n. g. Taf. III. Fig. 13 a. b. 

KopöiSXos, aws quaedam capite cristato. 
. Capülitium depressum, laevigatum. 
Ocelli nulli. 
Antennae crenulatae. 

Pcdpi labiales porrecti, thorace multo longiores, articulo secundo 
subarcuato, subtus laevis, supra postice squamis erectis cri- 
stato; terminali setaceo, erecto. 

Haust ellum brevissimum. 

Mae anteriores angustae, marginibus oppositis subparallelis; cellula 
media simplici, venu apicali furcata; posteriores anterioribus latiores, trapezi- 
formes, margine postico infra apicem leviter impresso, vena mediana trifida. 

Tibiae posticae in dorso piloso-cristatae. 

Vom Flügelbau, auch von der Färbung und Zeichnung der Vorderflügel, 
des Ypsol. juniperellus , aber an dem langen Mittelgliede der Taster auf der 
Unterseite mit glatt anliegender Beschuppung, während die Schuppenhaare der 
Oberseite auf der Endhälfte verlängert und aufgerichtet sind und eine längliche 
Bürste bilden. Bei der ganz verschieden aussehenden Gattung Enicostoma 
sind die Schuppen der Unterseite des zweiten Gliedes etwas gelockert, und auf 
der Oberseite liegen sie überall an und sind in der Länge einander gleich. 
Dasselbe gilt von der Gattung Ceuthomadarus, deren Flügelgestalt jedoch mehr 
der von Epicorthylis entspricht. 

Das Flügelgeäder scheint wie bei Yps. juniperellus zu sein. Ohne Ab- 
schuppung lässt sich erkennen, dass die Mittelzelle der Vorderflügel keine Neben- 
zelle hat, und dass aus ihr eine Ader kommt, die mit ihrer Gabel die Flügelspitze 
umfasst. Ocellen konnte ich auch nach Abschuppung des oberen Augenrandes 
durch die Doppellupe nicht entdecken. 

Eine geeignete Stelle für dieses Genus mag bei Ypsolophus sein, ich be- 
trachte die bei Tachyptüia (Gelechia z. B. Popidella) für noch besser. 

1. inversella n. sp. 

Alae ant. canae, in disco albidae; puncta majuscula 4 (1,2,1) in disco • 
fascia albida post punctum qiiartum. . 

Aehnlich theils dem Ypsol. juniperellus, theils der Tachypt. popidella, 
mit mehr verstärkten Punkten als letztere und mit breiterem, etwas anders ver- 
laufendem hinteren Querstreif. 

Kopf etwas heller als das graue Rückenschild. Taster so lang wie beide 
zusammengenommen, etwas aufgebogen, auswärts braungrau , einwärts hellgrau, 
unten auch braungrau; das Endglied weniger als halb so lang wie das zweite 
Glied und rechtwinklig von diesem abstehend, fein, hellgrau, mit schwarzem 
Ringe vor der Spitze. Fühler hellgrau mit feinen, schwarzen Ringen. Die vier 
vorderen Beine dunkelgrau mit weisslichen Enden der Fussglieder; die Hinter- 
beine weisslichgrau, nur an den Schenkeln auswärts dunkelgrau; die Schiene 



Beiträge zur KonntuiHH Jer uordaiuoricuuiücheu Nu< htt'ultor, 



249 



auf der Rückenschneido mit dichtem, starkem, niederliegendem llaarkamm; die 
Dornen ebenso hell, ungleich; der äussere des oberen Paares ist der längste 
und reicht bis ans Ende der Schiene. Hinterleib an den Seiten mit Schuppen- 
biiseheln, bräunlichgrau, am Bauch bis vor den Analbuseh schwärzlich. 

Vordertiügel 4'" laug, nach hinten nicht erweitert, mit rechtwinkliger 
Spitze und ziemlich gerade herabsehendem Hinterland, hellgrau mit schwarzen 
Stäubchen, am wenigsten im Mittelraum, so dass dieser weisslich bleibt. Die 
Schulter ist schwärzlich, ohne einen abgegrenzten Fleck zu bilden. Die schwarzen, 
fleckähnlichen Punkte liegen folgendermassen: der erste, mehr verwischte in der 
Falte mitten zwischen der Basis und dem vor der Flügelmitte folgenden Paare, 
von welchem der oberste Punkt der deutlichste von allen und viel grösser ist 
als der nahe an ihm in der Falte liegende. Der vierte Punkt, auf der Querader 
ist ein wenig weiter vom zweiten, als dieser vom ersten entfernt. Gleich hinter 
ihm zieht die breite, weissliche, schwärzlichgrau beschattete Binde schräg aus- 
wärts vom Vorderrande bis zum Innenwinkel herab; sie ist oben verdünnt und 
bildet über dem Queraderpunkte einen nach innen gerichteten Winkel. Bis zur 
Spitze ist der Vorderrand mit einigen schwarzen Fleckchen gezeichnet. Den 
Hinterrand bildet eine mehrmals unterbrochene schwärzliche Linie. Die Franzen 
(welche sehr beschädigt sind) scheinen grau oder schwärzlich zu sein; am Innen- 
winkel sind sie weisslich. 

Hinterflügel einfarbig braungrau. Franzen heller, gleich hinter der gelb- 
lichen Wurzel mit einem dunkeln Schatten durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau ; auf dem Vorderrand vor der Spitze 
mit weisslichen Punkten; Hinterflügel heller. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein im Cambridger Museum. 

Gelechia (Tachyptilia) innocuella n. sp. 

Palpis dilute cinereis, articulo secundo exterius excepto apice fusco, an- 
tennis fusco-annulatis, tibiis posticis superius pallide ochraeeis, inferius abrupte 
fusco-cinereis; alis ant. fusco-cinereis , punetis 4 nigris (1, 2, 1) subobsoletis, 
striga postica canescente bifracta, margine postico nigro-punetato ; post. sub- 
obtusis, fuscescentibus, pallidius eiliatis. 9- 

Sie hat mit der auf dem Hinterleib einfarbig staubgrauen Populella die 
grösste Aehnlichkeit und unterscheidet sich von ihr nur durch weniges, aber 
sicher: sie ist beträchtlich grösser und breitflügliger mit stumpferer Spitze der 
Hinterflügel; auf den Vorderflügeln ist der schwarze Schulterfleck (der bei Po- 
pulella oft ganz fehlt) gross und sehr deutlich; die vier schwarzen Mittelpunkte, 
namentlich der auf der Querader, sind grösser, die helle hintere Querlinie läuft 
in ihrem untersten Drittel mehr nach hinten; die Spitze des zweiten Taster- 
gliedes ist breiter hellgrau. — Von der folgenden Art, die in der Färbung eher 
mit Scintillella zu vergleichen ist, lässt sie sich durch ihre beträchtlichere 
Grösse, ihre breiteren und stumpferen, graugelblich gefranzten Flügel, die weniger 
gleichmässig graue Grundfarbe der vorderen und ihre einwärts nicht dunkel 
gesäumte Querlinie, ferner durch die an der Basis gelichteten Hinterflügel, sowie 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abb.. 32 



250 



P. C. Zell er. 



durch die Zeichnung ihres stärker keulenförmigen zweiten Tastergliedes und die 
der Hinterschiene unterscheiden. 

Rückenschild und Kopf grau, Gesicht und oberer Augenrand weissgrau. 
Fühler fein, auf der Unterseite heller gelblichgrau als auf dem Rücken, fein 
braun geringelt; das Wurzelglied auf dem Rücken bräunlich, am Ende schmal 
gelblichgrau. Taster lang, gekrümmt, dünn, hellgrau; die zwei ersten Glieder 
aussen braun, das zweite nach oben keulenförmig verdickt, am Enddrittel hell- 
grau ; das dritte Glied von fast mehr als halber Länge des ganzen Tasters, ein- 
farbig. Saugrüssel lang, gelblichgrau, kaum an der Wurzel etwas beschuppt. 
Beine bleichgelb, die vier vorderen auswärts braun; die Hinterschienen, wie bei 
Populella, auf der Aussenseite an der oberen Hälfte bleich ochergelb, an der 
unteren streifenförmig braungrau; alle Füsse auf dem Rücken bräunlich, an den 
Enden der Glieder wie die Schienendornen bleichgelb. — Hinterleib flachge- 
drückt, staubgrau, heller als auf dem Rückenschild; bei dem einen Exemplar 
ist er (analog der Populella) bräunlich gelb, nur an den drei hintersten Seg- 
menten grau; bei ihm ist auch der Bauch lebhafter ins Gelbliche gefärbt als 
bei den anderen. Der blassgelbliche Legestachel steht aus dem zugespitzten 
Analglied ein wenig hervor. 

Vorderflügel fast 5"' (bei Populella höchstens 4y 2 '") , länglich, mit deut- 
licher, doch nicht scharfer Spitze, auf grauem Grunde ziemlich reichlich und 
gleichmässig dunkelbraun bestäubt und dadurch bräunlichgrau erscheinend. Der 
Vorderrand selbst ist bis zur hellen Querlinie bleichgelblich, aber so schwach, 
dass es nur bei der Betrachtung von vorn zu erkennen ist. An der Schulter 
ist ein längliches, tiefschwarzes Fleckchen. Die gewöhnlichen vier schwarzen 
Punkte sind gross, aber ziemlich verloschen: der erste dicht über der Falte 
bei y 5 der Länge; die zwei folgenden vor der Mitte sehr schräg unter einander, 
und zwar der kleinere untere weit vor dem oberen, in der Falte; der vierte 
näher dem dritten als dieser dem ersten, auf der Querader in etwas hellerer 
Umgebung. Die darauf folgende Querlinie ist verloschen, bleichgelblich, am 
Vorderrand etwas erweitert, darunter zu einem einspringenden spitzen Winkel, 
dann zu einem kürzeren rechten gebrochen, worauf sie ziemlich gerade und 
senkrechter als bei Populella in den Innenwinkel läuft; auf der Aussenseite 
ist sie, besonders oben, etwas dunkelschattig gerandet. Um den Hinterrand 
zieht eine Reihe schwarzer Punkte bis zu der hellen Querlinie. Franzen bleich- 
gelblich, an der Wurzel und in der Mitte in einer verloschenen Linie grau. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, viel stumpfer als bei Populella, 
ganz ohne Ausrandung unterhalb der Spitze, dunkel braungrau, in der Mittel- 
zelle gegen die Wurzel hell. Die bleichgelblichen Franzen haben nahe an der 
Wurzel eine graue, breite Linie, die weit vor dem Analwinkel verschwindet, und 
auswärts eine schmälere, verloschenere, die sich um die Flügelspitze herumzieht 
und nicht bis zur Flügelhälfte reicht. 

Unterseite der Vorderflügel schwarzgrau, am Hinterrand breit, an den 
Gegenrändern schmal bleichgelb, vor der Spitze mit einem solchen Fleck (dem 
erweiterten Anfang der hellen Querlinie der Oberseite). Hinterflügel schwarzgrau 



Floiti;i£t< /.in- KciiiilniHs iloi noril.iiiiori« .im^i lioii N.i« liHalti-i . 



251 



mit groben, dunkleren Schüppchen dicht bestreut, in der Mittelzell*! bleiehgelb. 
Alle Kränzen heller gelblieh als auf der Oberseite, aber ebenso gezeichnet. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein V m meiner Sammlung, zwei im Cam- 
bridger Museum. 

Qelechia (Tach/ypUtia) consonella n. sp. 

Pukpis palUdc ochraa is,<(rtici(lo scaiudu extttilU fusco, antennis distinctr 
fusco-annulatis , tibiis posticis exterius fuscis; alU> ant. anpustis, wbactitis, 
fusco-cinercis, reim costali flarida, i>nnc(ix ordinariis 1 nigris distinetis, slrirja 
postica diluta, subbifmeta, intcrim f'uscesccnti-marginata. Q. 

Kleiner als die vorige, mit schmäleren, gleichmässiger dunkel braungrauen 
Vorderflügeln ohne schwarzes Schulterfleckchen und mit spitzeren, einfarbig 
dunkelbraunen Hinterflügeln. — Es giebt von Scintillella eine grössere Varietät 
(Panormitclla Mann in lit.), bei welcher die helle hintere Querlinie der Vorder- 
flügel vollständiger als gewöhnlich ist. Mit dieser lässt sich Consonclla, obgleich 
sie mit der vorigen näher verwandt ist, hinsichtlich der Färbung vergleichen. 
Bei der grösseren Consonella sind alle Flügel spitzer, die vorderen gleich- 
mässiger und etwas heller braungrau, mit wenigeren dunklen Schuppen bestreut; 
ihre helle Querlinie ist deutlicher, feiner und einwärts dunkel eingefasst; ihre 
Taster sind auf der Aussenseite des zweiten Gliedes braun (bei Scintillella 
überall bleichgelb). 

Grösse einer mittleren Populella. Rückenschild, Kopf und Vorderflügel 
gleichmässig dunkelgrau; das Gesicht nach unten zu weissgrau gelichtet. Fühler 
fein, weisslich ochergelb, auf dem Rücken mehr grau, sehr deutlich braun ge- 
ringelt; das Wurzelglied auf der Rückseite grau. Taster von der Gestalt der 
vorigen, nur gegen das Ende des zweiten Gliedes dünner keulenförmig, bleich 
ochergelblich, besonders auf der Innenseite; das zweite Glied dunkel braungrau, 
nach oben kaum etwas lichter. Saugrüssel lang, hell graugelb, kaum etwas be- 
schuppt. Beine graubraun, an den Fussgliedern mit kaum merklicher verloschen 
gelblichen Enden; die Hinterschienen innen bleichgelb, auswärts einfarbig grau- 
braun mit bleichgelben Dornen. Hinterleib des einfarbig grau, etwas flach, 
mit dünnem, zugespitztem, länglichem Analbusch. 

Vorderflügel 3y 2 — 4'" lang, schmal, nach hinten wenig erweitert, mit 
deutlicher, doch nicht scharfer Spitze und geraderem Aussenrand der Hinter- 
randfranzen als bei Scintillella. Grundfarbe dunkelgrau. Der Vorderrand ist 
in deutlicherer, schärferer Linie als bei Innocuella, von der Wurzel aus, wo er 
bräunlich ist, aber gar keinen Fleck oder Punkt trägt, bis zur hellen Querlinie 
blassgelb. An der Wurzel ist die ganze Vorderrandgegend etwas weissgrau. 
Die vier schwarzen Punkte sind beim 9 kleiner als bei Innocuella, beim cf 
ebenso gross, und wenigstens die drei letzten sind ganz scharf; ihre Lage ist 
wie bei Innocuella; der vierte, auf der Querader liegende ist kleiner als die 
zwei vorhergehenden. Die helle hintere Querlinie, die mit einer lichteren Er- 
weiterung auf dem Vorderrande anfängt, ist dünner als bei Innocuella und 
Scintillella und auf der inneren Seite vom einem dunklen Schatten begrenzt; 

32* 



252 



P. C. Zeller. 



sie bricht sich in der Mitte zu einem stumpfen Winkel, dessen oberer Schenkel 
kürzer als bei Innocuella eingeknickt ist, und dessen unterer Schenkel gerader 
und schräger als bei Scintillella einwärts läuft. Längs des Hinterrandes sind 
einige mehr oder weniger scharfe schwarze Punkte. Franzen ziemlich dunkel- 
grau, an der Wurzel und vor dem Ende ein wenig dunkler. 

Hinterflügel ohne Ausrandung unterhalb der Spitze, einfarbig dunkel 
braungrau. Franzen heller, an der Wurzel durch eine sehr feine, bleichgelbe 
Linie von der Flügelfläche getrennt, hinter ihr etwas verdunkelt; sie sind also 
anders als bei Innocuella gefärbt. 

Die ganze Unterseite ist dunkel braungrau; die ebenso gefärbten Franzen 
haben eine sehr feine, bleichgelbe Wurzellinie. 

Vaterland: Missouri, von wo ich das 9 durch Riley erhielt; Texas (Boll), 
von wo das des Cambridger Mnseums stammt. 

Anmerkung. Die Clemens'sche Gelechia Rhoifructella (ed. 
Stainton p. 114) würde ich für meine Consonella halten, da sie nach Stain- 
ton's Anmerkung nothwendig in diese Nähe gehört, und die freilich etwas 
dürftige Beschreibung (insbesondere wegen der dark-fuscous dots) fast völlig 
auf sie anwendbar ist; aber nach ihr sollen die Taster einfach ziemlich 
dunkelocherfarben (rather dark ochreous) sein, während Consonella sie recht hell 
ocherfarben und auf der Aussenseite des zweiten Gliedes dunkelbraungrau zeigt, 
und die Hinterflügel sollen eine schwache Ausrandung haben (hind-wings slightly 
emarginate beneath the tip.). Dazu kommt, dass Stainton die von Clemens 
erhaltenen Exemplare von der Populella unterscheidet, und zwar durch Merk- 
male, die bloss auf Innocuella passen (nur nicht die exp. al. 8'", welches eng- 
lische Mass für die 10% pariser Linien der Innocuella viel zu klein ist). Ich 
glaube daher, dass Clemens mehrere Arten in eine zusammengefasst hat. Da 
er die Raupe beschreibt, so wird die wahre Rhoifructella leicht wieder aufzu- 
finden sein. 

Gelechia caecella n. sp. 

Abdominis basi ochracea, älis ant. angustis, cinerascentibus , praeter 
costam creberrime nigro- pulvereis et praesertim postice rufescenti-suffusis, 
maculis duabus posticis oppositis albidis. Q . 

Keiner mir bekannten Art recht ähnlich, durch das runde Fleckchen vor 
der Mitte der Vorderflügel (das wenigstens das eine Exemplar besitzt) in die 
Nähe der Gel. atra, muscosella, cuneatella, Lynceella, versutella gewiesen, vor 
allen durch die ganz hellgraue Basal- und Costalpartie und den röthlichen Anflug 
ausgezeichnet, der zwischen der dichten schwarzen Bestäubung, besonders gegen 
den Hinterrand zum Vorschein kommt. 

Von der Grösse der folgenden, mit etwas schmäleren Vorderflügeln. 
Rückenschild und Kopf hellgrau, wenig dunkelbestäubt und im Gesicht nicht 
heller. Fühler bräunlich, kaum an der Wurzelhälfte auf dem Rücken etwas 
heller punktirt; die Spitze des Wurzelgliedes hell. An den Tastern ist das 
zweite Glied mit ziemlich gleichmässiger, reichlicher Bürste versehen und aus- 



RpitrApo nur Koniitniw* »!«• r BOHttMriOMiMhta Nachtfiiltnr. 



258 



w&rts braun bestäubt; das Endglied n /4 nia l s0 mn £ w »° ( l as zweite Glied, braun 
mit hellem Rücken und solchem Fleck an der Mitte. — Die vier vorderen Heine 
aussen braun mit hellen Enden der Fussglieder. An den hinteren die Seidenen 
nebst den Dornen und die Füsse auswärts braun, erstere auf der Kückensehneide 
reichlich blondhaarig und, wie alle Fussglieder, an der Spitze bleichgelblich. — 
Hinterleib zugespitzt, bräunlichgrau, auf den drei ersten Segmenten ausser am 
Rande ochergelblich ; Bauch blassgelblich, an der Seite reichlich schwarzbestäubt; 
der Legestachel steht aus dem kegelförmigen, obenauf braungrauen Analseg- 
ment hervor. 

Vorderflügel 3V2 — 4'" lang, schmal, nicht erweitert, hellgrau, welche Farbe 
aber nur an der Basis rein bleibt und am Vorderrand bis zur Mitte fast weiss- 
lich ist, während der ganze übrige Raum, doch nicht gleichmässig, dicht 
schwarz verstäubt ist. Hinter der schwarzen Schulter geht ein sehr kurzes 
schwarzes Strichelchen etwas schräg unterhalb des Vorderrandes, und nicht weit 
davon kommt vom Vorderrand ein sehr schräg nach aussen gerichteter, unter- 
brochener Strich herab. Die Falte zeigt sich als eine feine, hier und da unter- 
brochene und ausbleibende Längslinie. In der Mitte des Mittelraumes liegt bei 
dem einen Exemplar ein gerundetes, weissgraues Fleckchen, rings von dem ver- 
dunkelten Grunde umgeben, doch nach dem Vorderrande zu heller begrenzt; es 
ist bei dem zweiten Exemplar nur in seinem unteren, hakenförmigen Theile vor- 
handen. Ein kleineres, eckiges, gleichfarbiges Fleckchen folgt bei dem ersten 
Exemplare auf der Querader; über ihm ist bis zum Vorderrande die Grundfarbe 
röthlich angelaufen. Indem die schwarze Bestäubung als Fleck bis zum Vorder- 
rande reicht, wird eine in der Mitte scharfwinklige, helle, hintere Querlinie an- 
gedeutet, welche sich auf dem Vorderrande zu einem weissgrauen Fleck und 
im Innenwinkel zu einem solchen Wisch ausbildet; beide Enden der Querlinie 
liegen schräg unter einander, das obere weiter nach hinten als das untere. Der 
Raum .bis zum Hinterrande ist geröthet und mehr oder weniger schwarz be- 
stäubt. 'Längs des Hinterrandes zieht eine Reihe schwarzer, schlecht ausge- 
drückter, mehr oder weniger zusammengeflossener Punkte. Franzen grau, auf 
der Wurzelhälfte dunkel bestäubt. 

Hinterflügel merklich breiter als die Vorderflügel, mit schwachem Ein- 
druck des Hinterrandes unterhalb der Spitze, hellbraungrau, gelblicher gefranzt. 

Unterseite der Vorderflügel hellbraun grau, am Vorderrand vor der Spitze 
mit einem verloschenen gelblichen Fleck. Franzen heller mit hellgelblicher Ba- 
sallinie. Hinterflügel heller als auf der Oberseite, am Vorderrand und in der 
Spitze bräunlich bestäubt. 

Vaterland: Massachusetts. Zwei gut erhaltene 9 > von Burgess bei Beverly, 
das eine am 20. Juni, gefangen, in meiner Sammlung. 

Gelechia versutella n. sp. 

Abdominis basi ochracea, palporum articulo termitiali fusco, apice 
cdbido; alis ant. angustis, cinereo nigroque marmoratis, puncto disci ante 



254 



P. C. Zeller. 



medium, macula parva venae transversae nigro-pupillata , strigaque postica 
angulata albidis, linea plicae interrupta nigra, ciliorum basi lutescente. Q • 

Verwandt mit Gel. nigra Haw. (cautella Z.), doclTgrösser, auf den etwas 
kürzeren Vorderflügeln ganz ohne den bläulichen Ton dieser Art, und mit gross - 
fleckiger, schwarzer Marmorirung, in welcher die zwei weisslichen Punkte des 
Mittelraumes und die dünnere hintere Querlinie am stärksten hervortreten. 

Bückenschild gelblichgrau, in der Mitte und vorn braun bestäubt. Kopf 
gelblichgrau, im Gesicht heller, auf dem Scheitel etwas bestäubt. Fühler braun, 
in einer sehr dünnen Eückenlinie gelbgrau und bräunlich punktirt, gleichsam 
geringelt. Taster braun, auf der Innenseite blassochergelb, auf der Aussenseite 
mit dieser Farbe bestäubt; die Bürste des zweiten Gliedes ist stark, ihre Schuppen 
werden aber nach oben merklich kürzer; das Endglied fast so lang wie das 
zweite Glied, braun, mit feiner, weisslicher Spitze. — Die vier vorderen Beine 
auswärts dunkelbraun, an den Enden der Fussglieder bleichgelblich; die Hinter- 
schienen bleichgelb, auswärts an der Wurzel braungrau und von der Mitte an 
mit einem braungrauen Streif, auf der Eückenschneide mit langen, reichlichen, 
blonden Haaren; die Hinterfüsse auswärts graubraun, an den Enden der Glieder 
und in einer feinen Linie an der unteren Schneide bleichgelb. — Hinterleib 
ziemlich lang, zugespitzt, auf dem ersten Drittel und den zwei letzten Segmenten 
bleichochergelb; der Bauch fast weisslich, an der Wurzel der Segmente breit 
braungrau; der Legestachel steht nicht hervor. 

Vorderflügel 4'" lang, ziemlich schmal, nach hinten nicht erweitert, auf 
weissgrauem Grunde sehr reichlich und grob schwarzbraun marmorirt. Als die 
schärfsten Flecke lassen sich ansehen : einer an der Schulter, einer an der Mitte 
des Vorderrandes und einer am Anfang der Costalfranzen, welcher den Anfang 
der breiten inneren Einfassung der hellen Querlinie bildet. Ferner liegen im 
Mittelfelde zwei dicke Längsstriche, die durch den weissgrauen, etwas gerundeten 
Punkt getrennt werden, und von denen der längere zweite durch das^grössere 
helle, mit einem Mittelpunkte versehene Fleckchen begrenzt wird. Aus dem 
Schulterfleck kommt eine gegen den Vorderrand divergirende und bis zum Mittel- 
fleck des Vorderrandes reichende tiefschwarze Längslinie. In der Falte ist eine 
tiefschwarze Linie, welche nicht an der Wurzel anfängt, hinter der Mitte unter- 
brochen ist und bis zum Innenwinkel reicht. Der Eaum zwischen dem hellen 
Queraderfleckchen und der weisslichen, in der Mitte scharfwinkligen Querlinie 
ist ganz schwarzbraun, wie aus drei Flecken zusammengesetzt. Der Eaum hinter 
dieser Querlinie bis zum Hinterrand ist auch ganz dunkel und auf den Adern, 
doch nur in gewisser Beleuchtung, mit kurzen, tiefschwarzen Längslinien ge- 
zeichnet. Den Hinterrand fasst eine sich oben und unten an die Enden der 
Querlinie anschliessende weissliche Linie ein, welche mit groben, schwarzen 
Punkten bezeichnet ist. Franzen an der Wurzelhälfte hell lehmgelblich, braun 
bestäubt, an der Aussenhälfte grau. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, mit seichtem Eindruck des 
Hinterrandes unterhalb der Spitze, braungrau, weit heller gefranzt. 



noitnltfo tut Komitnir*y .| t <r iiorilanitririiiiiii'licii Nu llt f.ilt.'r. 



265 



Unterseite der Vorderflügel braungrau mit einer bleichgelblichen Co t nl - 
stelle hinter der Mitte und solelien Costalpunkten vor der Spitze. Kränzen grau, 
gegen die Wurzel bleichgelb und dadurch gegen die Flügelfläche schart ab- 
steheud. Hinterflüge] hellgrau, gelblich seidenartig schimmernd , l&ngi des 
Vorderrandes und in der Spitze matt gelbliehweiss und braunlich bestäubt. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein 9 im Cambridger Museum. 

Gelechia Lynceella n. sp. 

Abdominis basi ochracea; antcnnis obsolete unnuhdis ; <dis auf . tuujust is, 
canescentibus, nigra- pulvereis lituratisque , orbiculo disci ante medium cano, 
nigra -pupillato; post. canescentibus, subpellucidis. <j\ 

Nahe verwandt mit den beiden bei Herrich - SchäfFer ganz unkenntlich 
abgebildeten Arten Muscosella (welche in der Wirklichkeit eine trüb grünlich- 
graue Grundfarbe hat) und Cuneatella (die auf den schmäleren Vorderflügeln 
gelblichgrau ist); sie ist auf den Vorderflügeln sehr hellgrau und deutlicher 
als beide Arten mit einem gleichfalls helleren, schwarzgekernten Ring versehen, 
und ihre Hinterflügel scheinen etwas durch. 

In der Grösse der Cuneatella, mit nicht ganz so schmalen Vorderflügeln. 
Rückenschild grau; fein schwärzlich bestäubt; Kopf weissgrau, unbestäubt, 
Fühler braungrau, auf der Rückenseite verloschen grau geringelt, das Wurzel- 
glied braun mit weissgrauem Längsstrich. Zweites Glied der Taster cylindrisch 
zusammengedrückt, auswärts braun bestäubt, vor der hellen Spitze dunkelbraun; 
die Schuppenbürste locker, hell, nach oben verdünnt; das Endglied über halb 
so lang wie das zweite Glied, schwärzlich , auf der Innenseite in der Mitte mit 
hellem Band. — Beine weissgrau, die Mittelhüften weisslich; die vier vorderen 
Schienen auswärts schwärzlich mit weissgrauen Flecken, die Füsse schwärzlich 
mit weisslichen Enden der Glieder; die Hinterschienen auswärts dunkelbraun 
bestäubt mit hellen Dornen und auf der Rückenschneide mit langen, hellblonden 
Haaren; die Hinterfüsse grau, an den Enden der Glieder heller. — Hinterleib 
grau, auf den drei ersten Segmenten hell ochergelb; der Bauch weisslichgrau; 
der Analbusch lang oval, hell braungrau, auf jeder Seite mit einem hellgelb- 
lichen Längsstreifen. 

Vorderflügel S 1 /^" lang, schmal (mehr als bei Muscosella, weniger als 
bei Cuneatella), hinten nicht erweitert, auf weisslichem Grunde reichlich, aber 
ungleichmässig schwarz bestäubt, am gleichmässigsten in dem schrägbegrenzten 
Basalraum zwischen der Schulter und dem Innenranddrittel. Im Mittelraume 
liegt vor der Mitte ein rundes, weissgraues Fleckchen mit schwarzem Mittel- 
punkte. Von ihm reicht ein schwarzer Längsstrich bis zu dem verloschenen, 
hellen, gleichfalls mit einem schwarzen Punkte bezeichneten Fleckchen der Quer- 
ader. Ueber beiden Flecken trägt der Vorderrand je einen schwarzen Fleck, 
und der erste von beiden ist mit dem Discoidalstrich durch eine verdünnte Ver- 
längerung verbunden; hinter dem zweiten ist eine nicht scharf abgegrenzte, 
dünne, weissgraue, in der Mitte scharfwinklige Querlinie, von deren Enden sich 
eine Reihe ebenso undeutlich ausgedrückter, weissgrauer Fleckchen um den 



256 



P. C. Zeller. 



Hinterrand herumzieht; jedes dieser Fleckchen endigt nach aussen in einen 
schwarzen Punkt. In der Falte lassen sich unter und hinter dem hellen Ring- 
fleck Bruchstücke einer schwarzen Längslinie erkennen. Franzen hellgrau, auf 
der Wurzelhälfte schwarz bestäubt. 

Hinterflügel merklich breiter als die Vorderflügel, mit unterhalb der Spitze 
sehr schwach eingedrücktem Hinterrand, hellgrau, ein wenig durchscheinend. 
Franzen mit feiner, bleich ochergelblicher Wurzellinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Enddrittel des Vorderrandes, sowie 
die Wurzel der helleren Franzen bleichgelblich. Hinterflügel am Vorderrand in 
einem schmalen Streifen matt und bräunlichgrau bestäubt. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein gutes cT in meiner Sammlung; nach Dr. 
Hagen's Angabe sind mehrere genau übereinstimmende im Cambridger Museum. 

Gelechia nundinella n. sp. 

Abdominis basi ochracea; antennis annulatis, pälpis griseis, articulo 
terminali nigro-biannulato ; alis ant. oblongis, dilute luteolo-griseis, nigro-pul- 
vereis, maculis obsoletis nigricantibus 8 — 9 in disco dispersis. Q. 

Keiner anderen Art ähnlich ; wenn auch mit derselben Färbung der ersten 
Hinterleibsegmente wie die vorigen, doch durch die breiteren Flügel abweichend 
und besonders ausgezeichnet durch die bleich gelblichgraue, schwarzstaubige 
Färbung der Vorderflügel und die unregelmässig auf den zwei Basaldritteln im 
Mittelraum zerstreuten, zerfliess enden, weit von einander getrennten Flecke. 

Grösser als die vorigen, auf Rückenschild, Kopf und Vorderflügeln hell 
bleichgelblichgrau mit schwarzen, nicht zusammenhängenden Stäubchen bestreut, 
so dass der Ton der Grundfarbe dadurch nicht oder wenig verändert wird. 
Das Gesicht ist unterwärts unbestäubt. Fühler bleichgelb mit deutlich abge- 
setzten und an ihrem Anfang verdunkelten Gliedern, daher geringelt. Taster 
von ansehnlicher Länge, bleichgelb, auswärts und an der Bürste reichlich braun 
bestäubt; die Bürste, die in der starken Furche hell ist, wird nach oben kürzer; 
das Endglied ist % so lang wie das zweite Glied, auch zusammengedrückt und 
auf der Schneide etwas locker beschuppt, auswärts mit zwei schwarzen Bändern, 
an der Spitze hell und unbestäubt. — Alle Beine bleichgelb, die vorderen aus- 
wärts reichlicher dunkel bestäubt als die Hinterbeine, deren Schienen aussen 
reichlich behaart sind. — Hinterleib gelblichgrau, auf den zwei oder drei ersten 
Segmenten blassgelb, am Bauch hell mit brauner Bestäubung; Legestachel ein- 
gezogen. 

Vorderflügel 472'" lang, weniger gestreckt als bei den vorigen, nach 
hinten kaum erweitert. Von den nicht scharf begrenzten, verloschenen, schwärz- 
lichen Flecken, die sich nicht wohl zählen lassen, weil die unterhalb des Vorder- 
randes gegen die Basis liegenden zu undeutlich werden, liegt der unterste unter 
dem ersten Drittel der Falte, der zweite in der Hälfte derselben. Darüber be- 
finden sich im Mittelraume fünf in einer unregelmässigen Längsreihe, der erste, 
dritte und fünfte (dieser in der Gegend, wo die völlig undeutliche Querlinie 
ihren Winkel bilden würde) wischförmig, der zweite und vierte etwas höher 



ltt> i t rn lt«> zur Kenntnis* «Icr nnrtlunituininiM lu-n Nacht l'.ilti'i CUf 

gerückt und wie der in der Hälfte «Icr Falte kleiner, dunkler und ich&lfer« 
Weiter gegen den Yorderrand sind noch ."» I sehr undeutliche Wischchen, von 
denen das hinterste, das ziemlich oberhalb des Faltenlleckchens schwebt, am 
deutlichsten ist. Den Iiiuterrand entlang und am Ende des Yorderraudes zieht 
eine Randldohnung aus schwarzen, undeutlichen Schuj)i)enhäuichen. Die Franzen 
sind auf der Hälfte von einer schwarzen Schuppenlinie durchzogen und davor 
etwas bestäubt. 

Hinterllügel bedeutend breiter als die Vordertlügel , unterhalb der Spitze 
ein wenig eingedrückt, grau, gegen den Innenrand heller und weniger grobschuppig. 

Unterseite der Vordertlügel dunkelgrau, am Vorderrande bleichgelblich 
mit bräunlicher Bestäubung, am Hinterrand mit bleichgelblichen, in die 
Franzen ausstrahlenden Wischpunkteu. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand 
bleichgelblich mit bräunlichen Stäubcheu; der Raum in der Flügelspitze bräun- 
lich bestäubt, mit einem bleichgelblichen, in die Franzen verlängerten Wisch 
aus der Spitze selbst. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein Q in meiner Sammlung, mehrere nach 
Dr. Hagen's Angabe im Cambridger Museum. 

Gelechia unctulella n. sp. 

Thorace et capite fuscis antennis palpisque nigerrimis; alis ant. angu- 
mUiSf nigro-fuscis, nitidulis, punetis disci duobus magnis, nigris (altera ante 
medium, altera venae transversae) . . 

Auf allen Flügeln und auch auf dem Hinterleibe etwas fettgläuzend, in 
der Grösse einer mittleren Gallinella (Ericetella) , aber schmalflügliger, mit 
dunkleren Vorderflügeln ohne helle Randpunkte und mit schmäleren, etwas 
spitzeren Hinterflügeln. 

Der ganze Vorderkörper schwärzlichbraun, der Kopf ein wenig schimmernd. 
Fühler borstenförmig, gegen die Spitze kaum kennbar gekerbt, schwarz. Taster 
so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, aufgekrümmt, ganz schwarz; das 
zweite Glied cylindrisch, zusammengedrückt, gegen das Ende ein wenig verengt 
ohne Furche, auf der Bauchschneide kaum lockerschuppig, indem die Schuppen 
nur einen kerbigen Rand bilden; das Endglied über halb so lang, dünn pfriemen- 
i'örmig, feinspitzig. — Beine tiefschwarz, nur an den Enden der Fussglieder ein 
wenig verloschen weisslich; die Vorderschenkel auf der Innenseite etwas kupferig 
schimmernd; die Hinterschienen auf dem Rücken mit rauchbraunen Haaren. — 
Hinterleib braungrau, fettglänzend: der Bauch schwarzbraun, in der Mitte strie- 
menartig gelbbräunlich; Afterbusch länglich, zugespitzt, hellbraun. 

Vorderflügel 3y 2 '" lang, schmal, nach hinten ein wenig erweitert, an der 
Spitze zugerundet, fettglänzend schwarzbraun, ins Hellviolettliche schimmernd. 
Die flach liegenden, länglichen Schuppen sind ausser an der Spitze ganz hell 
ins Graue. In der Mittelzelle liegt vor der Flügelmitte ein dicker, schwarzer 
Punkt, doppelt so weit von der Basis wie von dem noch grösseren Punkte der 
Querader; beide Punkte treten aus der Grundfarbe sehr wenig hervor. Andere 

Z. B. Ges. B. KUH. Abh. 33 



258 



P. C. Zeller. 



Zeichnungen fehlen. Franzen braungrau, an der Wurzel besonders dicht um die 
Flügelspitze, mit schwarzen Schuppen bestreut. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, spitz, unter der Spitze mit sanft 
eingebogenem Hinterrande, fettglänzend bräunlichgrau, längs des Vorderrandes 
und in der Spitze verdunkelt. 

Unterseite der Vorderflügel einfarbig dunkel braungrau, heller gef ranzt; 
Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Texas (Boll); ein schön erhaltenes cT im Cambridger Museum. 

Anmerkung: Herrich- SchäfFer behauptet, doch wohl auf weiter nichts 
als auf den Namen — der allerdings den Aufenthalt in ericetis richtig an- 
deutet — und auf die Dunkelheit der Färbung gestützt: zu Gallineila Tr. 
gehöre „Ericetella H. 470 gewiss; doch ist die Form nicht richtig." Auf 
diese Behauptung hin ist der Name Ericetella allgemein angenommen worden — 
nur von Herrich- SchäfFer selbst nicht! Und meines Erachtens hat er daran sehr 
recht gethan. Das Bild stellt durchaus keine Gallinella dar, wie schon die 
schmalen Hinterflügel, der Mangel heller Randpunkte auf den Vorderflügeln und 
der weissliche Haken vor der Mitte derselben lehren. Mit mehr Recht Hesse 
sich eine Deutung der Figur auf Gel. cinerosella oder Gel. servella versuchen. — 
Man wird sich wohl zur Annahme des kläglichen Haworthschen, von einer 
schlechten Beschreibung kläglich unterstützten Namens entschliessen müssen. 

Gelechia violaceo-fusca n. sp. 

Antennis crassiusculis , fuscis, fronte flavida; alis ant. oblongis, sub- 
truncatis, violaceo- fuscis, striola plicae mediae punetisque marginalibus nigris; 
post. dilute einer eis. 

Sie scheint mit Gel. gallinella Tr. zusammengestellt werden zu können, 
da sie die feste Beschuppung des zweiten Tastergliedes und eine violettlich 
braune Grundfarbe der Vorderflügel mit ihr gemein hat; durch die Dicke der 
Fühler und durch die Kürze und den ziemlich gerade abgeschnittenen Hinterrand 
der Vorderflügel weicht sie aber ganz ab. 

Viel kleiner als Gallinella. Rückenschild und Oberkopf dunkelbraun ? 
violett schimmernd; Gesicht blassgelb. Fühler dick, borstenförmig, braun; das 
kleine Wurzelglied auf der abgewendeten Seite mit gelblicher Spitze. Taster 
bleichgelb; das zweite Glied aussen braun mit Ausnahme der Spitze, innen 
etwas dunkler bestäubt; die Bürste nicht lockerschuppig, nach oben kaum ver- 
dünnt, mit Längsfurche; das Endglied % so lang wie das zweite Glied, aussen 
etwas braun bestäubt. — Vorderbeine auswärts schwarzbraun; die Mittel- und 
Hinterbeine heller; alle mit bleichgelben Enden aller Glieder ; die Hinterschienen 
an der Mitte und am Ende, wie ihre Dornen, bleichgelb mit blonden Rücken- 
haaren. — Hinterleib bräunlichgrau, am Bauch mit bleichgelber, am Afterbusch 
knotenförmig erweiterter Mittelstrieme. 

Vorderflügel 3'" lang, länglich, nach hinten kaum erweitert, mit fast 
gerade abgeschnittenen, wenig schräg zurückgehendem Hinterrand, dunkelbraun 
mit violettem Schimmer, am Innenrand bis zur Falte ein . wenig lichter braun. 



Üoitr.i^'t' /.ur Kt<iniliiinH «Um- um <1;iiium i. hiiih« Immi N.h lill.iltn 



In der Falte liegt vor der Haltte ein wenig auffallender, ländlicher, 
>i hwarzer Punkt, an beiden Enden mit einigen weisslichen Sehuppen bezeichnet. 
W6Ü6I zeigt die ganze Fläche keine Zeichnung. Am Hinterrand zieht eine his 
auf den Vorderrand fortgesetzte Reihe schwarzer, nicht weiss bezeichneter Punkte. 
Franzen heller als die Grundfarbe, auch violett schimmernd. 

Hintertlügel breiter als die Vordertlügel, dicht unter der Spitze mit einem 
kleinen Kindruck des Hinterrandes, einfarbig grau. 

Unterseite der Vordertlügel einfarbig grau; die Franzen durch eine sehr 
feine, gelbliche Linie von der Flügelfläche gesondert; die Hintertlügel heller. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein gut erhaltenes cj 1 im Cambridger Museum. 

Qelechia Olymjtiadella n. sp. Fig. 15. 

Thorace f'usco, capite exalbido, palpis praeter apiccvi albis; alis ant. 
mgrieatUOmSf maculis tribus costcUibus (prima transversa), una dorsali ciliis- 
fue tdbis; post. düute cinereis. Q. 

In der Lage der weissen Flecke der Vordertlügel stimmt sie mit der 
europäischen, etwas kleinern TesseUa H. (quadreUa F. Scopolella Tr.); sie unter- 
scheidet sich aber schon durch die nur schwärzliche Grundfarbe dieser Flügel, 
dann durch die schwarze Spitze der Taster, die schwarzbraune (nicht weissgelb- 
liche) Farbe des Rückenschildes und die hellgrauen Hinterflügel ohne einge- 
drückten Hinterrand unterhalb der Spitze. 

Rückenschild ganz schwarzbraun. Kopf weissgelb. Taster reiner weiss; 
zweites Glied sehr zusammengedrückt mit lockerer, tief ausgefurchter Bürste, 
gegen die Spitze verjüngt; Endglied über halb so lang, gekrümmt, schwarz mit 
weisser Wurzel und heller, feiner Spitze. Maxillartaster und Beschuppung des 
Saugrüssels weisslich. Ocellen deutlich. Fühler des schwach gekerbt, gegen 
die Spitze etwas sägezähnig, ganz braun. Vorderschenkel aussen braun ; Vorder- 
und Mittelschienen und Füsse braun, weiss punktirt; Hinterbeine bleich ocher- 
gelblich, die Schienen reichlich und lang behaart, auf der Aussenseite an der 
Kitte und vor der Spitze mit einem bräunlichen Wisch, die Füsse bräunlich 
mit weisslichen Enden der Glieder und solcher Wurzel des ersten Gliedes. 
Hinterleib grau mit weissgelblichem, ungeflecktem Bauch; Afterbusch bleich- 
ochergelb; Q Analsegment zugespitzt mit langem Legestachel. 

Vorderflügel S—o l / 4 '" lang, nach hinten nicht erweitert, schwärzlichbraun 
mit vier weissen Flecken. Der erste Costalfleck, nicht weit von der Basis, schräg 
nach aussen gelegt, etwas eckig, mit der Spitze über die Falte reichend; der 
zweite an der Mitte des Vorderrandes ist der kleinste und ziemlich gerundet; 
der dritte, vor der Flügelspitze, ist grösser, aber auch einwärts abgerundet. 
Ihm gegenüber liegt ein grosser, mehr gerundeter Fleck im Innenwinkel und 
sich am Hinterrande etwas heraufziehend. Vor dem zweiten Costalfleck zeigt sich in 
der Mitte der Falte ein schwarzes Längsstrichelchen, hinten mit ein paar weiss- 
lichen Schuppen begrenzt. Auf der Querader, hinter dem zweiten Costalfleck, 
ist auch ein schwarzer, undeutlicher Punkt. Längs des Hinterrandes zieht von 

33* 



260 



P. C. Zeller, 



der Flügelspitze aus eine Reihe schwarzer Punkte mehr oder weniger weit gegen 
den Innenrand herab. Hinterrandfranzen weisslich, Costalfranzen schwärzlich. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, ohne Eindruck des Hinterrandes 
unterhalb der Spitze, hellgrau, beim Q etwas dunkler. Unterseite der Vorder- 
flügel dunkelgrau; der zweite und dritte Costalfleck sind in der Färbung der 
weisslichen Franzen schwach angedeutet, die Hinterrandpunkte sehr verloschen. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein ziemlich gut erhaltenes Paar in meiner 
Sammlung; nach Hagen's Angabe befinden sich mehrere im Cambridger Museum. 

Anmerkung 1. GüvicomeUa Clem. p. 219 scheint in einiger Verwandt- 
schaft mit Olympiadella zu stehen. Aber schon die Färbung des Kopfes und 
der Vorderflügelflecke unterscheidet sie. 

Anmerkung 2. Für Gel. tessella Hbn. ist die Diagnose etwa so zu 
stellen: Thorace et capite exalbidis, palpis albis, articulo terminali nigro- 
bipunctato ; alis ant. nigerrimis, macidis tribus costae (prima transversa), una 
dorsi ciliisque albis; post. obscure cinereis. Q. 

Gelechia quinella n. sp. Fig. 14. 

Thorace nigro, capite pdlpisque praeter horum apicem exalbidis, alis 
ant. nigris, striga costae abbreviata binisque macularum paribus oppositis albis, 
ciliis nigris. Q. 

Sehr ausgezeichnet durch fünf weisse Flecke auf dem schwarzen Grunde 
der Vorderflügel; von ihnen bildet der erste einen schrägen, bis zur Falte 
reichenden Querstreif, und der untere des Mittelpaares ist eckig und bleibt vom 
Innenrand getrennt. 

Kleiner und breitflügliger als Olympiadella, Rückenschild schwarz. Kopf 
weissgelb; Taster reiner weiss; das zweite Glied sehr zusammengedrückt, mit 
lockerer, kaum gefurchter Bürste; das Endglied mehr als halb so lang, spitz, 
am Enddrittel schwärzlich. Maxillartaster sehr deutlich, spitz und weisslich wie 
die Beschuppung des Säugrüssels. Ocellen deutlich. Vorderbeine an den Schenkeln 
aussen braun, an den Schienen schwarz und am Ende gelblichweiss ; alle Füsse 
schwarz mit bleichgelben Spitzen der Fussglieder; die Hinterschienen auswärts 
braun mit zwei bleich gelben Flecken und solchen Dornen. Hinterleib braungrau, 
am Bauch bleichgelb; das ganze Analsegment kegelförmig, grau mit hervor- 
stehendem Legestachel. 

Vorderflügel 3'" lang, etwas breit, nach hinten nicht erweitert ; mit abge- 
rundeter Spitze, einfarbig schwarz mit weisser- Zeichnung. Am Vorderrand ist 
nicht weit von der Basis ein schmaler Querstreif, der schräg nach aussen liegt 
und bis zur Falte reicht. An der Mitte des Vorderrandes hängt ein kleiner Fleck, 
und senkrecht unter ihm ist ein grösserer, fast viereckiger, der nicht den Innen- 
rand berührt. Am Anfang der Costalfranzen trägt der Vorderrand einen kleinen 
Fleck, und etwas weiter nach hinten liegt über dem Innenwinkel am Hinterrand 
ein eben so grosser. Franzen schwarz, am Innenwinkel etwas weisslich. 



Mftfigt "Ii Kenntnis di>i I.iiim'i i, .hiim lim N.u hl l.tlli'i 261 

Bintvrifigel Kaum breiter als die Vorderflügel, mit etwa itnmpfei 
spitze: der Binterrand unterhalb derselben last ohne Eindruck; Grnndfarfr 
ghuchmüssig grau. 

Unterseite der Vorderfliigol dunkolgrau; mir die awei letiten Costalflecke 
scheinen sehr klein und verloschen durch. 

Vaterland: Texas (Beitrage). Ein V, besser als g< wohnlich erhalten, am 
19. August gefangen, in meiner Sammlung. 

Gelechia aZbüorella n. Bp. Fig. 16. 

Thoraee praeter scäpukts, capite palpisgue i>nt<icr apieem exalbidiß, 
tuUennis nigris; alis nigris, strigis tribiis albis (prioribus 2 obliqnis abbreviatis, 
tertia angulata), cüiis nigris. Q. 

Mit VidueUa F. und LuctueUa H. (SauterieUa Z.) zu vergleichen, aber 
kleiner, der Thorax von der Farbe des Kopfes, nur mit schwarzen Schulterdecken, 
die Fühler ganz schwarz, die zweite Querlinie der Vordcrflügel so dünn wie die 
erste und am Ende knoteuartig erweitert, die dritte wie bei LuctueUa gestellt, 
aber in der Mitte in einen spitzen Winkel gebrochen. 

Rückenschild weissgelb, zu beiden Seiten (nämlich auf den Schulterdecken) 
schwarz, so dass das Weissgelbe eine breite, parallelrandige Strieme bildet. 
Kopf weissgelb mit schmalem, schwarzem oberen Augenrand. Taster länger als 
bei den zwei vorigen Arten, gelblichweiss; das zweite Glied stark zusammen- 
gedrückt mit lockerer, deutlich gefurchter Bürste; Endglied von % Länge des 
zweiten Gliedes, stark abgesetzt, fein, am Enddrittel schwärzlich. Fühler ein- 
farbig schwarz, ganz ungeringelt. Vorderbeine auswärts schwarz, die Mittel- 
schienen auswärts schwarz mit zwei weisslichen Flecken; die Hinterschienen 
schwärzlich, an der Wurzel und am Ende weisslich, in der Mitte mit weissem 
Bande; alle Füsse auswärts braun, am Ende weisslich. — Hinterleib gelbgrau, 
an den Hinterrändern hell, am Bauch weisslich; Analglied zugespitzt, am Ende 
gelblich mit hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel fast 3'" lang, ziemlich schmal ohne Erweiterung, schwarz, 
mit drei weissen, vom Vorderrand ausgehenden Querlinien. Die erste, nicht weit 
von der Wurzel, sehr schräg nach aussen gelegt, dünn, etwas über die Falte 
wegreichend. Die zweite, ihr parallellaufend, entspringt vor der Mitte und er- 
weitert sich an der Falte in einen starken Knoten, der nach hinten zugespitzt 
ist. Die dritte, weiter von der zweiten als von der Flügelspitze entfernt, diver- 
girt oben gegen den Hinterrand, ist am Vorderrand in einen Fleck erweitert, 
bildet in der Mitte einen Winkel, dessen scharfe Spitze gegen den Hinterrand 
gekehrt ist, und endigt im Innenwinkel. Die Franzen scheinen, nach den wenigen, 
an der Spitze noch übrigen, zu schliessen, schwarz gewesen zu sein. 

Hinterflügel so breit wie die Vorderflügel, unterhalb der scharfen Spitze 
deutlich eingedrückt, einfarbig grau. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau mit ganz verloschen durchschei- 
nenden Zeichnungen; die Hinterflügel heller grau, gegen die Wurzel noch lichter, 
in der Spitze mit verloschenem, weisslichem Fleck. 



262 



P. C. Zell er. 



Vaterland: Texas (Beifrage). Ein 9, dessen Zettel mit der Angabe der 
Flugzeit beim Spannen verloren ging, in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Herrich-Schäffer's Luctiferella (neue Beiträge Fig. 46) 
muss zufolge der Abbildung eine von Viduella und Luctuella verschiedene Art 
sein. Die erste Querlinie, die bei beiden nur bis zur Falte reicht, geht hier bis 
zum Innenrande selbst und bildet auf der Falte einen scharfen Winkel. Dass 
die Fortsetzung bis zum Innenrande keine Erdichtung sein kann, scheint daraus 
hervorzugehen , dass an der Flügelbasis ein gleichfalls bei den beiden andern 
Arten fehlender weisser Punkt liegt. An der Mitte des Vorderrandes ist, viel 
weiter von diesem getrennt als bei Luctuella, nur ein sehr kleiner Punkt (bei 
Viduella liegt der Fleck auf dem Costalrande selbst); die Franzen sind weiss 
gefärbt, während sie bei Luctuella schwarz sind. 

Gelechia (? Bryotropha) operculella n. sp. Fig. 17. 

t Capite palpisque exalbidis , horum articulo terminali nigro-bimaculato, 
alis ant. pallide ocliraceo-griseis, cinereo-subnebulosis, punctis tribus disci strio- 
laque plicae mediae fuscis (Q higris, albido-cinctis) ; segmento q 1 anali pallide 
ochraceo , superne operculo magno, ovato, patelliformi obtecto, penicillo pilorum 
utrimque eminente. 

Das Männchen ist an dem oben mit einer grossen ovalen Scheibe be- 
deckten Analgliede, neben welchem zwei gekrümmte Haarbüsche hervorstehen, 
leicht zu erkennen. Das etwas hellere Weibchen — wenn es wirklich das Weibchen 
dazu ist — hat etwas breitere Vorderflügel und den Queraderpunkt und den vor 
ihm liegenden Punkt in dunklerer Farbe und auf der dem Innenrande zuge- 
kehrten Seite auffallender hell umzogen. 

Grösse der kleinsten Terella oder der grössten Senectella. Kopf weiss- 
lich, mit ein wenig Ochergelb gemischt, heller als das Rückenschild. Ocellen 
erkenne ich nicht. Fühler grau, nach unten heller, mit abgesetzten Gliedern, 
daher fast verloschen geringelt. Taster weisslich; zweites Glied zusammenge- 
drückt, mit deutlicher Rinne der Bürste, aussen grau augeflogen ausser am Ende; 
drittes Glied mehr als halb so lang wie das zweite, plriemenförmig, feingespitzt, 
auswärts an der Wurzel und hinter der Mitte mit einem braunen Fleck. — Die 
vier Vorderbeine hellgrau, aussen braun bestäubt, an den Füssen braun mit 
weisslichen Enden der Glieder; die Hinterbeine bleich gelblich, an den Schienen 
mit wenigen hellblonden Haaren, an den Fussgliedern mit hellbräunlicher Wurzel. 
— Hinterleib gelblich staubgrau mit grauweisslichem Bauch. Afterglied des <j" ♦ 
so lang wie l / 3 des Hinterleibs, hell ochergelb; zwei länglichrunde, etwas aus- 
gehöhlte Scheiben liegen mit ihren Höhlungen aufeinander; die untere ragt 
überall etwas unter der oberen hervor und ist auf ihrem (unterseitigen) Rücken 
reichlich mit ziemlich locker liegenden Haaren bekleidet, während sie auf der 
oberen angedrückt sind und nur etwas über die Ränder wegreichen; an beiden 
Seiten des Ursprungs der oberen Scheibe steht ein fast bis zu ihrem Ende 
reichender, auswärts gekrümmter Haarbusch hervor. Beim Q hat das Analglied 



HoitrAgo aur Konntniss tlor nonlmiiPrnmiiKrlini Nachtfalter. 



die gewöhnliche Länge and isl abgestutzt kegelförmig mit etwas hervorstehendem 
LegestacheL 

Tocdeiflügel 2'/ 4 — , / 2 " < l ai, £» beim <j' schmäler als beim V , hellgrau, 
gelblichgrau bestäubt, besonders am Innenrand j im Mittelraum reiner ochergelb. 
In der Mitte der Falte liegt ein schwärzlicher Längsstrich, der an beiden Enden 
weisslich ßtrichförmig eingefasst ist. Ueber ihm liegen zwei kleine, schwärzliche 
Tunkte, der untere weiter nach hinten als der obere. Auf der Querader ist ein 
grosserer Punkt, der fast ringsum sehr hellgrau eingefasst ist. Am Hinterrande 
zieht sich eine Reihe verloschener, schwärzlicher, ungleich grosser Punkte hin. 
Kränzen hellgrau, einwärts dunkelbestäubt, besonders um die Flügelspitze. 

HinterHügel kaum so breit wie die Vorderflügel, mit feiner Spitze und 
unter demselben eingebogenem Hinterrande, hellgrau. Franzen länger als die 
Flügelbreite, mit gelblichem Schimmer an der Wurzel. — Ganze Unterseite 
einfarbig grau. 

Bei dem fraglichen Q ist der ganze Rücken so gefärbt wie der Kopf, 
der Hinterleib wie angegeben. Die breitern Vorderfiügel sind am Vorderrand 
am hellsten, sonst ziemlich gleichförmig grau bestäubt, ohne die ochergelbliche 
Färbung im Mittelfelde und ohne den gelblichen Ton des Ganzen. In der Falte 
liegt ein schwarzer Punkt auf einer weisslichen Längslinie. Schräg hinter und 
über dem Punkt ist nicht ein Doppelpunkt, sondern ein einfacher, starker, tief- 
schwarzer, ringsum hell und auffallend eingefasster Punkt; der Queraderpunkt 
ist kleiner, aber ebenso sclrwarz und oben auswärts eben so hell eingefasst. 
Da die Franzen fast ganz abgeflogen sind, so lässt sich über die Hinterrand- 
zeichnung nichts sagen. — Die Hinterflügel sind merklich breiter als die 
Vorderflügel und weniger fein gespitzt. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Drei im Cambridger Museum; ein 
von Beifrage am 12. August gefangenes in meiner Sammlung, worin auch 
die zwei fraglichen, am 1. und 26. August gefangenen Q. 

Anmerkung. Eine kleinere, ähnlich gefärbte Art, ist gleichfalls im 
männlichen Geschlecht am Genitalienbau sehr leicht zu erkennen: 

Gel. glochinella n. sp. (Fig. 18.) capite palpisque exdlbidis, horum arti- 
culo terminali nigro-bimaculato , antennis albido fuscoque annulatis; cUis ant. 
ochraeeo-griseis, cinereo — marmoratis; abdominis segmento andli stüis duobus 
lateralibus clavatis armato. — In der Färbung der Körpertheile stimmt sie mit 
Operculella; nur ist sie am Kopf und Thorax etwas mehr grau. Fühler deutlich 
hell und dunkel geringelt. Die Vorderflügel ochergelblich grau, überall grau 
bestäubt, so dass nur undeutliche Fleckchen entstehen, unter welchen keiner 
der gewöhnlichen Discalpunkte oder ein Faltenstrich hervortritt. Die grauen 
Franzen sind auch auf der Wurzel dunkler bestäubi als bei Operculella. 
Hinterflügel ein wenig breiter als die Vorderflügel, spitz, unter der Spitze mit 
schwach eingebogenem Hinterrand. Hinterleib bräunlichgrau, am Bauch sehr 
hell bleichgelb. Das weibliche Analglied gelblich, länglich kegelförmig mit her- 
vorstehendem Legestachel. Beim ist es kaum so lang wie die zwei vorletzten 
Segmente zusammengenommen; der untere Theil ist bleich ochergelb behaart, 



264 



P. C. Zell 



einen halben Cylinder bildend, auf dessen Mitte oben ein dünner, spitzer, grauer, 
hellgelbspitziger Kegel (statt des obern Deckels der Operculella) horizontal 
liegt; zu jeder Seite ragt über ihn ein dünner, Sförraig gebogener Griffel hin- 
weg, dessen gelbliches Ende verdickt und dann zugespitzt ist und sich haken- 
förmig seitwärts und einwärts biegt. 

Vaterland: Texas (Belfrage) v . Ein gutes, sicher zusammengehöriges Paar 
(cT am 18. Septbr., 9 am 16- Juli gefangen) in meiner Sammlung. 

Gelechia (? Lita) temariella. n. sp. Fig. 19. 

Thorace flavido, antice infuscato, capite flavido, antennis totis palpisque 
exterius fuscis; alis ant. angustis, nigris, litura basi propinqua. macula trans- 
versa utrimque libera disci medii strigaque postica angulata albis. 9- 

Eine der an Caryophyllaceen lebenden Arten, mit ähnlicher Lage der 
Vorderflügelzeichnungen, doch beträchtlich grösser, mit weniger rein weissen 
Flecken, ohne röthliche Färbung der Schulterdecken, mit schlankeren Tastern, 
welche nur eine bleichgelbe Rückenlinie des zweiten und eine solche Spitze des 
dritten Gliedes haben. 

Rückenschild bleich ochergelb, welche Farbe aber nur in seiner Mitte und 
in der Endhälfte der Schulterdecken rein bleibt, indem sie anderwärts braun 
verstäubt ist. Kopf bleich ochergelb. Fühler schwarzbraun mit hellgelber Spitze 
des Basalgliedes. Taster fast so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, 
aufgekrümmt, ziemlich schlank, braun; das zweite Glied mit bleich ochergelber 
Rückenlinie; das dritte Glied über halb so lang wie das zweite, an der Wurzel 
auf dem Rücken hellgelb. Die vier vordem Beine aussen braun, die Mittelschienen 
heller, die Enden der Glieder bleichgelb; die Hinterschienen bleichgelb, aus- 
wärts mit zwei breiten, bräunlichen Bäudern und solchen Dornen, auf dem 
Rücken mit wenigen (vielleicht zum Theil abgeriebenen) blonden Haaren; die 
Hinterfüsse dunkelbraun, an den Enden der Glieder bleichgelb. — Hinterleib bräun- 
lich grau, am bleichgelben Bauch auf beiden Seiten mit je einem breiten, braunen 
Längsstreifen; das Analsegment länglich kegelförmig, am Enddrittel bleichgelb, 
mit wenig hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel S 1 /^" lang, schmal, nach hinten sanft und schwach erweitert, 
schwarz. Nicht weit von der Basis, vom Vorderrande getrennt, liegt ein schräger, 
gelblichweisser Fleck, der in der Falte, wo er am reinsten weiss ist, aufhört. 
Etwas vor der Mitte ist ein grösserer, fast viereckiger solcher Querfleck, der 
bis zur Falte reicht und fast gleich weit vom Vordem wie vom Innenrand ent- 
fernt bleibt. Der Raum zwischen beiden Flecken ist fleckartig tiefschwarz, und 
hinter dem zweiten zeigt sich noch eine ebenso verdunkelte Stelle. Weiter vom 
zweiten Fleck entfernt als dieser vom ersten folgt die ziemlich breite, gelblich- 
weisse Querlinie, die senkrecht auf dem Innenwinkel steht und in der Mitte 
einen mit der Spitze nach hinten gerichteten Winkel bildet. Franzen dunkel- 
braungrau, auf der Wurzel schwarz beschuppt. 



Beiträge sur KtanfoiM dw nordMnerl oaalfcbtn NachtfWlt* 



265 



Hinterllflgel breiter ;\h die V.h dei -Hügel, spitz, mit mit «1 hall» der Spitze 
ziemlich merklich eingedrücktem Hinterrande, grau. Fransen an der Wurzel mit 
feiner, bleichgelber Linie. 

Unterseite «ler Vorderilügel graubraun. ;m der Stelle der (^nerlinie mit 
verloschenem, b|a88gelblichem Costalfleckchen. Hinterflüge] hellgrau, am Vorder 
raml striemenartig dunkler grobschuppig. 

Vaterland: Texas (Boll) Kin gutes V im Cambridger Museum. 

GelcrliHi (LHu Hum.) /if it ros< IIa n. sj>. 

Alis (uif. ruf'escenti-ochreis, )>I<hj<i utoximu tost «Ii uif/r«, i uterina obliqui 
atro-terminatu, ext er ins in (Usch ultra rcn«ni I rn usrersum coutinuatü, m«rni ne 
jiostico nigro-piutctato. q\ 

Sie sieht der Gel. costell« HS. Fig. 625 so ähnlich . dass man sie für 
eine Varietät davon halten möchte, wenn sie nicht entschieden längere Taster 
hätte. Costella hat auf den Vorderflügeln einen sehr grossen, schwarzen Costal- 
fleck, der weit vor der Mitte anfängt und mit scharfer, tiefschwarzer, schräger 
Begrenzung bis zur Falte herabreicht, dann sich nach hinten allmählich verengert 
und lichtet und zugespitzt auf dem Vorderrande am Anfange des letzten Drittels 
endigt. Bei Lituroseüa ist dieser Fleck an seinem Anfange ganz ebenso; aber 
nach hinten lässt sich keine eigentliche Zuspitzung erkennen, und unter der 
Stelle des Vorderrandes, wo er bei Costella endigt, zeigt sich ein längs wisch- 
artiger, sich als Fortsetzung anschliessender Fleck, welcher etwa i / i der Flügel- 
breite einnimmt und da endigt, wo der Winkel einer (nicht vorhandenen helleren) 
hinteren Querlinie sein würde. (Diese Querlinie sehe ich übrigens unter den 
sieben CWe7/rt-Exemplaren meiner Sammlung nur bei einem angedeutet.) Bei 
Costella umziehen den Hinterrand und die Vorderrandspitze helle Fleckchen, 
die durch dunkle, hie und da verstärkte Bestäubung abgegrenzt werden (Stainton's 
hinder margin and apex of the costa alternately fuscous and reddish-ochreous). 
Bei Liturosella umzieht diese Ränder eine Reihe recht scharfer, schwarzer 
Punkte, von denen der in der Flügelspitze einwärts eine helle, fleckartige Be- 
grenzung hat, während ihre viel schmäleren Zwischenräume nicht die helle 
Grundfarbe haben, sondern, so wie die dahinter folgende Franzenhälfte schwärz- 
lich bestäubt sind. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein schön erhaltenes im Cambridger Museum. 

Gelechia (Teleia) sequax Haw. 

Stainton: Nat. History of the Tineina X, p. 170, t. 12, f. 3. — Var. 
b capite griseo, non albido. 

Meine gut erhaltenen americanischen Exemplare (2 cf 1 9) stimmen so 
genau mit den europäischen überein, dass sie sich nur als unbedeutende Varietät, 
deren Merkmal die graue Kopfbeschuppung, vielleicht nicht einmal standhaft, ist, 
ansehen lassen. 

Sie sind etwas kleiner als meine in Graubünden gefangenen Exemplare, 
doch nicht kleiner als andere bei Wien gesammelte. Der Kopf hat ziemlich 

Z. B. Ges. B. XXIII. Al)h. 34 



266 



P. C. Zeller. 



dunkel staubgraue Beschuppung, statt dass er bei unserer Sequax weisslich 
(nach Stainton's Angabe gelblichweiss) und zuweilen in der Mitte grau ange- 
laufen ist. Auch die Taster sind etwas grau statt weiss, und der Ring hinter 
der Mitte des Endgliedes ist vollständig, während er bei unseren Exemplaren 
auf dem Rücken offen bleibt. Auf den Vorderflügeln ist die Mittelpartie (vor 
dem Queraderstrich) dunkler und mit mehr röthlichem Braun gemischt. Die 
schwarze Längslinie vor der Flügelspitze ist bei einem frei und sehr scharf, 
bei dem anderen und dem 9 m ^ der umgebenden rothbraunen Farbe zu einem 
dicken Längsstrich zusammengeflossen, während sie bei den europäischen Exem- 
plaren gewöhnlich wie bei jenen auf etwas hellerem Grunde frei schwebt. 
Andere Verschiedenheiten, noch viel weniger eine als specifisch zu deutende, 
kann ich nicht entdecken. 

Vaterland: wahrscheinlich Massachusetts; meine Exemplare erhielt ich von 
Dr. Packard. 

Anmerkung. Dass dies keine aus Europa eingewanderte Art ist, scheint 
mir gewiss. Selbst wenn ihre Futterflanze zufällig oder absichtlich hinüber- 
gebracht sein sollte, ist die Einführung der Motte kaum denkbar, viel weniger 
ihre so starke Verbreitung, dass sie nun im Freien, wahrscheinlich gar nicht 
selten, leben sollte. 

Gelechia (Teleia?) gilviscopella n. sp. 

Capillis albis, pälporum articulo terminäli nigro-bicincto, antennis cras- 
siusculis, fuscis, obsolete annulatis; fasciculo püorum gilvorum ex basi alarum 
posteriorem nato ; alis ant. dlbidis, fuscescenti-nebulosis obscuriusque maculatis, 
linea plicae nigra; posteriorem albidis. ■ 

Wie bei der folgenden Art kommt bei ihr neben der Wurzel der Hinter- 
flügel ein aus blass ochergelben Haaren gebildeter Pinsel vermittelst eines Stieles 
hervor und ragt schräg über den Anfang des Hinterleibes hin. 

Rückenschild und Kopf weiss. Taster mässig lang und schwach aufge- 
bogen; das zweite Glied cylindrisch, zusammengedrückt, aussen schwärzlich, 
am Ende breit weiss, innen weiss, vor der Spitze unterwärts mit schwärzlichem 
Fleck; das Endglied halb so lang wie das zweite Glied, dünn mit zwei breiten, 
schwarzen Ringen. Ocellen auch nach Abschuppung des Kopfes nicht zu ent-* 
decken. Fühler ziemlich dick, am Endviertel merklich verdünnt, mit zusammen- 
gedrängten Gliedern, graubräunlich, hell geringelt. Die vier vorderen Beine 
auswärts weissgrau mit weissen Spitzen der Glieder; Hinterschienen ziemlich 
dünn, auswärts weisslich mit weissen Dornen und langen, fast weisslichen 
Haaren auf dem Rücken; das erste Fussglied weisslich, die anderen an der 
Wurzelhälfte auswärts grau. — Hinterleib dünn, bleichgelblich, nach hinten 
grau, am Bauche weiss. 

Vorderflügel 3"' lang, schmal, im Grunde weiss, welche Farbe aber, ausser 
unterhalb der Falte, durch braungraue Bestäubung, worin mehrere Fleckchen 
liegen, verdeckt ist; solcher Fleckchen lassen sich auf dem Vorderrand drei 
annehmen: nahe der Wurzel, vor und hinter der Mitte. In der Falte zieht fast 



ItoitnU"' - ii r Ki-rmtniM- ( lor n.»r.l.i ih.mi. i n im. Ii..h NfftOhtffclttt, 



aus der Wurzel bis nahe aus Ende »'ine brenne Linie, bei dem einen ESxemplAJ 
mit einteilten Verdickungen, bei dem anderen hinter der Hälfte unterbrochen 
und vor der Unterbrechung stark verdunkelt; «las Stück hinter der Unterbrechung 
bildet einen kurzen, dicken, verdunkelten Längsstrich. Im Innenwinkel liegt ein 
dunkles Fleckchen dem dritten Costallleckchen gegenüber. An den Kränzen des 
Yorderrandes und der oberen Hälfte des Hinterrandes zieht eine Reihe 'läng 
lieber, schwarzer Punkte auf weissliehem Grunde. Kränzen sehr licht grau, gegen 
den Innenwinkel bei dem einen Exemplar gelblich schimmernd. 

HinterHügel schmäler als die Vorderflügel , mit hervorstehender Spitze, 
weisslichgrau. Kränzen fast doppelt so lang wie die Breite der Flügel. 

Unterseite der Vorderflügel grau; der HinterHügel weiss. Nach Abreibung 
der Schuppen zeigt sich die Mittelzelle durch eine feine Ader geschlossen. 

Vaterland: Texas (Boll). Zwei ci 1 im Cambridger Museum (ein drittes, 
zerbrochenes benutzte ich zur Untersuchung des Kopfes und der Flügeladern). 

Gelechia (Teleiq?) dorsivittella n. sp. Taf. III. Fig. 20. 

Thorace et capite albidis, antennis crassiiisculis , fuscis, sübannulatis ; 
fasciculo püorwn güvorum ex basi alarum posteriorem nato; dlis ant. sub- 
fhngatis, )iiari*, vitta dorsali acuminata, albida, interius bis atro-emarginata ; 
mosterxoribus albidis. 

Vor der vorigen durch die Vorderflügelzeichnung ausgezeichnet, vor der 
folgenden sehr ähnlichen schon durch das Vorhandensein des gelblichen Haar- 
busches an der Hinterflügelwurzel. 

Rückenschild und Kopf weiss, doch letzterer etwas grau überlaufen; so 
auch die Schulterdecken. Fühler dick, borstenförmig, schwarzbraun, wegen der 
deutlich getrennten Glieder gleichsam dunkler geringelt. (Taster fehlen.) Die 
vier vorderen Beine auswärts schwarz mit weissen Enden der Glieder; an den 
Hinterbeinen die Schenkel weisslich mit dunkelgrauen Flecken, die Schienen 
ziemlich dünn, auswärts weisslich mit dunkelgrauem Längswisch vor der Mitte 
und grau vor der Spitze, auf dem Rücken mit langen, hellblonden Haaren, die 
Dornen schwärzlich mit weisslicher Spitze; die Fussglieder auswärts schwärzlich 
mit weisser Spitze, die zwei letzten ganz weiss. (Hinterleib fehlt.) 

Vorderflügel 2 1 l 2 '" lang, schmal, nicht erweitert, schwarz, in dem Räume 
zwischen Falte und Innenrand weiss; dieser Raum bildet eine zugespitzte und 
sehr wenig mit äusserst feinen schwarzen Stäubchen bestreute Dorsalstrieme, 
deren gerader, schwarzer Innenrand bei % durch ein tiefschwarzes, in sie eckig 
hineinragendes Fleckchen und auf der Mitte durch einen gleichfalls etwas hinein- 
ragenden, tiefschwarzen Faltenstrich unterbrochen wird; über ihrem Ende liegt 
vor dem Innenwinkel auf gelichtetem, schwärzlichem Grunde ein tiefschwarzes 
Querfleckchen. Der schwarze Grund ist hier und da schwarzfleckig und auf der 
Vorderrandhälfte mit einem Fleck und dann mit einer noch grösseren solchen 
Stelle vor dem weisslichen Costaldreieck bezeichnet, welches nebst einem weiss- 
lichen dreieckigen Fleck im Innenwinkel den Anfang und das Ende der (nicht 
vorhandenen) hinteren Querlinie andeutet; zwischen beiden zeigt sich ein tief- 

34* 



268 



P. C. Zeller. 



schwarzes Längsstrichelchen. Am Hinterrand liegen auf hellem Grunde drei 
schwarze, längliche Punkte. Franzen gelblichweiss, nur ganz an der Flügelspitze 
dunkelgrau. 

Hinterflügel viel schmäler als die Vorderflügel, mit stark verlängerter 
Spitze, auf beiden Seiten seidenglänzend grauweisslich mit helleren, etwas gelb- 
lich schimmernden Franzen; dicht neben der Flügelwurzel kommt ein bleich 
ochergelber Haarbusch wie bei Gilviscopella. 

Unterseite der Vorderflügel grau, vor der Spitze mit einem weisslichen 
Costalwisch und ein paar weisslichen verloschenen Punkten in den Costalfranzen. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein (ohne Taster und Hinterleib) im Cam- 
bridger Museum. 

Gelechia (Teleia?) leuconota n. sp. Taf. III. Fig. 21. 

Capite et thorace albis, scapulis nigris, palpis dlbis, apice nigra; alis 
ant. nigricantibus , vitta dorsali alba, Interim ter emarginata; post. düüte 
einer eis. tf. 

Bei flüchtiger Betrachtung so ähnlich der vorigen, dass ich sie anfangs 
für dieselbe Art hielt. Ausserdem, dass ihr der gelbliche Haarbusch fehlt, sind 
ihre Schulterdecken schwarz; die weisse Dorsalstrieme der Vorderflügel ist länger 
und gegen die Spitze nicht verengt, und ihr Innenrand anders ausgeschnitten;' 
auch ist das Schwarze heller, ohne dunkle Costalflecke, und die Franzen sind 
um die ganze Spitze herum dunkelgrau. 

Etwas kleiner als Dorsivittella. Rückenschild und Kopf reinweiss, die 
Schulterdecken tiefschwarz. Fühler (unvollständig) fadenförmig, schwarz, un- 
deutlich geringelt. Taster wenig gebogen, kürzer als das Rückenschild, weiss? 
das zweite Glied glattschuppig, am Basaldrittel verdünnt, an der Wurzelhälfte 
unterwärts schwarz; das Endglied mehr als halb so lang wie das zweite Glied, 
nur an der Spitze schwarz. — Beine weiss. Die vier vorderen auswärts schwarz, 
an den Enden der Glieder weiss; die Hinterschienen auswärts dunkelbraungrau, 
an Anfang, Mitte und Ende weiss, die Dornen und die langen, spärlichen Rücken- 
haare weisslich; die Fussglieder schwarz, an den Enden weiss. — Hinterleib 
dunkelgrau; Bauch schwärzlich, an den Seiten weisslich und in der Mitte mit 
einer Reihe verloschener, weisslicher Flecke. 

Vorderflügel 2 l j i '" lang, schmal, nicht erweitert, schwärzlich, etwas 
schiefergrau schimmernd, nach hinten weisslich bestäubt, von der Wurzel aus 
bis zur Hälfte der weissen Dorsalstrieme in einem dicken Striche schwarz. Die 
Dorsalstrieme fängt an der Flügelbasis sehr schmal an, erweitert sich dann bis 
zur Falte, verengert sich alsdann wieder etwas, worauf sie mit einem abge- 
stumpften Zahn über die Falte hinwegreicht und zuletzt an der Hälfte des 
Hinterrandes aufhört. Am Vorderrand ist kein dunklerer Fleck in der Grund- 
farbe; aber gegen die Fliigelspitze zeigen sich ein paar solche Stellen. Die 
Costalfranzen, so wie die kleinere obere Hälfte der Hinterrandfranzen, sind 
schwärzlich bestäubt ; der Rest der letzteren , so weit er die Dorsalstrieme be- 
gleitet, ist weisslich und unbestäubt. 



Ht»itr/ip< /.ur KtMintiu** «lei n«>r«lHiiit»r i <a n tmli n NiK'htl'ult. i 



269 



Hinterflügel viel schmäler als die Vorderflügel, mit vortretender Spitze, 
etwas dunkler grau als bei DortdvittclUt . An ihrer Wurzel ist keine Spur des 
gelbliches Haarbusehos. 

Unterseite der Vordertlügel grau mit sehr verloschener heller Stelle IIB 
Vorderrand vor der Spitze. Kränzen wie oben. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein im Cambridger Museum 

iivicvhia (P^edUat) basifascieUn n. sp. Tat'. III. Fig. 22. 

Ca/pite atbpj paJpis <tH>is, a/rticulo terminaü nigvo-bifasciato ; alis mit. 
aJbtSf fäscia <>l'li<{,(<i , atra, superius in costa in basvm producta , iuferius 
abrupto, maculis deinde d>(<d)i<* custav atris, macuHa anguli dorsalis nigricante. tf. 

Anscheinend verwandt mit Gel. nigrinoteUa, doch in Farbe und Zeichnung 
noch ähnlicher der Gel. scalella. Das auffallendste Merkmal giebt ihr auf den 
weissliehen Vorderflügeln die tiefschwarze, sehr schräge Binde, welche auf dem 
Vorderrande bis zur Flügelbasis verlängert ist und mit ihrem unteren Ende den 
Innenrand nicht erreicht. Die folgende kleinere Art hat auf den weissgrauen 
Vorderflügeln eine schmälere Binde oder vielmehr Querlinie, welche weniger 
schräg liegt, vollständig ist und keine costale Fortsetzung hat. 

Rückenschild weiss, hinter dem Kragen und an der Wurzel der Schulter- 
decken geschwärzt. Kopf weiss. Fühler schwarz, an der Spitze des Wurzel- 
gliedes mit einem hellen Punkte. Taster weiss ; das zweite Glied zusammenge- 
drückt cylindrisch, gegen die Wurzel verdünnt, auswärts schwarz mit weissem 
Bande vor und an dem Ende, innen weiss mit zwei schwarzen Flecken; das 
Endglied mehr als halb so lang wie das zweite Glied, schwach gebogen mit 
schmalem, schwarzem Ring vor der Mitte und breitem vor der Spitze. — Beine 
schwarz und weissbunt. (Hinterleib fehlt.) 

Vorderflügel 3"' lang, ziemlich schmal, weiss mit sehr spärlicher, feiner, 
schwärzlicher Bestäubung. Nahe der Basis ist ein tiefschwarzes, sehr schräg 
nach aussen gelegtes Band, das sich auf dem Vorderrande bis dicht an die 
Basis verlängert und unterhalb der Falte wie verwischt aufhört, ohne den Innen- 
rand zu erreichen. Vor der Mitte liegt ein kleiner, länglicher, einwärts abge- 
rundeter (also halbeiförmiger) Costalfleck, und über dem schwärzlichen Quer- 
aderstrich ein ebenso grosser, viereckiger, von welchem in einem Bogen hinter 
dem Queraderstrich ein schwärzliches Gewölk bis zu dem schwärzlichen, nebel- 
haften Innenwinkelfleck hinzieht. Dahinter sind am Vorderrand bis zur Spitze 
drei graue Nebelfleckchen, und längs des Hinterrandes ein paar undeutliche 
schwarze Punkte. Die Franzen sind auf der Wurzelhälfte schwärzlich bestäubt, 
doch nicht die des Innenwinkels. 

Hinterflügel fast so breit wie die Vorderflügel, mit stark abgesetzter 
Spitze, weisslichgrau, an den Rändern und auf den Adern dunkel angelaufen. 

Unterseite der Vorderflügel grau mit einem weissliehen Costalfleckchen 
nicht weit vor der Spitze. Hinterflügel längs des Vorderrandes striemenartig 
dunkelgrau beschuppt. 



270 



P. C Zeller. 



Vaterland: Texas (Boll). Ein bis auf den Maugel des Hinterleibes und 
der Hinterbeine schön erhaltenes $ im Cambridger Museum. 

Anmerkung. Ein zerbrochenes cT habe ich zur Abschuppuug benutzt. 
Ocellen nach Entfernung der Schuppen deutlich. Auf den Vorderflügeln gehen 
von der Subcostalader drei einfache Aeste und ein Gabelast in den Vorderrand 
und ein einfacher in den Hinterrand unterhalb der Spitze. Die Medianader hat 
vier Aeste; der erste ist vom zweiten ziemlich weit abgerückt und gerade; der 
zweite, dritte und vierte kommen nicht aus demselben Punkte. Die Mittelzelle 
ist nicht geschlossen. Auf den Hinterflügeln hat die Mittelzelle eine, wenn 
auch feine, doch deutliche Schlussader, aus welcher die etwas gebogene Ader 
fünf zum Hinterrande geht. Die drei Aeste der Medianader sind von einander 
weit getrennt und der letzte (4) so weit von drei wie von fünf. Die Subcostal- 
ader umfasst mit zwei langen Aesten die Plügelspitze. — Das Geschlossensein 
der Hinterflügelzelle stimmt also nicht mit Heinemann's Angabe über Poecilia 
(Tin. S. 281); eben so wenig passen die stark vortretende Hinterflügelspitze, 
die weit getrennten Adern drei und vier und die Länge der Franzen zu seiner 
Gattung Gelechia S. 193. 

Gelechia (Poecilia?) basistrigella n. sp. Taf. IV. Fig. 23. 

Capite albiäo, palpis albis, articulo terminali nigro-biannulato ; alis ant. 
einer eo-albis, striga öbliqua subangulata nigra, maculis duabus costalibus unaque 
dorsali nigricantibus, striola disci medii obliqua punetisqae diwbus venae trans- 
versae nigris. tf. 

Ihr Unterschied von Basifasciella ist bei dieser angegeben. 

Rückenschild und Kopf weissgrau. Fühler schwärzlich und grau ge- 
ringelt, an der Spitze weissgrau; Wurzelglied schwärzlich, an der Spitze weiss- 
lich. Taster länger als das Rückenschild, gekrümmt; das zweite Glied zusammen- 
gedrückt, cylindrisch, auswärts schwärzlich mit zwei bindenartigen schwarzen 
Flecken; das Endglied mehr als halb so lang wie das zweite Glied, mit breitem 
schwarzem Ringe vor der Mitte und schmalem vor der Spitze. — Beine gelblich 
weiss; die vier vorderen auswärts schwärzlich, weisslich gefleckt; die Hinter- 
schienen auf dem Rücken mit langen, nicht sehr reichlichen blonden Haaren, 
auswärts dunkelgrau, an Wurzel, Mitte und Ende mit je einem weisslichen, 
bindenförmigen Fleck; die Dornen schwärzlich mit weisser Spitze; die Fuss- 
glieder auswärts schwärzlich mit weisslichen Enden. (Hinterleib fehlt.) 

Vorderflügel 2 x / 2 " i lang, mässig schmal, nach hinten kaum erweitert, weiss, 
aber durch die feine, reichliche, schwärzliche Bestäubung grauweiss erscheinend 
und nur an einzelnen Stellen reiner weiss. Die Schulter hat ein schwärzliches 
Fleckchen, und an der Wurzel der Falte ist ein deutlicher, schwarzer Punkt. 
Nicht weit von der Basis ist eine schräg nach aussen gelegte, ziemlich starke, 
etwas gezähnte, über der Falte verdickte, vollständige Querlinie, die gegen den 
Vorderrand auswärts von reiner Grundfarbe begrenzt wird. Vor der Mitte ist 
ein neblichter, schwärzlicher Costalfleck, und unter ihm ein kurzer, etwas schräger, 
schwarzer Strich. Hinter der Mitte liegt ein viereckiges, nebeiförmiges, schwärz- 



BtiMf* znr KomitiiinM <lor iioriliiinerifaniHt lien Nu. ht Falter 



liebes Costalfleckchen, welches mit <l« in N'ebelll.vk des Imienwinkela • I u r< )i deB 
schwarzen Doppelpunkt der Querader in Verbindung steht Eiü€ belle hinten 
Querlinie ist nicht vorbanden; doch ist nach einer Lichtung der Kaum bis zur 
Flügelspitze schwarz bestäubt. Der Iiiuterrand zeigt ein paar schwarze Punkte. 
Die Kränzen sind auf der grösseren W'urzelhüli'te sehr fein schwärzlich bestäubt 
und diese Bestäubung ist durch eine ziemlich deutliche Linie nach aussen 
begrenzt. 

Hinterflügel so breit wie die Vorderflügcl, mit stark verlängerter Spitze, 
hellgrau; die hellen Franzen mit feiner, gelblicher Basallinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, in den Costalfranzen mit verwischten 
gelblichen Flecken und mit gelblicher Wurzel der Hinterrandfranzen. Auf den 
Hiuterflügeln scheint die Mittelzelle durch eine Querader geschlossen zu sein. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein gut erhaltenes im Cambridger Museum. 

Getechia (JPöecilia?) fragmentella n. sp. 

Capite (Hinte cinereo, pcUporum articulo terminali albido, bis nigro- 
cineto; alis ant. dilute cinereis, fascia subinterrupta , obliqtia, dorsum non 
attingente , nigra, macula costae ante medium nigricante , striola obliqua disci 
medii nigra, macula costae post medium cum macula anguli interni per stri- 
gnlam nigram venae transversae conjuneta nigricante. Q. 

Viel dunkler als Basistrigella, von ihr verschieden schon durch die Binde, 
welche nicht fern von der Basis herabzieht, und welche, oberwärts fast durch- 
brochen sich in der Falte stark erweitert und den Innenrand nicht erreicht. 

Bückenschild grau, Kopf etwas heller. Fühler braun, verloschen heller 
geringelt. Taster stark gekrümmt; das zweite Glied zusammengedrückt eylin- 
drisch, hellgrau, auswärts an der Wurzel mit einem grossen und vor der Spitze 
mit einem kleinen schwarzen Fleck, innen gegen die Wurzel mit einem dunkel- 
grauen Fleck gezeichnet; das Endglied mehr als halb so lang wie das zweite 
Glied, dünn, weisslich mit zwei breiten schwarzen Ringen. — Die vier vorderen 
Beine sind auswärts schwärzlich mit grauen Enden der Glieder ; die Hinterbeine 
bleichgelblich; die Schenkel auswärts mit grossem, dunkelgrauem Fleck; die 
Schienen mit vier dunkelgrauen Staubflecken, grauen, hellspitzigen Dornen und 
reichlichen blonden Haaren auf der Rückenschneide; die Fussglieder an der 
Wurzel graustaubig. — Hinterleib bräunlichgrau mit bleichen Schuppenbüschchen 
an allen Rändern; Bauch weisslich, an den Seiten graustaubig; Legestachel 
hervorstehend. 

Vorderflügel fast 3'" lang, mässig schmal, hinten kaum erweitert, hellgrau 
mit dunkleren Stellen. Schulter mit schwärzlichem Fleck; an der Wurzel der 
Falte ein deutlicher, schwarzer Punkt. Nicht weit von der Wurzel ist eine 
schräge, winklige, schwarze Binde; sie verengert sich unterhalb des Vorderrandes, 
worauf sie sich, besonders in der Falte, erweitert und unterhalb derselben mit 
einer Spitze endigt. Zwischen ihr uud dem folgenden Costalfleck ist die Grund- 
farbe am hellsten. Der Costalfleck liegt vor der Hälfte und ist länglich und 
schwärzlich ; unter ihm ist ein schräges, schwarzes Strichelchen, und unter 



272 



P. C. Zeller. 



diesem in der Falte ein schwarzes Längsstrichelchen. Hinter der Flügelmitte 
folgt ein zweiter schwärzlicher Costalfleck, von welchem ein schwarzer Strich 
auf der Querader bis zu dem schwärzlichen Schattenfleck des Innenwinkels hin- 
reicht. Eine helle hintere Querlinie, in der Mitte nach aussen gekrümmt, ist 
angedeutet, und hinter ihr ist der Grund bis zur Flügelspitze schwärzlich. Am 
hellen Hinterrand zieht eine Reihe grober, schwarzer Schuppen, und eine solche 
Schuppenreihe zieht auch von der Flügelspitze auf der Franzenhälfte herab, um 
bald zu verschwinden. 

Unterseite der Vorderflügel grau mit wie bei Basistrigella gezeichneten 
Franzen. Ob die Mittelzelle der Hinterflügel geschlossen ist, lässt sich ohne 
Abschuppen nicht erkennen. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein gut erhaltenes Q im Cambridger Museum. 

Anmerkung. Eine kleinere Art, eben daher, ohne Hinterleib, mit dicken, 
kerbig gezähnten Fühlern (also cf 1 ) unterscheidet sich sogleich von Fragmentella 
dadurch, dass die Binde der Vorderflügel bis zum Innenrande reicht, dass der 
schwarze Längsstrich in der Falte fehlt, und dass dafür darunter ein starker, 
schwarzer Punkt liegt. Sie wird am besten benannt und beschrieben , wenn 
mehr Exemplare gesammelt sein werden. 

Gelechia (Ergatis) roseosuffusella Cl. Taf. IV. Fig. 24. 

Palpis albis, nigro-cingulatis , antennis nigro albidoque annulatis; alis 
ant. in parte dorsali laete ochraceis, roseo-mixtis , in parte costali faseiis ab- 
breviatis; maculisque albis nigrisque quaternis alternatis, maeula apicali 
alba, c? Q. 

Gelechia roseosuffusella Clemens ed. Stainton 113. 225. 
Diese schöne Art kommt in der Grösse breitfiügligen Exemplaren der 
europäischen Subericinella gleich , hat aber mehr die Farbe der viel grösseren 
Decurtella, unterscheidet sich jedoch von beiden auf den ersten Anblick durch 
die tiefer schwarzen und breiter reinweissen Costalbinden und den weissen Apical- 
fleck der Vorderflügel, sowie durch die schwarz- und weissbunten Beine. Von 
der folgenden, schmalflügligeren Art, die noch mehr Rosenfarbe, aber weniger 
Ochergelb in die Grundfarbe eingemischt hat, wird sie am leichtesten durch 
die weisse Costalbinde gegen die Wurzel und durch die zwei weissen Flecke in 
und vor der Flügelspitze getrennt, statt deren bei Pudibundella die Grundfarbe 
blass gelichtet ist. 

Clemens beschreibt die Art sehr genau, sieht aber das Schwarz als die 
Grundfarbe der Vorderflügel an, während als solche doch wohl nur die lebhafte 
Ocherfarbe, und das Weiss und Schwarz als Zeichnung anzusehen ist. Die 
Ocherfarbe fängt an der Basis an, nimmt den ganzen Raum zwischen der Falte 
und dem Innenrande ein, zieht sich dann über die Querader bis gegen den schwarzen 
Vorderrandwisch und hinter dem rosenfarbenen Fleck des Innenwinkels mehr 
oder weniger verdunkelt oder auch in Schwarz übergehend bis gegen die Flügel- 
spitze. Vom Vorderrande gehen zwei breite, schwarze Binden schräg bis zur 
Falte herab; die erste spitzt sich zu einem länglichen Dreieck zu; die zweite 



Ht'itriitft« mr Ktwmtnixs . 1 1 < r m >» r <l u im * r i :i ti i -i.- Ii «> n N : i < 1 1 1 T; 1 1 1 < > 



278 



setzt lieh an ihrem unteren Ende nach hinten in eine Spitze fort Der Kaum 
zwischen beiden bildet eine breite, weisse, auch bis zur Falte reichend« Schr&g« 
binde. Hinter der zweiten schwarzen Binde ist ein weisser, grösstenteils grau 
bestäubter Kaum bis zu dem schwarzen Längswisch oder -strich des Vorder- 
randes, der über einen schwarzen, weiss au I gebückten Punkt der Querader liegt 
Auf ihn folgt ein weisser, mit der Spitze einwärts gerichteter Costalfleck, welchem 
das rosige Dreieck des Innenwinkels gegenüber liegt. Die ( ostalfianzen sind 
bis zum weissen Apicaltleck schwarz, und da auch die Fransen hinter ihm 
schwärzlich sind, so wird sein Weiss gewöhnlich dadurch sehr gehoben. Am 
unteren Ende des graubestäubten Costalraumes zeigt sicli am Innenrand noch 
eine rosige Stelle. Die Hinterrandfranzen sind am rosigen Innenwinkel weisslich. 

Diese Art ist sehr verbreitet. Ich habe sie aus Ohio durch Schläger, 
aus Massachusetts, wo Burgess sie bei Beverly den ganzen Juli hindurch fing, 
aus Washingtou durch Low. Boll fing sie in Texas. 

Gelechia (Ergatis) pudibundella n. sp. 

Palpi« aJbis niyro-cingulatis, antennis fuscescentibns ; «Iis mit. cmgustis, 
obscure cinereis, Jutcscenti-mixtis, circa margines roseo-niacidatis, macalis costae 
pueo-nigris quatuor, secunda subfasciata. o 71 9- 

Von derselben Zeichnungsanlage auf den schmäleren Vorderflügeln wie 
Rüseosuff usclla , aber mit dunklerem Grunde, zahlreicheren rosigen Stellen und 
ohne die drei weissen Costalflecke , statt deren kleinere, rosige Fleckchen 
vorhanden sind. Von der in der Anmerkung beschriebenen Molestella unter- 
scheidet sie sich sogleich durch den dieser ganz fehlenden röthlichen oder röth- 
lichgefleckten Innenrand. 

In der Grösse über oder auch, besonders im weiblichen Geschlecht, unter 
Roseosuff'usella. Rückenschild und Kopf grau, bisweilen recht hell und gelblich 
gemischt; die Stirn in der Mitte dunkler als an den Rändern, und das Gesicht 
am hellsten. Fühler bräunlich, kaum verloschen geringelt. Taster stark ge- 
bogen, röthlichweiss ; zweites Glied cylindrisch, zusammengedrückt, an der 
Wurzel verdünnt, mit zwei breiten, schwarzen Bändern; Endglied so lang wie 
das zweite Glied, vor der Mitte und vor der Spitze mit breitem, schwarzem 
Ringe. — Beine auswärts schwarz mit weisslichen Bändern und Spitzen der 
Glieder; an den Hinterbeinen die Schienen wenig behaart, die Fussglieder auf 
der Innenseite sehr dunkel grau mit bleichgelben Enden. — Hinterleib braun- 
grau mit weisslichem Bauch; das kegelförmige Analsegment des 9 mit bleich- 
gelbem Enddrittel und hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel des <j* 2—2 l / 2 t ^ s 9 ^ an g> schmal, beim 9 etwas 
weniger: die Grundfarbe sehr feinstaubig braungrau, am Innenrand mehr oder 
•weniger mit Ocherfarbe gemischt und an allen Rändern mit rosenfarbigen, 
nicht dunkelstaubigen Fleckchen von ungleicher Grösse. Die dunkle Zeichnung 
des Vorderrandes ist fast wie bei Roseosuffusella, nämlich nahe der Wurzel ein 
schiefgelegter, bindenförmiger Querstrich; dann eine schräge, bis zur Falte 

Z. B. Ges. B. XX11I. Abb. 35 



274 



P. C. Zelle 



reichende und hier nach hinten gebogene und stark verdunkelte Binde, welche 
auf beiden Seiten rosig gesäumt ist; hinter der Mitte ein länglicher, gegen die 
Wurzel rosig gesäumter Fleck, auf welchen nach einem breiten rosigen Zwischen- 
raum ein eben solcher Fleck vor der Flügelspitze folgt. Die Zwischenräume 
der drei ersten Flecke sind fein punktirt grau, nur an den Räudern hell und 
rosig. Dem rosenfarbenen Räume zwischen dem dritten und vierten Fleck 
gegenüber liegt im Innenwinkel ein grösserer, rosenfarbener Fleck, und zwischen 
beiden zeigt sich ein schwarzes Längsstrichelchen. Der Hinterrand ist rosen- 
farbig mit schwärzlichen Flecken wechselnd. Auf den hellgrauen Franzen zieht 
eine dunkelgraue Linie durch die Mitte und eine am Ende, beide vor dem Innen- 
winkel verschwindend. 

Hinterflügel so breit wie die Vorderflügel, mit verlängerter Spitze, ein-- 
farbig grau. 

. Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, auf dem Vorderrande in der Mitte 
mit weisslicher Längslinie und weiter nach hinten mit einem solchen Fleckchen, 
hinter welchem die Vorderrandfranzen fleckartig schwarz sind. Hinterflügel längs 
des Vorderrandes striemenartig braungrau mit groben Schuppen. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Zwei $ wurden am 29. Juli gefangen. 
Massachusetts, wo Burgess mehrere Exemplare im Laufe des Juli bei Beverly 
sammelte. 

Anmerkung. Ein ausnahmsweise gut erhaltenes Belfrage'sches Exemplar 
weiblichen Geschlechts nenne ich als verschiedene Art Molestella. Es ist 
etwas grösser und breitflügliger mit dunkler braunen Fühlern und sehr merklich 
längerem Endglied der Taster. Die Grundfarbe der Vorderflügel ist überall, 
also auch längs des Innenrandes, ein violettliches Grau, durch viele schwarze, 
sehr feine Stäubchen verdunkelt. Die Costalflecke liegen wie bei den zwei 
anderen Arten; der vierte ist aber so verloschen, dass er kaum dunkler ist als 
die Grundfarbe. Der zweite, stärkste, gleichfalls nach unten tiefer schwarz, hat 
nach hinten keine Verlängerung, sondern statt dieser zeigt sich hinter ihm im 
Mittelfelde ein frei schwebendes, schwarzes Pünktchen, während unter dem ab- 
geschnittenen Ende des bindenförmigen Flecken auf der entgegengesetzten Seite 
der Falte ein röthlich ochergelbes Fleckchen liegt. Ein helleres, doch kleineres, 
rundes Fleckchen befindet sich am unteren Ende des dritten Costalflecks und 
trennt diesen von einem schwärzlichen, verwischten Fleck des Innenwinkels: 
man könnte sagen, eine schwärzliche Binde reiche verengert vom Vorderrande 
bis zum Innenwinkel und trage in der Hälfte einen grossen, hell röthlichocher- 
gelben Punkt, hinter welchem ein kurzes, tiefschwarzes Längsstrichelchen liegt. 
Der zweite und der dritte Costalfleck werden am Vorderrande durch einen ganz 
verloschenen, röthlichochergelben Punkt auf jeder Seite begrenzt, von welchen 
Punkten der hinter dem dritten Fleck der grösste ist. Die grauen Franzen sind 
vom Hinterrand durch einen auswärts undeutlich begrenzten röthlichgelben Raum 
getrennt, welcher am Hinterrand mit einzelnen schwarzen Schuppen bestreut 
ist; am Innenwinkel ist dieser Raum am ausgedehntesten; etwas Geschecktes 
haben sie gar nicht. 



Hoitriitf«' zur Kt-mitnisM il •« r u>> r>| :i in<>r icn ni si hon Narlitl'alti- 



275 



Da »Um Zottol mit dem Patum heim Spannen verloren j^i'^ran ist, so 
ist mir die Klugzeit dieser Art unbekannt. 

Gelechia (Anacampsis) ngrintonieUa CI. 

J'tdpis /xilli<l( ochraeeis; alurinn anl. -diniidio basal i obscure cinerea, 
apicali nigra, striyu flarida postica, in costa postice producta; subtus costa in 
striata- h>ca macala parra flarida notatu. o" Q- 

Gelechia agrimonieUa Clemens ed. Stainton p. 112. 

(h'lechia aduncella Z. Verl). Zool. bot. Gesellsch. 1868 8. 614 *) 

Clemens entdeckte die Raupe in der Agrimonia eupatoria, deren Blätter 
ne, wie ihre europäischen Verwandten bei den Papüionaceen , zu Knäueln zu 
sanmienspinnt. Die Schmetterlinge erscheinen zu Ende Juni und Anfang Juli. 

Clemens sieht an der Basalhälfte der Vorderflügel des Schmetterlings 
etwas Grünliches (suffused with a greenish hue); dies mag für das lebende oder 
eben getödtete Thier, das dann auch wirklich crimson eyes haben wird, richtig 
sein ; an den getrockneten Thieren sieht man auf den Flügeln kein Grün und 
an den Augen ebenso wenig Rothes. 

Ein cf habe ich aus Greörgien. Da Baron Osten - Sacken die Art bei 
Washingthon, Clemens in Pennsylvanien fing, so hat sie offenbar in den öst- 
lichen Staaten eine beträchtliche Verbreitung. 

Gelechia (Anacampsis) alandiferella n. sp. Taf. IV. Fig. 25. 

Capite einer eo , palporum articido termincäi nigro-biannulato ; alis ant. 
fubelongcUis, einereis, strigula dorsali prope basim angulata, macula transverse 
ovata dorsi ante medium punetoque venae transversa* nigris, dilute cinetis. 9 • 

Sie ist besonders durch den einförmigen, schwarzen, hell umzogen eu 
Dorsalfleck von der Mitte der grauen Vorderflügel .sehr ausgezeichnet. 

Rückenschild und Kopf grau mit sehr schwacher, röthlicher Beimischung. 
Fühler grau, beim q? verloschener als beim 9 dunkler geringelt. Taster lang, 
aufwärts gekrümmt, hellgrau; das zweite Glied cylindrisch, zusammengedrückt, 
auf der Schneide etwas locker beschuppt, auswärts braun, am Ende grau; das 
Endglied fast so lang wie das zweite Glied, mit einem breiten Ring an der 
Mitte und einem schmälern vor der Spitze. Saugrüssel lang, an der Wurzel 
wie die aufliegenden Maxillartaster hellgrauschuppig. — Vorderbeine auswärts 
schwarzbraun, an den Enden der Fussglieder hellgrau; Mittelbeine heller und 
an den Fussgliedern mit breiten hellen Enden; Hinterbeine hellgrau; die Schienen 
auswärts grau bestäubt, die Dornen und die langen Haare der Rückenschneide 
hellgrau; die Füsse dunkelgrau, an den Enden der Glieder hell. — Hinterleib 
bräunlichgrau, an den Seiten mit Schuppenbüscheln, am Bauch heller mit dunkel - 
grauen Seiten; der weibliche Analkegel an der Spitze mehr oder weniger breit 
hellochergelb mit etwas hervorstehendem Legestachel. 



*) Iii der Beschreibung lese man statt Vorraude : Vorderrande und statt fernen Unterschied : 
ferneren Unterschied. 

35* 



276 



P. C. Zeller. 



Vorderflügel $ 2 x j 2 , 9 lang, ziemlich schmal, von der Farbe des 
Kückenschildes, dunkelbraun bestäubt, wodurch aber die Grundfarbe nur in der 
Spitze verdunkelt wird. Die Schulter ist geschwärzt, der Vorderrand bis zu 
einem über der Querader liegenden Querwisch mit einer grössern oder geringem 
Zahl schwacher, punktförmiger Striche, zwischen denen der Grund weisslich ist, 
bestreut. Am Innenrand ist nicht weit von der Wurzel ein schräg nach aussen 
aufsteigender und bis über die Falte reichender, unregelmässiger, schwarzer 
Strich, dessen Anfang auf dem Innenrande sich leicht zu verwischen scheint. 
In gleicher Entfernung von ihm, wie er von der Flügelwurzel, ist ein grosser, 
sehr wenig nach hinten übergeneigter, nach innen zugespitzter und über 2 / 3 der 
Flügelbreite hinwegreichender, schwarzer Dorsalfleck. Auf der Querader liegt ein 
kleines, schwarzes, strichförmiges Fleckchen, dessen Spitze der Basis zugewendet 
ist. Alle drei schwarze Zeichnungen sind manchmal sehr deutlich gelblich oder 
doch heller als die Grundfarbe ringförmig eingefasst. Hinter dem schwärzlichen 
Costalwisch, dem ein npch weniger scharf ausgedrückter im Innenwinkel gegen- 
über liegt, folgt eine weissliche Stelle am Vorderrande. Die grauen Franzen 
sind an der Flügelspitze am dichtesten schwärzlich bestäubt; bei einem $ geht 
von der Spitze eine aus schwarzen Schuppen gebildete Linie in der Hälfte der 
Franzen weit herunter. 

Hinterflügel -so breit wie die Vorderflügel, mit stark verlängerter Spitze, 
hellgrau. Franzen heller, gegen die Wurzel gelblich schimmernd. Unterseite der 
Vorderflügel mit hellem Fleckchen am Anfang der Costalfranzen, und blassgelb- 
licher Basallinie aller Franzen. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Vier Weibchen, welche, als sie gefangen 
wurden, ganz unverflogen waren, tragen die Data: 27. Juli, 7. und 27. August. 
Diese Art hat also eine lange Flugzeit. 

Anmerkung. Ocellen entdecke ich durch Abschuppung des Augenrandes. 
Auf den Vorderflügeln geht von der Subcostalader eine Gabelader in den Vorder- 
rand vor der Spitze. Die Medianader hat vier getrennte Aeste, deren längster, 
der zweite, von dem folgenden weit entfernt und fast gerade ist. Die Mittelzelle 
ist nicht oder doch nur äusserst fein geschlossen; aber Ader sechs kommt aus 
einer deutlichen Verlängerung der Subcostalader hervor, welche fast die Hälfte 
der Zelle begrenzt. Auf den Hinterflügeln scheint die Mittelzelle offen zu sein. 
— Welcher Heinemannschen Gattung ich diese Art zuweisen soll, ist mir ein 
Räthsel. 

Gelechia (Ceratophora?) fullonella n. sp. 

Thorace et capite osseis, antennis albido nigroque annulatis, palpis albidis; 
alis ant. pallide rufescenti-ochraceis, postice einer ascentibus, punetis tribus fuscis 
(primo elongato in plica media, secundo in disco medio, tertio venae tränst 
versae), striga postica fr acta, pallida. Q. 

Obgleich die Vorderflügel sich nach hinten nicht erweitern und die Adern 
zwei und drei nicht aus einem Punkt kommen (wenigstens scheinen sie mir 
es nicht), so stimmt sie doch nach der Flügelgestalt, der Kürze der Hinterflügel- 



Hoitr&Rti /»r Kt>nntniNH dor noriliiinnririiiiisrhcn Naclifulti-r 



277 



fran/en und den Palpen mit den von Heinemann zn seiner Gattung ('erat<>/>/i<>ra 
gerechneten Arten, und die Zeichnung der YorderHügel ist die der lnoniuttll<<. 

Grosse der OtTTOneila. Rüekenschild und Kopf beinfarbig gelblich« im 
Gesieht am weissesten. Fühler dünn, schwarz und weisslich geringelt. Taster 
stark aufwärts gebogen; das zweite Glied cyündrisch, zusammengedrückt, weiss- 
lich, auswärts an der Wurzelhälfte braun; das Endglied länger als das zweite 
Glied. pfriemenfÖrmig, feingespitzt, am Ende etwas verdunkelt. Maxiiiartaster 
kaum vorhanden. Saugrüssel bräunlich, von Rückenschildslänge. — Die vier 
vordem Beine graubraun mit hellen Enden der Fussglieder ; die Hinterbeine auf 
der Innenseite weisslichgrau, auswärts dunkel; die Schienen mit blonden Haaren 
ziemlich spärlich bekleidet. — Hinterleib braungrau mit hellgelblichgrauem 
Bauch; das Analglied abgestutzt kegelförmig mit hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel 2y 2 '" lang, ziemlich schmal, nach hinten nicht erweitert, 
augespitzt mit sehr schrägem, schwach convexem Hinterrand, hell röthlich 
ochergelb, am hellsten an der Wurzel, vor dem Hinterrand grau. Der Vorder- 
rand ist von der Wurzel aus in einer feinen, kaum merklichen, an der Wurzel 
punktförmig verstärkten Linie schwarz. In der Mitte der Falte ist ein länglicher, 
brauner Punkt; hinter und über ihm im Mittelraum ein kleiner, brauner Punkt 
(bei dem einen Exemplar verloschen) und auf der Querader ein wenig grösserer. 
Hinter diesem verdunkelt sich die Grundfarbe zu einer grau und roströthlich 
gemischten bindenförmigen Wolke, welche nach aussen durch eine verloschene, 
gebrochene, oben erweiterte Querlinie der Grundfarbe begrenzt wird, hinter 
welcher die Grundfarbe bis zum Hinterrand dunkler grau ist. Die gelblich grauen, 
um die Flügelspitze und am Innenwinkel dunkler grauen Franzen sind durch 
eine feine, gelbliche Wurzellinie vom Hinterrand getrennt. 

Hinterflügel V/ 2 mal so breit wie die Vorderflügel, am Hinterand unter- 
halb der kurzen, abgerundeten Spitze schwach eingedrückt, einfarbig dunkelgrau; 
die Franzen der Apicalhälfte kürzer als die halbe Breite der Flügelfläche. 

Unterseite einfarbig braungrau. 

Vaterland: Texas (Beifrage}. Zwei 9» am 20. und 21. August gefangen, 
in meiner Sammlung. 

Gelechia (Doryphora) piscipellis n. sp. 
Capillis palpisque albidis , antennis albo nigroque annidatis; ajis auf. 
ungnstis, düute griseis, squamis nigricanti-albidis creberrime adspersis, plica 
partim pallide ochracea maculam obsoletam fuscescentem vel striolam nigram 
kontinente. $ 9 • 

Sehr ähnlich der Gelech. tenuiella Manu, wesshalb ich sie in das dieser 
(Tin. S. 191) durch Heinemann angewiesene neue*) Genus stelle; sie ist etwas 
kleiner, mit dickeren^ zweiten Tasterglied, auf den Vorderflügelu mit gröbern 
Schuppen bestreut, weiche schwärzlich sind, mit hellgrauen Enden. 

Rückenschild und Oberkopf heller s+aubgelb als die Vorderflügel; die Schulter- 
decken beim 9 m & solchen Schuppen wie diese bestreut; Stirn weisslich. Taster 



*) schon zweimal vergebene. 



Redact. 



278 



P. C. Zeller. 



so lang wie das Rückenschild, innen weisslich, aussen am locker beschuppten 
und dadurch verdickten zweiten Glied ein wenig dunkler; das Endglied fein, 
spitz, kaum 2/3 s0 wie das zweite Glied, wenig gebogen; vorgestreckt. 

Saugrüssel ziemlich lang, an der Wurzel obenauf weiss. Fühler weisslich und 
schwärzlich vollständig geringelt. Beine schlank, weissgrau, auswärts bräunlich 
angeflogen; die Hinterschienen dünn, auf dem Rücken mit dünner, weisslicher 
Behaarung; die Hinterfüsse auswärts am dunkelsten bräunlichgrau mit weisslichen 
Enden der Glieder, — Hinterleib verhältnissmässig lang, hell gelblichstaubgrau, 
am Bauch heller, beim cT stark gerandet, mit bleichgelblichem, kurzkegelför- 
migem, sehr dichtem Analbusch; beim Q ist der Hinterleib lang kegelförmig 
zugespitzt mit etwas hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel 3"' lang, schmal, nach hinten wenig erweitert, dann länglich 
zugespitzt, mit schwach convexem Hinterrand und ganz stumpfem Inneuwinkel. 
Grundfarbe sehr bleich ochergelb, aber sehr reichlich mit schwarzen, an ihren 
Enden weisslichen Schuppen bestreut, so dass die Grundfarbe nur hier und 
da, am meisten beim 9> zum Vorschein kommt. Als ein solcher, doch ziemlich 
undeutlicher, bleichgelblicher Längsstreif tritt beim 9 die Falte hervor; sie 
wird auf ihrer Mitte durch einen schwärzlichen, wenig scharfen* Fleck unter- 
brochen, während das cT an derselben Stelle durch einen schärfern, länglichen 
Längsstrich bezeichnet ist. Bei dem zeigt sich auch im Mittelfelde schräg 
hinter diesem Strich eine feine, ganz kurze, schwärzliche Längslinie, von der 
beim 9 keine Spur sichtbar ist. Den Hinterrand sondert eine ziemlich deut- 
liche, aus den angegebenen Schuppen gebildete Linie von den grauen Franzen 
ab, welche am meisten um die Flügelspitze mit schwärzlichen Schuppen be- 
streut sind. 

Hinterflügel schmäler als die Vorderflügel, mit fast parallelen Gegen- 
rändern und stark verlängerter, feiner Spitze, unter welcher der Hinterrand einen 
tiefen Ausschnitt hat. Ihre bleigraue Farbe sticht von den heller grauen, gegen 
den Analwinkel gelblicheren Franzen dadurch besonders ab, dass diese eine 
ziemlich scharfe, blass ochergelbliche Wurzellinie haben; sie sind, so weit sie die 
Innenhälfte des Flügels einfassen, doppelt so lang wie dieser breit ist. 

Unterseite der Vorderflügel einfarbig, hell bräunlichgrau; die Hinterflügel 
bleigrau mit einem gröber beschuppten Streifen von der Farbe der Vorderflügel 
längs des Vorderrandes. 

Vaterland: Texas (Beifrage). Ein ausnahmsweise ziemlich gut erhaltenes 
Paar (das $ am 7. Juli, das 9 am 6. August gefangen) in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Gel. tenuiella ist in der Wiener Monatsschrift 1864, tab. 4, 
Fig. 16 wenig kenntlich abgebildet. Die Vorderflügel sind etwas zu kurz, der Aus- 
schnitt des Hinterrandes der Hinterflügel zu seicht; auf £m erstem ist vor dem 
heilem Hinterrand ein dunkler Querstreif, den keines meiner beiden von Mann 
erhaltenen Männchen zeigt, auf den Hinterflügeln ist die Oberseite viel zu dunkel. 
Man muss freilich zugeben, dass sich die unscheinbare Art weder in der Ab- 
bildung, noch in Worten leicht kenntlich darstellen lässt. 



Hoitrfttfi« tnr Kt>nntnihN >l«>r n.«r«liiin#< ri< u m ihi- h««n N:ic!itf.il(oi 



279 



Golechia (Triehotaphe) flavooosMla Clem; Big. 20 

Palpis pallide oclmuris, untninis /'uscescentibus ; alis ant. nigris, ritta 
costali pallide (Iura, ante apiccm euaretatum dcntcin longuni adtrrsus ungvtfium 
Phfm im tri exserente cf 9 • 

(iclcchia (f) — Clemens ed. Stt. p. 113. Triehotaphe ib. p. 180. 

Die Taster, welche Clemens nicht beschreihen konnte, sind so lan.ir wir 
Kopf und Rüekenschild zusammengenommen, sehr schwach gebogen, einfarbig 
bleich ochergelb; das zweite Glied stark zusammengedrückt, nach beiden Enden 
hin verdünnt, sowohl auf dem Rücken wie an der convexen Schneide glatt- 
schuppig; das Endglied fast so lang wie das zweite Glied, dünn und feingespitzt. 

Grosse einer kleinen Gel. (Brachycross.) cinerella, von 4"' Vorderfiügel- 
länge; das 9 etwas grösser als das cf. 

Vaterland Maine (nach Clemens). Meine zwei Exemplare wurden von Bur- 
gess in Massachusetts bei Beverly, und zwar das bis auf die abgebrochenen 
Taster gut erhaltene am 20. Juli, gefangen. 

Anmerkung. Die Zeichnung lässt sich auf die von Gel. Miobella zu- 
rückführen: selbst die Franzen sind dicht am Hinterrand ähnlich mit gelblichen 
Punkten gezeichnet. Wahrscheinlich haben die Malacotrichen gleichen Aderver- 
lauf. Die kleine Verschiedenheit in der Behaarung der Taster zwischen Malaco- 
tricha und Triehotaphe hat Clemens sicher mit Recht nicht als Gattungsmerkmal 
betrachtet (bei seiner Setosella zeigt er sie so an, wie ich sie als Merkmal 
meiner Abtheilung Malacotricha ansehe). Welche HeinemamVsche sogenannte 
Gattung auf Triehotaphe (und Malacotricha) zurückzuführen ist, vermag ich 
nicht zu sagen. 

Gelechia (Triehotaphe) ochripalpella Z. 

Epistomio palpisque ferrugineis ochraeeisve , antennis fascesceidibns; 
alis ant. nigris, vitta costae metallica coeridescente, ante medium ampliata, 
postice puncto ferrugineo costali terminata et in angulum internum coaretafa, 
ttriga coeridescente ante marginem posticum. cf 9- 

Triehotaphe alacella Clera. (ed. Stt.) p. 180. 

Kleiner als die vorige. Vorderflügel 2 3 / 4 " i lang. Das Schwarz ist, soweit 
es die htllbläulich metallische Partie begrenzt, in ungleicher Breite sehr ge- 
sättigt; am Innenrand geht es in tiefes Gelbbraun über. Der Vorderrand ist 
striemenartig bis zum Anfang der Costalfranzen metallglänzend hellbläulich; sie 
erweitert sich vor der Mitte zu einem sehr breiten, bis zur Falte reichenden, 
dreieckigen Zahn, hinter welchem sie ihre geringste Breite hat; dann wird sie 
wieder sehr breit und endigt mit einem hellrostfarbigen Punkt auf dem Vorder- 
rand, während sie sich einwärts zu einer Linie verengert, welche schräg bis 
zum Innenwinkel hinzieht. Vor der tiefschwarzen Hinterrandlinie ist ein breiter 
metallisch hellblauer Streif, von den schwarzen Adern in Fleckchen (Clemens 
1 nennt sie blos dots) zerschnitten. 

Vaterland: Die Gegend von Washington, wo Baron Osten-Sacken meine 
drei Exemplare fing. Clemens fing das seinige in Pensylvanien am 17. Juli. 



280 



P. C. Zell er. 



Anmerkung. Da es schon eine Gelechia (Acanthophila Heinemann) 
alacella giebt, so musste der Name der Clemens'schen Art geändert werden. 

Gelechia (Trichotaphe?) serrativittella n. sp. Fig. 27. 

Capite fuscescenti - einer eo , orbitis, epistomio palpisque pdllide flavis; 
alis ant. violaceo-nigris, vitta costali latissima, pdllide flava, postice acuminata, 
interius dentata. $ 9- 

Mit auffallend gefärbten und gezeichneten Vorderflügeln, nach denen sie 
keiner europäischen Art ähnlich sieht. Ihr Flügelgeäder kann ich ohne Ab- 
schuppung nicht genau erkennen, wesshalb ich unsicher bin, ob sie zu Tricho- 
taphe gehört. 

Grösse der Gel. lucnlella. Eückenschild braungrau mit hellgelben Schulter- 
decken; Kopf heller braungrau, an den Augen ins Hellgelbe, im Gesicht hellgelb. 
Fühler bräunlich, beim $ fein gezähnelt, am Wurzelglied blassgelb. Ocellen 
erkenne ich nicht. Maxillartaster blassgelb, fadenförmig, gegen einander gelegt. 
Lippentaster so lang wie Kopf und Bückenschild zusammengenommen, aufwärts 
gekrümmt, hellgelb; das zweite Glied kräftig, zusammengedrückt, glatt, am Ende 
kaum verdünnt; das Englied ein wenig kürzer als das zweite Glied, borsten- 
förmig, spitz, Saugrüssel länger als das Rückenschild. — Die vier vordem Beine 
graubraun, an den Enden der Glieder verloschen gelblich; die Hinterschienen 
gelblichgrau, auf dem Bücken schwach behaart; die Hinterfüsse graugelblich, 
an den Wurzeln der Glieder bräunlich. — Hinterleib braun grau mit kaum her- 
vorragendem Legestachel des Q« 

Vorderflügel 3'" lang, länglich, hinten kaum erweitert, violettschwarz, 
an der Strieme hin tiefschwarz und ebenso in der Falte und in der Hinterrand- 
linie. Am Vorderrand zieht eine breite nach hinten verschmälerte und zugespitzte, 
vor der Flügelspitze endigende, hellgelbe Strieme; sie verbreitet sich an der 
Wurzel bis zur Falte; ihr Innenrand ist bis fast zur Hälfte geradlinig; dann hat 
er einen schrägen Einschnitt und vor der Zuspitzung einen kleinern, so dass er 
in zwei scharfen und einem abgerundeten Zahn hervorsteht. Franzen etwas heller 
als die Grundfarbe, an der Wurzel mit gelblichen Schuppen. 

Hinterflügel ein wenig breiter als die Vorderflügel, am Hinterraud unter- 
halb der Spitze ein wenig eingezogen, dunkelgrau. 

Unterseite dunkelgrau. Auf den Vorderflügeln kommt von der Medianader 
eine langstielige Gabel (Ader zwei und drei); auf den Hinterflügeln scheint die 
Mittelzelle offen zu sein. 

Vaterland: Texas. Ein 9 i m Cambridger Museum; ein Paar in meiner 
Sammlung, wie gewöhnlich, mit gänzlich abgeschliffenen Franzen, durch Bei- 
frage am 28. Juli und 15. August gefangen. 

Gelechia (Malacotricha Z.) bilobella n. s. Fig. 28. 

Palpis pallide ochraeeis, antennis fuscescentibus ; alis ant. pdllide ochra- 
ceis,plaga magna biloba nigra, ad dorsum schistacea, ante puneta duo venae . 
transversae nigra, fascia marginis postici schistacea, nigro-marginata. 



fcllMft zur KrantnlM ä#t ifoH»innrlcanl»ehi»t] Nachtfalter 



Ausserordentlich Ähnlich Act Nothris dol^eUa, aber Bogleieh durch «Ii»' 
ganz anders beschattend) Taster zu unterscheiden; auch ist der zweilappige 
Fleck amlers gestaltet; die llinterrandhinde ist schmäler mit schwaeli convexrm 
Innenrande, und die < >u«m:i<1<- trägt nicht einen Strich, sondern zwei weil ge- 
trennte Punkte. 

In der Grösse etwas über der vorigen. — Küekeusehild und Kopf gelb- 
liehgrau: Schulterdecken, Seiten der Stirn und am entschiedensten das Gesicht 
gelblich Fühler bräunlich, zahnartig fein gekerbt und dadurch scheinbar heller 
geringelt. Taster hell ochergelb, auf der Innenseite am hellsten, am zweiten 
Glied auswärts bis - .. lehmgelb; dieses Glied ist gebogen, stark zusammenge- 
druckt, gegen die Wurzel verdünnt, mit glatter Schneide, auf der Endhälfte des 
Rückens mit lockeren, aufsteigenden Schuppenhaaren; das Endglied nur % so 
lang wie das zweite Glied, dünn, gebogen, einfarbig. Maxillartaster und Rücken 
des ziemlich langen Saugrüssels bleichgelb beschuppt. — Die vier vorderen 
Beine gebräunt mit bleichgelben Enden der Fussglieder: die Hinterschienen 
ziemlich lang, dünn, auswärts lehmfarbigbraun wie die hellspitzigen Dornen, 
auf dem fast haarlosen Rücken und der Innenseite bleichgelb; die Hinterfüsse 
aussen blassbraun, an den Enden der Glieder hell. — Hinterleib grau; der Bauch 
blassgelb, an den Seiten bräunlich. Analbusch ziemlich lang, mit langen, fast 
anliegenden Haarschuppen 

Vorderflügel ^/t" lang, recht merklich gestreckt, hinten wenig erweitert, 
mit schwach convexein Hiuterrand, an dei Wurzelhälfte hellgrau, etwas bestäubt, 
dann dunkler, und zuletzt von der Querader an bis zur Hinterrandbinde ocher- 
gelblich. In der Falte liegt nicht weit von der Basis ein tiefschwarzer, sich 
verdünnt hinziehender Fleck,' der sich einem viel grösseren, nach vorn zuge- 
rundeten anschliesst und mit ihm die zweilappige, schwarze Zeichnung bildet, 
von welcher aus die Farbe bis zum Innenrand dunkel schiefergrau ist. Auf der 
Querader liegt ein schwarzer Punkt, und ein zweiter, davon getrennt, vdn Ocher- 
farbe eingefasst, darunter. Den Hinterrand nimmt ein breiter, ovaler, binden- 
förmiger Fleck ein; er ist dunkel violettschwärzlich, und seinen Innenrand bildet 
eine dicke, schwarze Linie, durch welche er um so mehr von dem lebhaft ocher- 
gelben Grunde absticht. Von den dunkelgrauen, nur am Innenwinkel ganz 
hellen Franzen ist er durch sechs in gleichen Abständen aufgestellte, hellgelbe, 

I scharfe, ziemlich grosse Punkte getrennt. 

Hinterflügel etwas breiter als die Vorderflügel, unterhalb der nicht ver- 

; längerten, aber deutlichen Spitze mit eingezogenem Hinterrand, grau; die grauen 

'. Franzen mit feiner, gelblicher Wurzellinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, mit einem kleinen, gelblichen Costal- 

. wisch dicht vor der Spitze und mit verloschenen, gelblichen Punkten an der 
Franzenwurzel. 

Vaterland: die Gegend von Washington, wo Baron Osten-Sacken mein 
| schönes cf fing, und Ohio, von wo ich ein sehr verflogenes rj 1 durch Schläger 
erhielt. 

Z B. Ges. B. XXIII. Abb; 3G 



282 



P. C. Zeller. 



Anmerkung. Diese Art gehört nach Flügel- und Tasterbau mit Gel. 
intemella Z. (Lep. Caffr. p. 109) zu einerlei Abtheilung, welche Malaco- 
tricha heissen kann. Bei Internella, von der ich ein Q besitze, ist, was in 
der Beschreibung nicht erwähnt wurde, der Rücken des zweiten Tastergliedes 
gleichfalls mit einem Haarbusche versehen; (das Endglied ist verhältnissmässig 
länger als bei Bilobella). Ocellen konnte ich nicht entdecken. Vielleicht gehört 
auch Gel. septella Caffr. p. 108 in dieselbe Abtheilung (in der Diagnose muss 
es statt interne heissen; interius). Die mir sonst unbekannte Trichot. 
setosella Cl. ist zufolge der p. 121 angegebenen Merkmale gleichfalls eine 
Malacotricha. 

Enchrysa n. g, Fig. 29. a. b. 

Capilli laevigati, nitidi. Ocelli nulli. 
Antennae breviores, subdenticulatae. 
Palpi labiales longi, tenues, arcuati, laevigati. 
Haustellum mediocre, $orso squamato. 

Mae anteriores acuminatae, margine costali postiee subexea- 
vatae, margine postico longo. 

Mae posteriores angustae, infra apicem productum profunde excisae. 

Der Vorderflügelfärbung und Zeichnung nach an Tinagma transversellum f 
nach den Fühlern allenfalls an Chrysoclista erinnernd, ist diese Gattung zufolge 
der Hinterflügel eine ächte Gelechide. Den Glanz des Rückenschildes und Kopfes 
hat sie nur mit Gelechia (Nannodia) Hermannella gemein; aber ihre dünnen 
Taster sind so lang wie Kopf und Rückenschild zusammengenommen und stark 
nach oben gekrümmt. Was sie vor allen auszeichnet, ist die Gestalt der Vorder- 
flügel, deren Vorderrand sich von der Wurzel aus schwach convex krümmt, von 
.der Mitte an aber sanft concav bis gegen die Spitze hin verläuft; der Hinter- 
rand ist sehr schräg und lang, schwach convex und geht, ohne einen Innen- 
winkel zu bilden, in den Innenrand über. Daher sind die Vorderflügel lang 
zugespitzt. Die Hinterflügel haben etwas über halbe Breite derselben und sind 
unter der verlängerten Spitze tief ausgerandet und langgefranzt. 

Auf den Vorderflügeln gehen aus dem Vorderrande der langen, schmalen 
Mittelzeile drei einfache Aeste parallel schräg zum Vorderrande und zuletzt 
eine Gabelader, die sich vor der Flügelspitze endigt, und deren Zinken länger 
sind als der Stiel. Aus der Querader gehen zwei Aeste in den Hinterand, aus 
der Medianader drei mit ihnen parallele, deren zwei oberste doppelt so lang 
sind wie der unterste. Die Subdorsalader, der Medianader parallel, scheint an 
der Basis gabelartig gespalten zu sein. 

Auf den Hinterflügeln theilt sich die Subcostalader in eine Gabel, von 
welcher der obere Zinken in die lange Flügelspitze, der untere in den Scheitel 
des fast rechten Winkels, in welchen der Hinterrand gebrochen ist, ausläuft. 
Der fast gerade untere Schenkel des Hinterrandwinkels nimmt eine von der 
Mittulzelle kommende Ader an seiner Hälfte und eine andere an seinem untern 



I' Hii'.- /. ii r Kenntnis.» ili'r nm il.iiin t n .1 in < lion N.irlill'.il 



Bude auf. Der fi l > ri lt*^ Theil des Hinterrandes lä'afl mil dem Vorderrande h I 
parallel. Dir Kränzen haben mindestens die Breite der Hinterflügelfl&che. 

l. dissecteila d. 

Antvnnac itiijrnc, apicc <tV><>; thorax d caput metaUice aurea Alarum 
irea battalis euprta, posticc nigro-terminata et exalbiäo-ma/rginata ; pars reUqua 
aunuitioca, litura costeüi nigra, cf- 

Grösse der Cforysodista SchrankeUa. Das Rackenschild und der hervor- 
stehende Kopf sehr platt und glänzend röthlich goldig; die Stirn messinggelb. 
Fühler kürzer als die Vorderflügel, etwas stark, fadenförmig, gegen das Ende 
etwas verdünnt, schwarz, am Endviertel w?iss. Taster dünn, stark aufwärts 
gebogen, innen metallisch hellgelb, auswärts braun; das zweite Glied cylindrisch, 
glattschuppig, gegen die Wurzel sehwach verdünnt; das Endglied fast ebenso 
lang, feingespitzt. — Vorderbeine glänzend braun, an den Enden der Fussglieder 
ein wenig heller (die übrigen Beine und der Hinterleib fehlen). 

Vorderflügel 2 , / 2 " < lang, ziemlich schmal; das bis fast zur Mitte reichende 
Wurzelfeld ist kupferglänzend, am Vorderrand in einer nach hinten erweiterten 
Linie schwarz und hinten in fast gerader, etwas schräger Linie breit schwarz 
begrenzt und mit einer hellgoldgelben Querlinie eingefasst. Der Rest der Flügel 
ist weniger glänzend, hell orangegelb, am Vorderrand mit einem breiten, schwarzen 
Streifen, der nicht weit vom Wurzelfeld anfängt und verdünnt in der Flügel- 
spitze endigt. Die schwärzlichen Franzen ziehen sich am Innenrande bis über 
das Ende des Wurzelfeldes hin. 

Hinterflügel schwarzgrau. — Unterseite aller Flügel einfarbig graubraun, 
kupferig schimmernd. 

Vaterland: Ohio (Schläger). Ein cT m meiner Sammlung (das zweite 
abgeschuppt). 

lpsolo2>hu$ pauciguttelliis Clemens. 

Antennis fuscis, rarius subannulatis; alis ant. angustis, acutis, varie 
coloratis; postcrioribus hyalinis,. iridescentibus, fusco-venosis. 

Var. a) alis ant. düute luteis, fusco punetatis lituratisqiie. 

Ypsol. paucigutt. Clemens (ed. Stainton) p. 223. 
Var. b) alis ant. colore fuscescenti induetis. 

Var. c) alis ant. obscure brunneis, vitta costali ossea distinetissima. 
Ypsol. flavivittellas Clem. 1. c. p. 254. 

Eine höchst veränderliche Art, die sich in dieser Hinsicht mit Cerost. 
mdiatella vergleichen lässt, aber in allen Varietäten viel leichter an den durch- 
sichtigen, irisirenden Hinterflügeln mit aller Bestimmtheit zu erkennen ist. 

Rückenschild und Kopf hellbraun, bei Var. c. ersteres vorn gelichtet und 
gelblich gemischt und der Kopf gelblich , in der Mitte der Länge nach braun- 
grau : die Fühler bräunlich , doch bei hellen Exemplaren bisweilen ganz voll- 
ständig hell und dunkelgeringelt , während sonst nur auf der Unterseite hellere 
Ringe zu erkennen sind. Ocellen deutlich. Der starke Busch des zweiten 

36* 



284 



P. C. Zeller. 



Tastergliedes ist braun, nur am oberen Ende in einem mehr oder weniger ver- 
längerten Streifen hellgrau; das feine, borstenförmige Endglied braun mit heller 
Rückenlinie, die nicht bis zur Spitze reicht, die Spitze selbst hell. — Die vier 
Vorderbeine aussen braun mit hellen Gliederspitzen. Die Hinterbeine bleich - 
gelb; die Schienen am oberen und unteren Eande braungrau oder auch ohne 
diese Färbung, auf der Rückenschneide mit dichtem, auf der unteren Seite mit 
dünnerem, hellblondem Haarkamm ; die Dornen an der Seite gebräunt; die Fuss- 
glieder grau mit hellen Spitzen. Hinterleib hellbraun, am Bauch hellgelblich 
und zu jeder Seite, bisweilen auch in der Mitte, mit einet Reihe dunkelgrauer 
Fleckchen. 

Vorderflügel S l / 2 ~^/ i i " lang, schmal, spitz, doch nicht scharfspitzig, mit 
sehr schräg zurückgehendem Hinterrande. Grundfarbe lehmgelb , mehr oder 
weniger lebhaft und gesättigt, mit dunkelbraunen Stäubchen bestreut. Bei den 
am vollständigsten gezeichneten Exemplaren liegen zwei schwarze Punkte nahe 
der Basis (einer auf dem Vorderrande, einer unter der Falte), dann ein einzelner 
dicht über der Falte, hierauf zwei schräg unter einander (der vordere über, der 
hintere in der Falte), beide durch einen braunen Nebelfleck verbunden, endlich 
im Mittelfelde hinter der Mitte noch ein Paar schräg gestellter und durch einen 
grösseren Nebelfleck oder Wisch verbundener Punkte. Oefters fehlt der eine 
oder andere oder mehrere dieser Punkte, und bei der dunkleren Varietät b ist 
fast gar keiner zu erkennen. Ein Exemplar ist hell mit sehr kleinen Punkten 
und ohne Nebelflecke, und die Fläche ist vom Vorderrande aus rosig angelaufen. 
Bei Var. c ist die grössere Innenrandhälfte dunkelbraun; die kleinere Costal- 
hälfte bildet eine beingelbe , sich hinten zuspitzende und vor der Flügelspitze 
endigende Strieme. Auf der Grenze beider Färbungen liegen drei tiefschwarze 
Punkte, dem dritten, vierten und sechsten der oben angegebenen entsprechend. 
Eine Reihe schwarzer Punkte zieht am Hinterrande hin bis in den Vorderrand, 
und liegt öfters in gelblichem Grunde. Bei Var. a zieht eine bräunliche Wolke 
davor her. Franzen heller als die Grundfarbe, an der Wurzel meist gelblich. 

Hinterflügel ein wenig breiter als die Vorderflügel, unter der vortretenden 
Spitze mit einem schwachen Eindruck des Hinterrandes, durchsichtig glasartig 
und irisirend, nur gegen die Spitze braun angelaufen, sonst mit starken, braunen 
Adern, unter denen sich vorzüglich der Hauptast der Medianader auszeichnet. 
Franzen braungrau. 

Unterseite der Vorderflügel braungrau, bei Var. c am Vorderrande vor 
der Spitze etwas gelblich. 

Vaterland: Ohio (wo die Art nicht selten zu sein scheint) und Texas (Bull); 
zwei 9 der Var. a in meiner Sammlung und dem Cambridger Museum. 

Anmerkung 1. Es ist auffallend, dass Clemens bei seinen beiden Arten 
die Durchsichtigkeit der Hinterflügel unerwähnt lässt und dieselben bei Pauci- 
guttellus nur als brownish with a bluish iridescent hue, bei Flavivittellus gar 
nur kurzweg als fuscous bezeichnet. Aber die Identität seiner Arten mit der 
meinigen unterliegt darum keinem Zweifel. 



r.cili i.t /nr Komitni ■)«« i iiopUiik-ih '.iimm-Iumi Niu litlultt 



Anmerkung 2. Im Fitch: Firsf and Becond Bep6r( on Um inseci "i 
the State of New- York 1856 findet sich S. 221 — 234 ein sehr ausführlicher 
Bericht über die Verwüstungen, welche das Käupchen Saliner- Worm im Östlichen 
Theile «les Staates New-York und in allen Neu-Fnglandstaaten am Lanhi- du 

Barten- und Waldbäume, namentlich der Apfelbäume und Eichen, von Zeit au 

Zeit anrichtet. Die sieh daraus entwickelnde, in Färbung und Zeichnung sehr 
variirende Motte nennt er Chaetochilus /><> in c 1 1 II M S Harr. Aus der von 
einer höchst elenden Abbildung (T. 4, Flg. 4) herleiteten Beschreibung der- 
selben (8. 889) seheinen mir die Worte: the bind wings above and heneath are 
dusky with a glossj azure blue rellcction and blackish veins — obgleich die 
Durchsichtigkeit dieser Flügel ebenso wie bei Clemens unerwähnt bleibt — auf 
den Yjis. paiteigutteUus hinzudeuten. Fitch beschreibt 8. 232 einen Oha et <>- 
chilus malifolielius n. sp., den ich mit Yp». i>ui<<li<iisccllus Clem. ver- 
einigen würde, wenn nur das Mindeste über den so wesentlichen Unterschied 
in den Hinterflugeln zwischen ihm und Pometellus gesagt wäre! Den Chaeto- 
chilus contubemalellu8 Fitch, the Colnrade Palmer- Worni, S. 233 bin ich 
geneigt, für den Clemens'schen Yps. flavivittcllus (oder meine Var. c des Pauci- 
()iittclli(s) zu halten; Fitch glaubt, in einem Räupchen, das mit dem seines 
Pometellus zusammenlebt, aber sich von diesem durch die Farbe des Kopfes 
und Prothorax unterscheidet, das von Contubcrnalcllus zu erkennen, obgleich 
ihm dessen Erziehung nicht gelungen ist. Die Beschreibungen seiner zwei breit- 
flügligen Cliüctochihis-kxtm weiss ich auf keinen mir bekannten Ypsolophus 
anzuwenden. Die speeifische Benennung Pometellus wird wahrscheinlich für die 
Clemens'sche eintreten müssen; da aber Clemens sie nicht kennt, so begnüge 
ich mich, auf sie hier wenigstens aufmerksam zu machen. 

Ypsolophus punctidiscellus Clem. 

Antennis albido fuscoque annulatis; palporum fasciculo praeter apicem 
fusco, articulo terminali albo; alis ant. pallide luteolis, fuscescenti irroratis, 
puncto uno ante, duobus post medium fuscescentibus, striga postica pallidiore 
obsoleta su})crius bifracta ; posterioribus einereis, impellucidis. $ 9 • 
Ypsol. punetid. Clemens 1. c. p. 228. 

Von der vorigen Art sogleich durch die undurchsichtigen Hinterflügel zu 
unterscheiden, aber auch mit etwas kürzeren, stumpferen Vorderflügeln und sehr 
deutlich geri